SCHLUSS MIT DEM HINDUKUSCHIMPERIALISMUS

Immer mehr Soldaten kommen von Auslandseinsätzen tot, schwerverletzt oder verletzt und mit schweren psyschischen Schäden zurück, häufig brechen auch seelische Krankheiten wie das Posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS) erst Jahre nach schockierenden Einsätzen aus. Viele verschweigen aus falschem Männlichkeitswahn diese psychischen Defekte, so daß von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. (1.)

Das Fallschirmjägerbataillon 263 aus Zweibrücken hat die bisher schwersten Verluste eines Bundeswehrverbandes im Ausland zu beklagen. Drei Gefallene in Afghanistan, zwölf zum Teil schwer Verletzte, zwei Tote in Bosnien-Herzegowina. Der Oberbürgermeister von Zweibrücken, Helmut Reichling, hat in einer Trauerrede treffend bemerkt:…daß die BRD mit dreistelligen Milliardenbeträgen „verzockte Finanzunternehmen “ unter die Arme greife…es könne nicht sein, dass die Limousinen der Banker besser gepanzert seien als die Fahrzeuge der Soldaten.

Immer mehr kommt es auch zu Verfehlungen von Bundeswehrsoldaten im Ausland. Oberst Klein sah in zwei auf einer Sandbank im Fluss Kundus festgefahrenen Tanklastzügen bereits rollende Bomben. Selbst wenn wir seine Halluzination einmal als Tatsachenhergang  zulassen, selbst wenn also Lastzüge auf Bundeswehrstandorte zufahren, hätte man versuchen müssen, die Fahrer auszuschalten. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages Ulrike Merten (SPD)hat sich deshalb für die Errichtung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Potsdam (dem Sitz des Einsatzführungskommandos für Auslandseinsätze)  ausgesprochen. (siehe FAZ, 14.8.2009, S.4) Fehlverhalten deutet auch die Sinnlosigkeit dieser Auslandseinsätze an. Die Soldaten sind es leid, für die Interessen des euroverfressenen Bürgertums ihren Kopf hinzuhalten. Ein Volk, das andere Völker unterdrückt, kann nicht frei sein, es ist deshalb nötig, daß sich die einfachen Bundeswehrsoldaten  so schnell wie möglich aus den imperialistischen Abenteuern heraushauen.“Nur wer die schrecklichen Auswirkungen eines langen Krieges kennt, vermag die überragende Bedeutung einer raschen Beendigung zu sehen.“ (2.)

Immer mehr kommt bei den Soldaten und deren Angehörigen Zweifel auf über den Sinn der völkerrechtswidrigen Einsätze im Ausland. Der Soldat erweist sich wieder einmal als schlauer und kritischer als der Offizier. Keiner von den Soldaten hat ein Konto auf der Bank von Kabul, seine Oma wird auch nicht von den Taliban bedroht und seine Freundin oder Frau lebt ohnehin in Deutschland. DIE SOLDATEN WERDEN IM INTERESSE DES DEUTSCHEN UND INTERNATIONALEN WIRTSCHAFTSIMPERIALISMUS MISSBRAUCHT. Aus der Politik kommt der Satz: Die deutsche Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt. Würde das ein Schüler im Geografieunterricht von sich geben, hätte er eine „Sechs“ sicher, wenn aber ein erwachsener Mann wie Struck von der SPD so etwas auftischt, muß man sich ernsthaft fragen, ob er nicht direkt aus einer Irrenanstalt entlaufen ist. Der perverse und völkerrechtswidrige Einsatz der Bundeswehr kann nicht mit dem geringsten Vorwand eines Volksinteresses gerechtfertigt werden. Auch im Wahljahr 2009 werden von „links“ wieder Forderungen nach einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan- nur aus Afghanistan ?- erhoben. Diese Appelle sind schön und gut, man muß aber einmal nach dem Klassencharakter des Offizierskorps der Bundeswehr fragen, das sich schwerpunktmäßig aus Adelsfossilien, Groß- und Kleinbürgertum zusammensetzt, also aus einer kleinen volksfeindlichen Minderheit des deutschen Volkes.  Und solange dies der Fall ist, kann man 1000 Appelle formulieren. DAS STEHENDE HEER MUSS DURCH DIE ALLGEMEINE VOLKSBEWAFFNUNG ERSETZT WERDEN. Die Verteidigung der deutschen Freiheit am Hindukusch, diese Volksverdummung wird natürlich von dem Offizierspack mitgetragen, eine Volksarmee hat primär kein Interesse an einer Volksverdummung, sondern an einer Volksaufklärung.

Der zivile Messias Obama hat jetzt den Generalleutnant Stanley A. McCrystall zum Oberbefehlshaber der us-amerikanischen und internationalen Truppen in Afghanistan ernannt, damit auch über Bundeswehrsoldaten. Mit dieser Ernennung hat der Zivilmessias sein wahres Gesicht gezeigt, schauen wir uns diesen Generalleutnant einmal näher an. Er war Befehlshaber des „Joint Special Operation Command“ mit Sitz in Fort Bragg (North Carolina) von 2003 – 2008. In dieser Zeit koordinierte er jene schmutzigen, unter strengster  Geheimhaltung ablaufenden Einsätze von Spezialkommandos, die im Dunkeln stattfinden. McCrystall hat Erfahrung in der asymmetrischen Kriegführung und arbeitete schon in der Vergangenheit sehr eng und harmonisch mit dem Auslandsgeheimdienst der CIA zusammen. Er versuchte auch die Todesumstände des Elitesoldaten Pat Hillman zu vertuschen, der in Afghanistan irrtümlich von eigenen Kameraden erschossen wurde. Ein feines Früchtchen also zur Befriedung Afghanistans.

Schluss mit der sinnlosen Verschwendung von Steuermillionen, vor allem von Menschenleben !! Imperialistische Kriege sind kein Schicksal, das hin- und wieder als Geißel der Menschheit vom Himmel fällt, sondern sie werden vorbereitet und gemacht von den Vertretern der bürgerlichen Klassen, die am schmutzigen Kriegsgeschäft weltweit mitverdienen wollen, an Kriegen, die der Kapitalismus gebiert.

Das afghanische Volk lehnt natürlich die Bundeswehr ab und wird diese ablehnen, solange sie im Land bleibt. Die Bundeswehr ist nicht als Befreierin, sondern als Unterdrückerin nach Afghanistan gezogen und hat damit auch Scham und Schande über das deutsche Volk gebracht. Bei dem Thema Bundeswehr darf man nicht vergessen und nicht übersehen, dass die Bundeswehr angeblich gegründet wurde, „…weil der Russe kommt !“. Nun ist der Russe weg, gegangen, aber die Bundeswehr gibt es immer noch, d.h. seit der Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955, dem 200. Geburtstag Scharnhorsts, bis zum Abzug der Roten Armee aus Deutschland (am 1. September 1994  flog der Oberkommandierende der Streitkräfte Generaloberst Burlakow nach Moskau zurück) ist das deutsche Volk jahrzehntelang, man möchte sagen systematisch, belogen und betrogen worden (3.), ein neues Feindbild wurde von der Waffenmafia und den Geheimdiensten, vom geldgierigen Bourgeois gesucht und gefunden: an Stelle des Russen trat nun, nicht gerade originell, der Muselmann. (4.) Erinnern wir an die Worte von Karl Liebknecht: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“. Der Kapitalismus ist zu Kriegen verdammt und führt heute imperialistische Kriege. „Aber den Imperialisten die Maske herunterreißen, die wahren Hintergründe des jetzigen Krieges vor den Massen bloßlegen – das eben heißt dem Krieg wirklich den Krieg erklären, den jetzigen Krieg unmöglich machen.“ (5.) Im Afghanistankrieg haben wir es mit einem eigentümlichen Phänomen zu tun: die Arbeiter- und Bauernsöhne in Afghanistan haben die Schizophrenie zu ertragen, für eine Klasse zu kämpfen, die davon nichts wissen will. Der scheidende Wehrbeauftragte des deutschen Bundestages Robbe (SPD) spricht von mangelnder Unterstützung durch die Eliten des Landes.Das Phänomen erklärt sich einfach: „…auf jeden Fall wälzt die Bourgeoisie den Kampf mit der Waffe in der Hand auf die Arbeiter ab…“ (6.) Und wendet sich in Berlin ihren schmutzigen politischen Schachergeschäften zu, die Lenin mit dem Begriff „System Lloyd-Georgeismus“ (7.) charakterisierte.

1. Nach Angaben des Bundeskriegsministeriums wurden im ersten Halbjahr 2009 bereits 152 Soldaten  mit PTBS gemeldet, 2008 waren es insgesamt 226. (Frankfurter Allgemeine Zeitung 25. September 2009, S. 4)

2.Sunzi, Die Kunst des Krieges, Knaur Verlag 1988, 30

3.Willy Brandt hatte damals als Vorsitzender der Nord-Süd-Kommission die Überlegung angestellt, daß jetzt endlich die Milliarden frei seien zur Beseitigung des Elends auf der südlichen Erdhalbkugel- indeß: selbst heute, 20 Jahre danach, übersteigen die Ausgaben für das weltweit kriegführende Ministerium bei weitem die für das Entwicklungshilfeministerium. Bürgerliche Politiker produzieren lieber Waffen als einem hungernden Kind ein Stück Brot zu geben.

4.Der ehemalige Offizier der US-Marine, Christopher A. Preble führt in seinem Buch: „The Power Problem“ ( Cornell University Press, Ithaca New York 2009,212 S.) aus, dass die US-Militärmaschine so gigantisch sei, dass nach immer neuen Kriegen gesucht werden muss, „…um ihre Existenz zu rechtfertigen. Die globale Strategie Washingtons richte sich nicht nach einer rationalen Feindbestimmung.“ (siehe: Ausgang ungewiss, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.1.2010,6).

5.J.W. Stalin,Über den Krieg, Stalin Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin,1951,8

6.Lenin, Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution, LW 9, Dietz Verlag Berlin 1957,58

7.“Ohne Wahlen geht es in unserem Zeitalter nicht;ohne die Massen kommt man nicht aus, die Massen aber können im Zeitalter des Buchdrucks und des Parlamentarismus nicht geführt werden ohne ein weitverzweigtes, systematisch angewandtes, solide ausgerüstetes System von Schmeichelei, Lüge, Gaunerei, das mit populären Modeschlagworten jongliert, den Arbeitern alles mögliche, beliebige Reformen und beliebige Wohltaten verspricht – wenn diese nur auf den revolutionären Kampf für den Sturz der Bourgeoisie verzichten. Ich möchte dieses System Lloyd-Georgeismus nennen, nach einem der maßgebendsten und geschicktesten Vertreter dieses Systems in dem klassischen Land der „bürgerlichen Arbeiterpartei“, nach dem englischen Minister Lloyd George.“ (Lenin, Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, LW 23, Dietz Verlag Berlin 1957,114f.)

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