Zum Tode des Commandanten Bosque

Am Abend des 11. September 2009 verstarb um 23 uhr 30 Ortszeit auf Kuba Juan Almeida Bosque an einem Herz-Kreislaufstillstand, die Regierung ordnete einen Tag Staatstrauer an.

Juan, am 17.2. 1927 in Havanna als zweites von 12 Kindern geboren,  kam aus ärmlichen Verhältnissen und mußte schon mit 11 Jahren harte Arbeit verrichten, er wurde Maurer und Kommunist. An ihm bewahrheitet sich wieder einmal Stalins Aussage: nicht dieser oder jener Gymnasiast, nicht dieser oder jener Student, die Söhne der Not und der Entbehrung, sie vor allem sollen Mitglieder der KP sein. Schon mit jungen Jahren kämpfte er gegen den Militärdiktator Fulgencio Batista, der drauf und dran war, Kuba in eine Spielhölle und Hinterhofbordell für US-Millionäre  zu verwandeln. Am 26. Juli 1953 beteiligte er sich beim Sturm auf die Moncada Kaserne, was ihm zwei Jahre Gefängnis auf der Isla de Pinos einbrachte, von 1955 an war er als erster Afrocubaner wieder aktiv in der revolutionären Bewegung Kubas, erlitt bei Guerillaaktionen zwei Verwundungen und zog zusammen mit Fidel und Che am 1.1. 1959 siegreich in die Hauptstadt Havanna ein. Er gehörte neben Che und Camilo Cienfuegos zu den drei Männern, denen der Ehrentitel „Comandante de la Revolucion“ verliehen wurde.

Bosque bekleidete viele Posten der Revolution, die ich hier gar nicht alle aufzählen möchte, er pflegte einen schlichten Lebensstil und war bescheiden, aber soviel will ich dann doch anführen: er war Luftwaffenchef Kubas, Vizeminister der Revolutionären Streitkräfte und Vizepräsident des Staatsrates, Vorsitzender der Veteranenvereinigung, Mitglied des ZK und des Politbüros der KP Kubas. Fidel Castro schrieb in einer seiner Reflexionen: „Ich hatte das Privileg, ihn zu kennen…“ (Siehe auch: Internet/google: Das deutschsprachige Fidel Castro Archiv)

Der Maurer hinterläßt nicht nur ein Dutzend Bücher sondern auch c.a. 300 von ihm komponierte Lieder, das berühmteste ist wohl „Lupe“, einer Mexikanerin gewidmet, die er im mexikanischen Exil kennenlernte. „Dass meine Erde mich ruft, um zu siegen oder zu sterben, vergiss mich nicht Lupita, erinnere Dich an mich.“

Ein halbes Jahrhundert sind seit dem Sturz Batistas nunmehr vergangen, die kommunistische Weltbewegung hat viele Stürme und Erschütterungen erlebt, viele haben gezweifelt, viele sind eingeknickt, viele übergelaufen. Juan Almeida Bosque hat seinen Schwur gehalten. In der offiziellen Trauerbotschaft hieß es denn auch, Almeida werde „…in den Herzen und Köpfen…“ der Kubaner weiterleben.

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