Früchtchen der Bundeswehr und schlampiger Journalismus

„Ich habe in Deutschland meine Grundausbildung gemacht.“

Seit 1962 können ausländische Soldaten an der Führungsakademie der Bundeswehr töten studieren, laut Eigenaussage der Bundeswehr geschieht dies, um Demokratie zu fördern. (Das ist aber schon Nonsens, denn Demokratie wächst aus sich selbst heraus, man braucht nicht einmal einen Mathematiklehrer, der  unkundigen Menschen das Rechnen beibrächte, man erkennt Mehrheitsverhältnisse auch ohne Rechnen zu können. Die Bundeswehr braucht den Völkern nicht beibringen, dass die Mehrheit mehr Stimmen erhalten hat als die Minderheit.)

Durch die bürgerlichen Medien geistert zur Zeit der Fall des Moussa „Dadis“ Camara aus Guinea, der 4 Jahre hier zur Ausbildung war (1.) und dann auf die Demokratie in seinem Land losgelassen wurde.

Am 22.12. 2008 nutzte er das durch den Tod des langjährigen Präsidenten Conté entstandene Machtvakuum, um die Regierungsgewalt an sich zu reißen. Man sprach von einem Putsch Allemand, von einem deutschen Putsch, er selbst von einem Phänomen von Gottes Gnaden. Ganz offensichtlich hat die Bundeswehr es versäumt, ihm in vier Jahren eine wissenschaftliche Weltanschaung zu vermitteln. Er schwor auf Bibel und Koran, bei Wahlen 2009 nicht als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Was aber seit den Dezembertagen 2008 bis heute in Guinea politisch folgte, bezeichnete die Frankfurter Allgemeine Zeitung als „Ein Jahr Herrschaft des Schreckens“( 2.) , unter einer brutalen Militärdiktatur wird gemordet und vergewaltigt. Und Camara kündigte seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt an. Daraufhin kam es zu einer Demonstration von c.a. 50 ooo unbewaffneten Menschen, die am 28. September im Nationalstadion von Conakry  eine Zivilregierung forderten. Soldaten eröffneten das Feuer und 150 Demonstranten kamen zu Tode. In einem UN-Bericht wird ein Prozeß gegen den Bundeswehrzögling vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gefordert. Allerdings schoß  der Kommandeur der Präsidentengarde Leutnant Aboubacar „Toumba“ Diakité diesem Förderer der Demokratie in den Kopf, als er ihm wohl die Schuld für das Massacker in die Schuhe schieben wollte. Statt in Holland angeklagt zu sein, liegt er erstmal in einem Krankenhaus in Marokko.

Soweit der Hergang in den bürgerlichen Medien, die eine blutig bizarre Story zu bieten haben, aber den Hauptpunkt, welche Klassen haben sowohl in Deutschland als auch in Guinea, dort befinden sich die zweitgrößten Bauxitvorkommen der Welt, ein Interesse an Typen wie Camara, vor diesem Hauptpunkt sitzt die bürgerliche Journaille in einer platonischen Höhle. seien es nun die „Starjournalisten“ der FAZ, der WELT, der ZEIT, des Spiegels, der ARD, die im Internet…u.s.w…usf. Die öffentliche Meinung wird durch die Massenmedien beherrscht, die wiederum von den Kapitalisten beherrscht werden, man kann von einem geistigen Belagerungszustand sprechen. Diese Berichterstattungen bleiben allesamt oberflächlich, beschreiben nur den oberflächlichen Handlungsablauf, weil den Verfassern  die Fähigkeit zur Klassenanalyse fehlt. Bürgerliche Berichterstattung ist auch immer Desinformation. In wissenschaftlicher Hinsicht ist es eine Wüstenlandschaft. Ja mehr, die bürgerliche Journaille finanziert sich vor allem durch eine Menge Privatanzeigen und ist sehr kundenfreundlichen den großen Firmen gegenüber. „So wirtschaften und bereichern sich alle bürgerlichen Zeitungen in der ganzen Welt,  SO HANDELN SIE MIT GIFT FÜR DAS VOLK (kursiv von Lenin). “ (3.)  Friedrich Engels gab uns den wichtigen Hinweis, das allenfalls das gewöhnliche „gebildete Bewußtsein“  seinen Gedankenstoff aus den Zeitungen bezieht. (4.) Mit einem gewöhlichen gebildeten Bewußtsein kann man keine proletarische Revolution durchführen, die tiefste und endgültige Revolution in der Weltgeschichte.

Die bürgerliche Ware Tageszeitung bietet im Grunde oberflächlich Beschreibung von Ereignissen an, kann diese nicht mit den ökonomischen Ursachen in Verbindung, in Wechselwirkung, in den notwendigen Zusammenhang mit dem durch die ökonomische Basis dominierten Kausalzusammenhang bringen. Ich will schon gar nicht auf den hohen Schwierigkeitsgrad dieser Darstellungsform hinweisen, dass man aktuelle Tagesgeschehen und Ereignisreihen aus der Tagesgeschichte nicht „auf die letzten ökonomischen Ursachen“ (5.)  zurückverfolgen kann, die in verwickelten und stets wechselnden Faktoren bestehen, „von denen die wichtigsten obendrein meist lange Zeit im verborgenen wirken, bevor sie plötzlich gewaltsam an der Oberfläche sich geltend machen.“ (6.) Man wird nie in der Lage sein, die „gleichzeitigen Veränderungen der ökonomischen Lage “ (7.) voll zu berücksichtigen. Diese Fehlerquelle ist nach Engels unvermeidlich. „Aber alle Bedingungen einer zusammenfassenden Darstellung der Tagesgeschichte schließen unvermeidlich Fehlerquellen in sich; was aber niemand abhält,  Tagesgeschichte zu schreiben.“ (8). Das sind also die komplexen Schwierigkeiten, die sich vor einem guten Journalisten auftürmen. Gibt es in Deutschland überhaupt einen guten bürgerlichen Journalisten ? Wenn ich mir so die großbürgerliche Tagespresse durchlese: Nein ! Insofern kann die BILD Zeitung als das Flagschiff des deutschen Bourgeoisjounalismus bezeichnet werden. Und auch die Arbeiter und Arbeiterinnen sind gut beraten, die Artikel der proletarischen Presse und die im Internet mit den von Engels entwickelten Kriterien zu lesen.

1. Ausbildungsstätten waren auch die Offiziersschule in Dresden, die Nachschubschule in Bremen und das Bundessprachenamt.

2.Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2009, S.2

3. Lenin, Wie wird der Konstituierenden Versammlung der Erfolg gesichert ? in, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1969,390

4.Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, Dietz Verlag Berlin, 1975, 270

5. Friedrich Engels, Einleitung zu: Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, Von Karl Marx (1895), in: Marx Engels: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975, 609

6. a.a.O.

7.a.a.O.,610

8. a.a.O.


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