Über den Personenkult

„Marx stand höher, sah weiter, überblickte mehr und rascher als wir andern alle. Marx war ein Genie, wir andern höchstens Talente.“ 1.

Natur, Gesellschaft, Denken entwickeln sich gegenseitig gesetzmäßig konstituierend und durch das menschliche Denken diese Prozesse in ihrer Gesetzmäßigkeit auch selbstreflexiv widerspiegelnd. In dieser reflexiven Widerspiegelung aus der immanenten Prozessualität der dialektischen Entwicklungsgesetze ergeben sich diese als ineinander sich wechselseitig durchdringende. Diese Widerspiegelung ist selbst widersprüchlich gebrochen (sonst gäbe es nicht die richtig-falsche formale Logik), das Genialische läge dann in der richtigen Widerspiegelung dialektischer Prozesse als Knotenpunkte der Selbsterfassung universell historischer Entwicklungsgesetze. Das Genialische ist daher nicht primär etwas Subjektives, sondern Expression objektiver unendlicher Prozesse. Die in Klassenkämpfen emanzipativ avantgardistisch Kämpfenden geben eineTheorie 2. der Anleitung zum revolutionären Handeln für diejenigen, die diese Entwicklungsgesetze nicht in ihren klaren Konturen widerspiegeln können und umgekehrt, die Dominanz des Personenkultes zeugt von einer ungenügenden Widerspiegelung objektiv vorhandener Entwicklungsgesetze, aus denen Taktik und Strategie der Revolutionäre abzuleiten wären. Die Arbeiterbewegung braucht keinen Napoleon, der für alle denkt, es wäre schlecht um ihre Emanzipation bestellt. Es waren die utopischen Sozialisten, die die Erlösung von  Ausbeutung und Unterdrückung durch die aus genialischer  Welterkenntnis resultierende Erfindung der perfekten Gesellschaft erwarteten, weil sie nicht die gesellschaftlich geschichtlichen Bedingungen einer proletarischen Massenrevolution berücksichtigten und auf dem damaligen gesellschaftlichen Entwicklungsstand auch nicht berücksichtigen konnten, das Proletariat nur als leidendste, nicht als politisch aktive Klasse von ihnen gesehen wurde.  „Es fehlte eben der geniale einzelne Mann, der jetzt aufgetreten und der die Wahrheit erkannt hat; daß er jetzt aufgetreten, daß die Wahrheit grade jetzt erkannt worden ist, ist nicht ein aus dem Zusammenhang der geschichtlichen Entwicklung mit Notwendigkeit folgendes, unvermeidliches Ereignis, sondern ein reiner Glücksfall. Er hätte ebensogut 500 Jahre früher geboren werden können und hätte dann der Menschheit 500 Jahre Irrtum; Kämpfe und Leiden erspart.“ 3. Die Fixierung des Marxismus Leninismus in ein Genie ist also kein Fortschritt, sondern ein Rückfall. Im Personenkult findet etwas Widersinniges statt: Genie und Menschheit werden verwechselt. So versuchte zum Beispiel der deutsche idealistische Philosoph Hegel, eine Art „Napoleon der Theorie“, die inneren objektiven Entwicklungsgesetze der Geschichte der Menschheit in seinem Denken widerzuspiegeln, als Selbsterfassung Gottes, in religiösen Formulierungen betrachtete er seine Philosophie als die Gedanken Gottes vor der Schöpfung der Welt und eines endlichen Wesens. Für Friedrich Engels hatte Hegel, den er im Anti-Dühring als Fieberphantasten bezeichnet,  diese Aufgabe aber lediglich gestellt, nicht gelöst, nicht lösen können deshalb, weil kein einzelner sie je wird lösen können. Ein Genie kann nicht zur Lösung bringen, „was nur die gesamte Menschheit in ihrer fortschreitenden Entwicklung leisten kann.“ 4. Das einzelne Denken weist für Friedrich Engels mehr „Verbesserungsfähiges als Nichtverbesserungsfähiges“ 5. auf, schon von daher verbietet es sich, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt in ein Subjekt zu projizieren, habe es auch noch so überragende geistige Fähigkeiten und perfekte Eigenschaften. Im Kommunistischen Manifest meinen Marx und Engels nicht nur sich selbst, wenn sie ausführen, dass in Zeiten endlich, wo der Klassenkampf sich der Entscheidung nähert, ein Teil der Bourgeoisie zum Proletariat übergeht, „und namentlich ein Teil der Bourgeoisideologen, welche zum theoretischen Verständnis der ganzen geschichtlichen Bewegung sich hinaufgearbeitet haben.“ 6. Der wissenschaftliche Sozialismus hat sich wechselseitig  aus  Massenbewegungen und kollektiven theoretischen Bewegungen herausgebildet und basiert auf objektiv heranreifenden  Bedingungen der Klassenentwicklungen.

Ein Personenkult darf niemals Ergebnis einer proletarischen Revolution sein, so wie es nach der bürgerlichen 1789 war: Napoleon sagte auf dem Schlachtfeld: Ich bin 100 000 Mann wert. Wir wären nicht weiter als das Sonnenkönigtum von Versailles: L`´etat c´est moi. 7. Tatsächlich begriff sich Ludwig der XIV. als die Sonne, um die sich alles dreht. Diese Sonnenführer strahlen aber ihre Untertanen nicht als  Sterne an, die mit ihr  aufleuchten, sondern diese definieren sich zum Führer als im Grunde nichtig. “ Voyez ces  crapauds !“ soll Napoleon beim Anblick auf das Gewimmel  ertrinkender Soldaten in der Beresina gesagt haben 8. und Roland Freisler schrie die Widerstandskämpfer vom 20. Juli an: „Deutsch sein“, heißt: dem Führer treu zu sein, alles andere ist Verrat an Deutschland“. Nach einer proletarischen Revolution sollten Worte wie Führer/in, Kanzler/in, Minister/in aus dem Wortschatz gestrichen werden, Lenin war Vorsitzender eines Rates von Volkskommissaren, aber hinter diesen standen die Sowjets „…als die Vorboten  des „Absterbens“ jedes Staates.“9., und als Totengräber der bürgerlichen Demokratie.

Der Gegenbegriff zum proletarischen Genie, der die tief innerliche ruhelose Dialektik zum Ausdruck bringt, wäre der bürgerliche Diktator, der sich vergeblich dieser Entwicklung als ruhender Pol – als den Hitler sich selbst sah-entgegenstellt (bekanntlich beendigte sich für  den größten Feldherrn aller Zeiten der Führerkult durch Selbstmord). Im Kommunismus erübrigt sich jegliche Prozesswiderspiegelung, die in bürgerlichen Gesellschaften als Gesellschaftwissenschaften zusammengefasst wird, die nur Ausdruck der Klassenspaltung der Gesellschaft sind, von daher ist es verständlich, warum für Marx die Dialektik der bürgerlichen Gesellschaft nur ein Spezialfall der Dialektik insgesamt war.

Es ist vor dem Abfassen von Texten, die im Geiste des Marxismus Leninismus verfasst sein sollen, vielleicht ratsam, sich an einige Äußerungen der Klassiker zu ihrem Schaffen zu erinnern. Das Lebensmotto von Marx lautete: An allem ist zu zweifeln.Der alte Engels verwies rückblickend auf den fundamentalen Fehler auch der proletarischen Revolutionäre der 48er Revolution, nach deren Niederschlagen mit einer neuen in Kürze zu rechnen. „Wir haben uns damals alle gründlich geirrt.“ Auch der „große“ Friedrich Engels beging also Selbstkritik. Die Schriften von Marx und Engels nach 1848 sind voll mit diesem Irrtum. Auch sprachen Marx und Engels 1848 im Kommunistischen Manifest vom Wert und Preis der Arbeit, erst ab 1859 datiert die wissenschaftliche richtige Fassung: Wert und Preis der Arbeitskraft: der Arbeiter verkauft dem Kapitalisten nicht Arbeit, sondern die besondere Ware Arbeitskraft, die Quelle des Mehrwertes ist. Auch ist von Marx die Aussage überliefert: ich für mein Teil bin kein Marxist und gar Lenin erst kam nach dem Studium der hegelschen Logik zu der Einsicht, dass man ohne diese Logik das Kapital nicht verstehen könne und dass folglich in den letzten 50 Jahren kein Marxist das Kapital verstanden hätte 10., das Buch, das Engels zur Bibel der Arbeiterbewegung erklärte. Schon von daher verbietet es sich, Theoretiker der Arbeiterbewegung heroisierend in den Himmel zu heben, wo dialektische und historische Materialisten auch nicht hingehören. „…die Souveränität des Denkens verwirklicht sich in einer Reihe höchst unsouverän denkender Menschen, die Erkenntnis, welche unbedingten Anspruch auf Wahrheit hat, in einer Reihe von relativen Irrtümern.“ 11.

Im Personenkult wird die Arbeiterbewegung einer sogenannten „großen Person“ untergeordnet. Nach Marx ist es der kleinbürgerliche 12. „doctrinäre Socialismus,…der an die Stelle der gemeinschaftlichen, gesellschaftlichen Produktion die Hirnthätigkeit des einzelnen Pedanten setzt…“ 13. Personenkult und Geniekult sind ineinander verwoben. Immer wieder ist die Arbeiterbewegung an ihrem Verhältnis zu den sogenannten „großen Autoritäten“ zu überprüfen, die der Marxismus im Grunde gar nicht anerkennt. Engels sagt einmal gegen die Anarchisten, die Revolution ist das autoritärste Ding, das es gibt. Und die proletarische Revolution ist eine wahre Autorität. Die sogenannten „großen Autoritäten“ sind keineswegs nur Erzieher der Arbeiter und Bauern und haben sich auch nie als solche verstanden, sondern auch und gerade im Marxismus gilt, dass der Erzieher selbst erzogen werden muss. Das Proletariat  wird einerseits geschult, geeint und organisiert durch den kapitalistischen Produktionsprozess, andererseits wird sozialistsiches Bewußtsein in es durch eine Avantgardepartei von außen hineingetragen, liest man Lenins Schrift „Was tun ?“ aufmerksam. so wird man feststellen, daß dieser Lernprozess nicht einseitig ist. Hätte Lenin Marx nur als große Autorität angebetet, wäre es nicht zur Weiterentwicklung des Marxismus in der Phase des Imperialismus gekommen. 14. Marx und Engels gingen zur Zeit der 48er Revolution noch von einer nur international möglichen proletarischen Revolution aus (England besonders, Frankreich, Deutschland..), Lenin kam auf Grund seiner Imperialismusanalyse zu der Erkenntnis, dass auf Grund der Ungleichmäßigkeit der öconomischen und politischen Entwicklung unter dem Imperialismus diese Revolution auch nur in ein einem einzelnen Land möglich ist (darum ging es dann im Kampf gegen Trotzki, der auf dem 1848er Niveau stehenblieb). An Autoritäten klammern sich nur schwache Individuen, die keine innere marxistische Substanz haben, im Personenkult kippt Aufklärung um in Religion. Zwar endet die Kritik der Religion mit dem Satz, dass für den Menschen der Mensch das Höchste aller Wesen ist, wie Feuerbach es erarbeitet hat und der abstrakte Mensch, der angebetet wird, die Vergöttlichung des Menschen, ist im Grunde konstitutiv für eine atheistische Religion im Sinne Feuerbachs.  Marxens Kritik am Abstraktum Mensch in den Feuerbachthesen, die im Keim den historischen und dialektischen Materialismus enthalten,  überwindet jegliches Anbeten des Menschen durch den Menschen. Bezeichnete Malenkow am 9. März 1953 in seiner Trauerrede Stalin noch als den größten Genius der Menschheit, so wurde dieses Bild drei Jahre später in zugegeben revisionistischer Intention gekippt. Man tat damit Stalin unrecht, denn Stalin lehrte uns, dass die werktätigen Menschen, die Millionen Arbeiter und Bauern die wahren Helden der Geschichte sind. Ein Hauptkritikpunkt des Führerphilosophen Friedrich Nietzsche am Sozialismus bestand ja gerade darin, dass er keine großen Männer mehr aufkommen lasse. Bezeichnend ist die Szene, die der Hauer Alexej Stachanow in seiner Autobiografie „Mein Lebensweg“ über eine Begegnung der 71jährigen Weberin Kawanina mit Stalin schildert: „Das Großmütterchen wandte sich an Stalin, drückte ihm fest die Hand und sagte: Du liebe Zeit, endlich habe ich unseren großen weisen Führer zu sehen bekommen. Sie konnte vor Freude nicht sprechen. Genosse Stalin lächelte, und, indem er der Alten die Hand drückte, sagte er: Ein ganz gewöhnlicher Mensch.“15. Ein ganz gewöhnlicher Mensch. Hierin liegt die Weisheit, dass das Kollektiv entscheidend ist, jenseits des Kollektivs liegt das Strafgesetzbuch oder der Selbstmord. In dem akollektivistischen Ansatz bürgerlicher Stalinforschung liegt die Extremisierung eines negativen Personenkultes, wie Robespierre für die feudale Geschichtsforschung muss Stalin für die bürgerliche ein Ungeheuer sein, Stalin als gewöhnlicher Mensch läßt den Kommunismus als  zu wahrscheinlich erscheinen.

Dagegen war die bolschewistische Partei in der Sowjetunion nach Lenins Tod bemüht, dessen Genialität herauszustreichen, sogar der Berliner Professor und Spezialist für Gehirnforschung Oskar Vogt wurde eingeladen, das Gehirn nach seiner zytoarchitektonischen Methode zu untersuchen. Ausdrücklich heißt es in der Prawda vom 15.11.1927, Professor Vogt habe klar den scharfen Unterschied zwischen Lenins Gehirnstruktur und der gewöhnlicher Menschen herausgearbeitet 16., so lag eine sehr hohe Assoziationsfähigkeit vor, Wirklichkeitssinn (die richtige Widerspiegelung der Wirklichkeit)  und Kontrolle der Wahrnehmungen waren überdurchschnittlich, auch lag die Genialität Lenins nach Vogt in seiner Fähigkeit, sich in komplizierten Situationen rasch zu orientieren und generell schnell zu handeln. Es lagen ohne Zweifel alle Voraussetzungen vor, nach dem gründlichen Studium der hegelschen Logik, diese Logik nach Marx das Geld des Geistes,  das „Kapital“  zu verstehen. Die Thematik ist jedoch umfassender als sie nur auf die individuelle Genialität Lenins zuzuleiten, es liegt die widersprüchliche Spannung zwischen der proletarischen Massenbewegung und einer Avantgardepartei vor, in der die bewußtesten und am höchsten entwickelten, intelligentesten Führer sich konzentrieren. Marx und Engels haben sich dazu im Kommunistischen Manifest dezidiert geäußert: die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenüber den andern Arbeiterparteien, sie haben gegenüber dem Proletariat keine getrennten Interessen, sie stellen keine besonderen Prinzipien auf, wonach sie die proletarische Bewegung modeln wollen, sie vertreten „nur“ den Internationalismus , „…sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.“ 17. Der Unfehlbarkeit des genialen Führers entspräche der Slogan: Die Partei hat immer Recht, beides hat mit dem Marxismus nichts gemein, wie oft forderte Lenin Selbstkritik, und nicht zu übersehen des öfteren sein Hinweis, dass die Massen bereits weiter seien als die Partei. Es ist eine bittere Konsequenz des Personenkultes, dass bei dem Trauermarsch am aufgebahrten Stalin c.a. 1 500 Menschen auf dem zu engen Trubnajaplatz zu Tode getrampelt worden sind.

Der von Lenin als Philosoph geachtete, als Politiker kritisierte Materialist Plechanow spricht in seiner Studie: „Über die Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte“ von einer gewissen optischen Täuschung, deren Opfer wir werden angesichts der großen historischen Persönlichkeiten und ihrer Bedeutung. Man beachtet nicht den Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Beziehungen und schreibt den Einzelsubjekten die ganze gesellschaftliche Kraft zu. Auch bei Marx und Engels findet man Studienmaterial zur Frage des Personenkultes, der insbesondere um den sich beweihräuchernlassenden Ferdinand Lassalle getrieben wurde. Persiflierend könnte man mit einem Bild abschließen, das Marx im „Kapital“ gezeichnet hat: den „Verein freier Menschen“, in dem sich alle Bestimmungen der Einzelarbeit eines Robinsons wiederholen, „nur gesellschaftlich statt individuell“. Aus einem Meer von roten Fahnen erhebt sich der Angebete – ein Robinson unter Massen. Personenkult und Sozialismus sind unvereinbar.



1. Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, Dietz Verlag Berlin 1975, 292. Insbesondere auch: „Sowohl Marx wie ich sind von jeher gegen alle öffentlichen Demonstrationenen gewesen, die sich an einzelne Personen knüpfen, es sei denn im Fall ein großer Zweck dadurch erreicht werden kann; und am allermeisten gegen solche Demonstrationen, die sich zu unsern Lebzeiten um unsre eignen Personen drehen würden.“ (MEW 22,264).

2. Ohne Marx „wäre die Theorie heute bei weitem nicht das, was sie ist. Sie trägt daher auch mit Recht seinen Namen.“ (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgabg der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, Dietz Verlag Berlin 1975,292)

3. Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, in: Marx Engels Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,419

4.Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassichen deutschen Philosophie, Marx Engels Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1975, 270

5. Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in:Marx Engels Ausgewählte Werke Band V, Dietz Verlag Berlin 1972, 97

6. Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1984,29

7. Es mag hier allerdings angeführt werden, was Vera Sassulitsch empfand, als sie Lenins Organisationsstatut studierte: „Für Lenin ist die Partei sein Plan, sein Wille steht im Dienste der Verwirklichung dieses Planes. Es ist die Idee Louis XIV.: L´état c´est moi – die Partei, das bin ich, Lenin !“, in: Werner Scharndorff, Moskaus permanente Säuberung, olzog verlag, München und Wien, 1964,21

8. Vergleiche Karl Marx, Marx an Ruge Köln im Mai 1843, Briefe aus den „Deutsch-Französischen Jahrbüchern“, Marx Engels Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1957, 339. Bertolt Brecht pflegte zu fragen, ob die großen Feldherren keine Köche bei sich hatten ? Für Treitschke waren diese uninteressant und wenn man sich mit den weltgeschichtlich hochinteressanten Personen Lenin Stalin Trotzki usw. als Historiker, besonders auch als marxistischer, beschäftigt, sollte die Brecht´sche Frage gegen die Gefahr eines (marxistischen) Treitschkismus stets präsent sein.

9.Lenin, Die Aufgaben des Proletariats in unserer Revolution; LW 24,72

10. „Man kann das Kapital von Marx und besonders das erste Kapitel nicht volständig begreifen, ohne die GANZE Logik von Hegel durchstudiert und begriffen zu haben. Folglich hat nach einem halben Jahrhundert nicht ein Marxist Marx begriffen.“ (Lenin Werke Dietz Verlag Berlin Band 38, 170)

11. Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Bnad V, Dietz Verlag Berlin 1972,97f.

12. Rousseau als Theoretiker der Kleinbourgeoisie schrieb im Gesellschaftsvertrag: „Niedrige Seelen glauben nicht an große Menschen…“ (Jean Jacques Rousseau: Der Gesellschaftsvertrag, Reclam Verlag Stuttgart, 1974,98). Und ein sogenannter großer Mensch ist ja dann auch als Folge der französischen Revolution quer durch Europa gezogen mit Menschen, die er seinem Kult opferte.Nach der Megakatastrophe des Russlandfeldzuges wird erst im Bulletin Nummer 29 gegenüber dem französischen Volk die Niederlage eingestanden. Legt man die Zahlen der toten Soldaten zugrunde, so hätte man mehrere europäische Großstädte gründen können, und doch endet das berüchtigte Bulletin mit der Botschaft, dass die Gesundheit seiner Majestät niemals besser gewesen sei.

13. Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich, in: MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,191. Da der kleinbürgerliche Sozialismus die treibende Motorik des Klassenkampfes zwischen Lohnarbeit und Kapital nicht als einen Massenkampf begreift, verfällt er auf einen Geniekult, in dem sich der Progress von Natur, Gesellschaft und Denken genial widerspiegeln soll. Exemplarisch hat das der junge Marx am Fall Proudhon demonstriert. Statt eine neue Vernunft zu erfinden, die Proudhon Vernunft der Gesellschaft als Person nennt, er spricht auch von der Menschheit als Subjekt oder vom Genius der Gesellschaft oder von der Menschheit als Vernunft, die in Wirklichkeit „die individuelle Vernunft des Herrn Proudhon“ (Karl Marx, Das Elend der Philosophie, Marx Engels Ausgewählte Werke Band I, Dietz Verlag Berlin,1974,294) ist, komme es für die Proletarier darauf an, die Wissenschaft nicht mehr in ihrem Kopf zu suchen, „sie haben nur sich Rechenschaft abzulegen von dem, was sich vor ihren Augen abspielt, und sich zum Organ desselben zu machen.“ (a.a.O.,302).

14.Ein Beispiel, wie fruchtbar es sein kann, eine Autorität zu stürzen, gibt der Moskauer Agarwissenschaftler W. Wiljams. Seit Liebig glaubte man, daß sinkende Bodenfruchtbarkeit allein auf den Entzug mineralischer Substanzen zurückzuführen sei. Auch ein Wechsel der Frucht halte die Abnahme der Fruchtbarkeit nicht auf. Wiljams fand heraus, daß die Bodenbildung nicht nur das Produkt eines geografisch-klimatischen Prozesses ist, sondern auch von der Evolution und Tätigkeit lebender Organismen, besonders Pflanzen, abhängt. Er entwickelte das „Grasfeldersystem“ (travopolnaja sistema), bei dem die allgemeine Fruchtfolge durch die Aussaat mehrjähriger Gräser unterbrochen wurde. Deren biologisches Verhalten und Wurzelsystem förderte die Humusbildung und hielt die Versteppung in der UdSSR auf. (vgl. E. Buchholz: Der Kampf gegen die Dürre in der Sowjetunion, Hamburg Reinbek 1950,21)

15. Alexej Stachanow: Mein Lebensweg, Verlag Kommunistischer Texte, Münster 1975,65

16.Jochen Richter: Rasse, Elite, Pathos. Eine Chronik zur medizinischen Biografie Lenins und zur Geschichte der Elitegehirnforschung in Dokumenten, Centaurus Verlag Herbolzheim 2000, 187f.

17.Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1984, 36

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