Zum 140. Geburtstag Lenins: Der Kampf ist absolut

Am 22. April erblickte vor 140 Jahren ein außergewöhnlicher Mensch in Simbirsk das Licht der Welt, dessen Außergewöhnlichkeit aber weniger Anlaß zu einem Personen- oder Geniekult geben sollte, weil sein Schaffen  zusammen mit den werktätigen Massen der Befreiung eben dieser aus der kapitalistischen Lohnsklaverei gewidmet war, an deren Spitze  er stand und denen er den Weg der gewaltsamen Emanzipation gegen die kapitalistischen Ausbeuter und imperialistischen Unterdrücker wies. Der Gedanke der gewaltsamen Revolution der Arbeiter und Bauern zieht sich denn auch wie ein roter Faden durch das Gesamtwerk des Genossen Lenin.

Alle großen Fragen im Leben der Völker werden durch Gewalt gelöst, und gibt es heute eine größere Frage als die Zerschlagung des kapitalistischen Ausbeutersystems ? Auch durch sein theoretisches und praktisch-revolutionäres Wirken ist den fortgeschrittenen arbeitenden Menschen heute bewußter denn je, dass die Kernfrage ihres gesellschaftlichen Daseins nicht mehr lauten kann, ob das kapitalistische Geldsystem zerschlagen werden muss, sondern allein wie dies geschehen soll ? Lenin wies uns darauf hin, dass es primär nicht darauf ankommt, sich mit politischen Einzelpersonen zu beschäftigen, sondern dass es vielmehr gilt, die objektiven Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Warenproduktion zu studieren, in deren Prozesszusammenhängen die verschiedenen gesellschaftlichen Klassen (so und nicht anders) handeln. Schon Marx und Engels hatten im Kommunistischen Manifest den Personenkultlern ins Stammbuch geschrieben: „Die theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind. Sie sind nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unseren Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung.“ 1. So sind denn auch die Werke Lenins nur die Widerspiegelung der zu seiner Zeit vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung und er überprüfte immer mit strengstem Maßstab, ob seine Schriften die soziale Wirklichkeit richtig widerspiegeln. Und in der Tat liegt es auf der Hand, dass alle sozialistischen Theoretiker, die in dieser Frage leichtfertig handeln, zum historischen Scheitern verurteilt sind.

An Lenin spalten sich die Geister, während der bewußteste Teil der Lohnsklav/inn/en ihn nicht nur tief in seinem Herzen trägt, sondern auch eifrig studiert, aus seinem Werk Kraft im Klassenkampf gegen die Konterrevolution  und Anleitung zum revolutionären Handeln gegen die Ausbeuter schöpft, hassen diese diesen glühenden Revolutionär, können aber heute nur ohnmächtig konstatieren, dass sowohl seine wissenschaftliche als auch seine praktisch revolutionäre Tätigkeit das Leben aller Völker der Erde tangiert. Er hat Recht behalten mit seiner Vorhersage, daß ALLE (kursiv von Lenin) Länder in einigen sehr wesentlichen Fragen unvermeidlich dasselbe werden durchmachen müssen, was Rußland durchgemacht hat. 2. Auf allen Kontinenten fordern heute die Lohnsklaven, die leibeigenen Bauern ihr Recht, Mensch zu sein. Das öconomische System des Imperialismus, die daraus entspringenden imperialistischen Kriege und die Oktoberrevolution haben das Blatt der Weltgeschichte in gewisser Weise gewendet. Die Mehrheit der Weltbevölkerung, die Völker des Ostens, sind seit Beginn des XX. Jahrhunderts zum politischen Leben erwacht. Ein Aufbruch, den bereits Kautsky 1902 in seinem in der „Iskra“ veröffentlichte Aufsatz „Die Slawen und die Revolution“ („Das revolutionäre Zentrum wandert von West nach Ost“) und 1909 in seinem Werk „Der Weg zur Macht“  richtig erfasste, er datierte das revolutionäre Zeitalter ab 1905. Auf der anderen Seite sehen wir den Niedergang des alten Europas, der Weltbourgeoisie, „…die sich bei der imperialistischen Ausplünderung und Unterdrückung der Mehrheit der Erdbevölkerung überfressen hat.“ 3. Deutschland, einst die Blüte der bürgerlichen Weltkultur (Kant, Fichte, Hegel, Schelling, Goethe, Schiller…) ist heute unter der kulturellen Hegemonie des US-Imperialismus eines der rückständigsten Länder der Welt, statt Aufklärung mediale Massenverdummung, von Kopf bis Fuß nur noch Dekadenz und Panamaskandale ausschwitzend. China, das kämpferische Nepal, Nordkorea, Indien, wo die Naxaliten, (benannt nach dem Dorf Naxalbari in Westbengalen) gegen den Staatsterrorismus kämpfen, sind heute kulturell viel höher entwickelt.( In Lenins  Schrift: „Die historischen Schicksale der Lehre von Karl Marx“  kann man diese Entwicklung sehr gut nachlesen.) Ich verweise auf die vorzügliche, Stalin gewidmete Studie des Inders Harpal Brar über den Zusammenbruch der Sowjetunion: Perestrojka Der vollständige Zusammenbruch des Revisionismus (Herausgeber offensiv, Zeitschrift für Sozialismus und Frieden 2002) In dem einst theoretisch so hochstehenden Land der Dichter und Denker sind massenhaft Studien über den Zusammenbruch des sowjetischen Sozialismus erschienen, die zu dem fadenscheinigen Argument der Verschwörungstheorie Zuflucht nahmen, ohne zu beachten, dass der Erklärungsschlüssel in der Ökonomie zu suchen ist, ohne zu bedenken, das schon Friedrich Engels nach dem Scheitern der 48er Revolution es für wenig sinnvoll hielt, die Erfolge der Konterrevolution darin zu suchen, „Herr X oder Bürger Y habe das Volk verraten.“ 4.

Marx und Engels nahmen aktiv nur an einer Revolution teil, der bürgerlich demokratischen Revolution 1848 in Deutschland, und erst ein Jahr (!) nach der Herausgabe der „Neuen Rheinischen Zeitung“ zu Köln, die sie „Organ der Demokratie“ nannten, wandten sich die Kommunisten Marx und Engels der Organisierung einer besonderen Arbeiterpartei zu. „Marx hat erst aus den Erfahrung der demokratischen Revolution, fast ein Jahr nachher, praktisch diese Schlußfolgerung gezogen, so spießig, so kleinbürgerlich war damals die ganze Atmosphäre in Deutschland. Für uns ist diese Schlußfolgerung eine seit langem feststehende, aus der halbhundertjährigen Erfahrung der internationalen Sozialdemokratie gezogene Erkenntnis – eine Erkenntnis, mit der wir BEGONNEN (kursiv von Lenin, H.A.) haben, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands zu organisieren.“ 5.

Lenin nahm schon aktiv an der bürgerlich demokratischen Revolution 1905 in Rußland teil und zog in ihr die Schlußfolgerung: „Das Proletariat muß die demokratische Umwälzung zu Ende führen, indem es die Masse der Bauernschaft an sich heranzieht, um den Widerstand der Selbstherrschaft mit Gewalt zu brechen und die schwankende Haltung der Bourgeoisie zu paralysieren. Das Proletariat muß die sozialistische Umwälzung vollbringen, indem es die Masse der halbproletarischen Elemente der Bevölkerung an sich heranzieht, um den Widerstand der Bourgeoisie mit Gewalt zu brechen und die schwankende Haltung der Bauernschaft und der Kleinbourgoisie zu paralysieren.“ 6. (Im Vorbeigehen bemerke ich für „unsere“ deutsche LINKE, daß  hier zweimal das Wort Gewalt vorkommt).

Die Revolution wurde blutig niedergeschlagen und gegen alle Wankelmütigkeit, Verzagtheit (Pornografie statt Politik) und Kapitulationen, Irrationalismus, Gottbildnertum (Lunatscharski), es setzte eine Massenflucht aus der Partei ein, nicht nur von Intellektuellen, sondern auch von Arbeitern – in den finsteren Jahren der Reaktion zeigte sich Lenins ganze Stärke – und er sollte Recht bekommen: die Revolution von 1905 erwies sich als die Generalprobe für die Große Sozialistische Oktoberrevolution, die bis heute insofern der entscheidende Wendepunkt in der Weltgeschichte ist (und deren Genius Lenin war), weil sie den Völkern die Parole der bürgerlichen französischen Revolution FREIHEIT GLEICHHEIT BRÜDERLICHKEIT als historisch einlösbar nur jenseits des Privateigentums an den Produktionsmitteln aufzeigt, während jede bürgerliche Revolution dieses juristisch politisch ideologisch und militant polizeilich festschreibt. Die vom jungen Marx in seiner Schrift „Zur Judenfrage“ herausgearbeitete Differenz  zwischen menschlicher und politischer Revolution hat sich in jeder Arbeiter- und Bauernrevolution zu bewahrheiten. Das Humanistische liegt jenseits des Politischen. Die Oktoberrevolution 1917 fand selbstredend noch in einem politischen Gewand statt, kann aber von ihrem ganzen Ansatz und ihrer ganzen Intention her als die nach der Pariser Kommune zweite menschliche Revolution in der Weltgeschichte bezeichnet werden. „Die Revolution überhaupt, der Umsturz der bestehenden Gewalt und die Auflösung der alten Verhältnisse ist ein politischer Akt. Ohne Revolution kann sich aber der Sozialismus nicht ausführen. Er bedarf dieses politischen Aktes, soweit er der Zerstörung und Auflösung bedarf. Wo aber seine organisierende Tätigkeit beginnt, wo sein Selbstzweck, seine Seele hervortritt, da schleudert der Sozialismus die politsiche Hülle weg.“ 7.

Bekanntlich bezeichnete Friedrich Engels die primär von Marx entwickelte materialistische Dialektik als „…unser bestes Arbeitsmittel und unsere schärfste Waffe.“ 8. Lenin schärfte diese Waffe, vertiefte die Marx´sche Dialektik, wies besonders in der Schrift „Empiriokritizismus und Materialismus“  nach, dass die neuesten Ergebnisse der Naturwissenschaften die materialistische Dialektik glänzend bestätigten. Er kehrte also keineswegs nur zur Marxdialektik  zurück, wie Bucharin meinte. 9. Dialektisches Denken spiegelt Prozesse der Natur und der Gesellschaft wider als entwicklungsbedingt durch deren inneren Kampf von Gegensätzen unter Einschluß ihrer relativen Einheit (zum Beispiel Wirkung und Gegenwirkung in der Mechanik, Lohnarbeiter/innen gegen Kapitalist/inn/en in der bürgerlichen Gesellschaft). Prozesse bedürfen keinen Anstoß durch eine „höhere Instanz“, sondern sind selbstbewegt durch deren immanente Widersprüchlichkeit. Der Kampf zwischen Altem und Neuem, ohne den Prozesse weder möglich noch denkbar sind, vollzieht sich durch Abbruch der Allmählichkeit, durch Sprünge, dadurch, dass die Gegensätze ineinander umschlagen. Besonders arbeitete Lenin heraus, dass die Anzahl der Seiten dialektischer Erkenntnis ewig zunimmt, also keineswegs durch irgendein absolutes Wissen zum Abschluß kommt, wie Hegel meinte. „Die menschliche Erkenntnis ist nicht (resp. beschreibt nicht) eine gerade Linie, sondern eine Kurve, die sich einer Reihe von Kreisen, einer Spirale UNENDLICH (kursiv/H.A.) annähert.“ 10. Wir müssen in der Frage der Dialektik primär  beachten, dass die Einheit der Gegensätze unbedingt relativ ist, denn natürlich erkennen auch die Revisionisten Gegensätze und deren Kampf an, stellen aber zum Beispiel den Klassenkampf  so dar, dass dieser relativ, die Einheit zwischen den Klassen aber absolut sei (parlamentarische Koalitionen, friedliche Koexistenz, wie sie auch der sozialistische Utopist und Schüler Fouriers, Considérant, in seinem „Demokratischen Manifest“ vertrat, siehe auch den Fehler Bucharins, dass die Kulaken in den Sozialismus hineinwachsen, dargelegt in seiner Schrift: „Der Weg zum Sozialismus“.  Stalin sagte dazu: „Kapitalisten in Stadt und Land, Kulaken und Konzessionäre, die in den Sozialismus hineinwachsen – bis zu einer solchen Dummheit hat sich Bucharin verstiegen.“ (Stalin: Über die rechte Abweichung in der KPdSU, Rede auf dem Plenum  des ZK und der ZKK der KPdSU (B) im April 1929, Stalin Werke Dietz Verlag Berlin, 1954,26). „Die Einheit (Kongruenz, Identität, Wirkungsgleichheit) der Gegensätze ist bedingt, zeitweilig, vergänglich, relativ. Der Kampf der einander ausschließenden Gegensätze ist absolut, wie die Entwicklung, die Bewegung absolut ist.“ 11. Also kommt es im Klassenkampf darauf an, die Kapitalistenklasse, die Bankiers…etc. mit ihren ganzen Anhängseln von Politikern, Juristen und Polizisten, diese perverse, gebildete, arbeitsscheue und  blutsaugende Minderheit am Körper der Völker mit Feuer und Schwert gewaltsam-diktatorisch niederzuhalten.  In diesem letzten Gefecht verlangte Lenin zur Erkenntnis der Klassenkriegslage  alle Seiten, alle Zusammenhänge zu erfassen und zu erforschen. „Wir werden das niemals vollständig erreichen, die Forderung der Allseitigkeit wird uns aber  vor Fehlern und vor Erstarrung bewahren.“ 12.

Wenn Lenin das Streben nach Allseitigkeit in der Erkenntnis gesellschaftlicher Prozesse forderte, so konnte man bei der Marx´schen Analyse des sogenannten klassischen Manchesterkapitalismus nicht stehenbleiben, man mußte neue Entwicklungen im Wirtschaftsleben aufmerksam verfolgen und berücksichtigen, dass bereits der späte Engels Formen des Übergangs von der Konkurrenz zum Monopol entdeckt hatte. Der Kapitalismus ging ab 1900 dialektisch (die Gegensätze schlagen ineinander um: Konkurrenz wird zum Monopol) in sein höheres Stadium, den Imperialismus über. Die von Lenin dargelegte Imperialismusanalyse kommt bis heute der Allseitigkeit der imperialistischen Entwicklung am nächsten, er sprach von einem besonderen historischen Stadium des Kapitalismus. „Diese Besonderheit ist eine dreifache: der Imperialismus ist 1. monopolistischer Kapitalismus; 2. parasitärer Kapitalismus; 3. sterbender Kapitalismus. Die Ablösung der freien Konkurrenz durch das Monopol ist der ökonomische Grundzug, das WESEN (kursiv von Lenin/H.A.) des Imperialismus.“ 13.

Wenn Lenin das Streben nach Allseitigkeit in der Erkenntnis gesellschaftlicher Prozesse forderte, so konnte man bei der von Marx und Engels entwickelten Theorie des internationalen Charakters der proletarischen Revolution nicht stehenbleiben,  man mußte die internationale Entwicklung des Imperialismus aufmerksam verfolgen und neue Widersprüche in den Kräfteverhältnissen berücksichtigen. Lenin entwickelte während des ersten Weltkrieges in polemischer Auseinandersetzung mit dem Pseudointernationalismus Trotzkis die Theorie, daß die Front des Imperialismus auf Grund der Ungleichmäßigkeit der politischen und ökonomischen Entwicklung im Imperialismus sogar in einem einzelnen, kapitalistisch wenig entwickelten Land durchbrochen werden kann unter Fortbestand höherentwickelter kapitalistischer Länder. „Die Entwicklung des Kapitalismus geht höchst ungleichmäßig in den verschiedenen Ländern vor sich. Das kann nicht anders sein bei der Warenproduktion. Daraus die unvermeidliche Schlußfolgerung: Der Sozialismus kann nicht gleichzeitig in ALLEN (kursiv von Lenin/H.A.) Ländern siegen. Er wird zunächst in einem oder einigen Ländern siegen, andere werden für eine gewisse Zeit bürgerlich oder vorbürgerlich bleiben.“ 14.

So hatte aber der Marxismus nach 66 Jahren ein ganz anderes Gesicht bekommen, denn 1845/46, in „Die deutsche Ideologie“ sahen Marx und Engels die proletarische Revolution noch als eine ultrainternationalistische an: „Der Kommunismus ist empirisch nur als die Tat der herrschenden Völker „auf einmal“ und gleichzeitig möglich, was die universelle Entwicklung der Produktivkraft und den mit ihm zusammenhängenden Weltverkehr voraussetzt. “ 15.  1847 verwies Engels in den „Grundsätzen des Kommunismus“ auch noch auf den Weltmarkt und sah eine gleichzeitige Revolution in allen zivilisierten Ländern, „d.h.  wenigstens in England, Amerika, Frankreich und Deutschland“16.  kommen.  1850 sah Marx nach der Analyse der Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, daß nicht das klassische Land der bürgerlichen Revolution der Ausgangspunkt der internationalen proletarischen Revolution sein kann, da das höchstentwickelte kapitalistische Land England sei. “ Sie wird nicht in Frankreich gelöst, sie wird in Frankreich proclamirt. Sie wird nirgendwo gelöst innerhalb der nationalen Wände, der Klassenkrieg innerhalb der französischen Gesellschaft schlägt um in einen Weltkrieg, worin sich die Nationen gegenübertreten. Die Lösung, sie beginnt erst in dem Augenblick, wo durch den Weltkrieg  das Proletariat an die Spitze des Volkes getrieben wird, das den Weltmarkt beherrscht, an die Spitze Englands.“ 17. Diesen Gedanken  hatte Karl Marx 1850 in den „Klassenkämpfen in Frankreich 1848 bis 1851“ entwickelt, es war gerade der Fehler des sich  (zusammen mit Sinowjew) zum bewaffneten Oktoberaufstand attentistisch verhaltenden Kamenews, unter Versteifung auf diese Frankreichschrift von Marx die Aprilthesen Lenins als zu radikal zurückzuweisen. Darüber hinaus sprach er sich sogar für eine Zusammenarbeit mit den Menschewiki aus. 18. Also diesen interessanten verschlungenen Lauf hat die kommunistische Weltbewegung genommen: Von der Weltrevolution  „auf einmal und gleichzeitig“  zum Aufbau des Sozialismus in einem Lande. Marx und Engels erwarteten von der komunistischen Revolution, dass sie  Geschichte in Weltgeschichte verwandele, daß die universelle Entwicklung der Produktivkräfte es ausschließe, dass der Kommunismus nur als eine Lokalität existiere. 19. Dass diese auf dem Gebiet eines Sechstels der Erde geschah, ändert nichts am lokalen Charakter.

Und so weist uns kein anderer als Lenin selbst darauf hin, dass es nicht darauf ankommt, Zitate auswendig zu lernen und Szenen vergangener Klassenkämpfe als Parodie zu kopieren, sondern den aktuellen Klassenkrieg möglichst allseitig  zu anaylsieren, den kapitalistischen Wolf genau und scharf im Auge zu behalten unter Berücksichtigung, dass zum Abschlachten  dieses Blutsaugers die Bewaffnung der Arbeiter und Bauern unbedingt erforderlich ist.  Man kann den Leninismus nicht innerleninistisch weiterentwickeln, sondern man kann ihn nur weiterentwickeln, wenn man die Revolution der Arbeiter und Bauern vorbereitet, und umgekehrt, man kann diese nicht vorbereiten, wenn man nicht den Leninismus weiterentwickelt. 20.

Aus ihren eigenen Eingeweiden schleudert die bürgerliche Gesellschaft fortwährend Augenblicksgötzen auf die politische Bühne, weil sie zur Unterdrückung der Lohnarbeiter eines politischen Überbaus bedarf, in weltgeschichtlicher Hinsicht Eintagsfliegen, im Vergleich zum Giganten Lenin wahre Nullen. Warum ? Man könnte antworten, dass Lenin einen wesentlich höheren Intelligenzquotienten hatte. Und so zutreffend auch diese Feststellung ist, immerhin wurde Lenins Gehirn zwei Jahre nach seinem Tod von dem führenden Gehirnforscher Professor Oskar Vogt nach der zytoarchitektonischen Methode  untersucht und diese Vermutung  wissenschaftlich bestätigt 21., der Kern der Sache ist ein anderer. Lenin lehrte uns, dass sich die Revolutionäre bis zu einem gewissen Grad mit den Massen verschmelzen müssen 22. Mit den Massen bis zu einem gewissen Grad verschmelzen sich auch die bürgerlichen Politikaster regelmäßig vor den Wahlen, um sie nach diesen wie eine Weihnachtsgans auszuschlachten. Die von Lenin inspirierte Oktoberrevolution schlug einen anderen Weg ein: „Die Diktatur des Proletariats und der revolutionären Bauernschaft…ist eine offene Diktatur, eine Diktatur der Massen, die weder des Betrugs in der Innenpolitik noch der Geheimdiplomatie in der Außenpolitik bedarf.“ 23. Deshalb verehren die Massen diesen revolutionären Titanen. Er brachte ihnen eine viel höhere Form des Demokratismus als es der bürgerliche Parlamentarismus je bringen wird. Im Grunde hält dieser die Massen von der Demokratie fern. Das von Lenin ausgearbeitete  Dekret des Gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees über das Abberufungsrecht von Deputierten (datiert vom 4. Dezember /21.November 1917) beginnt denn auch mit dem Satz: „Jedwede gewählte Körperschaft oder Vertreterversammlung kann als wirklich demokratisch und als wirkliche Vertretung des Willens des Volkes nur dann gelten, wenn das Recht der Wähler, ihre Abgeordneten ABZUBERUFEN (kursiv/H.A.), anerkannt wird und dieses Recht Anwendung findet.“ 24. Die heute unter dem bürgerlichen Parlamentarismus entmündigten Massen können nur frei atmen, wenn sie diesen zerschlagen. Die Augenblicksgötzen, die politischen Eintagsfliegen, die Nullen täuschen sich, wenn sie den Marxismus-Leninismus für vernichtet halten. Den Marxismus-Leninismus kann man nur vernichten, wenn man die Arbeiterklasse vernichtet. Das kann die Bourgeoisie nicht, aber umgekehrt geht es. Das historische Schicksal des Marxismus-Leninismus kann dann auch nicht sein, von einem Klassenfeind vernichtet zu werden, er stirbt mit dem Staat ab.

Von Lenin verfasst worden ist auch die „Deklaration der Rechte des werktätigen und ausgebeuteten Volkes“ (angenommen vom Dritten Gesamtrussischen Sowjetkongress 25. (12.) Januar 1918). Sozialisierung des Grund und Bodens, Arbeiterkontrolle in der Produktion, Übergang aller Banken in das Eigentum des Arbeiter- und Bauernstaates, allgemeine Arbeitspflicht gegen die parasitären Schichten der Gesellschaft – das sind nur einige Stichworte aus der Deklaration, die als Ziel vorgibt, „…die Menschheit den Klauen des Finanzkapitals und des Imperialismus zu entreißen.“ 25. Das  – abgesehen von den fundamentalen Texten der Klassiker –  wohl wichtigste Dokument der Weltgeschichte ist heute in Vergessenheit geraten. In einer vom Kapital beherrschten Gesellschaft kann es auch gar nicht anders sein. Die dem Kapital (ge-) hörigen Massenmedien verbreiten heute stündlich täglich millionenfach die Deklaration der Rechte des parasitären und ausbeuterischen Kapitalistenpacks in Permanenz. Wir Kommunisten müssen diese ersten, hauptsächlich von Lenin und Stalin ausgearbeiteten Dekrete der Sowjetmacht wie einen Augapfel hüten, sie enthalten die Grundlagen für die Errichtung eines Arbeiter- und Bauernstaates. Angesichts der vom Kapital angelegten wildwuchernden Medienlandschaft  ist dies einem Marsch durch einen dichten, noch nie von Menschen durchschrittenen Dschungel vergleichbar, der kontinentale Ausmaße hat.

Für Lenin war entscheidend, daß der Kommunismus den Arbeitermassen als ihr eigenes Anliegen eingehen muß. 26.  Seine Genialität bestand darin, mit einfachen Mitteln, mit dem „Kleingedruckten“ zu arbeiten. Deshalb hielt er die Parteikader an, auf Versammlungen genauestens auf die Kritik gerade der „einfachen“ Arbeiter und Bauern zu achten, aufmerksam auch die lokalen Zeitungen zu studieren, einen regen Briefwechsel mit den Arbeitern und Bauern zu führen, das Netz der bolschewistischen Zeitungen mit ihren Arbeiter- und Bauernkorrespondenten immer engmaschiger zu knüpfen, die Zeitung als kollektiver Organisator, bei Massenveranstaltungen Gespräche zu führen, jedes Flugblatt genau zu analysieren, alle Beschwerden Ernst zu nehmen. „Sehr aufmerksam verhielt sich Lenin zu den Zetteln, die er auf den verschiedenen Versammlungen, Kundgebungen, Konferenzen und Tagungen erhielt. Am 20. März 1921 übersandt er seinem Sekretär eine Menge solcher Zettel und gab ihm den Auftrag: Alles sammeln, nach Themen gliedern, ein Verzeichnis machen, mir zeigen.“ 27. Statt hochtrabender Reden Mitarbeit am Subbotnik, die Jugend muß lernen lernen lernen, aber nicht auf alte Art. „Nur in der gemeinsamen Arbeit mit den Arbeitern und Bauern kann man ein wahrer Kommunist werden.“ 28. Ein einfacher Satz – und doch enthält er die Genialität Lenins. Ein Revolutionär, der nicht von den Massen lernt, ist verloren. Auch Marx lernte mit ihnen im Kampf. 29. Lenin vertraute dem proletarischen Klasseninstinkt im Gegensatz zu den belesenen und „hochgebildeten“, in der Geschichte der Revolution bewanderten Bolschewiki. „Von den Massen lernen, den Sinn ihres Handelns erfassen, die praktische Erfahrung des Kampfes der Massen sorgfältig studieren….In den Tagen der Wendepunkte der Revolution blühte er gleichsam auf, wurde zum Hellseher, erriet die Bewegung der Klassen und die wahrscheinlichen Zickzackwege der Revolution, sah sie ganz klar vor sich. Nicht umsonst heißt es in unseren Parteikreisen, daß „Iljitsch in den Wellen der Revolution zu schwimmen versteht wie der Fisch im Wasser.“ 30. Man sagt, Lenin sei ein pragmatischer Politiker durch und durch gewesen und sein Pragmatismus spiegele sich besonders in der „knochentrockenen“ Schrift: Was tun ? wider. 31. Aber gerade in dieser Schrift wirft er den Bolschewiki selbstkritisch vor, dass sie zu wenig träumen. Ein Revolutionär, der nicht auch träumt, kommt über den alten Weltzustand nicht hinaus. 32.


1. Marx, Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1983, 60. Die Volksmassen machen die Geschichte. „Wenn es also darauf ankommt,…die eigentlich letzten Triebkräfte der Geschichte auszumachen, so kann es sich nicht so sehr um die Beweggründe bei einzelnen, wenn auch noch so hervorragenden Menschen handeln, als um diejenigen, welche große Massen, ganze Völker, und in jedem Volk wieder ganze Volksklassen in Bewegung setzen.“ (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, 298).

2. Lenin, Der „linke Radiakalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus, in: Lenin Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau, 1971,572

3.Lenin, Zum Zehnjährigen Jubiläum der Prawda, in: Lenin, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1971, 734. Schopenhauer hat die Hinwendung zum Osten philosophisch vorgeahnt, aber natürlich mit Spinnereien (Upanischaden…etc). Carl Schmitt wiederum deutet die revolutionäre Entkernung Europas, geht man von Engels Schwerpunktlegung: „England Frankreich Deutschland“ in den Grundsätzen des Kommunismus von 1847 aus, so kann man diesen Ausdruck getrost in Anwendung bringen, aus militärischer Sicht an Hand der nach seiner Auffassung das 20. Jahrhundert prägenden und von Lenin totalisierten neuen Gestalt des Weltgeistes, den Partisanen, aus. „Das Bündnis der Philosohie mit dem Partisanen, das Lenin geschlossen hat, entfesselte unerwartete neue , explosive Kräfte. Es bewirkte nicht weniger als die Sprengung der ganzen europa-zentrischen Welt, die Napoleon zu retten und die der Wiener Kongreß zu restaurieren gehofft hatte.“ (Carl Schmitt, Thorie des Partisanen, Duncker & Humblot Verlag Berlin, 2006,57). Der Kardinalfehler Carl Schmitts, der seiner Lenindarstellung zu Grunde liegt, ist offenbar: Lenin deutet gesellschaftliche Phänomene nie von der Philosophie, sondern immer von der Ökonomie aus, der wissenschaftlichen Disziplin, in der der Schlüssel zum Verständnis  gesellschaftlicher Entwicklungen liegt. Ebenso unsinnig ist die Unterstellung, Lenin hätte ein Bündnis Hegelischer Geschichtsphilosophie mit entfesselten Massenkräften zustande gebracht. (a.a.O.,58) Mit solchen schwachen Kräften ist Lenin nicht ins Feld  der Weltrevolution gezogen, denn die Hegelsche Geschichtsphilosophie gab nach seiner Beurteilung der Menschheit „sehr,sehr wenig…Hier ist Hegel am meisten veraltet und antiquiert.“ (Lenin, Konspekt von Hegels „Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte“, in: Lenin, Über Hegelsche Dialektik, Ausgewählte Texte, Reclam Verlag Leipzig, 1968,228). Er führt hier die Linie der Hegelkritik aus der Deutschen Ideologie von Marx und Engels fort: „Die Hegelsche Geschichtsphilosophie ist die letzte, auf ihren „reinsten Ausdruck“ gebrachte Konsequenz dieser Gesamten Deutschen Geschichtsschreibung…(der) Hirngespinste.“ (Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, Marx Engels Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin, 1969,39f.) Carl Schmitt ist nicht allein mit seiner Philosophielastigkeit, es ist überhaupt ein Grundübel, den Marxismus immer wieder mit Philosophie zu revisionieren. „Die selbständige Philosophie verliert mit der Darstellung der Wirklichkeit ihr Existenzmedium.“ (Karl Marx, Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie, Marx Engels Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin, 1969,27). Das ist das Todesurteil  nicht nur der klassischen deutschen idealistischen Philosophie. Sowohl für den kleinen als auch für den großen Krieg kann man deshalb zum Beispiel heute nicht mehr bei den für Schmitt vorbildlichen  Clausewitz in die Schule gehen, wie dies offensichtlich Kapitän zur See Professor Dr. Wolfgang Scheler tut, der in seinem Aufsatz „Clausewitz und das militärtheoretische Denken in der DDR“ bei Clausewitz die Verbindung von Erfahrung und Philosophie für das wissenschaftliche Denken als befruchtend deutet. (siehe: google: Scheler Clausewitz DDR).

4.Friedrich Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, in: Ausgewählte Werke in 6 Bänden, Band II, Dietz Verlag Berlin, 184

5.Lenin: Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution, Lenin Werke Band 9,128f.

6.a.a.O.,90

7.Karl Marx: Kritische Randglossen zu dem Artikel eines Preußen, MEW 1,409. Ähnlich wie mit der Politik verhält es sich auch mit der Gewaltfrage. Zur Zerschlagung des kapitalistischen Systems ist unbedingt Gewalt erforderlich, wo aber der Sozialismus seine aufbauende Tätigkeit beginnt, da beinhaltet die Diktatur des Proletariats nicht hauptsächlich Gewalt, sondern stellt einen „höheren Typus der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit“ dar. (Vergleiche: Lenin, Die große Initiative, Leinin, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1971,529).

8.Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, Dietz Verlag Berin 1975,293

9.Siehe: M. Mitin, Ergebnisse der philosophischen Diskussion,in: Wilhelm Goerdt: Die Sowjetphilosophie Wendigkeit und Bestimmtheit, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1967,258

10. Lenin, Über Hegelsche Dialektik, Zur Frage der Dialektik, Reclam Leipzig 1986,46. Hegel hingegen gestaltet in seiner „Logik“ das Denkbild: die sich als Kreis erreicht habende Linie.

11.a.a.O.,44. „Die Erkenntnis, dass diese Gegensätze und Unterschiede in der Natur  zwar vorkommen, aber nur mit relativer Gültigkeit, dass dagegen jene ihre vorgestellte Starrheit und absolute Gültigkeit erst durch unsre Reflexion in die Natur hineingetragen ist – diese Erkenntnis macht den Kernpunkt der dialektischen Auffassung der Natur aus. “ (Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels, Ausgewählte Werke, Band V, Dietz Verlag Berlin, 1972, 20) Und auf dem Gebiet der Geschichte sagt  Friedrich Engels, dass zum Beispiel  der Staat das Eingeständnis ist, dass diese Gesellschaft sich in UNVERSÖHNLICHE (kursiv/H.A.) Gegensätze gespalten hat. In seiner Schrift „Staat und Revolution“ stellte Lenin heraus, dass es besonders kleinbürgerliche Ideologen philiströs dazu treibt, den Staat als Organ der Klassenversöhnung darzustellen. In der historisch politischen Praxis haben das die Sozialrevolutionäre und Menschewiki „mit einem Schlag“ gezeigt. In der Theorie ist Kautsky geschickter vorgegangen: aus der anerkannten Unversöhlichkeit der Klassen wird nicht die Schlußfolgerung gezogen, auf die Notwendigkeit der Vernichtung des Staatsapparates hinzuwirken. (Vergleiche: Lenin, Staat und Revolution, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin 1960, 399f.).

12.Lenin, Noch einmal über die Gewerkschaften, die gegenwärtige Lage und die Fehler Trotzkis und Bucharins, LW 32, Dietz Verlag Berlin, 1961,85

13. Lenin, Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, LW 23, Dietz Verlag Berlin, 1978,102

14. Lenin; Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, LW 23, Dietz Verlag Berlin 1957,74. Was also Hans Kalt in seinem Buch: „In Stalins langem Schatten Zur Geschichte der Sowjetunion und zum Scheitern des sowjetischen Modells“ als eine Erkenntnis aus dem Zusammenbruch des Sowjetsystems entwickelt, die dazu zwingt, „…die Vorstellungen von einer Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus neu zu überdenken. Diese wird wahrscheinlich nicht als eine , schließlich die ganze Welt erfassende revolutionäre Welle erfolgen.“ (Hans Kalt, In Stalins langem Schatten, Papy Rossa Verlag, Köln, 2010, 255. I, Kapitel: Wo Marx irrte), ist von Lenin im Grunde schon vor seinem Entstehen dargelegt worden.

15. Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band I, Dietz Verlag Berlin, 1974, 226.

16. Friedrich Engels, Grundsätze des Kommunismus, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band I, Dietz Verlag Berlin, 1976,349

17.Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, in: MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,182

18: Siehe: Jürg Ulrich: Kamenew: Der gemäßigte Bolschewik Das kollektive Denken im Umfeld Lenins,  VSA Verlag Hamburg 2006, 96f.

19. Vergleiche  Karl Marx, Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie, Marx Engels Ausgewählte Werke Band I, Dietz Verlag Berlin, 1974,226

20. Lenin ist deshalb mehr als nur ein Ratgeber, der uns in allen künftigen Klassenkämpfen begleitet. (Siehe: Prof. Dr. Götz Dieckmann: Lenin – Fanal, nicht Ikone, Rotfuchs 13. Jg. , Nr. 147, April 2010,3) Wir dürfen an Lenin nicht so herantreten wie, sagen wir, bürgerliche Offiziere an Clausewitz herantreten, als Ratgeber in allen Kriegslagen. Wir müssen den Leninismus an Hand der real vor sich gehenden Klassenkämpfe überprüfen, so wie Lenin die Werke von Marx und Engels einer ständigen Überprüfung an den realen Klassenkämpfen unterwarf und diese Werke auch korrigierend weiterentwickelte. Ganz im Sinne von Karl Marx, der das menschliche Denken der Kritik unterworfen und an der Arbeiterbewegung überprüft hatte. (Vergleiche Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände, in: Lenin, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1971,670) Insbesondere sind heute die ökonomischen Fehlentwicklungen der sowjetischen Wirtschaft zu analysieren, zum Beispiel, dass entegen der Warnung Stalins durch die Auflösung der Maschinen-Traktor-Stationen ungeheure Mengen von Produktionsinstrumenten der Landwirtschaft in die Bahn der Warenzirkulation geworfen, die Warenzirkulation schließlich Überhand nahm.  (Siehe Harpal Brar:  Perestrojka Der vollständige Zusammenbruch des Revisionismus (Herausgeber offensiv, Zeitschrift für Sozialismus und Frieden 2002, 212ff.) und Heinz Ahlreip, Aufstieg und Fall der Sowjetunion, Über den wissenschaftlichen Charakter des Marxismus, Eigenverlag, 48 ff.)

21. Siehe Dokument Nr. 18: Das Gehirn W.I. Lenins, in: Jochen Richter: Rasse, Elite, Pathos. Eine Chronik zur medizinischen Biographie Lenins und zur Geschichte der Elitegehirnforschung in Dokumenten, Centaurus Verlag Herbolzheim 2000, 187 f. Lenin hatte einen überragenden, nicht nur marxistischen Wissensschatz, aber auch sein Wissen konnte natürlich nicht allseitig sein. Eine kleine Anmerkung: 1919 lehrte er uns, dass man zum Sieg über den Kapitalismus „Hunderte und Tausende neuer Methoden, Verfahren, Kampfmittel“ ausprobieren müsse, um die geeignetsten zu finden, so wie ein japanischer Gelehrter im Kampf gegen die Syphilis 605 Präparate ausprobierte und erst das 606. (Salvarsan) den Durchbruch brachte. (Vergleiche: Lenin, Die große Initiative, in: Lenin, Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau, 1971,535). Diese medizinische Glanztat vollbrachte aber kein japanischer Gelehrter, sondern der deutsche Arzt Paul Ehrlich. Man kann daraus ersehen, dass weder die bei konservativen Ideologen beliebte Kriminalisierung von Revolutionären, sie seien verschwörerische Drahtzieher im Hintergrund von Revolutionen, noch ihre Verzerrung ins Übermenschliche, zwei Kehrseiten einer Medaille sind: Lenin war ein außergewöhnlicher Mensch, aber immer doch ein Mensch.

22. Vergleiche Lenin, Der Linke Radikalismus, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Progress Verlag Moskau, 1971,567

23.J.W.Stalin, Die Regierung der bürgerlichen Diktatur, in: Stalin Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin 1951, 291

24. W.I. Lenin, Die ersten Dekrete der Sowjetmacht, Ausgabe zur Lenin-Hundertjahrfeier, herausgegeben von Juri Achapkin, Berlin Verlag 1970,46

25.a.a.O.,89

26. Lenin, Rede auf der Gesamtrussischen Konferenz der Ausschüsse für politisch-kulturelle Aufklärung bei den Gouvernements- und Kreisabteilungen für Volksbildung 3. November 1920, in: Lenin, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1971, 693

27. B.Jakowlew, Lenin über die operative Beweglichkeit in der organisatorischen Arbeit, in: M. Glasser, A. primakowski, B. Jakowlew: Studieren Propagieren Organisieren, Drei Texte zu den Arbeitsmethoden von Marx, Engels, Lenin uns Stalin, Verlag Olga Benarioa und Herbert Baum, 156

28. Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände, in: Lenin, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1917,681

29. Vergleiche Lenin, Vorwort zur russischen Übersetzung der Briefe von K. Marx an L. Kugelmann, Lenin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin, 1959, 103

30. Stalin, Über Lenin, Stalin Werke Band 6, Dietz Verlag Berlin 1952, 54 f. Wenn ich schrieb, seine Genialität bestand darin, mit einfachen Mitteln, mit dem Kleingedruckten zu arbeiten, so macht dies doch nur die halbe Genialität Lenins aus. Lenin wäre wohl ein herausragender Politiker gewesen, wenn nicht noch eine andere Komponente der Genialität hinzukäme. Man könnte sagen, eine „klassische“ Komponente, wie sie der englische Dichter Edward Young prägte (die bestimmend wurde für den Geniebegriff der Klassik in der Literatur, siehe auch: Jochen Schmidt, Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750 – 1945, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1985): „Regeln sind wie Krücken, eine notwendige Hilfe für den Lahmen, aber ein Hindernis für den Gesunden. Ein Homer wirft sie von sich.“ (H.A. und E. Frenzel: Daten deutscher Dichtung, dtv 1969, Bd. II, 202 f.) Plechanow hatte so Unrecht nicht, als er die Aprilthesen eine „Fieberphantasie“ nannte, mit der er alles aufs Spiel setzte und als sich wenige Tage nach der Oktoberrevolution der Oberbefehlshaber der russischen Vierzehnmillionenarmee General Duchonin weigerte, einen Befehl des Rates der Volkskommissare auszuführen (unverzüglich Waffenstillstandsverhandlungen mit den Deutschen aufzunehmen), setzte Lenin in einem Sonderbefehl über die Köpfe des Kommandeurskorps Duchonin ab und an seine Stelle den blutjungen Matrosen Krylenko ein und richtete einen Aufruf an die Soldaten, die Generale zu verhaften. „Es war ein Sprung ins Ungewisse. Aber Lenin fürchtete diesen Sprung nicht…“ (J.W. Stalin, Über Lenin, Stalin Werke Band 6,Dietz Verlag Berlin 1952,57) In diese Richtung geht auch Stalins Äußerung in seinem Referat vom 1. November 1926; „Über die Gefahr der sozialdemokratischen Abweichung in unserer Partei“: „Engels würde sich, wenn er noch lebte, nicht an die alte Formel (alte Formel aus den Grundsätzen des Kommunismus von 1847: es kann keinen Sozialismus in einem Lamd geben/H.A,) klammern, sondern er würde im Gegenteil unsere Revolution aus vollem Herzen begrüßen und sagen: „Zum Teufel mit allen alten Formeln, es lebe die siegreiche Revolution in der UdSSR.“ (J.W. Stalin, Werke Band 8, Dietz Verlag Berlin 1952, 271)

31. In seiner Schrift: Der „linke Radikalismus“, die Kinderkranheit im Kommunismus“ kritisiert Lenin die linken Kommunisten Englands wegen ihrer mangelhaften Parlamentarismuskritik, läßt aber die Beantwortung der Frage, ob sich die Kommunisten der Arbeiterpartei anschließen sollen offen, da er zuwenig Material über diese Frage habe. (Vergleiche Lenin, Der „linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Lenin Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau, 1971,624) Daohne ist alles Schwafelei. Das unterscheidet den Wissenschaftler vom Politikaster.

32. Träumen im Sinne von Pissarew (Fehlschlüsse eines unreifen Gedankens, Ausgewählte Werke in zwei Bänden, Band II).

Heinz Ahlreip
22.4.2010

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35 Antworten to “Zum 140. Geburtstag Lenins: Der Kampf ist absolut”

  1. Happy birthday Genosse Lenin « Die Rostige Laterne Says:

    […] https://leninunserallerlehrer.wordpress.com/2010/04/17/zum-140-geburtstag-lenins/ […]

  2. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Solschenizyn, der Heilige der russischen Seele. Er öffnete die Augen der Welt für die Verbrechen im russischen Gulag. Alexander Solschenizyn wurde mit seinen Büchern zur Ikone des Widerstands gegen den Kommunismus – und zum neuen Nationalisten. In der Nacht zu Montag ist der Nobelpreisträger im Alter von 89 Jahren in Moskau gestorben. 04.08.08

    Solche Menschen sollten Sie alle ehren, das Buch „Archipel Gulag“, das sollten Sie mal ganz langsam lesen.

  3. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Nur ganz kurz,
    in Kambodscha durften sich die Intellektuellen und Lehrer, Ärzte und Wissenschaftler, auch manch nur bürgerlicher Mensch einfach hinknien und ihm wurde mit einer Eisenstange ins Genick geschlagen. War leider tödlich, sind dann alle in eine Grube gefallen. In die Grube des Sozialismus. Über 2,5 Millionen Tote, toll der Sozialismus.

  4. Angela Says:

    Hitler hat der Welt gezeigt, wozu die Bonzen und Faschisten fähig sind;
    Iang Sary und Pol Pot haben uns gezeigt, dass man es denen auch mit ihren eigenen Mitteln heimzahlen kann.
    Ist doch toll, dass für antisemitische zaristische Hassprediger wie Alex Sonnemann keine Munition verschwendet wurde.
    Nieder mit den Bonzen und Faschisten!

  5. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Hallo Angela,
    so habe ich mir Ihre Antwort vorgestellt. Wenn Sie mal zu Verstand gekommen sind, bereit sind wirklich über die Welt nachzudenken wie sie war und ist, dann wird Ihnen diese Antwort mal leid tun. Sie werden sich schämen so über Millionen von unschuldigen Opfern gesprochen zu haben. Sie tun mir so unendlich leid weil Ihnen nicht zu helfen ist, Sie müssen sich schon selbst helfen. Einen kleinen Tip zu Ihren Bonzen schicke ich Ihnen dennoch mit, den Link, dem ich die paar Zeilen entnommen habe auch,
    „Bis heute wurden etliche Massengräber mit ca. 1,39 Millionen Leichnamen im Land entdeckt, ausgegraben und ausgewertet. Diverse Studien differieren in ihrer Einschätzung der Gesamtopferzahlen zwischen 740.000 und 3.000.000. Die meisten bewegen sich zwischen 1,4 Millionen und 2,2 Millionen, wobei als Todesursache zur einen Hälfte Exekutionen (durch Erschießen, Erschlagen, Köpfen mit Feldhacken und Ersticken mittels Plastiktüten; Kleinkinder wurden an Bäumen zerschmettert) und zur anderen Hälfte Tod durch Nahrungsmangel und Krankheiten angenommen wird.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer

    Und die zwei verschwägerten Verbrecher hatten nur 3 Jahre Zeit. Sie Angela brauchen bei der obigen Antwort sicher viel länger um zu Verstand zu kommen.
    Aber Sie werden wohl felsenfest überzeugt sein, der Schreiber des Wikipedia Artikels ist auch so ein Bonze und überhaupt irrt sich die ganze Welt.

    • dierostigelaterne Says:

      Der Hauptfehler dieser Möchtegernhistoriker, Möchtegerngesellschaftswissenschaftler, dieser Moralapostel im Dienste des Kapitalismus und Faschismus, die die Opfer unter den Reaktionären als Vorwamd mehmen, um sich hier im Internet aufzuspreizen, besteht darin, dass sie die Thematilk undialektisch angehen, sich merken, was sie in drittklassigen Zeitungsartikeln als angebliche Fakten zur Kenntnis genommen haben, vor allem nicht die Dialektik von Revolution und Konterrevolution beherrschen. Aber es muss auch solche geben, die Tränen über den Tod von Menschenschindern vergießen. Was alle diese Moralapostel nicht können: sie können nicht beweisen, dass ein Unschuldiger/ eine Unschuldige unter diesen Opfern war. Dann sollte ich aber lieber das Maul halten bzw. nicht auf den Tasten des PC orgeln um mich als Humanist hochspielen. Und so zeigen sich diese angeblichen Moralapostel gegen die werktätigen Menschen als das, was sie sind: Lakaien von Menschenschindern. Der Marxismus Leninismus ist die Lehre, die den unterdrückten werktätigen Massen den Weg zur Abschüttelung des Jochs der kapitalistischen Blutsauger aufzeigt. Was hat unser ehemaliger Kommunist in seiner kommunistischen Zeit zur Weiterentwicklung dieser humanistischen Lehre beigetragen ? NULL NICHTS, deshalb hier auch anonym auftretend, wer nichts zu bieten hat bleibt am besten anonym…Vom Kommunisten zu einem Humanisten mit heiliger Seele, und zu dieser heiligen Seele paßt es denn auch, dass er gegen Autoren/innen hier beleidigend auftritt, er kann sich nicht objektiv wissenschaftlich mit der Thematik auseinandersetzen, deshalb wird der Humanist persönlich beleidigend:“Wenn Sie mal zu Verstand gekommen sind…“, und so bleibt diesen prokapitalistischen Elementen, die hier die Diskussion auf BILDzeitungsniveau drücken wollen, nichts anderes übrig, als Solschenyzin als Kronzeugen des Gulags aufzurufen, ein feines Früchtchen, ein „Heiliger der russischen Seele“ (oh ja; Früchtchen wissen sich immer gut zu bemänteln…ein „Heiliger der russischen Seele“, Sohn des fünftgrößten Grundbesitzers in Rußland vor der Oktoberrevolution. Ach was waren das doch für herrliche heilige Zeiten….!! Heilige Blutbäder 1905 und Heilige Blutbäder auf den Goldfeldern an der Newa, und dann wird Lenin vorgeworfen, das Dekret über die Erschießung der Heiligen Romanows unterschrieben zu haben. Diese bösen, bösen Bolschewiki !! Alles Heilige wollen sie entweihen !! Wir können uns da ganz ruhig zurücklehnen. Die Liqudierung der Heiligen Zarenfamilie hat mit Bolschewismus nichts zu tun, es war dies ein bürgerlich jakobinistischer Akl, die russiche heilige Bourgeosie hat hier versagt, ihre historische Pflicht und Schuldigkeit vertan, anstatt diese heiligen mittelalterlichen Spukgestalten an die nächste beste rostige Laterne aufzuhängen, nahm sie nach der Februarrevolution Tuchfühlung mit Michail, dem heiligen Bruder des gestürzten heiligen Zaren auf, um ihn als heilige Vogelscheuche gegen die rote Flut aufzubauen.1. Überhaupt beschränkt sich die Blutchronik gegen das russische Volk nicht nur auf den heiligen Adel, das heilige Bürgertum hat mit seinen heiligen Generälen und heilgen Admirälen (Koltschak) genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer gegen das Volk gewütet.

      1. Morgen steht eine heilige Hochzeit im heilgen schwedischen Könighaus an und das heilige ZDF ist bei dieser Volksverdummung live dabei. Man muss diese heiligen Augiasställe säubern, dass es kein heiliger Kapitalist mehr wagt, nach diesem heiligen royalistischen Gesindel auch nur mit einem Laut zu rufen, denn in der Tat: „Von der Hochzeit der Kronprinzessin sollen Schwedens Handel und Tourismus profitieren.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung 18.6.2010, Seite18) Man muss mit Knüppeln und Eisenstangen dazwischengehen.

      • david Says:

        was ist denn das fuer komisches zeugs das ich hier lese? Wurde nicht die kommunistische lehre, genau wie die des faschismus, sozialismus, kapitalismus und anderen musens von angestellten des bankhauses rothschild entwickelt und geschrieben? Zum zwecke der ausbeutung von jederman. Im jahre 2012 solche sachen posaunen ueber etwas das eingefuehrt, getestet und als unbrauchbar abgeschafft wurde. Grow up buddy.

  6. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Da hat sich Angela, nach ihrer massiven Verfehlung aber einen Helfer gesucht. Der wirft mir vor annonym zu sein. Finde ich echt toll. Wer ist denn dann bitte http://dierostigelaterne.wordpress.com/?
    Bei Nic.com bekommt man für wordpress.com folgendes:
    Registrant:
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    Expires on: 03-Mar-15
    Last Updated on: 27-Dec-09

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    Admin, Domain domains@automattic.com
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    # 150-454
    Redwood City, California 94063
    United States
    +1.8772738550

    Toll, toll und nochmals toll was die Offenheit betrifft. Warum nennt sich diese Homepage oder der Blog nicht
    http://dierostigelaterne.de dann wüsste man mit wem man überhaupt schreibt oder blogt oder was auch immer.

    Aber so sieht das gegenseitige Verständnis eben aus.
    Auf die Vorwürfe des Unterstützers von der, noch nicht zu Verstand gekommenen Angela, gehe ich noch ein. Da kann er sich drauf verlassen. Den dialektischen Scheiß, den er mir als nicht verstanden vorwirft, den habe ich schon 1975 studiert und gedacht es sei richtig.

    • dierostigelaterne Says:

      Der vom ehemaligen Kommunisten angegriffene Artikel ist namentlich unterzeichnet. Im übrigen hat sich Angela niemand gesucht, ich habe von mir aus geschrieben. Ein Humanist mit einer heiligen Seele sollte nicht mit Unterstellungen arbeiten. Ansonsten: ehemalige Kommunisten gehören in den Papierkorb der Weltgeschichte. Wir müssen hier bei den Kommentaren auf eine gewisses, dem 21. Jahrhundert entsprechendes Niveau achten. Das gesellschaftswissenschaftliche Niveau des Ex-Kommunisten scheint wirklich sehr niedrig zu sein. Er verbleibt nur auf der persönlichen Ebene, seine Kommentare haben keine wissenschaftliche Qualität. Wir lassen aber einige Beiträge dieses Typen hier stehen, damit die Leser/innen sich ein Bild davon machen können, was für primitive Typen im Internet umherschwirren. Fäkaliensprache brauchen wir uns hier nicht bieten lassen !!

  7. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Sie sind beleidigender als ich es mir je trauen würde, der Würde wegen. Weder bin ich ein Möchtegernhistoriker, Möchtegerngesellschaftswissenschaftler, oder Moralapostel im Dienste des Kapitalismus und Faschismus. Das unterstellen Sie eben mal. Aber ich bin ein Mensch, der verstanden und Verstand hat, dem man nicht mehr nur mit leeren Phrasen kommen kann.
    Auch zusammengestotterte Zitate, mitunter völlig aus deren ursprünglichen Kontext gerissen, können mich nicht mehr beeindrucken. Das halten Sie sicher für ungemein wissenschaftlich, toll, das habe ich vor 35 Jahren auch so gemacht und gute Noten vom Professor erhalten.
    Dann bin ich in Ihren Augen eben nur ein dummer Prolet, wo ist da Ihr Problem, für die dummen Proleten kämpfen Sie doch angeblich. Aber deren Meinung nehmen Sie nicht war, sie unterdrücken das, haben etliche Beiträge in diesem Blog von mir gelöscht, soll doch der dumme Prolet erst mal Beweise für unschuldige Opfer bringen. Damit bestätigen Sie aber Opfer an sich. Opfer in Millionenhöhe, das sollten Sie sich mal zur Brust nehmen. Überall auf dieser Welt, wo der Sozialismus Fuß fassen wollte gab es diese Opfer. Sie brauchen nicht gleich intervenieren, die waren sicher alle schuldig — woran eigentlich?
    Aber ich habe da nach der Wende, wo meine Welt zusammenbrach, noch mal viel, sehr viel im Original gelesen, auch die Bibel, den Koran und auch das Buch Mormon, Marx, Engels und auch den Spinner Lenin noch mal. Konnte in meinem Leben vergleichen und habe erkannt, dass ich früher jahrelang treu und brav den ganzen zusammengeschnittenen Scheiß der Obrigkeit geglaubt hatte. Den ganzen „wissenschaftlichen gequirlten Mist“
    Der ganze Sozialismus basiert auf Tyrannei, ist und war nur lebensfähig durch massive Gewalt gegen Andersdenkende. In der stolzen Sowjetunion sind schon Ende der 20-ger Jahre die ehemaligen Kampfgenossen von Lenin als Staatsfeinde hingerichtet worden. War das Ihr Klassenkampf, mit dem man so viel entschuldigen will? Nach Stalins Wahl im Kogress überlebten den, in dem darauf folgende Jahr von 6000 Menschen nur ca. 10%, ist das der Klassenkampf, waren das alles Feinde? Das waren alles Kommunisten, die mussten aber weg weil sie vielleicht noch eine eigene Meinung hatten. In der Armee wurden von den Revolutionsgeneralen nach Stalins Machtergreifung fast alle als Staatsfeinde hingerichtet, war das Klassenkampf? Vergessen Sie es, es war nur Terror gegen Kommunisten, die noch eine eigene Meinung hatten. Die eingeführte Nomenklatur, die schaffte es, dass es immer noch junge Menschen gab, die ohne es zu wissen auf Posten geschoben wurden, ihr bestes gaben und nicht wussten welchen „Staatsfeind“ sie eigentlich beerbt hatten. Bis sie selbst zu Staatsfeinden wurden und vorzeitig ihr Leben beendeten.
    Vom Kommunisten zu einem Humanisten, das halte ich für allemal besser als immer noch an diesen Unsinn zu glauben, der Mensch, durch Ideologie wird das schon machen. Da sind wir übrigens schon bei Marx und Engels. Die haben das ganz anders herum gesehen. Das Sein bestimmt das Bewusstsein niemals anders herum. Engels Weg zum Kommunismus, man kann ihn einige Jahre verbiegen, mit roher Gewalt umdrehen aber es wird nicht funktionieren.
    Wo ist er hin Ihr Kommunismus weltweit, warum hat er nicht funktioniert. Beantworten Sie mir das mal bitte. Sagen Sie mir mal genau, so als Wissenschaftler eben, wo er hin ist der Kommunismus.
    Der Herr Heinz Ahlreip, dessen Artikel ich ursprüglich kritisiere, ich schreibe das noch mal da ja diese Beiträge gelöscht wurden, der hat noch nichts begriffen, wenn er auch den großen Wissenschaftler mimt. Solche großen Wissenschaftler, die Beweise für die Unschuld von Terroropfern fordern, auf die kann man echt verzichten. Jedes Opfer hat es nicht verdient von einer proletarischen Diktatur hingerichtet zu werden. Kinder wurden an Bäumen zerschmettert, die waren sicher auch schuldig das findet Angela also toll. Toll toll es lebe der Sozialismus. Keine Gesellschaftsordnung hat so viele Menschen hinrichten lassen wie der Sozialismus. Wenn Sie mir das widerlegen können, dann drehe ich, der dumme Prolet, mich noch mal um und werde wieder zum Kommunisten.
    Was Sie übrigens zur Zarenfamilie schreiben: „Die Liqudierung der Heiligen Zarenfamilie hat mit Bolschewismus nichts zu tun,“ das verstehe ich nun echt nicht. Womit hat das denn zu tun? Die Bourgeosie hat die also erschießen lassen. Das glauben Sie doch wohl selbst nicht. Damals standen die Weißgardistischen Truppen vor Moskau, da hat Lenin die alle hinrichten lassen und die Sache war erledigt, es brauchte keiner mehr für die Befreiung des Zaren kämpfen. Als Wissenschaftler weiß man das sicher alles besser, schreiben Sie es mir, damit ich es verstehe ich dummer Prolet.

    • dierostigelaterne Says:

      wieder mal ein Beitrag, der für sich spricht. Es mangelt an elementaren historischen Kenntnissen. Dieser Humanist irrt sich, wenn er meint, er könne sich erstmal seinen Frust über sein gewendetes Leben von der Seele schreiben, andere werden dann seinen Text schon korrigieren. In dem vom ehemaligen Kommunisten angegriffenen Text heißt es: „Lenin wies und darauf hin, daß es primär darauf ankommt, sich nicht mit politischen Einzelpersonen zu beschäftigen, sondern dass es vielmehr gilt, die objektiven Entwicklungsgesetze der kapitalistsichen Warenproduktion zu studieren…“ Studieren wir also diese objektiven Gesetze und schieben ab jetzt diesen Wichtigtuer in den Papierkorb.

  8. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Eines muss ich Ihnen noch schreiben:
    Was ich denn zur Weiterentwicklung dieser humanistischen Lehre beigetragen habe. Erstens ist das keine humanistische Lehre, der Leninismus ist menschenverachtend. Den Marxismus, den mischen Sie da nur so rein, seine Lehren ignorieren Sie.
    Zweitens habe ich damals das Töten gelernt, so Mann gegen Mann in einer sozialistischen Armee. Ich bin heile froh, das ich diese Fertigkeiten niemals anweden musste.
    Ich würde mich heute nur noch schämen.

  9. ricalb Says:

    Hallo

    wo bitte steht denn Uljanows Text „Die historischen Schicksale der Lehre von Karl Marx“ im Netz ?

    Gruß RicAlb

    • dierostigelaterne Says:

      hallo ricalb
      sie steht wohl nicht im Netz. Ich habe über google mehrere Kombinationen versucht. Es ist keine lange Schrift, auf Wunsch schicke ich gern kostenlos eine Kopie.

  10. ricalb Says:

    Danke, D.,

    ich kenne+habe den Text (gedruckt), steht iZm. dem lexikalischchen „Karl Marx“, der gratis im Netz steht (-> „Die historischen Schicksale der Lehre von Karl Marx“ (1913): bisher keine Netzversion;
    „Karl Marx“ (1914) -> http://www.sozialismus.info/?sid=1685
    (1914)), ich wollt´ auch zum ersten (1913) ´n gebrauchswertbezogenen Link setzten, geht leider nicht. – Warum placieren Sie´n Uljanow-seit 1994 Text (1913) nicht bei „sozialismus.info“, er ist „gemeinfrei“ …

    Gruß RicAlb

  11. ricalb Says:

    Danke … nur war das mein Anliegen? Sicherlich nicht. Den Dschugaschwili-Text hab ich jetzt act. nicht vorliegen. Ich fand, weil die meist vulgär als „Anwendung des Marxismus auf den Marxismus selbst“ bezeichnete und typischerweise dem Korsch zugeschriebene Methode wie sich im Uljanowstext zeigt von diesem (1913, siehe oben) entwickelt wurde und nicht von Korsch (und schon gar nicht von ´nem Flachmarxisten wie dem Herrn Prof. Negt), meinen Hinweis oben nicht so ganz daneben, vgl. auch als frühen Hinweis v. Vf., Die Kritik von Korsch und Pannekoek an Lenins ´Materialismus und Empiriokritizismus´; in: Das Argument, 14 (1972) 74: 586-625

    Gruß RicAlb/270610

    • dierostigelaterne Says:

      hallo ricalb
      Wenn denn der Marxismus Leninismus die wissenschaftliche Zusammenfassung der Erfahrungen des Proletariats ist, so würde ich die Begrifflichkeit „Anwendung des Marxismus auf den Marxismus“ gar nicht verwenden. Der Marxismus war diese vor 1900, der Leninsmus ist diese nach 1900, wobei diese Jahreszahl den Beginn der imperialistischen Epoche markiert.

  12. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Der Marxismus war diese vor 1900, der Leninismus ist diese nach 1900, wobei diese Jahreszahl den Beginn der imperialistischen Epoche markiert.

    Da möchte ich mich, nach reiflicher Überlegung, nun doch noch mal einmischen.
    Das ist genau der Punkt, den die Philosophen, die den Leninismus als eine Wissenschaft hoch leben lassen, nicht kapieren. Sie postulieren die „Lehren“ eines Lenin, der die Marx- und Engelschen Lehren völlig auf den Kopf stellt. Lenin hat sich da etwas ausgesponnen, mit Ideologie werden wir das schon schaffen. Man schaffte es aber nicht. Der Leninismus ist ein Verbrechen, keine Wissenschaft weil schon nach kurzer Zeit klar war, dass die Spinnerei mit der Ideologie nicht funktioniert also musste Gewalt her, die dieser „Wissenschaft“ zu Bestand verhalf. Das hat aber nur ein Menschenalter funktioniert, dann ist auch im Lande der Leininschen Wissenschft diese Seifenblase geplatzt. Warum bitte Herr Wissenschaftler??
    Es war die Reaktion an klar, die Konterrevolution und wer auch immer. Fakt ist, die Theorie ist von Anfang an Schrott gewesen, es hat nicht funktioniert den Marxismus einmal komplett umzudrehen.
    Da können Sie nun als Wissenschaftler noch Tage, Wochen, Monate und Jahre drüber nachsinnen und Schuldige suchen, die Realität, der man sich auch mal stellen muss zeigt deutlich, dass das nicht funktioniert ohne Mord und Totschlag. Man muss wenn man zu sich selbst ehrlich ist auch mal eingestehen, dass man viele Jahre lang das falsche Pferd geritten hat und es immer noch weiter ausschmückte. Es war aber das falsche Pferd, sorry.

    • dierostigelaterne Says:

      Ja: Mord und Totschlag !! Immer, wenn ich durch eine Bibliothek gehe, und die vielen wertvollen und hochgelehrten Bücher sehe, dann aber aus dem Fenster in die Weltgeschichte und weltweite Tagespolitik blicke…sehe ich nur Mord und Totschlag.
      Die Oktoberrevolution war eine wertvolle Ausnahme, sie wurde auch geboren aus der elemantaren Friedenssehnsucht von Massen, von Millionen Soldaten, ihren Frauen und Kindern. Beim Sturm auf das Winterpalais gab es sechs Tote. Die TSCHEKA wurde erst gegründet, nachdem der Genosse Uritzki durch weißgardistisches Attentat getötet wurde, es ist geschichtliche Tatsache, dass die Oktoberrevolution zunächst ganz ohne politische Geheimpolizei auskam. Lenin hat Gewalt vermeiden wollen und es entsprach schon seiner Überzeugung, dass , wie er schrieb, die Diktatur des Proletariats nicht einmal primär Gewalt bedeute, sondern vor allem im Vergleich zum Kapitalismus, eine höheren Typus der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit repräsentiere. (siehe: Die Grosse Initaitive aus dem Jahr 1919). Bei Lenin existiert eine Identität zwischen subjektiver Überzeugung und Werk, er hat die Massen nicht blenden wollen. Aber auch die Oktoberrevolution trägt heute die Überschrift: Niederlage der Revolution. Die Ursachen des Niedergangs des Sozialismus habe ich in mehreren meiner Beiträgen hier versucht, herauszubekommen, vertrete bis heute die Auffassung, dass der Schlüssel in Fehlentwicklungen der sowjetischen Ökonomie zu suchen ist. (zum Beispiel: Auflösung der Maschinen-Traktor-Stationen, Erweiterung des Wirkungsbereichs der Warenzirkulation…) Mit Philosophie kommen wir hier nicht weiter. Den Leninsmus bewerte ich als konsequente Weiterentwicklung des Marxismus, das Kapital von Marx ist kein verbrecherisches Buch, sondern eine Durchleuchtung des kapitalistischen Ausbeutungsprozesses, wie er bis heute in dieser Klarheit sonst nicht zu finden ist. Das gleiche gilt für Lenins Imperialismusanalyse. So ist es gar nicht verwunderlich, dass der Vergleich zwischen proletarischer und bürgerlicher Revolution, den Marx im 18. Brumaire zieht, sogar noch für die Oktoberrevolution gilt. Bürgerliche Revolutionen sind in Feuerbrillianten gefasst, proletarische Revolutionen quälen sich, verhöhnen grausam ihre Halbheiten…Diese Halbheiten gab es auch in der Eisenhüttenstadt-DDR und nur wenige hatten den Mut, gegen die Lehrer aufzutreten und zu fragen, ob denn der von ihnen vorgetragene Marxismus Leninismus mit der objektiven Realität übereinstimmt, ob sie Lehrmeinungen die soziale Wirklichkeit richtig widerspiegeln, dabei ist es doch ein wichtiger Gedanke aus den Feuerbachthesen, dass der Erzieher selbst erzogen werden muss.
      Wir stehen heute wieder ganz am Anfang der proletarischen Revolution und müssen über das Studium der Hegelschen Logik das Kapital von Marx verstehen lernen.

  13. ricalb Says:

    ricalb meint

    Könnte hier im Sinne meines 1989 verstorbenen und hochgeschätzten Genossen Leonardo Sciascia ein „Zusammenspiel“ dumpfen pro- mit ebendiesem anti-Lenin(nismus) wirken?

  14. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Sehr geehrter Herr Wissenschaftler, erst einmal Danke, dass Sie ja nun doch noch einmal mit mir „geredet“ haben aber ich muss Ihnen vorwerfen, dass Sie meine Beiträge entweder nicht richtig lesen oder sie nicht verstehen wollen.
    Ich bin voll auf Ihrer Seite, den Mord und Totschlag der heutigen Zeit nicht zu billigen. Mord ist Mord aber es gibt da doch einen feinen Unterschied. Nämlich der in der sozialistischen Zeit praktizierte Mord an Millionen von Menschen durch das eigene staatstragende Ideologieregime, was angeblich alles für den Menschen tut, das kann man nicht akzeptieren und mit den Kriegen der heutigen Zeit auch nicht vergleichen, das ist g a n z was anderes.
    Das ist der Punkt, den Sie einfach nicht verstehen wollen oder können weil er Ihnen alle, aber auch alle Argumente nimmt. Es gibt dafür keine Entschuldigung, weder die „Reaktion“ oder , dass man sich nicht um Einzelne kümmern sollte im Interesse der großen Sache, alles nur Gewäsch. Ob die stolze ehemalige Sowjetunion oder China oder Nordkorea oder Kambodscha oder die westlichen sozialistischen Staaten oder die es auf dem afrikanischen Kontinent versucht haben oder Kuba es ist überall das selbe Leid über Menschen gebracht, die noch eine eigene, etwas abweichende Meinung hatten.
    Der Sozialismus funktionierte nur mit Gewalt gegen Andersdenkende (Luxemburg hat dazu mal was gesagt, kennen Sie sicher).
    Ich habe nicht umsonst in jedem von meinen Beiträgen über die Spinnerei eines Lenin gesprochen!
    Und was der da zu Anfang hatte oder nicht, gewollt hatte oder nicht, das ist doch so etwas von egal, es zählt doch wirklich nur was er daraus gemacht hat und es zählt nur die Frage warum er gerade das daraus gemacht hat. Weil die Spinnerei eben nicht funktioniert. Er hat die ideologische Grundlage für diese ganzen sozialistischen Fehlentwicklungen gelegt.
    Da bin ich wieder bei den alten Graubärten, Marx und Engels. Ich wiederhole mich gern dazu, die hatten und haben übrigens 100 % Recht, das waren keine Verbrecher, aber die die versucht haben mit der Spinnerei eines Lenin diese Wissenschaft auf den Kopf zu stellen, das waren welche.
    „Bei Lenin existiert eine Identität zwischen subjektiver Überzeugung und Werk…“ Die existierte aber nur bei ihm, nicht bei den Massen, die er sicher gern so haben wollte, die alle großen Parteiführer des Sozialismus gern so haben wollten. Klappt aber nicht, der Mensch siehe Marx und Engels ist anders gestrickt.
    Ich mag Sie, so als Prolet, ja nicht belehren aber Sie sind so ziemlich dicht ran an Ihrer Ursachenfindung „.. der Schlüssel in Fehlentwicklungen der sowjetischen Ökonomie…“ Noch nicht ganz richtig, Sie sollten und müssen sagen: „In Fehlentwicklungen der sozialistischen Ökonomie, der sozialistischen Ökonomie überhaupt“. Dann sind wir wieder bei Marx und Engels und bei deren Wegen zum Kommunismus, können und müssen sagen: Das Ergebnis haben wir nach 60 Jahren, so lange konnte man es strecken, präsentiert bekommen.
    Als letzte Bemerkung zu Ihrer Naivität: „nur wenige hatten den Mut, gegen die Lehrer aufzutreten und zu fragen, ob denn der von ihnen vorgetragene Marxismus Leninismus mit der objektiven Realität übereinstimmt, ob sie Lehrmeinungen die soziale Wirklichkeit richtig widerspiegeln, dabei ist es doch ein wichtiger Gedanke aus den Feuerbachthesen, dass der Erzieher selbst erzogen werden muss.“
    In Russland und China und wohl noch heute in Nordkorea verschwand man schon für solch einen Gedanken und ward nie wieder gesehen, kein Prozess, keine offizielle Hinrichtung, man war einfach weg.
    Sie Held der Erziehung. Die sozialistischen Regimes, sobald ihre Macht auch nur halbwegs gefestigt, lassen keine Erziehung mehr zu. Warum auch, sie wissen doch, theoretisch mit Lenins Spinnerei fundiert begründet, ohnehin alles besser.
    Die Partei, die Partei, die hat immer Recht, Lenin hat die Grundlagen für diese Ideologie gelegt.

    • dierostigelaterne Says:

      Die Oktoberrevolution kam zunächst ohne TSCHEKA aus und wurde erst nach der Ermordung Uritzkis gegründet. Warum gehen sie um diese Tatsache herum ? Ich empfehle Ihnen als Lektüre die Schrift von dem Franzosen Merleau Ponty: Humanismus und Terror. Was müssen das für Scheusale sein, die einfach Menschen auf offener Straße abknallen ? Ihnen ist bekannt, dass auch auf Lenin ein Attentat auf offener Straße von der linken Sozialrevolutionärin Fanny Kaplan verübt worden ist. (siehe auch Dutschke auf dem Kurfürstendamm) Nun die Frage an sie: war es richtig, diese Frau wenig später zu liquidieren oder hätte man ihr auf die Schulter klopfen sollen ?

      Lenins Bruder war Mitglied der Narodniki, der Sozialrevolutionäre, die mit Attentaten eine gerechtere Gesellschaft herbeiführen wollten. Lenins Bruder wurde gehängt. Lenin erkannte, dass man mit Attentaten keine grundlegende Veränderung der zaristischen Gesellschaft erreichen konnte, sondern nur durch eine große mächtige Volksrevolution, in der das Bündnis zwischen Proletariern und der armen Bauernschaft zu schmieden war unter Führung des städtischen Proletariats, das wiederum von einer revolutionären Massenpartei geführt werden mußte. Was ist an dieser Revolutionswissenschaft, die sie „Ideologie“ nennen, falsch ?

      Als sich das französische Bürgertum in der französischen Revolution mühsam vom Mittelalter befreite, sagte Robespierre: „Die Feinde des Volkes bestrafen ist Gnade, ihnen verzeihen ist Barbarei.“ Nach all ihren schriftlichen Äußerungen und ihren Krokodilstränen für kriminelle Konterrevolutionäre scheinen sie sehr zur mittelalterlichen Barbarei zu neigen. Warum haben Sie Mitleid mit Volksfeinden ? Vergessen Sie nicht, dass die Völker ein Recht auf Bestrafung der Konterrvolution haben ! Warum verehren denn heute soviele Menschen die angeblichen „Massenmörder“ Lenin und Stalin ? Weil sie ihnen eine Zukunfsperspektive jenseits des alltäglichen kapitalistischen Terrors aufgezeigt haben und also große Humanisten waren. Bevor ich einen so genialen Menschen und Humanisten wie Lenin angreife, muss ich mich doch erst einmal selbst fragen: was habe ich zum Fortschritt der arbeitenden Menschen beigetragen ? Von Lenin liegen 40 Bände vor, in denen die arbeitenden und lesenden Menschen Aufklärung und Kraft in ihrem täglichen Kampf gegen die Konterrevolution holen können. Was können die unterdrückten Lohnsklaven aus ihren Kommentaren schöpfen, von ihren Kommentaren lernen, die sie hier abgeben ? Zurück in die mittelalterliche Barbarei, darauf wollen sie hinaus. Sie haben eine Neigung, Volksfeinden zu verzeihen, selbst ein bürgerlicher Revolutionär wie Robespierre deckt ihren mittelalterlichen barbarischen Charakterzug auf. Da liegt der feine Unterschied ! In der französischen Revolution sind nur 0,2 % Prozent der Gesamtbevölkerung guillotiniert worden, in der Sowjetunion lag der Prozentsatz noch geringer. In der unter dem Ministerpräsidenten Kerenski 1917 entfachten Brusilow Offensive sind mehr Soldaten sinnlos auf den Todesfeldern des ersten Weltkrieges gestorben als Konterrevolutionäre nach der Oktoberrevolution. Da liegt der feine Unterschied.
      Sie bezeichnen sich als ehemaligen Kommunisten, sie sind NIE einer gewesen !!
      Sie tun mir leid.

  15. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    „Die Feinde des Volkes bestrafen ist Gnade, ihnen verzeihen ist Barbarei.“ Den Spruch eines
    Maximilien Marie Isidore de Robespierre hätte es nun echt nicht bedarft die Fehlentwicklungen einer solchen „Revolution“ deutlich zu zeigen. Hat er doch ebenfalls, nach mindestens 40.000 „revoilutionsfeindlichen Opfern“, auch seinen Kopf am 28. Juli 1794 durch den harten Stahl der Guillotine verloren. Wie schnell wird man doch zum Voksfeind, vom Einpeitscher der Hinrichtungen zum Hingerichteten, alles im Namen der Revolution.

    • dierostigelaterne Says:

      Der Sturz Robespierres wurde bedingt durch den militärischen Sieg für Frankreich in der Schlacht bei Fleurus am 26. Juni 1794, so dass eine Bedrohung durch ausländische Truppen erst einmal gebannt war und außerordentliche Revolutionsmaßnahmen der reaktionären Großbourgeoisie obsolet erschienen. Robespierre wurde durch sie bereits am 27. Juli gestürzt.
      Ohne solche gro0en Revolutionäre wie Robespierre, Marat, Babeuf, Marx, Engels, Lenin, Stalin, die Not und Verbannung, Verfolgung, Kerker und Tod auf sich genommen haben und ohne die von ihnen aufgeklärten und in Bewegung gesetzten Volksmassen würde uns das Kapitalistenpack heute noch mit der Peitsche züchtigen, deshalb vergessen die Lohnsklaven und Lohnsklavinnen nicht diese Namen, sie sind unauslöschlich in ihren Herzen eingebrannt. Vergessen wir nicht, dass vor der Aufklärung die einfachen Soldaten noch die Prügelstrafen erhielten.

  16. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Die Wahrheit über den Genossen Stalin, das lesen Sie sich mal durch und fangen an sich zu schämen, Sie „Wissenschaftler“.
    http://www.zeit.de/2006/08/A-Geheimrede

    Bei Interesse finden Sie die Originalrede sicher auch im Netz.

    • dierostigelaterne Says:

      So So…es sei eine Schande, die Namen Marx und Engels in einem Atemzug mit Stalin zu nennen. Es wird also von mir ein wissenschenschaftlicher Nachweis verlangt, dass es eine Kontinuitätslinie zwischen diesen Namen gibt. Nichts einfacher als das: ich entwickele Ihnen das einmal an der Frage des Terrors als Volksjustiz: Gibt es dazu Hinweise bei Marx und Engels ? In der Ansprache der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten vom März 1850, verfasst von Marx und Engels, können sie lesen:“Weit entfernt, den sogenannten Exzessen, den Exempeln der Volksrache an verhaßten Individuen oder öffentlichen Gebäuden, an die sich nur gehäßige Erinnerungen knüpfen, entgegen zu treten, muß man diese Exempel nicht nur dulden, sondern ihre Leitung selbst in die Hand nehmen.“ (MEGA I/10, Seite 259) Welcher Demokrat möchte denn abseits stehen, wenn das Volk Rache nimmt. (Zum Beispiel ist es in der BRD an der Zeit, dass die Arbeitslosen so organisiert werden, dass Sie in jeder Großstadt die Arbeitsämter stürmen und Rache nehmen an verhaßten Individuen, die sie jahrelang mißhandelt haben.) Exzesse werden hier von Marx und Engels nicht nur geduldet, man soll auch ihre Leitung übernehmen. In diese Kontinuitätslinie gehört auch der von Ihnen so hoch verehrte Lenin, der 1906 als Auswertung der russichen Revolution von 1905 schrieb, dass Partisanengruppen durchaus das Recht haben, einzelne Personen zu töten und Enteignungen vorzunehmen. (Lenin: Über den Partisanenkrieg, Werke Band 11, 205) Ich entnehme daraus, dass die revolutionäre Linke durchaus „kriminell“ sein MUSS, kriminell eben im bürgerlich privateigentümlerischen Sinne. Von selbst gibt doch der Bankbonze seine Kohle nicht her, schon gar nicht zur Finanzierung einer Revolution gegen den Kapitalismus, zum Beispiel Waffenbeschaffung für Arbeiter und Bauern. Stalin und Ulrike Meinhof haben das ganz richtig gemacht. In seiner Rede über die rechte Abweichung in der KPdSU (B) übt Stalin allerdings Kritik an revolutionäre Maßnahmen, die überspitzt waren: „Wir alle sind dagegen, dass die Schläge, die gegen Kulaken geführt werden, die Mittelbauern treffen…Daraus folgt, dass man gegen die Überspitzungen kämpfen muß.“ (Stalin Werke Band 12, 81). Wir müssen immer bedenken, dass die proletarische Revolution einen Doppelcharakter trägt, einerseits Exzesse gegen die alten Ausbeuter und dann: wie soll sich denn der geschundene, verhöhnte und ausgebeutete Prolet anders aufrichten als durch Gewalt gegen Volksfeinde, das hat für ihn eine befreiende Wirkung. Eine Revolution ist auch daran zu messen, dass in ihrem Gefolge ein hoher politischer und moralischer Aufschwung erfolgt. Lassen Sie sich also von den volksfeindlichen reaktionären Minderheiten nicht einschüchtern, schlagen Sie im Sinne von Marx Engels Lenin Stalin zu und bedenken Sie den Hinweis Stalins, dass Sie dabei Augenmaß haben müssen, damit keine Unschuldigen getroffen werden.

  17. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Ich finde es übrigens primitiv immer die Artikel von mir zu entfernen, auf die Sie keine Antwort haben aber ich habe diese Artikel, auch Ihre wissenschaftlichen Antworten immer in Kopie wie Sie sehen:

    Ich halte es für eine Schande den Namen Stalins in einer Linie mit Marx und Engels zu nennen.
    Und zu Lenin, als der mit seiner „Neuen ökonomischen Politik“ erkannte, dass da wohl was schief läuft im ganzen Land, da wurde der liquidiert. Von der linken Sozialrevolutionärin Fanny Kaplan. Sicher hat die wohl geschossen aber (Zitat) „diese Frau wenig später zu liquidieren…“ Sie gehen da so locker drüber weg, als sei alles klar, vielleicht hat sie sogar gestanden, hat sie ja.

    A b e r warum hat sie das getan.

    Das hätte man mal untersuchen sollen ohne sie gleich zu erschießen, auf „die Schulter klopfen“ hätte man sich verkneifen können. Von Toten kann man aber nichts mehr über Hintermänner raus bekommen, man kann nicht mehr heraus bekommen wo denn die Waffe her kam, woher denn die Bewegungsdaten des Lenin bekannt waren dass man ihn überhaupt erschießen kann, u.s.w.u.s.w. .
    Vielleicht war mittlerweile ein Lenin manch einem unbequem geworden und der musste einfach nur weg. Genau wie der Minister, nach dessen Tod man endlich eine gefürchtete Geheimpolizei installieren konnte.
    Und sehr geehrter Herr Wissenschaftler eines möchte ich Ihnen gern mal etwas belehrend sagen: Es gibt ein altes Japanisches Sprichwort, das sagt: „Zweifle an jeder Sache mindestes ein Mal und sei es an der Formel 2 x 2 ist 4″ . Wenn nämlich nicht alles geklärt ist, Zweifel da sind, dann habe ich in meinem Leben gelernt einfach mal die Frage zu stellen:
    „Wem nutzt das“ , das ist eine hoch brisante Frage, allgegenwärtig. Nur mal ein Beispiel: Wenn ich (das Wort was mit Ter anfängt sollte ich nicht schreiben) aber wenn ich ein solcher wäre, dann wäre ich um 15.00 Uhr in die Twins geflogen, wenn da ca 50.000 Menschen drin sind. Nicht um gegen 09.00 Uhr wo ein paar Bedienstete und die ersten mittleren Angestellten da sind. (Nur mal ein Beispiel für eine berechtigte Frage)
    Wem hat die Kaltstellung Lenins genutzt, na? Dem größten Verbrecher der Menschheit schlecht hin, Stalin.
    Aber Sie glauben ja alles, was Ihrem Weltbild entspricht, glauben sogar, dass auf dieser Welt diesem Verbrecher noch jemand eine Träne nachweint. Und nach unserer kleinen Korrespondenz bin ich sogar der Meinung, dass auch Sie gern extrem militant Ihr Weltbild durchsetzen wollten, wenn Sie es nur könnten. So als Wissenschaftler eben, das Kämpfen und Sterben ist nämlich noch eine andere Sache als nur andere dazu auf zu hetzen.

    • dierostigelaterne Says:

      die Antwort habe ich Ihnen doch heute nachmittag geschickt

    • dierostigelaterne Says:

      Ich hatte geschrieben, dass ein Attentat auf Lenin ausgeübt worden ist, ob es tötlich war, ist noch eine weitere Frage, Lenin überlebte doch dieses Attentat, es schwächte ihn aber sehr, dass er nicht mehr so lange Artikel schreiben, nur unter Schmerzen arbeiten konnte. Sie haben die traurige Ehre, ihn als Idioten bezeichnet zu haben. In Zukunft: Beschäftigen Sie sich gründlicher mit einem Thema, bevor Sie drauflosschreiben. Zu allererst gilt es doch für das wissenschaftliche Arbeiten, Fakten zu Grunde zu legen. Gute Nacht !

  18. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Sehr geehrter Herr Wissenschaftler,
    jetzt werde Sie unsachlich. 1. Habe ich in all meinen Beiträgen nicht ein Mal das Wort Idiot verwendet, das unterstellen Sie eben mal. 2. Habe ich geschrieben dass Lenin kaltgestellt wurde, ich weiß sehr wohl, dass er nicht durch das Attentat gleich gestorben ist. So ist es aber, Sie lesen meine Beiträge nicht, und denken schon gar nicht darüber nach, es ist unter Ihrer Würde.
    Ich bin wissenschaftlich unter Ihrem Niveau OK, Sie sind aber real denkend meilenweit unter meinem Niveau. In Ihrer Antwort vom 03.08.2010.:“ Wir stehen heute wieder ganz am Anfang der proletarischen Revolution … „ zeigt über deutlich Ihren Realitätssinn, sie haben das weltweite Ende der proletarischen Revolution verschlafen oder wollen es einfach nicht wahr haben das diese proletarische Revolution vorbei ist, sie sich selbst abgewirtschaftet hat. Und Sie sollten es wirklich tun und nicht nur schlau drüber schreiben „ …und müssen über das Studium der Hegelschen Logik das Kapital von Marx verstehen lernen“. Sie haben es nämlich noch nicht verstanden, das das mateielle Sein das Bewustsein bestimmt.

  19. Ein ehemaliger Kommunist Says:

    Sehr geehrter Herr Wissenschaftler,
    es ist schon ein fundamentaler Unterschied und es ist auch ein fundamentaler Unterschied, wenn bei Marx und Engels zu lesen ist: „der Volksrache an verhassten Individuen…“ zu den Massenmorden an Kommunisten und einfachen Menschen unter Stalin.

  20. Angela Says:

    Massenmorde?
    Du meinst wohl Göbbels Märchen?
    Siehe Seite 6
    http://www.drf.k-p-d.org/2010/drf0810.pdf
    Die Massenmorde der von der Großbourgeoisie an die Macht gebrachten Nazis?
    Schäm Dich, Du billiger Vasall der Bonzen und Faschisten!

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