Macht den ersten Mai BULLENFREI 1. Mai Hannover

Weltweit feiern die  Werktätigen heute den Kampftag der Arbeiterklasse. Am 5. Mai hat Karl Marx Geburtstag , der Mann, dem die Arbeiterklasse die Einsicht in die Bedingungen sowohl der kapitalistischen Ausbeutung als ihrer Überwindung verdankt. Ich unterbreite den Vorschlag: weltweit die Zeit vom 1. bis 5. Mai zur arbeitsfreien Kampfwoche zu erklären, bei vollem Lohnausgleich. Der Kalender der Arbeiterklasse ist heute in Europa weitgehend „christlich-abendländisch“ geprägt (Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt und allerlei weiteren mittelalterlichem Spuk…) . Zerschlagen wir diese ganze Verdummungsorgie der herrschenden Kapitalistenklasse, die ohne religiösen Fusel nicht auskommt, dies um so mehr, als immer mehr die Verbrechen der klerikalen Kinderschänder aus den mittelalterlichen Folterschulen und Dunkelkammern ans Tageslicht kommen. Die bürgerlichen Massenmedien vertuschen hier, dass es sich vor allem um Söhne und Töchter der Arbeiterklasse handelt, an denen der parasitäre Klerus seine Verbrechen begeht.Die Bestrafung der klerikalen Dunkelmänner kann die Arbeiterklasse denn auch keineswegs einer Handvoll selbst mit dem Rauschgift Religion vollgepumpter bürgerlicher Staatsanwälte überlassen. Just zu diesem Zeitpunkt erlaubt der DGB (Sebastian Wertmüller) bei der Maikundgebung auf dem Klagesmarkt in Hannover ein Aktionszelt der christlichen Kirchen (in das wohl weitere Minderjährige zu allerchristlichsten Aktionen gelockt werden sollen), verbietet aber einen Stand der MLPD. 1.Indeß ist der Klerus nicht der einzige parasitäre Stand, der sich bei den Maifeierlichkeiten der Arbeiterklasse zeigt.

Man erinnert sich an die erste Maidemonstration 1929 in Berlin, bei der der sozialdemokratische Polizeipräsident Zörgiebel seine schießwütige Polizeisoldateska auf friedliche unbewaffnete Demonstranten losließ mit über dreißig toten Arbeitern und über hundert Verletzten. Die bürgerlichen Medien jaulen heute auf, wenn ein im Dienste des Bürgertums stehender Bulle  eine leere Bierflasche an seinen Helm bekommt, verschweigen aber den polizeilichen Massenmord von 1929. Die Arbeiterklasse vergißt dieses Polizeimassaker unter SPD-Regie nicht und muss auch heute das Auftauchen von parasitären uniformierten Bullen bei Maiumzügen  als Provokation zum Bürgerkrieg auffassen. MACHT DEN ERSTEN MAI BULLENFREI. Wir müssen diesen arbeitsscheuen Polizeitypen direkt in die Visage schauen, kleinbürgerliche Fratzen, die sich fern der werktätigen Bevölkerung halten, in kleinbürgerlicher Gier nach einem ruhigen Posten unter irgendeinem sozialdemokratischen Innenminister jagen, um arbeitende Menschen wie Dreck zu behandeln. Vergessen wir nicht die Aussage Jean Jacques Rousseaus: ein Mensch, der anderen Menschen Befehle geben will, muss krank sein. Im Bürgerkrieg zwischen Lohnarbeit und Kapital stehen nun mal auch  Arbeiter und Kleinbürger auf Seiten der uniformierten Konterrevolution, die verkommensten Elemente ihrer Klassen. Ein Skandal sondergleichen ist zum Beispiel Gerhard Boeden, jetzt im Ruhestand, ein Arbeitersohn, der sich der deutschen Bourgeosie angedient und sich auf die Verfolgung der RAF spezialisiert hatte. Seine „Karriere“ endete als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Denn eine Handvoll kapitalistischer Schmarotzer und Volksfeinde kann keineswegs allein mit den Volksmassen fertigwerden, schwarze Sherrifs und Boedens reichen da nicht hin.  Damit die Kapitalisten in Ruhe ausbeuten und genießen können bedarf es korrupter Gewerkschaften, Sozialdemokraten, Arbeiteraristokraten, lumpenproletarischer Polizisten, die durch Extraprofite bestochen werden.  2. Selbst während der Pariser Kommune ging ein Teil der Pariser Arbeiter mit den weißgardistischen Versaillern. In der spätbürgerlichen dekadenten Gesellschaft produziert eben JEDE Klasse ihren eigenen Abschaum, was Karl Marx schon in den Klassenkämpfen in Frankreich 1848 bis 1850, ein halbes Jahrhundert nach der klassischen bürgerlichen Revolution beobachtete. Zur Niederschlagung der Revolution mußte die französische Bourgeoisie aus den Reihen des von den Abfällen der Gesellschaft lebenden  Lumpenproletariats Mobilgarden organisieren. „So stand dem Pariser Proletariat eine aus der eigenen Mitte gezogene Armee von 24 000 jugendlichen, kräftigen, tollkühnen Männern gegenüber. Es schrie der Mobilgarde auf ihren Zügen durch Paris Vivats ! zu…Sein Irrthum war verzeihlich“. 3.

Zur Täuschung der Arbeiterklasse und der Volksmassen wird heute in Hannover die Erste Maikundgebung „Fest der Demokratie“ betitelt. Wer philosohiert denn schon auf einem „Fest der Demokratie“ über die VERNICHTUNG des Kapitalismus, über die GRÜNDUNG EINER NEUEN SOZIALISTISCHEN GESELLSCHAFT jenseits desselben ? Wenn wir am ersten Mai ein Fest der Demokratie feiern können, geht es dann nicht lediglich um eine Verbesserung der bürgerlichen Gesellschaft? Um mehr Demokratie (wagen) ! Damit das Fest im nächsten Jahr noch demokratischer, noch bunter, noch multikultureller wird ! Auch mit multikultureller Ideologie wird heute die scharfe Bürgerkriegstrennung zwischen Lohnarbeit und Kapital verwischt. Wiederholt warnte uns Lenin vor populären Modeschlagworten. „Ohne Wahlen geht es in unserem Zeitalter nicht; ohne die Massen kommt man nicht aus , die Massen KÖNNEN  im Zeitalter des Buchdrucks und des Parlamentarismus NICHT (kursiv von Lenin) geführt werden ohne ein weitverzweigtes, systematisch angewandtes, solide ausgerüstetes System von Schmeichelei, Lüge, Gaunerei, das mit populären Modeschlagworten jongliert, den Arbeitern alles mögliche, beliebige Reformen und beliebige Wohltaten verspricht – wenn diese nur auf den revolutionären Kampf für den Sturz der Bourgeoisie verzichten. Ich möchte dieses System Lloyd-Georgeismus nennen…“ 4. Und Lloyd-Georgeismus gab es auf der zentralen Kundgebung des DGB in Hannover genug, etwa  wenn der Hauptredner Franz Bsirske (Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di) soziale Ungerechtigkeiten im kapitalistischen System aufzählt, sodann aber Illusionen verstreut, man könne dieses gerechter gestalten. Auch Forderungen nach gerechten Löhnen verdecken, dass die kapitalistische Ausbeutung ja gerade in der Lohnform stattfindet, was immer betont werden muss, auch und gerade wenn zu Recht höhrere Löhne gefordert werden. Die kapitalistischen Wölfe sind jederzeit bereit, sich mit Arbeitern zusammenzusetzen, um über gerechte Löhne zu philosophieren. Erfreulich war, dass die Antifaschistische Aktion an der Fassade der Universität ein großes Plakat angebracht hatte: „Kampf dem Kapitalismus statt Fest der Demokratie“. 5.

Demokratie ist ein großes Wort. Ohne Zweifel fällt der bürgerliche Parlamentarismus nicht unter den Begriff der Demokratie 6., da er das elementare demokratische Recht der Abwählbarkeit der Gewählten, der Rückberufung,  gar nicht kennt. Auch Demokratie bedeutet noch Herrschaft, die Frage ist nur, wer wen beherrscht ? Man darf den politischen Begriff „Demokratie“ nicht im abstrakten politischen Sinn auffassen und darin belassen, sondern muss ihn immer mit der sozialen Fragestellung in Zusammenhang bringen, und da zeigt sich…dass nur ein Prozent der Deutschen „sorgenfrei reich“ 7. ist. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für Demokratie.  Legen wir diese 1 % kapitalistischen Ausbeuter und Volksfeinde in Ketten, zerschlagen wir das kapitalistische Ausbeutersystem, diese nur gewaltsam mögliche Emanzipation der 99 % arbeitenden Klassen ist das wahre Fest der Demokratie. 8. Im Kommunistischen Manifest steht die Forderung: Gleicher Arbeitszwang für alle. Da haben wir die Basis für Demokratie. Eine Demokratie, die in ihrer Anlage nicht zum Absterben ihrerselbst ausgerichtet ist, ist eben eine Diktatur. Das ist in der bürgerlichen Gesellschaft der Fall, in der eine verschwindend kleine Minderheit von Eigentümern an den Produktionsmitteln die arbeitenden Volksmassen ausbeutet. Und so erweist sich das von opportunistischen Gewerkschaftsbonzen ausgerichtete „Fest der Demokratie“ als Fest der bürgerlichen Diktatur über die arbeitenden Volksmassen.

1. Auch wurde kein Sprecher der Arbeitslosenbewegung zugelassen, womit der DGB signalisierte, dass er mit der bestehenden Gesellschaftsordnung einverstanden ist, während es gerade die Aufgabe der Gewerkschaften sein sollte, aufzuzeigen, dass die Herrschaft des satten Bürgertums und des mittelalterlichen Klerus mit der Gesellschaft unvereinbar ist.

2. Vergleiche Lenin, Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1978, 112

3.Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich, MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin, 1977, 133

4. Lenin, Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, Lenin Werke Band  23, Dietz Verlag Berlin, 1978,114f.

5.siehe: google: AfB Region Hannover Arbeitsgemeinschaft für Bildung im UB Region

6. Bürgerliche Parlamente halten sich noch Saaldiener/innen, die Abgeordneten lassen sich bedienen und debattieren über Menschenrechte, fern der Realität außerhalb der Parlamentsräume. Oder ist etwa nicht wahr, dass der Bundestag und das Abgeordnetenhaus zu Skandallöhnen geputzt wurden und  der Bundesrat per Gerichtsbeschluß Nachzahlungen an die Sozialversicherung erbringen mußte ? (Siehe die Gewerkschaftszeitung: Der Grundstein, Nr. 6, Juni 2010, Seite 10).  Parlamentarismus und Kretinismus sind Zwillingswörter. Der parlamentarische Kretinismus ist eine eigentümliche Krankheit, die seit 1848 auf dem ganzen Kontinent grassiert, „…der die Angesteckten in eine eingebildete Welt festbannt und ihnen allen Sinn, alle Erinerung, alles Verständnis für die rauhe Außenwelt raubt…“ (Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, in: Karl Marx Friedrich Engels Ausgewählte Werke in sechs Bänden Band II, Dietz Verlag Berlin, 1972, 377)

7. Am 27. August 2009 veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Ergebnisse einer Studie des Soziologie Professors Olaf Groh-Samberg von der Universität Bremen für das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die ergab, das nur 1 % des deutsche Volkes sorgenfrei reich ist im Sinne, dass er „vollständig von dem Zwang entbunden ist, sich und gegebenfalls ökonomisch abhängige  Familienmitglieder über seine eigene Arbeit und Anstrengung am Leben zu erhalten.“ (FAZ 27.8.2009,Seite 12).  99 %  leben nie ganz sorgenfrei. Wer angesichts einer solchen Perversion von einem „Fest der Demokratie“ faselt, gehört ganz einfach nach Australien unter die Känguruhs. Kapitalismus und Demokratie schließen einander aus, wo eine Minderheit die Mehrheit ausbeutet kann davon keine Rede sein. Streng genommen ist erst im Verlauf einer kommunistischen Revolution von Demokratie zu reden, deshalb sprechen auch Marx und Engels im Kommunistischen Manifest von der „Erkämpfung der Demokratie“. (Karl Marx Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, in: Marx Engels: Ausgewählte Schriften Band I, Dietz Verlag Berlin 1972, 44)  „Ihr entsetzt euch darüber, dass wir das Privateigentum aufheben wollen. Aber in eurer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum für neun Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben, es existiert gerade dadurch, dass es für neun Zehntel nicht existiert. “ (a.a.O.,40)

8. In der Politik geht es nicht so einfach zu wie in der einfachen Mathematik, wie auf dem Alexander Newski Prospekt, pflegte Lenin zu sagen. Rein mathematisch brauchen 99 % keine Gewalt gegen 1 % anwenden. Aber die spätbürgerliche Gesellschaft ist komplexer, wir haben das schwankende Kleinbürgertum, die Mittel- und Großagrarier, die internationalen Verbindungen der Bourgeosie, Polizei- und Militärapparat….usw. Eine proletarische Revolution ist keine einfache mathematische Gleichung. Namentlich hat die russiche Oktoberrevolution bewiesen – und Lenin hat mehrfach darauf hingewiesen – dass die Bourgeosie nach der Revolution STÄRKER bleibt.

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2 Antworten to “Macht den ersten Mai BULLENFREI 1. Mai Hannover”

  1. kurt w. fleming Says:

    Wo ist dieser Lenin-Spruch zu finden: „In der Politik geht es nicht so einfach zu wie in der einfachen Mathematik, wie auf dem Alexander Newski Prospekt“? Wer es weiß, bitte die Antwot schicken an: max-stirner@web.de
    Vielen Dank!

    • dierostigelaterne Says:

      hallo
      ich empfehle Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus. Da der Satz: In der Politik geht es nicht so gerade zu wie auf dem Alexander Newski Prospekt, der schnurgeraden Allee…

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