Archive for Juni 2010

Vor 60 Jahren brach der Koreakrieg aus

30. Juni 2010

Ein Krieg bricht nicht plötzlich aus und endet plötzlich, sondern der Frieden geht in den Krieg, dieser in den Frieden über. Deshalb schon schrieb der alte chinesische Kriegsphilosoph Sunzi: „Im Frieden bereite dich auf den Krieg vor, im Krieg bereite dich auf den Frieden vor. “ 1.

Zum Verständnis  nicht nur des Koreakrieges müssen primär die politischen Aktivitäten vor seinem Ausbruch studiert werden, bis die Widersprüche so weit antagonisierten, dass die Politik allein sie friedlich nicht mehr lösen konnte. Lenin betonte die fundamentale Bedeutung der Erkenntnis des preußischen Generalmajors Carl von Clausewitz (1780 – 1831): „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ 2.  Lenin schrieb über Clausewitz, dass dieser „…das bei Philistern und Ignoranten gängige Vorurteil bekämpft ( habe), das man den Krieg von der Politik der entsprechenden Regierungen, der entsprechenden Klassen loslösen könne.“ 3. Jede halbwegs sorgfältige Analyse einer beliebigen Epoche von Kriegen bestätige Clausewitz. Die Politik „….während langer Jahrzehnte vor dem Krieg muß in ihrer Gesamtheit studiert und verstanden werden. Täten wir das nicht, würden wir nicht nur die Grundforderungen des wissenschaftlichen Sozialismus und jeder Gesellschaftswissenschaft überhaupt vergessen, wir würden uns auch der Möglichkeit berauben, überhaupt irgend etwas vom gegenwärtigen Krieg zu verstehen.“ 4. Von allen wissenschaftlichen Geistern verlassen schreibt die Ignorantin Petra Kolonko in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum 60. Jahrestag des Ausbruchs des Koreakrieges so mir nichts dir nichts: „Am 25. Juni 1950 überquerten Truppen des kommunistischen Nordkorea den 38. Breitengrad und begannen einen Eroberungszug in Südkorea“ 5. Hier haben wir ein Musterbeispiel eines primitiven Glaubensbekenntnisses, einer Unfähigkeit, den Krieg als Prozess zu denken und natürlich  muss sie dann den kommunistischen Norden  der Aggressivität bezichtigen. Der Norden hat den Süden einfach überfallen, wie in einem Wildwestfilm. Nous verrons. Den Krieg als Prozess denken allein ist noch nicht ausreichend, man/frau muß auch so weise sein, nicht voreilig Schlüsse zu ziehen, wo allseitige Orientierung und allseitiges Kalkül erforderlich ist. Grundsätzlich sind stets die Fragen zu stellen: welche Klassen führen den Krieg und welchen sozialen Inhalt hat er ? Hätte Petra Kolonko den Koreakrieg in seiner Gesamtheit studiert, wäre sie nich zu so primitiven Aussagen gekommen wie: „Der Korea-Krieg war vor allem (dieses vor allem ist allzu köstlich) das Werk zweier skrupelloser Diktatoren.“ 6. Sie meint: Kim Il Sung und Mao Tse tung, (der im Koreakrieg seinen Sohn verloren hatte), als ob Männer Geschichte machen, was ein halbwegs gebildeter Mensch seit der französischen Revolution, seit dem Ende des Sonnenkönigtums wohl nicht mehr behauptet. Sie hat vom Koreakrieg nichts verstanden, kann sich aber trösten, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreiben viele über Kriege, ohne diese verstanden zu haben.7. Nicht jede/r, die/der in der FAZ schreibt, ist auch ein kluger Kopf. Ich habe ihren Artikel extra noch mal mit der Lupe gelesen, Arbeiter, Bauern, Volksmassen kommen in ihm nicht vor. Aber Kriege sind heute Massenkriege und der Vormarsch nordkoreanischer Truppen hatte neben der Niederwerfung der bürgerlichen Ausbeuterklasse einen primär sozialen Inhalt.

Es wird unendlich viel darüber gestritten, wer die Schuld am Ausbruch des Krieges gehabt habe, aber das ist eine sekundäre Frage, es ist nicht wichtig, wer angefangen hat, sondern welche Politik, welche Klassen, welche Staatensysteme haben auf den Krieg hingewirkt. Selbst ein bürgerlicher US-amerikanischer Geschichtsprofessor  namens Bruce Cumings 8.kommt in seiner Analyse des Koreakrieges zu der Erkenntnis, dass man nicht sagen kann, wer diesen Krieg angefangen  genau sowenig man die Frage beantworten kann, wer den Bürgerkrieg in den USA begonnen habe. Aber über den Charakter des Krieges wird man Aussagen treffen können.

1950 bildeten sich in ganz Korea Volkskomittees für die demokratische Umgestaltung, die aber im Süden von US-Imperialisten aufgelöst wurden, so dass sich das Regime Syngman Rhee (Li Syngman) etablieren konnte, das im Grund nichts anderes war als ein schikanöses Polizeiregime, um den Katholikem Rhee , der sich die meiste Zeit seines Lebens im Ausland, vorwiegend in den USA, herumgetrieben hatte, versammelte sich ein zutiefst reaktionärer Klüngel, der dann selbst dem amerikanischen Präsidenten Truman zuwider war. Dieser faschistische Polizeiklüngel war dann auch die treibende Kraft hinter den Provokationen am 38. Breitengrad, der die Truppen Marschall Kim Il Sungs  zu einem Befreiungskrieg veranlassten. Es ist bekannt, wie kläglich das Polizeiregime im Süden zusammenbrach, wobei auch südkoreanische Partisanen, die sich unter Rhee im Untergrund gebildet hatten, einen hohen Anteil beitrugen. Nur die  Hafenstadt Pusan wurde noch von faschistischen Truppen gehalten und nun begann auf diesem Stützpunkt die Landung us-amerikanischer Truppen unter dem Kommando des demokratiefeindlichen Generals Douglas Mc Arthur 9. getarnt unter der Flagge der UNO- es waren aber nicht nur die USA, kurz: es begann eine internationale imperialistische Verschwörung von 16 Räuberstaaten gegen das koreanische Volk.  Dazu gab es amphibische Landeoperationen an den Küsten Koreas, sehr gewagt, aber erfolgreich war die von Mc Arthur konzipierte Landung bei Incheon. Gegen die Werktätigen Koreas sollte die Fahne des Kapitalismus in ganz Korea aufgerichtet werden, was bekanntlich auch mit Unterstützung  rotchinesischer Verbände 10. mißlang, aber bis heute das Ziel der blutsaugenden Millionäre in Seoul bleibt.  Diese imperialistische Aggression, in der die USA gnadenlos Napalm einsetzten 11., kostete mehr als drei Millionen Menschen das Leben, 500 000 koreanische, 36 000 amerikanische und 400 000 chinesische Soldaten kamen auf militärischer Seite ums Leben.

1. Sunzi, Die Kunst des Krieges, Knaur Verlag, 1988,159

2.Carl von Clausewitz: Vom Kriege, R. Dümmler Verlag Bonn 1980, 210

3.Lenin, Krieg und Revolution, LW 24,379

4.a.a.O.,399f.

5. Tod am 38. Breitengrad, Vor 60 Jahren brach der Korea-Krieg aus, von Petra Kolonko, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Juni 2010, Seite 10

6.a.a.O.

7.Diese saubere Zeitung forderte auch nach der Nazidemo am 1. Mai 2010 in Berlin, die Faschisten unter Minderheitenschutz zu  stellen. Das ist allerliebst, die Kapitalisten fordern Minderheitenschutz. Siehe: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4.5.2010: Schauspieler, Seite 8. Selbst ein Schüler mit mittlerer Reife würde in einem Zeitungsartikel mehr über die Ursachen des Koreakrieges darlegen…die Dame Kolonko soll aber an der Universität Hannover studiert haben.

8. Siehe: google: bruce cumings

9. Dieser General war  zweifellos ein Antikommunist wie er im Buche steht, er forderte in aller Öffentlichkeit die Ausweitung des Krieges nach China und den Abwurf von Atombomben auf das Reich der Mitte. Dazu gibt es ein mittlerweile ins Internet gestelltes FBI Dokument 100 HQu – 93216 serial 461 Auskunft. Es ist weiterhin bekannt, dass die us-amerikanische Atomenegie Kommission (AEC)  schon 1948 durch Dr. Paul Mc Daniel ein „Gremium zur Prüfung von Möglichkeiten radioaktiver Kriegführung“ ins Leben rief. Trotz mehrfacher Ankündigung des Verlages ist das Buch Mc Arthurs „The Korea War“ noch immer nicht in deutscher Übersetzung erhältlich, für die militärgeschichtliche  Aufarbeitung des Koreakrieges sicher eine Lücke. In seinen Memoiren schreibt Mac Arthur selbst, dass er im Koreakrieg die US-Regierung ersucht habe, ihre Zustimmung zum Nukleareinsatz zu geben, um durch die radioaktive Verseuchung des nordkoreanischen Territoriums jede Möglichkeit eines Truppendurchmarsches zu nehmen.

10.Als in den Wochenschauen der Kinos die Bilder von rotchinesischen Soldaten gezeigt wurden, die us-amerikanische Offiziere in die Kriegsgefangenschaft abführten, dämmerte es, dass ein Riese in Asien erwacht ist. Es war ein Schock für alle Reaktionäre, Rassisten und Faschisten.

11. Vergleiche Klaus Kellman, Stalin Eine Biographie, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Primus Verlag Darmstadt 2005, 254. Der Antikommunist Kellman bemüht sich in seiner Biografie krampfhaft, Stalin zu kriminalisieren, sein Hinweis auf den us-amerikanischen Napalmeinsatz scheint mir deshalb glaubhaft. Ich habe mich mit Kelmman kritisch auseinandergesetzt in meinem Artikel: Stalin  Ein großer Freund des deutschen Volkes, (siehe: google: lenin unser aller lehrer stalin ein großer freund des deutschen volkes).

Heinz Ahlreip

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Aus der Tätigkeit des Volkskommissars Dzierzynski

28. Juni 2010

Zwischen 1921 und 1924 gab es auf dem Gebiet der russischen Sowjets große Transportprobleme, Lenins Partei stellte den Genossen Feliks Dzierzynski, den „Schrecken der Bourgoisie“ (1877 – 1926) an die Spitze des Volkskommissariats für das Verkehrswesen.

Abgesehen davon, dass  es in weiten Gebieten Rußlands nicht nur eine Missernte und eine Brennstoffkrise gab, so dass die Loks mit Torf geheizt werden mussten, sondern der Bürgerkrieg hatte auch cirka 80 Prozent des Eisenbahnnetzes zerstö, so dass es galt, 4000 Eisenbahnbrücken, 59 Prozent der Loks und 23 Prozent der Waggons instand ingang zu setzen. Der Vorsitzende der staatlichen Plankommission, Gleb M. Krshishanowski (1872-1959) sprach von „…regelrechten Friedhöfen zerstörter Waggons und Loks.“ 1. Der Güterumschlag betrug 1920 nur 27,8 Prozent gegenüber 1913, es wurden nur 61 Loks und 129 Waggons gebaut. Die Handelsflotte war zu 82 Prozent zerstört.

Der erste Schritt zur Lösung der gigantischen Aufgabe bestand in der Verbesserung der Lebensbedingungen. Im Gouvernement Moskau wurde Dzierzynski Vorsitzender der Kommission zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter. Zunächst mußte genügend Wohnraum geschaffen werden. Aus den Kommunehäusern (Arbeiterwohnheime) wurden alle Bewohner exmittiert, die keine körperliche Arbeit leisteten. Sodann wurden alle Moskauer Laggeräume inspiziert, um alle nichterfaßten Besitzwerte zu beschlagnahmen und an die Arbeiter zu verteilen. Während der Tätigkeit Dzierzynskis wurde die Lebensmittelversorgung der Arbeiter des Verkehrswesens verbessert. Trotz großer Schwierigkeiten konnte das Plenum des ZK der Kommunistischen Partei im September 1923 die Löhne der Eisenbahner erhöhen. in den besonders harten Wintermonaten 1922 fand man Dzierzynski in Sibirien. Der Volkskommissar verfügte u.a. den Eisenbahnern unterwegs eine warme Mahlzeit zu verabreichen. Gleichzeitig mit ihm traf eine große Sendung von Winteruniformen in Sibirien ein, und persönlich bestellte er  in Moskau Filzstiefel, Halbpelze, Mützen und Fausthandschuhe für die Arbeiter. Ohne diese sozialen Verbesserungen war an eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität im Verkehrswesen nicht zu denken.

Während seiner Zeit in Moskau konnten die Arbeiter jeden Nachmittag von 3 bis 4 Uhr in die Sprechstunden des Volkskommissars kommen. Diese Stunden gibt es heute nicht, stattdessen gilt Russland als Land der Duma, der freien Diskussion, während in Wirklichkeit die Mafia das Land terrorisiert, die sich selbst als „Verbrecher im Gesetz“ tituliert, die nicht mehr wie früher mit Lötkolben foltert, sondern mit den Politikern die Machtsphären abspricht. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Ganz anders Dzierzynski: Die persönliche Beteiligung des Kommissars an den Subbotniks (freiwillige Arbeitseinsätze) war selbstverständlich. Er war viel unterwegs, zog es vor, sich an Ort und Stelle ein Bild zu machen. Man erinnert sich an die „glorreichen“ Zeiten der Perestroika, als Gorbatschow, in vieler Hinsicht der Vermittler zwischen Crutschowschen Gulasch“kommunismus “ und der heutigen Mafia, Reisen in den Vatikan und in das Weiße Haus, zu Margret Thatcher…usf. antrat. Für Dzierzynski waren Eisenbahner, Seeleute, Hafenarbeiter, Verkehrskader Gesprächspartner. Dabei legte er die Überzeugungsmethode zugrunde. Einer der Leiter des Südbezirks schrieb später, wie Dzierzynski „…in seinem Eisenbahnwaggon die führenden Funktionäre zusammenrief und ihnen eine ganze Nacht lang Argumente darlegte, warum er das System der Verwaltung von Land- und Wasserstraßen verändert wissen wollte.“ 2. Unnachsichtig kämpfte er gegen jede Erscheinungsform des Bürokratismus. Wohl oder übel mußte das Volkskommissariat abspecken – der Stellenplan des Verkehrswesens wurde von 1 725 000 im April auf 760 000 im Juni 1923 gekürzt. Bereits im Dezember 1921 sprach Lenin auf dem IX. Sowjetkongress davon, daß in diesem Jahr organisatorische Verbesserungen auf dem Gebiet des Verkehrswesens zweifellos erreicht worden seien. Die Mängel im Verkehrswesen wurden durch die Kritik-Selbstkritik-Methode bekämpft, Fehler wurden nicht vertuscht. „Je klarer und je rascher wir alle unsere Mängel, die größten Versäumnisse und die Auswirkungen einer falschen Wirtschaftsführung erkennen, desto schneller werden wir sie beseitigen und positive Ergebnisse in unserer Arbeit erzielen können.“ 3.

Aller Tätigkeit wurde der internationale Klassenkampf zugrunde gelegt. „Es gibt keine einzige Wirtschaftsfrage, die außerhalb der weltweiten Perspektive des Klassenkampfes gelöst werden kann.“ 4. Ohne kollektive Anstrengung (wie etwa den Subbotniks) hätte die junge Sowjetunion die gigantischen Probleme nach ihrer Geburt nie in den Griff bekommen. So wurden zum Beispiel 1921 bei der Petrograder Eisenbahn 1470 Subbotniks veranstaltet, an denen 175000 Arbeiter teilnahmen. Dzierzynski wußte, dass „…das kollektive Denken und Wollen, das kollektive Schöpfertum der Arbeiter selbst…zu einem neuen faktor beispiellosen, gigantischen Wachstums von Industrie und Verkehrswesen werden“ 5. kann. Und so wurde selbst ein auf den ersten Blick von der Politik so entlegenes Gebiet wie das Verkehrswesen zu einer Kernfrage der Dikatatur des Proletariats, des Zusammenwachsens der Arbeiter und Bauern. „Der Kampf um die Erhöhung der Rentabilität des Verkehrswesens, um seine Arbeit ohne Defizit ist…ein Kampf…um die Festigung des Bündnisses der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft…“ 6. Schon damals versuchten die Trotzkisten dieses Bündnis zu verhindern. Georgi Pjatakow (1890 – 1937) forderte wiederholt die Beteiligung ausländischen Kapitals im sowjetischen Verkehrswesen. Unter anderem wollte er die Waggonreparaturwerkstätten deutschen Firmen in Konzession geben. Diese zwielichten Vorschläge fanden im Volkskommissariat für das Verkehrswesen kein Echo. „Jene Herren, die uns empfehlen, das ausländische Kapital an unseren Eisenbahnen zu beteiligen, haben in ihren tiefsten Inneren nicht die Interessen der ökonomischen Entwicklung des Landes im Auge, sondern politische Interessen, die wir zurückweisen müssen.“ 7. Das sowjetische Verkehrssystem wurde weder dem ausländischen Kapital  noch gemischten Gesellschaften ausgeliefert. Nicht ohne Stolz auf die geleistete Arbeit aller Werktätigen im Verkehrswesen konnte Dzierzynski 1924 verkünden: „Denkt daran, wie uns die ausländischen Wissenschaftler für die Eisenbahnen prophezeiten, daß wir im März zugrunde gehen werden. Jetzt kommen sie alle an und können sich nicht genug darüber auslassen, wie in Rußland das Verkehrswesen in Gang gekommen ist. Die ausländischen Propheten fassen es nicht, was kollektiver Wille heißt, was es bedeutet, die eigenen Stellungen behaupten zu wollen.“8.

Ich will den Leser nicht mit statistischen Erfolgsmeldungen überschütten, nur so viel: Wurden die Kosten im Verkehrswesen Ende 1922 noch zu 40 Prozent durch Stützungen abgedeckt, so konnte im Wirtschaftsjahr 1923/24 auf sie verzichtet werden. Das Verkehrswesen war für den Staat in nur drei Jahren zu einem gewinnbringenden Wirtschaftszweig geworden. Im Oktober 1923 gab es eine Reserve von zirka 3 000 betriebsfähigen Loks.

Auf dem VI. Unionskongress der Gewerkschaft der Schiffahrtsarbeiter im Januar 1924 konnte Dzierzynski die Bilanz ziehen, dass der Seetransport seine Hauptaufgabe, den Getreideexport, 1923 erfolgreich gelöst hatte. Im gleichen Monat fand die XIII. Parteikonferenz der Kommunistischen Partei statt. Eine ihrer Resolutionen lautete: „Das Verkehrswesen befindet sich in einer solchen Verfassung, daß es ohne besondere Schwierigkeiten allen Forderungen der Volkswirtschaft gerecht zu werden vermag.“ 9.

1. Siehe G.M. Krshishanowski: Ausgewählte Schriften, Moskau 1957, 425, russ. – Der sowjetische Transport, 1917 – 1927, Moskau 1927,229, russ.

2.Feliks Dzierzynski, Biographie, Dietzverlag Berlin 1981, (Übersetzung aus dem Russischen, verfast von einem Autorenkollektiv), 327

3.Offizieller Teil des Boten des Verkehrswesens, Nr.342 vom 22.12.1923

4.siehe ZSAdO Leningrads, Fonds 198, Liste 1, Akte 2, Blatt 8; Fonds 1000, Liste 5, Akte 22, Blatt 1, in: Felix Dzierzynski Biografie, Dietz Verlag 1981,333

5.siehe ZSAdO Fonds 5474, Liste 5, Akte 447, Blatt 1, in: Feliks Dzierzynski, Biografie, Dietz Verlag 1981,351

6.Feliks Dzierzynski, Ausgewählte Werke Band I,424

7.zit. in.: Zofia Dzierzynska: Jahre großer Kämpfe, Militärverlag DDR 1977, 366f. Auch Stalin brandmarkte im April 1929 in der Frage der Getreidebeschaffung den Vorschlag Rykows, das Angebot ausländischer kapitalistischer Gruppen anzunehmen, der Sowjetunion Getreide auf Kredit zu verkaufen. (Siehe Stalin: Über die rechte Abweichung in der KPdSU (B), Dietz Verlag Berlin, 1954, S. 82 – 84)

8.Torgowo – Promyschlennaja Gaseta (Handels- und Industriezeitung), 20. Juli 1924

9.Die KPdSU in Resolutionen, Bd. II., 159

Aussetzung der Wehrpflicht durch zu Guttenberg Konterrevolution ins Quadrat erhoben

6. Juni 2010

„Man würde sehen, wie die Politik die Ehre der Verteidigung der gemeinsamen  Sache auf Söldnerhaufen beschränkt“. 1.

Anfang 1865 verfasste Friedrich Engels aus damals aktuellem Anlaß eine Schrift betitelt:  „Die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei“.  Er  stellte anläßlich der Debatte um die Aussetzung der Wehrpflicht in Preußen eine merkwürdige Übereinstimmung fest: nur die deutsche Arbeiterpartei und die preußischen Konservativen stimmen überein, die allgemeine Wehrpflicht beizubehalten, Engels bezeichnet die allgemeine Wehrpflicht „…beiläufig als die einzig demokratische Institution, welche in Preußen, wenn auch nur auf dem Papier, besteht…“. sie sei gegen alle bisherigen militärischen Einrichtungen ein enormer Fortschritt. 2.   (Und sieht nicht ein, dass die Pfaffen davon ausgenommen werden sollen. Schon daraus wird ersichtlich, welche obskuren mittelalterlichen Geschäfte die Bischöfin Käßmann in ihrer Eigenschaft als „Mutter“ der Kriegsdienstverweigerer betreibt. Und die sogenannten Gebildeten haben denn auch gleich die Bedeutung der dunkelgebildeten  Dame für ihre akollektive asoziale Grundeinstellungen erkannt. „Das Schwert ist das Recht der Gemeinde“ hatte demokratisch Thomas Müntzer im deutschen Bauernkrieg gefordert, dieser Geist darf bis zum Kommunismus niemals aus dem deutschen Volk weichen, es käme einer Verewigung seiner Knechtschaft unter Pflugscharen gleich.).  Heute liegt eine ähnliche Konstellation vor. Der Kriegsminister Guttenberg selbst schlägt gegen rechtskonservative Kreise (Seehofer, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Andreas Schockenhoff) die Abschaffung der Wehrpflicht vor und die Liberalen klatschen natürlich Beifall. Und zwar sprechen sogenannte geostrategisch denkende Militärexperten, Schreibtisch- und Stammtischstrategen plappern diesen gerne nach, von einer seit dem Ende des Kalten Krieges veränderten Einsatzsituation, wachsenden internationalen Verpflichtungen, die professionelle Verbände erfordern, „…kein in der breiten Bevölkerung  verankertes Massenheer junger Staatsbürger , die treu für die Verteidigung ihrer Heimat eintreten.“ 3. Das Shematische dieser Darstellung leuchtet schnell ein, denn sie läßt die zentrale Dialektik zwischen Lohnarbeit und Kapital unberücksichtigt. Die Bundeswehr richtet sich also außenpolitisch aus. Doch in wessen Interessen ? Die Initiative zur Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht kommt nicht von ungefähr. Am Dienstag, dem 25. Mai 2010, beschäftigte sich die Frankfurter Allgemeine als Pflichtblatt der Frankfurter Wertpapierbörse in einem Artikel mit der Frage: wie es zur Inflation kommt ? 4. und das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich mit der Frage, ob die Verschiebung des halben Bundesetats (148 Milliarden Euro) in die faulen Hände der griechischen Bourgeosie verfassungskonform ist ? Drohende Inflation und eine Ausplünderung des deutschen Volkes, die in der deutschen Geschichte ihresgleichen sucht und mit einer, fast möchte man sagen,  ins Unendliche gehenden kriminellen Energie betrieben wird, sind ein brisantes Gemisch.  „C´ est le vol de l´aigle“ würde der Franzose sagen: das ist der Flug des Adlers, wobei vol sowohl Flug als auch Diebstahl heißen kann. 5.  Eine Inflation ist im kapitalistischen Wirtschaftssystem eine völlig natürliche gesetzmäßige Erscheinung 6. und der kluge Bourgeois baut vor: es kommt bei abzusehenden Hungeremeuten darauf an, vor allem zu verhindern, dass das Volk bewaffnet ist. Aber die Wehrpflicht ist die einzige zugegeben beschränkte Möglichkeit, dass  Arbeiter/innen und Bäuer/innen Waffenkenntnisse erlernen und auch die Möglichkeit haben, die Gewehre umzudrehen. Deshalb stellt die deutsche Finanzbourgeoisie jetzt Überlegungen an, die allgemeine Wehrpflicht, dieses zweischneidige Schwert,  auszusetzen. Lenin prägte uns ein: nimm das Gewehr, das dir bürgerliche Offiziere geben und erlerne gut alles Militärische. 7. (In gewisser Weise, füge ich hinzu: von den bürgerlichen Offizieren gegen diese zu lernen). Und im übrigen ist die allgemeine Wehrpflicht das Durchgangsstadium zur Volksbewaffnung.  Als der Bauernsohn Gerhard Scharnhorst 8.  in Preußen die allgemeine Wehrpflicht einführte, waren es gerade liberale Konservative wie Niebuhr und von Gentz, die vor der gewaltigen Volkskraft zurückbebten, die potentiell in ihr liegt. Sie ist zweischneidig in der Dialektik von Revolution und Konterrevolution, entweder gelingt die totale Mobilmachung im Dienste der kapitalistischen blutsaugerischen Räuber oder es gelingt, das bürgerlichen Offizierspack  zu entmachten. 9.

Wobei wir immer die perverse Rolle beachten müssen, die die deutsche Sozialdemokratie 1914 – mit Ausnahme von Karl Liebknecht – bei der Bewilligung der Kriegskredite gespielt hat. Die Sozialdemokratie ist die soziale Stütze des Kapitalismus. 10. Die ganze Geschichte der Bundesrepublik beweist, dass die Sozialdemokratie ein einzig stinkender konterrevolutionärer Kretin vor dem Kapital ist, ich habe  eine kleine Notiz in einer lokalen Tageszeitung (Hannoversche Allgemeine Zeitung) gelesen, dass zwischen Sigmar Gabriel und der Bischöfin Käßmann ein reger Handyverkehr stattfindet, das Mittelalterliche fühlt sich eben zum Mittelalterlichen hingezogen. Lenin und Stalin, die Lehrer der Arbeiterklasse, wiesen uns stets darauf hin, dass besonders die linke Sozialdemokratie hochgefährlich für den gesellschaftlichen Fortschritt ist, weil sie die Arbeiterklasse besonders raffiniert betrügt, eine proletarische Revolution hat mit diesen Kretins als erste abzurechnen. Eine andere Haltung gegenüber diesen Konterrevolutionären nahm zum Beispiel Bucharin ein: „Damit der Kampf gegen die Sozialdemokratie mit Erfolg  geführt wird, ist es notwendig, die Frage auf den Kampf gegen den sogenannten „linken“ Flügel der Sozialdemokratie zuzuspitzen, gegen denselben „linken“ Flügel, der mit „linken“ Phrasen spielt, mit ihrer Hilfe die Arbeiter geschickt betrügt und dadurch den Prozeß der Abkehr der Arbeitermassen von der Sozialdemokratie hemmt. Es ist klar, dass die Überwindung der Sozialdemokratie überhaupt unmöglich ist, ohne die „linken“ Sozialdemokraten vernichtend zu schlagen. Indessen wurden in den Thesen 11. Bucharins die Frage der „linken“ Sozialdemokratie vollständig umgangen.“ 12.

Am 13. Juli 2010 erschien unter der Überschrift: „Planet Bundeswehr“ ein bemerkenswerter Leserbrief in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, den ich hier zu fast 50 % wiedergeben möchte, da er ganz typisch kleinbürgerliche Auffassungen zur Armeefrage enthält: „Vielmehr landet man auf einem seltsamen Planeten, auf dem unsägliche Personen ein hermetisches, von Stumpfsinn, Dummheit, Langeweile und Schikane geprägtes Regime führen. Gerade Eigenverantwortung ist dort nicht gefragt, sondern roboterhaftes Befolgen völlig hirnloser Aufträge…den Kommis als Schule der Nation habe ich nicht erlebt, sondern nur die Verschwendung wertvoller Lebenszeit. Keine Brücke in die nächste Lebensphase, sondern ein Hindernis auf dem Weg dorthin. Wenn ich an meine 15 Monate Wehrdienst in den achtziger Jahren zurückdenke, empfinde ich heute noch tiefen Ekel vor dieser Zeit und auch ein wenig Scham dafür, was ich mir von unfähigen Vorgesetzten alles habe gefallen lassen“. Eine drastische Wortwahl, aber nichts Neues: schon vor der Geburtsstunde der allgemeinen Wehrpflicht sprachen sich preußische Zivilbeamte gegen ihre Einführung aus, da sie „das Grab aller Kultur, der Wissenschaften und Gewerbe, der bürgerlichen Freiheit und aller menschlichen Glückseligkeit“ 13. sei. Der kleinbürgerliche Karrierist spricht nur von sich, bedenkt gar nicht, dass er allein politisch nichts ausrichten kann, erlernt nicht das Waffenhandwerk mit der Perspektive der proletarischen Revolution. Er will die Welt nicht verändern, sondern seine Lebenszeit sei wertvoll. „Solange Leben in mir ist, werde ich gegen den Militarismus kämpfen“ schrieb Karl Liebknecht der sozialchauvinistischen SPD ins Stammbuch. Von diesem Kampfgeist spürt man im Leserbrief nichts.

Die Idiotie des spätbürgerlichen Militarismus hat er allerdings treffend und richtig mit dem Wort „Ekel“ wiedergegeben.

1. Jean Jacques Rousseau, Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen, Felix Meiner Verlag Hamburg 1995,259

2.Friedrich Engels, Die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei, Marx Engels Werke Band 16, Dietz Verlag Berlin 1974,44

3.Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Juni 2010, Seite 2: Stimmen der anderen: Vor dem Abschied von der Wehrpflicht: In der „Südwest Presse“ (Ulm) heißt es zur Diskussion um Abschaffung oder Fortbestand der Wehrpflicht.  Das Blendwerk , das der Politikaster und Kriegsminister zu Guttenberg, in Gehabe und Weltanschauung ein Mann des Mittelalters,aufführt, gilt es zu entlarven. Auf den ersten Blick scheint es, als liege  beim Minister eine Unkenntnis  des militärgeschichtlichen Verlaufs der Herausbildung der großen Massenheere als Folge der französischen Revolution vor. Nicht nur der proletarische Militärexperte Engels sah, dass die Bedeutung der Massen, der  bildungsmäßigen Anforderungen und die Anforderung zum selbständigen Handeln an den je einzelnen  Soldaten nicht ab-, sondern zunehmen, sechs Monate Wehrpflicht ist in der Tat ein Unterfangen, das deutsche Volk wehrlos zu machen, dem deutschen Volk steht der große vaterländische Krieg gegen die ausländischen Okkupationstruppen und der Bürgerkrieg gegen die einheimische Kapitalistenklasse noch bevor. Die revolutionären Arbeiter/innen und Bäuer/innen haben ein klares Feindbild und einen gesunden Klassenhass. „Wie es sich aber in der proletarischen Revolution für die Industrie nicht darum handelt die Dampfmaschinen abzuschaffen sondern sie zu vermehren, so für die Kriegführung handelt es sich darum die Massenhaftigkeit und Beweglichkeit, nicht zu vermindern, sondern zu potenziren.“ (Friedrich Engels, Bedingungen und Aussichten eines Krieges der Heiligen Allianz gegen ein revolutionäres Frankreich im Jahr 1852, MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,523) In einem Interview mit WELT online vom 1. August 2010 äußert sich der militaristisch eingestellte Ex-Generalinspekteut Klaus Naumann: „Ein Grundwehrdienst von sechs Monaten macht militärisch gesehen wenig bis keinen  Sinn, bindet eine Unmenge Personal, erhält eine umfangreiche Wehrersatzorganisation am Leben und verschlingt somit Geld, das für eine Armee im Einsatz an anderer Stelle dringend benötigt wird.“ (google: nauman welt bundeswehr berufsarmee), entschieden falsch ist seine Auffassung, die allgemeine Wehrpflicht, wenn auch zähneknirschend, auszusetzen.

4. Philip Plickert: Wie es zur Inflation kommt, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Mai 2010, Seite 12

5. Der ehemalige, finanzpolitisch bewanderte  Bundespräsident Köhler hatte nicht genug kriminelle Energie, dieses volksfeindliche Verhalten weiter mitzumachen. Unterschlagen wurde in den Medien eine zentrale Passage seiner Rücktrittsbegründung: „Nie mehr werdet ihr mich zwingen, meine Unterschrift unter etwas zu setzen, was dem deutschen Volk schadet. Für alles weitere wird mich später niemand der Mitverantwortung bezichtigen dürfen. Aber dafür Euch, ihr Politiker und Journalisten.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Juni 2010, Briefe an die Herausgeber, Für Köhler wohl eine seelische Tortur, Dr.-Ing. Kurt Gehlert, Iserlohn, Seite 17). Nur dass er seine umstrittenen Äußerungen auf dem Rückflug aus Afghanistan als rücktrittsbegründend vorschob und damit Angela Merkel nicht in den Regen stellte, aber das deutsche Volk täuschte.

6. Ein gesetzmäßiger Zusammenhang besteht auch zwischen einer Inflation und der Bereithaltung faschistischer Kräfte zur Niederschlagung von Aufständen, diese Kräfte hält sich die Bourgeoisie warm. Denn es ist pure Illusion auf bürgerliches Krisenmanagement zu hoffen, das Management wird vorgegaukelt, doch die Anhäufung des gesellschaftlichen Reichtums in den Händen von Privaten geht ohne Unterbrechung weiter, die Krise wird also statt gelöst nur noch vertieft. In den periodisch auftauchenden Krisen, die unlösbarer Bestandteil der bürgerlichen Gesellschaft sind, wird eine Masse von Produktivkräften vernichtet, neue Märkte erobert und alte gründlicher ausgebeutet, das heißt die Krisen werden einen immer schärferen Charakter annehmen. (Vergleiche Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 1984,21). Die Bourgeoisie kann die von ihr erzeugten Produktivkräfte nicht mehr beherrschen und unter ihrer Leitung rennt die Gesellschaft dem Ruin oder der Revolution entgegen. (Vergleiche Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels Werke Band V, Dietz Verlag Berlin 1972,182)

7. Vergleichen wir einmal die Repräsentanin des wurmstichigen und verfaulten Mittelalters, die Bischöfin Käßmann, mit einer proletarischen Frau: Was sollen die proletarischen Frauen degegen tun ?? Nur jeden Krieg und alles Militärische verwünschen, nur die Entwaffnung fordern ? Niemals werden sich die Frauen einer unterdrückten Klasse, die revolutionär ist, mit solcher schändlichen Rolle beschneiden. Sie werden vielmehr ihren Söhnen sagen: Du wirst bald groß sein, man wird dir das Gewehr geben. Nimm es und erlerne gut alles Militärische – das ist nötig für das Proletariat, nicht um gegen deine Brüder zu schießen, wie es jetzt in diesem Räuberkrieg geschieht und wie dir die Verräter am Sozialismus raten, sondern um gegen die Bourgeosie deines „eigenen“ Landes zu kämpfen, um der Ausbeutung, dem Elend und den Kriegen nicht durch fromme Wünsche, sondern durch das Besiegen der Bourgeosie und deren Entwaffnung eine Ende zu bereiten.“ Lenin: Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin,78

8. Ich verweise auf meine Biographie über Scharnhorst, siehe unter: google: „lenin unser aller lehrer scharnhorst ein general des fortschritts“.

9. Kommunistische Revolutionäre müssen den bürgerlichen Staat ausnutzen, hier: das Erlernen des Waffenhandwerks, sie müssen nach der Zerschlahung des bürgerlichen Staates dann den revolutionären Staat gegen die Bourgeoisie anwenden, wobei für beides Waffenhandwerk sehr wichtig ist, und drittens: nach der Liquidierung der Bourgeosie beginnt der proletarische Staat abzusterben.

10. Die revolutionäre Wachsamkeit darf sich aber nicht nur auf die SPD als gemäßigter Flügel des Faschismus und besonders auf ihren linken Flügel beziehen, sondern muß sich noch auf zwei Strömungen in der KPD beziehen. Der linken Sozaildemokratie als besonders giftige Pflanze in der politischen Landschaft wird Dünger gegeben von der rechten Abweichung in der KPD und einem Versöhnlertum gegen diese Abweichung innerhalb der KPD. Die revolutionäre Wachsamkeit hat also in dieser Dialektik von vier Strömungen zu wirken: SPD – linke SPD – rechte KPD – Versöhnlertum gegen die rechte KPD innerhalb der KPD.

11. Gemeint sind die Thesen Bucharins zur internationalen Lage, die dieser auf dem VI. Kongress der Komintern einbrachte, der vom 17. Juli bis zum 1. September 1928 in Moskau tagte. Bucharin umging mit seinen Thesen die Delegation der KPdSU (B), in der sie zunächst hätten besprochen werden müssen, und stellte sie gleichzeitig den ausländischen Delegationen des VI. Kongresses zu.

12. J-W. Stalin, Über die rechte Abweichung in der KPdSU (B), Rede auf dem Plenum  des ZK und der ZKK der KPdSU (B) im April 1929, Stalin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin 1954,19f.

13. Siehe: Heinz Stübig, Gerhard von Scharnhorst – preußischer General und Heeresreformer, Studien zu seiner Biografie und Rezeption, Geschichte: Forschung und Wissenschaft  Band 34, LIT Verlag Berlin, 2009,19f.

Heinz Ahlreip