„So wie ein Automat sich selbst erhalten kann“

ZUR DIALEKTISCHEN KRITIK EINES MECHANISCHEN GESELLSCHAFTSMODELLS

„Die Anschauung, welche unter der Herrschaft des Privateigentums und des Geldes von der Natur gewonnen wird, ist die wirkliche Verachtung, die praktische Herabwürdigung der Natur. In diesem Sinn erklärt es Thomas Müntzer für unerträglich, „…daß alle Kreatur zum Eigentum gemacht worden sei, die Fische im Wasser, die Vögel in der Luft, das Gewächs auf Erden.“ 1.

Die fundamentale Arbeitsteilung zwischen Geistes- und Naturwissenschaft wollte Kant durch eine mathematische Grundlegung der Metaphysik überwinden. Gelänge dieses Konzept, reduzierte sich Geisteswissenschaft auf ein naturwissenschaftliches zu betreibendes Studium eines Automaten: „…bis endlich einmal, teils durch die bestmögliche Anordnung der bürgerlichen Verfassung innerlich, teils durch eine gemeinschaftliche Verabredung und Gesetzgebung äußerlich, ein Zustand errichtet wird, der einem bürgerlichen gemeinen Wesen ähnlich, so wie ein Automat sich selbst erhalten kann.“ 2. Fatalerweise hält Kant aber in ihm einen Herr-Knecht-Automatismus bei, jenseits dessen Freiheit ihren Ort hätte. Es gibt ihn nicht auf dieser Erde, weil Kant den Ewigen Frieden in der Weise eines Rechtsmathematikers durch die Kugelgestalt der Erde erzwingen will. Durch die Kugelgestalt der Erde muß der Krieg die Menschen eines Tages friedensgesinnt zusammenführen, während die unendliche Fläche immer wieder die Gelegenheit zu einem weiteren Anlauf zum Kriege gäbe. Schon Heraklit wußte: Der Krieg führt die Menschen zusammen. Und die Kugelgestalt läßt letztendlich nur die Friedensoption offen.

In der Tat saugen die Naturwissenschaften bei ihrer völligen Quantifizierung der Natur beständig an den Mutterbrüsten der Mathematik. Mathematisierung der Natur geht einher mit ihrer Entqualifizierung. Während kleinbürgerliche Intellektuelle  heute zärtlich zur Natur, zur Pflanze und zum Baum sich verhalten, ist die kreativste Potenz der Natur, der tätige Arbeiter, durch die technische Revolution reduziert auf  „…ein bloßes Zubehör der Maschine…“ 3.

Bereits Descartes überlegte sich das Tier als Maschine. Der Lebensakt der Materie war für ihn die mechanische Bewegung. 4. Dieser cartesianische Ansatz, dem die strikte Trennung von Leib und Seele zugrunde liegt, bricht mit dem Materiebegriff der aristotelischen Tradition, in dem eidos (forma) einen bestimmenden Einfluß auf hyle (materia) hatte. Descartes glaubte bei der Erklärung der Funktionszusammenhänge der Materie ohne Mitwirkung einer qualitas occulta (sprich: Seele) auszukommen. „Descartes erfand ein technomorphes Modell des Organismus, indem er die Befunde der Astronomen, der Feuerwerker. der Uhrmacher, der Konstrukteure optischer Geräte und mechanisch arbeitender Automaten zum Aufbau einer neuen Biotechnik verwertete.“ 5. Der ideale Arzt ist ein Maschinenbauer. Die Ablehnung  metaphysischer Spekulation durch die Aufklärung hat den Menschen vollends auf eine Maschine reduziert. Der französische Atheist und Arzt La Mettrie, der seine Kritik der Religion folgerichtig in eine der philosophischen Spekulation ausweitete, sah als überzeugter Naturwissenschaftler im Menschen eine senkrecht kriechende Maschine. Die Grenzen zwischen Mensch Tier Pflanze Maschine geraten bei La Mettrie provokativ durcheinander.   (Diese Auffassungen waren zu ihrer Zeit progressiv und hatten eine große geschichtliche Berechtigung, La Mattrie zog aus der Leugnung der Unsterblichkeit der Seele direkt atheistische Konsequenzen und seine Auffassungen passierten am preußischen Hofe Friedrichs II. gerade noch als Narretei). Mit der Entsetzung des Arbeiters vom Produktionsprozess, mit der Verdrängung des Zubehörs durch seine Maschine ist die Quantifizierung der Natur scheinbar zu einem unausbleiblichen Resultat gekommen, die bürgerliche Gesellschaft von Robotern wäre dieser Automat, der sich selbst erhalten kann.

Die über die Mehrwertproduktion ihrer Sklaven verfügenden Klassen haben immer aus Gründen der Herrschaftsabsicherung alles getan, dass die immer mehr zunehmende Quantität der Enteignung und Entfremdung nicht in die Qualität eines Sklavenaufstandes umschlägt. Die heutigen Medien sind massenmanipulativ insbesondere darin, dass sie versuchen, die sklavische Konstellation von Lohnarbeit und Kapital als anthroplogisch  konstante  in die Köpfe der Lohnsklaven einzuhämmern. (Schon der Gedanke, dass es eine Geschichte der Sklaverei gibt, kann subversiv sein, die Kapitalisten mögen keine Arbeiter/innen, die sich mit der Geschichte ihrer Bewegung befassen). Das Kapital schafft sich die Welt nach seinem Bilde, ja nach seiner Bildung:  Der Entdialektisierung der Natur korrespondiert die Enthistorisierung der Geschichte. Aus dieser wechselseitigen reduktiven Ergänzung bildet sich die bürgerliche Ideologie,  „bildet“ hier sogar in doppelsinniger Bedeutung: bürgerliche Bildung reduziert sich auf  arbeitsteilige wissenschaftsdisziplinäre Anhäufung von Fakten, ohne deren inneren Zusammenhang vermitteln zu können, schon ganz zu schweigen von dem inneren Zusammenhang zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften.

Unlösbar innerhalb des Rahmens der bürgerlichen Gesellschaft ist die zunehmende Kollektivierung durch den kapitalistischen Produktionsprozess und die ideologische Propaganda der Individualität des Menschenrechts, alle gesellschaftlichen Alternativen zum Kapitalismus werden diskussionsmäßig zugelassen als Varianten einer auf dem individuellen Menschenrecht basierenden Gesellschaftmodelle außer der kommunistisch-kollektiven, bei der Zuspitzung des Klassenkampfes, in der dieser Widerspruch zur kollektivistischen Lösung pocht, wird über den Ausnahmezustand die KP verboten. Denn in der Tat ist es der Alptraum des Geldsackes, im Kollektiv unter gleichem Arbeitszwang zu stehen. Individuelle Lösungen des Konflikts werden zugelassen in der Anarchie der Produktion.( Der Anarchist Max Stirner verfasste das Werk: „Der Einzige und sein Eigentum“, was  eine schöne Überschrift für die kapitalistsiche Gesellschaft abgibt und warum ihre Ideologen sie als freie postulieren) So sind zum Beispiel die Anarchisten für die ökonomische Gesellschaftsformation des Kapitalismus ungefährlich. „Die Weltanschauung der Anarchisten ist eine umgestülpte bürgerliche Weltanschauung. Ihre individualistischen Theorien und ihr individualistisches Ideal sind das gerade Gegenteil vom Sozialismus. Ihre Ansichten drücken nicht die Zukunft der bürgerlichen Gesellschaftsordnung aus, die unaufhaltsam zur Vergesellschaftung der Arbeit führt, sondern die Gegenwart, ja sogar die Vergangenheit dieser Ordnung, die Herrschaft des blinden Zufalls über den vereinzelten, alleinstehenden Kleinproduzenten.“ 6.

Die anfängliche Opposition gegen die Große Industrie, die in Diebstahlsverbrechen und  im Luddismus  bestand,  der in gewisser Weise eine Flucht nach vorn darstellte und in dem der Handelsartikel, die Ware Prolet konkurrierende Waren vernichtete, , hat sich konserviert in individuell anarchistischen  Protesten gegen die mathematisierte Natur- und Gesellschaftsmaschinerie, heute oft eine verweigernde Flucht, die statt in der bürgerlichen Metaphysik und Kunst mehr und mehr im Drogenrausch ihr Heil sucht. Die durch die alle Lebensbereiche umfassende kapitalistische Kalkulation am meisten Leidenden werfen im Rausch die Fessel der Mathematik kurzzeitig ab, um ihr sodann um so mehr zu erliegen. Indeß sind das Dyonisische als auch das Apollinische nur zwei Seiten des gleichen weltgeschichtlichen Horrors: die Aufklärung hatte ihre hellsten Köpfe guillotiniert: „…er ist also der kälteste, platteste Tod, ohne mehr Bedeutung als das Durchschlagen eines Kohlhauptes oder ein Schluck Wassers.“ 7. Die Emanzipation des aufgeklärten Subjekts fand in dieser Reduktion ihren Abschluß. In ihrer emanzipativen Wendung gegen die Metaphysik hatte die Aufklärung lediglich die Physik des Terrors hervorgebracht. „Diese seine Realität findet aber das absolutfreye Selbstbewußtsein ganz anders als ihr Begriff von ihr selbst war, daß nemlich der allgemeine Willen nur das positive Wesen der Persönlichkeit sei, und dieses in ihm sich nut positiv oder erhalten wisse.“ 8. Welche reaktionären Momente auch immer in Hegels Kritik der Aufklärung liegen, in äußerst scharfsichtiger Weise hat er sich gegen eine Dominanz der Mathematik in den Wissenschaften gewandt – der Dialektiker will gegen die sich durch das Zeitalter der Aufklärung drohend abzeichnende Eindimensionalität das Qualitative der menschlich natürlichen Beziehungen retten. „Ihr Zweck oder Begiff ist die Größe. Diß ist gerade das unwesentliche, begrifflose Verhältnis. Die Bewegung des Wissens geht daher auf der Oberfläche vor, berührt nicht die Sache selbst, nicht das Wesen oder den Begriff, und ist deßwegen kein Begreifen. Der Stoff, über den die Mathematik den erfreulichen Schatz von Wahrheiten gewährt, ist der Raum und das Eins.“ 9.

Buchstäblich hat die Computertechnologie im Verbund mit den Massenmedien den intellektuellen Tod der Völker eingeläutet. Dem vom Computer gesteuerten Arbeitsablauf folgt die mediale Infantilisierung zur eindimensionalen Weltauffassung. Der tätige Mensch soll selbst „das Eins“ werden, dessen Wissen nur noch an der Oberfläche fortgeht. Der Computer hat „…fixierte todte Sätze, bey jedem derselben kann aufgehört werden, der folgende fängt für sich von neuem an, ohne daß der erste sich selbst zum andern fortbewegte und ohne daß auf diese Weise ein nothwendiger Zusammenhang durch die Natur der Sache selbst entstünde.“ 10.

Solange der Computer eingeschaltet ist, ergibt sich ein Zusammenhang von Objektivität lediglich durch den Austausch seiner Daten, während die Individuen als isolierte vor dem Monitor sitzen. Am Abend verlangt dann der Quizmaster im Fernsehen von den Kandidaten „fixirte, todte Sätze“. Damit ergibt sich ein Verhältnis des Subjekts zur Objektivität, zur Veräußerung seiner Intellektualität, seines Lebens- und Weltzusammenhangs wie er typisch innerhalb warenproduzierender Gesellschaften ist. Das Zubehör der Maschine betet den Fetisch Ware an im Immanenzgitter einer wesensfremden Kommunikation, die über das Zubehör übergreift und seine periphere Lebensbestimmung theoretisch festschreibt. Der Kult des Individuums vervollständigt seine Daseinsweise als Registriernummer endgültig. Nicht mehr nachdenken soll der Arbeiter über den Zusammenhang seiner Klasse mit den Götzen Gott-Gold-Geld, zum Kapital, die Atomisierung in das Eins verhindert über die Zerstörung der Zusammenhangsreflexion den Zusammenhalt der Klasse, den die modernen Produktionsmittel faktisch herbeiführen. Die Zusammenkünfte unserer Medienzaren scheinen mir Wannseekonferenzen zu sein, auf denen die Endlösung der dialektischen Frage besprochen wird. Schon Marx hatte im Brief an Kugelmann vom 11. Juli 1868 darauf hingwiesen, dass das Problem der Werttheorie im Zusammenhang steht mit dem Interesse der herrschenden Klassen, die „Konfusion zu verewigen“ 11.

Dialektik, das Denken der Zusammenhänge in ihren gesetzmäßigen Abhängigkeiten, ist „….dem Bürgertum und seinen doktrinären Wortführern ein Greuel…“ 12. Wir sehen, wie sich der Kapitalismus auf die Spitze getrieben hat – und gerade auf dieser Spitze erfolgt der Umschlag. „Indem die kapitalistische Produktionsweise mehr und mehr auf die Verwandlung der großen, vergesellschafteten Produktionsmittel in Staatseigentum drängt, zeigt sie selbst den Weg an zur Vollziehung dieser Umwälzung. Das Proletariat ergreift die Staatsgewalt und verwandelt die Produktionsmittel zunächst in Staatseigentum. Aber damit hebt es sich selbst als Proletariat, damit hebt es alle Klassenunterschiede und Klassengegensätze auf, und damit auch den Staat als Staat.“ 13. Mit der Aufhebung des proletarischen Staates geht die Demathematisierung der Natur durch die revolutionäre Aufhebung der Ware-Geld-Beziehung als ihre Requalifizierung einher. Aber eigentümlicherweise führt diese Aufhebung nicht zum Ende der wissenschaftlichen Disziplin der Mathematik, die für jeden Produktionsprozess unentbehrlich ist, sondern zum Ende der  die Naturwissenschaften endlich vom ideologishen Schutt freilassenden Geistes- bzw. Staatswissenschaften, das was Marx und Engels in der Deutschen Ideologie die idealistische Superstruktur 14. nannten.

Auf die immer größer werdende Bedeutung der Naturwissenschaften hat Lenin in seiner Schrift: „Über den streitbaren Materialismus“ hingewiesen. Die wissenschaftliche Entfaltung der Arbeiterklasse wird heute gerade dadurch gehemmt, dass sich die Elemente der unproduktiven Klassen mit den sogenannten Staatswissenschaften verschwistert haben und die Ideologie der Versklavung der produktiven Klassen qua Staat und Staatswissenschaften produzieren. Die „Staatswissenschaftler“ beherrschen ähnlich wie im Mittelalter die Pfaffen die Gedanken der Menschen, so kommt es, dass nur wenige ebenfalls aus den unproduktiven Klassen stammenden Naturwissenschaftler eine ihrem fachwissenschaftlichen Kenntnisstand  adäquate Weltanschauung gewinnen: den atheistischen Marxismus. Die große Mehrzahl der Geistes- und Naturwissenschaftler in der bürgerlichen Gesellschaft ist schizophren auf Grund ihrer objektiven Klassenlage, vergessen wir nicht, dass von den Teilnehmern an der Wannseekonferenz zur Endlösung der Judenfrage außer dem Vorsitzenden Reinhard Heydrich alle Teilnehmer einen von einer deutschen Universität verliehenen Doktorgrad besaßen. Oder um einen anderes Beispiel zu nennen: ist etwa nicht wahr, dass die Arbeiter/innen im Krankheitsfall von Ärzt/inn/en behandelt werden, denen der Produktionsprozess völlig fremd ist ? Gegenüber den Ärzten seiner Zeit hatte schon Rousseau ein wohlbegründetes Mißtrauen. Eine sehr gute Darstellung des Verhältnisses Arzt Patient findet sich in Georg Büchners „Woyzek“. Stalin wies und kurz vor seinem Tod durch die Aufdeckung der Ärzteverschwörung auf die Gefährlichkeit dieser Akademiker hin, bekommt man in Arztpraxen mit, wie heute in der BRD arbeitende Menschen  von Ärzten behandelt werden, so muß man sagen, dass an der Wiege der BRD-Medizin SS Traditionen standen. (Zum Verhätnis von Theorie und Praxis ist ein epochemachendes Buch „Die Lage der arbeitenden Klassen in England“ von Friedrich Engels. Während Buchgelehrte sie nur als leidend erfassten, brach Engels aus den akademischen Ghetto aus und lebte monatelang selbst unter den Arbeiterfamilien in Manchester mit der Erkenntnis des emazipativen Gehalts, das in diesen Klassen schlummert). Diese Schizophrenie zwischen produktiven und unproduktiven Klassen würde zur Ausmerzung der Völker führen, wenn nicht die Arbeiterklasse qua objektiver Lage in der bürgerlichen Gesellschaft, genauer kraft ihrer ökonomischen Rolle in der Großproduktion,  gezwungen sein würde, die unproduktiven Kannibalen, die die Völker quälen und vergiften, lähmen und krankmachen mit Feuer und Schwert auszurotten. Es ist der Bürgerkrieg „…in seiner fürchterlichsten Gestalt, der Krieg  der Arbeit und des Capitals.“ 15.

Im historischen-dialektischen  Materialismus sind Existenz und Entwicklung der Gesellschaftswissenschaften an Existenz und Entwicklung von Klassengesellschaften und den ihnen immanenten entfremdeten Beziehungen unter den Menschen gebunden. Klassengesellschaften bedürfen Gesellschaftswissenschaften wie Gesellschaften ohne Klassen nur noch Naturwissenschaften. Wird bei zunehmender Kollektivierung der Produktion die revolutionäre Kampfpartei aufgehoben, so wissenschaftsgeschichtlich der Marxismus selbst als die letzte mögliche Gesellschaftswissenschaft in Klassengesellschaften. Mit dem proletarischen Staat stirbt der Marxismus ab. „Die Geschichte selbst ist ein wirklicher Teil der Naturgeschichte, des Werdens der Natur zum Menschen. Die Naturwissenschaft wird später ebensowohl die Wissenschaft von dem Menschen wie die Wissenschaft von dem Menschen die Naturwissenschaft unter sich subsumieren: es wird eine Wissenschaft sein.“ 16. Man muß diese letzten fünf Worte von Marx eigentlich mit großen Lettern schreiben. Eine merkwürdige „Verschwisterung“ zwischen Gesellschafts- und Naturwissenschaften finden wir dagegen im von Manfred Buhr und Georg Klaus 17. herausgegebenen Philosophischen Wörterbuch der DDR Stichwort Wissenschaft: „…daß die Verwandlung der Wissenschaft in eine unmittelbare Produktivkraft der sozialistischen und kommunistischen Gesellschaft keine Angelegenheit der Naturwissenschaften allein ist, sondern im Zusammenwirken von Naturwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft erfolgt.“ 18. Das Nebeneinander von Naturwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft deutet auf eine Klassenspaltung in produktive und unproduktive Klassen hin, es kann im Kommunismus keine Gesellschaftswissenschaft geben, wie Marx sagt: ES WIRD EINE WISSENSCHAFT SEIN. Es ist die geschichtliche Natur und die natürliche Geschichte des Menschen in eins, was Bruno Bauer vor Marx und Engels in seinem Artikel „Charakteristik Ludwig Feuerbachs“ in „Wigand´s Vierteljahrschrift“ (1845) 19. und Buhr/Klaus nach den beiden spaltete. Der Kommunismus ist im übrigen keine Gesellschaft, in der alle Marxisten sind.

Die Kehrseite der Abweichung der Philosophen Manfred Buhr und Georg Klaus vom Marxismus stellt die These Lion Wagners dar, der Marxismus sei nicht autark genug, Aufstieg und Fall ökonomischer Gesellschaftsformationen zu erklären. 20. Und zwar versucht er aus dem Zerfall der Sowjetunion und der ihr angegliederten Staaten Kapital zu schlagen, als er die Monopolstellung des Marxismus bezüglich der Stichhaltigkeit gesellschaftswissenschaftlicher Analysen in Frage stellt durch die bizarre Darlegung, die Beurteilung der Qualität untergegangener Gesellschaftsordnungen sei auf Grund des höchsten Allgemeinheitsgrades der marxistischen Philosophie durch diese allein nicht möglich und müsse ergänzt werden durch die dialektisch-kybernetische Methode. 21. Als habe der wissenschaftliche Sozialismus gerade auf den Steuermann Lion Wagner gewartet, der uns aufklärt: Sozialismus gab es nie.

Ich kann mich hier nicht über das mehr als tausend mal erörterte Thema über das Verhältnis von Ökonomie und Philosophie im Marxismus  auslassen, angefangen beim jungen Marx 1844 in den Ökonomisch Philosophischen Manuskripten, in denen er den Philosophen bereits als eine Abstraktion des entfremdeten Menschen bezeichnete 22. , bis zum späten Engels im „Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie“, in dem die gesellschaftswissenschaftliche Bedeutung der Philosophie so ziemlich zusammengestutzt wird, die marxistische Philosophie ist gerade ein Spezialfall der Dialektik und Engels hat ihr konkrete Funktionen zugewiesen, sie hat gerade keinen hohen oder höchsten Allgemeinheitsgrad. Was soll das auch sein ? Höchster Allgemeinheitsgrad ? Als Gegenstand bleibt der Philosophie nur die formelle und dialektische Logik. Der Philosoph/die Philosophin/die Philosophie mit marxistischem Anspruch kann uns in diesen fundamentalen Fragen: Gab es Sozialismus ?, Warum kollabierte der Sowjetische Sozialismus ?, warum blieb die chinesische Kulturrevolution 23. weltgeschichtliche Episode ? nicht weiterhelfen, der Schlüsel zur Bantwortung dieser Fragen liegt in der Ökonomie. Im 18. Brumaire des Louis Bonaparte leitet Marx zum Beispiel die Militärdiktatur Napoleons III. aus einer ökonomischen Krise ab, keineswegs ergibt sie sich  primär  „…als Abschluß einer ganzen Reihe konterrevolutionärer Taten der herrschenden Bourgeoisie in den Jahren der Republik.“ 24.

Für Wagner hingegen ist das wissenschaftliche Instrumentarium des klassischen Marxismus nicht ausreichend, gesellschaftliche Prozesse in ihrem Austieg und Fall zu anaylsieren, er ergänzt die dialektisch materialistische Methode durch die systematisch kybernetische Methode, „…weil diese selbst zutiefst dialektisch materialistisch ist !“ (25.) Karl Marx sozusagen durch Norbert Wiener veredelt. Wenn er aber die objektive Realität als ein  „unendliches System von Systemen “ (26.) vorstellt, so fragt man sich, ob diese Methode wirklich dialektisch ist oder ob Wagner sie falsch angewendet hat, denn natürlich ist die objektive Realität kein unendliches System von Systemen, sondern wie Engels sie widergespiegelt hat: ein Komplex von Prozessen. Seit wann ist denn die objektive Realität für einen Marxisten ein unendliches System von Systemen ?  Es gibt ökonomische Formationen als System, wie hätte es denn geklungen, wenn August Bebel gesagt hätte: diesem unendlichen System von Systemen keinen Mann und keinen Groschen. Wagner begreift sich als einen Marxisten und kämpft für den gesellschaftlichen Fortschritt, seine Broschüre ist politischen Akteuren gewidmet, die im Kampf um gesellschaftlichen Fortschritt standen und stehen. Aber für gesellschaftlichen Fortschritt kämpfen viele, Marxisten kämpfen um mehr, sie müssen weiter gehen, sie kämpfen für die Diktatur des Proletariats. Und selbst wenn die objektive Realität ein System von Systemen wäre, wäre das nicht eine Aussage von höchstem Allgemeinheitsgrad ? Marx und Engels lehrten uns im Kommunistischen Manifest, dass die fortwährende Revolutionierung der Produktionsverhältnisse , also sämtlicher gesellschaftlichen Verhältnisse durch die Bourgeoisie die Menschen zwingt. „…ihre Lebensstellung,ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen anzusehen.“ 27.  Und sieht man die heutige objektive Realität mit nüchternen Augen an, so ist sie vor allem ein Komplex von Klassenkampfprozessen, in denen sich die drei dialektischen Grundgesetze wechselseitig durchdringen, es nützt nichts, die drei Gesetze auswendig zu lernen, sondern sie im Klassenkrieg zwischen Lohnarbeitern und Kapitalisten zu entdecken. Findet die Einheit und der Kampf  der Gegensätze Lohnarbeit und Kapital statt (die Einheit ist relativ, der Kampf ist absolut), so findet zugleich in diesem Prozess  durch den Kampf bedingt der Umschlag von Quantität in Qualität und die Negation der Negation statt. Selbst ein Mathematiker und Rationalist wie Leibniz, vom dem man eher Systemkonstruktionen erwartet, kam zu interessanten  dialektischen Anschauungen: „Und jeder Anteil der Materie kann als ein Garten voller Pflanzen und wie ein Teich voller Fische begriffen werden. Jeder Zweig der Pflanze, jedes Glied des Lebewesens, jeder Tropfen seiner Säfte ist jedoch wiederum ein solcher Garten und ein solcher Teich.“ 28. Auch stellt die Aussage von Wagner: „Ein Gesellschaftssystem kann nicht insgesamt, sondern nur in seinen entsprechend zerlegten Teilsystemen untersucht werden.“ (29.) keine kybernetisch-dialektische Weiterentwicklung des Marxismus dar, sondern zeigt nur, dass Wagner vor lauter Kybernetik einen fundamentalen Wesenszug des Marxismus übersieht: die Analyse der bürgerlichen Gesellschaft in ihrer Totalität. Fehlt leider ach ! das geistige Band, sagt Goethe im Faust. Hätte Marx diese Gesellschaft nur in Teilbereichen untersucht, wäre „Das Kapital“ nie erschienen. „Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat.“ 30. Ist diese Passage aus dem Manifest eine Aussage über einen Teilaspekt der bürgerlichen Gesellschaft oder über deren Totalität ? Und Lenin gibt uns eine Darlegung des Imperialismus in seiner Totalität: mit einer kleinen Einschränkung: „Wir müssen mit einer möglichst genauen und vollständigen Definition des Imperialismus beginnen.“ 31. Also Streben nach Vollständigkeit, keinesfalls nur Streben, über Teilbereiche zum Ganzen zu kommen. Wir erreichen aber nicht die absolute Erkenntnis des Wesens des Imperialismus, sondern nur eine möglichst genaue, eine sehr dichte Annäherung. „Um einen Gegenstand wirklich zu kennen, muß man alle seine Seiten, alle Zusammenhänge und „Vermittlungen“ erfassen und erforschen. Wir werden das niemals vollständig erreichen, die Forderung der Allseitigkeit wird uns aber vor Fehlern und vor Erstarrung bewahren.“ 32. Wie mager dagegen Wagner: ein Gesellschaftssystem kann nicht insgesamt untersucht werden.

Haben sich große Dialektiker denn nicht zum Verhältnis von Gesellschafts- und Naturwissenschaften geäußert ? Natürlich haben sie dazu Fundamentales gesagt. Der Marxismus ist zu den Gesellschaftswissenschaften zu zählen, und da es im Kommunismus keine Gesellschaftswissenschaften (die Ausdruck von Klassengesellschaften sind) mehr gibt, gibt es auch keine Klassenkampfwissenschaft und Wissenschaft von der Diktatur des Proletariats, sprich: Marxismus mehr. Hegel etwa legte den Weltgeist in Natur und Geschichte auseinander und zwar so, dass der Geist als sich in seiner Geschichte entäußernd, in dieser besonders träge ist im Gegensatz zum Geist, der sich in die Natur entäußert hat, dieser sei „…lebendiges, unmittelbares Werden…“ 33. Nicht nur fundamental, sondern entscheidend für Marxist/inn/en ist, was Friedrich Engels über das Verhältnis von der Entwicklungsgeschichte der Gesellschaft und der der Natur aussagt: in der Natur wirken „…lauter bewußtlose blinde Agenzien….geschieht nichts als gewollter bewußter Zweck…Dagegen in der Geschichte der Gesellschaft sind die Handelnden lauter mit Bewußtsein begabte, mit Bewußtsein begabte, mit Überlegung oder Leidenschaft handelnde, auf bestimmte Zwecke hinarbeitende Menschen…“ 34. Und trotz dieses Chaotisch Leidenschaftliche behauptet der Marxismus eine innere allgemeine Gesetzmäßigkeit der Geschichte. Das Höchste, was man im Verhältnis der Natur- und Gesellschaftswissenschaften in bürgerlichen und sozialistischen Zeiten machen kann, ist das Herstellen von Analogien. Aber diese Analogie humpelt: Lenin bringt die Analogie: “ In der Mechanik Wirkung und Gegenwirkung…in der Gesellschaftswissenschaft Klassenkampf“ 35.  als Beispiel, dass es sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft Identität der Gegensätze gibt. Mechanische Wirkung und Gegenwirkung gibt es nun allerdings auch im Kommunismus, aber keine Gesellschaftswissenschaft und keinen Klassenkampf mehr.

Natürlich gab es Sozialismus !! 36. Man studiere nur die ersten Dekrete der Sowjetmacht und die von Lenin verfasste Deklaration der Rechte des werktätigen und ausgebeuteten Volkes 37. und vor allem die Prozesse der Räteentwicklung: wie  Massenbewegungen in der Periode von der Februarrevolution bis zur Oktoberrevolution 1917  und darüber hinaus ihre Sowjets schufen, die für Lenin „Vorformen des Absterbens jedes Staates“ 38. waren, also bereits den Sozialismus zum Kommunismus hin transzendierten.(Wurzeln der Sowjets finden wir schon 1905). Man konnte eine bisher in der Weltgeschichte nicht vorhandene Verbindung zwischen politischen Massenstreiks und bewaffnetem Aufstand studieren. Eine erfolgreiche Revolution erkennt man daran, dass sich die Formen der Beziehungen unter den Menschen gewandelt haben.  Man studiere daraufhin aufmerksam das “ Dekret des Gesamtrussischen Zentralexekutivkomittees und des Rates der Volkskommissare über die Aufhebung der Stände und der Rangbezeichnungen für den zivilen Dienst“ 39. Man darf auch nicht die Subbotniks übersehen: dass Arbeiter/innen für den Sieg des Sozialismus Opfer bewußt bringen, dass sie aus eigener Initiative Subbotniks veranstalten, denen Lenin das Adjektiv: kommunistisch beilegte und die er als wichtiger als den Sturz der Bourgeoisie einschätzte und von denen er das Gelingen der sozialistischen Revolution abhängig machte: „….denn das ist ein Sieg über die eigene Trägheit, über die eigene Undiszipliniertheit, über den kleinbürgerlichen Egoismus, über die Gewohnheit, die der fluchbeladene Kapitalismus dem Arbeiter und Bauern als Erbe hinterlassen hat. Erst wenn DIESER (kursiv von Lenin) Sieg verankert sein wird, dann und nur dann wird die neue gesellschaftliche Disziplin , die sozialistische Disziplin geschaffen sein, dann und nur dann WIRD EINE RÜCKKEHR ZUM KAPITALISMUS UNMÖGLICH (kursiv von H.A.) , wird der Kommunismus wirklich unbesiegbar werden.“ 40. Wenn überhaupt, so scheint hier so etwas wie der Neue Mensch auf, der allerdings Disziplin mit großen Buchstaben schreibt. „Die kommunistische Organisation der gesellschaftlichen Arbeit…beruht und wird – je weiter, desto mehr – beruhen auf der freien und bewußten Disziplin der Werktätigen selbst…“ 41. Nur sehr wenig ist bei der Analyse des Zerfalls der Sowjetunion dieser Punkt der Disziplin berücksichtigt worden: je weiter, desto besser… Diese Entwicklung muss irgendwann zu Bruch gegangen sein. Warum nennt Lenin die Subbotniks kommunistisch ? Weil es sich hier um gesellschaftliche Arbeit jenseits des bürgerlichen Produktionsorganismus handelt, in dem als warenproduzierender das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen „…die phantasmagorische Form eines Verhältnisses von Dingen annimt.“ 42. Untersucht werden müsste die Rolle der kleinbürgerlichen Intelligenzia, die ja zur inneren Haltlosigkeit neigt. Die Disziplinlosigkeit der Intellektuellen ist eine große Gefahr für die kollektive Disziplin der Werktätigen: „…die Mehrheit der Intelligenz fühlt sich zur Bourgeoisie hingezogen.“ 43.

Lenin sagt irgendwo, dass sich der Sozialismus auf recht geradem direkten Weg als Lösung der kapitalistischen Widersprüche herausbilden kann oder durch weltgeschichtliche Zickzackbewegungen. Ursprünglich sollte er sich in den fortgeschrittendsten westeuropäischen Industrieländern durchsetzen, und in den „Klassenkämpfen in Frankreich“ war Marx der Überzeugung, er komme natürlich zuerst im fortgeschrittendsten Land: England. Der Würfel fiel aber – auch bedingt durch den ersten Weltkrieg und der Friedenssehnsucht der Völker und dem Landhunger der russischen Bauern – auf Russland  und schon befinden wir ins in der Zickzackbwegung, die so vielen Theoretikern Kopfschmerzen bereitet. Nach der Februarrevolution ergab sich eine interessante Konstellation zwischen Revolution und Konterrevolution: die Periode der Doppelherrschaft und alle Anstrengungen der bürgerlichen Politiker liefen darauf hinaus, die Millionen Bauernsoldaten in die Kampfhandlungen des noch immer andauernden Weltkrieges zu binden, denn im revolutionären Hinterland war es ziemlich unruhig. Das russische Bürgertum wußte, dass es die Früchte der Februarrevolution verliert, wenn der imperialistische Krieg in Kürze eingestellt wird. 44. Es ist daher auch völlig falsch, Lenin vorzuwerfen, die sozialistische Revolution zur falschen Zeit am falschen Ort inszeniert zu haben, die Volksmassen mit ihrem Kern der revolutionären Industriearbeiter/innen  in Russland drängten  zum Sozalismus und Frieden und der Leninismus ab 1917 war eben deren wissenschaftlicher Ausdruck. Bei keinem Theroretiker kann man übrigens den Zickzackgehalt der Oktoberrevolution, über den er sich voll im Klaren war, besser studieren als bei Lenin, unser aller Lehrer. 45.

Zu dieser Zickzackbewegung gehört, dass Keime einer sozialistischen Kollektivität im Gegensatz zum kleinen, aber konzentrierten industriellen Sektor auf dem bestimmenden landwirtschaftlichen nicht vorhanden waren.  Ein konterrevolutionärer Sturm individuell anarchistischer Habgier konnte jederzeit in einem Land losbrechen, das auf Grund seiner Klassenzusammensetzung – die überwältigende Mehrheit wurde aus Kleinbauern gebildet – einen zutiefst kleinbürgerlichen Grundzug aufwies. So wurde zum Beispiel das Agraprogramm der kleinbürgerlich individualistischen Sozialrevolutionäre  (jedem Bauern seine Privatscholle) übernommen, da es unmittelbar nach der Oktoberrevolution keine groß-kollektivistischen Landwirtschaftsbetriebe gab.

In diesem Ozean der Egoismen galt es zunächst, die Insel der revolutionären Partei zu sichern, die Lenin einer strengen Disziplin unterwarf bei gleichzeitigem Laissez-faire begrenzter kapitalistischer Verkehrsformen auf dem Wirtschaftssektor. Entscheidend war, dass die Kernfrage einer sozialistischen Revolution: Vergesellschaftung des Privateigentums an Produktionsmitteln – im Ansatz richtig gelöst wurde und daß es der Partei auf dieser Grundlage gelang, in regelrechten Kollektivierungswellen revolutionäre Disziplin in immer größeren Kreisen auf die gesamte Gesellschaft auszudehnen. Zudem war die Warenproduktion auf Gegenstände des persönlichen Bedarfs beschränkt. Als höchsten Ausdruck revolutionärer Disziplin kann der Weltrekord in der Kohlegwinnung durch den Hauer Alexej Stachanow bezeichnet werden. In der sich anschließenden Stachanowbewegung wurde nicht nur deutlich, dass der Sozialismus von der Arbeiterklasse selbst aufgebaut wurde, sondern dass diese eine Arbeitsproduktivität entwickelt hatte, die der im Kapitalismus erreichten weit überlegen war. Dieses Erreichen der Arbeitsproduktivität hatte Lenin noch zu seinen Lebzeiten als Zeichen wirklicher Überlegenheit des Sozialismus gedeutet. „Die Diktatur des Proletariats ist…nicht einmal hauptsächlich Gewalt. Die ökonomische Grundlage dieser revolutionären Gewalt, die Gewähr für ihre Lebensfähigkeit und ihren Erfolg besteht darin, dass das Proletariat einen im Vergleich zum Kapitalismus höheren Typus der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit repräsentiert und verwirklicht. Das ist der Kern der Sache. Darin liegt die Quelle der Kraft und die Bürgschaft für den vollen unausbleiblichen vollen Sieg des Kommunismus.“ 46.

Der Sozialismus wurde also nicht durch die kluge Politik dieses oder jenes „Lieblings der Partei“ aufgebaut – konnte er umgekehrt durch die kluge, revisionistische Politik dieses oder jenes Politikers beseitigt werden ? Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion kann nicht aus der Sphäre der Politik, auch nicht aus einem Hin- und Herwälzen von Basis- und Überbauursachen dargelegt weden. Beide Erklärungsversuche  verharren noch unter dem Immanenzschatten  der Fetischverblendung, die zu durchbrechen nur vorgegeben wird. Der wissenschaftlichen Erklärungsweise gelingt der Durchbruch von der Erscheinung zum Wesen gesellschaftlicher Prozesse nur mit Hilfe der materialistischen Dialektik, in der als genuine Prozesswissenschaft der innere Zusammenhang der Prozesse in gesetzmäßiger Abhängigkeit widergespiegelt wird. Durch dieses Kriterium allein sind die Marxisten in der Lage, geschichtliche Prozesse mit Bewußtsein, d.h.u.a. die gesellschaftlichen Folgen ihres geschichtlichen Handelns zu erfassen.

Als die Crutschovianer zum Beispiel 1958 die Auflösung der Maschinen-Traktor-Stationen beschlossen, wußten sie natürlich nicht und machten sich keine Gedanken darüber, zu welchen gesellschaftlichen Folgen diese „Neuerung“ führen werde, sie waren sich dessen nicht bewußt und verstanden nicht, dass diese „Neuerung“ führen werde, die mit einem Sieg der Konterrevolution enden mußte. Durch die Aufhebung der Maschinen-Traktor-Stationen wurden ungeheure Mengen von Produktionsinstrumenten der Landwirtschaft in die Bahn der Warenzirkulation geworfen und diese Erweiterung des Wirkungsbereichs der Warenzirkulation ging bis zu dem Punkt, an dem ein Umschlag von Quantität in Qualität erfolgte – für das Proletariat in negativer, für die Bourgeoisie in positiver Hinsicht, insofern durch diese ökonomische Verschiebung das Wertgesetz auch wieder Regulator der Produktion wurde. Das hat Wagner durchaus richtig gesehen, dass die Theorie einer heranschleichenden allmählichen Restauration des Kapitalismus ohne  Sprung in die bürgerliche Soziologie gehört. (47.) Im Marxismus bilden Revolution und Konterrevolution eine dialektische Einheit und der Sieg wird allein durch den Klassenkrieg entschieden. Keineswegs darf man einem die Dialektik nur dilettantisch handhabenden Generalsekretär Crutschov  die Macht zuschreiben, aus revisionistischer Intention heraus durch Staatsstreich per Geheimrede sozusagen einen sozialistischen Wirtschaftsorganismus in einen kapitalistischen zu verwandeln, man würde ihm eine persönliche Gewalt der Initiative zuschreiben, wie sie beispiellos in der Weltgeschichte dastehen würde.

Was als das Unfassbare des Zusammenbruches des Sozialismus kursiert, rührt von einer oberflächlichen Auffassung der Dialektik her. Es ist weit verbreitetes Vorurteil, deren Schritte analog einer Leiter aufzufassen, als ob das historische Spätere immer das begrifflich Höhere wäre. Dann gäbe es in der Tat kein Zurück mehr zum Kapitalismus. Indeß ist diese Stufenauffassung der Dialektik schon beim Idealisten Hegel nicht vorhanden, wohl aber im stufenhistorischen Vernunftoptimismus der bürgerlichen Aufklärung, wie ihn Condorcet in seinem „Esquisse d´un tableau historique des progrès humain (1794) propagierte. Und hier mag man dann auch als Hobby Analogien mit der Kybernetik pflegen. Für Hegel ist das historisch Spätere nicht immer automatisch das begrifflich Höhere: im Werden des Geistes in der Phänomenolgie des Geistes  wird die gesetzgebende Vernunft zu einer nur prüfenden herabgesetzt. 48. Es ist ein bitteres Gesetz der neueren Geschichte, dass die Kämpfe des Proletariats mit Niederlagen in der ganzen Schwere des Wortes schwanger gehen und Marx selbst verlieh der proletarischen Revolution einen durchaus quälenden Charakter: „Proletarische Revolutionen dagegen, wie die des 19. Jahrhunderts, kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von neuem anzufangen, verhöhnen grausam-gründlich die Halbheiten, die Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeitihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen: Hic Rhodus, hic salta ! Hier ist die Rose, hier tanze !“ 49. Zu solchen tiefen Einsichten in den Charakter der proletarischen Revolution kam Marx ganz ohne Ergänzung durch die systemtheoretisch-kybernetischen Methode, ohne Rückkoppelung mit Wiener. Die proletarische Revolution quält sich, die Diktatur des Proletariats ist für Lenin ein erbitterter Krieg, mehrere Niederlagen eher wahrscheinlich als ein einziger glanzvoller Sieg: „Mit Ausnahme einiger weniger Kapitel, trägt jeder bedeutendere Abschnitt der Revolutionsannalen von 1848 bis 1849 die Überschrift: NIEDERLAGE DER REVOLUTION ! (kursiv von Marx) 50. Das ist leider auch zur Überschrift der Oktoberrevolution geworden. Sie gehört zu den Erbärmlichkeiten der ersten Versuche. Immer wieder werden die Arbeiter/innen zurückgeworfen….schon als Hegel seine Dialektik erst embryonal entwickelte – in der Vorrede zur Phänomenologie des Geistes – fielen die Worte, dass das göttliche, sprich dialektische Erkennen kein Spielen der Liebe mit sich selbst ist, sondern Ernst, Schmerz und Arbeit des Negativen. 51. Engels wies im Vorwort zur vierten deutschen Ausgabe des Kommunistischen Manifests von 1890 darauf hin, dass gerade die Niederlagen der Kämpfenden  noch mehr als die Erfolge in den Wechselfällen des Kampfes gegen das Kapital  zu ihrer Aufklärung beitragen  „…ihre Köpfe empfänglicher zu machen für eine gründliche Einsicht in die Bedingungen der Arbeiteremanzipation.“ 52. Geschlagene Armeen lernen gut. Die Geschichte der Klassenkämpfe verläuft nicht so einfach, dass eine proletarische Revolution in einem Land eine Kettenreaktion nach sich zieht, die materiellen Existenzbedingungen des Sozialismus sind „…das naturwüchsige Produkt einer langen und qualvollen Entwicklungsgeschichte.“ 53. Ohne den Gedanken einer proletarischen Revolution zu leben, hieße letztendlich, den Menschen zu einem kriminellen Egoisten zu erklären, was ganz offensichtlich Unsinn ist. Es bleibt nur die Alternative: Sozialismus oder kapitalistische Barbarei für Kinder und Kindeskinder.

In der Tat: Gerade der Sieg der Konterrevolution zeigt nun, dass die Niederlage der Revolution nichts Endgültiges ist. Es ist deshalb keineswegs eine intellektuelle Entgleisung, wenn der weißgardistische Bürgerkriegsgeneral und Ex-BKA-Chef Horst Herold durch das Gewicht globaler Ausbeutungsexzesse zu der Einsicht gedrängt wird, dass das Ende des Kommunismus Probleme hinterlassen habe, die zu seiner Entstehung führten. 54. Wie Lenin einmal sagte: wir machen den Fehler: 2 x 2 ist 5, die Kapitalisten machen den Fehler: 2 x 2 = Staniolpapier. Also folgen wir Friedrich Engels, der nach der Niederlage der 48er Revolution schrieb: Nach einer Niederlage muss man wieder von vorn beginnen. Denn eines steht welthistorisch sicher und wackelt nicht nach rechts und nicht nach  links: der Marxismus Leninismus ist unbesiegbar, denn um ihn zu besiegen, müßten die unproduktiven Klassen die produktiven vernichten. Plechanow jammerte nach der Niederschlagung der russischen Revolution von 1905: Man hätte nicht zu den Waffen greifen sollen, wie ganz anders Marx nach der Niederschlagung der Pariser Kommune. „Die bürgerlichen Kanaillen von Versailles…stellten die Pariser in die Alternative, den Kampf aufzunehmen oder ohne Kampf zu erliegen. Die Demoralisation der Arbeiterklasse im letztren Fall wäre ein viel größeres Unglück gewesen als der Untergang einer beliebigen Anzahl von Führern.“ 55. Die noch lebenden Führer der NVA sollten über diese Worte von Marx nachdenken, denn die NVA erlag ohne Kampf.


1. Karl Marx, Zur Judenfrage, MEGA I/2, 167

2.Immanuel Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht,in: Kleinere Schriften zur Geschichtsphilosophie, Ethik und Politik, Felix Meiner Verlag, Hamburg 1973,13f.

3. Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, MEW 4,468

4. Norbert Wiener, ein Mathematiker, Ingenieur und Sozialphilosoph, definierte Kybernetik 1948 als die Wissenschaft von Kommunikation und Kontrolle beim Tier und der Maschine.

5. Karl E. Rothschuh: Nachwirkungen der cartesianischen Physiologie, in: Rene Descartes: Über den Menschen (1632), Lambert Schneider Verlag Heidelberg 1969, 192

6. Lenin, Sozialismus und Anarchismus, Lenin Werke Band 10, Dietz Verlag Berlin, 1959,59

7. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Phänomenologie des Geistes, Rheinisch Westfälische Akademieausgabe Band 9, Felix Meiner Verlag Hamburg, 1980, 320

8.a.a.O.,321

9.a.aO.,33

10.a.a.O. Man hat Experimente mit Affen gemacht. Vom Einzelkäfig bis zu sich in der Zahl stetig steigenden Rudeln ergab sich, dass ihr „soziales Gehirn“ mit der Häufigkeit der Sozialkontakte wuchs. Der Gelehrte in der Einzelstube scheint zu verkümmern, denn Wissenschaft ist ein kollektiver Akt. Aber der Gelehrte der Einzelstube kehrt modifiziert im PC-Zeitalter zurück: man untersuchte das Sozialverhalten von 3 500 jungen Amerikanerinnen zwischen acht und zwölf Jahren, die sieben Stunden am Tag online waren, aber nur zwei Stunden pro Tag reale soziale Kontakte hatten. „Die Studie entlarvte das Gerede von digitalen sozialen Netzwerken als Quelle von guten Freunden und von Glück als leeres Marktgeschrei. In Wahrheit machen digitale soziale Netzwerke Kinder und Jugendliche einsam und unglücklich. Was langfristig mit den noch in Entwicklung befindlichen sozialen Modulen in den Gehirnen der Kinder geschieht, mag man sich nicht ausmalen“, ( Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Digitale Demenz, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. September 2012, Seite 8).

11. Vergleiche Lenin, Vorwort zur Übersetzung der Briefe von Karl Marx an Ludwig Kugelmann, in: Lenin Werke Band 10, Dietz Verlag Berlin, 1959,96

12. Karl Marx, Das Kapital, MEW 23,28

13.Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20,251

14. Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, Marx Engels Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin, 1969,36

15. Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, in: MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,138

16.Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, MEW Ergänzungsband I,544

17. Derselbe Klaus, der übrigens 1961 mit seinem Buch „Kybernetik in philosophischer Sicht“ die Kybernetik in der DDR salonfähig für den Marxismus machen wollte, obwohl der Begründer dieser reaktionären Pseudowissenschaft Wiener stets die Immaterialität der Information behauptete, was dann zur Folge hatte, dass die Gesetze der Kybernetik unabhängig von der Materialität eines jeden Systems wirken können, während nach Lenin der Materie grundsätzlich die Eigenschaft der Reflexion zukommt. Wiener sagt : Information is Information, not matter or energy. No materialism which does not admit this can survive.“ 1954 wurde in der 4. Auflage des Philosophischen Wörterbuchs der UdSSR von Rosental/Kratkij die Kybernetik noch als eine reaktionäre Pseudowissenschaft, als eine Form des modernen Mechanizismus bezeichnet, was die Kybernetik im Kern  ist. Man kann mit dem  Siegeszug des Revisionismus in der UdSSR den Aufstieg der Kybernetik grundsätzlich verfolgen, beides geht Hand in Hand. Aufschlußreich ist ein Vortrag, den Gotthard Günther am 17. Juli 1964 an der Universität Köln hielt: „Kybernetik und Dialektik – der Materialismus von Marx und Lenin“ (siehe google: dialektik kybernetik). Über die Mathematisierung der Dialektik landet er bei der religiösen Ikonografie.Das ist eine Linie der Entwicklung, im Siegeszug des Revisionismus lag eine , wie er es nennt, „…generelle Umstellung des russischen Lebensstils auf Kybernetik…“, herausgekommen ist eine Mafiaoligarchie.

18.Manfred Buhr, Georg Klaus: Philosophisches Wörterbuch, VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig. Stichwort: Wissenschaft, 1965,615f.

19. Karl Marx, Friedrich Engels, Die deutsche Ideolgie, Marx Engels Werke Band 3, 1969, 43

20. Lion Wagner, Sozialismus gab es nie, Zweiteilige Broschüre der Gruppe Wissenschaftlicher Sozialismus, März 2008

21.a.a.O, 10f.

22. Marx kritisiert Hegel, dass für den Idealisten nur der Philosoph ein wahrer Mensch ist. Indeß: „Der Philosoph legt sich – also selbst eine abstrakte Gestalt des entfremdeten Menschen – als den Maßstab der entfremdeten Welt an.“ Ökonomisch – Philosophische Manuskripte, in MEGA I/2 Dietz Verlag Berlin 1982, 403

23. In der übrigens ein republikanisches Kleidungskonzept der rechten Hand Robespierres, St. Just.(Chef der politischen Geheimpolizei) realisiert wurde. Nach dem Konzept der Tugendrepublik sollten die französischen Kinder ab dem 16. Lebensjahr Arbeitskleidung oder Soldatenuniform tragen. Wir erinnern uns an die blaue Arbeitskleidung der Ameisen und an die grünen Armeeuniformen.

24. Karl Marx, Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte, Dietz Verlag Berlin 1960,559

25. Lion Wagner, Sozialismus gab es nie, Zweiteilige Broschüre der Gruppe Wissenschaftlicher Sozialismus, März 2008,11

26.a.a.O.,16

27. Karl Marx / Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1983, 49

28. Gottfried Wilhelm Leibniz, Monadologie und andere metaphysischen Schriften, Felix Meiner Verlag Hamburg, 2002, 139

29. Lion Wagner, Sozialismus gab es nie, Zweiteilige Broschüre der Gruppe Wissenschaftlicher Sozialismus, März 2008,16

30. Karl Marx / Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 45

31. Lenin, Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1957,102

32. Lenin, Noch einmal über die Gewerkschaften, die gegenwärtige Lage und die Fehler Trotzkis und Bucharins, Lenin Werke Band, 32, Dietz Verlag Berlin, 1957,85

33. G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes, Felix Meiner Verlag Hamburg 1980,433

34. Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Marx Engels Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1975, 296

35. Lenin, Zur Frage der Dialektik, in: Lenin, Über Hegelsche Dialektik, Ausgewählte Texte, Reclam, Leipzig, 1986,43

36. Im Jahre 1929 hielt Stalin den Sozialismus für erreicht: „Jetzt haben wir eine neue Entwicklungsphase, die sich von der alten Periode, von der Wiederherstellungsperiode, unterscheidet. Jetzt haben wir eine neue Periode des Aufbaus, die Periode der Rekonstruktion der gesamten Volkswirtschaft auf der Basis des SOZIALISMUS (kursiv/H.A.)“ (J.W. Stalin, Über die rechte Abweichung in der KPdSU, Rede auf dem Plenum des ZK und der ZKK der KOdSU (B) im April 1929, Stalin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin, 1954,24

37. Lenin, Die ersten Dekrete der Sowjetmacht, Berlin Verlag, 1970, herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Juri Achapkin

38. Lenin, Die Aufgaben des Proletariats in unserer Revolution, Lenn Werke Band 24, Dietz Verlag Berlin 1959,72

39. Lenin, Die ersten Dekrete der Sowjetmacht, Berlin Verlag 1970, herausgegeben,  eingeleitet und kommentiert von Juri Achapkin, 38f.

40. Lenin, Die Grosse Initiative, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau 1971, 522. Der besondere Wert der Subbotniks lag für Lenin darin, dass sich in ihnen etwas Kommunistisches zeigte (Lenin, Referat über die Subbotniks auf der Moskauer Stadtkonferenz der KPR (B) 20. Dezember 1919, in: Ausgewählte Werke Lenin Band V, Dietz Verlag Berlin, 1982381), denn: „Die Enteignung der Gutsbesitzer und Kapitalisten gab uns nur die Möglichkeit, die elementaren Formen des Sozialismus aufzubauen, aber etwas Kommunistisches ist darin noch nicht enthalten.“ (a.a.O.).

41.a.a.O.,529

42. Karl Marx, Das Kapital, Marx Engels Werke Band 23, Dietz Berlag Berlin, 1989,86

43.a.a.O.,534

44. Man lese die Memoiren Kerenskijs, der im Kabinett vom 2. Mai 1917 zunächst Kriegs- und Marineminister, später dann Ministerpräsident war: Die Kerenski Memoiren Rußland und der Wendepunkt der Geschichte, Rowohlt Hamburg  April 1989, insbesondere den Abschnitt: Die Offensive Seite 290 bis 311. Ihm ging es vor allem um eine Wiedererrichtung der Disziplin in der russischen Armee zwecks einer Frontaktivierung. Die Offiziere erhielten nach der Februarrevolution ihre alten, sprich: zaristischen Rechte zurück, nämlich Gewalt gegen Soldaten auszuüben. Politische  Meetings unter den Soldaten wurden unterbunden. Er drang auf eine Offensive im Westen gegen die imperialistischen deutschen Truppen und differenzierte die Soldaten in die, die ihr Leben für die ebenfals imperialen Interessen hergeben sollten und dem „Abschaum des Proletariats“ , der „…den Bolschewiken auf dem Weg zu Gewalttat und Mord folgte…“ (Seite 300) Die Offensive unter dem Oberbefehl des Generals Brusilow wurde unter der verlogenen Parole der „revolutionären Vaterlandsverteidigung“, der „Stärkung der neuen demokratischen Ordnung“ geführt. Lenin unterzog diesen Machenschaften der „Regierung der Offensive“ einer vernichtenden Kritik.

45. Wagner demonstrierte am 20.8. 1976 als Einzelkämpfer für Menschenrechte  ?! vor dem Staatsratsgebäude der DDR, präsentierte sich also der Stasi, die auch gleich zugriff: Wagner verschwand für 18 Monate im Gefängnis, von denen er 17 absaß, um dann auf Grund seines Ausreiseantrages in der BRD zu verschwinden. In seiner vorne in der Broschüre abgedruckten Kurzbiografie steht dann, dass er seit 1978 in der BRD arbeitet. Man fragt sich allerdings: als was und für wen ? Mag eine Biographie auch noch so kurz sein, die Berufsangabe, schon gar über 32 Jahre,  ist zwingend erforderlich. Es ist also Vorsicht geboten, zunächst ist verhaltensauffallend, dass Wagner das Licht des Marximsus verdunkelt oder verdunkeln will. Wo kämen wir mit dem Marxismus aber  auch hin, wenn jeder Diplom-Ingenieur mit seiner Disziplinschrulle ankommt !

46. Lenin, Die Grosse Initiative, Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau, 1071,529

47. Lion Wagner, Sozialismus gab es nie, Zweiteilige Broschüre der Gruppe Wissenschaftlicher Sozialismus, März 2008,42

48. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Phänomenologie des Geistes, Felix Meiner Verlag Hamburg 1980,232

49. Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, in:  Marx Engels Ausgewähltze Werke Band 2, Dietz Verlag Berlin, 1972,312

50. Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, in: MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin, 1977,119

51. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorrede zur Phänomenologie des Geistes, Felix Meiner Verlag Hamburg,1980,18. Es findet keine Arbeit des Negativen in der Kybernetik statt.

52. Friedrich Engels, Vorwort zur vierten deutschen Ausgabe des Kommunistischen Manifests von 1980, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 1983,30

53.Karl Marx, Das Kapital, Marx Engels Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1989,94

54. Horst Herold, Die Lehren aus dem Terror, Süddeutsche Zeitung Nr. 116. 20./21. Mai 2000,9

55.Lenin, Vorwort zur russischen Übersetzung der Briefe von K. Marx an L. Kugelmann, Lenin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin, 1959, 103

Heinz Ahlreip

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