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Der Wert der Arbeit – Der Säemann (Gewerkschaft Bau Agrar Umwelt) sät – näher hingeschaut- Unkraut

20. Februar 2011

Gewerkschaften bilden sich in der kapitalistischen Ausbeuterordnung zur Behauptung des Lohns der Lohnsklaven und Sklavinnen und sind daher eine sehr nützliche und sehr wichtige Organisation des Proletariats. Aber die Gewerkschaften haben zwei Bleigewichte, zwei Ketten der Lohnsklaverei an ihren Füßen: sie entwickeln sich in der Regel nicht über die Behauptung der Löhne hinaus zu einem Bewußtsein, daß nur die völlige Vernichtung  des Bürgertums die Aufhebung der Lohnsklaverei durchsetzen kann und zweitens bilden sie aus ihren eigenen Eingeweiden , wenn der Kapitalismus als System der Ausbeutung der Werktätigen nicht in Frage gestellt wird, fortwährend eine Führungsspitze heraus, in der sich die asozialsten, korruptesten und opportunistischten Arbeiteraristokraten und Bürokraten konzentrieren, die direkt an der Unterdrückung der werktätigen Massen mitwirken.

In der Zeitschrift der Industrie Gewerkschaft Bau Agrar Umwelt Nummer Zwei vom Februar 2011 tritt dies deutlich zu Tage: statt Aufklärung der Werktätigen Verdummung und reaktionäre Ideologie, die noch unter dem Niveau der bürgerlichen Aufklärung liegt. Anläßlich der Vorstellung eines Buches, dessen Autoren Udo Achten und Werner Bachmeier sind: „Arbeitswelten – Einblicke in einen nichtöffentlichen Raum, Klartext Verlag Essen 2010“ wird unter der Überschrift „Näher hingeschaut“ vom „Wert der Arbeit“ gesprochen und von Frauen und Männer, die den „Wert einer Gesellschaft“ !? ausmachen. Welchen Wert kann denn eine Ausbeutergesellschaft haben, als den, zugrunde zu gehen ! Kritiklos kommt der Autor Udo Achten zu Wort: „Es kommt uns darauf an, den gesellschaftlichen Wert der Arbeit hervorzuheben, ohne jedoch diesen oft (!?) mühseligen Bereich des menschlichen Lebens zu verherrlichen.“ 1.  Hervorgehoben werden soll also etwas, was es im Grunde gar nicht gibt, denn der „Wert der Arbeit“ ist fürwahr eine Perle erster Güte ! Nun ist zwar die menschliche Arbeit der Maßstab des Werts aller Waren, sie selbst kann aber keinen Wert haben. Waren haben selbstredend einen Wert, und in diesem Zusammenhang spricht Marx davon, dass es dem Wert nicht auf der Stirn geschrieben steht, was er ist 2., wie verhalten sich diese Warenwerte aber nun zur menschlichen Arbeit ? Ricardo, ein ausgezeichneter Ökonom und reicher Bankier aus England, der von 1772 bis 1823 lebte, ein bürgerlicher Mann durch und durch, hatte bereits erkannt, daß die Warenwerte bestimmt werden durch die in den Waren verkörperte gesellschaftlich notwendige allgemein menschliche Arbeit, die wieder nach ihrer Zeitdauer gemessen wird. „Die Arbeit ist das Maß aller Werte, sie selbst hat aber keinen Wert.“ 3. Wer den Wert der Arbeit bestimmen wollte käme in die gleiche Verlegenheit als wenn er das Gewicht der Schwere bestimmen sollte.

Also Rückfall hinter die klassische bürgerliche Ökonomie, hinter Gedankengut des beginnenden neunzehnten Jahrhunderts, denn die dritte Edition von Ricardos „On the principles of political economy, and taxation“ datiert aus dem Jahre 1821. Ich würde sagen, der Beitrag „Wert der Arbeit“ im Säemann hat keinen Wert, gesät wird – näher hingeschaut – Unkraut. (Und die Redakteure sollten bei einem reichen Bankier in die Lehre gehen). Denn nur die Kapitalisten haben ein Interesse, der Arbeit Wert anzudichten, es ist dies ein ideologisch verblendeter Wert, der den Mehrwert für die Kapitalisten schafft. Die Lohnsklaven und die Lohnsklavinnen bekommen einen Wert erst, wenn sie aufstehen, um kapitalistisches Ausbeuterpack von sich abzuschütteln, insofern kann gesagt werden, daß die revolutionäre Tätigkeit wertvoll ist.

1. Cn, Wert der Arbeit, Der Grundstein Der Säemann, Nummer Zwei, Februar 2011,14

2.Vergleiche Karl Marx, Das Kapital, Marx Engels Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1989,88

3.Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels Werke Band V, Dietz Verlag Berlin, 1972,211

von Heinz Ahlreip,  20. Februar 2011