Die Gewerkschaft BAU (Bau Agrar Umwelt Der Säemann) vermittelt ein verjährtes Frauenbild

ZUM HUNDERTSTEN JAHRESTAG DES INTERNATIONALEN FRAUENTAGS AM 19. MÄRZ 2011 von Heinz Ahlreip

Gewerkschaften bilden sich in der kapitalistischen Ausbeuterordnung zur Behauptung des Lohns der Lohnsklaven und Sklavinnen und sind daher eine sehr nützliche und sehr wichtige Organisation des Proletariats. Aber die Gewerkschaften haben zwei Bleigewichte, zwei Fesseln der Lohnsklaverei an ihren Füßen: sie entwickeln sich in der Regel nicht über die Behauptung der Löhne hinaus zu einem Bewußtsein, daß nur die völlige Vernichtung des Bürgertums die Aufhebung der Lohnsklaverei durchsetzen kann und zweitens bilden sie aus ihren eigenen Eingeweiden, wenn der Kapitalismus als System der Ausbeutung der Werktätigen nicht in Frage gestellt wird, fortwährend eine Führungsspitze heraus, in der sich die asozialsten, korruptesten und opportunistischten Arbeiteraristokraten und Bürokraten konzentrieren, die direkt an der Unterdrückung der werktätigen Massen mitwirken. Diese fatale Fehlentwicklung beobachteten Marx und Engels zuerst an den englischen Gewerkschaften. In einem Brief an Marx vom 11. August 1881 spricht Engels von den schlechtesten englischen Gewerkschaften, „die sich führen lassen von an die Bourgeoisie verkauften oder zumindest von ihr bezahlten Leuten.“ 1.

In der Zeitschrift der Gewerkschaft BAU (Bauen Agrar Umwelt) Nummer drei vom März 2011 werden dem Thema „Gleichberechtigung der Frau“ zwei Artikel auf drei Seiten gewidmet, unter der Rubrik „Näher hingeschaut“ der Artikel „Brot und Rosen“ und auf Seite 28  „100 Jahre Internationaler Frauentag“: „Man(n) muß es nur wollen – Gleichberechtigung braucht Gesetze und Quoten“. Schauen wir also näher hin ! Es wird von Frauen abstrakt allgemein gesprochen: Frauen hätten am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich, in der Schweiz und den USA den ersten Internationalen Frauentag veranstaltet.  „Unter anderem forderten sie das Wahl- und Stimmrecht für Frauen, Arbeitsschutzgesetze, den Acht Stunden Tag, gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung sowie die Festsetzung von Mindestlöhnen. 2011 lauten die Forderungen ähnlich.  Da drängt sich der Eindruck auf, dass sich in den vergangenen hundert Jahren nicht viel getan hat.“ 2. Es gilt nun aber gerade näher hinzuschauen !

Die Frauen 1911 waren so wenig eine homogene Masse (gegen die Männer) wie sie es 2011 sind. Je nach klassenmäßig bestimmter sozialer Provenienz, je nach ihrer Stellung im gesamtgesellschaftlichen Produktionsprozess gab (und gibt es) aristokratische Frauen (1911 gegenüber den anderen Frauen in einer politischen Dominanzposition, hier hat sich viel getan, Weltkrieg, Oktoberrevolution, Zweiter Weltkrieg, Faschismus, Chinesische Kulturrevolution können nicht ohne Wirkung bleiben), groß- und kleinbürgerliche, proletarische und lumpenproletarische Frauen – und: sehr oft vergessen werden die Bäuerinnen, die sich wieder in Kulakinnen (Dorfbourgeoisie), Mittel- und Kleinbäuerinnen und in der Landwirtschaft tätigen Frauen aufteilen.“Klassen sind Gruppen von Menschen, von denen die eine sich die Arbeit einer andern aneignen kann infolge der Verschiedenheit ihres Platzes in einem bestimmten System der gesellschaftlichen Wirtschaft.“ 3.

Lenin wies uns daraufhin, dass die Höherentwicklung der kapitalistischen Industrie zur noch größeren Vernachlässigung der Landwirtschaft führt. 4. Und näher hingeschaut zeigt sich, dass gerade in der Landwirtschaft eine finstere, kleinliche und schikanöse, vom Pfaffen eingesegnete Unterdrückung der Frau und der weiblichen Jugend stattfindet, die den Städterinnen oft gar nicht geläufig ist. Leider ist auch in der vorliegenden Zeitschrift einer Agrargewerkschaft diese dunkelste und schmerzlichste Seite der Frauenversklavung unerwähnt geblieben.

Diese verschiedenen Frauenklassen müssen natürlich widersprüchlich gegensätzliche, ja antagonistische soziale und politische Klasseninteressen haben. Hätte der Säemann den auf ein Gedicht von James Oppenheim basierende Liedtext „Brot und Rosen“ nicht nur abgedruckt, sondern auch gelesen, so hätte doch folgende Textpassage den Erkenntnisgroschen fallen lassen müssen:

„Wenn wir zusammengeh´n,

geht mit uns ein schöner Tag,

durch all die dunklen Küchen,

und wo grau ein Werkshof lag…

zu Ende sei, daß kleine Leute

schuften für die Großen.

In diesen Passagen stecken mehr als hundert Jahre Frauen- Sozial- und Weltgeschichte und es ist die Aufgabe einer Gewerkschaft, diese wirklich tiefen, 1911 wie 2011 in die Augen springenden Widersprüche im Kampf der Frauen gegen die kapitalistische Ausbeutung nicht im Interesse der Einheit mit opportunistischen sozialdemokratischen Strömungen zu vertuschen, sondern zu vertiefen und entsprechende politische klassenkämpferische Schlußfolgerungen für die praktische revolutionäre Handlungsweise der proletarischen und kleinbürgerlichen Frauen und Bäuerinnen zu ziehen, dass der entscheidende Riß zwischen Lohnarbeiterinnen und Kapitalistinnen der gleiche ist wie der zwischen Lohnarbeitern und Kapitalisten. Also kämpfen nicht primär Frauenwelten gegen Männerwelten (Man(n) muß es nur wollen), sondern um zu beenden, „daß die kleinen Leute schuften für die Großen“, ist das Entscheidende, „OB DIE UNTERDRÜCKTE KLASSE WAFFEN BESITZT (kursiv von Lenin) 5. Wir werden auf diese Fundamentalaussage Lenins noch zurückkommen müssen und zwar, wenn wir uns jetzt dem zweiten Artikel „Gleichstellung braucht Gesetze und Quoten“ zuwenden, dessen Autorin Sylvia Honsberg ist.

Wie schon der Titel vermuten läßt, so bezieht sie sich auf das Grundgesetz der BRD, ohne zu bedenken, das dieses eine Verfassung des Privateigentums ist, die gerade die Klassenherrschaft des Kapitals verschleiert. Sie ist daher auch nicht die erste Frau, die eine fundamentale Diskrepanz zwischen grundgesetzlicher Theorie und alltäglicher Ausbeutungspraxis den Frauen gegenüber feststellt. Seit 100 Jahren fordern die Frauen die Gleichstellung der Geschlechter. Nun sind aber die Männer in der heutigen spätkapitalistischen Ausbeutungsgesellschaft in überwiegender Zahl Lohnsklaven und diesbezüglich liefe eine Gleichstellung der Geschlechter zunächst auf die völlig „berechtigte“ fortschrittliche  Forderung hinaus: Gleicher Lohn für Lohnsklavinnen und Sklaven ! Aber selbstverständlich können weder Frauen noch Männer bei dieser Forderung stehenbleiben. Juristen sind durch und durch reaktionäre Leute, pflegte August Bebel zu sagen, und diese Weisheit eines alten Klassenkämpfers scheint nicht präsent zu sein, wenn geschrieben steht: „Die Richtlinien der EU und der Europäische Gerichtshof fordern die Umsetzung der Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland ein und wirken hilfreich.“ 6. Es ist klar, dass der Europäische Gerichtshof wunder denkt, wie progressiv er ist, wenn er die Gleichberechtigung im Sklavenmilieu fordert und natürlich muss die Autorin Honsberg immer wieder eine Diskrepanz zwischen den schönen Worten in den Gesetzestexten und der rauhen Wirklichkeit feststellen. „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“. 7. Es gibt Staaten und Staaten. Zur rauhen Wirklichkeit der BRD gehört, dass ihr Staat ein nationales Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit ist. Die Stalinsche Verfassung enthielt den Artikel 12. , der aus zwei lapidaren Sätzen bestand, die aber Kernsätze einer demokratischen Verfassung sind und an denen man auch den Wert des Grundgesetzes messen kann: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Und: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung“. Es liegt eine gewaltige Täuschung vor, ihn als nationales Kriegswerkzeug der Arbeit gegen das Kapital zu deuten. Da ist die Autorin auf die für die kapitalistische Gesellschaft typische Verbindung von formaler Gleichheit und ökonomischer und folglich auch sozialen Ungleichheit hereingefallen. „Das ist eine der grundlegenden Besonderheiten des Kapitalismus, die die Anhänger der Bourgeoisie, die Liberalen mit Lügen zu verschleiern suchen und die von den kleinbürgerlichen Demokraten nicht verstanden wird.“ 8.  Ich rechne Sylvia Honsberg natürlich zu den letzteren. Die Volksfeindlichkeit zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland, dieses Staates offenbarte sich schon 1956 durch das Verbot der einzig wirklich demokratischen Partei, der KPD. So fragt sich Frau Honsberg, was nützen schöne Worte und… in der Realität liegt eine hohe Männerquote in den Chefetagen vor. Aber was wäre  für die Frauenemanzipation gewonnen, wenn sich in den Chefetagen die Geschlechterquote auf gerechte (!?) 50 : 50 einpendelte ? Festgeschrieben wird doch um so mehr die hierarchische Investitur der kapitalistischen Ausbeutung, die Trennung von Hand- und Kopfarbeit, die der Klassentrennung zugrunde liegt. „Das Gesetz der Arbeitsteilung ist es also, was der Klassenteilung zugrunde liegt.“ 9. Also würde die Klassenspaltung der bürgerlichen Gesellschaft noch verstärkt unter der Hülle der Frauenemanzipation. Die Arbeiterklasse muß sich hüten vor grundgesetzlichen Illusionen, der Staat wird es schon richten. Der heutige spätbürgerlich kapitalistische Staat ist ein Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit, wie konnte man gerade von ihm die Gleichberechtigung von Frau und Mann erwarten ? Und dann kommt es knüppeldick: „Weniger rückständige Länder wie Norwegen zeigen, dass ein Fauenanteil von 40 Prozent in den Aufsichtsräten machbar ist – man(n)  muss es nur wollen. Das gilt ebenso für die Vorstände und andere Führungspositionen“ 10. Als ob das Karriereglück bürgerlicher Frauen vom guten Willen bürgerlicher Männer abhängt ! Die Autorin hat einen für eine Gewerkschafterin merkwürdigen Blickwinkel, man(n) reibt sich verwundert die Augen. NEIN !!! Nicht nach dem Königreich Norwegen, das politisch unter dem Niveau des republikanischen Frankreich von 1793 steht (am 21.1.1793 wurde Ludwig der XVI. geköpft), müssen die ausgebeuteten proletarischen und bäuerlichen Frauen blicken, denen gar nicht der Sinn danach steht, irgendeiner Quote zuliebe in irgendeinen Ausbeuteraufsichtsrat oder Blutsaugervorstand zu kommen, sondern auf die Pariser Commune und auf die roten Frauenbataillone der chinesischen Kulturrevolution. Während des Aufstandes der Pariser Commune kämpften die Frauen neben den Männern, sie sahen nicht passiv zu, wie die gut bewaffnete Bourgeoisie die schlecht bewaffneten oder gar nicht bewaffneten Proletarier niederschossen 11. Es war ein bürgerlicher Beobachter der Kommune, der im Mai 1871 in einer englischen Zeitung schrieb: „Wenn die französische Nation nur aus Frauen bestünde, was wäre das für eine schreckliche Nation“. 12. Und in der chinesischen Kulturrevolution waren es die Frauenbataillone aus Shanghai, die an der Spitze der Bewegung standen und zwar so dominant, daß es nicht einmal die als wenig weicheiig bekannte Shanghaier Polizei wagte, ordnungsstiftend einzugreifen. Man zeige mir in der Weltgeschichte etwas Vergleichbares ! Revolutionäre Frauen müssen SCHRECKLICH sein für den kapitalistischen Ausbeuter, für den Bourgeois, Kleinbürger, Nazi. Man schicke mir auch keinen kleinbürgerlichen Professor mit Kleopatra oder Madame Pompadour im Gepäck, zu ihrer Zeit wahrhaft mächtige Frauen, ich meine aber FrauenKOLLEKTIVE. Gegen eine auf dem Privateigentum an Produktionsmittel beruhenden Ausbeutergesellschaft kann die Befreiung nur durch einen kolossalen Bürgerkrieg der unterdrückten lohnabhängigen Frauen und Männer gegen die Kapitalistenklasse, auf deren Seite ebenfalls Frauen stehen werden – reaktionäre, monarchistisch gesinnte, die nicht nur nach Norwegen schielen, es gibt in Europa insgesamt sechs Monarchien, faschistische Kleinbürgerinnen, Kulakenhuren…etc., gewonnen werden. Lohnsklaven und Sklavinnen haben einen gemeinsamen Feind und eine Gewerkschaftsjournalistin kann nicht einfach das revolutionäre Potential von neun Zehntel der Menschheit unterschlagen, was der Dame vor allem mangelt, das ist das klare Feindbild und der gesunde Klassenhass, das ist das Bewußtsein, dass die Völker ein Recht auf Bestrafung der Konterrevolution haben. Unterdrückte lohnabhängige Sklavinnen, zu deren Ausbeutung die Haussklaverei noch dazukommt, deren Quelle der Kapitalismus ist und nicht die Rechtlosigkeit 13., können sich ohne militante Revolution nicht emanzipieren, sie müssen sich, wie es im Kommunistischen Manifest heißt AUFRICHTEN 14. und können sich nur aufrichten durch die völlige Vernichtung der Bourgeoisie. Es ist Nonsens, sich vor dem kapitalistischen Ausbeuter hinzustellen und mit dem Grundgesetz vor seiner Nase herumzuwedeln, er lacht uns innerlich zu Recht aus, Frau  halte ihm einen Gewehrkolben vor seine Ausbeutervisage und die ganze Sache sieht schon anders aus. Dadurch, dass das kapitalistische Ausbeuterpack Frauen weniger Lohn als Männern gibt,  stellt es  sich ja gerade außerhalb jeglicher Zivilisation, was Frau ohne Züchtigung dieses Packs gar nicht einrenken kann.  Lenin lehrte uns, das wir gegenüber dem Ausbeuterpack die Diktatur des Proletariats benötigen, „einen besonderen Knüppel – rien de plus !“ (weiter nichts !) 15.  Das asoziale Pack steht fürwahr außerhalb jeglicher Zivilsation, hat aber einen Propaganda- und Presseapparat, bis in die Gewerkschaften hinein, die das Gegenteil suggerieren sollen, dass sie in einem guten Licht dastehen. Vergegenwärtigen wir  uns  die Worte Robespierres: „Wie zärtlich man doch zu den Unterdrückern und wie unerbittlich man gegen die Unterdrückten ist.“ 16.  In einer Revolution kehrt der proletarische Knüppel diese Vorzeichen um. Es ist die Aufgabe der revolutionären Frauen, die kleinen Leute zu schützen, aber hart und grausam gegen die Großen zu sein, dann wird es zu Ende sein, „dass kleine Leute schuften für die Großen.“  Frauen von heute blicken nicht nach Norwegen, sondern sind geschult und versiert im Marxismus Leninismus, sind ausgebildet und trainiert im Nahkampf und sind versiert im Umgang mit der Kalaschnikow. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen der bürgerliche Aufklärer Diderot über das sogenannte schwache Geschlecht schrieb: Um einer Frau zu schreiben, müsse man „seine Feder in einen Regenbogen tauchen und die Schrift mit dem Staub von Schmetterlingsflügeln überpudern“. 17.  Es war übrigens der utopische Sozialist Charles Fourier, der in dieser zuckersüßen Melodey Diderots eine Verhöhnung der Frauen erkannte. 18. Regenbogen, Staub von Schmetterlingsflügeln ? ? Was die ausgebeuteten Frauen brauchen sind marxistisch leninistische Killermaschinen aus ihrer Mitte heraus. Ich sage ganz bewußt: Killermaschinen, an dem Begriff Maschine ist aus gutem Grund festzuhalten: Erstens steht er in der gut materialistisch atheistischen Tradition La Mettries und zweitens war es romantisierende Konterrevolution, die dem System Robespierre vorwarf, der Terror habe den Menschen zur Maschine werden lassen. (Der Abgeordnete Bailleul am 19. III. 1795 im Konvent). 19. Das faschistische Gegenbild besteht aus einer Gattin am Herd, die keine Sehnsucht nach Farbrik, Büro und Parlament hat. „Ein trautes Heim, ein lieber Mann und eine Schar glücklicher Kinder steht ihrem Herzen näher“. So Hitler auf dem Reichsparteitag 1934.

Es kann keine Gemeinschaft, keine Einheit, keine Solidarität zwischen Arbeiterinnen und Bäuerinnen auf der einen Seite und bürgerlichen asozialen Blutsaugerinnen auf der anderen Seite geben, die Zeichen stehen auf Klassenkrieg. „Inzwischen ist der Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie ein Kampf von Klasse gegen Klasse, ein Kampf, der, auf seinen höchsten Ausdruck gebracht, eine totale Revolution bedeutet. Braucht man sich übrigens zu wundern, dass eine auf den Klassengegensatz begründete Gesellschaft auf den brutalen Widerspruch hinausläuft, auf den Zusammenstoß Mann gegen Mann als letzte Lösung ?“ 20. So schrieb Karl Marx 1846/47  im „Elend der Philosophie“.  21. Diese Gedanken müssen heute ergänzt werden zum Zusammenstoß Frau gegen Frau. Die Kommandeurinnen der roten Frauenbataillone brauchen Klassenkämpferinnen, die im Bürgerkrieg in seiner fürchterlichsten Gestalt ihre Frau stehen und durch Ströme von Blut gleichberechtigt mit den Männern die Rote Fahne hochhalten und vorantragen. Die Aktionsbühne für die Befehlshaber und Befehlshaberinnen eines Krieges „muß auf objektive Möglichkeiten gegründet sein; auf dieser Bühne aber können sie die Aufführung manch eines Dramas voller Klänge und Farben, voller Macht und Pracht in Szene setzen.“ 23. Wird der Klassencharakter der modernen bürgerlichen Gesellschaft nicht geleugnet, sondern anerkannt, dann ist Blutvergießen unvermeidlich, im „Elend der Philosophie“ finalisiert es Marx ganz präsize: „Nur bei einer Ordnung der Dinge, wo es keine Klassen und keine Klassengegensätze gibt, werden die gesellschaftlichen Evolutionen aufhören, politische Revolutionen zu sein. Bis dahin wird am Vorabend jeder allgemeinen Neugestaltung der Gesellschaft das letzte Wort der sozialen Wissenschaft stets lauten:

„Kampf oder Tod; blutiger Krieg oder das Nichts. So ist die Frage unerbittlich gestellt.“ (George Sand). (Aus der Einleitung zu George Sands historischem Roman „Jean Ziska“, Brüssel 1843).24.

1. Karl Marx, Friedrich Engels: Ausgewählte Briefe IV. Band, Berlin 1950,608f.

2. Brot und Rosen, in: Der Grundstein, Zeitschrift der IG Bauen Agrar Umwelt Nummer 3, März 2011,18

3. Lenin, Die Grosse Initiative, Lenin Ausgewählte Werke, Progress verlag 1971, 531

4. Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, Dietz Verlag Berlin,212

5. Lenin, Staat und Revolution, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1959,463

6. Sylvia Honsberg, Gleichstellung braucht Gesetze und Quoten, Der Grundstein, Zeitschrift der IG Bauen, Agrar, Umwelt, Nummer 3, März 2011,28

7.a.a.O.

8. Lenin, Zum Internationalen Frauentag am 4. März 1920, Lenin Werke Band 30, Dietz Verlag Berlin, 1961,400

9. Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Marx Engels Ausgewählte Werke Band V, Dietz Verlag Berlin, 1972,309. Die bürgerliche Gesellschaft ist zerrissen durch die Trennung von Hand- und Kopfarbeit, die von Stadt und land, Mann und Frau und die von öffentlicher und privater Sphäre, ein Zustand der Entfremdung. „Wenn der Mensch arbeitet, ist er nicht zu Hause, und wenn er zu Hause ist, arbeitet er nicht.“

10. Sylvia Honsberg, Gleichstellung braucht Gesetze und Quoten, Der Grundstein, Zeitschrift der IG Bauen, Agrar, Umwelt, Nummer 3, März 2011,8. Im Vergleich zu Norwegen beträgt der Anteil der Frauen an Aufsichtsratssitzen in der Bundesrepublik nur 9,4 % oder 154 Frauen.  Über die norwegischen Versöhnler schrieb Lenin: „…wir wollen ruhig bleiben in unserem Winkel und Winkelpolitik treiben…“ (Lenin, Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1957,81). Auch im Aufsatz von Sylvia Honsberg dominiert das Winkelpolitische. Man(n) fragt sich, wieviel Winkelzüge braucht sie, um auf einen Aufsichtsratsposten zu kommen ?

11. Vergleiche Lenin, Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1957, 77

12.a.a.O.

13. Lenin, Über eine Karikatur auf den Marxismus, Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1957,68. Zwar hatte schon die französische Revolution die Gleichheit aller Menschen proklamiert, aber die Unterdrückung der Frau hält bis heute vor. Marx verspottete die bürgerlichen Phrasen und stellte die wirklich zentrale Frage: wie sind die Arbeitsbedingungen? Kindergärten und Krippen sind eine wesentliche Bedingung für die Emanzipation der Frau. „Die Frau bleibt nach wie vor Haussklavin, trotz aller Befreiungsgesetze, denn sie wird erdrückt, erstickt, abgestumpft, erniedrigt von der Kleinarbeit der Hauswirtschaft, die sie an die Küche und an das Kinderzimmer fesselt und sie ihrer Schaffenskraft durch eine geradezu barbarisch unproduktive, kleinliche, entnervende, abstumpfende, niederdrückende Arbeit vergeuden läßt. Die wahre BEFREIUNG DER FRAU (kursiv von Lenin) , der wahre Kommunismus wird erst dort beginnen, wo und wann der Massenkampf…gegen diese Kleinarbeit der Hauswirtschaft, oder richtiger, ihre massenhafte Umgestaltung zur sozialistischen Großwirtschaft beginnt.“ (Lenin, Die Große Initiative, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1971,538). Massenkampf, massenhafte Umgestaltung, Großwirtschaft !!! Ich frage Sylvia Honsberg,  aus wieviel Masse besteht ein Aufsichtsrat oder ein Vorstand ?? Es gibt in Deutschland nur cirka 1600 Aufsichtsratssitze. Als Gewerkschafterin sollte sie sich lieber Gedanken um gute Kindergärten für die Volksmassen machen, und keine, um arbeiteraristokratisch in einen Aufsichtsrat zu gelangen, dessen Hauptaufgabe darin besteht, sich Gedanken zu machen, wie die Ausbeutung der werktätigen Massen ständig erhöht werden kann.  (Wo fühlt sie sich denn hingezogen ? Ich möchte sie daran erinnern, dass von allen Teilnehmern an der Wannseekonferenz zur Endlösung der Judenfrage bis auf den Vorsitzenden Reinhard Heydrich alle einen Doktorgrad besaßen). Ich kann mir beim besten Willen weder Ulrike Meinhof in einem Aufsichtsrat noch Gudrun Ensslin in einem Konzernvorstand vorstellen.  Es ist beschämend für hochindustrialisierte Länder, dass die Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts hauswirtschaftlich mathematischer Kalkulation unterworfen wird, wie es die humanitäre Schule der Ökonomen schon im neunzehnten Jahrhundert vorschlug. Rousseau sagte, dass hohe Geburtenraten auf glückliche Völker hinweisen. Jedoch vermittelte Rousseau der französischen Revolution ein rückwärts gewandtes Frauenbild und in der proletarischen Frauenrevolution wird sich das Schicksal der Frauenemanzipation während der französischen Revolution nicht wiederholen. Engels bemerkte in einer seiner ersten Schriften, in den „Umrissen zu einer Kritik der Nationalökonomie“, dass alle Revolutionen des 18. Jahrhunderts halbe waren (Vergleiche Friedrich Engels, Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie, Marx Engels Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin 1974,500) und die Frauen sind die Hälfte des Himmels. Im Vordergrund stand die Gleichstellung kapitalistischer Warenbesitzer untereinander, nicht die von Frauen und Männern. Nicht nur wird deshalb der Radikalismus der antigirondistisch ausgerichteten Revolutionären Republikanerinnen vom Mai 1793, die Marat verherrlichten und ihre Kinder in dessen Geist erziehen wollten, bereits am 8. November 1793 durch den Berichterstatter des Komitees für allgemeine Sicherheit, Amar, gebrochen, sondern dieser schreibt ein Frauenbild des Mittelalters, in dem persönliche Abhängigkeitsverhältnisse dominierten, fest: „Fügen wir schließlich hinzu, daß die Frauen durch ihr Wesen zu einer Erregtheit disponiert sind, die sich für die öffentlichen Angelegenheiten als verderblich auswirken müßte, und daß die Staatsinteressen bald allem geopfert würden, was die Lebhaftigkeit der Leidenschaft an Verwirrung und Unordnung erzeugen kann.“ (Paul Noack, Olympe de Gouges, dtv Biografie, München 1992,139), so daß Frauenvereinigungen daruafhin verboten wurden. Im Gesetz vom 24. Mai 1975 wird Frauen dann sogar verboten, an politischen Sitzungen überhaupt teilzunehmen. In der Frage der Egalité für Frauen hatte der Rousseauismus bestimmenden Einfluß, Rousseau sah in seinem Erziehungsroman „Emile“ die Geschlechter ungleichwertig: Jungen sind sportlich, laut, aktiv. Mädchen sind mit Putz, Flitterkram, Spiegel und Puppen zufrieden. Folglich muß alle Erziehung der Frauen auf die Männer bezogen sein. Condorcet erst wies mit seiner Abhandlung „Die Gewährung der vollen Staatsbürgerrechte an Frauen“ (1790) über den kleinbürgerlichen Jakobinismus hinaus, wurde aber nicht erhört, sondern geköpft. Der Bischof Tayllerand unterbreitete den Vorschlag, Mädchen bis zum achten Lebensjahr eine Grunderziehung zuzusichern, danach könnten sie häuslich werden.

14. Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 1984,31. Der ganze Satz lautet: „Das Proletariat, die unterste Schicht der jetzigen Gesellschaft, kann sich nicht erheben, nicht aufrichten, ohne das der ganze Überbau der Schichten, die die offizielle Gesellschaft bilden, in die Luft gesprengt wird.“ Also müssen Chefetagen, Vorstände, Aufsichtsräte ganz unabhängig von der Quote in die Luft gesprengt werden, alles Bürgerliche muss völlig vernichtet, der bürgerliche Staat, die Ausbeuterhierarchie muss völlig zerschlagen werden und durch revolutionäre Frauensowjets ersetzt werden. Es gehört zu den Sünden des Opportunismus, die Weltgeschichte als gleichmäßige Entwicklung hinzustellen und in Legalismus zu verfallen. Aber gerade der Imperialismus ist eine äußerst dynamische Epoche mit ungeheuer viel Sprengkraft, mit Sprüngen und Zickzackbewegungen.

15. Lenin, Über die Diktatur des Proletariats, Lenin Werke Band 30, Dietz Verlag Berlin,1961,80

16. Maximilien Robespierre, Über die Prinzipien der politischen Moral, Reden der französischen Revolution, dtv Text bibliothek, München 1974,349. Millionenboni für asoziale Banker, unerbittliche Entlassungen aus dem Arbeitsverhältnis wegen Pfandbons, Maultaschen, Frikadellen, Akkuaufladung für 1,8 cent. Man muß diejenigen als Gemeingefährliche in eine Anstalt stecken, die von einem Zukunftsmodell Deutschland faseln.

17. Charles Fourier, Frauen Liebe Orgie, in: Jahrbuch Politik Nummer 7, Wagenbach Verlag Berlin, 1976,10

18. Charles Fourier machte den Grad der gesellschaftlichen Emanzipation überhaupt an die der Frauen fest. Eine Gesellschaft ist nie weiter emanzipiert als es ihre Frauen sind. Es ist eine Frage ihres kulturellen Niveaus. „Es heißt, daß das Kulturniveau am besten durch die rechtliche Stellung der Frau charakterisiert wird.“ (Lenin, Zum Internationalen Frauentag, 4. März 1920, Werke Band 30, Dietz Verlag Berlin, 1961,400).

19. Zitat nach W. Giesselmann, Die brumairianische Elite, Stuttgart,1877,230

20. Karl Marx, Das Elend der Philosophie, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band I, Dietz Verlag Berlin, 1974,312

21. Im „Elend der Philosophie“ hatte Marx zum erstenmal seine historisch materialistische Weltanschauung in französischer Sprache dargelegt, seine eigenen Landsleute mussten 38 Jahre  (bis 1885) warten, erst in diesem Jahr erfolgte die Übersetzung durch Karl Kautsky und Eduard Bernstein. Mit Vorwort und Noten von Friedrich Engels.

23. Mao Tse Tung, Vom Kriege, Die Rolle des bewußten Handelns im Kriege, Bertelsmann Verlag, 1969,150

24. Karl Marx, Das Elend der Philosophie, Marx Engels Ausgewählte Werke, Band 1, Dietz Verlag Berlin 1974,312


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