Der Fall der Sowjetunion Vor 25 Jahren wurde Gorbatschow Generalsekretär

Vor 25 Jahren wurde Michail Gorbatschow Generalsekretär einer der mächtigsten Parteien der Welt, der KPdSU. Damit war in der Sowjetunion ein Mann an die Macht gekommen, mit dessen Namen der durchschnittliche Zeitungsleser den Beginn des Zerfalls des real existierenden Sozialismus verbindet. Dieser Zerfallsprozess aber begann schon früher unter einem Vorgänger von Gorbatschow, der 1956 auf dem ominösen XX. Parteitag die Abkehr vom revolutionären Marxismus einleitete. In der Perestroikazeit sind dann allerdings die Eiterbeulen der revisionistisch entarteten Kommunistischen Parteien im sogenannten Ostblock zum Platzen gebracht worden. Gerade durch die Glasnostideologie ist mit aller Deutlichkeit zutage getreten, wie wichtig Lenins Hinweis in „Was tun ?“ war, daß der Sieg des Sozialismus primär von dem sozialistischen Bewußtsein der Arbeitermassen abhängig sei, viele „hochgelahrte Marxisten“ fielen damals auf den Perestroikaschwindel rein, erkannten nicht den geballten Sozialdemokratismus, der sich mit Zitaten aus Lenins Werken tarnte. Ist das sozialistische Bewußtsein nicht hochentwickelt und sind die Konturen des Leninismus nicht scharf herausgeprägt, läuft man Spitzbuben hinterher, wenn diese nur eine rote Fahne schwenken. Die Dialektik der Geschichte zwingt die Feinde der Marxisten, sich als Marxisten zu verkleiden 1. , es gibt so etwas wie Banditentum hinter der Maske des Leninismus. Es war vielleicht nicht zufällig, dass Gorbatschow gerade gegenüber dem Kommunistenjäger Helmut Schmidt die Katze aus dem Sack ließ: Als Helmut Schmidt ihn auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Meißen fragte, was bei der Persestroika herauskomme, antwortete er : so etwas wie in Schweden. 2. Helmut Schmidt wird sich schadenfroh sein Teil dabei gedacht haben.

Ich hatte seinerzeit in der Hochzeit der Perestroika auf einige gravierende theoretische Fehler der Glasnostideologie hingewiesen, die sich unter Verwendung einer marxistisch leninistischen Terminologie dem revolutionären Marxismus diametral entgegenstellte. 3. Es geschah dies durch eine vereinfachende formale Darstellung der dialektischen Entwicklungslehre, die auf dem Gebiet der Gesellschaftswissenschaften angeblich eine stetige Höherentwicklung sozialökonomischer und politischer Systeme widerspiegele, ohne Sprünge, ohne Zickzackbewegungen, von der Möglichkeit enormer Rückentwicklungen ganz zu schweigen. 4. Vollends phantasierte Gorbatschow auf dem Gebiet der Politik von einem „Gleichgewicht der Vernunft“ zwischen den beiden Gesellschaftssystemen, die die Mauer in Berlin trennte, während Karl Marx von einem „WELTKRIEG (kursiv von Marx) zwischen proletarischer Revolution und feudaler Konterrevolution“ 5. sprach. Die endgültige und unmißverständliche Bankrotterklärung der Perestroikaideologie erfolgte dann in einer Abendsitzung der XIX. Unionskonferenz am 1. Juli 1988 in Moskau und sie verdient, wörtlich wiedergegeben zu werden: „Wir haben viel Zeit dafür aufwenden müssen, die Gesellschaft, in der wir leben, die Vergangenheit, in der viele heutige Erscheinungen wurzeln, die uns umgebende Welt und unsere Wechselbeziehungen zu ihr zu begreifen. All das mußte aufgefasst werden, damit wir nicht in revolutionären Sprüngen verfahren, die außerordentlich gefährlich sind…“ 6. Und das gab ein Mann von sich, der dem Konservatismus in der Partei und in der Gesellschaft den Kampf angesagt hatte. Die Abkehr vom Marxismus Leninismus, von der materialistischen Dialektik, von der Revolutionstheorie, die geradezu Sprünge favorisiert, ist hier in aller Deutlichkeit ausgesprochen. (In der bürgerlichen Revolution trat Napoleon am 13. Dezember 1799 (im achten Jahr der Revolution) auf und erklärte die Revolution für beendet: „Die Revolution ist auf die Grundsätze gebracht, von denen sie ausgegangen ist, sie ist beendet“.). Das also war die philosophische Begleitmusik des real existierenden Sozialismus auf seinem Gang zum Grab der Weltgeschichte. In einem Buch des Chefideologen der Perestroika Jakowlew, „Vorwort Einsturz Nachwort“  steht dann auch schwarz auf weiß: „Es ist die Zeit gekommen um zu sagen, daß der Marxismus von Anfang an utopisch und falsch war.“ 7. Dieses Bekenntnis ist in der Logik der Perestroikaphilosophie völlig zwingend und richtig und ergänzt sich mit Gorbatschows Furcht vor revolutionären Sprüngen. Deshalb war ja auch die Ikone des britischen Konservatismus, Margaret Thatcher, begeistert von der Perestroika: „Ich bin ein überzeugter Verfechter der Perestroika, einer kühnen und verlockenden Idee. Sie führt die Sowjetunion zu größerer Freiheit, sie ebnet den Weg zu Fortschritt und Wohlstand. Ich erachte, daß die Sowjetunion heute eine historische Mission erfüllt“. 8.

Was dann politisch real folgte gehört in die skandalöse Chronik der bestialischen Unterdrückung der Völker durch eine sich mafiaähnlich herausbildenden Konterrevolution der Nomenklatura, Glücksritter und Wodkahändler, die Millionen zur Seite legten. Und Millionen verarmten. Das Dekadente potenzierte sich, nachdem es seine sozialistische Hülle fortgeschleudert hatte. Putin hat 2010 insgesamt 98 700 Euro verdient, der Ministerpräsident besitzt ein Stück Land, zwei Wohnungen, zwei Garagen, zwei Autos, einen Jeep und einen Wohnwagen…so die sicherlich minimisierende Besitztümerliste der russichen Führung vom März 2011. Nur diese verschwindend kleine asoziale Schicht von Oligarchen trägt den Friedensnobelpreisträger Gorbatschow in Russland in ihrem  Herzen und in Deutschland der von der Springerpresse in die Irre geleitete Einheitsspießer, der am Monatsende den Euro abzählen  muß, während es an der Zeit ist, dass sich Historiker und Politikwissenschaftler einmal die Frage vorlegen, ob nicht die revisionistische Entartung der KPdSU mit ihrem Tiefpunkt der Gorbatschowschen Perestroika mehr Leid über die Völker gebracht habe als die Hitlersche Wehrmacht ?

In dem sehr interessanten Artikel “ Mit Lenin- Maske gegen den Leninismus, Wie Gorbatschow und Jakowlew die Konterrevolution inszenierten“ im Rotfuchs vom April 2011 führt der Autor Willi Gerns den Zerfall des sowjetischen Sozialismus auf eine Aushöhlung des demokratischen Zentralismus zurück. 9. Aber das ist keine dialektische Erklärung, sondern eine eklektische. Man kann nicht einfach ein sicherlich wichtiges Moment, hier aus der politischen Sphäre, aus dem Prozess herausnehmen und es monokausal als Grund allen Übels hinstellen. Gesellschaftswissenschaft ist etwas mehr als das Lösen eines Kreuzworträtsels. „…daß die Gesellschaft als ein lebendiger, in ständiger Entwicklung begriffener Organismus betrachtet wird (und nicht als etwas mechanisch Verkettetes, das infolgedessen eine beliebige willkürliche Kombination der einzelnen gesellschaftlichen Elemente zuließe)…10.  Als Marxist sollte Gerns doch bitte schön noch ein Moment aus der ökonomischen Basis hinzunehmen, ohne damit aber gleich Dialektiker zu werden. 11. Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion kann nicht aus der Sphäre der Politik oder aus der Sphäre der Ökonomie allein erklärt werden 12. , auch nicht aus einem Hin- und Herwälzen von Basis- und Überbauursachen. Diese Erklärungsversuche verharren noch unter dem Immanenzschatten der Fetischverblendung, die zu durchbrechen nur vorgegeben wird. Der wissenschaftlichen Erklärungsweise gelingt der Durchbruch von der Erscheinung zum Wesen gesellschaftlicher Prozesse nur mit Hilfe der materialistischen Dialektik, in der als genuine Prozesswissenschaft der innere Zusammenhang der Prozesse in gesetzmäßiger Abhängigkeit widergespiegelt wird. Durch dieses Kriterium allein sind die Marxisten in der Lage, geschichtliche Prozesse mit Bewußtsein, das heißt unter anderem die gesellschaftlichen Folgen ihres geschichtlichen Handelns zu erfassen.

Als die Revisionisten um Crutschow zum Beispiel 1958 die Auflösung der Maschinen Traktor Stationen beschlossen, wußten sie natürlich nicht und machten sich keine Gedanken darüber, zu welchen gesellschaftlichen Folgen diese „Neuerung“ führen werde, sie waren sich dessen nicht bewußt und verstanden nicht, dass diese „Neuerung“ zu einer Umgruppierung der gesellschaftlichen Kräfte führen werde, die mit einem Sieg der Konterrevolution endete. Aber wie gesagt, die MTS sind auch wieder nur ein Glied einer letzthin unendlichen Kette, das noch nicht viel erklärt. Gerns sagt: die Aushöhlung des demokratischen Zentralismus, ich sage: die Auflösung der Maschinen Traktor Stationen habe zum Zusammenbruch der Sowjetunion beigetragen. Selbst beides zusammen erklärt noch nicht viel. Im sich entwickelnden Sozialismus muß der Unterschied zwischen den Arbeitern und den Bauern immer mehr aufgehoben werden. Wie stand es damit ? Wurde der Gegensatz zwischen Hand- und Kopfarbeit minimisiert oder vergrößert ? Das letztere ist anzunehmen. Die Herausbildung des Kapitalismus aus dem sowjetischen Sozialismus ist ein so komplexer Prozess, dass vielleicht nur ein Kollektiv von marxistischen Fachwissenschaftlern zu dieser Thematik Essentielles erarbeiten kann. In diesem Kollektiv müßte zum Beispiel auch die Rolle der Religion beim Restaurationsprozess berücksichtigt werden, das Wechselverhältnis zwischen Landwirtschaft und Industrie, Dorf und Stadt, Hand- und Kopfarbeit, Rolle der Intelligenz, der Bürokratie…usf. Insbesondere die Arbeitsteilung von Hand- und Kopfarbeit, denn diese Arbeitsteilung ist die Grundlage der Klassenteilung. 13. Es ist dann auch der Untertitel von Willi Gerns Aufsatz: „Mit Lenin-Maske gegen den Leninismus: Wie Gorbatschow und Jakowlew die Konterrevolution inszenierten“ kritisch zu hinterfragen: Inwieweit können Konterrevolutionäre erfolgreich inszenieren ? Und von dieser Fragestellung her kommt man schon auf die weitere: die Verbindung dieser Sowjetfeinde zum imperialistischen Ausland ? Gorbatschow und Jakowlew hätten  inszeniert ! Und in ihrem Sinne sogar erfolgreich inszeniert ! Werden sie dadurch nicht zu großen historischen Figuren ? Ich möchte zu dieser Thematik die Aufmerksamkeit auf die Schrift von Karl Marx: „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ lenken, in der er die Bedingungen für den Machtantritt des konterrevolutionären Militärdiktators Louis Bonaparte analysierte. Viele Zeitgenossen von Marx glaubten, dieser kleine Napoleon habe erfolgreich inszeniert, unter anderem auch Victor Hugo in seinem Buch: „Napoleon le Petit“, während Marx eine ganz andere Herangehensweise hatte: Hugo merke nicht, daß er Bonaparte groß statt klein mache, indem er ihm eine persönliche Gewalt der Initiative zuschreibt, wie sie „beispiellos in der Weltgeschichte dastehen würde.“ 14. Im achtzehnten Brumaire leitet Marx dann auch den Machtantritt des kleinen Napoleon aus einer ökonomischen Krise ab. Der Klassenkampf in Frankreich habe Umstände und Verhältnisse geschaffen, „welche einer mittelmäßigen und grotesken Personage das Spiel der Heldenrolle ermöglichen“ 15., konnte. Mittelmäßige und groteske Personage – trifft das nicht auch auf Gorbatschow und Jakowlew zu ?

Gibt es einen Grund zur Resignation ? In seinem Fundamentalwerk „Staat und Revolution“ hat Lenin am Beispiel des Fortbestehens des bürgerlichen Rechts im Sozialismus darauf aufmerksam gemacht, dass sich hier „Überreste des Alten im Neuen“ 16. erhalten. Das Alte bleibt also und wird nicht einfach nur abstrakt negiert. Daraus folgt aber, dass zwischen diesen Antagonisten ein Kampf um den Weg zwischen Revolution und Restauration immer noch existiert und es ganz offensichtlich nicht ausgemacht ist, wer gewinnt, selbst wenn nur Überreste des Alten sich erhalten. Blicken wir auf bürgerliche Revolutionen, so müssen wir festellen, dass auch diese sich nicht geradlinig durchgesetzt haben, sondern ebenfalls etliche Rückschritte in Kauf nehmen mussten. In der Natur und der Gesellschaft sind die Grenzen bedingt und beweglich. Wann endet eine Revolution ? Anläßlich der Subbotniks hat Lenin die Alternative aufgezeigt: Jeder für sich und Gott für uns alle. ODER: Alle für einen, einer für alle. 17. Der Kampf ist noch nicht entschieden. Überhaupt haben die Subbotniks bewiesen, welch revolutionäres Potential in den arbeitenden Menschen steckt.  War Lenin beim Abfassen von „Staat und Revolution“ noch skeptisch, ob „Menschen SOFORT (kursiv von Heinz Ahlreip) nach dem Sturz des Kapitalismus lernen werden, ohne alle Rechtsnormen für die Allgmeinheit zu arbeiten“ 18., so bewiesen die Subbotniks das Gegenteil. Deshalb sprach Lenin vom Heldentum der Arbeiter. Zu behaupten, die Überraschung der Subbotniks sei ein einmaliger Akt in der Weltgeschichte gewesen, ist offensichtlich töricht.

1. Vergleiche: Lenin, Die historischen Schicksale der Lehre von Karl Marx, Werke Band 18, Dietz Verlag Berlin, 1972,578. Völlig blauäugig etwa der Hölderlinsozialist Rudolf Bahro, wiirköpfig sah er in Gorbatschow Plato und den Fürsten Machiavellis, um die urbildliche heilige Ordnung wieder herzustellen. (Vergleiche Rudolf Bahro, Il Principe, in: Die tageszeitung vom 14. Februar 1987).

2. Hamburger Abendblatt vom 4./5. November 1989, siehe auch: Willi Gerns, Mit Lenin-Maske gegen den Leninismus, Wie Gorbatschow und Jakowlew die Konterrevolution inszenierten, in: Rotfuchs vom April 2011, RF Extra Seite 1.

3. Vergleiche Heinz Ahlreip, Geistesgeschichtliche Quellen des Neuen Denkens, in: Kommune, Forum für Politik, Ökonomie, Kultur 7. Jahrgang Juli 1989, Seite 78 bis 81.

4. „…denn zu glauben, die Weltgeschichte ginge glatt und gleichmäßig vorwärts, ohne manchmal Riesensprünge rückwärts zu machen, ist undialektisch, unwissenschaftlich, theoretisch unrichtig.“ (Lenin, Über die Junius Broschüre, Werke Band 22, Dietz Verlag Berlin,1972,315).  Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion war zweifellos so ein Riesensprung rückwärts, oder besser formuliert: sie ergab sich aus einer Serie von Riesensprüngen rückwärts.

5. Karl Marx, Lohnarbeit und Kapital, Marx Engels Werke Band 6, 397f.

6. Rede Michail Gorbatschows bei der Schlußsitzung der Konferenz am 1. Juli 1988, in: XIX. Unionskonferenz der KPdSU, Dokumente und Materialien, APN Verlag Moskau 1988,121. Es ist kennzeichnend für den Revisionismus, daß er den dialektischen Übergang durch Sprünge, durch Widersprüche, durch die Unterbrechung der Allmählichkeit, durch die Einheit von Sein und Nichtsein (Vergleiche Lenin, Zur Kritik an den Vorlesungen Hegels über die Geschichte der Philosophie Bern 1915, in: Aus dem philosophischen Nachlass Exzerpte und Randglossen, Dietz Verlag Berlin 1958, 221) anathematisiert.

7. siehe: Willi Gerns, Mit Lenin – Maske gegen den Leninismus, Wie Gorbatschow und Jakowlew die Konterrevolution inszenierten, in: Rotfuchs vom April 2011, RF Extra, Seite 2

8. Margaret Thatcher, in: Temps Nouveaux Nummer 40,1989,7

9. „In einer lebendigen, streitbaren kommunistischen Partei mit breit entfalteter innerer Demokratie und ständiger Kontrolle der Führung durch die Mitgliedschaft hätte sich die konterrevolutionäre Gorbatschow Bande kaum in die Spitze „hochschleichen“ und die Partei  in ihre Gewalt bringen können.“ (Willi Gerns, Mit Lenin-Maske gegen den Leninsmus, Wie Gorbatschow und Jakowlew die Konterrevolution inszenierten, in: Rotfuchs vom April 2011, RF Extra, Seite 2).

10. Lenin, Was sind die „Volksfreunde“ und wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokratie ? Dietz Verlag Berlin, 1984,158

11. „Um einen Gegenstand wirklich zu kennen, muß man alle seine Seiten, alle Zusammenhänge und „Vermittlungen“ erfassen und erforschen. Wir werden das niemals vollständig erreichen, die Forderung der Allseitigkeit wird uns aber vor Fehlern und Erstarrung bewahren.“ (Lenin, Noch einmal über die Gewerkschaften, die gegenwärtige Lage und die Fehler Trotzkis und Bucharins, Werke Band 32,85). Ist denn unser Gegenstand die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion, so ergibt sich aus dem von Lenin Gesagtem die Notwendigkeit einer mehrjährigen Forschungsarbeit, um Essentielles zu diesem Thema vorzubringen, Gedankenblitze mögen fruchtbar sein, erklären aber lange noch nicht einen Jahrhundertwolkenbruch.

12. Revolutionen und Konterrevolutionen haben ihre letzten Ursachen in der Ökonomie unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen mit dem Überbau. Aufschlußreiches zur Wechselwirkung zwischen Basis und Überbau und dass in letzter Instanz die ökonomische Basis entscheidet, findet sich vor allen in zwei Briefen des alten Engels: an Joseph Bloch vom 21. September 1890 und an Franz Mehring vom 14. Juli 1893.

13. Vergleiche Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Dietz Verlag Berlin, 1972,309. Hier hat uns Engels einen Schlüssel gegeben zur Erforschung des Aufkommens der Restauration. Lenin gab uns einen weiteren Schlüssel: In seinem Ende Dezember 1917 geschriebenen Aufsatz: „Wie soll man den Wettbewerb organisieren ?“ (Werke Band 26, Dietz Verlag Berlin, 1961, Seite 402 bis 414) gab er als Bedingung für die Unbesiegbarkeit der Oktoberrevolution von 1917 an, daß sie die Werktätigen auf den Weg des SELBSTÄNDIGEN (kursiv von Lenin) schöpferischen Aufbaus eines neuen Lebens führt. (Lenin, Wie soll man den Wettbewerb organisieren ?“ Lenin Werke Band 26, Dietz Verlag Berlin, 1961,408). Und immer wieder die Massen. „Die Rechnungsführung und Kontrolle…kann nur das Werk der Massen sein“. (a.a.O.,409) Er legt großen Wert auf das Prinzip der freiwilligen Initaitive von Millionen und aber Millionen aus der Arbeiterklasse und der armen Bauern stammenden Rechnungsführern und Kontrolleuren. (a.a.O.,410). Lenin erkannte klar, dass der Hauptfeind der proletarischen Diktatur in Rußland die kleinbesitzerliche Anarchie ist. Diese Konstellation ergab für ihn den Hauptkampf , hier liegt die Entscheidung, denn diese Anachie kann die Revolution zugrunde richten. (Vergleiche Lenin, Über „linke“ Kinderei und über Kleinbürgerlichkeit, Werke Band 27, Dietz Verlag Berlin, 1957,331). Sicherlich mehr als nur ein Hinweis, diese Überlegung Lenins ist ein roter Faden für die Erforschung der Ursachen der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion. Der Kapitalismus hat dort wie überall klein angefangen. Alles wertvolle Überlegungen zur Erklärung von Fehlentwicklungen im Sozialismus, die unter anderem auch durch verbürokratisierte Apparate bewirkt wurden.

14. Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, Dietz Verlag Berlin,1960,559

15.a.a.O.,560

16. Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin 1972,486

17. Vergleiche Lenin, Vom ersten Subbotnik an der Moskau Kasaner Eisenbahn zum Gesamtrussischen Subbotnik am 1. Mai, Werke Band 31, Dietz Verlag Berlin,1959,113

18. Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1972,481

Heinz Ahlreip, 10. April 2011

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: