Sahra Wagenknecht in der Hegel Falle

Während bürgerliche Politiker (Freiherr Karl Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch Mehrin (FDP),  die Tochter des langjährigen CSU Vorsitzenden Edmund Stoiber, Veronika Saß, über den FDP Politiker Chatzimarkakis hat Professor Jörg Becker  am 22. Juli 2009 einen Artikel in der Frankkfurter Allgemeinen Zeitung geschrieben: Chatzimarkakis hat mich plagiiert ! Kulturminister Althusmann schreibt eine Erklärung an die Universität Potsdam….plus Dunkelziffer) im akademischen Bereich sich bürgerlich politisch, eben betrügerisch benehmen und Doktorarbeiten zusammenklauen, denn man will ja an die Regierungsspitze, um zu regieren und dabei zu plündern und zu plündern und dabei  zu regieren 1. , haben wir es bei Frau Sahra Wagenknecht mit einem ganz anderen Kaliber zu tun, die auf Grund einer unbestrittenen Intelligenz nicht zu solchen Mittelchen zu greifen braucht. Gleichwohl ergibt eine Lektüre ihrer an der Universität Utrecht erfolgreich eingereichten Magisterarbeit: „Vom Kopf auf die Füße ? Zur Hegelkritik des jungen Marx oder das Problem einer dialektisch materialistischen Wissenschaftsmethode“, daß auch in dieser politisch rechten Arbeit inhaltlich und formal „nicht alles mit rechten Dingen“ zugegangen ist. Theoretischerseits, beileibe nich im strafrechtlichen Sinne.

In ihr wird dem jungen Marx in seinen Ökonomisch Philosophischen Manuskripten eine geschichtsteleologische Deutung der Weltgeschichte bis hin zum Kommunismus unterstellt 2., obwohl Marx ausdrücklich in diesen Manuskripten betont, „…aber der Communismus ist nicht als solcher das Ziel der menschlichen Entwicklung, – die Gestalt der menschlichen Gesellschaft.“ 3. Marx, der 1844 bereits als Revolutionär auftrat 4., sei in den Manuskripten hinter die Weltgeschichtsphilosophie Hegels  zurückgefallen.  Sahra Wagenknecht läßt Lenins Hinweis unberücksichtigt, daß in dieser Hegel „am meisten veraltet und antiquiert“ 5.  ist.  Denn gerade Hegels Philosophie der Weltgeschichte ist teleologisch und theologisch ausgerichtet: Weltgeschichte als Gotteswerk, man vergegenwärtige sich nur den Schlußgedanken der  Philosophie der Weltgeschichte: …daß das ,was alle Tage geschehen ist und geschieht, nicht nur nicht ohne Gott, sondern wesentlich das Werk seiner selbst ist. 6. Der Schlußgedanke der Magisterarbeit von Sahra Wagenknecht  enthält denn auch ein völlig falsches Fazit: „…daß das Methodenkonzept des reifen Marx, (der sich von seiner jugendlich falschen und verwerfenden Hegelkritik emanzipiert habe/ Zusatz von Heinz Ahlreip),  sich wesentlich im Rückgriff auf die spekulative Methode Hegels gründet.“ 7. Das Gegenteil ist der Fall: die Methode des reifen Marx zur Zeit der Abfassung des „Kapitals“ ist der Hegelschen DIREKT eintgegengesetzt. Sahra Wagenknecht muß also vom Kopf auf die Füße gestellt werden.  „Meine dialektische Methode ist der Grundlage nach von der Hegelschen nicht nur verschieden, sondern ihr direktes Gegenteil.“ 8. Falsch bzw. nur halbrichtig ist deshalb Wagenknechts Ausführung, daß das bereits erreichte Niveau der Wissenschaftsmethodologie von Hegel und Marx bestimmt wird. „In diesem Kontext erweisen sich eine materialistische Hegelinterpretation und ein materialistisch dialektisches Methodenkonzept als zwei Kehrseiten einer Medaille“. 9. Spricht also Marx vom direkten Gegenteil, so Sahra Wagenknecht von zwei Kehrseiten einer Medaille.  Kann Hegel heute überhaupt noch etwas zum Niveau der Wissenschaftsmethodologie beitragen ? Nein, in dieser Beziehung ist Hegel obsolet und hat nur noch einen historischen Wert. Es hilft auch nicht, wenn Sahra Wagenknecht versucht, den Ansatz Hegels als nichtidealistisch zu verdrehen 10. , die dialektische Methode ist in ihrer Hegelschen Form unbrauchbar. 11. In seinen Ökonomisch Philosophischen Manuskripten hatte Marx die Hegelsche Dialektik als „Mutter“ bezeichnet, die sie ja auch für die Linkshegelianer zweifelsfrei war.  Das ist auch allgemein bekannt, der Marx´sche „Muttermord“ scheint aber gerade von fachphilosophischen Koryphäen weitgehend tabuisiert worden zu sein. Und dieses Halbwissen wird an die studentische Jugend weitergegeben und es ist wohl nicht Sahra Wagenknechts Schuld allein, daß sie  ist in die bei dieser Thematik stets ausgelegten Hegelfalle getappt ist,  ohne den wertvollen Hinweis von Lenin beachtet zu haben: „Hegels Logik darf man in ihrer gegebenen Form nicht anwenden; man darf sie nicht als gegeben hinnehmen.“ 12. Denn nicht der junge Marx vertritt ein teleologisches Methodenkonzept, sondern der junge Hegel: „Das Ziel aber ist dem Wissen ebenso notwendig als die Reihe des Fortgangs gesteckt; es ist da wo es nicht mehr über sich selbst hinaus zu gehen nötig hat, wo es sich selbst findet und der Begriff dem Gegenstande, der Gegenstande dem Begriff entspricht.“ 13. Alle Ideologiemomente der idealistischen Dialektik sind in diesem Satz Hegels versammelt, insofern in der absoluten Identität der am Anfang des Weltgeistprozesses mit „gesteckte“ Zweck abschlußhaft sich eingeholt hat. Im Gegensatz zur idealistischen Dialektik mit ihren als Quelle von Ideologiegehalten wirkenden Leitmotiven: Identität – Finalismus – Teleologie begreift materialistische Dialektik wissenschaftlich revolutionäre Tätigkeit als ein Kettenglied in der sich nichtlinear und abschlußfrei entwickelnden Materie. Wäre der junge Marx tatsächlich hinter Hegel zurückgefallen, rekurrierte er philosophiegeschichtlich auf unvollkommene Vorformen dialektischen Denkens, die erst in der Hegelschen Logik ihre Vollendung in idealistischer, falsch widergespiegelter Form erhielten. Hätte er auf die spekulative Methode Hegels zurückgegriffen, wäre eine Kritik der politischen Ökonomie entwickelt worden, die das Bestehende, die kapitalistische Misere der Ausbeutung , verklärt hätte.

Es kann kein Zufall sein, daß der Eichborn Verlag das letzte Buch von Sahra Wagenknecht „Freiheit statt Kapitalismus“  auf dem Schutzumschlag durch den mit roten Buchstaben gedruckten Satz: Sahra Wagenknecht nimmt Ludwig Erhard beim Wort: Wohlstand für alle ! anpreist. 14. Um nun sogleich durch drei Beispiele die konterrevolutionäre Physiognomie Sahra Wagenknechts aufzuzeigen, so genügt der Hinweis, daß sie sich in diesem Buch für eine steuerfreie Vererbung von einer Millionen Euro als Recht ausspricht 15., während doch für Sozialisten die dritte Forderung aus dem Kommunistischen Manifest „Abschaffung des Erbrechts.“ obligatorisch ist. 16. So genügt zweitens der Hinweis, dass sie sich zusätzlich für einen „Sozialismus ohne Planwirtschaft“ 17. ausspricht, während doch für Sozialisten die siebente Forderung aus dem Kommunistischen Manifest: „Vermehrung der Nationalfabriken, Produktionsinstrumente, Urbarmachung und Verbesserung der Ländereien nach einem gemeinsamen Plan“ 18. obligatorisch ist. Des weiteren äußerte sie sich gegenüber einem Bankangestellten, der um seinen Job fürchtet,  daß sich die Linke für den Erhalt der Sparkasse einsetze. (Siehe: AdHocNews 3.9.0. / Internetseite von Sahra Wagenknecht). Wieviele Menschen sind von Sparkassen betrogen, gedemütigt, in den Ruin und in den Selbstmord getrieben worden !  Für Sozialisten sollte doch die fünfte Forderung aus dem Kommunistischen Manifest obligatorisch sein: „Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol“. 19. Es liegt also eine Serie von Fehlern vor und es ist die Frage, ob Frau Wagenknecht die innere intellektuelle Kraft hat, diese zu  durchdenken und zu korrigieren. Sollte sie aber weiterhin nach rechts, weg vom Sozialismus, weg von Rosa Luxemburg  abdriften, so wird sie die Arbeiterklasse eines Tages vor die Wahl stellen: entweder das Kommunistische Manifest à la Sahra zu „modernisieren“ oder sie revolutionsgerichtlich aus der Arbeiterbewegung auszustoßen.In ihrem Buch gibt sie eine politische Einschätzung ihrer Person durch die deutsche Konterrevolution wieder: „Ich weiß, für viele Pseudokonservative und Pseudoliberale bin ich der Gottseibeiuns, die finstere Kommunistin…“ 20. Diese Einschätzung sollte sie sich nicht zu eigen machen, so beurteilen Spießer, die keine Ahnung von Politik, von der Dialektik von Revolution und Konterrevolution haben, denn finster wird Sahra allemal, wenn man sie in das Licht von Marx und Lenin hält. Zum Beispiel in der Frage der Religion: Marxisten Leninisten und nicht nur Marxisten Leninisten wissen, dass Lenin die Religion als eine Art geistiger Fusel bezeichnet hat, mit dem der Lohnsklave sein Sklavendasein betäuben soll. Für Frau Wagenknecht ist die Religion ein Teil der Kultur, wo auch wichtige Zusammenhänge auf bestimmte Art reflektiert wurden. Hegel hätte philosophisch aufgezeigt, welche unglaubliche Dialektik, welche unglaublich tiefen Einsichten in der Religion enthalten sind. (siehe: google: sahra wagenknecht mitglied des deutschen bundestages das leben leben). Man erinnert sich: in der Sowjetenzyklopädie wurde die hegelsche Philosophie als aristokratische Reaktion auf die französische Revolution gewertet.

Gegen Sahra Wagenknechts Mißdeutung und Herabwürdigung des jungen Marx muss vielmehr aufgezeigt werden, daß in die Pariser Manuskripte  Würdigung und Korrektur Hegels gleichermaßen meisterhaft fallen: Die Negation der Negation bestätige für Hegel nur das Scheinwesen „…oder die Verneinung  dieses Scheinwesens als eines gegenständlichen Wesens.“ 21. ganz im Sinne einer idealistischen Ontologie. In der Tat: gibt es einen fundamentaleren Unterschied in der Beantwortung der Grundfrage der Philosophie als den zwischen der Hegelschen Vergöttlichung des Geistes („Das Absolute ist der Geist, diß ist die höchste Definition des Absoluten“) 22. und der Darlegung von Friedrich Engels,daß die Materie mit eiserner Notwendigkeit ihre höchste Blüte, den denkenden Geist, ausrotten wird. 23. Man könnte auch hier sagen, Engels fiele hinter Hegel zurück, aber die sich ewig wandelnde Materie wird den Geist anderswo und in anderer Zeit wieder erzeugen…und so fort. Aber eben diese Unterbrechungen kongruieren nicht mit jeglichem Absolutheitsanspruch.

Heinz Ahlreip

Entnommen aus meinem Aufsatz zum 193. Geburtstag von Karl Marx am 5. Mai 2011: Karl Marx zum 193. Geburtstag  Marxismus und Idealismus. Siehe: google: lenin unser aller lehrer marx 193. Geburtstag

1. Vergleiche Lenin, Wie soll man den Wettbewerb organisieren ? Werke Band 26, Dietz Verlag Berlin 1961,407

2.  Sahra Wagenknecht, Vom Kopf auf die Füße ? Zur Hegelkritik des jungen Marx oder das Problem einer dialektisch materialistischen Wissenschaftsmethode, Pahl Rugenstein Verlag 1997,170

3. Karl Marx, Ökonomisch Philosophische Manuskripte, MEGA I/2, Dietz Verlag Berlin, 1982,275. Auch Wilhelm Weitling hatte in seinem 1842 veröffentlichten Werk „Garantien der Harmonie und der Freiheit“ einen vollkommenen Kommunismus ausgeschlossen.

4. Vergleiche: Lenin, Karl Marx, Lenin Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin 1960,35).

5. Lenin, Zur Kritik der Vorlesungen Hegels über die Philosophie der Geschichte Bern 1914 – 1915, in: Aus dem philosophischen Nachlass Exzerpte und Randglossen, Dietz Verlag Berlin 1958.175

6. Den großen faux pas Adornos: „Es ging um die Vergottung der Geschichte, auch bei den atheistischen Hegelianern Marx und Engels“ (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 113, Frankfurt am Main, 1975,315) nimmt in gewisser Weise Sarah Wagenknecht für den jungen Marx wieder auf.

7. Sahra Wagenknecht, Vom Kopf auf die Füße ? Zur Hegelkritik des jungen Marx oder das Problem einer dialektisch materialistischen Wissenschaftsmethode, Pahl Rugenstein Verlag 1997,193. Über Sahra Wagenknechts Magisterarbeit kann man ungefähr das gleiche sagen was Marx 1846 über Proudhons Schrift „Die Philosophie des Elends“  sagte: „…das ist Hegelsches abgedroschenes Zeug…“ (Karl Marx, Brief an Pawel Wassiljewitsch Annenkow in Paris vom 28. Dezember 1846, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau 1975,689), oder was Lenin über Lassalles Buch „Die Philosophie Herakleitos des Dunklen von Ephesos“ schrieb: „…ein Wiederkäuen Hegels.“ (Lenin, Zur Kritik des Lassalleschen Buches „Die Philosophie Herakleitos des Dunklen von Ephesos“, in: Lenin, Aus dem philosophischen Nachlass, Exzerpte und Randglossen, Dietz Verlag Berlin 1958,267). Ein Wiederkäuen Hegels allemal, denn die Magisterarbeit leidet formal an einem mangelhaften Maßgefühl, die Interpretationen Hegels nehmen proportional betrachtet einen übergroßen Platz ein, auf den Seiten 45 bis 65 wird eine thematisch nicht unbedingt erforderliche Interpretation fast der gesamten Phänomenologie des Geistes wiedergekäut ohne einen einzigen Marxbezug, der bei der Themenstellung zwingend erforderlich  gewesen wäre, die Kernthematik ( cirka 20 Seiten in den blauen Bänden) wird am Ende auf den letzten cirka 25 von 194 Seiten abgehandelt !!

8. Karl Marx, Das Kapital, Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1984,27

9. Sahra Wagenknecht, Vom Kopf auf die Füße ? Zur Hegelkritik des jungen Marx oder das Problem einer dialektisch materialistischen Wissenschaftsmethode, Pahl Rugenstein Verlag, 1997,11

10. a.a.O.,46. Die Frage drängt sich förmlich auf, wie das an der Universität Ütrecht passieren konnte ? Der Versuch, die von Marx 1844 ermordete Mutter, die idealistische Hegelsche Dialektik, 1997 in einer Magisterarbeit zu reanimieren, ist gründlich fehlgeschlagen.

11. Vergleiche Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Dietz Verlag Berlin,1975,292. Die Hegelsche Philosophie ist in den Sowjetenzyklopädien der Stalinzeit zu Recht als aristokratische Reaktion auf die bürgerliche Revolution in Frankreich eingeschätzt worden, diese Einschätzung bezog sich auf System und Methode gleichermaßen, denn die politische Konsequenz der idealistischen Methode Hegels war ja die konstitutionelle preußische Monarchie der Rechtsphilosophie.

12. Lenin, Zur Kritik der Vorlesungen Hegels über die Geschichte der Philosophie Bern 1915, in: Lenin. Aus dem philosophischen Nachlass Exzerpte und Randglossen, Dietz Verlag Berlin 1958,202. Wird primär das Trennende zwischen Idealismus und Materialismus konsequent als essentiell betont, so ist das Verhältnis zwischen den beiden Grundrichtungen der Philosophie sekundär doch komplexer, denn aus der immanenten Entstehung des Unterschieds hat der Materialismus im Idealismus SEIN Anderes wie umgekehrt der Idealismus SEIN Anderes im Materialismus hat. Die Polarität der Grundrichungen der Philosophie spiegelt nur den Kampf zwischen progressiven und rückständigen Klassen wider. In der vernichtenden Kritik der Vorlesungen Hegels über die Geschichte der Philosophie geht Lenin auf Hegels Hauptgedanken ein, warum der Materialismus keine Philosopie sein kann: die Philosophie habe es mit dem Allgemeinen zu tun, das nur im Denken erfasst werden kann. Unter der Hand falle Hegel mit dieser Darlegung in den von ihm stets kritisierten subjektiven Idealismus zurück. Der absolute Idealismus „…ist im Zickzack (und durch einen Purzelbaum) ganz dicht an den Materialismus herangekommen, hat sich teilweise sogar in ihn verwandelt…“ (Lenin, Zur Kritik der Vorlesungen Hegels über die Geschichte der Philosophie Bern 1915, in: Aus dem philosophischen Nachlass Exzerpte und Randglossen, Dietz Verlag Berlin, 1958,214f.). Allerdings kann man nicht mit einem Purzelbaun und auch nicht im Zickzack die idealistische dialektische Methode Hegels in den Materialismus hineinbringen.

13. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Phänomenologie des Geistes, Einleitung, Felix Meiner Verlag Hamburg 1980,57

14. Sahra Wagenknecht, Freiheit statt Kapitalismus, Eichborn Verlag 1. Auflage, Frankfurt am Main 2011. Das sogenannte Wirtschaftswunder als Werk Gottes ? Streng genommen ist der Titel des Buches nicht wissenschaftlich, denn das Proletariat als die einzige Klasse, die durch ihre Diktatur den Kapitalismus bezwingen kann, gebraucht diese nicht im Interesse der Freiheit, sondern zur Niederhaltung seiner Klassenfeinde. (Siehe: Lenin, Staat und Revolution, Dietz Verlag Berlin, 1960,453).

15.a.a.O., 345

16. Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1983,68

17. Sahra Wagenknecht, Freiheit statt Kapitalismus, Eichborn Verlag 1. Auflage Frankfurt am Main 2011,345

18. Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 1983,69. Zwar schreiben Marx und Engels im Vorwort zur zweiten deutschen Ausgabe des Manifests von 1872, dass die in ihm vorgeschlagenen revolutionären Maßregeln zwischenzeitlich „stellenweise veraltet“ (Karl Marx, Friedrich Engels, Vorwort zur zweiten deutschen Ausgabe von 1872, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest  der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1983,12), also durchaus modifizierbar seien, aber werden sie zum Schutze einer Ausbeutergesellschaft entwertet, wird natürlich etwas ganz anderes manifest.

19.a.a.O.

20. Sahra Wagenknecht, Freiheit statt Kapitalismus, Eichborn Verlag 1. Auflage Frankfurt am Main 2011,12

21. Karl Marx, Ökonomisch Philosophische Manuskripte, MEGA I/2 Dietz Verlag Berlin, 1982,411

22. a.a.O.,418

23. Vergleiche Friedrich Engels, Einleitung zur „Dialektik der Natur“, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau 1975,372. Entgegen der idealistischen Glorifizierung des Denkens in der klassischen deutschen Philosophie, auch der fichteschen und schillerschen Denkfreiheit, in der der Vernunftoptimismus der Aufklärung nachschwingt, ist eine weitgehend unbekannte  Eigenschaft des menschlichen Denkens zu ergründen, die zu töten. Die Schwierigkeit kommt durch das Denken, weil es als Denken die Weltbewegung, in eins die Weltgeschichte als ihre eigene Dialektik, als dialektische stets flüssige Kontinuität unterbrechen muß. Denken unterbricht nach Lenin nicht nur das Prozeßhafte, sondern versimpelt, vergröbert, zerstückelt, tötet das Lebendige. „Die Abbildung der Bewegung durch das Denken ist immer eine Vergröberung, eine Ertötung…“ (Lenin, Zur Kritik der Vorlesungen Hegels über die Geschichte der Philosophie Bern 1915, Dietz Verlag Berlin, 1958,195). Ja Dialektisches ist ständig Selbstzerstörerisches an ihm selbst.  (a.a.O.,240). Stagnation ergibt sich aus Verstandesfixierungen wie die formale Logik oder die Mathematik. Dialektik selbst als Prinzip aufgefasst, so ist ihre  Negativität als Quelle der Selbstbewegung nur in ihrer Immanenz. Als kritische Methode geht sie in radikaler Negativität auf Zerstörung des Kapitalismus, der eine zutiefst dynamisch flüssige aber eben damit auch überflüssige Gesellschaftsformation darstellt, diese Negativität des Marxismus ist für ihn selbst selbstzerstörerisch, denn im Kommunismus erlischt sein revolutionäres Potential und die Negativität greift auf ihn selbst über. In der Tat sind antike Sklaverei, Feudalismus, Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus nur verschwindende Momente des dialektischen Weltprozesses.  Denn alles was entsteht, ist wert, dass es zu Grunde geht. Engels sieht in der sich erschöpfenden Sonnenwärme das Todesurteil der Erde: „…verfolgt nur noch eine kalte, tote Kugel ihren einsamen Weg durch den Weltraum.“ (Friedrich Engels, Einleitung zur „Dialektik der Natur“, in. Marx Engels Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau 1975,369). Die von Descartes erkannte unveränderliche Quantität der in der Welt vorhandenen, an Materie gebundenen  Bewegung aber garantiert das Aufkommen bzw. Reproduzieren neuer Sonnensysteme, mit Leben und damit wahrscheinlich auch mit neuen kommunistischen VERSUCHEN. Denn der Kommunismus ist nicht zugesichert. „…denn es ist keinem Sozialisten je eingefallen, „zuzusichern“, daß die höhere Phase der Entwicklung des Kommunismus eintreten wird…“ (Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1960,483f.). Soviel nur zur angeblich teleogischen Geschichtstheorie von Marx. Lenin gab uns im Empiriokritizismus den wertvollen Hinweis, daß die Verfälschung des Marxismus immer raffinierter wird. „Eine immer raffiniertere Verfälschung des Marxismus, immer raffiniertere Versuche, antimaterialistische Lehren als Marxismus auszugeben – das kennzeichnet den modernen Revisionismus sowohl in der politischen Ökonomie als auch in den Fragen der Taktik und in der Philosophie überhaupt, in der Erkennnistheorie ebenso wie in der Soziologie.“ (Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus, Werke Band 14, Dietz Verlag Berlin,1962,334). Es ist bedauerlich, daß den Professoris in Utrecht in ihrem akademischen Getto dieser Hinweis unbekannt zu sein scheint.

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