Über die Bedeutung des Goldes für die Imperialisten und für die befreiten Werktätigen

Es gehört zum Wesenskern kapitalistischer Ausbeuter und Imperialisten, dass sie ihre Versprechen ständig brechen. Oft geschieht dies aus heiterem Himmel. Vor vierzig Jahren, am 15. August 1971, brachen die Vereinigten Staaten von Amerika an einem Sonntag quasi über Nacht, ihr jahrzehntelang gültiges Versprechen, jedem Ausländer für 35 Dollar eine Feinunze Gold zu geben. Der damalige Präsident Nixon verkündete an diesem Sonntagabend kurz und knapp, sein Land werde die Bindung des Dollars an das Gold aufheben. Für die Finanzwelt bedeutete das letztendlich den Übergang zu flexiblen Wechselkursen und den Beginn einer weltweiten inflationären Entwicklung. Für die innenpolitische Lage in den Vereinigten Staaten, deren Arbeitslosigkeit bei sechs Prozent lag,  bedeutete das, dass die Importzölle um zehn Prozent erhöht wurden und deren interne Inflation durch eine zeitlich begrenzte Lohn- und Preiskontrolle gedämpft werden konnte. Für die Wiederwahl Nixons reichte das. Aber längerfristig betrachtet hatte diese Freigabe der Wechselkurse für die USA eine recht negative Auswirkung: der heutige Dollar hat im Vergleich zum Dollar von 1971 nur noch eine Kaufkraft von achtzehn cent. 1971 höhnte noch der damalige US Finanzminister John Connally gegenüber den Europäern: „Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem.“ (siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. August 2011, Seite 21).

Der Übergang vom Bretton-Woods-System der festen Wechselkurse zu flexiblen Kursen verlief nicht gradlinig im Sinne eines sofortigen Umschaltens, sondern wurde noch einmal gebrochen durch das Smithonian Agreement vom Dezember 1971. Man versuchte noch einmal einen Mittelweg, Altes in Nixons neuer Wirtschaftspolitik zu konservieren. Im alten System war der Dollar an das Gold gebunden und alle anderen Währungen an den Dollar. Im Smithonian System sollten noch die Wechselkurse in einem engen Band zum Dollar nur begrenzt schwanken. Das galt noch vierzehn Monate, im März 1973 brach das Bretton Woods System endgültig zusammen und weltweit waren die Wechselkurse flexibel. Die Hitzezeit der Heuschrecken konnte anbrechen. Wir sehen bei der Sprengung des Bretton Woods Systems den für eine dialektische Entwicklung typischen Verlauf, dass sich ein altes Fixsystem noch einmal in einem Übergang zur Flexibilität erhalten will. Verständlich ist daher die ambivalente Reaktion des Wirtschaftsnobelpreisträgers Milton Friedmann: er war aufgebracht über das Vorhaben, die Inflation mit Lohn- und Preiskontrollen zu dämpfen, war aber sehr erfreut über alle Entkoppelungen vom Gold. Das Ende der Goldbindung war das Ende fixierter Wechselkurse.

Aber beim Handeln der Individuen unter den Bedingungen einer kapitalistischen Warenproduktion kommt noch etwas anderes heraus, als diese sich vorgenommen haben und sehr oft etwas Negatives. Eine kontrollierte Beherrschung bzw. Regulierung der Anarchie der Produktion  durch die Finanz- und Wirtschaftsexperten ist eben nicht möglich. Was ist herausgekommen durch fiskalische Kunststücke selbst von Wirtschaftsnobelpreisträgern ? Die Gläubiger haben die USA heute fester im Griff als je zuvor, der Schuldner USA, mit einer Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent,  kratzt am Boden entlang und man sieht mit Bangen seiner Stunde des endgültigen Kollaps entgegegen. Auf den Schultern jedes US Bürgers lastet eine Schuldensumme von 45 000 Dollar. Und in der Eurozone gibt es gleich mehrere todkranke Patienten. Es ist auch leicht verständlich: wie können Vertreter der unproduktiven Ausbeuterklassen etwas positiv für die Werktätigen gestalten ? Die Zeiten der mittelalterlichen Caritas  sind längst vorbei. Heute müssen die produktiven Klassen selbst politisch und ökonomisch das Steuer in die Hand nehmen und das Geldsystem letztendlich überwinden. Dies kann selbstredend nicht gradlinig geschehen, das Geldsystem ist sowohl aktuell als auch historisch ein zu schweres Gewicht als dass es von heute auf morgen abgeschafft werden kann. „Das Geld erniedrigt alle Götter des Menschen – und verwandelt sie in eine Ware. Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstituierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschenwelt wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt. Das Geld ist das dem Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dies fremde Wesen beherrscht ihn und er betet es an.“ 1. Das Geldsystem hat die Natur in perversen Dreck verwandelt und es liegt nur an den Lohnsklaven weltweit, die für diesen perversen Dreck verantwortlichen kapitalistischen Kernausbeuter mit Feuer und Schwert auszurotten und niederzubrennen. Es ist nach Lenin die Aufgabe der internationalen Arbeiterbewegung, die Bourgeoisie völlig zu vernichten. Diese Aufgabenstellung trägt auch sehr zur Klärung der Frage bei: Was ist heute links ? Entweder ich setzte mein Leben für die völlige weltweite Vernichtung der Bourgeoisie  ein oder ich tue dies nicht, dann bin ich alles andere, nur kein Linker. Ist der kapitalistische Ausbeuterdreck erst einmal liquidiert, so können wir die noch im Sozialismus lebenden Spießer und verbleibenden Anhänger des Geldsystems nicht besser und anschaulicher ärgern, als das wir Lenins Hinweis beherzigen: „Wenn wir dereinst im Weltmaßstab gesiegt haben, dann werden wir, glaube ich, in den Straßen einiger der größten Städte der Welt öffentliche Bedürfnisanstalten aus Gold bauen. Das wäre die „gerechteste“ und beste anschaulich-belehrende Verwendung des Goldes für die Generationen, die nicht vergessen haben, wie man des Goldes wegen zehn Millionen niedergemetzelt und dreißig Millionen zu Krüppeln gemacht hat in dem „großen Befreiungs“krieg 1914 – 1918…“ 2. Zehn Millionen Tote, dreißig Millionen Krüppel !! In proletarischen Revolutionen kommen die Völker weit billiger weg: sagen wir eine Millionen toter und drei Millionen verkrüppleter Kapitalisten. 3. Das ist nicht nur konkreter Humanismus, sondern auch bei diesen Zahlen sollte die überwiegend große Mehrheit der heutigen Linken verweilen und sich wirklich die Frage beantworten, ob sie ins Lager der Revolution oder in das der Konterrevolution gehört ? Es gibt eine Trinitatis des Klassenkampfes: Marxismus Leninismus – Bewaffnung der Arbeiter und Arbeiterinnen, der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, der Landarbeiter- und Landarbeiterinnen  – das Kapitalisten- und Kulakenpack abmurksen. „Nur auf den Knochen der Unterdrücker kann die Volksfreiheit errichtet werden, nur mit dem Blut der Unterdrücker kann der Boden für die Selbstherrschaft des Volkes gedüngt werden.“ 4. Schonen wir das Blut der Völker und düngen wir den Boden der Erdteile mit dem Blut der kapitalistischen Schmarotzer. Übersehen wir dabei aber nicht Lenins wichtigen Hinweis, dass der Bürgerkrieg zum Sturz des Kapitals hundert mal schwieriger ist als ein Krieg zwischen Staaten.

1. Karl Marx, Zur Judenfrage, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1957,374 f.

2. Lenin. Über die Bedeutung des Goldes, Progress Verlag Moskau, 1971,720. Es ist bekannt, dass Spartakus seinen Soldaten verbot, Gold zu besitzen. Von Plinius ist überliefert: „…cum sciamus interdixisse castris suis Spartacum, ne quis aurum haberet aut argentum, tanto plus fiut animi fugitivis nostris. Messala orator prodidit Antonium triumvirum aurais usum vasis in omnibus obscenis desideriis, pudendo crimine etiam Cleopatrae…Antonius solus contumelia naturae vilitatem auro fecit. O dignum proscriptione, sed Spartaci. ( Während Spartakus bekanntlich in seinem Lager verbot, dass jemand Gold und Silber besitzen sollte ! So viel edleren Sinn hatten unsere davongelaufenen Sklaven ! Der Redner Messaqla hat überliefert, dass sich der Triumvir Antonius sogar zu allen schmutzigen Bedürfnissen goldener Gefäße bedient habe, ein Frevel, dessen sich selbst eine Kleopatra zu schämen gehabt hätte…Antonius allein verwendet das Gold zu den niedrigsten Bedürfnissen der Natur. Wie sehr verdiente er den Bann, das heißt von einem Spartakus.) Man braucht sich Plinius Verachtung des Antonius nicht anzuschließen. Baut dem Rat Lenins folgend in den Metropolen öffentliche Bedürfnisanstalten aus Gold, denn in der kommunistischen Gesellschaft herrscht die Gegenwart über die Vergangenheit und gäbe es bessere Zeichen der Verachtung der blutigen Klassenkampfgeschichte, in der sich Millionen und Abermillionen Menschen gegenseitig abschlachteten um des Goldes willen in den Händen Weniger ?

3. Beim Sturm auf das Winterpalais sind leider sechs Genossen von konterrevolutionären Soldaten des Zaren getötet worden. WIR VERNEIGEN UNS VOR DIESEN HELDEN DER OKTOBERREVOLUTION.

4. Josef Stalin, An alle Arbeiter, Stalin Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin 1950,165


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Eine Antwort to “Über die Bedeutung des Goldes für die Imperialisten und für die befreiten Werktätigen”

  1. Lesenswerte artikel | Spanien-Forum: Spanien-Treff.de Says:

    […] […]

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