Die Kultur Revolution der 68er

„Es ist die Aufgabe der Revolutionäre, Revolution zu machen.“ In dieser Parole, die Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre in vielen Hörsälen, Sit-ins und auf Demos zu sehen war, haben wir bereits in prägnanter Form eine der Ursachen des Scheiterns der 68er Bewegung und der K-Gruppen, den hochentwickelten Kapitalismus in der BRD zu zerschlagen: den Voluntarismus. Als ob man/frau willkürlich in den Lauf der Geschichte eingreifen könnte. Sie schwelgten in der Illusion, den heldenhaften Kampf des Vietcong gegen den US Imperialismus weltweit vielfach kopieren zu können. Man kann keine Vietnams schaffen, Revolutionen müssen reifen. Junge, unerfahrene Revolutionäre schwelgen gern in Allmachtsillusionen und schätzen die bis an die Zähne bewaffnete Bourgeoisie als Papiertiger ein. Diese kommen nur dann auf, wenn die elementare Notwendigkeit des Geschichtsablaufs  und der Aktionismus der Revolutionäre abstrakt getrennt werden. Die Kunst revolutionärer Politik besteht gerade darin, die zur Revolution unbedingt notwendige Organisation der Revolutionäre mit dem Geschichtsverlauf der revolutionären Arbeiterbewegung dialektisch zu verbinden, wobei die Bildung dieser Organisation als  Resultat der elementaren Arbeiterbewegung zugleich in die Bedingung ihrer Bewußtheit umschlägt. Zudem setzt eine revolutionäre Krisensituation eine tiefgreifende Erschütterung  objektiver struktureller Bedingungen der Gesamtgesellschaft voraus, aus der sich jene erst ergibt. Die Wahlergebnisse als Gradmesser der Reife des Proletariats zeigten in den 60er Jahren gerade dessen Unwillen an, die Weichen der Entwicklung der bundesrepublikanischen Gesellschaft entscheidend zum Sozialismus zu stellen. Noch strahlte man im Glanze des sogenannten Wirtschaftswunders und klammerte sich an sein kleinbürgerliches „Glück“, ein kleines Häuschen war bei Schwarzarbeit in Reichweite. Die Arbeitsplätze waren sehr sicher und so mancher Maurer zweigte von Großbaustellen ab, sei es für sein eigenes Bauvorhaben, sei es für den Auftraggeber der Schwarzarbeit. Es herrschte christlich mittelalterliche Bigotterie unreifer Menschen und sozialdemokratischer spießbürgerlicher Antikommunismus vor. So berechtigt der humanistische Unmut gegen diesen Muff war, die objektiven Bedingungen einer effektiven Überwindung lagen in keiner Weise vor. Intellektuelle können eine gesamtnationale Krise weder herbeischreiben noch durch Demos Volksmassen zum Umsturz aufputschen. Lenin lehrte stets, dass weder Parteien noch  Avantgarden einer Revolution zur historischen Dominanz verhelfen, sondern nur der revolutionäre Aufschwung des ganzen Volkes. 1. Insofern war das Vorhaben der RAF extrem schwierig, ja vergeblich, die relativ erstarrte bürgerliche Klassengesellschaft durch einen die Volksmassen lösenden Aktionismus  in Bewegung zu setzen, in deren Verlauf den Kapitalisten erwartete,  totgegraben zu werden. Das subjektive Bewußtsein einer revolutionären Minderheit war soweit, nicht aber das objektive intellektuelle Bewußtsein der Massen. „Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muß durch ihren Kopf hindurch…“ 2. Zur Zeit müssen sich die Revolutionäre in der BRD in einer Beharrlichkeit der Aufklärung, der eisernen Disziplin und der Waffenbeschaffung üben.

Die Ho Ho Ho Tschi Minh Rufe auf dem Kurfürstendamm und die RAF Anschläge auf us-amerikanische Militärinstitutionen, die immerhim anzeigten, dass die Flamme der Abrechnung mit dem US Imperialismus in Deutschland nicht erloschen ist, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die 68er Bewegung auch vom Geist von Berkeley inspiriert wurde, namentlich auch von Herbert Marcuse, der in den 40er Jahren in den USA für das Office of Strategic Services – einem Vorläufer der CIA – arbeitete. Er verschob das marxistische Koordinatensystem erheblich: an die Stelle der Arbeiter, die von verbürgerlichten Führern apolitisiert seien, hätten Akademiker die Avantgarderolle zu übernehmen, Dutschke sah die zukünftige Gesellschaft als eine einzige Universität, Lenin übrigens den Sozialismus als eine einzige Fabrik. Dutschke lag schon insofern daneben, als der Sozialismus Theorie und Praxis polytechnisch verbindet, Bücherwissen allein fruchtet wenig und marxistische praxisabstinente Schriftgelehrte können für den Sozialismus sogar schädlich sein. Das Gebaren auf dem Campus in Berkeley, das sich gegen den völkerrechtswidrigen Krieg in Vietnam und gegen die Rassendiskriminierung richtete, war progressiv,  hatte aber mit der Arbeiterbewegung wenig zu tun. Es war die akademische Jugend der großstädtischen Mittelschicht, die sich in ihrer Protesthaltung gegen die bigotte Provinz einen Freiraum eröffnete, einen der individuellen Intellektualität, keinen kollektiven. Statt ein, zwei, drei viele Vietnams war ein Verlangen nach ein, zwei, drei vielen Woodstocks vorherrschend. Rauschgift und irrationale Musik entwaffneten die Protestler von ganz allein. So kam es zu einer Mardigrasausgabe des Marxismus Leninismus. Oskar Negt fiel auf diesen kleinbürgerlich intellektualistischen Reflex, auf die Kopie des Sozialismus herein, der die Arbeiterbewegung immer wieder gebiert und die sie latent persifliert: Negt deutete es so: „Immer deutlicher wird erkennbar, dass historische Initiativen, die früher von der Arbeiterklasse ausgingen, heute eher von der Intelligenz und den Jugendlichen unternommen werden“. 3.  Die historische Substanz dieser Initiativen tendiert denn allerdings auch gegen Null, zum Karneval, zur schlechten Kopie.

Mit der sozialen Provenienz aus der großstädtischen Mittelschicht hängt auch die völlige Mißachtung der Bauernfrage durch die internationalen 68er zusammen. Was hat eine metropole Kulturschickeria mit dem „schmutzigen“ Bauern zu tun ? Diese Ignoranz ist geradezu typisch für eine menschewistische politische Strömung und bedauerlicherweise hat auch die RAF gar nicht daran gedacht, entsprechend zur Stadt- eine Landguerilla aufzubauen. „Die ländliche Guerilla scheidet für die Betrachtung aus. Zu untersuchen sind die Probleme der Großstadtguerilla.“ 4. Wir wollen nicht all zu hart mit der RAF ins Gericht gehen, Engels sagte: in jeder Revolution werden eine Menge Fehler gemacht, hier lag einer vor.  Die Metropole scheitert, wenn sich der Bauer auf dem Lande nicht bewegt. Wie ohnehin der Städter in seinem urbanen Ghetto sich gar nicht über seine Abhängigkeit vom Bauern bewußt ist. Aber sehen wir uns die heutige LINKE an, die nach der Tragödie der 68er deren Farce darsellt. Es reicht für linke Politik keineswegs aus, auf den Gegensatz zwischen arm und reich zu rekurrieren, linke Politik ist immer eine Bündnispolitik, sie muß auf das Bündnis der Arbeiter und Kleinbauern ihr Hauptaugenmerk richten. Mitte der neunziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts hatte August Bebel gegen Karl Kautsky unbedingt Recht, als er sich für ein Bündnis mit den Klein- und Mittelbauern aussprach. Sie sollten sich die Hände reichen  „und gemeinsam den schönsten und größten Befreiungskampf kämpfen, den die Welt je gesehen“. 5. Leider konnte sich Bebel schon damals in der SPD nicht durchsetzen. Nur dieses Bündnis garantiert den Sieg über die Bourgeoisie, während Störungen in diesem Bündnis , das Aufkommen falscher Beziehungen in ihm, vor der Revolution deren Sieg vereiteln und nach der Revolution die Restauration des Kapitalismus ermöglichen kann und wahrscheinlich ermöglichen wird.  Die Garantie zur revolutionären Niederhaltung der Bourgeoisie ist ein  Wall von Millionen und Abermillionen durch harte Arbeit geschulter Menschen. „10 – 20 Jahre richtige Beziehungen zur Bauernschaft und der Sieg ist im Weltmaßstab (sogar bei Hinauszögerung der proletarischen Revolutionen, die anwachsen) gesichert.“ 7. Der Zusammenbruch der Sowjetunion hängt ausschlaggebend mit gravierenden Störungen in diesen Beziehungen zusammen.

Es liegt auf der Hand, dass die kapitalistische Ausbeutung der Natur diese in perversen Dreck verwandelt, in ihrer Naivität aber bejammern die Grünen nur die Auswirkungen des planlosen Raubbaus und sind zum Scheitern verurteilte Naturschützer geworden, da sie zu der zu bekämpfenden Ursache, dem Kapitalismus, verträglich geworden sind. Durch gelegentliche juristische Zähmungen verlängern sie nur die Lebensdauer des Kapitalismus. Sie sehen im Elend des Arbeiters und der Ausbeutung der Natur nur das Elend, nicht die revolutionäre Potenz, konsequent durchdacht gibt es nur einen Ausweg: die proletarische Revolution. Der Mangel, die Entwicklung der Ausbeutung sowohl des Menschen als auch der Natur, als Quelle der Revolution zu begreifen, zeugt davon, dass die Grünen, um es salopp zu formulieren, nicht die Hegelsche Schule absolviert haben. Auch wenn uns Hegel nur eine Dialektik des Geistes gegeben hat, so viel ist immerhin idealistisch wahr und für eine materialistische Dialektik stimulierend: dass der Geist um so größer ist, aus je größerem Gegensatz er in sich zurückkehrt. Das Leninsche Revolutionskonzept geht deshalb auf, weil es die Klassenwidersprüche nicht abstumpft, sondern die durch die objektive kapitalistische Entwicklung  selbst hervorgetriebene Extremisierung als Berufsrevolutionär theoretisch auf den Begriff bringt als richtige Widerspiegelung der gesellschaftlichen Klassenrealität.

Die Auswirkungen der 68er Bewegung in die bundesrepublikanische Klassengesellschaft waren unterschwellig kultur“revolutionär“ und lassen sich in dem Wort „Auflockerung“ zusammenfassen, eine Auflockerung der Umgangsformen, während die Verhärtung der gesellschaftlichen Fundamentalbeziehung von Lohnarbeit und Kapital unangetastet  blieb. Die Geschichte hat sich eine eigentümliche Ironie erlaubt: Auflockerung gesellschaftlicher Beziehungen als Augenwischerei eines Fortschritts, während in Deutschland eine zweite Mauer errichtet wurde: die kapitalistische Ausbeuteraristokratie hat sich in ihren Villenvierteln „eingemauert“ und in den Gefängnissen die Revolutionäre. Die Auflockerung der Umgangsformen hat keineswegs das faschistische Potential entschärft, das trotz alledem in der rechtskräftigen Notstandsgesetzgebung schlummert. Sicherlich ist es der 68er Rebellion verdienstvoll zuzuschreiben, dass die Bourgeoisie heute geoutete schwule Bürgermeister präsentiert und lesbische Paare tagsüber unbehelligt in den Großstädten Hand in Hand spazieren gehen können, am Kern der bundesrepublikanischen Inhumanität, am kapitalistischen System, hat sich nichts geändert.  (So zeigt zum Beispiel die Hartz IV Gesetzgebung, dass eine traditionelle Arbeiterpartei, deren Grundstein Friedrich Engels 1846 in Paris gelegt hatte 6. ihren massenverachtenden Charakter seit 1913 (Bewilligung der Besitzsteuervorlage zur Deckung der Rüstungskosten durch die SPD) – es folgten zwanzig Millionen Kriegstote – also fast hundert Jahre konserviert hat). Man täuscht sich gewaltig, wenn man meint, man sei locker drauf, wenn man zu den Wahlsonntagen aufruft, bunt zu wählen. Einerseits schwebt noch immer das Damoklesschwert der Notstandsgesetzgebung üben den Köpfen der Linken, die Bourgeoisie ist feige, sie kommt schleichend, beginnt zunächst mit der Bewachung von öffentlichen Gebäuden durch die Bundeswehr, vor allem aber sollte bedacht werden, dass bunte Parlamente in den Metropolen nur durch den Schweiß und die Tränen von Millionen und Abermillionen ausgebeuteter Arbeiter/innen und Bäuer/innen erkauft worden sind. Marx und Engels sprachen sich denn auch nicht für bunte Parlamente aus, sondern für den Bürgerkrieg zwischen Lohnarbeit und Kapital „in seiner fürchterlichsten Form“. 8.

Der Werdegang der Grünen ist kennzeichnend für diese „Kultur“ „Revolution“, die sich in dem Augenblick beendigte, als Joschka Fischer grünes Licht für den Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Jugoslawien gab. Er hat damit keinen Ruhm geerntet, sondern nur Lenins Wort bestätigt, dass in der Politik die Mensch immer Opfer von Betrug und Selbstbetrug sind. Damit war die Mehrheit der 68er Bewegung in die Sackgasse geraten: welche militante Widerstandspotenz ist im Falle eines Militärputsches der Bundeswehr, sei dieser nun bundeswehrautonom  oder im Rahmen eines vom Parlament verkündeten Notstands, von den Grünen zu erwarten ? Die Kinder und Enkel der 68er Bewegung denken heute den Bürgerkrieg konterrevolutionär und wissen nicht mehr, dass sich die 68er Bewegung auch primär an den Debatten um die Notstandsgesetzgebung entzündete. 1968 galt Maos Wort: eins teilt sich in zwei: es gab eine 68er Bewegung und eine 68er Notstandsgesetzgebung, die erste ist Geschichte, die zweite Zukunft. Würden wir uns nur auf die „revolutionäre“ Wachsamkeit der Grünen verlassen, so sähe es trübe aus: sie suchen lieber die Pflanze des Jahres, statt im Offizierskorps der Bundeswehr die Tuchatschewskis, Blüchers und Jegorows. Aus dem Avantgardisten Jürgen Trittin aus dem KB Göttingen, der als Leiter und  Lehrer  das deutsche Volk zum Kommunismus führen wollte, ist ein leicht zu durchschauender Volksbetrüger und Volksfeind geworden. Denn was ist bei ihm übriggeblieben vom kommunistischen Ansatz, den bürgerlichen Staatsapparat zu vernichten ? Spaß beiseite !

Untersuchungen von Lebensläufen der grünen Kulturschickeria zeigen auf, daß ihre soziale Provenienz vorwiegend kleinbürgerliches Milieu ist. Im Gegensatz zu den kleinbürgerlichen Intellektuellen der 68er Bewegung schärfte Lenin den Proletariern ein, daß man eine Revolution nicht machen kann, man kann höchstens für die Revolution arbeiten. 9. Lenin war kein Blanquist. Er war auch nicht die Ikone der 68er, als Revolutionär war er ihnen zu nüchtern , Exotischeres kam aus Südamerika: der aus der KP Brasiliens ausgetretene Carlos Marighela mit seinem in der BRD auf dem Index stehenden Handbuch des Stadtguerilla, vor allem aber Che Guevara, dessen Focus Theorie rein subjektivistisch war. In Bolivien eine soziale Revolution zu „inszenieren“ war ein zum Scheitern verurteiltes Experiment. Die RAF wiederum war ebenfalls blanquistisch, anarchistische Elemente mit marxistischen geschickt mischend, aber sie rettete die Ehre der 68er !! in einem Land, das auf Grund seiner ekelhaft schwergewichtigen sozialdemokratisch konterrevolutionären Tradition dafür das ungeeignetste Terrain abgab. Angesichts der Reaktivierung von Nazieliten als Ziehväter bundesrepublikanischer Terrorapparate war nachvollziehbar zu vermitteln, dass die faschistische Kontinuität gewahrt geblieben, die Generation von Auschwitz bewaffnet war. Der Mann, der schon in den Freislerschen Schauprozessen gegen die Widerstandskämpfer vom 20. Juli unter den handverlesenen Nazigrößen auf der Zuschauerbank saß, Helmut Schmidt, konnte sich in der deutschen Geschichte ein zweites Mal als Noskenachfolger prostituieren. Das Verbot der KPD 1956 passte wie die konterrevolutionäre Faust aufs revolutionäre Auge, der Kapitalismus hatte zwei Weltkriege provoziert und verdaut, provozierte und verdaute weiter und zeigte seine gefräßige Visage nur allzu deutlich. Die Krake „Kapital“ nahm mit ihren Fangarmen auch die Universitäten in den Würgegriff, die sie in Zulieferfirmen für Großunternehmen verwandeln wollte. Viele Mitglieder der RAF begannen ihren Widerstand als Jünger Alexander von Humboldts gegen eine Amerikanisierung der deutschen Universitäten und gegen die amerikanische Richtung im SDS, Insider wußten, dass Dutschke die DDR von Westberlin aus rätedemokratisch revolutionieren wollte. Das Faszinierende an der RAF ist unter anderem, dass sich diese Extreme 28 Jahre konfrontierten und die Aufmerksamkeit ganz auf sich zogen, währenddessen die  breite Masse der 68er sich als „Vereinbarer“ entpuppte, die schon im deutschen Bauernkrieg,  in der 48er Revolution und sozialdemokratisch in der Novemberrevolution vertreten waren, Vereinbarer mit dem System,  diese Vereinbarer können jede Revolution kaputtmachen, man kann es auch so formulieren: den kleinbürgerlichen Intellektuellen war das Aufwühlen der proletarischen Basis dann doch zu heiß. Die Arbeiterbewegung zeigte ihrem akademischen Liebäugeln die kalte Schulter und mußte es angesichts ihrer solzialdemokratischen Verdorbenheit auch tun. Die Uni blieb in der Verhexung der Lohnarbeit durch das Kapital, ihr inneruniversitärer Konflikt blieb eine  „innerbürgerliche Auseinandersetzung“ 10. Lediglich Übernachtungsmöglichkeiten für gesuchte RAFler/innen waren in linksakademischen Kreisen noch drin. Wie klein auch immer der Kern der Marxisten Leninisten heute in Deutschland ist, entscheidend ist, dass es ihn gibt, Quantität schlägt um in Qualität, die revolutionäre Partei und die objektive Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft arbeiten auf eine Klassenkampfexplosion zu – auf einen Bürgerkrieg in seiner fürchterlichsten Gestalt.


1. Vergleiche Lenin, Marxismus und Aufstand, Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau 1971,389

2. Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Marx Engels Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1975,298

3. Oskar Negt in einer Diskussion der Zeitschrift „Ästhetik & Kommunikation akut 6., Berlin 1981,185

4. Kollektiv RAF: Das Konzept Stadtguerilla, Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa, in: D.B. Rjazanow; Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu Blanqui, Verlag van Houden, Utrecht Januar 1973,7. (Tarnschrift). Assoziativ war noch Horst Mahler am nächsten am Bauernkrieg, der zunächst der sich herausbildenden Stadtguerilla den Namen „Geyers schwarzer Haufen“ geben wollte.

5.  August Bebel, Der deutsche Bauernkrieg, Braunschweig, 1876,230

6. Lenin, Plan und Konspekt der Broschüre: „Über die Naturalsteuer“, Lenin Werke Band 26, Dietz Verlag Berlin 1952,404

7. Vergleiche Lenin, Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels, Werke Band 19, Dietz Verlag Berlin 1959,554

8. Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,318

9. Lenin, IV. Konferenz der Gewerkschaften und der Betriebskomittees Moskaus, Lenin Werke Band 27, Dietz Verlag Berlin, 1952,481. Dagegen schreibt Robert Service, Professor für Russische Geschichte und Politik, in seiner voluminösen Lenin Biografie, dass Lenin zwar darauf bestand, „…dass für eine Revolution die allgemeinen politischen und ökonomischen Bedingungen günstig sein müßten, wurde aber nicht müde zu betonen, daß Revolutionen nicht einfach so geschähen: Sie mußten gemacht werden“. ( Robert Service, Lenin Eine Biografie, C.H. Beck Verlag, 2000, 635). Revolutionsmacherei widerspricht dem ganzen tiefen Wesen des Marxismus. Engels spricht von historischen Beweggründen, die große Massen, ganze Völker und in jedem Volk wieder ganze Volksklassen in Bewegung setzen. (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1975, 298). Es gilt für Marxisten stets, von diesen Volksklassen zu lernen. Im übrigen gelangt zum Beispiel das moderne Proletariat sowieso zum Sozialismus, der mit der Arbeiterbewegung verbundene wissenschaftliche Sozialismus aber kürzt die Qualen der Geburt seiner neuen Gesellschaft aus der alten bürgerlichen lediglich ab. Auf der gleichen Seite, auf der Robert Service von der Revolutionsmacherei Lenins faselt, steht auch der schicksalshafte Satz: „Die Zukunft gehört nicht dem leninistischen Kommunismus“. Doch – sie gehört ihm, wenn die Leninisten nicht in Revolutionsmacherei machen.

10. Werner Hofmann, Zur Soziologie der Studentenrevolte, in: Abschied vom Bürgertum Essays und Reden, edition suhrkamp 399, Frankfurt am Main, 1979,83. Hofmann weist zu Recht auf den „höchst bürgerlichen intellektuellen Charakter“ (a.a.O.,88) des studentischen Aufbegehrens hin und spricht sich „für einen kontinuierlichen Prozess fortgesetzter erweiterter  ÖFFENTLICHKEIT UND KONTROLLE (kursiv von Werner Hofmann)“ aus, „die mit den Aufgaben das Bewußtsein der Beteiligten selbst sich entwickeln läßt“…Wir brauchen, mit einem Wort, DIALEKTIK IM HÖRSAAL (kursiv von Werner Hofmann).(a.a.O.,90). Aber zur Dialektik gehört bitte schön, dass dieser Prozess  an einem bestimmten Punkt blitzartig umschlagen, abbrechen muß, um die Bourgeoisie in Deutschland in einem Bürgerkrieg auszurotten, der eine ganz neue Dimension in der internationalen Kriegsgeschichte darstellen wird. Die Dialektik muß aus dem Hörsaal in die Industriemetropolen auf die dort konzentrierten blutsaugerischen Kapitalisten einschlagen und in den Köpfen der Kleinbauern zu Bewußtsein gebracht werden. Insistiere ich nur auf Öffentlichkeit und Kontrolle, verschwindet natürlich die von Marx, Engels, Lenin und Stalin geforderte völlige Vernichtung der Bourgeoisie.

Heinz Ahlreip


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2 Antworten to “Die Kultur Revolution der 68er”

  1. RASH Hannover Says:

    Wäre sehr löblich, wenn du die richtigen Namen der angeklagten Antifaschisten durch Kürzel ersetzen könntest. Es möchte nicht jeder politisch Aktive per Suchmaschine gefunden werden wollen!

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