Zum Studium der Weltgeschichte

Die Geschichte der letzten beiden Jahrhunderte bewegte sich in der Polarität von Lohnarbeit und Kapital, was eine neue Qualität des Klassenkampfes darstellt. Frühere Klassenkämpfe wiesen diffusere antagonistische Kampfkonstellationen auf. Das Studium der Weltgeschichte in ihrer Unendlichkeit, das für Friedrich Schiller das Individuum unvermerkt in die Gattung überführte, läuft dennoch immer wieder auf diese aktuelle Polarität zurück, der die Weltgeschichte Studierende bleibt im Banne der Klassendialektik, da die geschichtlichen Evolutionen sich bisher immer in politischen Revolutionen durchsetzten. Geschichte kann nicht um ihrer selbst willen studiert werden, sondern assoziativ zur Gegenwart. In Schillers Vorlesung: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte“ wird der aktuelle Charakter des Weltgeschichtsstudiums deutlich hervorgehoben. „Aus der ganzen Summe dieser Begebenheiten hebt der Universalhistoriker diejenigen heraus, welche auf die heutige Gestalt der Welt und den Zustand der jetzt lebenden Generation einen wesentlichen, unwidersprechlichen und leicht zu verfolgenden Einfluß gehabt haben. Das Verhältnis eines historischen Datums zu der HEUTIGEN (kursiv von Friedrich Schiller) Weltverfassung ist es also, worauf gesehen werden muß, um Materialien für die Weltgeschichte zu sammeln“. 1. In Ausbeutungsgesellschaften wird dieser Bezug allerdings ideologisch verfremdet, da der Produzent aufgehäufte Arbeit vermehrt, statt sich als Persönlichkeit von ihr zu vermehren. „In der bürgerlichen Gesellschaft herrscht also die Vergangenheit über die Gegenwart, in der kommunistischen die Gegenwart über die Vergangenheit“. 2. Warum schrieb zum Beispiel Friedrich Engels 1850 über den deutschen Bauernkrieg ? Er schrieb über diesen Krieg, um der erschlaffenden Nach48erbewegung  „die ungefügen, aber kräftigen und zähen Gestalten des deutschen Bauernkriegs dem deutschen Volk wieder vorzuführen“ 3., also Studium einer Bauernerhebung zwecks Entfachung revolutionärer Tatkraft. Gleichwohl muß in der Gegenwart in Fragen des Klassenkampfes situativ entschieden werden, es hilft keine Erinnerung an vergangene ähnliche Kampfkonstellationen.

Der uns heute präsente Begriff der Weltgeschichte entwickelte sich durch die mit der Entdeckung Amerikas initierten Herausbildung eines Weltmarktes. Weltgeschichte existierte nicht immer, sondern ist also selbst nur Resultat von Geschichte. Bereits im historischen Vorfeld der französischen Revolution lag durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein bis in die diplomatischen Fäden hineinreichendes bikontinentales Konfliktfeld vor. Die französische Revolution bildete einerseits in der Theorie einen Begriff universeller Humanität heraus: in seiner am 17. November 1793 gehaltenen Rede über die politische Lage der Republik führte Robespierre aus, „daß es nicht nur ein Volk ist, für das wir streiten, sondern das Weltall“. Das Ziel sei, „so viele Freunde (zu) haben, als diese Erde Bewohner zählt.“ 4. , erfasste aber in der Praxis in dem durch sie hervorgebrachten Russlandfeldzug Napoleons nur erst eine Totalität europäischer Geschichte, die es schon allein auf Grund der in diesen Feldzug involvierten Millionenmassen von Soldaten bis dahin nicht gegeben hatte. Im rechten Sinn des Wortes ist die von Marx und Engels im neunzehnten Jahrhundert in ihrer 1845/46 geschriebenen „Deutschen Ideologie“ skizzierte  Verwandlung von Geschichte in Weltgeschichte nicht durch eine wohl schon im neunzehnten Jahrhundert erwarteten proletarischen  Revolution eingetreten, sondern hat sich erst im zwanzigsten Jahrhundert weltgeschichtlich totalisiert in einer durch den Imperialismus pervertierten Weise. Der Begriff der Weltgeschichte in seiner epochalen Totalität wurde durch die globalimperialistische Massenausbeutung gezeugt und durch den ersten Weltkrieg geboren, der alle Völker in den Strudel der Weltpolitik hineinzog, was Lenin als eine progressive Frucht des imperialistischen Krieges deutete. Der Weltmarkt ist etwas Abstraktes, der Weltkrieg ist etwas Konkretes. Bestätigte dieser Krieg also ein weiteres mal das Wort von Heraklit, dass der Krieg der Vater aller Dinge sei, so ist aber durch ihn und durch die Fehlkalkulation des deutschen Gneralstabes im landmassiven, ein Sechstel der Erdoberfläche einnehmenden Russland im Oktober 1917 ein Kind geboren worden, das sich anschickte, den jahrhundertealten Satz Heraklits ad absurdum zu führen. In der Schlacht von Stalingrad bereits, dann 1945 in Berlin entschied sich die progressive Qualität des Begriffes der Weltgeschichte, den die Stalinsche Sowjetunion garantierte. Die Ironie der Weltgeschichte war derart, dass durch die unmarxistische Theorie der friedlichen Koexistenz der progressive Gehalt des Begriffes der Weltgeschichte bereits eingebüßt worden war, der kalte Krieg aber noch die „Zwei Lager Theorie“ von Marx und Engels aus dem Kommunistischen Manifest speziell in Deutschland 5. zu bestätigen schien. Der Tod der Oktoberrevolution beweist einmal mehr, dass sich gesellschaftlicher Fortschritt eben nicht nach dem Geschichtskonzept der bürgerlichen Aufklärung linear progressiv und stufenweise durchsetzt, sondern gebrochen, große Sprünge eben auch nach hinten macht und Marxens Aussage aus dem Achtzehnten Brumaire bestätigt, dass sich proletarische Revolutionen eben fortlaufend unterbrechen. Nur eine wo auch immer ausbrechende erneute proletarische Revolution kann einen Begriff von Weltgeschichte im substantiell freiheitlichen Sinne hervorbringen, die ganze Gesellschaft für immer von allen Klassenkämpfen zu befreien. 6. Nur sie kann die Fehlentwicklung korrigieren, dass heute Weltgeschichte in Geschichte retrovertiert.

Der Maulwurf wühlt ohne Zweifel weiter. Der antagonistische Gegensatz von Lohnarbeit und Kapital ist das Überlebenselexier der Revolution, denn vertrackterweise ist der Fortschritt des Lohnarbeiters an den ständig stattfindenden Fortschritt seiner industriellen Produktionsbedingungen gekoppelt. Sprengt eine proletarische Revolutuion nicht diesen Antagonismus, so ist die Ideologie der Bürgerkriegsparteien, ihr Denken, wenn man so will, vorprogrammiert. Pluralistische Theorien wollen die revolutionäre Aufmerksamkeit betäuben. Was ist nicht alles für ein Schindluder getrieben worden mit dem Satz Rosa Luxemburgs: „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenken“ in der Absicht, den Sozialismus im Sinne eines diffusen Pluralismus zu zersetzen. Der Pluralismus öffnet gerade die Klassenvielfalt, ist also bürgerliche antikommunistische Ideologie durch und durch. Intellektuelle hatten 1968 leicht reden vom Andersdenken und funktionalisierten Rosa Luxemburg wie keine andere Bewegung in Deutschland.  Hat aber der Lohnsklave in seinem alltäglichen Denken überhaupt Alternativen ? Er wird doch immer wieder auf seine Position als Lohnsklave zurückgeworfen, ist also alternativlos, was den Fundamentalgegensatz von Lohnarbeit und Kapital betrifft. In dieser Alternativlosigkeit bleibt alternatives Denken lediglich im Nachsinnen über mögliche  Befreiungsstrategien vom Lohnjoch. Eine ganz primitive Kulturindustrie ist heute tätig, die Lohnsklaven in ihrem Denken von der Dialektik von Lohnarbeit und Kapital abzubringen. Begierig hatten westdeutsche „Kulturschaffende“ die „John Wayne Ideologie“ übernommen: der einsame Held löst die Probleme individuell, nicht kollektiv. Jugendliche fallen auf diese Ideologie herein und laufen Amok, der gekündigte Mieter soll zum bereicherungswütigen Rechtsanwalt laufen statt die Hausgemeinschaft zu Solidarität und kollektiven Widerstand zu organisieren. Bürgerlicher Haifischindividualismus wird heute per „Kultur“ in den Proleten hineinverpflanzt, seine Niederlage ist damit vorprogrammiert.

Betrachtet man die Weltgeschichte durch die bürgerlich philosophische Brille, so sind im Grunde drei Positionen relevant: die kantische, die hegelsche und die von Feuerbach. Für Kant ist die weltbürgerliche Idealgesellschaft, die allgemein das Recht verwaltet und nicht ohne Gefahr sein darf, da sonst die menschlichen Fähigkeiten einzuschlafen drohen, der Wille der Natur. Für Hegel ist die Weltgeschichte das Realisierungsmedium der Weltvernunft oder in seiner eigenen religiösen Ausdrucksweise: „Gotteswerk“. Und bei Feuerbach fallen Materialismus und Geschichte leider auseinander. Erst Marx und Engels entwickelten den historischen Materialismus, in dem die Widersprüche zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen die treibenden Kräfte darstellen. „Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur noch die Geschichte der Empörung der modernen Produktivkräfte gegen die modernen Produktionsverhältnisse, gegen die Eigentumsverhältnisse, welche die Lebensbedingungen der Bourgeoisie und ihrer Herrschaft sind.“ 7.  Nach Marx und Engels kann es nur noch zwei Arten der Geschichtsbehandlung geben: die philosophisch ideologische und die wissenschaftlich materialistische. Der Deismus war ein typischer Kompromiss: Gott hat die Welt erschaffen, sie entwickelt sich dann aber autonom. Er liegt im Wandlungsprozess von der mittelalterlichen Geschichts“theorie“ zur wissenschaftlichen ungefähr in der Mitte. Holbach und Feuerbach mußten die Axt anlegen und die religiösen Wurzeln von der Geschichte endgültig abhacken. Aber den Bann konnten sie nicht brechen. An die Stelle des religiösen Fetisch trat der der Ware, der zugleich die bürgerliche Aufklärung zur instrumentellen Vernunft entwertete, da er die Beziehungen zwischen den Menschen wieder bzw. weiterhin undurchsichtig machte. Dagegen kämpfte die marxistische Aufklärung mit einem Defetischisierungsprogramm. „Der religiöse Widerschein der wirklichen Welt kann überhaupt nur verschwinden, sobald die Verhältnisse des praktischen Werkeltagslebens den Menschen tagtäglich durchsichtig vernünftige Beziehungen zueinander und zur Natur darstellen.“ 8. Das heißt, die Wahrheit des Atheismus resultiert nicht nur/allein aus einer theoretischen Auseinandersetzung mit Theisten, primär ist der Atheismus nur im/als Kommunismus möglich. Dass die gesellschaftliche Praxis letztendlich entscheidend ist, wurde bereits in den Feuerbachthesen manifest: „Alles gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus veranlassen, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis“. 9. Diese den Marxismus auszeichnende Erhellung ist in ihrer fundamentalen Bedeutung nicht immer richtig und gewichtig verstanden worden. Insbesondere ist der Niedergang des sowjetisch geprägten Sozialismus an Hand der Überhand nehmenden Entwicklung der Warenproduktion zu erklären. In der Blütezeit der Sowjetunion war die Warenproduktion auf  Gegenstände des persönlichen Bedarfs beschränkt. Erst mit der Auflösung der MTS, der Maschinen Traktor Stationen, wurden ungeheure Mengen von Produktionsinstrumenten in die Bahn der Warenzirkulation geworfen. 10.  Die Konterrevolution war schleichend 11. und ein genaues Datum ihres Triumphes läßt sich nicht angeben.

Es war Lenin, der die marxistische Idee der Weltrevolution zunächst theoretisch um 1915 auf die Möglichkeit verkürzte , den Sozialismus auch in einem Land aufbauen zu können, ohne dass ihm bereits Russland vorschwebte, und dann auch durch die Praxis des roten Oktober eine Frontbildung herbeiführte, die durch den zweiten Weltkrieg die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in zwei Welthälften spaltete. Lenin betrachtete die russisch proletarische Revolution auch immer als eine eurasische, geht man von einem Sozialismus in China aus, so hat der Zusammenbruch der Sowjetunion einerseits das Gewicht sehr auf den asiatischen Kontinent gelegt und andererseits den Sozialismen in globaler Hinsicht nur einen Inselcharakter gelassen. Trotz des heute vom Kapital betriebenen Globalisierungsgeredes war die Differenz des zwanzigsten Jahrhunderts doch mental zu wuchtig, um einer weltbürgerlichen Gesellschaft eine große Realisierungschance zu geben. Weder das Bürgertum noch das Proletariat vertreten heute einen Begriff von Weltgeschichte in der Totalität, die dem Begriff genuin zukäme und im neunzehnten Jahrhundert auch zugekommen war. Da der Imperialismus naturgemäß einen anderen Charakter als der klassische Kapitalismus hat, fällt der Schatten des Leninismus auf die klassische Theorie des Marxismus, dass der Kommunismus empirisch „nur als die Tat der herrschenden Völker auf einmal und gleichzeitig möglich“ 12. ist. Der Leninismus hat heute die aufgeklärten und fortschrittlichen Werktätigen der Welt immun gemacht gegen die Globalisierungstendenzen des internationalen Kapitals. Diese sind Ideologie, denn das Kapital selbst figuriert im Imperialismus unter dem Gebot der durch es verursachten Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung.

1. Friedrich Schiller, Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte, insel taschenbuch, Frankfurt am Main und Leipzig, 1999,28f. Kant schlußfolgert aus der Umständlichkeit, mit der die Historikerzunft die Geschichte ihrer Zeit abfasst, dass spätere Generationen mit der Last der Geschichte nicht anders verfahren können, als das sie „…die der ältetsen Zeit, von der ihnen die Urkunden längst erloschen sein dürften…“, nur insofern berücksichtigen, „…was Völker und Regierungen in weltbürgerlicher Absicht, (das Zustandebringen einer vollkommenen nationalen und internationalen bürgerlichen Verfassung, einer allgemein das Recht verwaltenden bürgerlichen Gesellschaft/ Zusatz vom Heinz Ahlreip), geleistet oder geschadet haben.“ (Immanuel Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, in: Deutsche Geschichtsphilosophie von Lessing bis Jaspers, Herausgegeben  und eingeleitet von Kurt Rossmann, Sammlung Dietrich, o.J., 63). Der Deutung, dass die Menschheit im beständigen Fortschritt zum Besseren begriffen sei, pflichtet Trotzki antiaufklärerisch nicht bei, ihm ist sie „düsterer“ geworden. (Vergleiche Leo Trotzki, Die Russische Revolution, Kopenhagener Rede 1932, Voltaire Flugschrift Nummer 29, Berlin,o.J.,5). Für Goethe war Geschichte ein Gewebe von Unsinn für den höheren Denker.

2. Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Werke Band 4, Dietz Verlag Berlin 1977,476

3. Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I/10 Dietz Verlag Berlin 1977,367. Die Geschichte der KPdSU wirde zum Zwecke der Erhöhung der revolutionären Wachsamkeit verfasst.

4. Robespierre: Über die politische Lage der Republik, 17.11. 1793, in der gleichen rede auch: „Die französische Revolution hat in der ganzen Welt eine Erschütterung verursacht“, in: Reden der französischen Revolution, dtv text-bibliothek München 1974, 323 und 319

5. Im zwanzigsten Jahrhundert ist das Schicksal des deutschen Volkes enger mit der Sowjetunion verknüpft als das aller anderen Völker. Bereits Lenin sah als Resultat des Versailler Vertrages, dass alle auf Deutschland einhacken (Vergleiche Lenin, Lieber weniger, aber besser; Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau 1975,779). In der Weimarer Republik dagegen kooperierte die Sowjetunion unterschwellig immens mit dem Verlierer des ersten Weltkrieges zu beiderseitigem Nutzen, Dass das faschistische Deutschland eines Tages die Sowjetunion überfallen werde, war der Führung der sowjetischen Arbeiterklasse bewußt. Stalin hatte Hitlers „Mein Kampf“ genau gelesen und sich die Stellen über den Lebensraum im Osten bestimmt  eingeprägt. Aber man unterstellte der deutschen Führung immer eine gewisse Rationalität und wußte nicht, dass Hitler auf Görings sorgenvolle Frage am 29. August 1940: ob Deutschland einen Zweifrontenkrieg führen und also va banque spielen werde, geantwortet hatte: Ich habe in meinem Leben immer va banque gespielt ! Nach dem zweiten Weltkrieg war es wiederum die Sowjetunion, die 1952 mit der Stalin Note das deutsche Volk davor bewahren wollte, dass alle weiterhin auf Deutschland einhacken. Der perverse Masochist Konrad Adenauer wollte aber nicht, dass das imperialistische Einhacken auf Deutschland aufhöre, er küsste dem US Imperialismus die Stiefel auf widerlichste Art, so dass in der deutschen Geschichte ein riesiger Schandfleck entstanden ist, den man nicht mehr wegwischen kann.

6. Vergleiche Friedrich Engels, Vorrede zur englischen Ausgabe des Kommunistsichen Manifestes, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin,1983, 23

7. Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Werke Band 4, Dietz Verlag Berlin, 1977,467

8.Karl Marx, Das Kapital, Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin,1975,94

9. Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin,1969,7. In der „Deutschen Ideologie“ flammt der universelle Charakter der kommunistischen Revolution zuerst auf: Der Kommunismus setze den Weltmarkt voraus. Und dann folgt daraus: „Das Proletariat kann also nur WELTGESCHICHTLICH (kursiv von Marx und Engels) existieren, wie der Kommunismus, seine Aktion, nur als „weltgeschichtliche“ Existenz überhaupt vorhanden sein kann; weltgeschichtliche Existenz der Individuen, das heißt Existenz der Individuen, die unmittelbar mit der Weltgeschichte verknüpft ist“. (Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin 1978,36).

10. Siehe dazu: Heinz Ahlreip, Aufstieg und Fall der Sowjetunion, im Internet: lenin unser aller lehrer:Aufstieg und Fall der Sowjetunion, Archiv, Juni, 2009

11. Siehe dazu: Ludo Martens, Die UdSSR und Die samtene Konterrevolution, EPO Verlag, 1993

12. Karl Marx, Friedrich Engels: Deutsche Ideologie, Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin 1978,35. Obwohl Marx und Engels mit diesem um 1845/46 verfassten Werk endgültig den unter Intellektuellen grassierenden Hegelianismus hinauskurieren wollten, hat sich in der „Deutschen Ideologie“ zumindest die Emphase des bei Hegel eurozentristischen Begriffes „Weltgeschichte“ gehalten. Er wirkte weiter bis in einen Sozialdemokratismus,  auf den die Aprilthesen Lenins 1917 wie eine „Fieberphantasie“ wirken mussten. Lenin blickte nicht nur nach Westen, sondern immer auch auf Indien und China und Hegel hatte nur insofern Recht behalten, als er in seiner „Philosophie der Weltgeschichte“ schrieb, dass sich im Hintergrund Europas  ein schwerer slawischer Schatten heranbilde, der sich noch nicht über Europa gelegt hätte. Aber wir werten die Eroberung Berlins 1945 nicht als schweren slawischen Schatten, sondern als Befreiung vom Faschismus.

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