Berija wurde zu mächtig – am 23. Dezember 1953 wurde er in Moskau erschossen

Lawrentij Berijas Aufstieg zur Macht in der Sowjetunion war einer der atemberaubendsten im 20. Jahrhundert. Die Oktoberrevolution hatte für Arbeiter- und Bauernsöhne diesen Weg geöffnet. Wie Stalin kam auch Berija aus „einfachen“ Verhältnissen, er wurde am 17. Mai 1899 im Dorf Merceuli in eine arme Bauernfamilie hineingeboren. (Eine andere Angabe findet sich in einem Artikel in der ZEIT vom 3. Juli 2003, der Autor Wolfgang Zank spricht vom 29. März 1899. 1.) Im Alter von zehn Jahren zieht seine Familie nach Baku. Über seine Jugend liegt uns als Quelle ein vom 24jährigen Berija selbst verfasster Lebenslauf vor, aus dem hervorgeht, dass er seinen Schulbesuch an der Polytechnischen Schule in Baku am Kaspischen Meer durch Nachhilfestunden selbst finanzierte. „Bereits während meines Studiums an der technischen Lehranstalt sorgte ich für den Unterhalt meiner alten Mutter, meiner taubstummen Schwester und meiner fünfjährigen Nichte“. 2. Seine Studien, unter anderem in Fach Baumechanik, enden 1920.

Mit 16 Jahren kommt er zunächst sporadisch mit der Kommunistischen Partei in Berührung, er nimmt als Kassierer an einem illegalen marxistischen Zirkel teil, den Studenten der technischen Lehranstalt in Baku gegründet hatten. Im März 1917 gründet er, während seiner Studienzeit immer am Rande des Existenzminimus lebend, mit den Genossen W. Jegorow, Pachowitsch, Awanessow eine Parteizelle der SDAPR. 3. Berija arbeitet mit einer berüchtigten Energie für die bolschewistische Sache sowohl legal als auch illegal. Im Juni 1917 meldet er sich als Praktikant bei der hydrotechnischen Abteilung der Armee, die nach Rumänien verlegt wird, zeitweise ist er dort im Dorf Neguliasti in der Forstwirtschaft tätig. Anfang 1918 kehrt er nach Baku zurück und wird Mitglied der Arbeiter- Bauern- und Matrosendeputierten von Baku (bis September 1918). 1919/1920 betreibt er Zellenarbeit, auch unter mohammedanischen Arbeitern. Die Partei schickt ihn 1920 nach Georgien, um am Sturz der dort sehr starken menschewistischen Partei mitzuwirken. Er organisiert ein Netz von Revolutionären in Georgien und Armenien, wird aber mit den Mitgliedern des ZK Georgiens verhaftet. Nach kurzer Zeit werden sie mit der Auflage freigelassen, Georgien innerhalb der nächsten drei Tage zu verlassen. Berija aber kann unter dem Decknamen „Lakerbaja“ untertauchen und arbeitet zeitweise mit Kirow zusammen, der sich zu dieser Zeit in Tbilssi aufhält. Zwischenzeitlich wieder kurz verhaftet, wird er Ende 1920 vom ZK der Partei Georgiens zum „verantwortlichen Sekretär der Außerordentlichen Kommission für die Enteignung der Bourgeoisie und die Verbesserung des Lebens der Arbeiter“. 4. ernannt. Er bewährt sich in dieser Funktion und wird im April 1921 „Leiter der operativen Sonderabteilung und stellvertretender Vorsitzender der Tscheka Aserbaidschans“. 5., eine Arbeit, die er selbst als anstrengend und nervenaufreibend bezeichnet. Er leitet die Zerschlagung der mohammedanischen Organisation „Ittichat“ mit etwa 10 000 Mitgliedern und die Transkaukasische Organisation der rechten Sozialrevolutionäre, „…wofür die GPU der Tscheka mit Befehl Nummer 45 vom 6. Februar 1923 mir den Dank aussprach und mich mit einer Waffe auszeichnete.“ 6. Berija rückt auf in die Kommission zur Kontrolle des Revolutionstribunals. Damit nicht genug: er ist einer Parteizelle der Arbeiter in Baku und  der Parteigruppe der Tscheka zugeordnet und ist Mitglied des Sowjets von Baku. Im November 1922 erfolgt der Aufstieg  zum Leiter der Operativen Sonderabteilung und zum stellvertretenden Vorsitzenden der Tscheka Georgiens. Kriminelle Banden, menschewistische Organisationen und sowjetfeindliche Parteien werden zerschlagen, obwohl sie sehr konspirativ vorgehen. Die Tscheka leistet mehr, zu ihrem Bereich gehört auch die Betreuung verwahrloster Kinder und Jugendlicher und ihre Betreuung in Kinderkolonien (siehe Makarenkow). Der Rotbannerorden ist Berijas Lohn, am Ende der militärische Karriere wird die Ernennung zum Marschall der Sowjetunion stehen. Einen dunklen Punkt könnte der Lebenslauf des jungen Berija allerdings aufweisen:  er soll nach Zeugnis des Volkskommissars für das Gesundheitswesen Grigori Naumowitsch Kaminski (1895 bis 1938) zeitweise mit dem vom britischen Intelligence Service kontrollierten konterrevolutionären Sicherheitsdienst der in Aserbajdschan regierenden Mussawat Partei zusammengearbeitet haben. (Diesen Vorwurf erhob auch Cruschtschow in seiner sogenannten Geheimrede am 25. Februar 1956). Trotzdem erfolgt sein weiterer Aufstieg: Bis 1931 ist er Chef der georgischen GPU, ab 1931 übt er Parteifunktionen aus. Er ist erster Sekretär  der Kommunistischen Partei (Bolschewiki) Georgiens und dann erster Sekretär des Transkaukasischen Regionskomitees der KPdSU (Bolschewiki), wobei er Ordschoniskidse als Förderer hat. 1928 erscheint von ihm eine interessante Schrift: „Wie tief ist der Menschewismus gesunken ? „, 1935 dann in Millionenauflage sein Buch: „Zur Geschichte der bolschewistischen Organisation in Transkaukasien“. Nicht unwichtig ist, dass Berija für die Sicherheit von Stalins Feriendomizil in Sotschi am Schwarzen Meer zuständig wird. Zum 15. Jahrestag der Gründung Sowjetgeorgiens kommt Woroschilow und umarmt Berija in Tbilissi, der Maler W. Krotkow verewigt auf einem Gemälde beide bei einer Besichtigung von Teeplantagen in Adsharija. Im August 1938 wird er zum Stellvertreter Jeschows ernannt, der die Verhaftung Berijas geplant haben soll, im Dezember des gleichen Jahres, nach dem Sturz Jeschows, mit 39 Jahren Chef des Volkskommissariats des Innern. Seit dem XVII. Parteitag ist er Mitglied des ZK der KPdSU (Bolschewiki), nach dem XV III. Parteitag (1929 bis 1946) Kandidat und danach Mitglied des Politbüros des ZK der KPdSU (Bolschewiki). 1941 wird er, der 1938 nach Moskau gekommen war, zum Generalkommissar der Staatssicherheit ernannt und durch den Angriff der Hitlerschen Wehrmacht ab Juni 1941 Mitglied des fünfköpfigen Staatlichen Verteidigungskomitees. Ab 1942 leitet er das sowjetische Atombombenprogramm, in dem auch im DDR-Erzgebirge (Wismar) nach Uran gesucht wird. Am 29. August 1949 geht dann die die Globalstrategien verändernde Nachricht um die Welt, dass die Sowjetunion nach den US-amerikanischen Kapitalisten nun ebenfalls eine Atombombe zünden können. 1943 wird er Held der sozialistischen Arbeit. Bis 1941 wird er viermal mit dem Lenin Orden ausgezeichnet, zweimal mit dem Rotbannerorden und einmal mit dem Suworow Orden der ersten Klasse. Ein Doktor der Wissenschaften hat seiner Dissertation den Titel gegeben: „Lawrentij Pawlowitsch Berija – ein treuer Freund und Kampfgefährte Stalins“.  Berija (geboren 1899) rückte im Alter von 35 Jahren in die unmittelbare Nähe Stalins, der zwanzig Jahre älter war. Im Alter von 50 Jahren hat Berija den Höhepunkt seiner politischen Karriere erreicht, sein fünfzigster Geburtstag wird personenkultisch gefeiert, Kasim Agumaa hat ein Lied komponiert: „Die Gärten und Felder besingen Berija, denn er bewahrte sie vor dem Tod, Möge dieses glückliche Loblied stes über unserem sonnigen Land erklingen“. Ein Jahr später, 1950, veröffentlicht Berija einen Sammelband über Stalin: „Der große Inspirator und Organisator der Siege des Kommunismus“. Drei Jahre später stirbt Stalin, sein Tod zieht den Berijas nach sich, obwohl es politisch zunächst ganz anders aussieht: Berija schlägt Malenkow als Ministerpräsidenten vor und dieser Berija zum Innenminister. In seiner Rede anläßlich der Beisetzung Stalins betont Berija ausdrücklich, dass die Stalin‘ sche Verfassung von der Regierung eingehalten werde, das war mehr als nur ein Lippenbekenntnis, als Innenminister läßt er  die von Stalin wegen Verschwörung inhaftierten neun Kremlärzte, darunter sechs Juden, frei, mehr noch: bereits im Sterbemonat Stalins erläßt er als neuer Innenminister  eine Amnestie, die Freiheit für 1.201.738 Menschen bringt. 7. Am 4. April 1953 wird die Anwendung der Folter für alle Untersuchungsbehörden untersagt, auch leitet er eine Abschwächung der Russifizierung der Sowjetrepubliken ein. Die unter seinem Kommando stehenden Staatssicherheitsorgane durchdringen das öffentliche Leben in immer größer werdenden Kreisen, die auch die Staatspartei miteinschließen. Die Frage: was weiß Berija über uns ? beantworten die aus Angst zum Kollektiv gegen Berija geeinten führenden Parteikader mit seiner Verhaftung am 26. Juni 1953 unter  Beihilfe Marschall Schukows und Armeegeneral Kyrill S. Moskalenkows. Berija hatte Vorahnungen und sich zunächst mit zwei Eliteregimentern der Staatssicherheit auf seiner Datscha verschanzt, ließ sich aber überreden, in den Kreml zu kommen, in dem Schukow ihn durch sechs ausgewählte Schlägertypen verhaften ließ. Es mußte auffallen, das am 27. Juni 1953 bei der Festaufführung der Oper „Dekabristen“ von Jurij Alexandrow  Schaporin im Bolschoi Theater in der Führungsriege einer fehlte: Berija !, der kauerte bereits in einem unterirdischen Bunker des Moskauer Militärkreises. Am 2. Juli 1953 eröffnete Malenkow vor dem ZK-Plenum den 216 Delegierten und Kandidaten die Verhaftung Berijas, den er ein „krankhaftes Geschwulst in einem gesunden Körper“ nannte, der sein Innenministerium über die Partei und das ZK und die Regierung unter seine Fuchtel stellen wollte, am 7. Juli 1953 wurden Berija und zwei seiner Mitarbeiter einstimmig aus der Partei ausgeschlossen und seine Verhaftung und der auf ihn zukommende Gerichtsprozess gebilligt. Laut Cruschtschow hätte Berija geprahlt, er könne von jedem ein Geständnis erzwingen, er habe Kontakt mit der englischen Königin. Die Öffentlichkeit wurde erstmalig am 10. Juli 1953 über den ‚Fall Berija‘ unterrichtet. Es kam zu einem vom Generalstaatsanwalt der UdSSR Rudenko, der schon die sowjetische Klage gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg vertreten hatte,  gelenkten militärischen Sondergerichtsprozess, offiziell: Sondergerichtskollegium des Präsidiums des Obersten Gerichts der UdSSR. Dieses Gericht setzte sich aus zwei Offizieren und zwei Zivilisten zusammen: Marschall Konjew und Armeegeneral Moskalenko, dem Stellvertretenden Innenminister  Lunjew und dem Moskauer Parteisekretär Michailow. Mit Berija wurden noch seine Mitarbeiter Merkulow , Dekanosow, Meshyk, Kobulow; Goglidse und Wlodsimirskij angeklagt. 8. Gleichzeitig mit ihm wurde Mir Bagirow, erster Parteisekretär der transkaukasischen Sowjetrepublik Aserbeidschan und Kandidat des Parteipräsidiums, abgesetzt und später erschossen. Vorsorglich verloren hohe Militärs des Moskauer Bezirkes ihre Posten: der Kremlkommandant, der Stadtkommandant und der Oberbefehlshaber des Moskauer Wehrkreises. Der am 14. Dezember 1953 beginnende Berija Prozess, dem ein halbes Jahr Ermittlungen vorangingen, nahm dann allerdings einen recht skurilen Verlauf. Noch in Abwesenheit Berijas verlas Konjew einen Beschluß des Präsidiums des Obersten Sowjet, der Berija den Marschalltitel aberkannte. Die Verlesung der Anklageschrift dauerte drei Stunden: politische Anklagepunkte gab es nur fünf: er wollte durch einen Putsch an die Macht und den Kapitalismus restaurieren und sei über Verbindungen mit grusinischen Menschewiken englischer Agent gewesen. Er habe ein Spitzelnetz über die ganze Sowjetunion geworfen, habe in seiner Deutschlandpolitik die DDR der BRD abtreten wollen: die Juni Unruhen soll er mit Hilfe des Sicherheitsministers Zaisser und des Chefradakteurs des Parteiorgans „Neues Deutschland“ Herrnstadt benutzt haben, Ulbricht zu stürzen und habe, so die albanische Zeitung „Zeri i Poppulit“ Mitte Juni 1964, Verbindung zu Tito aufgenommen. Der sowjetische Botschafter Semjonow wurde laut seinen Memoiren 1953 von Berija nach Deutschland geschickt, um die Übergabe der DDR gegen eine gute Gegenleistung in die Wege zu leiten. 9. Die Juniunruhen schienen nur auf den ersten Blick für Berijas Absicht zu sprechen, gerade durch sie behauptete sich die DDR aber als Staat, als souverän gegenüber der BRD, deren Agenten es nicht gelungen war, eine Europa erschütternde prokapitalistische Wende herbeizuführen Der Rest der Anklage gegen Berija war „schlüpfrig“: breit ausgewälzt wurden von ihm angeblich veranstaltete Sex- und Alkoholorgien und Listen mit Namen von Prostituierten wurden verlesen, die der sowjetischen Sicherheit zu Diensten gewesen sein sollten. Berija lächelte nach der Verlesung der Anklage die Richter nur an und sagte: „Ich könnte in dieser Hinsicht von jedem von euch noch viel interessantere Dinge berichten“. 10. Er sei immer der Partei ergeben gewesen (Predany Partyj). Rudenko hatte sich vergallopiert, indem er durch  die hohe Zahl seiner Geliebten ein schlechtes moralisches Licht auf den 54jährigen werfen wollte. Die Anzahl der Freundinnen geht dem wissenschaftlichen Sozialismus nichts an. Berija scheint aber auf Rudenko hereingefallen zu sein, denn er bezeichnet seine Polygamie als Schande – und das  36 Jahre nach der Oktoberrevolution. Im Prozess weist Berija kategorisch zurück, ein Volksfeind mit bonapartistischen Neigungen gewesen zu sein, räumt aber Fehler ein.  Eine schwache Seite Berijas war die marxistische Thorie, in ihr hätte er aus den Feuerbachthesen entnehmen können, dass die bürgerliche Familie praktisch vernichtet werden muss, einem Karl Marx die Anzahl der Geliebten also gleichgültig war, einem Friedrich Engels auch, bezeichnete er die Ehe doch als offiziellen „Deckmantel der Prostituion“. 11. Im Schuldspruch wird herausgehoben, dass Berija die Organe des Innern gegen Partei und Regierung eingesetzt habe mit dem Ziel, den Kapitalismus und die Macht der Bourgeoisie zu restaurieren und die Freundschaft der Völker der UdSSR zu zerrütten.  Man gibt Berija nicht einmal die Chance einer Berufung, das von Konjew verkündete Urteil lautete auf Tod durch Erschießen im Bunker des Stabs des Moskauer Militärbezirks. Vollstreckt wurde das Todesurteil an dem 54jährigen am 23. Dezember 1953, die Meldung darüber erschien einen Tag später in der ‚Prawda‘. Der Stalinnachfolger Crutschow hält sich zugute, dass zum ersten Mal ein Sicherheitschef nicht wie seine Vorgänger Jagoda und Jeschow einfach erschossen wird, sondern ein ordentliches Gerichtsverfahren bekommen habe. Auch Berija bekommt einen doppelten Tod: physisch und historisch: er wird eine Unperson. Als der 21. Band der Großen Sowjetenzyklopädie an die Abonnenten verschickt wird, lag eine Aufforderung bei, in dem schon vor Jahren erschienenen Band 5 unter B die Seiten 21 bis 23 zu entfernen. Es lag auch noch eine Anweisung dabei, wie man das mit Schere oder Rasierklinge professionel macht. 12. Was für Elemente sich nach Stalins Tod aber durchsetzten wird deutlich an der Figur Suslows, über den Berija folgende Einschätzung zusammengetragen hatte: „Die Reden des Genossen Suslow (M.A. Suslow war zu besagter Zeit Vorsitzender des Büros Litauen des ZK der KPdSU (Bolschewiki)) auf den Plenartagungen haben fast nur belehrenden Charakter. Diese Belehrungen und Reden sind den örtlichen Funktionären nichts Neues, weshalb sie ihnen keine Beachtung schenken und keine Schlüsse daraus ziehen. GENOSSE SUSLOW SELBST ARBEITET WENIG. (kursiv von Heinz Ahlreip)…In der Arbeitszeit liest er häufig schöngeistige Literatur…abends ist er selten im Dienst.“ 13. Bald sollte Suslow Chefideologe Crutschows werden. Dieser trumpfte dann auf dem XX. Parteitag auf: „Die Imperialisten setzten spezielle Hoffnungen auf ihren alten Agenten Berija, der heimtückisch leitende Posten in Partei und Regierung erschlich. Das Zentralkomitee setzte der kriminellen Verschwörung jenes gefährlichen Gegners und seiner Komplizen ein Ende. Das war ein Sieg für die Partei, ein Sieg für ihre kollektive Führung“. 14.

1. Wolfgang Zank, Der Meister des Terrors, in: Die ZEIT, 3. Juli 2003

2. Vladimir  F. Nekrassow (Herausgeber): Berija – Henker in Stalins Diensten, Ende einer Karriere, Bechtermünz Verlag 1997,390f. Nekrassow nennt Berija einen der „berüchtigsten Todesengel der Geschichte“ (a.a.O.,12), Stalin und er hätten das ganze Land in einer kriminellen Zeit zu einem Zuchthaus gemacht. Aber eine wissenschaftliche Anforderung besteht gerade darin, statt eine Zeit als kriminell zu denunzieren, in ihr die Dialektik von Revolution und Konterrevolution herauszulesen.

3. Vergleiche a.a.O.,391

4.a.a.O,394

5.a.a.O.

6.a.a.O.

7. Vergleiche Jan Foitzik, Berijas Tod. Von der Illusion des Wandels zum Wandel der Illusion, in: Das Jahr 1953, Ereignisse und Auswirkungen, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam 2004,116

8. Dekanosow war vor dem Krieg Vize Außenminister und während des Hitler Stalin Paktes Sowjetbotschafter in Berlin, Kobulow und Goglidse waren Generäle des Sicherheitsdienstes und Meshyk Innenminister der Ukraine, Merkulow Staatssicherheitsminister. In seinem Buch “ Der Grosse Terror“ gibt Hellmut Andics in der fünften Anmerkung einen interessanten Hinweis auf Gerüchte, nach denen der Prozess gar nicht stattgefunden habe. „Berija sei zu einer Sitzung in den Kreml gelockt und dort erschossen worden…Einem anderen Gerücht zufolge sei es der Sowjetmarschall Moskalenko gewesen, der während der Politbürositzung Berija mit einem Feuerstoß aus der Maschinenpistole liquidiert habe.“ (Hellmut Andics, Der Große Terror, Verlag Fritz Molden Wien,1967,363).

9. Vergleiche Wladimir S. Semjonow, Von Stalin bis Gorbatschow, Ein halbes Jahrhundert in diplomatischer Mission 1939 – 1991, Nachwort von Juli Kwizinski, Nicolai Verlag, 1995,391

10. „Ich war immer der Partei ergeben“, Augenzeugenbericht vom Prozess gegen den sowjetischen Geheimpolizeichef Berija 1953, von Alexej Jakuschew, in: DER SPIEGEL, Nummer 50 von 1969. Jakuschew war Professor der Philosophie der Naturwissenschaften in Moskau und später in Warschau. Er hatte dem Berijaprozess als Besucher beiwohnen können.

11. Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, in: Marx Engels Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,420

12. Vergleiche Hellmut Andics, Der Grosse Terror, Von den Anfängen der russischen Revolution bis zum Tode Stalins, Verlag Fritz Molden Wien, 1967,19

13.  Vladimir F. Nekrassow (Herausgeber), Berija – Henker in Stalins Diensten, Ende einer Karriere, Bechtermünz Verlag, 1997,484

14. Nikita Chruschtschow, Bericht des Zentralkomitees, XX. Parteitag der KPdSU, London, 1956,78

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