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21. April 2012

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Konstantin Brandt Das kleine Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie Buchbesprechung

17. April 2012

Ein überfälligs Buch – ein nützliches Buch. Konstantin Brandt, auch Koautor des Buches „Stopp Nato 60 Jahre Nato – 60 Jahre Bedrohung des Friedens“ (zusammen mit Rainer Rupp und Karl Rehbaum) hat mit dem 156 Seiten dicken oder, wenn man will, dünnen „Kleinen  Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie“ eine 1913 beginnende und 2011 endende  Chronologie einer politischen Partei vorgelegt, die sich im Laufe dieser Zeit als kriminelle faschistische Vereinigung erwies. Revolutionäre haben diese Radieschen Partei (außen rot – innen weiß“gardistisch“, wie  sie Kurt Tucholsky in seinem Poem „Feldfrüchte“ “ bewitzelte“ ) schon längst gebührend „gewürdigt“. Für Gustav Landauer gab es in der ganzen Natur kein ekelhafteres Tier als die Sozialdemokratie, Rosa Luxemburg nannte sie einen stinkenden Leichnam und Josef Stalin schätzte sie als gemäßigten Flügel des Faschismus ein. Die von Brandt zusammengestellte Chronologie bestätigt auf fast jeder Seite diese Urteile. Und auch der Volksmund sagt es ganz richtig: die SPD ist der Arzt am Krankenbett des Kapitalismus. Der Volksmund gibt in seinen Worten Gedanken von Marx und Engels wieder, die diese in ihrem Rundschreiben an Bebel, Bracke und andere am 17. und 18. September 1879 mitteilten: „Die sozialdemokratische Partei soll keine Arbeiterpartei  sein, sie soll nicht den Hass der Bourgeoisie  oder überhaupt jemandes auf sich laden, sie soll vor allem  unter der Bourgeoisie energische Propaganda machen, statt auf weitergehende , die Bourgeoisie abschreckende  und doch in unsrer Generation unerreichbare Ziele Gewicht zu legen, sie soll lieber ihre ganze Kraft  und Energie auf diejenigen kleinbürgerlichen Flickreformen verwenden, die der alten Gesellschaftsordnung neue Stützen verleihen und dadurch die endliche Katastrophe vielleicht in einer allmählichen, stückweisen und möglichst friedfertigen Auflösungsprozess verwandeln könnten“. (MEW 34,406f.) Professor Dieckmann hat in seiner Rede am 24. September 2011 in Rostock auf dieses Rundschreiben hingewiesen, das den Kern des Rechtsopportunismus enthält.

Sie ist dies deshalb,  weil sie als primär arbeiteraristokratische und kleinbürgerliche Partei auf die soziale Revolution Verzicht leistet. Das Kleinbürgertum schwankt zwischen Bürgertum und Proletariat und sucht nicht den Weg der Diktatur des Proletariats, sondern einen dritten Weg zwischen dem ständigen Ringen von Lohnarbeit und Kapital, zwischen der Polarisation der bürgerlichen Gesellschaft und erliegt dieser sich in ihrer Spätphase befindlichen ständig, kippt ständig bündnisbesessen zur Reaktion um. Die Theorie des dritten Weges wurde bereits im Juni 1919 auf dem Weimarer Parteitag konzipiert, im September 1925 auf dem Heidelberger Parteitag in einer Phase  sich anbahnender Stabilisierung der Weimarer Republik weiterentwickelt und gipfelte in der Theorie des allmählichen Hineinwachsens in den Sozialismus, die auf dem Kieler Parteitag 1927 präsentiert wurde, „wo die rechten Führer der SPD die Möglichkeit einer fortschreitenden Umwandlung der kapitalistischen in die sozialistische Wirtschaftsorganisation im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung mit Hilfe des Staates und mit Mitteln  der `Demokratie´ konstatierten“. (Seite 56). In den 50er Jahren wurde dieses „Meisterwerk“ der Vollendung zugeführt: 1952 wurde auf dem Dortmunder Parteitag diese Theorie in einem Aktionsprogramm zeitgemäß angepasst, bis das berüchtigte Godesberger Programm 1959 den krönenden Abschluß dieser revisionistischen Entartung zeitigte: in ihm ist kein Gramm Marxismus mehr. 1967 trat dann Wirtschaftsminister Karl Schiller mit der famosen Idee einer Konzertierten Aktion an. Die faule Theorie des dritten Weges bringt als feines Früchtchen ebenso die faule Totalitarismustheorie zutage. Diese wurde schon von Otto Wels 1931 vorgetragen, als er auf dem Leipziger Parteitag die kommunistischfaschistische Bruderschaft erfand und verkündete. Willy Brandt belebte sie für die SPD 1974 wieder, nachdem er bereits zwei Jahre zuvor die Politik der Berufsverbote  initiiert hatte. In seinen Altersjahren bezeichnete er die Berufsverbote als großen Fehler, ob es bei ihm allerdings zu der Erkenntnis gereicht hat, dass der Faschismus die Weltherrschaft, der Kommunmismus die Welt ohne Herrschaft intendiert, ist sehr zu bezweifeln. Womit haben fortschrittliche Menschen in Deutschland, dem Land von Marx und Engels, diese faschistische Geißel verdient ? Aus der unentwickelten Form des Klassenkampfes, aus dem kleinbürgerlich spießigen Brei, der sich in Deutschland über alles legt, aus der Tatsache, dass Deutschland das klassische Land der Konterrevolution ist. Es ist ein Paradoxon der Neuzeit, daß das Land, in dem Marx und Engels geboren wurden, zugleich das Land war und ist, dessen Feinde des Kommunismus seinen Weltsieg verhinderten. Auch hier scheint sich eins in zwei zu teilen.

Landläufig wird der 4. August 1914, der Tag der Entscheidung über die Bewilligung der Kriegskredite als das Datum genannt, an dem die opportunistische Eiterbeule SPD zum Platzen kam, und zwar vor aller Welt. Lenin hatte die Zeitungsmeldung über die sozialdemokratische Bewilligung für eine Falschmeldung imperialistischer Geheimdienste gehalten. Aber Brandt beginnt interessanterweise mit dem Jahr 1913, denn bereits am 20. Juni dieses Jahres bewilligte die SPD die Besitzsteuervorlage zur finanziellen Deckung der Rüstungskosten des deutschen Imperialismus. August Bebel, der bereits auf dem Erfurter Parteitag im Oktober 1891 die Partei frühwarnte, dass es in ihr viele Nationalliberale gäbe, mußte das leider noch miterleben, er starb am 13. August 1913. Der Opportunismus ist in der Phase eines relativ friedlichen Kapitalismus herangereift und brach dann 1913/14 offen zutage. Dreizehn Monate nach der Bewilligung stand im Vorwärts, daß die vaterlandslosen Gesellen ihre Pflicht erfüllen und sich darin von den Patrioten in keiner Weise übertreffen lassen werden. Vergessen waren die Worte von Marx und Engels, daß die Proletarier kein Vaterland haben. Sie wurden ersetzt durch die Worte des Parteivorsitzenden Hugo Haase: wir werden das eigene Vaterland in der Stunde der Gefahr nicht im Stich lassen. Zunächst fälschten die Gesellen den imperialistischen Charakter des Krieges, sie münzten ihn in einen Verteidigungskrieg gegen Russland um und führten für den Sieg des deutschen Imperialismus die Arbeiter und Bauern in den Tod auf den europäischen Schlachtfeldern.“Meinem Lande geschieht Unrecht, alles andere geht mich nichts an – darauf läuft eine solche Argumentation hinaus, darin liegt ihre kleinbürgerlich nationalistische Beschränktheit“. (Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin, 1959,286). Dabei hatte schon die Revolution von 1905 aller Welt gezeigt, wie gebrechlich der Zarismus war, wie verfault – er konnte die konterrevolutionäre Rolle eines Gendarmen Europas gar nicht mehr spielen. Es war ein Falschspiel der SPD, den Krieg gegen ihn als fortschrittlich auszugeben. Es war der Revisionist Eduard Bernstein, der nach dem Krieg den „Vorwärts“ zu Recht kritisierte, dass er es vermied, in der Kriegsschuldfrage eindeutig Stellung gegen die ehemalige kaiserliche Regierung zu beziehen. Also selbst nach dem verlorenen Krieg bemühte sich diese Partei, die kaiserlich imperialistische Raubpolitik zu beschönigen und Bernstein stellte  fest, dass die SPD damit die demokratische Revolution rücklings teilweise deligimitierte.

Diese konterrevolutionäre Physiognomie der SPD nahm dann nach dem verheerenden Weltkrieg durch Gustav Noske  eine unauslöschliche Kontur an, der sich vor der deutschen Konterrevolution als ihr Bluthund gegen revolutionäre Arbeiter, Bauern und Matrosen, als Bluthund gegen fortschrittliche Menschen prostituierte. Die Clique um den Monarchisten Friedrich Ebert unternahm alles Erdenkliche, um das Aufkommen einer sozialistischen Republik zu verhindern, bis hin zur Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Brandt will vor allem herausstreichen, dass die Geschichte der SPD sich durch zwei Konstanten „auszeichnet“: durch aggressiven Antikommunismus und durch die Rolle als Kriegspartei. Konkreter ist sie aber eine BÜRGERKRIEGSPARTEI, denn die aggressive Vernichtung alles Lebendigen und der Schutz von allem, was abgestorben ist in Deutschland, ist bis heute das primäre Ziel dieser faschistischen Bluthunde. Brandt stellt immer nur die rechten Führer der SPD an den Pranger – sind denn die linken besser ? Nehmen wir nur das Beispiel der politischen Polizei der Weimarer Republik, die oft von für links gehaltene Beamten der SPD geleitet wurde, die ein ganzes Heer antikommunistischer Spitzel dirigierte. Tief demoralisierte lumpenproletarische Subjekte, die sich unter die Kommunarden schlichen und aus einem Geheimfonds für ihre schmutzige Tätigkeit entlohnt wurden: Agents provocateurs, gefälschte Dokumente den Kommunarden unterschieben, Falschmeldungen in Umlauf bringen, je schmutziger, desto besser. Der Gestapo wurde vorausgearbeitet, denn durch die politische Polizei Preußens bekam die faschistische Polizei im Februar und März 1933 eine fast vollständige Liste der kommunistischen Funktionäre. Die Folgen sind bakannt, die wertvollsten Menschen Deutschlands wurden getötet, die KPD verlor in den Folterhöllen der Nazis in zwölf Jahren fünfzig Prozent ihres Mitgliederbestandes.

Dass die SPD eine Agentur der Bourgeoisie in den Reihen des Proletariats ist, das wird von der Chronologie in einer Eindeutigkeit untermauert, die auch den letzten Zweifler verstummen läßt. Ja, sie trieb es noch ärger: Bereits in seiner am 29. Juni 1891 an Kautsky gesandten  Kritik des Erfurter Programms  wies Friedrich Engels darauf hin, dass eine opportunistische Strömung in der Partei sich als „Schirmer des Absolutismus“ erweist. Durch den Volksfeind par excellence Friedrich Ebert, der monarchistischen Neigungen anhing, verstärkte sich diese reaktionäre Brut noch mehr und als 1926 monarchistische Hohenzollernkreise die Forderung nach Entschädigung in Höhe von 2,6 Milliarden Mark  stellte, kam ihnen die SPD entgegen, die KPD wies die fürstlichen Forderungen zurück. Als besonders ekelhaft muß das Verhalten der SPD im Jahr 1928 vermerkt werden. Im Wahlkampf wurden die Wähler mit der Parole: „Für Kinderspeisung – gegen Panzerkreuzerbau“ geködert. Der Hunger der Kinder des Volkes allerdings scherte dieser Partei einen Dreck, statt Milch für die Kinder wurden dem deutschen Volk fünf Hundert Millionen Reichsmark für den Panzerkreuzerbau entzogen. 1897 hatte die SPD, also vor ihrer revisionistischen Entartung, noch gegen die wilhelminische Flottenrüstung gekämpft. Oder, um ein weiteres Beispiel anzuführen, kann das Verhalten der Berliner SPD Führung 1929 anders als faschistisch bezeichnet werden, die sich der Aufhebung des seit dem 13. Dezember 1928 bestehenden Demonstrationsverbots für den 1. Mai in allen deutschenGroßstädte widersetzte, übrigens als einzige Metropole, um einen Mordplan gegen  kommunistische 1. Mai Demonstranten zu realisieren ? Brandt legt eindrucksvoll dar, dass es sich um ein bewußt herbeigeführtes  Polizeimassaker mit 32 Toten unter Anleitung des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Karl Zörgiebel handelte, ein Vorgang, der in seiner Widernatürlichkeit einzigartig in der Weltgeschichte, nicht nur in der Geschichte der Arbeiterbewegung dasteht. In der Sitzung des Preußischen Landtages stellte die KPD am 13. Mai einen Antrag zur blutigen Maidemo, der mit den Worten endete:“…die erschossenen Arbeiter sind Blutzeugen gegen sozialdemokratische Führer.“ Karl Schulz von der KPD sagte dem preußischen Innenminister Grzesinski, selbstverständlich ein Sozialdemokrat, mitten ins sozialdemokratische Gesicht, dass dies Mord war,bewußter planvoller Mord – ihm wurde das Wort genommen. Dafür textete Erich Weinert im Lied „Der Rote Wedding“ (vertont von Hanns Eisler): „Drohend stehen die Faschisten drüben am Horizont !“  Die SPD Führung arbeitete der nationalsozialistischen Machtergreifung entgegen, oder, um es ganz unmißverständlich auszudrücken – sie arbeitete ihr direkt zu. 1931 versicherten Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion: Otto Wels, Rudolf Breitscheid, Rudolf Hilferding und Paul Hertz Reichskanzler Brüning, daß die Sozialdemokraten gegen diktatorische Vollmachten keine Bedenken hätten. Der Reichstag trat immer seltener zusammen. Am Ende stand die 12jährige faschistische  Versklavung des deutschen Volkes und die Inhaftierung vieler Sozialdemokraten in faschistische Arbeits- und Konzentrationslager. Erst hier wird beileibe nicht allen Sozialdemokraten aufgegangen sein, wozu aggressiver Antikommunismus (Breitscheid lehnte noch am 31. Januar 1933 eine Einheitsfront mit Kommunisten ab, Bemühungen der KPD, eine Hitlerminderheitsregierung parlamentarisch zu verhindern, wurden vereitelt), Notverordnungen und der sogenannte Dritte Weg geführt haben. Die Verräter der Arbeiterklasse, die Führer der deutschen Sozialdemokratie, ebneten durch ihre Paktiererpolitik dem Faschismus den Weg. (Vergleiche: Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) Kurzer Lehrgang, Verlag der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin 1946, 365). Brandt hätte noch untersuchen sollen, wie es kam, dass Helmut Schmidt bei den von Freisler diktierten Schauprozessen gegen die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 auf die Zuschauerbänke im preußischen Kammergericht geraten konnte, auf denen nur handverlesene Hardcorenazis kamen ? Und der sozialdemokratisch ausgerichtete Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund rief zum 1. Mai 1933 zur Beteiligung an der Nazimaidemonstration der neuen Herrenmenschen auf und lernte diese schon am nächsten Tag kennen, bekam sie zu spüren: er wurde am 2. Mai zusammen mit anderen freien Gewerkschaften verboten. Auch eine Quittung dafür, daß die Gewerkschaften schon vor dem ersten Weltkrieg, in der Erklärung vom 2. August 1914, auf Streiks und Lohnforderungen während der Kriegszeit zu verzichten versprachen.

Nach 1945 konnte die SPD im Westen Deutschlands ihr faschistisches Unwesen weitertreiben, Brandts These von der antifaschistischen Bekehrung der überwältiegenden Mehrheit der Sozialdemokraten 1. in den Konzentrationslagern ist in Zweifel zu ziehen, er sagt selbst, dass im Gegensatz zur wohlwollenden Integration ehemaliger Faschisten die Kommunisten MIT HILFE DER SPD aus dem politischen Geschehen vertrieben wurden (Seite 93). Es war die SPD als Partei, nicht nur die rechten Führer, die Enteignung der Betriebe und die Abrechnung mit den Nazis nach 1945 verhinderte, die ihre Tore zum Untertauchen von Nazis weit öffnete. Es waren jetzt Nazis ohne Uniform. Nur fünf Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges führte Kurt Schumacher in einer Wehrdebatte des deutschen Bundestages aus, dass eine Entscheidung zur Niederringung der Sowjetunion weit östlicher von den ehemaligen Grenzen des Deutschen Reiches von 1937 fallen müsste. Die Nazigenerale in der Bundeswehr mögen diese Rede mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben. Ein Jahr später empfing Schuhmacher zwei ehemalige führende Angehörige der Waffen SS zu einem Informationsgespräch. Ein anderer Sozialdemokrat, der Regierende Bürgermeister von Westberlin, Ernst Reuter, ein Verräter der Arbeiterbewegung, der in der Weimarer Republik als „Genosse Friesland“ Mitglied der KPD, von August bis Dezember 1921 sogar ihr Generalsekretär war,  sprach von „seiner“ Stadt als der billigsten Atombombe. Eine größere Menschenverachtung hat wohl noch nie ein Bürgermeister gegenüber „seinerStadt an den Tag gelegt, aber auch Willy Brandt war nach Konstantin Brandt 1961 nach dem Mauerbau bereit, einen dritten (sicherlich atomaren) Weltkrieg wegen Berlin zu riskieren, derselbe Willy Brandt, der der Tochter des faschistischen Schwerverbrechers Albert Speer am Tag der Haftentlassung ihres Vaters aus dem Gefängnis Spandau einen Blumenstrauß schickte. Für fortschrittliche Menschen hatte er weniger übrig, über sie verhängte er als Hauptverantwortlicher 1972 die berüchtigten Berufsverbote. Der braune Pestgestank haftet dieser Partei nachhaltig an, zu riechen auch 1968, als nur 53 Abgeordnete der SPD gegen die Notstandsverfassung votierten, aus der Weimarer Vorbereitung einer faschistischen Machtergreifung  nichts gelernt hatten.

Das nach dem Sozialdemokraten Peter Hartz benannte Gesetz Hartz IV stellt endlich den Tiefpunkt des politischen und moralischen Abstiegs der SPD in sozialer Hinsicht dar. Die Partei war einst zur Befreiung der Lohnsklaven vom Kapitalismus gebildet worden. Mit diesem humanen Endziel angetreten, fungiert sie heute als Handlanger der Sklavenhalter.  Und zu der heutigen Rettung von bankrotten Großbanken von Staats- und Steuergroschen wegen gibt es einen Vorläufer: Die Chronik weist schon 1929 ein kriecherisches Verhalten auf: im Jahr der großen Wirtschaftskrise subventionierte die Reichsregierung unter Hermann Müller bankrotte Großbanken und Konzerne. Müller gehörte welcher Partei an ? Man rate !

Die Schlußfolgerung, die Konstantin Brandt aus seiner Chronik zieht, die SPD sei für die Linke nicht koalitionsfähig, sich dabei auf Marx und Engels berufend, dass sie nicht zusammengehen können mit Leuten, die den Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat aus der Geschichte streichen wollen (MEW 34,406f.), ist dann in ihrer Pauschalität doch zu zahm. Er hat -überzeugend aufgelistet-  den Nachweis geführt, dass für ihn zumindest die rechten Führer der SPD zumindest gemäßigte Faschisten sind. Dann darf man mit diesen nicht nur keine Bündnisse suchen und eingehen, sondern sich an die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse erinnern. Proletarische Revolutionsgerichte  müssen heute diesen perversen sozialdemokratischen Dreck  ebenfalls zum Tode verurteilen und wie damals die Asche der toten Nazibonzen in die Isar bei München verstreut wurde, so darf es auch heute von toten sozialdemokratischen Elitekonterrevolutionären keine  Grabsteine geben. Die fortschrittliche Menschheit darf sich damit nicht länger belasten. Das Schlußwort des Kleinen Schwarzbuches der deutschen Sozialdemokratie kann daher nur lauten: Tod der sozialdemokratischfaschistischen  Führungsclique. Die Liquidierung der SPD als Gesamtpartei ist der politische Dreh- und Angelpunkt der proletarischen Revolution in Deutschland. Man muss sich schon ernsthaft Gedanken über die Tiefe des sozialistischen und humanistischen Bewußtseins bei Linken machen, wenn sie eine braune Partei, die durch ihren Verrat die faschistischen Konzentrationslager erst ermöglichte, immer noch allerliebst mit zarten rosaroten Samthandschuhen anpackt. Man steht ehrfurchtsvoll stramm vor dieser Verräterpartei, wenn man nur von der Schuld der rechten Führer spricht, was einer Reinwaschung gleichkommt und aus braun doch noch irgendwie ein Rot machen will zur Täuschung der Massen. Ja, eine ganze politische Partei kann des Verrats bezichtigt werden, wenn man bedenkt, dass Lenin sogar vom Verrat des ganzen deutschen Proletariats an der russischen und internationalen Revolution spricht, als es Finnland, die Ukraine, Lettland und Estland würgte. Die Anklage richtet sich zwar primär nicht gegen die Masse, die immer geduckt und getreten ist, aber eindeutig gegen die Führer der Partei, die die in der unterdrückten Klasse stets glimmenden  revolutionären Instinkten zuwiderhandelten. (Vergleiche Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin,1959,291f.). Eine pauschale Heroisierung der Arbeiterklasse ist völlig unangebracht, denn während der Pariser Kommune ging ein Teil dieser Klasse mit den weißgardistischen Versaillern. In den am wenigsten entwickelten Massen wird sich immer ein Teil sowohl der Arbeiter als auch der Bauern bereit finden, der konterrevolutionären Fahne zu folgen. Es sind die politisch rückständigen Arbeiter und Bauern, die die SPD bilden.

Fazit: Die von Brandt chronologisch skizzierte Thematik ist für die Arbeiterbewegung  von zentraler Schwergewichtigkeit. Eine schubladenförmig angelegte Chronik muss ständig die historischen Zusammenhänge und komplexen, untereinander verbundenen  Entwicklungslinien unterbrechen. Es ist deshalb ungeschickt, die Chronik auch immer wieder durch Einschieben von Liedtexten, die thematisch nicht stringent sind,  zu zerreißen, da es für den Leser und der Leserin vor allem darauf ankommt, die nichtlinear verlaufende Kontinuität der revisionistischen Entartung und des revisionistischen Verrats zusammenhängend als sich logisch ergebende Konsequenzen zu erfassen. Zu erfassen, wie eine Partei politisch und moralisch immer tiefer sinkt und sinkt bis zur heutigen Liebdienerei vor der Bourgeoisie und immer mehr stinkt und stinkt. Aus ihren eigenen braunen Eingeweiden bringt die SPD immer wieder braune Politiker hervor. Die Liedtexte hätten als Anhang vom Haupttext verbannt werden müssen. Aber das Fazit insgesamt fällt positiv über das Büchlein aus: die Linke ist Konstantin Brandt für diese Fleißarbeit – es fehlt auch nicht die Liste mit Namen der Sozialdemokraten, die in Partei und Staat (Weimarer Republik und BRD) Funktionstraäger waren – zu Dank verpflichtet. Ein Nachschlagwerk, für alle, die sich mit der Geschichte der SPD auseinandersetzen wollen.

1. Der Satz, der dies ausdrücken soll, ist merkwürdig mißraten. (Seite 85). Auf Seite 88 ist der Ort, in dem Kurt Schumacher auf einer Konferenz am 5. Oktober 1945 sprach, nicht Wenningen, sondern Wennigsen, auch wurde eine „Flüchtlingsbetreuungsstelle Ostder SPD 1946 nicht in der Jakobstrasse in Hannover eingerichtet, sondern in der Jakobistrasse.

Tanzverbot am Karfreitag – die feudale Reaktion offenbart ihre Menschenverachtung

7. April 2012

„Die Religion ist entstanden zu einer sehr waldursprünglichen Zeit aus mißverständlichen, waldursprünglichen Vorstellungen der Menschen über ihre eigne und die sie umgebende äußere Natur“. (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin,1975,303).

Lenin lehrte uns, dass die Religion eine Art geistiger Fusel ist, mit dem der Sklave sein Sklavendasein betäuben soll. Dass Religion Volksverdummung ist, ist hinlänglich bekannt, aber zur Überwindung der Volksverdummung ist gerade der Zusammenhang mit dem Sklavendasein ausschlaggebend. Beleuchten wir daher am uns naheliegenden Beispiel der christlich europäischen Religion die Aussage Lenins.

Die christliche Volksverdummung stand im Mittelalter in ihrer Hochblüte und reichte über die ganze Zeit des Feudalismus bis zur französischen Revolution. Für die feudalen Grundherren war die religiös betriebene Volksverdummung unbedingt notwendig, denn sie übten als Wenige die Macht über die große Mehrheit aus und ihre Pfaffen mußten das Gift der Untertanenmentalität verabreichen: die große Mehrheit mußte verinnerlichen, dass das Pfaffenpack und die Grundherren hochwürdig seien. Die katholische und auch die evangelische Kirche waren die Dominas, die die feudale Gesellschaft ideologisch zusammenhielten. Nach Machiavelli sollte die Religion machttechnisch eingeschaltet werden, um die Staaten durch Gottesfurcht in Eintracht zu halten. Um die Völker in einer Zucht der Einheit zu halten diente die Religion abgrenzend nach außen und integrierend nach innen. In den „Discorsi“ schrieb Machiavelli, dass die Reiche ohne Gottesfurcht und einen Machthaber zerfallen. Folgerichtig verweigerte der vom Papst gelenkte König Ludwig XVI. während der französischen Revolution seine Unterschrift unter die Erklärung der Menschenrechte. Rousseau gibt das politische Weltbild der Feudalen richtig wieder: die Menschen werden in Viehherden aufgeteilt und die Hirten stehen von Natur aus höher als ihre Herde. Besteht diese Herde aus Tieren, dann sind sie Menschen, besteht sie aus Menschen, dann sind sie Götter. 1.

Die bürgerliche Aufklärung unterstellte allen Menschen eine ihnen unbedingt zukommende Rationalität, sie wies dem religiösen Glauben einen sich ständig selbst belügenden Ausnahmezustand nach. Nach christlichem Selbstverständnis war der Mensch irrtumsbeladen, aber sein Glaube an ein obskures Wesen sollte die große Ausnahme davon sein, die Protestanten sangen beschwörend: eine feste Burg ist unser Gott. Sie hielt der Aufklärung nicht stand: Es war eine kurze logische Schlußfolgerung, dass der gläubige Mensch irrational, ja schizophren war. In der Kommune Florenz trieb der finstere durch und durch asketische Dominikanermönch Girolamo Savonarola es 1494 in seinen Predigten so weit, dass er der unaufgeklärten Gemeinde vorgaukelte, mit Gott selbst gesprochen zu haben, dieser habe ihm aufgetragen, für die Einheit der Kommune zu sorgen. In seinen großangelegten Kampagnen gegen Sittenverfall und Eitelkeit wurden Bücher und Bilder, Schmuck, Kostüme, Perücken; Karnevalsmasken und Toilettenartikel zu Scheiterhaufen aufgetürmt und in Brand gesteckt. Dass besonders die Frauen ihren Körper bis auf das Gesicht in der Öffentlichkeit unter Kleidung zu verbergen hatten – darüber wachte eine Kinderpolizei, deren Anzeigen gefährlich werden konnten. Das Tanzen war verboten. Die bürgerliche Aufklärung sah es als ihre Aufgabe an, diesen Spuk zu vertreiben.In Deutschland vollendete sie Feuerbach: „Unser Ideal ist kein kastriertes , entleibtes, abgezogenes Wesen, unser Ideal sei der ganze, wirkliche, allseitige, vollkommene, ausgebildete Mensch“. 2. Die christliche Sekte widersetzte sich der Aufklärung, dem Licht der Wissenschaft daher fanatisch, denn in der Tat war das Licht der Wissenschaft und der Aufklärung tödlich für sie. 3. Die Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft ist nun aber so verlaufen, dass sich an die Stelle der Feudalaristokratie eine neue Geldaristokratie setzte, die natürlich die letzten Konsequenzen aus der Aufklärung nicht mehr ziehen durfte, die weiter auf religiösen Fusel zur Volksverdummung angewiesen war. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Europa dank der bürgerlichen Aufklärung fortgeschritten war, heute ist es fortgeschritten trotz seiner Bourgeoisie, die „aus Furcht vor dem wachsenden und erstarkenden Proletariat alles Rückständige, Absterbende, Mitelalterliche unterstützt. Die untergehende Bourgeoisie verbindet sich mit allen überlebten Kräften, um die ins Wanken geratene Lohnsklaverei zu erhalten“. 4. Galt es vor der bürgerlichen Revolution, die leibeigenen Bauern in Zucht zu halten, so nach ihr die Lohnsklaven. Die Bourgeoisie fürchtet ihre Aufklärung und ihre Organisierung. Dagegen dient der religiöse Fusel als ideologische Waffe. Damit die Reichen in ihren Reichtümern ungestört schwelgen können, mußte die Religion die Konsumwünsche der auf ein Existenzminimum zu haltenden Sklaven buchstäblich in den Schmutz ziehen, orale, anale und genitale Bedürfnisse galten als schmutzig und so kommt es , dass noch heute ein Niedersächsisches Feiertagsgesetz 5. gilt, das Tanzen und lustiges Musizieren (als Ausdruck von Lebensfreude) von Gründonnerstag bis Ostersonntag Null Uhr unter Strafe stellt. Die Lehre von der ewigen Glückseligkeit dient nur dazu, um, wie Wilhelm Weitling es formulierte, das Volk „um die zeitliche Glückseligkeit zu betrügen.“ 6.

Es ist aus der Kulturgeschichte bekannt, wie die christliche Verteufelung der Sexualität zustande kam. Der Kirchenvater Augustinus bekennt in seiner Autobiografie, dass er im Jahr 386 in einem Mailänder Garten göttliche, immer nur das eine wiederholende Knabenstimmen gehört habe: Nimm und lies (Tolle lege). Er ging ins Haus und schlug die Paulusbriefe auf: „…zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht zur Erregung eurer Lüste.“ Danach pflegte Augustinus keinen Beischlaf mehr, sondern begann fieberhaft schreibend mit der inhumanen Verteufelung der Sexualität. So hat die Ausgeburt des Fieberwahns eines gesisteskranken Klerikers Millionen und Abermillionen Menschen Jahrhunderte lang bis heute sexuell verkrüppelt. Erste Aufklärung über die Ursachen des religiösen Fusels brachte selbstredend die Renaissance, als sie anfing, sich auf den antiken Atheismus zu besinnen. In ihr erfolgte die erste Rehabilitierung des von der Reaktion schon immer verteufelten antiken Philosophen und Hedonisten Epikur, der gegen den antiken Aberglauben und gegen die Lehre von der Unsterblichkeit gekämpft hatte. Horaz bekannte sich noch – die religiöse Reaktion provozierend -, als „Epicuri de grege porcus“, als „Schweinchen aus der Herde Epikurs“. Aber die platonische Leibfeindlichkeit bereitete die des Christentums vor. Dessen Kirchenväter stilisierten den lebensbejahenden und lebensfrohen Epikurismus zur Gegenposition schlechthin. Der Prediger des Asketismus, Augustinus, log die europäische Christenheit an, Epikur hätte einen zerrütteten Lebenswandel geführt. Das Christentum spricht Epikur das Menschsein ab und wirft ihn zu den Tieren 7. , Dante in seiner Göttlichen Komödie in die Hölle. 1619 wurde der Philosoph Vanini, der sich auf Epikur berief, in Toulouse als Ketzer verbrannt. 8. Diese christliche Lebensfeindlichkeit steckte der Menschheit eineinhalb Jahrtausende im Nacken. Sie hat sich bis heute nicht davon befreit. Hegel beteiligt sich an diesem Treiben gegen Epikur, bei diesem Denker falle alles auseinander, alles setze er auf den gemeinen Menschenverstand herunter. Es ist kein Zufall, dass Karl Marx Epikur  „den einzigen Heiligen im Kalender der Philosophen“ nennt.

Am Karfreitag startete um 18 Uhr in Hannover eine Demonstration gegen das Tanzverbot  vor Ostern am Schillerdenkmal, die bis zur Marktkirche ging, vor der das Denkmal einer der größten Übeltäter in der deutschen Geschichte steht: Martin Luther, der alle Deutschen in Mönche verwandelt hatte. 9. Friedrich der Große hatte ganz Recht, als er sagte, von allen Jesuiten seien ihm die protestantischen die übelsten. Den Leitspruch Friedrichs: Jeder solle nach seiner Facon selig werden, teilt die kirchenpolitische Sprecherin der CDU Landtagsfraktion Dorothee Prüssner nicht, sie äußerte im Vorfeld der Demo, dass die Karfreitagsruhe absolut zeitgemäß und eine Möglichkeit sei, innezuhalten und den Müßiggang zu lernen. Wohl so, wie ihn in Feudalzeiten die asozialen Grundherren gelernt hatten und wie die Waldfee Prüssner ihn während ihrer Parlaments“tätigkeit“ lernt. (Wenn diese mittelalterlichen Kreaturen und Jammergestalten innehalten, dann nur, um nachzusinnen, wie man den Lohnsklaven besser ausbeuten kann). Vor und während der Demo unterband die Polizei jeden Ansatz tänzerischer Bewegungen, auch wenn er lautlos über MP3 Player erfolgte. Zur Demo waren cirka 200 größtenteils junge Teilnehmer gekommen, aufgerufen hatten die „Grüne Jugend“, die Jusos, die Jungliberalen, die Piraten und die Giordano Bruno Stiftung, die das Transparent hochhielt: „Gott ist Spekulation Menschen sind real Auf uns kommt es an“. (Der Philosoph Bruno wurde ebenfalls von der Inquisition zum Feuertod verurteilt). Es gab auch eine Gegendemo von der Partei „Die Hannoveraner“, an der acht Personen teilnahmen. Die Disco- und Clubbetreiber wollten sich ebenfalls an der Demo beteiligen, sie überließen dann aber die Straßenarbeit getrost den jungen Leuten. Menschen des Establishments, die nur Euros kassieren wollen,  auf der Straße…wo kämen wir denn dahin ?

1. Vergleiche Jean Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag, Reclam Verlag Stuttgart, 1961,7

2. Ludwig Feuerbach, Vorlesungen über das Wesen der Religion, in: Lenin, Konspekt zu Feuerbachs „Vorlesungen über das Wesen der Religion“, Werke Band 38, Dietz Verlag Berlin, 1958,53f. Desgleichen auch der wichtige Hinweis von Feuerbach, dass der Geschlechtssinn bei der Lehre von den Sinnen gewöhnlich außer Acht gelassen wird, „der auch theoretisch von höchster Wichtigkeit ist“. (Ludwig Feuerbach, Darstellung, Entwicklung und Kritik der Leibnizschen Philosophie,in:a.a.O.,73)

3. Der Idealist Hegel versuchte Glauben und Wissen zu versöhnen, der Idealist Leibniz Religion und Politik. Beiden Idealisten ist gemeinsam, dass sie zum Weltlauf eine nur passive Position einnehmen, für Hegel bleibt dem Philosophen bloß das bloße Zusehen, für Leibniz ist die Monade nur „Zuschauer des Welttheaters“. ( Lenin, Konspekt zu Feuerbachs „Darstellung, Entwicklung und Kritik der Leibnizschen Philosophie, Werke Band 38, Dietz Verlag Berlin, 1958,69).

4. Lenin, Das rückständige Europa und das fortgeschrittene Asien (Prawda Artikel vom 18. Mai 1913), Werke Band 19, Dietz Verlag Berlin 1957,82.

5. Das Niedersächsische Feiertagsgesetz von 1969 verbietet öffentliche Tanzveranstaltungen in der Karwoche von Donnerstag 5 Uhr morgens bis Ostersonntag Null Uhr. Außerdem sind am Karfreitag öffentliche Sportveranstaltungen verboten. Erlaubt sind öffentliche Veranstaltungen nur, wenn sie der geistig-seelischen Erhebung oder einem höheren Interesse der Kunst, der Wissenschaft oder Volksbildung dienen. Auf den ernsten Charakter des Tages muß Rücksicht genommen werden. „Geistig seelische Erhebung“ – da liegt der Osterhase im Pfeffer. Es liegt im höheren Interesse der Wissenschaft, festzuhaltem, dass die Rehablitierung Epikurs in der Renaissance eine „Renaissance des Fleisches“ (Heinrich Heine) beinhaltete. Um so bedauerlicher muss festgestellt werden, dass der Papstbesuch auf Kuba erste faule Früchte trägt, zum ersten Mal seit der Gründung der sozialistischen Repubik im Jahre 1959 war der Karfreitag, wie die Parteizeitung Granma schrieb, „zu Ehren Ihrer Heiligkeit“ wieder ein Feiertag und die zentrale Messe in der Kathedrale von Havanna wurde aus der Hauptstadt sogar im Fernsehen übertragen. Seit 1961 waren Übertragungen religiöser Feiern im Radio und im Fernsehen verboten. Es war ein großer Fehler, dieses perverse mittelalterliche Dreckspack überhaupt auf die Insel zu lassen. Nur Volksfeinde/feindinnen und mittelalterliche Dunkelmänner/frauen, die nicht die intellektuelle Kraft haben, sich von Vorurteilen frei zu machen und sich wissenschftlich zu entwickeln,suchen die Nähe des Papstes, nur Volksfeinde/feindinnen faseln von den „Ehren ihrer Heiligkeit“.  Wer den Papst heilig spricht, der kann ebensogut Bordellwirte zu Aposteln der Tugend und Enthaltsamkeit ausrufen. Hatten nicht Marx und Engels das Papsttum zu den ALTEN  Mächten Europas gezählt ? Natürlich ! Mit diesem Gedanken beginnt das Manifest der Kommunistischen Partei: der Papst ist mitbeteiligt an der heiligen Hetzjagd gegen das Gespenst des Kommunismus. Das sind mir feine Redakteure einer kommunistischen Parteizeitung, denen nicht einmal der Anfang des Manifestes der Kommunistischen Partei präsent ist.

6. Wilhelm Weitling, Die junge Generation, 1842, Nr. 9,146

7. Eine Animalisierung des Feindes scheint das letzte Zufluchtsmittel der geistig-seelischen Erhabenen zu sein. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass die Pilgrim Fathers, eine erzreaktionäre Sekte, die in England nicht gelitten war, mit dem christlichen Genozid an den indianischen Ureinwohner begann, sobald sie Land betreten hatte , die nach den Worten Voltaires nur gekommen war, um Amerika zu verwüsten. ? (Vergleiche Voltaire, Briefe des Herrn de Voltaire die Engländer und anderes betreffend, Eulenspiegel Verlag Berlin, o.J.,20). Noch heute leidet die ganze fortschrittliche Menschheit unter der primitiven Barbarei der Nachkommen dieser Pilgrim Fathers, die von Washington aus die ganze Menschheit terrorisieren. Zum christlichen Wahn ist bei diesen Barbaren noch der jüdische Dollarwahn hinzugekommen: „Ja, die praktische Herrschaft des Judentums über die christliche Welt hat in Nordamerika den unzweideutigen, normalen Ausdruck erreicht, dass die Verkündigung des Evangeliums selbst, dass das christliche Lehramt zu einem Handelsartikel geworden ist, und der bankerotte Kaufmann im Evangelium macht wie der reichgewordene Evangelist in Geschäftchen“. (Karl Marx, Zur Judenfrage, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin,1957,373). Der Geldwahn der Juden ist ebenfalls die Quelle der genoziden Bedrohung der arabischen Völker, die vom Judenstaat ausgeht. Die revolutionären Arbeiter und Bauern und und alle fortschrittlichen Menschen in beiden Ländern müssen „ihre“ reaktionären, auch theologischen Eliten vernichten.

8. Vergleiche Jochen Schmidt, Für und wider die Lust: Epikur und Antiepikurismus von der Antike bis zur Moderne. Mit einem Versuch über Hieronymus Boschs „Garten der Lüste“, in: Jochen Schmidt (Herausgeber): Aufklärung und Gegenaufklärung in der europäischen Literatur, Philosophie und Politik von der Antike bis zur Gegenwart, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt,1989,213. Es war der Materialist Gassendi, der gegen die philosophische Tradition den Materialismus Epikurs wiederherstellte.

9. Vergleiche Karl Marx, Kritik der hegelschen Rechtsphilosophie/Einleitung, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960,386