Konstantin Brandt Das kleine Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie Buchbesprechung

Ein überfälligs Buch – ein nützliches Buch. Konstantin Brandt, auch Koautor des Buches „Stopp Nato 60 Jahre Nato – 60 Jahre Bedrohung des Friedens“ (zusammen mit Rainer Rupp und Karl Rehbaum) hat mit dem 156 Seiten dicken oder, wenn man will, dünnen „Kleinen  Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie“ eine 1913 beginnende und 2011 endende  Chronologie einer politischen Partei vorgelegt, die sich im Laufe dieser Zeit als kriminelle faschistische Vereinigung erwies. Revolutionäre haben diese Radieschen Partei (außen rot – innen weiß“gardistisch“, wie  sie Kurt Tucholsky in seinem Poem „Feldfrüchte“ “ bewitzelte“ ) schon längst gebührend „gewürdigt“. Für Gustav Landauer gab es in der ganzen Natur kein ekelhafteres Tier als die Sozialdemokratie, Rosa Luxemburg nannte sie einen stinkenden Leichnam und Josef Stalin schätzte sie als gemäßigten Flügel des Faschismus ein. Die von Brandt zusammengestellte Chronologie bestätigt auf fast jeder Seite diese Urteile. Und auch der Volksmund sagt es ganz richtig: die SPD ist der Arzt am Krankenbett des Kapitalismus. Der Volksmund gibt in seinen Worten Gedanken von Marx und Engels wieder, die diese in ihrem Rundschreiben an Bebel, Bracke und andere am 17. und 18. September 1879 mitteilten: „Die sozialdemokratische Partei soll keine Arbeiterpartei  sein, sie soll nicht den Hass der Bourgeoisie  oder überhaupt jemandes auf sich laden, sie soll vor allem  unter der Bourgeoisie energische Propaganda machen, statt auf weitergehende , die Bourgeoisie abschreckende  und doch in unsrer Generation unerreichbare Ziele Gewicht zu legen, sie soll lieber ihre ganze Kraft  und Energie auf diejenigen kleinbürgerlichen Flickreformen verwenden, die der alten Gesellschaftsordnung neue Stützen verleihen und dadurch die endliche Katastrophe vielleicht in einer allmählichen, stückweisen und möglichst friedfertigen Auflösungsprozess verwandeln könnten“. (MEW 34,406f.) Professor Dieckmann hat in seiner Rede am 24. September 2011 in Rostock auf dieses Rundschreiben hingewiesen, das den Kern des Rechtsopportunismus enthält.

Sie ist dies deshalb,  weil sie als primär arbeiteraristokratische und kleinbürgerliche Partei auf die soziale Revolution Verzicht leistet. Das Kleinbürgertum schwankt zwischen Bürgertum und Proletariat und sucht nicht den Weg der Diktatur des Proletariats, sondern einen dritten Weg zwischen dem ständigen Ringen von Lohnarbeit und Kapital, zwischen der Polarisation der bürgerlichen Gesellschaft und erliegt dieser sich in ihrer Spätphase befindlichen ständig, kippt ständig bündnisbesessen zur Reaktion um. Die Theorie des dritten Weges wurde bereits im Juni 1919 auf dem Weimarer Parteitag konzipiert, im September 1925 auf dem Heidelberger Parteitag in einer Phase  sich anbahnender Stabilisierung der Weimarer Republik weiterentwickelt und gipfelte in der Theorie des allmählichen Hineinwachsens in den Sozialismus, die auf dem Kieler Parteitag 1927 präsentiert wurde, „wo die rechten Führer der SPD die Möglichkeit einer fortschreitenden Umwandlung der kapitalistischen in die sozialistische Wirtschaftsorganisation im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung mit Hilfe des Staates und mit Mitteln  der `Demokratie´ konstatierten“. (Seite 56). In den 50er Jahren wurde dieses „Meisterwerk“ der Vollendung zugeführt: 1952 wurde auf dem Dortmunder Parteitag diese Theorie in einem Aktionsprogramm zeitgemäß angepasst, bis das berüchtigte Godesberger Programm 1959 den krönenden Abschluß dieser revisionistischen Entartung zeitigte: in ihm ist kein Gramm Marxismus mehr. 1967 trat dann Wirtschaftsminister Karl Schiller mit der famosen Idee einer Konzertierten Aktion an. Die faule Theorie des dritten Weges bringt als feines Früchtchen ebenso die faule Totalitarismustheorie zutage. Diese wurde schon von Otto Wels 1931 vorgetragen, als er auf dem Leipziger Parteitag die kommunistischfaschistische Bruderschaft erfand und verkündete. Willy Brandt belebte sie für die SPD 1974 wieder, nachdem er bereits zwei Jahre zuvor die Politik der Berufsverbote  initiiert hatte. In seinen Altersjahren bezeichnete er die Berufsverbote als großen Fehler, ob es bei ihm allerdings zu der Erkenntnis gereicht hat, dass der Faschismus die Weltherrschaft, der Kommunmismus die Welt ohne Herrschaft intendiert, ist sehr zu bezweifeln. Womit haben fortschrittliche Menschen in Deutschland, dem Land von Marx und Engels, diese faschistische Geißel verdient ? Aus der unentwickelten Form des Klassenkampfes, aus dem kleinbürgerlich spießigen Brei, der sich in Deutschland über alles legt, aus der Tatsache, dass Deutschland das klassische Land der Konterrevolution ist. Es ist ein Paradoxon der Neuzeit, daß das Land, in dem Marx und Engels geboren wurden, zugleich das Land war und ist, dessen Feinde des Kommunismus seinen Weltsieg verhinderten. Auch hier scheint sich eins in zwei zu teilen.

Landläufig wird der 4. August 1914, der Tag der Entscheidung über die Bewilligung der Kriegskredite als das Datum genannt, an dem die opportunistische Eiterbeule SPD zum Platzen kam, und zwar vor aller Welt. Lenin hatte die Zeitungsmeldung über die sozialdemokratische Bewilligung für eine Falschmeldung imperialistischer Geheimdienste gehalten. Aber Brandt beginnt interessanterweise mit dem Jahr 1913, denn bereits am 20. Juni dieses Jahres bewilligte die SPD die Besitzsteuervorlage zur finanziellen Deckung der Rüstungskosten des deutschen Imperialismus. August Bebel, der bereits auf dem Erfurter Parteitag im Oktober 1891 die Partei frühwarnte, dass es in ihr viele Nationalliberale gäbe, mußte das leider noch miterleben, er starb am 13. August 1913. Der Opportunismus ist in der Phase eines relativ friedlichen Kapitalismus herangereift und brach dann 1913/14 offen zutage. Dreizehn Monate nach der Bewilligung stand im Vorwärts, daß die vaterlandslosen Gesellen ihre Pflicht erfüllen und sich darin von den Patrioten in keiner Weise übertreffen lassen werden. Vergessen waren die Worte von Marx und Engels, daß die Proletarier kein Vaterland haben. Sie wurden ersetzt durch die Worte des Parteivorsitzenden Hugo Haase: wir werden das eigene Vaterland in der Stunde der Gefahr nicht im Stich lassen. Zunächst fälschten die Gesellen den imperialistischen Charakter des Krieges, sie münzten ihn in einen Verteidigungskrieg gegen Russland um und führten für den Sieg des deutschen Imperialismus die Arbeiter und Bauern in den Tod auf den europäischen Schlachtfeldern.“Meinem Lande geschieht Unrecht, alles andere geht mich nichts an – darauf läuft eine solche Argumentation hinaus, darin liegt ihre kleinbürgerlich nationalistische Beschränktheit“. (Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin, 1959,286). Dabei hatte schon die Revolution von 1905 aller Welt gezeigt, wie gebrechlich der Zarismus war, wie verfault – er konnte die konterrevolutionäre Rolle eines Gendarmen Europas gar nicht mehr spielen. Es war ein Falschspiel der SPD, den Krieg gegen ihn als fortschrittlich auszugeben. Es war der Revisionist Eduard Bernstein, der nach dem Krieg den „Vorwärts“ zu Recht kritisierte, dass er es vermied, in der Kriegsschuldfrage eindeutig Stellung gegen die ehemalige kaiserliche Regierung zu beziehen. Also selbst nach dem verlorenen Krieg bemühte sich diese Partei, die kaiserlich imperialistische Raubpolitik zu beschönigen und Bernstein stellte  fest, dass die SPD damit die demokratische Revolution rücklings teilweise deligimitierte.

Diese konterrevolutionäre Physiognomie der SPD nahm dann nach dem verheerenden Weltkrieg durch Gustav Noske  eine unauslöschliche Kontur an, der sich vor der deutschen Konterrevolution als ihr Bluthund gegen revolutionäre Arbeiter, Bauern und Matrosen, als Bluthund gegen fortschrittliche Menschen prostituierte. Die Clique um den Monarchisten Friedrich Ebert unternahm alles Erdenkliche, um das Aufkommen einer sozialistischen Republik zu verhindern, bis hin zur Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Brandt will vor allem herausstreichen, dass die Geschichte der SPD sich durch zwei Konstanten „auszeichnet“: durch aggressiven Antikommunismus und durch die Rolle als Kriegspartei. Konkreter ist sie aber eine BÜRGERKRIEGSPARTEI, denn die aggressive Vernichtung alles Lebendigen und der Schutz von allem, was abgestorben ist in Deutschland, ist bis heute das primäre Ziel dieser faschistischen Bluthunde. Brandt stellt immer nur die rechten Führer der SPD an den Pranger – sind denn die linken besser ? Nehmen wir nur das Beispiel der politischen Polizei der Weimarer Republik, die oft von für links gehaltene Beamten der SPD geleitet wurde, die ein ganzes Heer antikommunistischer Spitzel dirigierte. Tief demoralisierte lumpenproletarische Subjekte, die sich unter die Kommunarden schlichen und aus einem Geheimfonds für ihre schmutzige Tätigkeit entlohnt wurden: Agents provocateurs, gefälschte Dokumente den Kommunarden unterschieben, Falschmeldungen in Umlauf bringen, je schmutziger, desto besser. Der Gestapo wurde vorausgearbeitet, denn durch die politische Polizei Preußens bekam die faschistische Polizei im Februar und März 1933 eine fast vollständige Liste der kommunistischen Funktionäre. Die Folgen sind bakannt, die wertvollsten Menschen Deutschlands wurden getötet, die KPD verlor in den Folterhöllen der Nazis in zwölf Jahren fünfzig Prozent ihres Mitgliederbestandes.

Dass die SPD eine Agentur der Bourgeoisie in den Reihen des Proletariats ist, das wird von der Chronologie in einer Eindeutigkeit untermauert, die auch den letzten Zweifler verstummen läßt. Ja, sie trieb es noch ärger: Bereits in seiner am 29. Juni 1891 an Kautsky gesandten  Kritik des Erfurter Programms  wies Friedrich Engels darauf hin, dass eine opportunistische Strömung in der Partei sich als „Schirmer des Absolutismus“ erweist. Durch den Volksfeind par excellence Friedrich Ebert, der monarchistischen Neigungen anhing, verstärkte sich diese reaktionäre Brut noch mehr und als 1926 monarchistische Hohenzollernkreise die Forderung nach Entschädigung in Höhe von 2,6 Milliarden Mark  stellte, kam ihnen die SPD entgegen, die KPD wies die fürstlichen Forderungen zurück. Als besonders ekelhaft muß das Verhalten der SPD im Jahr 1928 vermerkt werden. Im Wahlkampf wurden die Wähler mit der Parole: „Für Kinderspeisung – gegen Panzerkreuzerbau“ geködert. Der Hunger der Kinder des Volkes allerdings scherte dieser Partei einen Dreck, statt Milch für die Kinder wurden dem deutschen Volk fünf Hundert Millionen Reichsmark für den Panzerkreuzerbau entzogen. 1897 hatte die SPD, also vor ihrer revisionistischen Entartung, noch gegen die wilhelminische Flottenrüstung gekämpft. Oder, um ein weiteres Beispiel anzuführen, kann das Verhalten der Berliner SPD Führung 1929 anders als faschistisch bezeichnet werden, die sich der Aufhebung des seit dem 13. Dezember 1928 bestehenden Demonstrationsverbots für den 1. Mai in allen deutschenGroßstädte widersetzte, übrigens als einzige Metropole, um einen Mordplan gegen  kommunistische 1. Mai Demonstranten zu realisieren ? Brandt legt eindrucksvoll dar, dass es sich um ein bewußt herbeigeführtes  Polizeimassaker mit 32 Toten unter Anleitung des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Karl Zörgiebel handelte, ein Vorgang, der in seiner Widernatürlichkeit einzigartig in der Weltgeschichte, nicht nur in der Geschichte der Arbeiterbewegung dasteht. In der Sitzung des Preußischen Landtages stellte die KPD am 13. Mai einen Antrag zur blutigen Maidemo, der mit den Worten endete:“…die erschossenen Arbeiter sind Blutzeugen gegen sozialdemokratische Führer.“ Karl Schulz von der KPD sagte dem preußischen Innenminister Grzesinski, selbstverständlich ein Sozialdemokrat, mitten ins sozialdemokratische Gesicht, dass dies Mord war,bewußter planvoller Mord – ihm wurde das Wort genommen. Dafür textete Erich Weinert im Lied „Der Rote Wedding“ (vertont von Hanns Eisler): „Drohend stehen die Faschisten drüben am Horizont !“  Die SPD Führung arbeitete der nationalsozialistischen Machtergreifung entgegen, oder, um es ganz unmißverständlich auszudrücken – sie arbeitete ihr direkt zu. 1931 versicherten Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion: Otto Wels, Rudolf Breitscheid, Rudolf Hilferding und Paul Hertz Reichskanzler Brüning, daß die Sozialdemokraten gegen diktatorische Vollmachten keine Bedenken hätten. Der Reichstag trat immer seltener zusammen. Am Ende stand die 12jährige faschistische  Versklavung des deutschen Volkes und die Inhaftierung vieler Sozialdemokraten in faschistische Arbeits- und Konzentrationslager. Erst hier wird beileibe nicht allen Sozialdemokraten aufgegangen sein, wozu aggressiver Antikommunismus (Breitscheid lehnte noch am 31. Januar 1933 eine Einheitsfront mit Kommunisten ab, Bemühungen der KPD, eine Hitlerminderheitsregierung parlamentarisch zu verhindern, wurden vereitelt), Notverordnungen und der sogenannte Dritte Weg geführt haben. Die Verräter der Arbeiterklasse, die Führer der deutschen Sozialdemokratie, ebneten durch ihre Paktiererpolitik dem Faschismus den Weg. (Vergleiche: Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) Kurzer Lehrgang, Verlag der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin 1946, 365). Brandt hätte noch untersuchen sollen, wie es kam, dass Helmut Schmidt bei den von Freisler diktierten Schauprozessen gegen die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 auf die Zuschauerbänke im preußischen Kammergericht geraten konnte, auf denen nur handverlesene Hardcorenazis kamen ? Und der sozialdemokratisch ausgerichtete Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund rief zum 1. Mai 1933 zur Beteiligung an der Nazimaidemonstration der neuen Herrenmenschen auf und lernte diese schon am nächsten Tag kennen, bekam sie zu spüren: er wurde am 2. Mai zusammen mit anderen freien Gewerkschaften verboten. Auch eine Quittung dafür, daß die Gewerkschaften schon vor dem ersten Weltkrieg, in der Erklärung vom 2. August 1914, auf Streiks und Lohnforderungen während der Kriegszeit zu verzichten versprachen.

Nach 1945 konnte die SPD im Westen Deutschlands ihr faschistisches Unwesen weitertreiben, Brandts These von der antifaschistischen Bekehrung der überwältiegenden Mehrheit der Sozialdemokraten 1. in den Konzentrationslagern ist in Zweifel zu ziehen, er sagt selbst, dass im Gegensatz zur wohlwollenden Integration ehemaliger Faschisten die Kommunisten MIT HILFE DER SPD aus dem politischen Geschehen vertrieben wurden (Seite 93). Es war die SPD als Partei, nicht nur die rechten Führer, die Enteignung der Betriebe und die Abrechnung mit den Nazis nach 1945 verhinderte, die ihre Tore zum Untertauchen von Nazis weit öffnete. Es waren jetzt Nazis ohne Uniform. Nur fünf Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges führte Kurt Schumacher in einer Wehrdebatte des deutschen Bundestages aus, dass eine Entscheidung zur Niederringung der Sowjetunion weit östlicher von den ehemaligen Grenzen des Deutschen Reiches von 1937 fallen müsste. Die Nazigenerale in der Bundeswehr mögen diese Rede mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben. Ein Jahr später empfing Schuhmacher zwei ehemalige führende Angehörige der Waffen SS zu einem Informationsgespräch. Ein anderer Sozialdemokrat, der Regierende Bürgermeister von Westberlin, Ernst Reuter, ein Verräter der Arbeiterbewegung, der in der Weimarer Republik als „Genosse Friesland“ Mitglied der KPD, von August bis Dezember 1921 sogar ihr Generalsekretär war,  sprach von „seiner“ Stadt als der billigsten Atombombe. Eine größere Menschenverachtung hat wohl noch nie ein Bürgermeister gegenüber „seinerStadt an den Tag gelegt, aber auch Willy Brandt war nach Konstantin Brandt 1961 nach dem Mauerbau bereit, einen dritten (sicherlich atomaren) Weltkrieg wegen Berlin zu riskieren, derselbe Willy Brandt, der der Tochter des faschistischen Schwerverbrechers Albert Speer am Tag der Haftentlassung ihres Vaters aus dem Gefängnis Spandau einen Blumenstrauß schickte. Für fortschrittliche Menschen hatte er weniger übrig, über sie verhängte er als Hauptverantwortlicher 1972 die berüchtigten Berufsverbote. Der braune Pestgestank haftet dieser Partei nachhaltig an, zu riechen auch 1968, als nur 53 Abgeordnete der SPD gegen die Notstandsverfassung votierten, aus der Weimarer Vorbereitung einer faschistischen Machtergreifung  nichts gelernt hatten.

Das nach dem Sozialdemokraten Peter Hartz benannte Gesetz Hartz IV stellt endlich den Tiefpunkt des politischen und moralischen Abstiegs der SPD in sozialer Hinsicht dar. Die Partei war einst zur Befreiung der Lohnsklaven vom Kapitalismus gebildet worden. Mit diesem humanen Endziel angetreten, fungiert sie heute als Handlanger der Sklavenhalter.  Und zu der heutigen Rettung von bankrotten Großbanken von Staats- und Steuergroschen wegen gibt es einen Vorläufer: Die Chronik weist schon 1929 ein kriecherisches Verhalten auf: im Jahr der großen Wirtschaftskrise subventionierte die Reichsregierung unter Hermann Müller bankrotte Großbanken und Konzerne. Müller gehörte welcher Partei an ? Man rate !

Die Schlußfolgerung, die Konstantin Brandt aus seiner Chronik zieht, die SPD sei für die Linke nicht koalitionsfähig, sich dabei auf Marx und Engels berufend, dass sie nicht zusammengehen können mit Leuten, die den Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat aus der Geschichte streichen wollen (MEW 34,406f.), ist dann in ihrer Pauschalität doch zu zahm. Er hat -überzeugend aufgelistet-  den Nachweis geführt, dass für ihn zumindest die rechten Führer der SPD zumindest gemäßigte Faschisten sind. Dann darf man mit diesen nicht nur keine Bündnisse suchen und eingehen, sondern sich an die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse erinnern. Proletarische Revolutionsgerichte  müssen heute diesen perversen sozialdemokratischen Dreck  ebenfalls zum Tode verurteilen und wie damals die Asche der toten Nazibonzen in die Isar bei München verstreut wurde, so darf es auch heute von toten sozialdemokratischen Elitekonterrevolutionären keine  Grabsteine geben. Die fortschrittliche Menschheit darf sich damit nicht länger belasten. Das Schlußwort des Kleinen Schwarzbuches der deutschen Sozialdemokratie kann daher nur lauten: Tod der sozialdemokratischfaschistischen  Führungsclique. Die Liquidierung der SPD als Gesamtpartei ist der politische Dreh- und Angelpunkt der proletarischen Revolution in Deutschland. Man muss sich schon ernsthaft Gedanken über die Tiefe des sozialistischen und humanistischen Bewußtseins bei Linken machen, wenn sie eine braune Partei, die durch ihren Verrat die faschistischen Konzentrationslager erst ermöglichte, immer noch allerliebst mit zarten rosaroten Samthandschuhen anpackt. Man steht ehrfurchtsvoll stramm vor dieser Verräterpartei, wenn man nur von der Schuld der rechten Führer spricht, was einer Reinwaschung gleichkommt und aus braun doch noch irgendwie ein Rot machen will zur Täuschung der Massen. Ja, eine ganze politische Partei kann des Verrats bezichtigt werden, wenn man bedenkt, dass Lenin sogar vom Verrat des ganzen deutschen Proletariats an der russischen und internationalen Revolution spricht, als es Finnland, die Ukraine, Lettland und Estland würgte. Die Anklage richtet sich zwar primär nicht gegen die Masse, die immer geduckt und getreten ist, aber eindeutig gegen die Führer der Partei, die die in der unterdrückten Klasse stets glimmenden  revolutionären Instinkten zuwiderhandelten. (Vergleiche Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin,1959,291f.). Eine pauschale Heroisierung der Arbeiterklasse ist völlig unangebracht, denn während der Pariser Kommune ging ein Teil dieser Klasse mit den weißgardistischen Versaillern. In den am wenigsten entwickelten Massen wird sich immer ein Teil sowohl der Arbeiter als auch der Bauern bereit finden, der konterrevolutionären Fahne zu folgen. Es sind die politisch rückständigen Arbeiter und Bauern, die die SPD bilden.

Fazit: Die von Brandt chronologisch skizzierte Thematik ist für die Arbeiterbewegung  von zentraler Schwergewichtigkeit. Eine schubladenförmig angelegte Chronik muss ständig die historischen Zusammenhänge und komplexen, untereinander verbundenen  Entwicklungslinien unterbrechen. Es ist deshalb ungeschickt, die Chronik auch immer wieder durch Einschieben von Liedtexten, die thematisch nicht stringent sind,  zu zerreißen, da es für den Leser und der Leserin vor allem darauf ankommt, die nichtlinear verlaufende Kontinuität der revisionistischen Entartung und des revisionistischen Verrats zusammenhängend als sich logisch ergebende Konsequenzen zu erfassen. Zu erfassen, wie eine Partei politisch und moralisch immer tiefer sinkt und sinkt bis zur heutigen Liebdienerei vor der Bourgeoisie und immer mehr stinkt und stinkt. Aus ihren eigenen braunen Eingeweiden bringt die SPD immer wieder braune Politiker hervor. Die Liedtexte hätten als Anhang vom Haupttext verbannt werden müssen. Aber das Fazit insgesamt fällt positiv über das Büchlein aus: die Linke ist Konstantin Brandt für diese Fleißarbeit – es fehlt auch nicht die Liste mit Namen der Sozialdemokraten, die in Partei und Staat (Weimarer Republik und BRD) Funktionstraäger waren – zu Dank verpflichtet. Ein Nachschlagwerk, für alle, die sich mit der Geschichte der SPD auseinandersetzen wollen.

1. Der Satz, der dies ausdrücken soll, ist merkwürdig mißraten. (Seite 85). Auf Seite 88 ist der Ort, in dem Kurt Schumacher auf einer Konferenz am 5. Oktober 1945 sprach, nicht Wenningen, sondern Wennigsen, auch wurde eine „Flüchtlingsbetreuungsstelle Ostder SPD 1946 nicht in der Jakobstrasse in Hannover eingerichtet, sondern in der Jakobistrasse.

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4 Antworten to “Konstantin Brandt Das kleine Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie Buchbesprechung”

  1. Thomas Ass Says:

    Stlinistische Scheiße brauchen wir nicht. Da steht nichts von GULAGs.

  2. Peter Dornbruch Says:

    Das Buch habe ich gelesen. Für mich ist das ein Lehrbuch.

    • dierostigelaterne Says:

      Da gebe ich Dir Recht. Das Buch klärt auf und man kann bzw. muss seine Lehren daraus ziehen. Das deutsche Volk kann nicht frei atmen, solange die SPD, die sich auf die Ermordung fortschrittlicher Menschen spezialisiert hat, nicht völlig vernichtet ist. Dieser sozialdemokratische Mord am deutschen Volk kann auch ganz langsam über Hartz IV erfolgen.

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