Der politische Herbst 2012 Christlicher und islamischer Fundamentalismus

Zwei Schwerpunkte bestimmen die Weltpolitik im Herbst 2012. Es sind dies die Präsidentschaftswahlen in den USA und die wütende Reaktion der islamischen Glaubensgemeinschaft auf die Verunglimpfung des Propheten Mohamed in einem in den USA produzierten Film. Auf der Oberfläche werden beide Seiten von einem fanatischen religiösen Fundamentalismus getrieben, der untereinander zusammenhängt und der dem dialektischen Grundgesetz der Einheit und des Kampfes der Gegensätze verhaftet ist.

Die USA sind vornehmlich das Land der Religiosität, sprechen Beaumont, Tocqueville und der Engländer Hamilton aus einem Munde und Beaumont fügt in seinem 1835 in Paris erschienenem Werk „Marie oder die Sklaverei in den Vereinigten Staaten“ hinzu: dennoch glaubt man in den Vereinigten Staaten nicht, dass ein Mensch ohne Religion ein anständiger Mensch sein könnte. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass die Ureroberer Nordamerikas 1620 mit der Mayflower von Southampton aus in See stochen – und zwar unter dem Absingen frommer Psalmen. 1. In der Frühschrift aus dem Jahr 1843 über die Frage der Judenemanzipation, in der Karl Marx die Position der „Kritik“ 2. einnahm – „Kritik der bestehenden Zustände“ war ein in linkshegelianischen Kreisen gängiger Terminus, den auch Karl Marx hier noch auf sich bezieht, aber bereits in der „Judenfrage“ zeigen sich  materialistische Ansätze einer gesellschaftswissenschaftlichen Analyse – hat Marx den tiefen Zusammenhang zwischen Religiosität und Geldgier in den USA herausgestellt. Obwohl die USA nach ihrer Gründung in der Religionsgesetzgebung am fortschrittlichsten waren, wimmelte es in diesem Lande nur so von religiösen Lebensgeistern der buntscheckigsten Art und auch heute sind die USA das Land der lebenskräftigsten Existenz der christlichen Religion, ein Wahn, der mit der besessenen Sekte der Pilgrim Fathers begann. Schon in der Verfassung von Pennsylvania hieß es, dass irgendeine menschliche Macht sich nicht in Gewissensfragen einmischen und die Kräfte der Seele kontrollieren darf. Und in der Verfassung von New Hampshire zählen die Gewissensrechte zu den natürlichen Rechten der durch die Menschenrechtsdeklaration monadisierten Menschenatome. Der Mammon ist in den USA der in allem Sektengewimmele throhnende Weltgott, so „…dass die Verkündigung des Evangeliums selbst, dass das christliche Lehramt zu einem Handelsartikel geworden ist, und der bankrotte Kaufmann im Evangelium macht wie der reich gewordene Evangelist in Geschäftchen“. 3. Beaumont weiß zu berichten: „Aux yeux d´un grand nombre, le ministère religieux est une véritable carrière industrielle“ 4. (In den Augen einer großen Mehrzahl ist das geistliche Amt tatsächlich eine gewerbliche Laufbahn). Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mett Romney konnte beide Seiten verbinden: er war gleichzeitig Manager bei Bain Capital & Company und Bischof  der Mormonen. Die Lüge begleitet diesen Mann, der durch den religiösen Fusel Marke Mormon 5. sittlich verwahrlost wurde. So „rettete“ der heutige Kandidat für das höchste Amt der USA, als er Anfang 30 war (Ende der 70er Jahre), ein Projekt für seinen Dienstherren Bain & Company, als eine Firma eine Beratergruppe angefordert hatte, deren Durchschnittsalter für die Unternehmer offensichtlich zu jung war – worauf er sein Alter bei der Gruppenvorstellung auf 44 hochlog. Natürlich sind die Spitzen der Mormonen und die mormonischen Spitzenmanager kriminelle Elemente, das darf uns aber nicht zu der Priestertrugstheorie verleiten, die besagt, Religion sei eine Erfindung betrügerischer asozialer und arbeitsscheuer Priester). Es versteht sich von selbst, daß in einem der rückständigsten Länder der Erde, mit einer beschämend hohen Analphabetenquote, dessen Bewohner größtenteils noch tief im Mittelalter der religiösen Borniertheit verstrickt sind und darüber hinaus auf Mission gehen, so missionierte der Präsidentschaftskandidat Mett Romney von 1966 bis 1968  in Frankreich, sich nicht vom Dollar emanzipiert, im Gegenteil, den Dollar zu ihrem System der Anbetung erkoren haben. Und das System der Lüge und Heuchelei tragen diese Kretins natürlich bedenkenlos in das politische System der USA.  Ähnlich wie die Calvinisten, die der religiösen Ideologie verhaftet waren, dass man das Wohlwollen Gottes am weltlichen Wohlstand erkennen könne, gehen die Mormonen von einer „eternal progression“ aus, der ständigen Perfektionierung des Menschen hin zum Göttlichen und diese Perfektionierung liegt für sie im Zusammenraffen von Dollars. In der Struktur der ideologischen Kontrolle wiederum besteht Ähnlichkeit mit der Scientology Church. Sogenannte „Home Teacher“ besuchen Mormonenfamilien und helfen bei Problemen, führen aber auch Protokoll über ihre Besuche. 

Aus dieser Verstrickung von Mormonmammon und Religion heraus kann der Volksbetrug natürlich nicht durchschaut werden, der mit politischen Wahlen stattfindet. „Ohne Wahlen geht es in unserem Zeitalter nicht; ohne die Massen kommt man nicht aus, die Massen aber KÖNNEN (kursiv von Lenin) im Zeitalter des Buchdrucks und des Parlamentarismus  NICHT (kursiv von Lenin) geführt werden ohne ein weitverzweigtes, systematisch angewandtes, solide ausgerüstetes System von Schmeichelei, Lüge, Gaunerei, das mit populären Modeschlagworten jongliert, den Arbeitern alles mögliche, beliebige Reformen und beliebige Wohltaten verspricht – wenn diese nur auf den revolutionären Kampf für den Sturz der Bourgeoisie verzichten. Ich möchte dieses System Lloyd-Georgismus nennen, nach einem der maßgebendsten und geschicktesten Vertreter dieses Systems in dem klassischen Land der „bürgerlichen Arbeiterpartei“, nach dem englischen Minister Lloyd George“. 6. Diese Charakteristik der Mechanik der politischen Demokratie gilt für die Volksbetrüger Obama und Romney gleichermaßen, Friedrich Engels sprach schon  1891 in der Einleitung zu Marxens „Bürgerkrieg in Frankreich“ von zwei großen Banden politischer Spekulanten, die in den USA ihr volksbetrügerisches Unwesen treiben, „…die abwechselnd die Staatsmacht in Besitz nehmen und mit den korruptesten Mitteln zu den korruptesten Zwecken ausbeuten“. 7. Die Vorfahren des reichgewordener Mormonen Romney, der in Geschäftchen macht,  sein Vermögen wird auf 250 Millionen Dollar geschätzt, er hat Konten im Ausland und investiert in Firmen auf den Cayman Islands, in Deutschland und in der Schweiz, waren mit die ersten  Engländer, die sich von den Missionaren des mormonischen Propheten Joseph  Smith nach „God´s Own Country“ in die stockreaktionäre Sekte „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ locken ließen. Keiner in der Generationenkette Romneys hatte die intellektuelle Kraft besessen, sich aus diesem religiösen Sumpf vom Opium Religion zu lösen.  Für die Arbeiterbewegung in den USA und für ihre Führer ist es besonders schwierig, in diesem ganzen mittelalterlichen Sumpf die Dialektik von Lohnarbeit und Kapital herauszuarbeiten und stets zu berücksichtigen, dass der Klassenkampf besser atheisiert als atheistische Propaganda. Wenden wir uns also den nüchternen Fakten zu und entstülpen wir die religiöse Schlangenhaut, in die sich die pervers fleißige Dollargier der Mormonen eingehüllt hat (denn fleißig sind sie, auf dem Wappen von Utah ist ein Bienenkorb abgebildet. Es ist ein biedermännischer Bienenfleiß.): Mitglieder der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ nehmen auffallend viele hohe Managerposten ein und sind Firmeninhaber, so zum Beispiel der Multi Airline Gründer David Neeleman, Marriott Chef Bill Marriott junior, Gary Crittenden, Ex-Finanzchef von American Express und Citigroup und künftiger Chef von Huntsman Gay Global Capital. 8. Besonders Investmentbanken und Beratungsfirmen stellen gerne Mormonen ein. Auf Grund ihrer nach US Spießer Normen sogenannten Sittenstrenge nehmen sie auch hohe Positionen beim FBI und in der CIA ein, weil sie kaum erpressbar sind: strenges Alkoholverbot und strenge Disziplin und Askese, generell, nicht nur an ihren Mormonenuniversitäten, macht ihren Vorsprung vor den weltlichen Universitäten mit ihren Feten und Gelagen aus. Der Kult der Familie hat oberste Priorität und wir erkennen schon hier den antisozialen Charakter dieser Zwergmißgeburten, die Marx als „Menschenkehricht“ 9. bezeichnet hätte, denn die bürgerliche Familie muss theoretisch kritisiert und praktisch vernichtet werden. Die Arbeiter und Farmer in den USA tun gut daran, diesen perversen mittelalterlichem Menschenkehricht genau ins Auge zu fassen und alles Erdenkliche mit allen revolutionären Mitteln, legalen und illegalen, zu unternehmen, damit die Verfügungsgewalt dieser religiösen Spinner über Atomwaffen durch den 45. Präsidenten der USA nicht Wirklichkeit wird, sonst könnte uns die extremistische Sekte der Heiligen der Letzten Tage die letzten Tage der Menschheit bescheren.

Auf der anderen Seite ist zu beachten, dass wir uns mit dem aggressiven terroristischen Islamismus nicht auf der religiösen Ebene auseinandersetzen. Eine terroristische Reaktion christlicherseits ist nicht zu erwarten, dafür ist die christliche Religion in Westeuropa anders als in der religionsfanatischen Terroristenhochburg USA – Millionen und Abermillionen leben dort in einem hochgefährlichen und hochexplosiven Trancezustand – schon zu sehr im Absterben begriffen und  wir müssen den religiösen Zwist ins zweite Glied stellen, beachten, dass die Religion soziale Ursachen hat und das wir  Kampfbündnisse mit den „progressiven“ Kräften des Islam herstellen. Der Islam ist heute in armen, zurückgebliebenen Ländern ausgebreitet und die Gläubigen können sich mit ihren sozialen Problemen nicht nur religiös verdunkelnd auseinandersetzen. Sie werden vielmehr ihre auch international organisierten  kapitalistischen Blutsauger, allen voran der US Imperialismus, erkennen und wir müssen sie hierbei unterstützen, ohne ihre religiösen Gefühle zu verletzen. Die Religion der Mormonenhäuptlinge in den USA ist eine Religion der kapitalistischen Blutsauger und sie muss schonungslos mit allen Mitteln zerstört werden, der Islam ist natürlich ebenfalls „Opium des Volkes“, aber für die geschundenen und getretenen Ausgebeuteten. Eine der fünf Säulen des Islam ist die Solidarität in der Armenabgabe (Zakat). Eine Kriegserklärung an den Islam ist das beste Mittel, diesen zu vitaminisieren. Erinnern wir uns daran, dass Friedrich Engels die Idee des Professors Eugen Dühring verwarf, die Religion im Sozialismus zu verbieten. Das hieße Bismarck zu überbismarcken 10. – die Religion, gleich ob islamisch oder christlich – stirbt ab. Die Arbeiterklasse braucht sich einen Schuh nicht anzuziehen, die Aversion der islamischen Völker gegen den Westen. Das rührt von der bourgeoisen Expansion her: sie hat den Orient vom Okzident abhängig gemacht. 11.

1. Karl Marx, Zur Judenfrage, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1957,352

2. Gegen Bruno Bauers 1843 in Braunschweig erschienenen Schrift „Zur Judenfrage“ schreibt er: „Es gernügt keineswegs zu untersuchen: Wer soll emanzipieren ? Wer soll emanzpiert werden ? Die Kritik hat ein Drittes zu tun. Sie mußte fragen: Von welcher Art der Emanzipation handelt es sich ?“ (a.a.O.,350).  „Nun wohl“ Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld…wäre die Selbstemanzipation unsrer Zeit“. (a.aO., 372). Das ist das wohl folgenschwerste „Nun wohl“ in der Weltgeschichte.

3. a.a.O., 373

4. a.a.O.,374

5. Das „Buch Mormon“, eine Abschrift von Texten auf Goldtafeln,  wurde dem Sektengründer Joseph Smith 1823 von einem Engel namens Moroni gezeigt, der auch bei der Übersetzung des Buches behilflich gewesen sein soll. Also hier schon am Anfang spielt das Gold eine wesentliche Rolle. 

6. Lenin, Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, in: Lenin, Marx Engels Marxismen, Grundsätzliches aus Schriften und Reden , Dietz Verlag Berlin, 1967,348f.

7. Friedrich Engels, Einleitung zu „Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850“, Werke Band 22, Dietz Verlag Berlin, 1962,198

8. Klaus Werle, Gott hilft Mitt, manager magazin Oktober 2012,94. Auch die Wirtschaftsberater von Romney: Glenn Hubbard und Gregory Mankiw sind Urmormonen reinsten Wassers, ebenso Jack Gerard (Präsident des American Petroleum Institute). Hubbard ist der Kandidat für den Posten des Finanzministers oder Notenbankchefs, Gerard  für den des Stabschefs.

9. Karl Marx, Zur Judenfrage, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin 1957, 359

10. Vergleiche Lenin, Über das Verhältnis der Arbeiterpartei zur Religion, in: Lenin, Marx Engels Marxismus, Grundsätzliches aus Reden und Schriften, Dietz Verlag Berlin, 1957, 258.

11. Vergleiche Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Werke Band 4, Dietz Verlag 1977,466

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