Sahra Wagenknecht „Misses Fünfprozent“, die „Gott sei bei uns Kommunistin“ und Lenin über linke Politik heute

In der Zeitung zur Landtagswahl in Niedersachsen „DIE LINKE“ ist auf Seite 2 ein Kommentar von Frau Sahra Wagenknecht abgedruckt; „Eine Frage der Gerechtigkeit“. In diesem Kommentar fordert sie die Einführung einer fünfprozentigen Vermögenssteuer für Millionäre. Sie räumt also Millionären durchaus ein Existenzrecht als Millionäre ein. Ist unter sogenannten Linken von Prozenten die Rede, müssen wir zuerst bei Lenin nachschlagen: „Den Millionären 80 bis 90 Prozent ihrer Einnahmen wegnehmen, das kann man…“ (Lenin, Krieg und Sozialismus, Werke Band 24, Dietz Verlag Berlin 1978,413). Wir sehen sofort, dass Lenin Millionären kein Existenzrecht einräumt und das sollte als Kriterium für „Linke Politik heute“ gelten. An jeder Aktie klebt Blut und Schweiß und es ist mit fünf Prozent nicht abgetan. „Misses Fünfprozent“ schützt im Grunde mit ihrer konterrevolutionären Forderung Volksfeinde und wahrt die Interessen des Kapitals.  Sie ist also keineswegs das kommunistisches Gespenst, für das sie ausgegeben wird. In ihrem Buch: „Freiheit statt Kapitalismus“ schreibt sie, dass sie wüßte, dass sie für viele Pseudokonservative und Pseudoliberale die Gottseibeiunskommunistin sei. (Vergleiche Sahra Wagenknecht, Freiheit statt Kapitalismus, Eichborn Verlag Frankfurt 2011,12). Werte Genossin „Gottseibeiuns“, spricht denn etwas dagegen, die Millionäre in Bastschuhe zu stecken und sie in Arbeitshäuser zu disziplinieren ? Nach ihrer Entlassung sollten ihnen für eine gewisse Zeit spezielle Pässe ausgestellt werden, so dass sie bei jeder Kontrolle durch Volksorgane sofort als ehemalige Parasiten erkennbar sind. Kontrastiert man Ihre mickrige Forderung von fünf Prozent, die wohl nur im Land der klassischen Konterrevolution möglich ist,  mit Lenins Forderung, die Bourgeoisie völlig zu VERNICHTEN (kursiv von Heinz Ahlreip), so haben wir hier ja wirklich eine göttliche Kommunistin vor uns. Marx forderte den Krieg gegen die deutschen Zustände, er forderte dies bereits 1843/44 und er forderte nicht fünf Prozent, er forderte nicht, den Feind zu widerlegen, sondern er forderte, ihn zu VERNICHTEN (kursiv von Heinz Ahlreip), er forderte die Herrschaft der Sozietät über den Reichtum. (Vergleiche Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie/ Einleitung, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1957,380 und 382). Allerdings – führen wir Krieg gegen die Kapitalisten, so ist an das Fundamentalgesetz des Krieges zu erinnern: sich selbst zu erhalten und den Feind zu vernichten. Fünf Prozent Vermögenssteuer – sieht so die Herrschaft der Sozietät über den Reichtum aus ? Wenn im deutschen Bauernkrieg die revolutionären Bauern 1525 in Ostwürttemberg sangen: „Wir wollens`s Gott im Himmel klagen, Kyrieleis – Dass wir die Pfaffen nicht totschlagen dürfen“, so ist heute die Frage durchaus erlaubt: Warum wir die Millionäre nicht totschlagen dürfen ? Proletariche Revolutionen müssen durch einen revolutionären Bauernkrieg ergänzt werden 1. ) und ein Element dieser Kriege ist nun einmal ein robuster Vandalismus und in der urwüchsigen Primitivität der Volksmassen werden die Millionäre nicht ganz ungeschoren davonkommen. In den antiken Sklavenhaltergesellschaften bestimmte Aristoteles den Sklaven zum vernunft- und seelenlosen Werkzeug, dessen Tötung kein Mord war. Im Mittelalter haben die Adeligen mit ihren Leibeigenen blutigste Kriege geführt, in denen Millionen Leibeigene ihr Leben verloren. Die kapitalistischen Millionäre haben Millionen Tote in den Weltkriegen auf dem Gewissen und in „ihren“ Kolonien wahre Blutbäder angerichtet und da kommt Sahra Wagenknecht mit fünf Prozent. Nein ! Aristoteles bleibt in Kraft, nur umgekehrt. Wenn ausgebeutete Massen „ihren“ Millionär totschlagen oder an eine rostige Laterne aufhängen, wie zu Zeiten Marats,, so kann das wohl kaum als Mord gewertet werden. Wir haben den Freibrief dazu und den Freispruch: „Es ist leicht zu beweisen, dass ein Sklave, der seinen Herren tötet, sich dadurch weder gegen das Gesetz der Natur noch gegen das Menschenrecht versündigt.“ (Jean Jacques Rousseau, Der Luxus, der Handel und die Künste, in: Kulturkritische und politische Schriften, Rütten & Loening Verlag, Berlin,1989,560). Heute muß man schon wahre Ausgrabungen machen, um an Sätze heranzukommen, die der größten Revolution des 18. Jahrhunderts das Stichwort gaben. 2. Was ist also unter linker Politik heute zu verstehen ? Es ist leicht zu beweisen, dass ein Lohnsklave, der seinen kapitalistischen Herren tötet, sich dadurch weder gegen das Gesetz der Natur noch gegen das Menschenrecht versündigt !! Die Frage war schon 1848 im Manifest von Marx und Engels nicht, ob die Macht- und Eigentumsverhältnisse des Kapitalismus in Frage zustellen sind, sondern: wie sind sie zu zerschlagen ? Alle großen Revolutionäre antworteten seitdem einstimmig: durch die revolutionäre Gewalt der Volksmassen unter Führung der Kommunistischen Partei. Die Pariser Kommune zeigte, das man den bürgerlichen Parlamentarismus ausrotten muß. Es kann keinen Vertrag, keinen Waffenstillstand mit Personen geben, die es nur auf die Ausplünderung der Völker abgesehen haben. Alle großen Fragen im Leben der Völker werden durch Gewalt gelöst. Dagegen schreibt Wagenknecht: „Frieden ist möglich, aber in Auseinandersetzung mit der bestehenden Ordnung, keineswegs, indem man sich mit und in ihr einrichtet“ (Sahra Wagenknecht, Linke Politik heute, in: Rotfuchs Juni 2011,RF Extra S. I)


Darf ich Frau Wagenknecht an die Worte Stalins erinnern: Um in der Politik nicht fehlzugehen muss man Revolutionär sein und nicht Reformist. (Josef Stalin, Über dialektischen und historischen Materialismus, in: Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) Kurzer Lehrgang, Verlag der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin 1946,133). Wenn ich mit fünf Prozent Vermögenssteuer ankomme, dann habe ich erhebliche Zweifel, ob Frau Wagenknecht bereit ist, den mit diesen Millionären zusammenhängenden bürgerlichen Staatsapparat zu zerschlgen, zu zerbrechen, ihm jedes Glied, auch das bürgerliche Parlament zu brechen. Frau Wagenknecht hat sich eingehend mit wirtschaftlichen Fragestellungen auseinandergesetzt, aber auf welcher Grundlage. ? Man braucht intellektuell kein Dissertationsniveau haben, um ein Beispiel zu verstehen, das Lenin uns gegeben hat. Ein einfaches Zitat aus einer us amerikanischen Wirtschaftszeitung für die Hochfinanz ist sehr vielsagend: „Um die Welt zu beherrschen, braucht man zwei Dinge: Dollars und Banken. Dollars haben wir, Banken werden wir gründen, und wir werden die Welt beherrschen“. Lenin sagt, in diesem Satz steckt tausendmal mehr Wahrheit als in den Tausenden Artikeln bürgerlicher Lügner. (Vergleiche Lenin, Krieg und Sozialismus, Werke Band 24, Dietz Verlag Berlin 1978,402). „Und jeder Dollar trägt  Blutspuren“, wie Lenin es in seinem Brief an die amerikanischen Arbeiter schrieb. (Vergleiche Lenin, Brief an die amerikanischen Arbeiter, in: Über den Kampf um den Frieden, Dietz Verlag Berlin 1957,202). Das alles ist heute Gemeingut gebildeter Menschen und auch Genossin Wagenknecht weiß: „Das Erpressungspotential der Finanzhaie sowie der enorme Einfluß der Konzerne und Wirtschaftsmächtigen auf die Politik ist nur durch eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse zu überwinden“ (Sahra Wagenknecht, Linke Politik heute, in: Rotfuchs Juni 2011,S. II). Das kann zu Mißverständnissen führen, denn eine „Neuordnung der Eigentumsverhältnisse“ findet ständig statt gerade innerhalb der kapitalistischen Rahmenbedingungen. (Je ein Kapitalist schlägt viele tot !) Halten wir uns lieber an das Klassische: Vergesellschaftung des Privateigentums an Produktionsmitteln, so die wissenschaftlich präzise Formulierung von Marx und Engels im Manifest von 1848. Dabei ist das nicht einmal der Kernpunkt. Zentral ist „die allumfassende vom ganzen Volk getragene Arbeiterkontrolle über die Kapitalisten und ihre möglichen Anhänger.  Mit der Konfiskation allein ist es nicht getan, denn sie enthält kein Element der Organisation, der Rechnungsführung über die richtige Verteilung“: (Lenin, Werden die Bolschewiki die Staatsmacht behaupten ?, in: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1971,412).

Was unterscheidet diese Kommunistin Wagenknecht von dem Sozialdemokraten Steinbrück , der im Dezember 2011 auf dem Berliner Parteitag der SPD (siehe google: lenin unser aller lehrer faschistische bluthunde unter sich) seine Parteigenossen aufforderte, die Reichen nicht zu verprellen ? Geht doch eine Koalition ein, ihr „Befreier der Menschheit vom Joch des Kapitals“ und werft Prozente als Köder hin. Diese Prozente zeigen doch an, dass ihr zur sozialen Stütze der kapitalistischen Volksfeinde degeneriert seid, die gar kein Interesse haben, dass ihr ein wenig mehr nach rechts rutscht, mit dem LINKEN läßt sich besser linken. Im Sumpf des parlamentarischen Republikanismus, der politisch und historisch betrachtet der Welt von gestern angehört und  der den Klassemkampf durch die Rivalität von Cliquen ersetzt, seid ihr doch ohnehin schon eigesackt. Der japanische Materialist und Atheist Nakae Chomin  (Tokosuke) bezeichnete das Parlament als „zoologischen Garten blutloser Würmer“.  (Nakae Tokusuke, in: Geschichte der Philosophie, Band IV, VEB Deutscher Verlag für Wissenschaften Berlin, 1962,517). Der Parlamentarismus verläuft sich in sich selbst. Die Hochrechnungen am Wahlsonntag sind nur Reflex finanzkapitalistischer Hochrechnungen. Denn irgendetwas Klassenkämpferisches hat ihre Fünfprozentforderung nicht. In „ihren“ Parlamenten wird um fünf, sechs, sieben Prozent debattiert und gestritten. In diesen Organen wird die Freiheit der Völker in alle Himmelsrichtungen posaunt, und am untersten Ende dieser erbärmlichen Institutionen stehen die sogenannten Saaldiener und Saaldienerinnen, die Putzfrauen, die den Parlamentariern niedrigste Helotendienste zu leisten haben. Die Abschaffung dieser feudalen Residuen ist doch wohl auch eine Frage der Gerechtigkeit. Auf die Aufklärung gerade der Dienstboten, der Rückständigsten, der Hilfsarbeiter hat Lenin besonderen Wert gelegt. (Vergleiche Lenin, Resolution des Zentralkomittees der SDAPR (B), angenommen am Morgen des 22. April (5. Mai) 1917). Wie lange sitzt DIE LINKE GIRONDE schon im Bundestag und auf dessen Toiletten ? Und übersieht die Notwendigkeit, gerade diese Proletarier/innen aus einer Stütze der Bourgeoisie in eine der Revolution zu verwandeln. Sollen die Abgeordenten des deutschen Bundestages doch die von ihnen benutzten Schwatzbudentoiletten selber saubermachen. Bei den hohen Diäten doch wohl eine Selbstverständlichkeit !! Unter anderen auch deshalb lautete ja eine Aprilthese von Lenin: „Keine parlamentarische Republik – von den Sowjets der Arbeiterdeputierten zu dieser zurückzukehren wäre ein Schritt rückwärts…“ (Lenin, Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution, Werke Band 24, Dietz Verlag Berlin, 1978,5). Soziologische Theoretiker schreiben ganze Bücher über Räte und Parlamentarismus – und übersehen die Putzfrauen ! Auch Lenin unterlief dieser Fehler. „An das Brot hatte ich, ein Mensch, der keine Not kannte, nicht gedacht. Das Brot stellte sich für mich irgendwie von selbst ein, als eine Art Nebenprodukt der schriftstellerischen Arbeit“. (Lenin, Werden die Bolschewiki die Staatsmacht behaupten ?, in: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1971,423).

1.) Das war bereits ein Gedanke von Karl Marx, den Lenin vertieft hat. Es trifft nicht zu, wenn Manfred Hildermeier in seinem Buch über die russische Revolution 1905 bis 1921 das notwendige Bündnis zwischen diesen Klassen als Entdeckung Lenins darstellt, es hat nach Marx und Engels (Der deutsche Bauernkrieg) nur kein Marxist an der Thematik weitergearbeitet. (Vergleiche Manfred Hildermeier, Die Russische Revolution 1905 bis 1921, Neue Historische Bibliothek, edition suhrkamp Erste Auflage, Frankfurt am Main 1989, 67).

2. Würden die Verfassungsschutzorgane der heutigen bürgerlichen Republiken diese fundamentale Aussage Rousseaus zum Maßstab ihrer Feindbestimmung nehmen, so wären sie nicht länger Handlanger ausbeuterischer Minderheiten. Auch eine Revolutionierung des Geschichtsunterrichts in den Schulen wäre längst überfälllig, in dem man doch zu gerne Revolutionäre als Terroristen hinstellt und ausblendet, dass der revolutionäre Terror nur eine Reaktion auf den angeblich gottgewollten von oben ist. So war Ludwig der XVI., Gatte der Marie-Antoinette, Mitglied der Getreidemafia, die durch künstlich erzeugte Hungersnöte die Brotpreise in die Höhe trieb. (Pacte de famine).
Ist das etwa kein Terror ? Frauen und vor allem Kinder starben ! Auch alte Männer. Das betraf ganze Regionen in Frankreich.

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