Archive for Februar 2013

Marx und die 30 Stunden Woche

27. Februar 2013

Auf dem Papier mögen in den bürgerlichen Republiken, in den allerdemokratischsten Demokratien die vor Humanismus überlaufenden Verfassungen vorliegen, die Frage ist aber immer konkret zu stellen: wie sind die tagtäglichen Arbeitsbedingungen für Millionen und Abermillionen Werktätige. Es war der schottische Kapitalist Robert Owen, der in der 1784 gegründeten Baumwollspinnerei New Lanarck eine Verkürzung des Arbeitstages einführte. Ohne Zweifel war Owen ein intelligenter Kapitalist, der erkannt hatte, dass es durchaus sinnvoll ist, die Lage der arbeitenden Klasse zu verbessern. Indeß war Owen eine Ausnahme. Wie im 18. Jahrhundert, so ist auch heute im 21. Jahrhundert die übergroße Mehrzahl der Kapitalisten borniert und dumm, sie gehen in die Richtung des verrückten Kapitalisten, der schließlich zum reinen Schatzbildner mutiert. Insofern hat sich am kapitalistischen Ausbeutersystem nichts geändert und es ist eine große Befreiungstat, die Völker von diesem ganzen perversen Dreck zu befreien, die Kapitalisten mit Feuer und Schwert völlig niederzubrennen und auszurotten. Das ist eben konkreter Humanismus, keiner, der nur auf dem Papier steht.

Anfang Februar 2013 haben über hundert Wissenschaftler, Politiker und Gewerkschafter eine 30 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich gefordert, unter anderem wurde der offene Brief an Parteien und Gewerkschaften von Katja Kipping, Sahra Wagenknecht und Rudolf Hickel unterzeichnet, der am Aufbau der Universität Bremen beteiligt war. Hickel gab in einem Interview zum Besten, dass dieser Aufruf wie von vorgestern wirke und dass er als ein Rückfall in den Marxismus aufgefasst werden könnte. Er hätte aber im Werk von Karl Marx keine Stelle gefunden, in der sich der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus für eine Arbeitszeitverkürzung ausgesprochen hätte. Man fragt sich, wie es hatte kommen können, dass Hickel zum Aufbaun einer Universität herangezogen werden konnte. Man nehme nur das Kapital zur Hand, dort wird verwiesen auf die „Reports of Inspection of Factories“ vom 31. Oktober 1865, „…daß bloße Verkürzung des Arbeitstages…die Kontinuität und Energie der Arbeit wundervoll erhöht“. 1. Am 20. April 1844 begann Mister Gardner mit einem Experiment, indem er in zwei Fabriken zu Preston 11 statt 12 Stunden arbeiten ließ, ohne dass nach ungefährer Jahresfrist Einbußen zu verzeichnen gewesen wären- Im Gegenteil: es wurden in 11 Stunden mehr produziert als in 12. Und so weiter und so fort, siehe Das Kapital Band 1, Seite 431 bis 440. Wie oben gesagt, es gibt intelligente und dumme Kapitalisten.

In einem Leserbrief, der am 26. Februar 2013 in der Frankfurter Allgemeinen veröffentlicht wurde, hat Professor Dr. Dres. H.C. Bernd Rüthers, Schlichter beim Tarifkampf um die 35 Stunden Wochen 1984, gegen Hickel auf den bekannten Gedanken von Marx und Engels aus der „Deutschen Ideologie“ hingewiesen, dass im Kommunismus die Menschen „morgens jagen, nachmittags fischen, abends Viehzucht treiben oder das Essen kritisieren (Karl Marx, „Deutsche Ideologie“ Stuttgart 1953″. Ich glaube nicht, dass der oder die Herausgeber der Ausgabe von 1953 nur den Autoren Marx genannt haben, die „Deutsche Ideologie“ ist ein Gemeinschaftswerk von Marx und Engels, zudem hat der Professor falsch zitiert: richtig muß es heißen: …morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben und nach dem Essen zu kritisieren“. 2. Das Verschreiben kommt nicht von ungefähr. Jäger, Fischer, Viehzüchter – schon diese archaischen Berufsbilder aus dem ruralen Bereich lassen vermuten, dass diese Passage von Marx und Engels nicht ernst gemeint war, denn sie verfochten keinen primtiven Bauernkommunismus, sondern einen Kommunismus, der sich auf der Grundlage der urbanen „Großen Industrie“ errichtete. 3. Diese Passage war polemisch gemeint, wie das Schlußglied in der Aufzählung : „nach dem Essen zu kritisieren“ nahelegt. In der Tat ist diese Passage gegen den Linkshegelianer und „kritischen Kritiker“ Bruno Bauer gerichtet, auf den auch die Bilderwelt der archaischen Tätigkeiten zurückgeht.

1. Karl Marx, Das Kapital, Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin 1972,433

2. Karl Marx, Friedrich Engels, Die Deutsche Ideologie, Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin 1960,33

3. „Von allen Klassen, welche heutzutage der Bourgeoisie gegenüberstehen,ist nur das Proletariat eine wirklich revolutionäre Klasse. Die übrigen Klassen verkommen und gehen unter mit der großen Industrie, das Proletariat ist ihr eigenstes Produkt“. (Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Werke Band 4, Dietz Verlag Berlin 1977,472).

Zur Globalisierung

14. Februar 2013

Es war Lenin, der die marxistische Idee der Weltrevolution zunächst theoretisch um 1915 auf die Möglichkeit verkürzte , den Sozialismus auch in einem Land aufbauen zu können, ohne dass ihm bereits Russland vorschwebte 1., und dann auch durch die Praxis des roten Oktober eine Frontbildung herbeiführte, die durch den zweiten Weltkrieg die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in zwei Welthälften spaltete. Lenin betrachtete die russisch proletarische Revolution auch immer als eine eurasische, geht man von einem Sozialismus in China aus, so hat der Zusammenbruch der Sowjetunion einerseits das Gewicht sehr auf den asiatischen Kontinent gelegt und andererseits den Sozialismen in globaler Hinsicht nur einen Inselcharakter gelassen. Man neigt dazu, sich an Rousseaus Ausführungen im 18. Jahrhundert zu erinnern, dass es in Europa nur wenige Flecken gibt, auf denen man eine Republik errichten könne, wie zum Beispiel Korsika. Trotz des heute vom Kapital betriebenen Globalisierungsgeredes war die Differenz des zwanzigsten Jahrhunderts doch mental zu wuchtig, um einer weltbürgerlichen Gesellschaft eine große Realisierungschance zu geben. Weder das Bürgertum noch das Proletariat vertreten heute einen Begriff von Weltgeschichte in der Totalität, die dem Begriff genuin zukäme und im neunzehnten Jahrhundert auch zugekommen war. Da der Imperialismus naturgemäß einen anderen Charakter als der klassische Kapitalismus hat, fällt der Schatten des Leninismus auf die klassische Theorie des Marxismus, dass der Kommunismus empirisch „nur als die Tat der herrschenden Völker auf einmal und gleichzeitig möglich“ 2. ist. Der Leninismus hat heute die aufgeklärten und fortschrittlichen Werktätigen der Welt immun gemacht gegen die Globalisierungstendenzen des internationalen Kapitals. Diese sind Ideologie, denn das Kapital selbst figuriert im Imperialismus unter dem Gebot der durch es verursachten Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung.

Selbst im Denken des bürgerlichen Aufklärers Kant findet der Gedanke Platz, dass die bisherige Weltgeschichtliche als eine terroristische zu deuten sei in dem Sinne, dass in ihr eine permanente Verschlechterung der Lage des Menschengeschlechts zu konstatieren sei. Zwei Weltkriege im XX. Jahrhundert sprechen für sich. Rousseau sah eine Vervollkommnung des Einzelnen bei gleichzeitiger Dekadenz der Gattung. Marx und Engels sahen die Verwandlung von Geschichte in Weltgeschichte einhergehend mit zunehmender Entfremdung, die  sich die Menschen zunächst als „Schikane des Weltgeistes“ 3. zu verdeutlichen suchten. In der Vorstellung sind die Individuen unter der Bourgeoisherrschaft freier als früher, „…in der Wirklichkeit sind sie natürlich unfreier, weil mehr unter sachlicher Gewalt subsumiert“. 4. In letzter Instanz verberge sich hinter dem Weltgeist der Weltmarkt, an dessen Entstehen allerdings unser Begriff von Weltgeschichte verwiesen bleibt. Der Reeder wurde bei der Herausbildung des Weltmarktes wichtiger als selbst der Kaufmann und die gegen Holland gerichtete Navigationsakte Cromwells aus dem Jahre 1651 sicherte die Herrschaft des britischen Empire über die Meere über sein Jahrhundert hinaus. Der Holländer Pinto stellt dann auch zu Recht fest, dass das achtzehnte Jahrhundert das des Handels sei. Die vollständige Auflösung der Geschichte in Weltgeschichte deuteten Marx und Engels emanzipativ im Sinne einer Weltbefreiung von Herrschaft überhaupt. Der Kommunsimus ist der Weltgeschichte inhärent, das theoretische und praktische Wirken der Revolutionäre dient dazu, den schmerzhaften Übergang vom kapitalistischen Weltmarkt zur sozialistischen Planwirtschaft abzukürzen. Der kapitalistische Weltmarkt gehört der naturwüchsigen Form von Weltgeschichte an und damit tritt er den Produzenten als eine fremde Macht gegenüber, durch die kommunistische Revolution wird die fremde Macht der bewußten Herrschaft unterworfen, unterworfen wird, was bisher den Menschen als fremde Macht „imponierte“ 5. Die Arbeit wird beseitigt, aufgehoben – die Arbeiter müssen den Staat stürzen, um ihre Persönlichkeit durchzusetzen 6., lautet der Schlußsatz im Feuerbachkapitel der deutschen Ideologie.

1. Es bleibt immer etwas Denkwürdiges, dass Lenin im März 1917 Bettelbriefe nach Russland schickte, weil er sich in Zürich kein Brot mehr kaufen konnte, sieben Monate später aber, wenn man so will, die Macht über ein Sechstel der Erdoberfläche an sich riß. Lenin war eine große Ausnahme, denn der perverse Spießerpöbel „liebt das Brot mehr als die Freiheit“ (Rousseau). Dieser hat Angst vor der Armut, weil er sich beständig mit anderem Spießerpöbel vergleicht, die kapitalistische Lohnsklaverei aber sofort akzeptiert. Das Perverse fühlt sich eben zum Perversen hingezogen.

2. Karl Marx, Friedrich Engels: Deutsche Ideologie, Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin 1978,35. Obwohl Marx und Engels mit diesem um 1845/46 verfassten Werk endgültig den unter Intellektuellen grassierenden Hegelianismus hinauskurieren wollten, hat sich in der „Deutschen Ideologie“ zumindest die Emphase des bei Hegel eurozentristischen Begriffes „Weltgeschichte“ gehalten. Er wirkte weiter bis in einen Sozialdemokratismus,  auf den die Aprilthesen Lenins 1917 wie eine „Fieberphantasie“ wirken mussten. Lenin blickte nicht nur nach Westen, sondern immer auch auf Indien und China und Hegel hatte nur insofern Recht behalten, als er in seiner „Philosophie der Weltgeschichte“ schrieb, dass sich im Hintergrund Europas  ein schwerer slawischer Schatten heranbilde, der sich noch nicht über Europa gelegt hätte. Aber wir werten die Eroberung Berlins 1945 durch die Rote Armee nicht als schweren slawischen Schatten, sondern als Befreiung vom Faschismus.

3. a.a.O.,37.

4. a.a.O.,76. Der Proletarier wird unter dieser Last also immer weiter erniedrigt, bis ein Umschlag von Quantität in revolutionäre Qualität erfolgt. Die Revolution wird umso qualitativer, aus je größerem Gegensatz die Arbeiterklasse in sich zurückkehrt.

5. Vergleiche a.a.O.

6. Vergleiche a.a.O.,77

Was die kapitalistischen Volksfeinde Martin Hundt und Klaus Schwab unter sozialer Gerechtigkeit verstehen

7. Februar 2013

Im Kapitalismus totale Lohngleicheit zu fordern, hielt Karl Marx für töricht und Ausdruck eines platten Radikalismus. Menschliche Arbeitskräfte sind Waren (und zudem ganz besondere Waren, nämlich Quellen von Wert zu sein) und die Produktionskosten für Arbeitskräfte verschiedener Qualität sind nun einmal verschieden. 1. Deshalb hat das kapitalistische Wirtschaftssystem die perverse Eigenschaft, dass der Lohn in dem Maße sinkt, wie die Widerwärtigkeit der Arbeit steigt. 2. Angesichts dieser Verkehrung scheinen selbst die Kapitalisten über ihre schwarzen Schafe empört zu sein, „Wirtschaftsvertreter halten die Gehälter von Managern für zu hoch“, schreibt das Pflichtblatt der Frankfurter Wertpapierbörse, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 21. Januar 2013, am Todestag von Lenin. Aber natürlich steht nicht Lenin im Hintergrund dieser „Empörung“, er hatte in seinem Fundamentalwerk „Staat und Revolution“ einen sozialistischen Übergangsstaat konzipiert, in dem Lohngleichheit möglich ist. 3. In der Sowjetunion war das in der Stalinzeit fast erreicht, den höchsten Lohn hatte damals der Präsident der Akademie der Wissenschaften, und der stand zu dem durchschnittlichen Lohn eines Arbeiters im Verhältnis von 1,5 zu 1. Wenden wir uns nun Maßverhältnissen zu, die ihren Ursprung nicht in der aufgeklärten Arbeiterklasse haben, sondern in dem sich im Untergang befindlichen kapitalistischen Schweinesystem, in dem neben der Anarchie der Produktion das spießige Prinzip gilt: Ich reiße an mich,was ich kann – alles andere ist mir schnuppe. Verkleinbürgerlichte Arbeiter und Gewerkschaftsbonzen folgen diesem Spruch.

Der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) Martin Hundt ist wegen der unverschämten Gehalts- und Abfindungspraxis besorgt um „unseren guten Ruf“. Kann ein Ausbeuter überhaupt einen guten Ruf haben ? Nicht an das Volkswohl zu denken, sondern an seinen guten Ruf, um noch mehr Profite zu machen, war zu erwarten von einem Volksfeind, der es in Ordnung findet, „ein größeres Haus zu haben und ein größeres Auto zu fahren als andere. (Siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. Januar 2013,Seite 19).  Das ist stationär gedacht, aber das Stationäre spiegelt nicht die Wahrheit der dynamisch progressiv verlaufenden Ausbeutung der Arbeiter wider: das Haus des Präsidenten der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände  wird immer größer, denn die Arbeiterklasse ist im kapitalistischen Lohnsystem in der eigentümlichen Lage, durch ihre Arbeit die Macht zu verstärken, deren Sklavin sie ist. „Ein Haus mag groß oder klein sein, solange die es umgebenden Häuser ebenfalls klein sind, befriedigt es alle gesellschaftlichen Ansprüche an eine Wohnung. Erhebt sich aber neben dem kleinen Haus ein Palast, und das kleine Haus schrumpft zur Hütte zusammen. Das kleine Haus beweist nun, daß sein Inhaber keine oder nur die geringsten Ansprüche zu machen hat; und es mag im Laufe der Zivilisation in die Höhe schießen noch so sehr, wenn der benachbarte Palast in gleichem oder gar in höherem Maße in die Höhe schießt, wird der Bewohner des verhältnismäßig kleinen Hauses sich immer unbehaglicher, unbefriedigter, gedrückter in seinen vier Pfählen finden“. (Karl Marx, Lohnarbeit und Kapital, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau 1975,85). Auch Klaus Schwab, Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos, haut in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in die gleiche Maßhaltekerbe wie Hundt und findet, dass keiner mehr als zwanzig Mal so viel verdienen sollte als sein am schlechtesten bezahlter Angestellter. Wenn das Verhältnis 1 zu 100 werde, sei dies nicht mehr sozialverträglich. Ei, schau an, also 1 zu 20, das sei sozialverträglich. Wir bedanken uns für diese Darlegung, hier bettelt ja ein Volksfeind geradezu um ein Revolutionstribunal. Dieser Volksfeind muss zur Einkehr gebracht werden, wieviel Brutalität von Ausbeutung in diesem Verhältnis steckt. Lenin hatte völlig Recht, als er in „Staat und Revolution“ schrieb, dass es die Aufgabe der Arbeiterklasse sei, die Bourgeoisie völlig zu vernichten. 1 zu 20, das heißt: Leeres Gerede, der Armen Rechte, leeres Gerede, der Reichen Pflicht. Allerdings: was Herr Schwab für sozialverträglich und gerecht hält, steht nicht in Frage. „Die Frage ist, was ist bei einem gegebenen Produktionssystem notwendig und unvermeidlich ?“ 4. Eins zu Hundert sind nicht nur Auswüchse, sie sind dem kapitalistischen Sklavensystem zutiefst wesensimmanent. Mit jeder neuen technischen Erfindung steigert sich der Überschuß des Tagesprodukts der menschlichen Arbeitskraft über ihre Tageskosten, „…verkürzt sich also derjenige Teil des Arbeitstags, worin der Arbeiter den Ersatz seines Tageslohns herausarbeitet, und verlängert sich also andrerseits derjenige Teil des Arbeitstags, worin er dem Kapitalisten seine Arbeitskraft SCHENKEN (kursiv von Friedrich Engels) muß, ohne dafür bezahlt zu werden“. 5. Darin liegt also die Wurzel der Proportionen 1 : 20, 1 : 100…usw. Würden die Lohnsklaven, die zwar alle Werte der Gesellschaft produzieren, die ihnen aber nicht gehören, keinen Widerstand leisten, so würden sich die Proportionen beliebig maximieren, ja es würde zu einer Proportion kommen, in der die Arbeiterklasse figuriert als eine unterschiedslose „Masse ruinierter armer Teufel, denen keine Erlösung mehr hilft“. 6. Machen sie sich und uns also nichts vor, meine Herren Kapitalisten: Man kann hier nicht mit Proportionen relativieren, sie entgegen der Tendenz, den Lohn zu drücken, minimisieren, sondern muss das Sklavensystem zerschlagen.

Es ist für die Arbeiterklasse eine Empfehlung, den Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen, der Zeitung des Klassenfeindes, aufmerksam zu studieren und sich die Namen der Volksfeinde fest einzuprägen. Denn nach der proletarischen Revolution werden wir diese Repräsentanten des kapitalistischen Schweinesystems in Bastschuhe stecken und sie in Arbeitshäuser konzentrieren und disziplinieren. Nach der Verbüßung ihrer Strafen müssen diese ehemaligen Schmarotzer gelbe Pässe ausgestellt bekommen, damit sie bei jeder Kontrolle durch die Volksorgane sofort als „Ehemalige“ zu erkennen sind. 7. Ist das eine Utopie ? „Die Industrie führt zwei Heeresmassen gegeneinander ins Feld, wovon eine jede in ihren eignen Reihen zwischen ihren eignen Truppen wieder eine Schlacht liefert. Die Heeresmasse, unter deren Truppen die geringste Prügelei stattfindet, trägt den Sieg über die entgegenstehende davon“, sagte  Karl Marx 1847 in einem Vortrag vor dem Brüsseler „Deutschen Arbeiterverein“ Ende 1847, der als Broschüre unter dem Titel „Lohnarbeit und Kapital“ veröffentlicht wurde (Marx, Engels: Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau 1975,77) , Ende 1847 begann er auch mit Friedrich Engels das Kommunistische Manifest zu verfassen, an dessen Ende beide dem Weltproletariat zuriefen:  PROLETARIER ALLER LÄNDER, VEREINGT EUCH ! 8.

1. Karl Marx: Lohn, Preis und Profit, in: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau 1975,217f.

2. „Je weniger Bildungszeit eine Arbeit daher erfordert, desto geringer sind die Produktionskosten des Arbeiters, um so geringer ist der Preis seiner Arbeit, sein Arbeitslohn. In den Industriezweigen, wo fast gar keine Lernzeit erforderlich ist und die bloße leibliche Existenz des Arbeiters genügt, beschränken sich die zu seiner Herstellung erforderlichen Produktionskosten fast nur auf die Waren, die erforderlich sind, um ihn am arbeitsfähigen Leben zu erhalten. Der Preis seiner Arbeit wird daher durch den Preis der notwendigen Lebensmittel bestimmt sein“. (Karl Marx, Lohnarbeit und Kapital, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,80). Im gleichen Werk auch: je ekelhafter die Arbeit, desto mehr nimmt der Lohn ab. (Vergleiche a.a.O.,93).

3. „Die gesamte Gesellschaft wird ein Büro und eine Fabrik mit gleicher Arbeit und gleichem Lohn sein“. (Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verloag Berlin, 1960,488). Das ist aber natürlich nicht das kommunistische Ideal.

4. Karl Marx: Lohn. Preis und Profit, in: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,218

5. Friedrich Engels, Einleitung zu Karl Marx, „Lohnarbeit und Kapital“ zur deutschen Ausgabe von 1891, in: Ausgewählte Werke, Progress Verlag 1975,70

6. Karl Marx: Lohn, Preis und Profit, in: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,236

7. Man würde hier nur für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen: es war wahrscheinlich J. Cunningham, der 1765 ein Pamphlet unter dem Titel „An Essay on Trade“ in England in die politische Debatte warf, in dem er vorschlug, für die proletarische Canaille Arbeitshäuser zu errichten, die nach seinen Worten „Houses of Terror“ sein müßten. (Vergleiche Karl Marx: Lohn, Preis und Profit, in: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau 1975,229).

8. Der Vortrag von Marx enthielt erste Ansätze seiner Mehrwerttheorie, 18 Jahre später, in seinem Vortrag vor der Internationalen Arbeiter Assoziation  im Juni 1865, der als Broschüre „Lohn, Preis und Profit“ veröffentlicht wurde, hatte Marx die Grundlagen seiner Mehrwerttheorie dann dargelegt.