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DIE UNTERSCHICHT DADDELT – WIE ES LAUT FAZ HEUTE ZUM UNTERSCHIED ZWISCHEN ARM UND REICH KOMMT

16. Juni 2014

„Bei allem Reichtum, den die bürgerliche Gesellschaft produziert, ist die bürgerliche Gesellschaft nicht reich genug, die Armut des Pöbels zu steuern“. Durch diesen Satz, den Hegel 1821 in seiner Vorlesung zur Rechtsphilosophie in Berlin vortrug, gab Hegel den Widerspruch zwischen den Reichen der bürgerlichen Gesellschaft und ihrem Pöbel als antagonistischen wieder. Diese folgenreich richtige Erkenntnis findet sich in einem Werk, das gesamtinhaltlich die falsche Schlußfolgerung enthält, dass die Weltgeschichte der Menschheit im damaligen preußischen Staat kulminiere. Hegel verfügte noch über keine Lehre vom Mehrwert, die dem Pöbel erklärt, warum die Früchte seiner Arbeit Müßiggängern zukommt und für ihn nur soviel übrigbleibt, wie er zur Fristung seiner Existenz benötigt. Seit Marx diese Erklärung lieferte und die Frage beantwortete, wie es kommt, dass die Arbeit der Vielen in den Reichtum der Wenigen mündet, wie die Dialektik der Ausbeutung in der kapitalistischen Gesellschaft diese zugleich totalisiert und polarisiert, hat die Gesellschaftswissenschaft die Theorie des Mehrwerts vertieft und primär durch Lenin weiterentwickelt. Selbst die bürgerliche Ideologie kann heute nicht leugnen und statistisches Tatsachenmaterial übergehen, dass die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer werden. Aber es gehört auch zu ihrem Pflichtgebiet, diesen in die Augen springenden antagonistischen Widerspruch zu entschärfen, indem sie die Widerspiegelung der antagonistischen Wirklichkeit entdialektisiert. Das ist ihr Hauptanliegen, denn die Dialektik ist die Algebra der Revolution.

Einen Versuch dazu unternimmt Patrick Bernau, ein junger, aufstrebender Wirtschaftsjournalist, in einem Artikel in der FAZ vom 14. Juni 2014, der die Überschrift trägt: „Reichtum war noch nie so nutzlos“ und dessen Untertitel lautet: ‚In vielen Ländern entwickeln sich arm und reich auseinander. Doch ihr Lebensstandard nähert sich trotzdem an. Für Geld kann man sich nicht mehr so viel kaufen wie früher. Die neuen Klassenunterschiede kommen durch Bildung‘. Gehen wir näher darauf ein, wie Bernau den Pöbel an der Nase herumführen und wie er aus Volksfeinden Volksfreunde machen will.

Er beginnt seinen Artikel mit einem Vergleich zwischen Julius Cäsar und Bill Gates. der ergibt, dass der Reichtum von Gates gegenüber dem Cäsars, der ein Zwanzigstel des Weltreichtums besaß, lapidar zu nennen ist. Während die Differenz im Lebensstandard von Cäsar im Vergleich zu dem vom römischen Pöbel noch offenkundig war, sei es bei Gates bereits nicht mehr so leicht: es sei mittlerweile eine stille, kaum zu bemerkende Angleichung des Lebensstandards der Superreichen mit dem des Mittelstandes (nicht mit dem des Volkes / Heinz Ahlreip) zu verzeichnen. Daraus zieht Bernau die Schlußfolgerung: „Über die vergangenen Hunderte von Jahren sind die Lebensstandarts der reichen Weltbürger so nah an die Bevölkerungsmehrheit gerückt wie noch nie zuvor seit der Erfindung von Märkten und Eigentum. Das ist die andere, bisher kaum beachtete Seite der Diskussion über Armut und Reichtum. Zwar wachsen in vielen Ländern der Welt die Einkommen und Vermögen der reichsten Leute viel schneller als die der Mittelschicht (die aber nicht die Bevölkerungsmehrheit bildet / Heinz Ahlreip) … Von ihrem Geld können sich die Reichen aber längst nicht mehr so einen großen Vorsprung an Annehmlichkeiten kaufen wie früher. Und der Abstand zur Mittelschicht schrumpft immer weiter“.  (Nebenbei bemerkt: Eigentum und Märkte sind nicht erfunden worden, sondern haben sich durch einen langwierigen und komplexen Prozess aus der kommunistischen Urgesellschaft herausgebildet. Man nenne mir die Namen der Erfinder oder zumindest die geschichtlichen Anhaltspunkte, an denen man die Erfindungen bestimmen kann !).

Diese Schrumpfung verdanken wir nun der Technik und dem Internet !! Ob Merkel, Gates oder ein 16jähriger Teenager aus der Unterschicht, die hier auf einmal ins Spiel kommt – auch eine Erfindung wie das Eigentum und die Märkte ? – das Handy macht sie alle gleich, nivelliert die sozialen Gegensätze. Der Luxus werde immer breitenwirksamer und sei dann keiner mehr. Obwohl zwischen dem Unterschichtenhandy un dem von Gates an technischen Möglichkeiten wohl Welten liegen, erfüllt sich durch die Technik das Versprechen der Égalité von 1789. „Reiche nutzen den 7er-BMW, die S-Klasse von Mercedes oder den Ferrari, um sich von anderen abzusetzen – doch ihre Ausstattung wird inzwischen immer schneller nachgebaut und kommt in wenigen Jahren im Fiat 500 an“. Ja die technische Entwicklung hebt sogar schon ein wenig den Vorhang zur kommunistischen Gesellschaft, Bernau gibt das Internet als Bestandteil einer Kostenlos-Welt aus, in dem jeder nach seinen Bedürfnissen glücklich werden könne. Das sei „gut für die Armen, die das Geld nicht mehr ausgeben müssen“. Aber moment ! – Bernau sagt selbst, in vielen Ländern entwickeln sich Reichtum und Armut auseinander. Aber nicht in sozialer Hinsicht, sondern in der Bildung. „Mittel- und Oberschicht rückten dank ihrer guten Bildung näher zusammen, während die Unterschicht immer weiter abgehängt werde. Tatsächlich sind viele Unterschiede zwischen Reichen und Armen bei genauerer Betrachtung inzwischen weniger Fragen des Geldes, sondern mehr Fragen der Bildung und des Lebensstils – ob es um den Gesundheitszustand oder um die Bildungschancen der Kinder geht“. Während die Mittel- und Oberschichten im Internet eine Havard-Vorlesung angucken (eine Vorlesung guckt man nicht an, man studiert sie / Heinz Ahlreip), daddelt die Unterschicht mit neuen Spielen herum. Da also liegt der Hase im Pfeffer und nicht in der Lehre vom Mehrwert ! Warum ist der große Dialektiker Hegel – bei genauerer Betrachtung -bloß nicht darauf gekommen ! Der Pöbel ist nur deshalb Pöbel, weil er in Spielen daddelt !

100 Jahre sogenannter Erster Weltkrieg – Bemerkungen zum Ende des Krieges

15. Juni 2014

Lenin lehrte uns, dass der Krieg eine kunterbunte Sache ist und dass man nicht mit einer Schablone an ihn herantreten darf. Besonders die militärischen Betonköpfe im deutschen OKH aber dachten in alten, vorgefertigten Schablonen, klammerten sich an die starre Gefechtstaktik und konnten nicht erfassen, dass der Krieg eben eine kunterbunte Sache ist. Ein Krieg wäre leicht zu führen, wüßten wir sein Wesen vor seiner Entfaltung, dem ist aber nicht so. Es gilt, intuitiv seine neuen Gegebenheiten,  die Bedeutung neuer Waffen und ihre Wirkungen, Brüche und Zufälle auf dem Schlachtfeld zu erfassen. Die Entente hatte weniger Kommißköpfe als die Mittelmächte und in dieser Tatsache gründete sich unter anderem ihr Sieg: es wurde früher erkannt, dass die Kombination von Flugzeugen und Panzern den in sich verharrenden Krieg aufbrechen konnte, mit den Panzern und ihren Kombinationsmöglichkeiten waren die Ententeoffiziere kriegsgeschichtlich über den sogenannten ersten Weltkrieg sogar hinaus. Zwei Faktoren entschieden zunächst den Krieg im Westen: die Waffenkombination und die Reservisten aus den USA, die massenhaft über den Atlantik kamen. Im Osten sollte sich ein Drama anderer Art abspielen, dort handelte es sich zunächst nur um Lenin und 32 seiner in Zürich lebenden Anhänger. Und damit kam ein dritter Faktor ins Spiel, der den Krieg endgültig entschied. Im Einschleusen des Begründers des Bolschewismus nach dem sich in einer unberechenbaren Gärung befindlichen Rußland wurde vom deutschen OKH verkannt, dass mit ihm eine Schlüsselfigur des sogenannten ersten Weltkrieges mit überragenden weltgeschichtlichen Format auftrat. Das seine beiden größten Söhne, Karl Marx und Friedrich Engels, so sehr mißachtende und ihre Anhänger inhaftierende offizielle Deutschland wurde zum Geburtshelfer des praktischen Leninismus, der in einem Land emporkam, in dem durch den Weltkrieg 15 Millionen Menschen mobilisiert worden waren. In Russland kam es dann hin: die Bolschewiki waren der Funke, der eine ganze Steppe in Brand steckte. Fakt und mitentscheidender Faktor im Krieg waren das Fehlen einer Vision der Mittelmächte. Es war so gekommen, wie Engels es vorhergesehen hatte: im nächsten großen Krieg werden Kronen in die Gosse fallen und niemand wird sich bücken, sie aufzuheben. Der Stern Wilhelm II verblasste, alle Beteiligten am Krieg hatten tiefe Wunden abbekommen und in dieser Situation waren Visionen gefragt, Visionen, die Massen ergreifen konnten. Wilhelm konnte außer einer kriegsverbrecherischen hohenzollernschen Tradition nichts bieten, wohl aber Lenin und Wilson. Mit ihnen kam zur Mentalität des Krieges eine spezifische Atmossphärik hinzu: in den großen Weltkrieg färbte sich eine Bürgerkriegsmentalität ein. Der Krieg, als lokaler konzipiert, war zum totalen, zum Schicksal der Menschheit dadurch geworden, dass er als Weltbürgerkrieg die Frage der bürgerlichen, gegen den Feudalismus gerichteten und der proletarischen, gegen den Kapitalismus gerichteten Demokratie im Umrissen weltweit aufwarf. Mochte der Soldat am Ende des großen Krieges nur seine Haut retten, so zeigte sich doch, wie wichtig es war, die Köpfe zu gewinnen, um den Krieg zu beenden, der zur Mutter eines ungeheuren Emanzipationspotentials wurde. Es wird zur Tragik des XX. Jahrhunderts werden, dass seine Mutter der Emanzipation an der Wiege des Krieges stand. Das Ende des sogenannten ersten Weltkrieges ist also nicht nur materiell, etwa durch den Landhunger Millionen russischer Bauernsoldaten zu erklären, denen die Bolschewiki entgegen ihrer eigenen Theorie mit einer Forderung der Sozialrevolutionäre goldene Zeiten in Aussicht stellten, das Ende ist auch aus einer Blockade imperialistischen Kriegsdenkens zu erklären, das bei Millionen einfacher Soldaten durch die sozialen und demokratischen westöstlichen Verlockungen die Frage des eigenen Ichs in diesem Krieg aufwarf. Millionen Menschen stellten sich die Fragen, für wen und für welche Ideale sie eigentlich kämpften und mit dem Fragen und Nachdenken fing das Nagen an der Gehorsamspflicht an, setzte sich eigenes Interesse über eingeimpftes fremdes. Der einzelne, vor Ort kämpfende einfache Soldat hatte viel zu wenig Einblick in gesamtstrategische Zusammenhänge, nur die höheren Offiziere erblickten auf den Landkarten immer mehr, dass der Krieg sich auch militärisch seinem Ende zuneigte. Der sogenannte erste Weltkrieg erschöpfte sich nicht nur materiell, sondern zugleich auch ideell in einem Weltbürgerkrieg, der nur erst als Gespenst umherging. Beides zusammen, die sehr tief sitzende Nachhaltigkeit grauenhafter persönlicher Erlebnisse in den Kriegshöllen und die globale objektive Unbestimmtheit der Weltgeschichte, der man im Weltkrieg nicht Herr geworden war, paralysierten das militärische Denken, so dass dieser Krieg wie jeder stumm endete. Das ist die Ironie des Krieges, die wohl bitterste auf Erden. Dass der sogenannte erste Weltkrieg nicht der letzte war, ist die wohl deprimierendste Tatsache der Weltgeschichte. Auf der subjektiven Ebene kehrte der deutsche Soldat nur für eine gewisse Zeit in sich ein, um sich nur zwanzig Jahre später in einer noch gigantischeren orgiastischen Explosion zu entladen, auf objektiver Ebene war die deutsche rote Revolution gescheitert, so dass der bürgerliche Staatsapparat der Weimarer Republik alles Erdenkliche tun konnte, dass unter dem Auge des Gesetzes die alten Kriegsverbrecher sich in Sicherheit fühlten, um einen neuen Weltkrieg vorzubereiten.

Die Reichen weltweit vernichten !

12. Juni 2014

Am 28. März 1917 zensierte die Frankfurter Zeitung, die Vorgängerin der heutigen FAZ, dem heutigen Pflichtblatt der Frankfurter Wertpapierbörse, den Soziologen Max Weber. In einem Brief an die bürgerliche Zeitung hatte der Soziologe zum ersten Weltkrieg geschrieben: „Das Heer, das die Schlachten schlug und die Arbeitsarmee, welche den Kriegern draußen den Kampf ermöglicht,  sollen auch die entscheidende Stimme beim Neubau des Vaterlandes nach dem Kriege haben“.  Die Zensoren der Redaktion machten aus dem Plural einen Singular, indem sie die Arbeitsarmee einfach wegstrichen, nur das reaktionäre Heer sollte beim Neubau eine entscheidende Stimme haben. Reaktionäre Ideologie ist eben dadurch gekennzeichnet, dass sie außer Acht läßt, das jedes Ding mit seinem Gegenteil schwanger geht. Die FAZ wird heute im bürgerlichen Mund als seriöseste Zeitung Deutschlands gepriesen, weil sie drei Dinge fundamentalisiert hat:  ein  klares Feindbild – die Arbeiterklasse – einen „gesunden“ Hass gegen alle Menschen, die nicht börsenmäßig-unproduktiv „tätig“ sind und die Lobpreisung der reaktionären Bundeswehr, die unter dem Diktat der Notstandsgesetzgebung Arbeiteraufstände niederschlagen soll.

Am 11. Juni 2014 veröffentlichte die FAZ im Wirtschaftsteil einen Artikel „Mehr Millionäre in Deutschland“, in dem ebenfalls die „Arbeitsarmee“, die den Reichtum schafft, einfach weggestrichen ist, als ob die Millionäre vom Klapperstorch gebracht werden. Unumwunden muss selbst die FAZ zugeben, dass die Reichen immer reicher werden, aber die entscheidende Frage bleibt ununtersucht: wie kommt es, dass die Arbeit der Vielen in den Reichtum der Wenigen mündet ? Wir produzieren heute bereits einen gesellschaftlichen Reichtum, der jeglichen asketischen Kommunismus obsolet macht. Für den Agrarevolutionär Babeuf war noch alles, was über die Ernährung hinausgeht, Diebstahl an der Gesellschaft und auch für Spinoza führte nur der ein richtiges Leben, der nur für seine Erhaltung und Gesundheit sorgt, um den Kopf frei zu haben für die Philosophie. (Vergleiche Baruch de Spinoza, Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes, Felix Meiner Verlag, Hamburg, 2003,17).

Im Jahr 2013 ist die Zahl der Haushalte mit einem Vermögen in Deutschland mit mehr als einer Million us-amerikanischer Dollar (740 000 €) um sieben Prozent gestiegen. Weltweit gab es laut einer Studie der Unternehmensberatung „Boston Consulting Group“ 2013 16,3 Millionen Dollarmillionäre (Bargeld, Wertpapiere, Investmentfonds), 19 Prozent mehr als 2012. Gezählt wurden im letzten Jahr in Deutschland 881 Multimillionäre, das sind die Millionäre, die über 100 Millionen Dollar besitzen. Deutschland gilt nach diesen vulgärmaterialistischen Maßstäben als das fünftreichste Land der Welt, hinter den USA, China, Japan und Großbritannien. Die Gruppe aus Boston prognostiziert, dass Deutschland Großbritannien überholen, China seine zweite Position festigen und Indien unter die ersten Zehn aufrücken wird.

Wenn die FAZ nur die eine Seite der Medaille zeigt, so ist hinzuzufügen, dass der horrende Reichtum einer Minderheit der Weltbevölkerung auf der anderen Seite bedingt ist durch Massenverelendung, Hungersnöte, Krankheiten und moralischen Zerfall der Mehrheit der Weltbevölkerung. Weder gibt es für die Zukunft dieser Mehrheit ein „Modell Deutschland“, noch ein „Modell Europa“, noch eine weltweite Harmonie zwischen armen und reichen Menschen bezüglich ihrer Zusammenarbeit. National und international findet ein mehr oder minder versteckter Bürgerkrieg zwischen Proletariat und Bourgeoisie statt und das Proletariat ist gut beraten, drei Dinge zu fundamentalisieren: ein klares Feindbild – die kapitalistischen Parasiten – einen gesunden Klassenhass gegen alle Schmarotzer der bürgerlichen Gesellschaft und eine ständig-fanatische Gewalt- und Vernichtungsbereitschaft gegen den bürgerlichen Staat, gegen seine Polizei und seine Armee. Diese „Bastillen“ müssen geschliffen werden ! Bereits zu Beginn der russischen Revolution im Jahr 1905 forderte Lenin im Januar die sofortige Bewaffnung der Arbeiter und aller Bürger überhaupt für die Vernichtung der Regierungsbehörden und -institutionen. (Vergleiche Lenin, Der Beginn der Revolution in Rußland, Werke Band 8, Dietz Verlag Berlin, 1958,87).  Der perverse kapitalistische Ausbeuterabschaum hat weder ein politisches noch ein historisches noch ein moralisches Existenzrecht und  muss in einem Blutmeer des Bürgerkrieges untergehen, denn Lenin stellte uns die Aufgabe, die Bourgeoisie VÖLLIG zu vernichten. Diese Titanengestalt macht eben den Unterschied aus zu bürgerlichen Ideologen: der 16. Präsident der USA, Abraham Lincoln vertrat noch die Auffassung, dass man den Armen nicht helfen könne, wenn man die Reichen vernichte. Und der utopische Sozialismus appellierte vorzugsweise an die Reichen, ihre unsittliche Ausbeutung zu unterlassen. Die Utopisten konnten noch keine dem Proletariat eigentümliche politische Bewegung erkennen, die zuerst Karl Marx 1844 im „Elend der Philosophie“ darlegte. Und in der Politik geht es um Freund und Feind, um Leben und Tod. Zur Generalabrechnung mit den kapitalistischen Volksfeinden ist eine Volksbewaffnung unumgänglich und die Revolutionäre müssen sich unmittelbar auf die bewaffnete Gewalt der Massen stützen. Die Ausrottung der Schamarotzer wird dabei nicht zwingend nur über Revolutionstribunale erfolgen, sondern auch außerhalb institutioneller Wege durch Anwendung des sofort rechtswirksamen revolutionären Standrechts. Es gibt keinen gemütlichen Sozialismus und die Stimme der Arbeiter kann auf Dauer nicht zum Verstummen gebracht werden, bilden sie doch laut dem großen Jakobiner Jean Paul Marat den gesündesten Teil der Nation. Nur das Perverse, das Krankhafte  will das Perverse, Krankhafte am Leben erhalten. Wir werden heute vom „marxistischer“ Literatur überschwemmt – Spaß beiseite ! Wir müssen an die Quellen gehen, und siehe da: welche Eröffnungen ! In dem Artikel „Die revolutionäre demokratische Diktatur“ lesen wir bei Lenin, dass das revolutionäre Volk, das heißt das Proletariat und die Bauern die Konterrevolutionäre erschlagen, sie totschlagen müssen — totgeschlagen, wer da dient dem Kapital. Stürmen wir also die Bastillen des Kapitals ! (Vergleiche Lenin, Die revolutionäre demokratischer Diktatur, Werke Band 8, Dietz Verlag, Berlin, 1958,292).

Adolf Hitler Willy Brandt Gerhard Schröder – das deutsche Volk hat kein Existenzrecht mehr

6. Juni 2014

Als sich das Tausendjährige Reich nach zwölf Jahren seinem Ende zuneigte, erteilte Hitler im April 1945 seinem Rüstungsminister Albert Speer 1. in Berlin den sogenannten Nerobefehl – die gesamte Infrastruktur auf deutschem Territorium soweit zu vernichten, dass das deutsche Volk ausgelöscht werden wird, da es sich im Krieg als das schwächere erwiesen habe.  Wir finden in diesem Befehl die Quintessenz des Faschismus, den perversen Charakter der kleinbürgerlichen Handlanger des deutschen Großkapitals. Die Menschenverachtung des Kapitals hatte sich zur Vernichtung eines Volkes gesteigert und gegenüber dieser im Kapitalismus tiefwurzelnden Inhumanität ist jede „bürgerliche Politik“ machtlos, kapituliert vor ihr, wie wir im folgenden sehen werden. Unsere Zappelphilippe im Parlament nähren lediglich die Illusion, sie seien wichtig. Der us-amerikanische Senator Morgenthau wollte Deutschland nach 1945 in ein reines Agrarland zurückverwandeln, nur Stalin sagte: Die Hitlers kommen und gehen, das deutsche Volk aber wird nicht untergehen ! Bürgerliche, menschenverachtende Politik und proletarische kapitalismusfeindliche Politik verhalten sich wie Feuer und Wasser zueinander. Dass ein Volk und sein Wohlstand im Kapitalismus aufblühen können, ist bürgerliche Ideologie, auf die die Massenmedien geeicht sind,  pur und spottet jeder wirklichen Erfahrung der Millionenmassen der Werktätigen tagein tagaus.

Das war eine der wesentlichen Erkenntnisse der 68er Studentenbewegung. Hinzukam die Wahrnehmung, dass die grosse Masse der Anhänger Neros nicht nur keiner gerichtlichen Verfolgung unterlag, sondern im Gegenteil – der ganze Staatsapparat der BRD, die Schulen, die Gerichte, die Sportverbände, die Medien waren durchsetzt mit diesen Ewiggestrigen. Überall hatten sich die Neroanhänger eingenistet. Zu Recht forderte die 68er Generation ihre Vertreibung aus den Behörden, aber wieder einmal erwies sich die enge Symbiose zwischen Kapital und Faschismus als stärker. Im Grunde begann die 68er Bewegung mit einer Naivität, mit dem Glauben, durch Aufklärung und Erziehung, durch die Vereinigung von Volk und Wissenschaft die gesellschaftliche Entwicklung in eine progressive, antikapitalistische Richtung lenken zu können, an Banküberfälle und Molotowcocktails dachte noch niemand. Aber da sprang der Sozialdemokrat Willy Brandt den Neroanhängern eilfertig zur Seite und erließ die Berufsverbote gegen Wissenschaftler, die das deutsche Volk aufklären wollten. Er trat ganz in die Fußstapfen des Nerobefehls, denn ein Volk ohne Wissenschaft wird unweigerlich zugrunde gehen. Später zeigte Willy Brandt dann Reue und bezeichnete die Verhängung der Berufsverbote als den größten Fehler in seiner politischen Laufbahn. „Verachte nur Vernunft und Wissenschaft, des Menschen allerhöchste Kraft, Laß nur in Blend- und Zauberwerken Dich von dem Lügengeist bestärken…“, spricht Mephisto im Gewand von Faust. Und dieser Lügengeist (des Suizids) quoll auch aus Stuttgart Stammheim empor, als der Nachfolger von Willy Brandt mit den RAF Kadern kurzen Prozess machte. Das ist gute sozialdemokratisch-noskische Tradition, schon Friedrich Ebert sagte nachweislich, dass er die soziale Revolution wie die Pest hasse. Und um diese Revolution zu verhindern, geht die SPD von jeher über die Leichen der besten Revolutionäre Deutschlands.

In Gerhard Schröder endlich tritt uns die erbärmlichste Gestalt der deutschen SPD entgegen. Dieser Advokat legte die erstaunliche Karriere vor, wie ein Junge aus ganz einfachen Verhältnissen zum Kanzler der Bosse avancierte. In seiner ganzen Art erinnert er an den Advokaten Thiers zur Zeit der Pariser Kommune, den Marx als „Zwergmißgeburt“ bezeichnete, „weil er der vollendetste geistige Ausdruck“ bürgerlicher Klassenverderbtheit war. 2. Der geniale Regisseur Serjeg Eisenstein beendete seinem Monumentalfilm „Ivan der Schrecklicke“ mit einer Szene, in der das Gesicht des Zaren im Großformat gezeigt wird mit den Worten: „Es ist die Aufgabe des Zaren, die Kleinen und Schwachen zu schützen, aber hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen zu sein. Wenn er dies jedoch nicht vermag, so ist er kein Zar“. Wer nicht hart und grausam gegen die Bosse ist, ist bereits hart und grausam gegen die Arbeitslosen. Gerhard Schröder ist pervers. Die Hartz IV-Gestzgebung ist im Kern faschistisch. An Millionen und Abermillionen Bundesbürgern, an den „Empfängern“ von Hartz IV wird kein besonderes Unrecht mehr begangen, sondern das UNRECHT SCHLECHTHIN. Der deutsche Philosoph Fichte hatte die Versorgung jedes Bürgers mit Arbeit zur höchsten Aufgabe des Staates erklärt. Im Lichte Fichtes wird das deutsche Volk durch die Hartz-IV-Gesetzgebung eingeteilt in kapitalistische Herrenmenschen und lohnabhängige Untermenschen. Was muss einer „Empfängerin“ von Hartz IV durch den Kopf gehen, wenn sie in Springers faschistischem Blutblatt liest, dass ein Bankier Ackermann eine Abfindung von 22 Millionen Euro von der Deutschen Bank erhalten hat ? Millionen und Abermillionen nagen am Hungertuch und leben am Rande des Existenzminimus durch eine sozialdemokratische Gesetzgebung, deren faschistischer Sadismus darin besteht, dass sie den Arbeitsämtern einen Freibrief erteilt, hart und grausam gegenüber Hilfebedürftigen zu sein. Und hört man Erfahrungsberichte von Arbeitslosen aus den Arbeitsämtern, so gewinnt man den Eindruck, als habe dieser speichelleckende bürokratische Abschaum nur auf diesen Freibrief gewartet. Die noch nicht begangenen Schandtaten an den Schwächsten des deutschen Volkes waren im Grunde des Herzens dieser Bürokratie bereits da und zu ihrer Ausführung bedurfte es nur der Hartz-IV-Gesetzgebung. Es liegt der völlige Verlust des Menschen vor und eine sozialdemokratische Gewerkschaftsführung tut alles erdenkliche, den Schulterschluss zwischen Lohnsklaven und Arbeitslosen zu verhindern, weil dieser das Ende der kapitalistischen Blutsaugerei bedeuten würde. In vielen Städten der Bundesrepublik finden Montagabends Demonstrationen gegen Hartz IV und Sozialabbau statt, einen Vertreter der Gewerkschaft hat man dort noch nicht gesehen.  Im Arbeitsamt Frankfurt-Gallus wurde der völlige Verlust des Menschen vor aller Augen deutlich: die arbeitslose Hartz-VI-„Empfängerin“ Christy Schwundeck wurde von einer deutschen Polizistin erschossen. Wie gesagt, die SPD begeht an der Arbeiterklasse kein besonderes Unrecht, sondern das UNRECHT SCHLECHTHIN. Diese Partei hasst die Arbeiterklasse wie die Pest. SPD und NPD sind keine Antipoden, sondern diese Parteien ergänzen sich, die SPD ist der gemäßigte Flügel des Faschsimus. 3.

1. Speer sabotierte den Nerobefehl und das ist wohl der Grund, warum ausgerechnet der Rüstungsminister Hitlers in Nürnberg nicht zum Tode verurteilt wurde. Obwohl er sich in seiner letzten Denkschrift an Hitler brüstete, dass ohne ihn Deutschland wohl schon 1942/43 besiegt worden wäre. Während die zum Tode verurteilten Elitekriegsverbrecher verbrannt wurden und ihre Asche ohne Erinnerungssteine in die Isar verstreut wurde, verbüßte Speer eine Haftstrafe von 20 Jahren in Berlin Spandau und kam erst 1966 nach Vollverbüßung  frei, da die Sowjetunion eine Begnadigung immer wieder ablehnte. Er starb am ersten September 1981 in London im Beisein seiner englischen Geliebten eines natürlichen Todes (Schlaganfall) und liegt auf dem Bergfriedhof Heidelberg begraben.

2. Vergleiche Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, in: Karl Marx / Friedrich Engels, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,286).

3. Die SPD schreckt von jeher vor jeder revolutionären Aktion, etwa Bankraub, zurück. Im ersten Weltkrieg deckten Teile dieser Partei vielmehr die Mißhandlungen der Soldaten des deutschen Volkes durch bürgerlich-faschistische Offiziere: „Selbst SPD-Mitglieder setzten  sich dafür ein, Briefe mit Schilderungen  von Misshandlungen von Soldaten  zu unterdrücken, um das „Durchhalten“ der Front nicht zu gefährden“. (Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora, Geschichte des Ersten Weltkrieges, Verlag C.H. Beck, München 2014, 591).