Über die Notwendigkeit einer Kulturrevolution in Deutschland

Tagtäglich überschütten uns die kapitalistischen Medien mit Lügen, Halbwahrheiten, Auslassungen, oberflächlichen Berichterstattungen und einseitigen Kommentaren über die Geschehnisse in der Welt, besonders über das Kriegsgeschehen. Zur Zeit erleben wir eine profaschistische Berichterstattung, besonders im ZDF, über den Bürgerkrieg in der Ukraine, eine proisraelische Berichterstattung über den sogenannten Gazakonflikt und der Vormarsch des „Islamischen Staates“ wird nicht etwa zum Anlaß genommen, die Religion als Opium des Volkes zu geißeln, sondern kritiklos wird unterstützt, dass die deutsche Rüstungsindustrie an diesem mittelalterlichen Primitivismus jetzt auch noch verdienen kann. Anders kann es in kapitalistischen Systemen auch nicht sein, in dem die Journalisten nach der Melodie zu tanzen haben: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

Ein erschütternder Vorgang lief am Dienstagabend des 19. August 2014 um 20 uhr 15 im ZDF ab. Angekündigt war in den Sudelblättern, die TV-Magazine genannt werden, eine Dokumentation über den ersten Weltkrieg mit dem Titel: „Die Suche nach den verlorenen Söhnen“. Das TV-Magazin „TV direkt“ kündigte diese Sendung wie folgt an:  100 Jahre Erster Weltkrieg. Wie erging es den Männern, die das Grauen der Kämpfe erlebten ? Kleingedruckt war dann unter dieser Programmankündigung zu lesen: Evtl UEFA Champions League: Play-Off Hinspiel mit Bayer Leverkusen. Man darf dreimal raten, was gesendet wurde. Bedenkenlos entschieden sich die Programmgestalter des ZDF für den Mammon, für den Fußball als ein Millionengeschäft. Keine Spur davon, dass eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt einen Aufklärungsauftrag, eine soziale Fürsorgepflicht und eine Pflicht zur Kriegsverhinderung hat. Das deutsche Volk wird quasi entmündigt, als ob es aus der Vergangenheit nichts lernen könne, als ob es ein Volk von verspielten Kindern sei, die die Beschäftigung mit Fragen der Politik, des Friedens und des Krieges lieber den erwachsenen Fachleuten, den Politikern und Generälen überlassen und dem „König Fussball“ huldigen. Als ob das deutsche Volk aus Menschen besteht, in denen der innere Schweinehund siegt, die die Pflicht der Neigung opfern. Hat es ein solch infantiles Volk nicht verdient, in den Höllen von Verdun und Stalingrad geopfert zu werden ? Nein und abermals nein ! Das deutsche Volk unter Führung seiner Arbeiterklasse muß sich auf einen Bürgerkrieg gegen das Kapital vorbereiten, in dessen Verlauf auch eine Kulturrevolution stattfinden muss. Engels wies uns daraufhin, dass das Proletariat seinen Kampf gegen die kapitalistischen Blutsauger nicht nur ökonomisch und politisch, sondern auch ideologisch führen muss. Und in dieser Kulturrevolution wird zwangsläufig die Frage aufgeworfen: Wer soll geopfert werden ? Wer soll nach seinen verlorenen Söhnen suchen ? Millionen und Abermillionen Mäner und Frauen des deutschen Volkes oder eine perverse Clique von Schmierenjournalisten, die auf die Verdummung des Volkes dressiert worden sind ? Diese Frage stellen heißt zugleich, sie beantworten.

Man nehme eine beliebige Fernsehzeitschrift zur Hand: Mord und Totschlag, Krimi auf Krimi, perverse us-amerikanische Filme und Kitsch und Plunder am laufenden Band. Insofern spiegeln die primitiven Fernsehprogramme den stinkenden und faulenden Charakter des Spätkapitalismus schon richtig wider. Die Fließbänder der Kulturbarbarei stellen die notwendige Ergänzung zu den Fließbändern dar, an denen die Proleten ihr Leben vergeuden. Die Frage ist nur: wo bleiben die verantwortungsbewußten Journalisten, die gegen diesen ekelhaft stinkenden Strom anschwimmen, die ihre Seele nicht restlos dem Mammon verschachert haben ? Der Journalismus ist heute eine bürgerliche Institution, Kinder aus der Arbeiterklasse und aus der Klasse der armen Bauern, die gegen den Strom schwimmen könnten, sucht man unter den Journalistikstudenten vergeblich. Die Arbeiter und Bauern bilden jedoch laut dem großen Jakobiner Jean Paul Marat den gesündesten Teil der Nation. Nur das Perverse, das Krankhafte  will das Perverse, Krankhafte am Leben erhalten.

Wir werden heute von „marxistischer“ Literatur überschwemmt – Spaß beiseite ! Wir müssen an die Quellen gehen, und siehe da: welche Eröffnungen ! Welche hellen Welten tun sich auf ! In dem Artikel „Die revolutionäre demokratische Diktatur“ lesen wir bei Lenin, dass das revolutionäre Volk, das heißt die Arbeiterklasse und die Bauern die Konterrevolutionäre erschlagen, sie totschlagen müssen — totgeschlagen, wer da dient dem Kapital. (Vergleiche Lenin, Die revolutionäre demokratischer Diktatur, Werke Band 8, Dietz Verlag, Berlin, 1958,292). Revolutionen bahnen sich im Stillen an und die Stille vor den Stürmen führt bei manchen zur Resignation. Wir müssen aber nach vorne schauen und auf den Tag hinarbeiten, an dem die Bastillen des Kapitals geschliffen werden, ohne dabei die Tempel der Kulturbarbarei zu vergessen !  Nicht das Volk, die Bourgeoisie muß nach ihren verlorenen Söhnen suchen !


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