Wie die Zeitung der MLPD „Rote Fahne“ Textzuschriften „bearbeitet“

Am Montag dem 8. September 2014 mailte ich zwei Texte zur Redaktion der „Roten Fahne“, der eine sprach sich für die Notwendigkeit einer Kulturrevolution in Deutschland nicht heute, sondern zum Zeitpunkt einer erwachenden Arbeiterrevolution aus, der zweite handelte von den konterrevolutionären Machenschaften Wilhelms II. 1914 und zog die Parallele zu dem vortrefflichen Paar Steinmeier – von der Leyen 2014, die auf derselben konterrevolutionären Linie wie Wilhelm liegen. Beide Texte können hier bei „Lenin unser aller Lehrer“ nachgelesen werden.

Am gleichen Tag erhielt ich eine mail von einer Gisela, dass beide Korrespondenzen in Kürze bearbeitet werden. Bei dem Wort „bearbeitet“ beschlich mich eine saure Vorahnung. (Korrespondenzen bearbeiten !!)

Lieber Heinz Ahlreip,

wir haben deine beiden Korrespondenz erhalten und werden sie in Kürze 
bearbeiten.
Vielen Dank und Herzliche Grüße RF-Redaktion
Gisela

Am 10. September dann folgende Stellungnahme zu den beiden Texten:

 

Lieber Heinz Ahlreip,

vielen Dank für die Zusendung der Artikel zur „Notwendigkeit einer 
Kulturrevolution in Deutschland“. Uns wurde nicht ganz ersichtlich, ob 
sie zum Abdruck in der „Roten Fahne“ vorgeschlagen sind oder uns nur zur 
Kenntnis zugeschickt wurden. In unserer Zeitung möchten wir sie nicht 
bringen, da wir mit den meisten darin enthaltenen Einschätzungen nicht 
übereinstimmen.

So kann man unserer Meinung nach z.B. nicht von einer „profaschistischen 
Bericherstattung“ zum Bürgerkrieg in der Ukraine sprechen. Richtig ist, 
dass die deutsche Regierung bereit war, zur Durchsetzung ihrer 
imperialistischen Interessen auch mit den zeitweilig in der ukrainischen 
Regierung vertretenen Kräften der Swoboda-Partei zusammen zu arbeiten 
und dass faschistische und faschistoide Kräfte im Bürgerkrieg vom Westen 
teilweise bewusst gefördert und instrumentalisiert werden. Die 
Berichterstattung in den deutschen Medien verharmlost das, unterstützt 
aber in erster Linie bürgerlich-demokratische prowestliche Kräfte wie 
zuerst Klitschko spwie Jazenjuk und jetzt Poroschenko.

Im Zusammenhang mit dem Vormarsch der IS-Milizen kommt es nicht darauf 
an, die „Religion als Opium des Volkes“ zu geißeln. Das würde diese 
islamisch-faschistischen Kräfte fälschlicherweise mit allen gläubigen 
Muslims auf eine Stufe stellen. Ihr Vormarsch hat seine Ursache nicht in 
der Rolle der Religion im Allgemeinen, sondern darin, dass der 
Imperialismus ständig aufs Neue faschistische Kräfte verschiedenster 
religiöser und nationalistischer Richtung hervorbringt und sie teilweise 
gezielt aufbaut bzw. fördert. Das war auch mit IS der Fall, was aber 
gescheitert ist und sich nun gegen die Imperialisten selber richtet. Die 
Gleichsetzung von islamischen Faschisten und Islam bzw. Religion würde 
auch die notwendige Aktionseinheit mit gläubigen Kurden, Jeziden und 
Arabern gegen den islamisch-faschistischen Terror verhindern.
Wir sind im Fall des gerechten Kampfs der Kurden, Jeziden und Araber 
auch dafür, dass diese dazu mit Waffenlieferungen unterstützt werden. Es 
mag sein, dass die deutsche Rüstungsindustrie auch davon profitiert, das 
lässt sich im Kapitalismus nicht verhindern. In diesem Fall kämen die 
Waffen aber ausnahmsweise in die richtigen Hände. Wobei wir auch 
kritisieren, dass die deutschen Waffen nur an die irakisch-kurdischen 
Peschmerga geliefert werden sollen und nicht genauso an die PKK- und 
PYD-Kämpfer in der Türkei und in Syrien.
Die Losung der „Kulturrevolution“ ist unter dem herrschenden 
kapitalistischen System sinnlos. Was für eine von der sozialen 
Revolution losgelöste „Kulturrevolution“ soll das denn sein und wer soll 
sie durchführen? Die internationale sozialistische Revolution, für die 
die MLPD eintritt, wird auch mit einer kulturellen Revolution 
einhergehen, indem die reaktionäre bürgerliche und kleinbürgerliche 
Kultur durch eine revolutionäre proletarische Kultur abgelöst werden 
wird. Das wird nicht ohne langwierigen Klassenkampf im Sozialismus 
möglich sein. Als dessen höchste Form sieht die MLPD die proletarische 
Kulturrevolution an, wie sie unter Mao Zedong im sozialistischen China 
durchgeführt wurde.

Herzliche Grüße
Matthias Sauter

Da wir hier gleich bei Mao sind, nur soviel von Mao: „Beim Studium einer Frage muß man sich vor Subjektivismus, Einseitigkeit und Oberflächlichkeit hüten“. (Mao: Über den Widerspruch,Wagenbach Verlag, 1968,41). SPD und NPD sind keine Antipoden, sondern diese Parteien ergänzen sich – und die Berichterstattung des ZDF soll nicht faschistisch sein ? Ist Klitschko ein Demokrat oder ein Faschist ?

Es wurden der Redaktion zwei Texte mit ganz unterschiedlichen Themen zugesandt, nur auf einen wurde oberflächlich eingegangen, der Kern war gar nicht die „faschistische Berichterstattung“ oder Religion als Opium, wie jeder im Lenin-Blog nachlesen kann, der andere Text wurde mit dem ersten Text in einen Topf geworfen., als ob es zwei Texte zur Notwendigkeit einer Kulturrevolution gewesen wären. Die Stellungnahme geht auch nicht auf die meisten Einschätzungen (ein unwissenschaftlicher Ausdruck !) in den beiden Texten ein, sondern nur auf einen geringen Prozentsatz, schon allein deshalb, weil auf einen Text überhaupt nicht eingegangen wurde. Ist das nicht ein Musterbeispiel von Einseitigkeit ?

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