Die Identität der Gegensätze

Nach der Dialektik, auch der Maos, setzt jede Seite des Widerspruchs seine andere voraus und beide Seiten koexistieren in einer Einheit. Gäbe es keine Identität der Gegensätze, könnten diese nicht in ihre Gegenteile umschlagen bzw. sich ineinander verwandeln. Die Kommunisten fördern die Verwandlung der Dinge, fördern den revolutionären Krieg gegen den bürgerlichen Staatsapparat.  Die Dialektik als Entwicklungswissenschaft oder als Lehre von der Entwicklung ist die Lehre, wie die Gegensätze identisch sein können, es sind, wie sie es werden. 1. Am Beispiel der politischen Parteien in der bürgerlichen Gesellschaft kann aufgezeigt werden, welcher essentielle Gehalt in der Lehre von der Identität der Gegensätze steckt. Es sind Schlußfolgerungen, die Mao aus Inkonsequenz nicht gezogen hat. Die kommunistische Partei wurde gegründet, um durch den Klassenkampf primär gegen die Bourgeoisie die Gesellschaft für immer von Klassenkämpfen zu befreien, das heißt, sie wurde gegründet, um historisch unterzugehen. Und anders kann es auch gar nicht sein. Jede politische Partei ist zum historischen Untergang verurteilt. Aber nur die KP reflektiert ihren Prozess der Selbstnegation, ihre Identität von Leben und Tod als Identität der Gegensätze mit, während die bürgerlichen Parteien sich anmaßen, was nur der Weltgeschichte zusteht, ewiges Leben. 2. Sie denken nicht dialektisch, sondern in der oberflächlichen Kategorie der Veränderung, die Hegel als einen morgenländischen Gedanken disqualifizierte. Nun schweben aber diese bürgerlichen Parteien nicht im luftleeren Raum, sondern sind eingebunden in einen staatlichen Terrorapparat, dem sie in der Regel präsidieren, das heißt, die bürgerlichen Parteien wollen Terror verewigen, es sind kriminelle Vereinigungen politisch motivierter Terroristen, und zwar Verfechter des repressiven Terrors gegen die Werktätigen, gegen die die kommunistische Partei den emanzipativen TERROR ALS VOLKSJUSTIZ organisieren muss. Nichts ist legitimer als dieser progressive Terror gegen die Bürgerlichen und ihre staatlichen Terrorapparate (Polizei, Justiz, Armee …). Hier haben wir zugleich das Schiboleth, an dem sich die Volksfreunde von den Volksfeinden unterscheiden. Revolution bedeutet eben auch, den Volksfeinden die Hölle auf Erden zu bereiten, während Mao die Mitglieder der konterrevolutionären bürgerlichen Parteien nur umerziehen wollte. Die asozialen Folgen dieser Milde sehen wir heute. Der proletarische Revolutionär hat ein KLARES FEINDBILD, EINEN GESUNDEN KLASSENHASS UND KANN NUR LEBEN MIT EINER STÄNDIGEN GEWALT- UND VERNICHTUNGSBEREITSCHAFT gegen den bürgerlichen Staat. Der große Monumentalfilm von Eisenstein „Iwan der Schreckliche“ endet mit einer Szene, in der das Gesicht des Zaren im Großformat gezeigt wird mit dem Schlußsatz des Films: „Es ist die Aufgabe des Zaren, die Kleinen und Schwachen zu schützen, aber hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen zu sein, wenn er dies jedoch nicht vermag, dann ist er kein Zar !“ Wer nicht hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen ist, ist bereits hart und grausam gegen die Kleinen und Schwachen, ist ein Perversling, ein Spießer, ein Volksfeind, ein Faschist, der kein Existenzrecht hat.

1. Vergleiche Lenin, Konspekt von Hegels Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, in: Lenin, Über Hegelsche Dialektik, Reclam Verlag, Leipzig, 1986,68

2. „Den Versuch, Geschichte stillzustellen, ihre Herrschaft als ewig, gottgewollt, natürlich, völkisch, oder funktional-rational auszugeben, haben die bürgerlichen Papiertiger immer schon unternommen: seit ihrem historischen Auftreten als Klasse“. (Hansmartin Kuhn, Nachwort zu Mao Tse-tung: Über Praxis und Widerspruch, Rotbuch 5, Wagenbach Verlag, Berlin, 1968,92). Das ist korrekturbedürftig, gegenüber dem Feudalabsolutismus hat die Bourgeoisie die Geschichte nicht stillstellen können, überhaupt hat sie eine höchst revolutionäre Rolle gespielt. „Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftlichen Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren“. (Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Werke Band 4, Dietz Verlag, Berlin, 1977,465).

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