Die deutsche Arbeiterbewegung ist die Erbin der deutschen klassischen Philosophie (Friedrich Engels)

In der um die Jahreswende 1843/44 geschriebenen „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie / Einleitung“ wies Marx uns darauf hin, dass die revolutionäre französische Bourgeoisie 1789 nur zur Herrschaft über den alten Adel und Klerus kommen konnte durch ihre Fraternisierung mit dem ganzen französischen Volk. „Nur im Namen der allgemeinen Rechte der Gesellschaft kann eine besondere Klasse sich die allgemeine Herrschaft vindizieren“ (Karl Marx, Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie / Einleitung, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960,388). Bereits die französische Aufklärung hatte vor 1789 mehr als die in anderen europäischen Ländern den Menschen nicht individualpsychologisch gedeutet, sondern primär als ein die gesamte Menschheit verkörperndes Wesen, die radikalen französischen Jakobiner gingen über das französische Volk hinaus und wollten die ganze Menschheit emanzipieren, das hieß, von feudalen Ständen befreien.  Die Geschichte der französischen Bourgeoisie nach 1789 ist die Geschichte der Freimachung dieser Klasse von der historisch notwendigen Fraternisierung, die angesichts des bereits in Keimform vorhandenen antagonistischen Widerspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital ideologisch war.   1791 wird vom Parlament folgerichtig das Gesetz „Le Chapelier“ erlassen, dass einen Zusammenschluß der Lohnarbeiter als einen Rückfall in die Zunftzeit verbietet. Nicht unwichtig in dieser Freimachung von Fesseln, die die Revolution den Wohlhabenden geschmiedet hatte, ist die Tatsache, dass nach der Guillotinierung Robespierres die revolutionären Clubs Beitrittspreise einführten und diese ständig erhöhten, so fand eine Selektion der Mittellosen statt, die in Babeuf, der am 27. Mai 1797 hingerichtet wurde, ihren Sprecher gefunden hatten. Diese „Emanzipation“ geht über Napoleons Erklärung vom 15. Dezember 1799, dass die Revolution beendet sei, über die Niederschlagung der Pariser Insurrektion der Arbeiter in der 48er Revolution bis zur aus dem deutsch-französischen Krieg geborenen Pariser Commune, in deren gewaltsamen und gemeinsamen Niederschlagung durch französische und preußische Truppen sich der Kreis schloss. In ihr wurde der Beweis erbracht, “ … daß der heutige Bourgeois sich für den rechtmäßigen Nachfolger des ehemaligen Feudalherren ansieht …“ (Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,321). Die Bourgeoisie war endgültig eine konterrevolutionäre Klasse geworden, statt Befreiung der gesamten Menschheit vom Feudalismus ‚Waffenbrüderschaft‘ mit dem neben Russland reaktionärsten Feudalstaat Europas zum gemeinsamen Abschlachten des Pariser Proletariats. Heute beim Bürgertum revolutionäres Potential zu suchen käme einem Unterfangen gleich, bei einem Bordellwirt edle Charkterzüge zu entdecken.

Eine ähnliche Bewegung ging auf dem Gebiet der Ideologie vor sich. 1770 wurde Hegel geboren, der auf allen Gebieten des Wissens die Notwendigkeit des historischen und objektiven Sinnes vertrat. Aber schon seine Rechtsphilosophie aus dem Jahr 1821 rechtfertigte die reaktionäre preußische Monarchie und während die Pariser Commune in Schutt und Asche fiel, wies der Wiener Farbrikant Mayer darauf hin, “ … daß der große theoretische Sinn, der als deutsches Erbgut galt, den sogenannten gebildeten Klassen Deutschlands durchaus abhanden gekommen ist, dagegen in seiner Arbeiterklasse neu auflebt“ (Karl Marx, Nachwort zur zweiten Auflage des Kapitals, Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1960,19). Marx stimmte in diesem Nachwort Mayer bei. Hatte die Bourgeoisie politisch die noch von Abbé Sièyes beschworenen Kollektivität des dritten Standes aufgegeben, so ideologisch den ‚großen theoretischen Sinn‘. In Deutschland kam aber noch das Unglück hinzu, dass dieses Land niemals eine wirklich revolutionäre Bourgeoisie gehabt hat. Friedrich Schiller wollte nicht wie radikale französische Jakobiner, von denen er sich abwandte, die ganze Menschheit mit Waffengewalt von feudalen Hemmnissen befreien, sondern hauchte lediglich einen kosmopolitischen Kuss „der ganzen Welt“. Auch Goethe bezog eine Position gegen den Jakobinismus und die Ablehnung der die staatsbürgerliche Gleichstellung für Juden bringende französischen Revolution aus Weimar sollte sich für die Weltgeschichte im XX. Jahrhundert verhängnisvoll auswirken. Der Grundstein für Buchenwald wurde in Weimar angefertigt. Noch im Vormärz hatte Moses Hess geschrieben, dass die lahme Opposition des deutschen Bürgertums es zu keiner Revolution mehr bringt (Vergleiche Moses Hess, Die ‚Ewigen Wahrheiten‘ der Bourgoisie, Deutsche Brüsseler Zeitung vom 11. November 1847, in: Der deutsche Vormärz, Texte und Dokumente, Reclam Verlag, Stuttgart, 1967,253).

Die bürgerlichen Feudalherren hatten 1914 nach dem Ausbruch des  ersten Weltkrieges gelechzt wie 1939 nach dem des zweiten.  Sie hatten am 10. Mai 1933 Bücher, die für gesellschaftlichen Fortschritt eintraten, verbrannt und auf der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 zur Endlösung der Judenfrage hatten alle Teilnehmer außer dem Konferenzvorsitzenden Reinhard Heydrich den Doktotgrad einer deutschen Universität. Die sogenannten ‚Helden vom 20. Juli‘ waren Feudalherren durch und durch und wollten Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion nach dem tödlichen Attentat auf ihn fortsetzten. Adenauer nahm nach 1945 Faschisten in den Staatsapparat auf mit dem „Argument“, schmutziges Wasser sei besser als gar kein Wasser. Der heutige Innenminister Thomas de Maizière ist der Sohn des deutschen Soldaten Ulrich de Maizière, der noch mit Hitler 1945 im Führerbunker unter der Reichskanzelei zusammenkam, um den bolschewistischen Welthumanismus doch noch niederzuringen und die proletarischen Jakobiner, insbesondere Politkommissare, auszurotten. Von 1966 bis 1972 war der Vater des heutigen Innenminister Generalsinspekteur der Bundeswehr und damit der ranghöchste Soldat der BRD. Ulrich de Maizière erklärte in einer Fernsehdokumentation mit leuchtenden Augen, dass das Charisma Hitlers durch seine krankheitsbedingte Hinfälligkeit noch zugenommen habe. Heute hetzt diese Kloakenbourgeoisie Soldaten der Bundeswehr, die während der Existenz des Warschauer Paktes als reine Verteidigungsarmee präsentiert wurde, in ein Land nach dem anderen, um bei der imperialistischen Neuaufteilung der Welt nicht zu kurz zu kommen. Wer heute von den sogenannten gebildeten Klassen Deutschlands noch irgendeine wissenschaftliche Leistung von weltgeschichtlichem Rang besonders auf dem Gebiet der Gesellschaftswissenschaften erwartet, gleicht einem Bauern, der in den Sand der  Sahara Samen für Wassermelonen einsetzt.

War es den Propagandisten der westdeutschen Millionäre bei einfältigen Menschen gelungen, die Bundeswehr als eine den Frieden liebende Armee unterzujubeln, so gelingt es ihnen heute bei unaufgeklärten Menschen, Deutschland als ein reiches Land auszugeben. Am 5. November 2015 erschien in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ein Artikel von Linda Tonn mit der Überschrift: „Sind alle satt ? Immer mehr Kinder sitzen hungrig in der Schule“. Petra Günther, die Konrektorin der Peter-Ustinov-Schule in Hannover-Ricklingen, weiß aus Erfahrung: „Wenn ich vor der Klasse stehe, weiß ich, dass etwa die Hälfte der Kinder nicht gefrühstückt hat“. Die Kinder sind unkonzentriert, nervös, müde und klagen über Kopfschmerzen. Fürwahr ein Armutszeugnis ersten Ranges des spätbürgerlichen Schulsystems: Schmerzen statt Wissen … Kein Wunder, dass der große theoretische Sinn, der als deutsches Erbgut galt, abhanden gekommen ist. Es ist in einer proletarischen Revolution unabdingbar, der verfaulten Kloakenbourgeoisie die Erziehung der Kinder des deutschen Volkes aus der Hand zu nehmen, um sie einer Klasse anzuvertrauen, die „die Erbin der deutschen klassischen Philosophie“ (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1960,307) ist.

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