Zum 1. Mai 2016: „Die Losung der „Kulturrevolution“ ist unter dem herrschenden kapitalistischen System sinnlos“. (Matthias Sauter / MLPD)

Der Volksmund hat Recht: Politik ist ein schmutziges Geschäft und sie verdirbt den Charakter. Heute findet ein großer Volksbetrug mit dem Wort ‚Demokratie‘ statt. Im Licht der Wissenschaft gibt es Demokratie und Demokratie: eine bürgerliche gegen den Feudalismus und eine gegen den Kapitalismus. Hält man beide nicht auseinander, verdreht man den Würfel: Die einstmals progressive bürgerliche Demokratie ist heute reaktionär geworden, ohne dass diese Rückschrittlichkeit aber im Wort ‚Demokratie‘ überhaupt zum Bewußtsein kommt. Der wissenschaftlich korrekte Begriff ist also nur der der ‚Klassendemokratie‘, und der ist heute peripher, obwohl er der einzig wissenschaftliche, der einzig richtige ist. Deshalb muss heute bei jedem Gebrauch des Wortes ‚Demokratie‘ nach der progressiven oder reaktionären Substanz gefragt werden, die sich dahinter verbirgt, und im Spätkapitalismus kann man davon ausgehen, dass in 99 Prozent des Gebrauchs in den Massenmedien der verschleierte reaktionäre Gehalt gemeint ist. Die Massenmedien verdummen das Volk. Man schaue sich heute am 1. Mai 2016 einmal die Fernsehprogramme durch und suche nach Beiträgen, die sich wissenschaftlich mit dem höchsten Feiertag des Jahres auseinandersetzen. Der höchste Feiertag des Jahres wird von den bürgerlich-reaktionären Massenmedien durch einen perversen stinkenden Dreck der Kulturbarbarei primär anglo-amerikanischer Provenienz gezogen, der einfach ekelhaft und kaum noch in Worte zu fassen ist. Die Aufgabe der Massenmedien ist es, den Lohnsklavinnen und Lohnsklaven bunte Blumengirlanden als Blendwerk um die schwarzen und schweren Ketten der Sklaverei zu legen.

Das ZDF übertrug vormittags für 45 Minuten einen katholischen Gottesdienst, also finsterstes Mittelalter, die ARD räumte dem DGB Vorsitzenden Reiner Hoffmann 5 Minuten für eine Ansprache ein, oh ja 5 Minuten … länger darf ja eine Rede an Arbeiterinnen und Arbeiter nicht sein … Nun ist Hoffmann auch nicht der Mann, der über das Wesen der Lohnsklaverei aufklären und der die soziale Wirklichkeit in der BRD richtig wiedergeben kann. Er beschwört den „sozialen Zusammenhalt“, den es bei einer Polariserung der Gesellschaft in Kapitalmagnaten und Lohnarbeiterinnen und Lohnarbeitern nicht geben kann.  Nur auf den ersten Blick liegen daher beide Sendungen auseinander, im Licht der Wissenschaft wird aber in beiden Fällen Opium fürs Volk verabreicht, wird die Schicksalsgemeinschaft von Lohnarbeit und Kapital beschworen. Und zwischen dem katholischen Gottesdienst und der Volksverdummung durch Hoffman übertrug das bayrische Fernsehen um 12 uhr den Maibockanstich ! Der Fusel ist neben der Religion und der irrationalen Popmusik ein weiteres Opiat, mit dem die Lohnsklavinnen und Lohnsklaven ihr menschenunwürdiges Dasein betäuben sollen. Dafür stand am 1. Mai vor allem der Kanal ‚3Sat‘, er sendete von 9 uhr 40 bis Mitternacht eine nur durch Werbung unterbrochene Kette von Musiksendungen, die nur aus Popkonzerten bestand: in keinem dieser 15 Konzerte war ein einziges Lied der Arbeiterbewegung zu hören. Alles in allem gab es neben der Ansprache von Hoffmann nur noch drei Sendungen, die man in Beziehung zum 1. Mai setzen könnte: eine Sendung über wilde Streiks 1969 im Ruhrgebiet im ZDF info, eine Dokumentation über Stalin auf N-TV und eine über Mao kurz vor Mitternacht im ZDF („Der rote Kaiser“). 1. Mai ! Stalin ! Mao ! Was will  man mehr ? Doch wir werden sehen ! Zunächst ist festzuhalten, dass man sich schwerpunktmäßig nur biografisch mit der Arbeiterbewegung auseinandersetzt, in die nach Lenin bürgerliche Publizisten nicht wissenschaftlich eindringen können: „Ein bürgerlicher Philosoph oder ein bürgerlicher Publizist wird die Sozialdemokratie nie richtig verstehen, weder die menschewistische noch die bolschewistische Sozialdemokratie“ (Lenin, Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution, Werke Band 9, Dietz Verlag Berlin, 1960,107f.). Lenin wurde am 1. Mai bestätigt.

 Das ZDF info brachte um 12.45 uhr einen Beitrag: ‚Wilde Streiks – Der heiße Herbst 1969‘, der als 45minütige Dokumentation nicht etwa mit Liedern der Arbeiterbewegung untermauert wurde, sondern mit Geplärre von Led Zeppelin und den Mamas & Papas. Schon die Wahl der irrationalen Musik sollte hellhörig machen. Diese sogenannten wilden Streiks, (in Deutschland hauptsächlich der Stahl- und Bergbauarbeiter), die es im Mai 1968 in Frankreich und Italien zu Dutzenden gegeben hatte, die französische Sprache kennt nicht einmal den Ausdruck ‚wilder Streik‘, waren ein Schock für die kapitalistischen sogenannten Arbeitgeber, für die revisionistische SPD und für die verräterischen Gewerkschaftsspitzen der IG Metall und vor allem der IG Bergbau, diese drohte den Streikenden sogar mit dem Verlust der Krankenversicherung und des Kassenschutzes bei der Knappschaft. Der Vorsitzende dieser Gewerkschaft war Walter Arendt, der in Geheimverhandlungen mit den sogenannten Arbeitgebern kungelte, und wenige Monate später als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung im Kabinett Brandt aufschlug. Hoesch-Bosse in Dortmund vermeldeten den Aktionären 8 Prozent Dividende und die Kumpel sollten laut SPD (Lohnzurückhaltung wegen der ‚konzertierten Aktion‘) und Gewerkschaftsspitzen leer ausgehen. In Dortmund gab es zwei große Zechen, ‚Hardenberg‘ und ‚Minister Stein‘, und ein führender Funktionär der IG Bergbau belog beide Belegschaften wechselseitig, indem er ihnen erzählte, die jeweils andere auf der anderen Zeche hätte die Arbeit bereits wieder aufgenommen. Der Chef des Bundesverbandes der ‚Deutschen Industrie‘ Fritz Berg ließ verlautbaren: ‚Man müßte einige totschießen, dann hätte man Ruhe !“ Der Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) bezeichnete die ‚wilden Streiks‘ als schädlich für die Volkswirtschaft !

Um 22 uhr 10 brachte der Sender N-TV am 1. Mai aus der Reihe: ‚Despoten‘ einen Beitrag über Josef Stalin, im Anschluß einen Beitrag über Papa Doc aus Haiti. Ich brauche hier nur den O-Ton wiedergeben: Stalin wurde verkauft als „vielleicht schwerster Verbrecher der Menschheitsgeschichte“, als „paranoid“, als „vielleicht das Böseste, was die Menschheit je hervorgebracht hat“, als „unheilbarer Psychopath“, „Menschen waren für ihn wie Ratten“, als junger Mann war er ein Typ „so ähnlich wie die Typen, die sich heute dem IS anschließen“, „1929 wendet er sich dem Marxismus zu“, um durch Hungersnöte absichtlich zehn Millionen Menschen umzubringen. Er sei schuld am kalten Krieg, war ein Antisemit und habe KZs für Juden geplant. Es fielen die Sätze: „Er war ein böser Mann ! Das Leben von Menschen war ihm nichts wert“. So stellt ein bürgerlicher TV-Sender Josef Stalin, der zusammen mit Millionen einfacher Sowjetsoldaten Europa vom Faschismus befreite, am 1. Mai 2016 dar.

Das ZDF brachte gegen Mitternacht eine  Dokumentation über Mao („Der rote Kaiser“), die sich vom Niveau her nicht von der über Stalin auf N-TV unterschied. Auch hier genügt der O-Ton:  der rote Kaiser „ging über Leichen“, er war ein glühender Idealist, der sich auf Marx und Lenin berief, er forderte seine Soldaten dazu auf, auf Zivilisten keine Rücksichten zu nehmen. Nach dem Sieg über die Nationalisten unter  Tschiang kai schek richtete er eine Terrorkampagne gegen sein eigenes Volk. Er wurde zum größten Verbrecher im Lande und fing an, sich in die Tradition der chinesischen Kaiser zu setzen. Er war süchtig nach Sex mit jungen Mädchen, so sein ehemaliger Leibarzt – oh ja, das wurde auch nicht ausgelassen ! „Sex mit jungen Mädchen verlängern das Leben“, sei sein Spruch gewesen ! Und: „Ich wasche mich  mit den Körpern junger Mädchen rein“. Er ließ sich Paläste bauen und sein Volk hungerte. Für ihn waren Menschen nur eine Masse hilfloser Sklaven, über 70 Millionen hat er ermordet.

So wird am 1. Mai 2016 der Kommunismus verteufelt. Dahinter steckt in geschichtswissenschaftlicher Hinsicht die faule Theorie von Treitschke, dass Männer Geschichte machen. Wir dürfen uns nicht blenden lassen. Nur auf den ersten Blick scheint das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert des Personekultes zu sein – in diesem Jahrhundert sind Millionen und Abermillionen Menschen politisch erwacht und haben in gesellschaftswissenschaftlicher Hinsicht Lernprozesse durchgemacht, wie sie noch kein Jahrhundert aufweisen kann. Millionen und Abermillionen Menschen sind auf Grund der Entwicklung der Produktivkräfte in Kollektive zusammengefasst worden und haben sich als gesellschaftliche Individuen begriffen, deren Stärke im Kollektiv liegt. Die phantastische Leistung des Hauers Stachanow war keine individuelle, sondern eine kollektive seiner Brigade. Davon ausgehend muss man in die Zukunft schauen: Was wird erst das 21. Jahrhundert an kollektiven Leistungen, an Oktoberrevolutionen und Stachanowbewegungen hervorbringen ?

In seiner Polemik gegen die Verteufelung des Kommunismus durch Karl Kautsky gab Lenin uns den wertvollen Hinweis, dass die Pressefreiheit erst dann aufhört, Heuchelei zu sein, nachdem wir die Druckereien und das Papier der Bourgeoisie weggenommen haben (Vergleiche Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin, 1960,246). Wir müssen die bürgerlichen Geschichtsfälscher in Bastschuhe stecken, ihnen Brot, Feuer und Wasser wegnehmen. Am 8. September 2015 demonstrierten Opfer von klerikal verwalteten Kinderheime in Hannover gegen das Kirchenamt der hannoverschen Evangelischen Landeskirche: „Ehemalige Heimkinder fordern Entschädigung – keine Almosen“ stand auf ihrem Transparent. Ein 73jähriger aus Hannover berichtete, dass die Jugendlichen ohne Entgelt Torf stechen mussten, sexuell missbraucht und geschlagen wurden und dass sie nicht zur Schule gehen durften. „Ich habe zugesehen, wie sie einen Freund von mir totgeschlagen haben“. (Gabriele Schulte: „Einst gedemütigt, heute abgespeist“, Ehemalige Bewohner kirchlicher Kinderheime fordern höhere Entschädigung, in: Hannoversche Allgemeine vom 9. September 2015). Das alles klingt nach „Taliban“. Wer heute noch behauptet, die Religion habe einen humanen Kern und keine perverse Substanz, gehört ganz einfach mit dem Lasso eingefangen und unter die Kängurus Australiens ausgesetzt. Nur für perverse Menschen gehören der Islam und das Christentum zu Deutschland. „Die Religion ist entsprungen zu einer sehr waldursprünglichen Zeit aus mißverständlichen, waldursprünglichen Vorstellungen der Menschen über ihre eigne und die sie umgebende äußere Natur“. (Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Literatur, Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1960,303). Die Religion ist Ausdruck einer mangelhaften inneren und äußeren Naturbeherrschung, basiert also auf verkrüppelten Menschen, an deren Blut und Schweiß  sich die Pfaffen mästen.  Wir müssen die Pfaffen  aller Konfessionen in Bastschuhe stecken, wir müssen ihnen Brot, Feuer und Wasser wegnehmen. Es tut nichts zur Sache, dass die Pfaffen sich auf eine gläubige Mehrheit des Volkes berufen, zu erinnern sei an Aristoteles, der schon ganz richtig erkannte, dass man über die wissenschaftliche Wahrheit nicht abstimmen kann. „Kyrie eleison, daß wir de Pfaffe net dürfe todtschlagen, Kyrie eleison  …“, diese Strophe aus einem revolutionären Kampflied der Bauern erschall im ‚Großen Deutschen Bauernkrieg‘ aus den Kehlen des Hegauer Haufens. Bereits 1525 warfen also fortschrittliche Bauern die Frage auf, warum sie die Pfaffen nicht ganz einfach totschlagen ? Dieser Geist des Hegauer Haufens ist eines der großen Vermächtnisse des Bauernkrieges an das deutsche Volk, er darf niemals aus dem deutschen Volk weichen.  Es wäre verloren, wenn es diesem Geist untreu werden würde, es wäre auf immer Sklave des Kapitals und aller sich um ihn gruppierenden finsteren Mächte. Es wird auch auf immer ein Sklave des Staates BRD sein, einer der reaktionärsten Staaten der Welt. Dieser ‚Christliche Staat‘ treibt für das faule Pfaffenpack die Steuern ein, was weltweit fast einmalig ist, nur in Bhutan wird es auch so gehandhabt, aber da bewegen wir uns bereits im Kreis des Buddhismus. Die Kirche in der BRD ist eine der reichsten der Welt und das Eigentum der Dunkelmänner à la Tebartz-van Elst muss dem deutschen Volk zurückgegeben werden.

Am 24. August 2014 hatte ich im Internet (siehe google: lenin unser aller lehrer kulturrevolution) einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel: ‚Über die Notwendigkeit einer Kulturrevolution in Deutschland‘ und sandte diesen Artikel per mail auch an die ‚Rote Fahne‘ der MLPD. Die Redaktion antwortete mit einer mail von Matthias Sauter, die die Aussage enthielt: „Die Losung der „Kulturrevolution“ ist unter dem herrschenden kapitalistischen System sinnlos“. Das ist eine Perle ! Immer schon wurde in Verhältnissen der Sklaverei auch zu einer Kulturrevolution aufgerufen. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war es zum Beispiel Rousseau, der in seinem ersten Diskurs über die Künste und Wissenschaften zu einer Kulturrevolution gegen die absolute Monarchie in Frankreich aufgerufen hatte – und seine Verfolgung durch die Behörden des Ancien Régimes begann.


 


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