Gehören der Islam und das Christentum zu Deutschland ?

Im finsteren Mittelalter, als die Philosophie als Vertreterin der Wissenschaft die Magd der Theologie, des Glaubens war, wurden Frauen als Hexen verbrannt und fürchterliche Religionskriege geführt. Sekten wie die im Namen der handwerktreibenden städtischen Bevölkerung gegen den Feudalismus auftretenden Albigenser wurden ab 1209 in einem fürchterlichen Kreuzzug, zu dem Papst Innocenz III. aufgerufen hatte, dezimiert und Ketzer mit damals fortschrittlichem Gedankengut wurden als Abweichler verfolgt, oft getötet. Der fortschrittliche Wissenschaftler Bruno, der das Kopernikanische Weltbild vertrat, wurde am 16. Februar 1600 zu Rom auf Geheiß der Inquisition verbrannt, 1633 hatte Galilei dieser famosen Institution Rede und Antwort zu stehen. Er widerrief, während die Lektüre der ungeheuer wertvollen, philosophisch ungeheuer reichhaltigen Werke Brunos, der nicht widerrief, noch heute Katholiken verboten ist. Das Aufkommen der urban ausgerichteten Albigenser kündigte an, dass eine neue Klasse auf den Schauplatz der Geschichte getreten war, die Bourgeoisie, die ideologisch gegen den Katholizismus, der eine ideologische Stütze des Feudaladels war, auftreten musste und dies damals nur in Gestalt der protestantischen Ketzerei tun konnte. Luther warf 1517 der ganzen katholischen Theologie den Fehdehandschuh hin und die von den Feudalherren geknechteten Bauern interpretierten die von Luther übersetzte Bibel auf ihre Art: ‚Als Adam grub und Eva spann, wo blieb denn da der Edelmann ?‘ Von allen Klassen, die damals gegen den Feudaladel aufstanden, waren die Bauern die fortschrittlichsten und vor allem die einzigsten, die wirklich mit der Waffe in der Hand Geschichte geschrieben haben, das feige Bourgeoispack in den Städten ließ sie im Stich. Aber wie reagierte der große Reformator Dr. Martin Luther, den Müntzer ‚Doktor Lügner‘ nannte, auf den Krieg der Bauern gegen ihre Blutsauger ? Der Reformator ergriff sofort Partei, indem er die aufrührerischen Bauern für vogelfrei erklärte und öffentlich aufrief, man solle sie totschlagen, sobald man ihrer habhaft werde („Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“). Dass die Bauern den ‚Zehnten‘ abschaffen wollten, widersprach seiner Intention, alle Laien in Pfaffen zu verwandeln. 1. Der ganze perverse mittelalterliche Dreck in Deutschland, Marx spricht von „Menschenkehricht“ 2., wird im kommenden Jahr die 500. Wiederkehr des Lutherischen Thesenanschlags an die Schlosskirche zu Wittenberg gedenken und den Mann feiern, der zum Massenmord am deutschen Volk aufgerufen hat. Ich weise in diesem Zusammenhang schon heute auf die sehr tiefe und treffende Bemerkung von Friedrich Engels hin, dass die lutherische Reformation Deutschland zugrunde gerichtet hat. 3. Die Reformation in Deutschland konnte keine entscheidende Bresche in den historisch überholten Feudalismus schlagen, erst die französische bürgerliche Aufklärung, die radikalste in Europa, vermochte dies. Sie brachte der damaligen Menschheit wirklich Licht und ging gegen alles mittelalterliche Gerümpel bis zur Verkündung des Atheismus vor. Keinem ideologischen Vertreter der bürgerlichen Aufklärung, weder Voltaire noch Diderot, weder Holbach noch d‘ Alembert wäre jemals der Satz über die Lippen gekommen: ‚Der Islam gehört zu Frankreich‘. Im Gegenteil, Voltaire fand für die Gefahr, die von der Aggressivität des Islams ausgeht, in seiner von Goethe ins Deutsche übersetzten Tragödie ‚Le Fanatisme ou Mahomet le Prophète‘ ‚ deutliche Worte. Als dieses glänzende Werk 1993 in Genf aufgeführt werden sollte, intervenierten Grüne (wen wundert’s !?) und Islamisten gegen diese Aufführung. Der grüne Kulturminister des Kantons Genf, Alain Vaissade, entblödete sich als erster mit der Behauptung, Voltaire verletze religiöse Gefühle. 4. Gibt es einen besseren Beleg für den fortschrittlichen Charakter der französischen Aufklärung als die Tatsache, dass im Vorbereitungsjahr zu Voltaires 300. Geburtstag, mittelalterliche Dunkelmänner auf den Plan treten, um wie im Mittelalter die Aufführung eines Theaterstücks zu verbieten ? Das war ein Angriff auf die französische bürgerliche Aufklärung, die es als einzige geschafft hatte, sich ganz aus der christlichen Bevormundung zu befreien und die Wissenschaft an die erste Stelle zu setzen. Und eine klassisch zu nennende Aufklärung hatte ein klassisch zu nennende Revolution im Gefolge, hatte diese ‚Revolution sondergleichen‘ (Lenin) ideologisch vorbereitet. Und worin symbolisierte sich die bürgerliche Revolution, die einzig wirkliche in Europa ? Delacroix, einer der großen Maler der Revolution, präsentierte uns eine „Marianne“ auf seinem großen Gemälde ‚Die Freiheit führt das Volk‘, barbusig, als Ausdruck der Befreiung von inhumanen Zwängen, die Renaissance des Matriarchats andeutend.  (Und hatte nicht Rousseau im Gesellschaftsvertrag geschrieben, dass der freie Mann es liebt, nackt zu kämpfen ?). So stehen sich zwei Frauenbilder, ja zwei Menschenbilder gegenüber: die barbusige Marianne und die Allah folgenden Frauen, die ihren ganzen Körper so verhüllen müssen, dass man, so der Sinn des Korans,  keine weiblichen Konturen mehr erblicken kann. Hier kann es keinen gemeinsamen Nenner geben. Wir brauchen uns den Anblick dieser islamischen Nonnenkluft, dieser Vogelscheuche im Weichbild der Metropolen Europas nicht bieten  lassen. Schleudern wir diesen ganzen perversen militant auftretenden mittelalterlichen Dreck dorthin, wo er hergekommen ist, an die Ziegenberge Anatoliens und an die des Hindukusch ! Das sind wir dem Toleranzgedanken der europäischen Aufklärung schuldig.

Die Reaktion ist heute bereits so dreist geworden, dass sie nicht nur gegen die marxistisch-leninistische Aufklärung angeht, sondern auch noch gegen die veraltete bürgerliche. Ihre eigene Klassenlage zwingt sie dazu. Marx hatte als ein Ergebnis der Pariser Commune früher als andere gesehen, daß der heutige Bourgeois sich für den rechtmäßigen Nachfolger des ehemaligen Feudalherren ansieht“. 5. Das eröffnet dem Mullah mehrere Optionen: Während sich auf Paris, auf die Stadt der Aufklärung, der Wissenschaft, der Revolution, des ’savoir vivre‘, der Commune sein ganzer Hass richtet und er sich mit dem Herzog von Braunschweig, Bismarck und Hitler einig ist, diese Stadt, 1793 bereits von den Girondisten, 1871 von den Krautjunkern (décapiter et décapitaliser) angefeindet, auslöschen zu müssen, verfährt er gegenüber dem bigotten Deutschland, dieser laut Heinrich Heine „frommen Kinderstube“, anders. Für dieses Land besteht keine akute Terrorbedrohung. Hier wird auf eine andere Karte gesetzt: Der Mullah hofft durch einen islamisch-christlichen Dialog im Trüben zu fischen, sozusagen fifty-fifty zu machen und der Esel Wulff hat ihm bereits die Hand dazu gereicht. ‚Aufgeklärte Menschen‘ säuseln uns ins Ohr, man müsse zwischen radikalem und richtigem Islam differenzieren. Nun, jedem Moslem obliegt es, dreimal in seinem Leben eine Wallfahrt zur heiligen Stätte Mekka zu unternehmen, dort kann man Kieselsteine auf drei monumentale Pfeiler werfen, die den Teufel verkörpern sollen. Und was passiert regelmäßig anläßlich dieser Haddsch ? Tausende werden zu Tode getrampelt, Hunderte bleiben vermisst ! Ist das richtig ?

Der Kampf gegen jeden Dogmatismus, sei es ein islamischer, sei es ein christlicher, tut besonders in Deutschland not. Luther hatte das  deutsche Volk zu sehr versaut, so dass es für lange Zeit keine wissenschaftliche Luft mehr atmen konnte. Immanuel Kant, der führende Kopf der bürgerlichen Aufklärung in Deutschland,  trat als Zwitter (als Materialist und als Idealist) auf und dieses Zwitterhafte zwischen Wissen und Glauben durchzieht die ganze deutsche Geistesgeschichte bis zur ‚Deutschen Ideolgie‘ von Marx und Engels, dem Werk, mit dem, die Halbheiten Feuerbachs überwindend, endlich auch in Deutschland der Durchbruch zu einer wissenschaftlichen Weltanschauung gelang. Kant hatte aus seiner theoretischen (erkenntnistheoretischen) Philosophie einen objektiven Gottesglauben verbannt, ihn aber in seiner Moralphilosophie wieder zurückgeholt: dass ein Mensch der Folter widersteht, sei ein Phänomen, das einer wissenschaftlichen Weltdeutung entzogen sei und also auf ein höheres Wesen zumindest hinweise. Hegel, der 1802 eine seiner Frühschriften den Titel ‚Wissen und Glauben‘ gab, die Hoffnungen erwecken konnte, dieser Autor werde sich vielleicht zu einer rein wissenschaftlichen Weltsicht emporarbeiten können, wollte dann jedoch nicht nur die Wissenschaft mit dem christlichen Glauben vereinen, sondern ging in einer Rezension zu Solgers nachgelassenen Schriften so weit, als alleinigen Endzweck der Philosophie die Erkenntnis Gottes zu behaupten, und das angesichts des Aufblühens der Naturwissenschaften. In seiner Antrittsvorlesung an der Berliner Universität fällt der auffällige Satz: „Ich habe mein Leben der Wissenschaft geweiht„.  Ein wirklich aufgeklärter Mensch kann hier nur das Wort ‚gewidmet‘ verwenden. Friedrich Engels bemerkte zu Hegel, dass er ein Deutscher war und ihm ein Stück Philisterzopfs hinten hing, den deutschen Philister sei er nie ganz losgeworden. 6.  In Deutschland steht also eine wirklich wissenschaftlich-atheistische Weltanschauung auf sehr dünnen Beinen und der Satz ‚Der Islam gehört zu Deutschland‘ macht sie nicht dicker. Der Islam gehört zu Deutschland, wenn man die Aufklärung aus der europäischen Geschichte streicht, wenn man davon ausgeht, Europa sei noch nicht aufgeklärt. Der Pfaffe hätt es gern. Die Ideologen in Deutschland, die sich zum Mittelalter bekennen und orientieren, unternehmen natürlich alle Anstrengungen, der Wissenschaft in Deutschland selbst die dünnen Beine noch wegzuschlagen. Denn eine neue Klasse ist auf den Schauplatz der Geschichte getreten und die Angst vor dem roten Proletariat jagt die bürgerlichen Ideologen zu allen finsteren Mitteln, lässt sie Schutz suchen bei allen Rückständigen, sei es das Christentum, sei es der Islam, Hauptsache religiöser Fusel, damit der Lohnsklave nicht die Dialektik seiner Ausbeutung verfolgen kann. Heute ist die Bourgeoisie nicht mehr fortschrittlich, die deutsche ist es ohnehin nie gewesen, und kann es auch nicht mehr sein. Sie sammelt heute alle ideologischen Waffen gegen fortschrittliche Arbeiterinnen und Arbeiter, ja gegen fortschrittliche Menschen überhaupt. Sie verkommt zu einem Rauschgiftdealer, dem es egal ist, womit er ‚cash‘ macht, ob mit christlichem Opium oder ob mit islamischem Heroin. Wir müssen uns im Klaren sein, dass dieser Dealer kein Tabu kennt. Er reißt den Armen in Deutschland, den Arbeitslosen und den Hartz-IV-Empfängern das letzte Stück Brot aus dem Mund, nur um sich auf einer Islamkonferenz herumzutreiben, auf der der Bau von Moscheen und die Errichtung von Lehrstühlen für islamische Religion beschlossen wird. So hängt das zusammen. Um seine mit Euros gefüllten Säcke vor dem Volk zu retten, ist der europäische Bourgeois auch bereit, in den After von Allah zu kriechen.

Es ist ein großer Irrtum, zu glauben, im 21. Jahrhundert sei die Souveränität einer wissenschaftlichen Weltanschauung gesichert, da doch die Ausbeutung durch Lohnarbeit in einer warenproduzierenden Gesellschaft die soziale und primäre Wurzel der Religion ist und nicht so sehr die Unwissenheit. Hochgebildete Menschen fallen auf den religiösen Plunder rein. Am sogenannten ‚Heiligen Abend‘ treffen blökende Schafenherden in den Kirchenschiffen auf ihre Hirten. Im Kern glauben diese Schafe trotz aller Aufklärung und all ihrem Fachwissen noch immer an die unbefleckte Empfängnis Marias und legen ein beredtes Zeugnis ab, dass das Bewußtsein in sich erstarren und hinter der technischen Entwicklung zurückbleiben kann. Lenin war mit vierzehn Jahren schon so weit, dass er sein Taufkreuz in den Mülleimer warf. (Vergleiche Die Kerenski-Memoiren, Rußland und der Wendepunkt der Geschichte, Rowohlt Verlag, Hamburg, 1989,25). Wir dürfen nie außer Acht lassen, dass in Deutschland und in anderen Ländern, die unter dem Titel ‚bürgerliche Republik‘ firmieren, das Mittelalter regelmäßig seine von der Verfassung geschützten infantil-perversen Orgien feiern kann. In diesem Zusammenhang gibt uns Friedrich Engels einen interessanten Hinweis: Selbst die materialistischsten Naturforscher der Darwinschen Schule hätten sich noch keine klare Vorstellung über die Entstehung des Menschen machen können, weil sie noch zu sehr unter dem Einfluss einer idealistischen Ideologie gestanden hätten, die ihnen nicht die Bedeutung der menschlichen Arbeit im Entstehungsprozess des Menschen erkennen ließ. 7. Es ist eben sehr schwierig, für  Naturwissenschaftler, die an irgendeiner Universität in irgendeinem Seminar irgendein paar Brocken Philosophie aufgeschnappt haben, sich ein wirklich materialistisch-dialektisches Weltbild, also auch ein atheistisches Weltbild zu erarbeiten. Man nehme nur den Physiker Max Planck, den Vater der Quantentheorie. Er hatte jahrzehntelang gegen idealistische Anschauungen in der Physik gekämpft, um im Alter von 75 Jahren umzufallen. Auf einmal faselte dieser Nobelpreisträger wie ein Primaner, dass ein idealer Geist alle „physikalischen Vorgänge des heutigen Tages allerorten bis ins kleinste durchschaut“ 8. Mit einem jederzeit alles sehenden Gott haben Eltern und Lehrer kleine Kinder in Schrecken gesetzt, um sie innerlich zur Normeinhaltung anzustacheln, wenn sie außer ihrer Aufsicht standen. Und jetzt steht ein Nobelpreisträger vor uns ! Die meisten bürgerlichen Wissenschaftler fallen früher oder später um, deshalb ist ja so wichtig und notwendig, das bürgerliche Bildungsprivileg zu brechen, um Jugendlichen proletarischer und kleinbäuerlicher Provenienz ein Universitätsstudium zu ermöglichen.

1. Vergleiche Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960,386

2. Karl Marx, Zur Judenfrage, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960,359

3.Vergleiche Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1960,305

4. Tribune de Genève, 28. September 1993

5. Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, in: Karl Marx / Friedrich Engels, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,321

6. Vergleiche Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosphie, Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin, 1960,269

7. Vergleiche Friedrich Engels, Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen, in: Karl Marx / Friedrich Engels, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,379

8. Scientia, Jahrgang I / 3, 1933,162 f.

 

 

 

 

 

 

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