Sex, Drugs, Rock’n Roll und der Kommunismus

Es ist noch nicht einmal ein halbes Jahrhundert her, da brach von Berlin bis San Franzisco, von Tokio bis Toronto eine Jugend aus ihrem spießigen, kleinbürgerlichen Milieu aus, steckte sich Blumen ins Haar, creierte die Songs ‚My generation‘ (The Who) und ‚Let’s live for today‘ (The Grass Roots), und hisste die bunte Fahne mit der Parole „Sex, Drugs & Rock’n Roll“. Die Freiheit bestehe darin, dem Augenblick zu gehorchen. Menschen aber, die dem Augenblick gehorchen, müssen das Wort ‚Ratio‘ immer mit kleinen Buchstaben schreiben. Eine verantwortungslose Kulturindustrie heizte nach anfänglichem Zögern die Bewegung an und beutete sie aus. Ein dahergelaufener, heute vergessener Philosoph, Herbert Marcuse, predigte die Vereinigung von sexueller und politischer Revolte. Lennon war damals wichtiger als Lenin. Die Eliten der spätkapitalistischen Gesellschaft ließen schließlich alternative Lebensformen zu, etwa anarchistische Communen in West-Berlin, nachdem sich erwiesen hatte, dass diese keine sprengende Kraft gegen die Ordnung der Ausbeuter in sich ballten. Für die revolutionäre Linke zeigte sich, dass „ein Lebensstil à la Sex, Drugs und Rock’n Roll“ nur auf den ersten Blick progressiv war und sie stellte in einem schmerzhaften Lernprozess nach und nach fest, dass diese kleinbürgerliche Strömung die Arbeiterbewegung nicht voranbrachte, im Gegenteil, sie ging dazu über, den reaktionären Gehalt der schillernden Parole herauszustreichen, die sich angeblich gegen das Establishment und eine bürokratisch verwaltete Welt richtete.

Um sich zum in der bürgerlichen Gesellschaft breitgetretenen, die Frau missachtenden Thema ‚Sexualität‘ eine Leitlinie zu erarbeiten, so sind die Erinnerungen von Clara Zetkin an Lenin so aufschlussreich, dass sie als maßgebend einzuordnen sind. Sie hatte im Herbst 1920 die Gelegenheit, ausführlich die Fragen der proletarischen Frauenbewegung und der Sexualität mit Lenin zu erörtern. Lenin kritisierte Clara Zetkin ! Warum ? Weil sie in ihrer praktischen Arbeit in Deutschland in Lese- und Diskussionsabenden mit Arbeiterinnen besonders die sexuelle Frage in den Mittelpunkt gestellt hatte. „Ich glaubte meinen Ohren nicht trauen zu dürfen, als ich das hörte. Der erste Staat der proletarischen Diktatur ringt mit den Gegenrevolutionären der ganzen Welt. Die Lage in Deutschland selbst fordert die größte Konzentration aller proletarischen, revolutionären Kräfte zur Zurückwerfung der immer mehr vorwärtsdringenden Gegenrevolution. Die tätigen Genossinnen aber erörtern die sexuelle Frage … Die gelesenste Schrift soll die Broschüre einer jungen Wiener Genossin über die sexuelle Frage sein. Ein Schmarren !“ (Clara Zetkin, Erinnerungen an Lenin, Dietz Verlag Berlin, 1957,65). Eindeutig sprach sich Lenin gegenüber Zetkin gegen das Überwuchern sexueller Theorien und gegen das „Herumwühlen im Sexuellen“ (a.a.O.,66) aus. Dieses Wühlen „mag sich noch so wild und revolutionär gebärden, es ist doch zuletzt ganz bürgerlich. Es ist im besonderen eine Liebhaberei der Intellektuellen und der ihnen nahestehenden Schichten. In der Partei, beim klassenbewußten, kämpferischen Proletariat ist kein Platz dafür“. (a.a.O.). An erster Stelle darf nicht die Sexualität stehen, sondern die proletarische Revolution, der wissenschaftliche Sozialismus und die Politik. Ohne Disziplinierung der Neigungen, hier der sexuellen, kann kein effektiver weltgeschichtlicher Beitrag zur Vorbereitung der Revolution der Arbeiter und Bauern und der zu ihr reziprok verlaufenden Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus geleistet werden. In Russland standen 1916 / 1917 solche Idioten wie Rasputin und Nikolaus Romanow an der Spitze des Staates, das ist heute in Westeuropa nirgendwo mehr der Fall. Ist denn nicht klar, dass hier die ganze Schöpferkraft in die Bahn der proletarischen Revolution strömen muss ? Was ist denn ein Orgasmus, gleich welcher Art er zustande gekommen sein mag, im Vergleich mit dem Projekt einer kommunistischen Revolution in Deutschland ?

Natürlich sind wissenschaftlicher Sozialismus und Drogenkonsum unvereinbar. Eine profitsüchtige Alkoholindustrie führt heute bereits Vernichtungsfeldzüge gegen die Völker aller Länder. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZfgA) hat ausgerechnet, dass in der BRD täglich 202 Menschen an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums das Zeitliche segnen. Glaubt ihr schwächlichen, der Natur entfremdet, durch und durch zivilisationskranken Europäer denn allen Ernstes, der destruktiven Kraft der Alkoholmafia widerstehen zu können, wenn selbst so robuste Naturvölker wie die Indianer draufgegangen sind ?  In den russischen Revolution des 20. Jahrhunderts war zu beobachten, dass sowohl die in der Revolution von 1905 als auch die im Februar 1917 geborenen Sowjets die Aufgabe übernommen hatten, das Alkoholproblem in der Arbeiterbewegung zu lösen. Bezeichnend aber ist die Szene, die sich nach der Abstimmung über die Resolution des bewaffneten Aufstandes im Oktober 1917 in Petrograd abspielte, die mit zehn gegen zwei Stimmen angenommen worden war. Als Sinowjew zur Feier des Tages eine Flasche Wodka auf den Tisch stellte, fegte Lenin sie mit den Worten beiseite: „Das ist eine Revolution der Reinen“. (Erik Durschmied, Der Untergang großer Dynastien, bohlau Verlag, Wien Köln Weimar, 2000,94). Prägen wir uns diese Szene gut ein ! Denn im DKP-Büro in Hannover habe ich eine Kiste Herrenhäuser Bier entdecken müssen. Wie passt das mit der gut ausgestatteten Bürobibliothek zusammen ? Noch ärger treibt es allerdings die MLPD. Sie kam auf die famose Idee, zu Ehren, so die Worte der Partei, zu Ehren „100 Jahre Oktoberrevolution“ einen blauen Spätburgunder als Sonderabfüllung des Weingutes Wilmshof für 8, 90 € pro Pulle zu kredenzen, zwei Euro pro Flasche gehen in die Spendenkampagne der MLPD. Um an die Kröten der Proleten heranzukommen, erweisen sich die Tetzels als äußerst einfallsreich. Fallen die Euros in die Spendendosen der MLPD, ist wieder alles im Lot, und eine kleinbürgerliche Seele wird auf wundersame Weise rot. (Ich war selbst Zeuge, wie die Mitglieder der MLPD auf einer Montagsdemo in Hannover am Schillerdenkmal, bei der sie ihre Spendendose kreisen lassen,  eine Bettlerin haben abblitzen lassen. Kommunist/innen geben einer armen, alten Bettlerin nichts ab !! Was für eine Szene ! Was für ein Stoff für Dostojewski !). Hinzu kommt noch, dass der Fusel in der Roten Fahne Nr. 7/17  neben dem Sammelband Marxismus-Leninismus zum Kauf präsentiert wird. So werden der Marxismus-Leninsmus und die Oktoberrevolution besudelt.

Um auf die Schädlichkeit der Musik, die diese in Lenins  Weltbild hatte, hinzuweisen, genügt eine Szene.  Gorki hat sie festgehalten, die Szene,  in der der bekannte Pianist Isaay Dubrowen Lenin Beethovens Appassionata vorspielte: „Ich kenne nichts Schöneres als die Appassionata und könnte sie jeden Tag hören. Eine wunderbare, nicht mehr menschliche Musik ! Ich denke immer mit vielleicht naiv kindlichem Stolz; daß Menschen solche Wunder schaffen können !“ Dann kniff er die Augen, lächelte und setzte unfroh hinzu: „Aber allzu oft kann ich Musik doch nicht hören. Sie wirkt auf die Nerven, man möchte lieber Dummheiten reden und Menschen den Kopf streicheln, die in einer schmutzigen Hölle leben und trotzdem solche Schönheit schaffen können. Aber heutzutage darf man niemandem den Kopf streicheln – die Hand wird einem sonst abgebissen. Schlagen muß man auf die Köpfe, unbarmherzig schlagen – obwohl wir im Ideal gegen jede Vergewaltigung der Menschen sind, Hm Hm – unser Amt ist höllisch schwer.“ (Lenin, in: Georg Lukács, Lenin, Luchterhand Verlag, Neuwied und Berlin, 1969,91f.). Der Blues zum Beispiel thematisiert zwar ständig gesellschaftliche Mißstände, bietet aber keine Lösung an. Der Kommunismus aber „ist das aufgelöste Rätsel der Geschichte und weiß sich als diese Lösung“ (Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, Ergänzungsband, Schriften bis 1844, Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1960,536). Die Redaktion der Roten Fahne der MLPD hat mich in diesem Punkt des Sektierertums bezichtigt. Aber es ist die Partei, die den Leninsmus verwässert, die den Gesang der Gosse höher stellt als eine Aussage von Lenin.  Ein Mann, der Lenin folgt, kann kein Sektierer sein.

Eine weitere Schwierigkeit kommt besonders in Deutschland hinzu. Engels wies uns in der ‚Geschichte des Bundes der Kommunisten‘ darauf hin, dass die meisten Deutschen einen Hang zur inneren Haltlosigkeit haben. Man begreift angesichts der in Deutschland zur Zeit so schwachen kommunistischen Arbeiterbewegung sofort die Gefahr, die ihr durch Sex, Drugs & Rock’n Roll drohen. An einen bolschewistischen Berufsrevolutionär muss deshalb ein sehr strenger Maßstab angelegt werden: ob sein ganzer Lebenswandel den Idealen der Revolution entspricht oder nicht ? Sex, Drugs und Rock’n Roll müssen gegen Null tendieren. Wie es bei Felix Dzierschinski der Fall war. Jakób Hanecki, ein Weggenosse und Mitglied des Hauptvorstandes der SDKPiL, berichtet über ihn in seinen Memoiren: „Man kann sich nur schwer ein Bild von der eisernen, unerschöpflichen Energie machen, mit der er arbeitete. Nachtruhe gönnte er sich selten. Es kam vor, daß man ihn mit Gewalt zum Essen zwingen mußte. Er arbeitete achtzehn bis zwanzig Stunden am Tag“. (Vergleiche Feliks Dzierzynski, Biographie, Dietz Verlag Berlin, 1981, 69). Dass man uns während des Voranbringens der bolschewistischen Sache zum Essen zwingen muss – da müssen wir hinkommen. In einem kapitalistischen Land gegen den Strom zu schwimmen, ist eine dornige Sache, ein langer Weg der bitteren, negativen Erfahrungen, nur so kann man den Marxismus-Leninismus studieren, ihn durch harte Erlebnisse bestätigt finden, ihn in der Praxis des Klassenkampfes weiterentwickeln. Wenn ich mir heute die Linkesten der Linken in den kommunistischen Parteien Deutschlands anschaue: sie gönnen sich Nachtruhe, sie speisen in vornehmen Restaurants, sie arbeiten kaum sechs Stunden  am Tag für die bolschewistische Sache. Die Folge davon ist, dass der Pauperismus mehr und mehr steigt, dass immer mehr Menschen in den Großstädten in Abfallbehältern nach Essbaren suchen, die Folge davon ist, dass Arbeiterkorrespondenzen nicht beantwortet werden. Rosa Luxemburg hatte tausenmal Recht, als sie schrieb, dass in jedem sibirischen Dorf mehr Humanität herrsche als in der deutschen Sozialdemokratie.

Wir haben den Bolschewismus wahrhaft durch Leiden errungen, so schreib Lenin im ‚Linken Radikalismus‘. Keiner ist ohne Sünde. Weg mit dem perversen Dreck ! Weg mit den Pornoheften, wegen mit dem Fusel, weg mit der ganzen anglo-amerikanischen Rockmusik – weg mit dieser ganzen destruktiven Irrationalität, her mit den konstruktiven lichtbringenden Werken von Marx, Engels und Lenin !!! Sie klären uns auf, wie es kommt, dass und wie die Arbeit des Volkes in die Börse einer kleinen Schar von ekelerregenden Volksfeinden mündet. Welches Licht hat denn nun der Marxismus-Leninismus der Arbeiterklasse weltweit aufgesteckt ? Er erklärt, wie durch die Ausbeutung der Arbeiterklasse, ihrer Arbeitskraft als eine Ware, die in ihrem Gebrauchswert Quelle von Wert ist, die Kapitalisten sich an dieser Wertschöpfung aus der Arbeitskraft bereichern und dass die arbeitende Klasse von den Kapitalisten selbst gezwungen wird zur gewerkschaftlichen Organisation, zur Organisation einer revolutionären Kampfpartei und in eine gewaltsame Revolution hineingejagt wird. Das deutsche Volk steuert unvermeidlich auf einen Revolutionskrieg, auf einen Bürgerkrieg der schrecklichsten Art zu, in dem die Marxisten-Leninisten gegen den Strom schwimmen müssen und unbarmherzig auf die führenden Köpfe der AfD, der Grünen, der FDP, der Linken, der SPD, der CDU… usw … einprügeln müssen. Ein höllisch schweres Amt ! Ist denn nicht klar, dass in dem kommenden kolossalsten Bürgerkrieg, den das deutsche Volk je erlebt haben wird und dem sich keiner entziehen kann, nur ein kleiner harter Kern von bolschewistischen Elitesoldaten überleben wird ? 

Die Einschätzung des Lesers H. Ahlreip finde ich sehr rigide und weit übertrieben. Hier werden Sachverhalte ganz unnötig gegeneinander in Stellung gebracht (Sexualverhalten/Musikgeschmack <-> revolutionäre Gesinnung). Und Lenin hat Musik ganz sicher nie als „schädlich“ angesehen, ganz im Gegenteil.
So eine kuriose Sichtweise wollte ich mit meinem Artikel nicht befördern.
Mir ging es um die Problematik eines übertriebenen Alkoholkonsums, die sich aus meiner praktischen Erfahrung in der politischen Arbeit mit der Arbeiterklasse konkret stellt. Dabei wende ich mich auch gegen opportunistische Bestrebungen in „der Linken“, Drogen zu bagatellisieren, gar zu verherrlichen sowie Gender-Ideologie/Feminismus zum Hauptinhalt der Politik zu machen. Aber daraus würde ich nicht den Schluss ziehen, irgendwelche „(sexuellen) Neigungen“ zu disziplinieren. (Das ist überhaupt eine völlig vermischte Darstellung und sprengt Rahmen und Intention des Artikels.)
Gleichzeitig spricht der Leserbrief „den zivilisationskranken Europäern“ ohnehin die Möglichkeit ab, „der Kraft der Alkoholmafia widerstehen zu können“. Das stimmt ja auch zum Teil, zeigt damit aber auch, dass Askesepropaganda nicht der richtige Weg sein kann, zumindest nicht Sache einer politischen Organisation ist, sondern Fragen individueller Lebensgestaltung betrifft, die eher in religiösen oder anderen philosophischen Zusammenhängen diskutiert werden können. Mir geht es darum, auf das „Zuviel“ hinzuweisen, dass sich hier darüber definiert, inwieweit politische Arbeit behindert oder unmöglich wird. Ein Kasten Bier im Parteibüro besagt überhaupt nichts. Eine kritische, ernsthafte Auseinandersetzung mit der Politik der DKP ist da wichtiger.
Mir ist schleierhaft, wie man mit so lebensfernen Losungen heute „bolschewistische Elitesoldaten“ – was auch immer er sich darunter vorstellt – gewinnen will.
A.

hallo Genosse Diethard

Ich bedanke mich für die mail, da ich sie auch als Anlass nehmen kann, meinen Leserbrief zu konkretisieren, was den bolschewistischen Elitesoldaten Felix Dierzynski betrifft. Mittlerweile habe ich die Quelle gefunden, die meiner Darstellung Hand und Fuß gibt. Ich habe den Text an dieser Stelle wie folgt geändert:

An einen bolschewistischen Berufsrevolutionär muss deshalb ein sehr strenger Maßstab angelegt werden: ob sein ganzer Lebenswandel den Idealen der Revolution entspricht oder nicht ? Sex, Drugs und Rock’n Roll müssen gegen Null tendieren. Wie es bei Felix Dzierschinski der Fall war. Jakób Hanecki, ein Weggenosse und Mitglied des Hauptvorstandes der SDKPiL, berichtet über ihn in seinen Memoiren: „Man kann sich nur schwer ein Bild von der eisernen, unerschöpflichen Energie machen, mit der er arbeitete. Nachtruhe gönnte er sich selten. Es kam vor, daß man ihn mit Gewalt zum Essen zwingen mußte. Er arbeitete achtzehn bis zwanzig Stunden am Tag“. (Vergleiche Feliks Dzierzynski, Biographie, Dietz Verlag Berlin, 1981, 69). Dass man uns während des Voranbringens der bolschewistischen Sache zum Essen zwingen muss – da müssen wir hinkommen. In einem kapitalistischen Land gegen den Strom zu schwimmen, ist eine dornige Sache, ein langer Weg der bitteren, negativen Erfahrungen, nur so kann man den Marxismus-Leninismus studieren, ihn durch harte Erlebnisse bestätigt finden, ihn in der Praxis des Klassenkampfes weiterentwickeln. Wenn ich mir heute die Linkesten der Linken in den kommunistischen Parteien Deutschlands anschaue: sie gönnen sich Nachtruhe, sie speisen in vornehmen Restaurants, ohne jedes Schamgefühl, dass der Sohn von Karl Marx, der kleine, hochbegabte Edgar, des Hungers starb, sie arbeiten kaum sechs Stunden  am Tag für die bolschewistische Sache. Auch eine Folge davon ist, dass der Pauperismus mehr und mehr steigt, dass immer mehr Menschen in den Großstädten in Abfallbehältern nach Essbaren suchen, die Zahl der Drogentoten 2016 auf 1333 gestiegen ist, die Folge davon ist, dass Arbeiterkorrespondenzen nicht beantwortet werden. Rosa Luxemburg hatte tausenmal Recht, als sie schrieb, dass in jedem sibirischen Dorf mehr Humanität herrsche als in der damaligen deutschen Sozialdemokratie.

Ich spiele nicht Sachverhalte gegeneinander aus, sondern es ist doch in der bürgerlichen Konsumgesellschaft  ein Zusammenhang, eine Kette festzustellen zwischen Sex, Alkohol und Hooligan-Musik und Musik ganz allgemein. Vorbilder können für einen Revolutionär nur Giganten wie Lenin, Stalin und Dzierzynski sein. Wir alle stecken schon zu sehr im Sumpf der kapitalistischen Barbarei, um diese Giganten erreichen zu können, aber es ist unsere Pflicht, sich ihnen anzunähern, so weit es geht (jeder nach seinen Leistungen). Lenin hat übertriebenen Musikkonsum als schädlich angesehen, ich habe das doch belegt, während der Gegenbeweis nicht erbracht werden kann. Es gibt im Gesamtwerk Lenins keine Stelle, in der er den Musikgenuss in der Vorgeschichte der Menschheit vorbehaltlos als nur positiv sieht. Im Klassenkrieg, in dem wir uns befinden, kommt es für die roten Soldaten darauf an, sich eine strenge Disziplin anzueignen, etwas anderes ist es in der kommunistischen Gesellschaft,  in der es eine wahre Befreiung der Sexualität und Musikkompositionen geben wird, die Beethovens in den Schatten stellen werden.Der junge Genosse vertritt die Auffassung, ein Gläschen schadet nichts. Das mag in anderen Ländern richtig sein, die Deutschen haben nun aber mal den Hang zur inneren Haltlosigkeit (die ein Österreicher auszunutzen wusste). Aus dem Biersuff des Münchener Bürgerbräukellers stieg doch die braune Pest hoch, vergiftete fast ein ganzes Volk und strandete in Stalingrad, die Stadt, die noch heute einer Pariser Metrostation ihren Namen gibt. (Die Pariser haben sie nicht in Eisenhüttenstadt umgetauft !). Als Lenin die Flasche Wodka vom Tisch fegte, ging es da um einen religiösen oder philosophischen Zusammhang oder um einen politischen ?
Was (richtig muss es heißen: wen) ich mir unter einen bolschewistischen Elitesoldaten vorstelle ? Nun, zum Beispiel Feliks Dzierzynski ! Dazu zwei Literaturhinweise: N.I. Subow: Dzierzynski, Eine Biographie, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1975, der zweite befindet sich an der erweiterten Stelle meines Leserbriefes.

Solidarische Grüße
Heinz

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