Zur Lage der Textilarbeiterinnen in Indien und Bangladesch Eine Veranstaltung der verdi

Am 23. Juni 2017 fand im Verdi-Gewerkschaftshaus in Hannover  eine sehr informative Veranstaltung zur Lage der Textilarbeiterinnen in Indien und Bangladesch statt. Die Besucher der Veranstaltung erhielten Informationen aus erster Hand und konnten nach den Vorträgen durch Fragen ihr erworbenes Wissen noch vertiefen. Eingeladen hatte die Gewerkschaft u.a.: Faru Dithhi Bhattacharya, tie Asien Koordinatorin; Frau Prathibha Ramanath, Vorsitzende der Garment and Textile Workers Union in Bangalore; Herr Amirul Haque Amin, Vorsitzender der National Garment Worker Federation aus Bangladesch und Frau Taslima, Betriebsgewerkschafterin aus Bangladesch, Mitglied der NGWF (National Garment Workers Federation) und Näherin. Ihr wurde wegen gewerkschaftlicher Betätigung gekündigt und sie schlägt sich mit Minijobs auf Tagelöhnerbasis und Unterstützung durch die Gewerkschaft mehr schlecht als recht über die Runden.

Frau Ramanath begann die Vortragsreihe mit einer Schilderung der Lage der Textilarbeiterinnen in Indien.  Sowohl in Indien als auch in Bangladash beträgt der Anteil der Frauen in der Textilindustrie 85 %, von denen fast alle als Näherinnen ihrem Brot nachgehen. Ihr monatlicher Verdienst liegt in Indien bei umgerechnet 104 € und es ist nicht möglich, davon ein zufriedenstellendes Leben zu bestreiten, zumal sie ohne Kündigungsschutz ihre Haut zu Markte tragen. Noch schlimmer ist die konkrete Situation am Arbeitsplatz. Die Sicherheitsbestimmungen in den Farbrikhallen werden nicht eingehalten, trotz der erheblichen Zahl der Arbeitsunfälle, die oft ihre Ursache in der Ermüdung haben. Denn acht Stunden reichen nicht aus, die Produktionsvorgaben zu erfüllen und eine enorme Arbeitshetze stresst die Gesundheit der Frauen. Beleidigungen und sexuelle Belästigungen sind an der Tagesordnung. Welchen Wert die Frauen in der indischen Kastengesellschaft haben wird schon allein dadurch deutlich, dass fünfzehn Prozent Männer in der Textilbranche es wagen, Mitarbeiterinnen, die   85 Prozent der Belegschaft stellen, sexuell zu belästigen. Die Frauen in Indien sind die Untersten der Unteren, aber es sind genau die Frauen, zu denen Lenin uns den Weg wies. (Vergleiche Lenin, Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1960,117). Lenin wird bestätigt.  2002 fingen die Textilarbeiterinnen in Indien an, sich zu organisieren, 2006 gründeten sie eine Gewerkschaft, die natürlich zunächst als erstes und wichtigstes Interesse die Erhöhung der Löhne in den Vordergrund stellen musste. Seit 2010 finden in Indien Tarifverhandlungen zwischen Textilarbeiterinnen und ihren Blutsaugern statt und das war für Indien etwas völlig Neues, 2014 konnten hier erste Erfolge verzeichnet werden, aber immer ist noch kein Lohn erreicht, von dem man leben kann. Millionen Menschen führen täglich weltweit einen Kampf mit der Not des Lebens, vor dem der Spießer den Blick abwendet und zur Fernbedienung greift.

Über die Lage in Bangladesch berichtete der Vorsitzende der Textilgewerkschaft Herr Amin: In „seinem“ Land gibt es zirka 5. 000 Textilfabriken, in denen 4,2 Millionen Menschen tätig sind. 82 % der hergestellten Textilien gehen in den Export. In der Regel arbeiten die Frauen zwölf bis vierzehn Stunden am Tag, aber nur acht bezahlt. Die Frauen arbeiten achtzehn Tage ununterbrochen und erhalten dann einen freien, bezahlten Tag. Natürlich haben Fabrikdirektoren mit einer solchen ‚humanistischen Ausrichtung‘ keinen einzigen Gedanken an eine Kinderbetreuung in ihren Fabriken verschwendet. „Das Geld ist das dem Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an“. (Karl Marx, Zur Judenfrage, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960,375).

Die Kinder werden von den Großeltern in den Dörfern aufgezogen, ihre Mütter leben in den Städten, genauer um ihnen herum in den Slumvierteln, in denen sich acht bis zehn Frauen ein Zimmer teilen. Dort herrschen Zustände, wie sie Friedrich Engels 1844 in Manchester vorfand und wie sie heute in der BRD auf dem dark-market vorliegen. Die Mütter sehen ihre Kinder in der Regel nur einmal im Monat. Ungenügend, nicht mangelhaft, den Schulnoten nach, ist die medizinische Betreuung der Frauen und der Schwangeren insbesondere. Die privaten Geburtszentren in den Städten sind viel zu teuer und so müssen die Frauen zur Niederkunft aufs Land gehen. Immer wieder kommt es vor, dass entkräftete Frauen bei der Geburt sterben.   Im Durchschnitt verdient eine Textilarbeiterin in Bangladash umgerechnet 58 € im Monat. Die Unternehmer treten die Gesetze mit Füßen und haben dabei die Sicherheit, von der Regierung gedeckt zu werden. Bei den sogenannten Arbeitgebern kursieren schwarze Listen über Sklavinnen, die es gewagt hatten, humanistische Gedanken wenn auch nur ansatzweise in die Tat umzusetzen. Bei einer Suche nach einem Arbeitsplatz in Vollzeit sind sie dann chancenlos. Bei sich anbahnenden Unruhen in den Fabrikkomplexen heuern die Fabrikherren Schlägertrupps aus Kleinkriminellen an, wie es in kapitalistischen Ländern üblich ist. Die Blutsauger züchten sich eine faschistische Reservearmee heran zur Unterstützung ihrer Parasitenpolizei und Parasitenarmee.  Humanismus ist insbesondere seit dem Aufkommen des Kapitalismus in der Arbeitswelt ein Fremdwort geworden, weder in Bangladash noch in der BRD sind menschliche Verhältnisse in der Arbeitswelt zu entdecken, man nehme auch die schärfste Lupe in die Hand. Marx und Engels sprachen von einer Fabrikdespotie, die um so kleinlicher, gehässiger, erbitternder ist, „je offener sie den Erwerb als ihren Zweck proklamiert“. (Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistsichen Partei, Werke Band 4, Dietz Verlag Berlin, 1960,469). Unbegründete Entlassungen gibt es in Bangladesch oft, auch regelrechte Massenentlassungen. Der Arbeitsprozess wird zu einem Martyrium, das Lenin wie folgt empfand: der Kapitalismus fügt den einfachen arbeitenden Menschen täglich und stündlich tausendmal mehr der entsetzlichsten Leiden und unmenschlichsten Qualen zu als irgendwelche außergewöhnlichen Ereignisse wie Kriege, Erdbeben usw. (Vergleiche Lenin, Über das Verhältnis der Arbeiterpartei zur Religion, in: Lenin, Marx-Engels-Marxismus, Dietz Verlag Berlin, 1959,261).

Immer wieder gibt es schreckliche Brandkatastrophen in den rapide aufgebauten Textilfabriken mit Hunderten von Toten, im April 2013 stürzte in Sabhar, etwa 25 km nordwestlich von Dhaka, ein Hochaus ein, in dem Textikfabriken untergebracht waren. 1135 Menschen starben unter den Trümmern. Der Unfall gilt als der schwerste Fabrikunfall in der Geschichte des Landes. Das Rana Plaza gehört dem Politiker Rana.  Am Vortag, dem 23. April, waren in dem Gebäude Risse festgestellt worden und der Zutritt war von der Baupolizei verboten worden, dennoch waren mehr als 3.000 Menschen im Gebäude, größtenteils Textilarbeiterinnen. Sie waren von den Fabrikdirektoren gezwungen worden, ihre Arbeit trotzdem aufzunehmen. Hier kommt schlagend zum Ausdruck, dass das Prinzip des Kapitalismus die Menschenverachtung ist. Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu, die Verwirklichung der Arbeit hat  die Entwirklichung der Arbeiter und Arbeiterinnen zur Folge. Eine Handvoll Politiker und eine Handvoll  Millionäre zerstören  nicht nur das Lebensglück von Millionen und Abermillionen Menschen, sondern das Leben selbst. Auch in der BRD herrschen noch Zustände wie in Bangladesch, H & M hat drei linken Betriebsräten die Kündigung ins Haus geschickt, worauf die Firma einen Protestbrief der Textilgewerkschaft aus Bangladesch erhielt. Das ist eine ganz wichtige Aktion, denn im Hintergrund der Millionen Kulis und ihres bürokratisch-unproduktiven Abschaums in den sogenannten armen Ländern (diese Länder sind nicht arm, es ist die kapitalistische Ausbeutung, die die Masse des Volkes arm hält) stehen die Textilmillionäre in den G-20 Ländern, diese streichen den Hauptmehrwert ein und sind auch verantwortlich für die Hölle auf Erden in den sogenannten Entwicklungsländern. In der Tat entwickeln sich diese Ländern, aber anders als die Massenmedien es darstellen, die Hölle wird für die dort lebenden Völker immer heißer. Anders kann es auch gar nicht sein, denn Lohnarbeit und Kapital sind verdammt, sich mehr und mehr zu polarisieren. Der Gewerkschaftsführer Amin verbreitete in Hannover noch Illusionen in eine nicht vorhandene Humanität der Ausbeuter, diese müssten doch endlich einsehen, dass ein Profitverzicht, also gerechtere Löhne allen zugute käme. Gerechtere und/oder gerechte Löhne gibt es nicht. Das größte Problem sei die Erreichung einen Lohnes, von dem man leben könne. Wie kann man so ein Entgegenkommen von Ausbeutern erwarten, die den Mutterschutz mit Füßen treten, die ihre Arbeiterinnen so sehr unter Druck setzen, dass ihre Schwangerschaften mit dem Risiko der Sterblichkeit sowohl der Mütter als auch der Kinder verbunden sind, die Überstunden nicht bezahlen, nach fünf Jahren keine Zuschläge auf den Lohn geben, obwohl das Gesetz diese vorschreibt und die die Zahlung von Feiertagsboni verweigern ? Denn die Boni werden woanders gebraucht, in Hamburg, Berlin, Frankfurt, München, kurz – überall dort, wo die kapitalistischen Hauptmagnaten sitzen. Sie werden gebraucht für die Manager von Hennes & Mauritz, Lidl, Adidas, Wal-Mart, Tesco, Primark und Zara … Sie werden gebraucht für die Bestechung der Sozialdemokraten, der Partei der Linken u.s.w. In Sabhar finden 1135 Fabrikarbeiterinnen den Flammentod und in Hamburg beim G-20 Gipfel bieten die kapitalistischen Brandstifter über 20 000 Polizisten auf, die die Luxuslimousinen der kapitalistischen Parasiten vor dem Abfackeln schützen sollen. Das waren in Hamburg keine Polizisten des deutschen Volkes, sondern Polizisten des Kapitals, Polizisten in Knechtsdiensten der kapitalistischen Klasse, deren Knüppel sich gegen Millionen und Abermillionen ausgebeutete Menschen auf der ganzen Welt, gegen die Völker der Welt richten. In Hamburg trafen sich die gleiche Geldgier, die gleichen Sittenstrolche, die gleichen Rüpel, permanent die Menchenrechte mit Füßen tretend wie in Indien und Bangladesch, nur auf einer höheren Stufenleiter, und ließen sich von Hooligans in Uniform vor dem Volkszorn schützen. Besonders widerwärtig auch die Kriecherei vor einem Polit-Stümper aus den USA, die Feigheit vor einem Mann, der ein Schandfleck der ganzen Menschheit ist. Die Arbeiterklasse kann keine Schlägertrupps anheuern und sie hat dies auch gar nicht nötig. Sie muss sich nur bewaffnen gegen ihre Blutsauger und diesen den Polizei- und Armeeknüppel in einem kolossalen Bürgerkrieg aus der Hand schlagen. In einem großen Umerziehungsprozess werden die arbeitenden Menschen den Bütteln klarmachen, dass man der Menschheit einen wirklichen  Dienst erweist, wenn ihre Hände Maschinen bedienen oder Briefe, Päckchen und Pakete verteilen, als einer Minderheit des Volkes das Terrain für eine hemmungslose Bereicherungssucht mit Waffengewalt abzusichern.

Von einem T-Shirt, das in der BRD für fünf Euro verkauft wird, erhält die produktive Klasse der Näherinnen in Bangladesch drei Cent. Wohin wandern die 4,97 € ? Man rechne das auf 5 000 T-Shirts hoch. Schon stehen sich 150 € zu 24 850 € gegenüber. So sollen nach Auffassung der Bourgeoisie alle Menschen Brüder werden. Der Gipfel der G-20-Extremisten ist in Hamburg zusammengekommen, um unter den Klängen von Beethovens Neunter dieses Verhältnis noch mehr zu Ungunsten der Arbeiterinnen zu wenden.  Einem politischen Analphabeten, einem Polittrampel wie Trump, dessen Beitrag zur Völkerverbrüderung die Errichtung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko ist, Beethovens Neunte vorzuspielen, beweist ungefähr so viel Fingerspitzengefühl, das ein Deutschlehrer hätte, der  einem Analphabeten zur Erlernung des Alphabets als Einstiegsbuch die Hegelsche Begriffslogik vorlegen würde.

Am 14. Juni 2017 erschien im Wirtschaftsteil der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ ein interessanter Artikel. Nüchtern stellte das Pflichtblatt der Frankfurter Wertpapierbörse fest: „Die Reichen werden immer reicher“. (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Juni 2017, Seite 27). Der Artikel nimmt Bezug auf die alljährlich erscheinende Studie der BCG (Boston Consulting Group), die sich darauf spezialisiert hat, weltweit die Millionärsentwicklung zu beobachten. In dieser Studie ‚Global Wealth 2017‘ wird hervorgehoben, dass die Zahl der Millionäre besonders schnell im Raum Asien-Pazifik wachse, vor allem aber sagt die Gruppe voraus, dass im Jahr 2021 die 50-%-Schallmauer durchbrochen sein wird. In diesem Jahr wird es den Millionären der Welt, zur Zeit 17,9 Millionen, zum ersten Mal gelingen, über 50 % des Weltvermögens an sich zu raffen. Millionen und Abermillionen Kinder werden bis dahin weltweit an Hunger gestorben sein. So wird in der bürgerlichen Welt brüderlich geteilt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass das Eigentum in wenigen Händen konzentriert wird (Vergleiche Karl Marx / Friedrich Engels, Werke Band 4, Dietz Verlag Berlin, 1960,467). Die Tendenz ist natürlich steigend und es muss notwendig zu einem ‚point of return‘ kommen, um zu verhindern, dass die Weltbevölkerung auf 18 Millionen Millionäre schrumpft, die sich dann als kleiner Rest der Weltpopulation gegenseitig zerfleischen werden. Je ein Kapitalist schlägt viele tot und die Millionäre werden sich ganze Armeen Arbeitsroboter und  Kampfroboter zulegen.  Es muss notwendig zu weltweiten, aber nicht gleichzeitigen  Ausbrüchen von Volkserhebungen und Volksbewaffnungen kommen, in denen die Schlägertrupps des Herrn Rana und die Hamburger Polizei, die Schulter an Schulter mit ihm steht und die für diese Zwergmissgeburt junge, politisch wache Menschen hierzulande kriminalisiert und die die Millionäre schützt, untergehen werden. Der G-20-Gipfel in Hamburg bestätigt die Erkenntnis von Karl Marx aus dem Jahr 1871, dass die bürgerliche Polizei ein Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit ist. (Vergleiche Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, in: Karl Marx/Friedrich Engels, Ausgewählte Werke,, Progress Verlag Moskau, 1975,300). Wenn es stimmt, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, und es stimmt, so stellt sich zwangsläufig die Frage, wie asozial müssen Menschen sein, die im politischen Führungszeugnis der kapitalistischen Polizei keinen Eintrag haben ? Diese sind wertlose Menschen, ungeeignet für die Zukunft der Menschheit, Versager durch und durch, verhängnisvolle Kreaturen, das Glück der Völker aufhaltend. Die politischen Handlanger der Millionäre, die der Welt von gestern angehören, wollen Dateien über Linke anlegen. Die Blutspuren, die diese Millionäre in ihrem Ausbeutungsfeldzügen global hinterlassen, haben sich tief in die Gehirne der Völker  eingebrannt. Von jedem Blutsauger existieren weltweit gleich mehrere Tausend Dateien, eingebrandt in die Gehirne der Lohnsklavinnen und Lohnsklaven, gespeichert für viele Generationen, dem Tage entgegenfiebernd, an dem sie durch Zeuginnen und Zeugen den Revolutionsgerichten übergeben werden.



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