Der faschistische Teufel steckt im Detail Vor 40 Jahren begann der deutsche Herbst Die RAF und Schleyer

Vor dem Gesetz, vor Gericht, vor Gott und im Tod sind alle Menschen gleich, aber nicht in Deutschland. Auf den Ehrenfriedhöfen  für gefallene Soldaten der Monarchie England  sind zum Beispiel alle Grabsteine gleich, völlig unabhängig vom Dienstrang. Am 5. September 2017 besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Gedenkstätte in Köln, die an der Kreuzzung der Vincenz-Statz und der Friedrich-Schmidt-Straße liegt. An dieser Kreuzung überfielen Kampfaktivisten der RAF vor vierzig Jahren den Wagen des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer und töteten seine Begleiter, den Chauffeur Heinz Marcisz und drei Polizisten: Reinhold Brändle, Roland Pieler und Helmut Ulmer. Schleyer wurde als treuer Soldat der Konterrevolution (SS-Leitspruch: ‚Unsere Ehre heißt Treue‘) am 19. Oktober 1977  in Mühlhausen im Elsass tot aufgefunden.

An diese Vorfälle erinnert das Mahmmal in Form eines christlichen Kreuzes an der Kölner Kreuzung. Aber dieses Mahmmal hat einen kleinen Schönheitsfehler, das Portrait des Arbeitgeberpräsidenten – oder war er ein Präsident, der Arbeit nahm ? Von nichts kommt nichts ! – ist in der Mitte, wo sich die Balken kreuzen, wesentlich größer geraten als die der anderen Beteiligten, die ja nur Beifahrer waren und das Bild von Schleyer oben und unten einrahmen. Man muss sehr nahe herantreten, um ihre Gesichter überhaupt zu erkennen.  Schleyer war eben ein Mann, der Rasse hatte. Also hatte Gudrun Ensslin völlig Recht, als sie feststellte, dass in Deutschland die Generation von Auschwitz herrsche. Auch vierzig Jahre später hat ein SS-Mann einen höheren Stellenwert als  andere Bundesbürger. Die faschistische Konterrevolution hat in Deutschland auch nach vierzig Jahren nichts vergessen und nichts gelernt. Konnte es ausbleiben, dass Helmut Schmidt, der schon 1944 zum handverlesenen Nazihardcorepersonal gehörte, das im preußischen Kammergericht zu Berlin bei Freislers Schauprozessen gegen die sogenannten Widerstandskämpfer, die den Krieg gegen die Sowjetunion fortsetzen wollten, als Zuschauer dabei sein durfte, zur Reinkarnation Gustav Noskes wurde ?

Rousseau hatte schon 1762, 27 Jahre vor dem Ausbruch der französischen Revolution, in seinem Gesellschaftsvertrag entwickelt, dass in undemokratischen Systemen die Herrschenden als Menschen und die Untertanen als Tiere zu betrachten sind und ganz in diesem Sinn spricht Marx in einem in Köln geschriebenen Brief an Ruge im Mai 1843 vom deutschen Tierreich, das benutzt und beherrscht werden will (MEW 1,339). Die RAF war der Versuch, aus diesem perversen Tierreich auszubrechen, die kapitalistischen Herrenmenschen und die lohnabhängigen Untermenschen einzuebnen, das deutsche Volk eins zu machen in einem Tierreich, in dem das oberste Gericht die Partei des arbeitenden Volkes verbietet, nicht aber rechtsextreme Nationalisten, die 1945 durch den Nerobefehl Hitlers das ganze deutsche Volk ausrotten wollten. Das ist die ‚Alternative für Deutschland‘, die die Rechte anzubieten hat. Die Bundesverfassungsrichter kommen und gehen, das deutsche Volk aber wird nicht untergehen.

Es gilt den ganzen perversen konterrevolutionären Sumpf in Betracht zu ziehen, das total braune Milieu, durchsetzt von sozialdemokratischen und LINKEN Rosa, das nur das Proletariat zerstören kann. Nehmen wir den aktuellen Fall Zschäpe. Bisher sind dem deutschen Volk durch diesen langwierigen Prozess 57 Millionen Euro gestohlen worden. Der Prozess wird vier Jahre dauern. Gehen wir einmal in ein anderes Milieu. 1792 hätten revolutionäre Volksmassen in Paris mit einer solchen ‚Schauspielerin‘ mit Hilfe eines Stricks und einer Laterne innerhalb von vier Minuten abgerechnet. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, als befände sich Deutschland noch in der Periode vor 1792 bzw. 1789, in der Periode der feudalen Leibeigenschaft.

Die RAF hat nicht alles falsch gemacht. Die Tötung von einzelnen konterrevolutionären Personen durch kleine bewaffnete Gruppen ist ebenso eine marxistische Kampfform wie die Beschlagnahme von Geldmitteln sowohl von Einzelpersonen als auch von der Regierung (Vergleiche Lenin, Der Partisanenkrieg, Werke Band 11, Dietz Verlag Berlin, 1960,205). Ulrike Meinhof  lernte zum Beispiel von Josef Stalin den Überfall auf Banken, heute studiert die „linke“ Sahra Wagenknecht lieber Bücher von Ludwig Erhard, während ihr Kulturclown Dr. Dehm, ein Menschewik,  vor ihren Wahlkampfauftritten auf der Bühne herumhampelt.

Durch den Angriff auf das Hauptquartier der US-Army am 24. Mai 1972 in Heidelberg zeigte die RAF während ihrer ‚Mai-Offensive‘ an, dass die Flamme der Abrechnung mit dem US-Imperialismus in Deutschland nocht nicht erloschen ist. Im großen Befreiungskrieg gegen den US-Imperialismus werden die Volksarmisten Kriegsmethoden der Stadtguerilla vitalisieren müssen. In diesem Befreiungskrieg werden imperialistische Barbaren mit und ohne Uniform bei Kriegsaktivitäten gegen das deutsche Volk  auf deutschem Territorium (zu Lande, zu Wasser und in der Luft) kein Existenzrecht haben. Hierzu sind unbedingt die kriegstheoretischen Schriften von Engels und Lenin, von Mao tse Tung und vom vietnamesischen General Giap, dem Bezwinger zweier Imperialismen, hinzuzuziehen. In zwei Biografien wird No Nguyen Giap sowohl von Laslo Havas als auch von John C. Levanter reißerisch als Napoleon Vietnams angepriesen, wass wohl ganz offensichtlich daneben liegt. Für das deutsche Volk sind diese Schriften kein Schnee von gestern. 1968 veröffentlichte der Trikont-Verlag das Buch ‚Volkskrieg, Volksarmee‘ und  sein Buch ‚Nationaler Befreiungskrieg in Vietnam‘ erschien 1973 im Verlag Rote Fahne.

Ein Hauptfehler der RAF bestand darin, dass die kleinbürgerlichen Studenten meinten, man könne eine proletarische „Revolution machen“,  man könne sie künstlich herbeifabrizieren aus Anleitungen aus Marighelas Handbuch der brasilianischen Stadtguerilla. Dieser Fehler geht schwer zu Lasten des Subjektivisten und Abenteurers Che Guevara, der durch sein Todesfoto weltberühmt wurde, nicht durch seine fehlerhafte „focus-theorie“, die weithin unbekannt geblieben ist. Lenins Hinweise, dass der Entschluss zur Revolution nur aus den Erfahrungen der Massen geboren werden kann, blieben unberücksichtigt. Die Baaders und Meinhofs kamen unzeitgemäß daher, wie Blanquisten, aber auch aus Unzeitgemäßem können Schlüsse gezogen werden. Zwei Pressefotos waren es, die damals in den unruhigen Zeiten Weltpolitk machten. Das Foto der neunjährigen Kim Phúc aus Vietnam nach einem Napalmangriff der US-Kriegsverbrecher aus dem Jahr 1972 und das Foto mit der Leiche Ches vom neunten Oktober 1967, das die linken Studenten weltweit erschütterte und aufrüttelte. Das Bild verdrängte den Text und die Theoriearmut unserer Zeit kommt heute eindeutig der Konterrevolution zugute, die die Völker politisch-ideologisch verdummen muss.

Ein weiterer Hauptfehler der RAF bestand darin, dass sie keinerlei Gedanken an eine Dorfguerilla für notwendig hielt, eine proletarische Revolution aber zwingend die Konjunktion bewaffnete Kämpfe in der Stadt und bewaffnete Kämpfe auf dem Land gegen das kapitalistische System erfordert. Revolutionen müssen reifen, und zur Zeit der Studentenbewegung gab es in der BRD keine revolutionäre Situation und an ein Eingreifen der NVA, die ganz im Sinne einer sozialdemokratischen Burgfriedenspolitik auf Bürgerkriegsverzicht ausgerichtet war, war ohnehin nicht zu denken.  Die Stasi ließ die RAF-Fische, die im reaktionären Wasser der BRD nicht mehr schwimmen konnten, allenfalls untertauchen. Beim Zusammenbruch der DDR rührte sich dann auch kein Finger der NVA für ihren Erhalt, es fiel kein Schuss, so kam es auf Grund der reaktionären Burgfriedenspolitik der SED zu einer sogenannten friedlichen Revolution. Ein friedliche Revolution ist allerdings in Zeiten des entfesselten Imperialismus ein Unding, es konnte sich nur um Konterrevolution handeln.

Von den heute noch lebenden RAF-Aktivisten forderte Steinmeier, sich endlich zu erklären, und die Herrenmenschen ? Sie halten die Akten über die RAF erst einmal bis zum Jahr 2042 vorsorglich unter Verschluss. Warum wohl ? In der ‚Frankfurter Rundschau‘ stand dieser Tage (6.9.17) ein aufschlussreicher Leserbrief von Edeltraud Schnegelsberg aus Darmstadt: ‚Noch viele Fragen offen‘ , in dem einige der wunden Punkte der offiziellen Stammheimer Selbstmordtheorie aufgeführt werden. Hier nur ein Beispiel: Der Bruder von Gudrun hatte 2012 eine Neuaufnahme des Todesermittlungsverfahrens beantragt, als herausgekommen war, dass der Aufsichtsbeamte Hans Springer in der Todesnacht durch einen Behördenanruf für drei Stunden, zwischen 0 uhr 30 und 3 uhr 30 von der Aufsicht abberufen worden war. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart lehnte 2013 Neuermittlungen ab. Warum wohl ?   Der Rechtsanwalt Otto Schily sprach 1977 von Stammheimer Morden, unternahm als sozialdemokratischer Innenminister aber nichts zu ihrer Aufklärung. Warum wohl ?

 

 

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