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Polizistin erschießt Christy Schwundeck im Jobcenter Frankfurt Gallus Über die Notwehr

21. Mai 2011

Am 19. Mai 2011 hat eine Polizeibeamtin im Frankfurter Jobcenter  Christy Schwundeck ermordet, die Hartz IV beantragt hatte, der aber das Geld verweigert wurde. Alle „Sachkenner“ sprechen von einer eindeutigen Notwehrsituation, aus der heraus die Polizistin geschossen habe.  Aus dem recht eintönigen Puzzle der Artikel der bürgerlichen Presse ergibt sich natürlich keine Klarheit über die Tatzusammenhänge und die ganze Dürftigkeit dieser Journaille bestätigt nur das Wort von Karl Marx vom  polizeigefärbten Bourgeoisverstand, alle wollen in diesem Fall Polizist und Polizistin spielen….und laufen in die Irre. 1. Keine der bürgerlichen Zeitungen hielt es für erwähnenswert, dass Christy im Sitzen erschossen wurde.

In seiner Rechtsphilosophie gelangt Hegel in der  Analyse der bürgerlichen Gesellschaft zu der Einsicht, daß bei allem Reichtum, den die bürgerliche Gesellschaft produziert, diese bürgerliche Gesellschaft nicht reich genug ist, die Armut des Pöbels zu steuern. Und Marx charakterisiert nach der Analyse der Pariser Kommune den bürgerlichen Staat als das nationale Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit.

Es ist ausgemacht in der bürgerlichen Theorie des Gesellschaftsvertrages, daß die Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft vertraglich übereinkommen zwecks Sicherung ihrer Existenz, ihres Glücks und ihres Wohlstandes. Ist eine Gesellschaft nicht in der Lage, die Existenz ihrer Mitglieder zu sichern, so ist der ganze Vertrag hinfällig und die Menschen befinden sich wieder im Naturzustand, leben in einer Art Kriegszustand und in einer beständigen Ausnahme-, in einer beständigen Notwehrsituation. In dieser befand sich also die deutsch nigerianische Kollegin Christy, der man im Jobcenter kein Geld zum nackten Überleben geben wollte. Sie hatte am 10. Mai einen Antrag auf Hartz IV gestellt und am 19. (!!) Mai immer noch kein Geld erhalten. 2. Sie wurde also von dem faulen Beamtenpack vor den brutalen Widerspruch gestellt: entweder Hungers zu sterben oder die Kriegserklärung der kapitalistischen Gesellschaft ihr gegenüber anzunehmen. Es spricht für sie, dass sie das letztere tat. Sie befand sich also dem Bullen gegenüber völlig IM RECHT, ihm nicht den Personalausweis zu zeigen, den ein Mensch im Naturzustand nicht hat, sondern den von der Kapitalistenklasse ihr gegenüber selbst erklärten Krieg, der ein Krieg  gegen alle  Werktätigen ist, mit dem Messer zu beantworten. Ist es nicht heldenhaft, gegen die doppelte Überzahl schwer bewaffneter Klassenfeinde sein Menschenrecht auf Existenz zu behaupten ? Ihr Pech bestand nur darin, schlechter ausgerüstet gewesen zu sein, keine Heckler & Koch P 30 besessen zu haben wie  die klassenfeindliche Kapitalmacht. Wenn der Oberstaatsanwalt Thomas Bechtel schon heute verkündet, daß alles im Moment nach Notwehr aussieht 3.,  so hat er völlig recht, eine solche lag eindeutig vor, aber auf Seiten der arbeitslosen Kollegin Christy.

Es war der große jakobinische Revolutionär Jean Paul Marat, der mehrmals in seinen Schriften ausführte, dass ein Mensch, der um seine nackte Existenz kämpft, keinen Diebstahl begehen kann, denn die Existenzmittel stehen ihm in seiner Eigenschaft als Mensch zu. Es ist übrigens dies Gedankengut des achtzehnten (!) Jahrhunderts. Und gerade diese Existenzmittel verweigerten die Kannibalen vom Jobcenter im Jahre 2011, deren ganze Verwaltungs“kunst“ darin besteht, Menschen wie Dreck zu behandeln, sie des Hungertods preiszugeben.

Es kann kein Mitleid, kein Verständnis für die Mordwerkzeuge des Kapitals gegen die Arbeit geben, mit diesen sittlich verwahrlosten Klassenverrätern in Uniform. Um der Mörderin in Polizeiuniform Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, müssen wir sie der bürgerlichen Klassenjustiz entreißen, die natürlich ihre eigenen Kriegswerkzeuge hegt und pflegt, und sie vor ein Revolutionstribunal stellen. Dabei dürfen wir aber keineswegs übersehen, daß diese Oberkommissarin nur ein kleines Rädchen in der klassenmäßigen Kriegsmaschinerie des Kapitals ist. Die Ermordung der Hartz IV Kollegin in einem Großraumbüro in Frankfurt geht letztendlich auf das Konto von Gerhard Schröder und auf das von Angela Merkel, die sich ja ohnehin freut, wenn ein Mensch ermordet wird. So wörtlich „Ich freue mich“ anläßlich der Ermordung Osama Bin Ladens, der als Soldat fiel. Selbst die Nazipropaganda hat niemals geäußert, dass sich die Deutschen über den Tod feindlicher Soldaten freuen sollten. Diese Äußerung allein zeigt schon die ganze sittliche Verwahrlosung der „First Lady“ einer Republik an, die in Wirklichkeit eine perverse faschistoide Diktatur ist.

Der 25 jährige Karl Marx schrieb 1843, dass es eine Klasse in der bürgerlichen Gesellschaft gibt, der das Bürgertum kein besonderes Unrecht zufügt, sondern das Unrecht schlechthin. Es liegt in der arbeitenden Klasse ein völliger Verlust des Menschen vor. 4. Die Ereignisse in Frankfurt, der Stadt der Ackermänner, aus der eine dicke Pestwolke aufsteigt und sich lähmend über die ganze „Republik“ legt (die in Wirklichkeit eine Monarchie der Ackermänner ist 5.) bestätigen die Aktualität dieser Gedanken. Die bürgerliche Gesellschaft verurteilt in der Tat die große Mehrheit zum völligen Verlust ihres Menschseins und es ist die Aufgabe einer proletarischen Revolution, dieses Menschsein völlig wiederzugewinnen. Gerade die ermordete Kollegin Christy steht dafür, nicht die Bullen als Repräsentanten eines menschenverachtenden Ausbeutungssystems.

1. Die Polizeibeamtin handelte „offenbar in Notwehr“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.10.2011), habe ersten Ermittlungen zufolge „klar in Notwehr gehandelt“ (taz vom 20. Mai 2011), kritik- und kommentarlos (!), „Die junge Oberkommissarin mußte gerade in Notwehr eine Frau erschießen !“ (BILD vom 20. Mai 2011).

2. Das hessische Landeskriminalamt hat seine fürwahr lächerlichen Ermittlungen aufgenommen, ob „seine“ Beamtin in Notwehr gehandelt habe, vor allem sollte das hessische Sozialamt untersuchen, warum das Hartz IV Geld nach neun (!!) Tagen immer noch nicht kontoverbucht war ? Das ist für die Arbeiterklasse eine ebenfalls sehr  wichtige Frage. Und überhaupt sollte man der hessischen Polizei sehr genau auf die Finger schauen, es geht um Leben und Tod bei ihr. Vom August 2006 bis Juli 2010 sind fünf Menschen bei ihren Einsätzen von ihrem Abziehfinger erschossen worden, darunter eine 55 jährige Frau ( !) und ein 28 jähriger im Hof eines Krankenhauses (!). Siehe: Frankfurter Rundschau vom 20. Mai 2011 Rhein Main, Seite D6

3. „Polizistin schoss, um ihren Kollegen zu schützen.“ BILD vom 20. Mai 2011, Seite 10

4.  Karl Marx, Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie/ Einleitung. Marx Engels Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1957,390

5. Im Imperialismus verfällt die traditonelle bürgerlich liberale parlamentarische Tradition immer mehr der politischen Reaktion. Lenin zitiert in seinem Fundamentalwerk: „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ Lysis, der in seinem Buch „Gegen die Finanzoligarchie in Frankreich“ (1908 in fünfter Auflage erschienen) bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zur richtigen Erkenntnis gelangte: „Die französische Republik ist eine Finanzmonarchie, die volle Herrschaft der Finanzoligarchie; sie herrscht unumschränkt über Presse und Regierung“. (Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, Werke Band 22, Dietz Verlag Berlin, 1960,238). Und dieser Wesenszug des Imperialismus liegt zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch viel deutlicher vor. Die Bullen, Beamte der „Republik“, Bundeswehr, die Regierung, Staatsanwaltschaften …usw., sie alle verrichten heute niedrigste Helotendienste bis hin zur Tötung einer Frau für die Deutsche Bank. Und die heutige sogenannte „kritische Intelligenz ?“ Ich erwähnte in der ersten Anmerkung, daß auch die taz kritik- und kommentarlos von einer nach ersten Ermittlungen klaren Notwehrsituation der Staatsbeamtin sprach. Ich möchte die taz Redakteure an Karl Jaspers erinnern, fürwahr kein proletarischer Ideologe, der nicht Karl Marx und Friedrich Engels sondern Friedrich Nietzsche  und Sören Kierkegaard für die größten Denker hielt (was natürlich haarsträubend ist, aber auch ein Quentchen Wahrheit enthält, denn man darf Marx und Engels nicht primär als Denker begreifen, sie waren vor allem Revolutionäre). Der bürgerliche Ideologe Karl Jaspers schrieb 1960 über die Bundesrepublik Worte, denen man nicht nur  zustimmen muß, sondern die auch heute noch von höchster Aktualität sind: „Die Demokratie schien die Freiheit zu versprechen, machte aber…den Einzelnen unfreier als je. Der Staat selber, noch im Scheine überkommener Rechtsstaatlichkeit, wurde zum Betrüger nach innen und außen.“ (Karl Jaspers, Wo stehen wir heute ?, in: Wo stehen wir heute ? (Aufsatzsammlung), Bertelsmann Verlag Gütersloh 1960,33f.). Dahin ist es gekommen, dass man heute ein halbes Jahrhundert zurückgehen muß, um noch staatskritische Äußerungen der bürgerlichen Intelligenz zu finden.

21. Mai 2011

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Über den revolutionären September

28. September 2010

TEIL I

Alle großen Revolutionen in der Geschichte der Menschheit, die sie historisch einen gewaltigen Schritt nach vorne gebracht haben, sind nicht ohne Terror von unten, ohne revolutionäre Volksjustiz ausgekommen.Über die große französische Revolution schrieb Lenin: „Die Jakobiner von 1793 waren die Vertreter der revolutionären Klasse des 18. Jahrhunderts, der armen Bevölkerungsschichten in Stadt und Land. Gegen diese Klassen, die in der Tat (nicht nur in Worten) mit ihrem Monarchen, ihren Gursherren und gemäßigte Bourgeois bei Anwendung der revolutionären Mittel bis zur Guillotine abgerechnet hatte, gegen diese wahrhaftig revolutionäre Klasse des 18. Jahrhunderts zogen die verbündeten Monarchen Europas in den Krieg.“ 1. Bereits im September 1792 erreichte die Revolution in den sogenannten Septemberwirren den Höhepunkt der ersten Schreckenszeit. Am 2. September begannen die konterrevolutionären Truppen der auswärtigen monarchistischen Koalition unter dem Herzog von Braunschweig die Belagerung von Verdun, das die letzte Festung vor Paris war. In Paris erfolgten rasche Truppenaushebungen und Marat warnte, daß der Vormarsch der auswärtigen Reaktion auch die Konterrevolution in Paris zu einem Aufstand ermuntern könnte, denn noch immer beherbergte die Stadt in ihren Mauern perversen mittelalterlichen Abschaum. Bereits am Nachmittag des 2. September 1792 wurden im Gefängnis Abbaye eidverweigernde Priester getötet. Bewaffnete Pariser Massen stürmten die Gefängnisse und überwältigten die Wächter. Ein Kommissar der Pariser Kommune erklärte: “ Indem das Volk seine Rache ausübte, hat es auch Recht gesprochen.“ 2. In dieser Phase kam es durch die revolutionäre Schöpferkraft der Pariser Volksmassen zur Herausbildung von oft in den Gefängnissen selbst tagenden und nächtigenden Volksgerichten, die unter anderem den Erzbischof von Arles, den Bischof von Mende, Castellane, den Herzog La Rochefoucauld und die Prinzessin Lamballe zum Tode verurteilten. Letzterem Flittchen wurde die Chance gegeben, durch Nachsprechen des Eides, daß sie die Freiheit und Gleichheit liebe und das Königtum hasse, freigesprochen zu werden, sie aber antwortete: „Den ersten Eid kann ich nicht leisten, den zweiten nicht, weil er nicht in meinem Herzen ist.“ 3. Dem Richter Hébert blieb keine andere Wahl, als das Todesurteil zu sprechen. Auch in den Provinzen Frankreichs tagten Volksgerichte, der französische Historiker und Revolutionsspezialist der 89er, Albert Soboul, hat 1100 Todesurteile ermittelt. Hier überrascht wieder die geringe Zahl im Vergleich zu den unbekannten Soldaten, die in dynastischen Kriegen brutal und anteilnahmslos von der Obrigkeit  geopfert wurden, nur um die Frage zu entscheiden, welcher monarchistische Räuber dieses oder jenes Stück Land Europas zugesprochen bekommen sollte. Ein revolutionärer Aufschwung des Volkes gegen seine Feinde kommt der Menschheit allemal billiger zu stehen als das Aufeinanderprallen der Kriegsmaschinerien, wahren Kriegsungeheuern.

Darauf wies uns auch Robespierre hin: „Bis wie lange noch wird man die Wut der Despoten Gerechtigkeit, und die Gerechtigkeit des Volkes Barbarei oder Empörung nennen ?“ 4. Aktualisiert könnte man sagen: wie zärtlich die Bundesregierung doch zu den Managern der Real Estate Bank ist (Gehälter und Boni aus Steuergeldern bis über 500 000 € im Jahr) und wie unerbittlich sie gegen die Hartz IV Empfänger ist (5 € im Monat, 60 im Jahr). Über 500 000 € und 5 € sind im Kapitalismus eine völlig natürliche Sache, wie schon Friedrich Engels schrieb: hat die herrschende Klasse es nie verfehlt: „…ihre Herrschaft auf Kosten der arbeitenden Klasse zu befestigen und die gesellschaftliche Leitung umzuwandeln in gesteigerte Ausbeutung der Massen.“ 5.

Auch im deutschen Volk schlummert ein ungeheures Potential an revolutionärer Schöpferkraft und die Volksfeinde, Konterrevolutionäre, Sozialdemokraten, die das menschenverachtende Hartz IV erfunden haben, sollen sich keinen Illusionen hingeben: auch die Gefängnisse werden eines Tages für sie kein sicherer Ort mehr sein. Die Reaktionäre mögen die allerdemokratischten bürgerlichen Republiken mit den allerdemokratischten Wörtern ausschmücken, die Arbeiterklasse weiß zwei elementare Sachen ganz genau: „…daß die „besondre Repressionsgewalt“ der Bourgeoisie gegen das Proletariat, einer Handvoll reicher Leute gegen die Millionen der Werktätigen abgelöst werden muß durch eine „besondre Repressionsgewalt“ des Proletariats gegen die Bourgeosie (die Diktatur des Proletariats).“ 6.Und dass eben die Aufgabe des Proletariats in der „völligen Vernichtung“ 7. der Bourgeoisie besteht.

Ein revolutionäres Volksgericht muß streng parteiisch vorgehen nach der Richtschnur: die Kleinen und Schwachen  schützen, aber hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen  sein. Wir werden die Massen nicht mit abstrakten Phrasen von „Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz“ betrügen, wie es die bürgerliche Justiz fortlaufend tut…und die Reichen und Mächtigen schützt, mit denen sie durch tausend Fäden verknüpft ist, und die daher hart und grausam gegen die Kleinen und Schwachen ist. Marat entlarvte schon 1777 in seinem Plan einer Criminalgesetzgebung  die abstrakte Gleichheit  der Strafe und betonte die Notwendigkeit einer Berücksichtigung der sozialen Umstände bei der Strafzumessung. Die bürgerliche Justiz ist heute ein Werkzeug der kapitalistischen Ausbeuter, ihre Kunst besteht darin, die Armen auszupressen. Bebel pflegte zu sagen, die Juristen seien durch und durch reaktionäre Leute. 8. Lenin gab uns bezüglich der Todesstrafe den richtigen Fingerzeig: „Ich hatte bereits Gelegenheit, in der bolschewistischen Presse darauf hinzuweisen, daß als triftiges Argument gegen die Todesstrafe nur gelten kann, daß sie von den Ausbeutern im Interesse der Erhaltung  der Ausbeutung gegen die Massen der Werktätigen angewandt wird. Ohne die Todesstrafe gegen  die Ausbeuter (d.h. die Gutsbesitzer und Kapitalisten) wird eine wie immer geartete revolutionäre Regierung wohl kaum auskommen können.“ 9.

TEIL II

Im Schwarzen September 1970 hatte die jordanische Armee unter dem von herrschenden imperialistischen Kreisen der BRD unterstützten König Hussein über 20 000 Palästinenser massakriert, was zur Vorgeschichte des Schwarzen Septembers in München 1972 unbedingt dazu gehört: durch Geiselnahme von israelischen Sportlern sollte die Freilassung von palästinensischen Gefangenen durchgesetzt werden. 10. Über diese Aktion schrieb damals Ulrike Meinhof: „Sie hat einen Mut und eine Kraft dokumentiert, die die Revolutionäre nur aus ihrer Verbundenheit mit dem palästinensischen Volk haben können, ein Klassenbewußtsein, das sich seiner historischen Mission, Avantgarde zu sein, klar bewußt ist – eine Menschlichkeit, die vom Bewußtsein bestimmt ist, gegen dasjenige Herrschaftssystem zu kämpfen, das als das historisch letzte System von Klassenherrschaft gleichzeitig das blutrünstigste und abgefeimteste ist, das es je gab: gegen den seinem Wesen und seiner Tendenz nach durch und durch faschistischen Imperialismus – in welcher Charaktermaske auch immer er sich selbst am besten repräsentiert findet…“ 11. Aus der Sicht der Palästinenser war die BRD der Hauptverbündete Israels durch das ungeheure Wiedergutmachungskapital, die BRD galt als Hauptfinanzier der gegen die arabischen Völker gerichteten imperialistischen Kriege und der Mossad als eine Mörderorganisation, Ulrike Meinhof spricht von „Israels Nazi Faschismus“ 12. und bezeichnet Moshe Dayan als den „Himmler Israels“ 13.

Der „Schwarze September“ bleibt im Gedächtnis des anti-imperialistischen Kampfes unvergessen, denn er hat das faschistische Potential der deutschen Imperialisten bloßgelegt, statt Gefangene freizulassen ein Massaker zu verüben, vor diesem „Szenario“ ist es eher unwahrscheinlich, dass sich die Gefangenen der RAF in Stuttgart Stammheim selbst hingerichtet haben.

Wenn es heute einen Binsenweisheit überhaupt gibt, so ist es die, dass der Imperialismus buchstäblich über Leichen geht und eine kriminelle Schwerstenergie entwickelt hat, vor der alle früheren Epochen der Menschheit sich wie bigotte Nonnenklöster ausnehmen.

1. W.I. Lenin, Über Volksfeinde, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin 1960,45

2.Albert Soboul, Die Große Französische Revolution, athenäum Verlag 1988,230

3.Octave Aubry: Die Französische Revolution, Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach Zürich,483

4. Maximilien Robespierre, Über die Prinzipien der politischen Moral, in: Reden der französischen Revolution, dtv Text bibliothek, München 1974,349

5. Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, in: Marx Engels Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975,449

6.Lenin, Staat und Revolution, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1060,409

7.a.a.O.,425

8. Vergleiche Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Lenin Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin 1959, 272. Besonders aufschlußreich für dieses Thema das Kapitel: Kann es eine Gleichheit zwischen dem Ausgebeuteten und dem Ausbeuter geben ?

9. W.I. Lenin, Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen soll, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin 1960,351

10. Der Geiselnahme in München war bereits am 8. Februar 1972 ein Bombenanschlag bei der Firma Strüve in Hamburg, die Kriegselektronik nach Israel lieferte,  und ein Bombenanschlag  auf eine Ölpipeline in der Nähe  Hamburgs vorausgegangen.

11. Die Aktion des Schwarzen September in München, Zur Strategie des anti-imperialistischen Kampfes November 1972, in: Rote Armee Fraktion , Texte und Materialien zur Geschichte der RAF, ID Verlag Berlin, 1. Auflage 1997,177

12.a.a.O.,159

13.a.a.O.,173

Manchesterkapitalismus in Bangladesh, Kambodscha und in der BRD

21. August 2010

1844 weilte Friedrich Engels 21 Monate unter den Textilarbeiter/innen in Manchester und mußte feststellen, dass sie sich in einer vertierenden Lage befanden. 1. Heute von einer vertierenden Lage der arbeitenden Klassen in England zu sprechen, da ja England das klassische Land der Arbeiteraristokratie ist, bestochen und priviligiert durch Kolonialausplünderung auf Kosten der vielen Hundert Millionen Menschen der armen Länder 2., mag manchen bürgerlichen penny-a-liners obsolet vorkommen, sie ist aber im Kern vorhanden und wird solange vorhanden sein, als die Produkte des kapitalistischen Wirtschaftsorganismusses  die Produzenten beherrschen, solange das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes Verhältnis von Gegenständen. 3. Gedenkt man zudem noch ein, dass das Proletariat heute mehr denn je als nur WELTGESCHICHTLICHES existieren kann, so ist die Schrift von Friedrich Engels: „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ von 1844 hochaktuell.

In der Mitgliederzeitschrift der IG Metall vom August 2010 wird von Protesten der Textilarbeiter/innen in Bangladesh berichtet, die in diesem Land in der Tat wie Tiere gehalten werden, und die deutlich machen, dass der Kapitalismus das Problem der Massenverelendung zwar global hin – und herschieben, aber mit keiner Pore lösen kann, weder lokal noch national, weder kontinental noch global.

In den 4 500 Textilfabriken wird die Belegschaft zu 85 Prozent aus Frauen gebildet. Fast drei Millionen Frauen arbeiten in der Textilbranche, 20 Millionen Menschen hängen von ihr ab. Die Ausfuhr von Textilien macht fast 80 %  des Exports aus. Nach Schätzungen von Mc Kinsey wird sich der Export bis 2020 verdreifachen. Ein 14 Stunden Tag ist gang und gäbe, ebenso eine Siebentagewoche und das alles zu einem Monatslohn von 19 Euro. „19 Euro sind nicht mal halb soviel, wie sie brauchen, um (über-)leben zu können. Mindestens 58 Euro fordern sie. Den Firmen würde das kaum weh tun, denn die Löhne machen nur 0,5 Prozent der Verkaufspreise aus.“ 4. Viele Arbeiterinnen sind gezwungen, 14 bis 16 Stunden zu malochen, die Schicht endet um drei Uhr nachts, um 7 uhr 30 müssen sie schon wieder aufstehen.Dass Frauen von ihren Vorgesetzten geschlagen und sexuell belästigt werden, den Feuertod bei recht häufigen Bränden erleiden, weil die Fluchttüren geschlossen waren, sind weitere Elemente, die einem Manchesterkapitalismus eigen sind. 5. Den meisten Frauen wird der Mutterschaftsurlaub versagt. Oft bleiben nicht einmal sechs Stunden zum Schlafen, eine ausreichende Ernährung ist bei diesen Hungerlöhnen nicht möglich. Die hygienischen Verhältnisse in den Produktionsstätten sind sehr oft miserabel, Frauen klagen über Mißhandlungen. Wer sich gewerkschaftlich organisiert, muss mit einer auf den Fuß folgenden Kündigung rechnen. Der kapitalistische Wolf wittert natürlich sofort die Gefahr, die in dem Wort organisieren steckt. Im April 2012 ist der Arbeiterführer und Chef des Centre for Worker´s Solidarity, Aminul Islam,  ermordet aufgefunden worden. Auf seiner Leiche fand man Folterspuren. Die Täter laufen frei herum. Ist es da verwunderlich, dass die Arbeiter Straßen blockieren und Fabriken verwüsten ? im Juni 2012 schlossen 300 Textilfabriken in Ashulia vor den Toren Dhakkas für eine Woche. Und die Eurokrise führt zu Abnahmeeinbußen. Im Juni 2012 lag die Ausfuhr zum ersten Mal unter dem Monatswert des Vorjahres.

Die Forderung von 58 Euro im Monat kann aber nur ein Durchgangsstadium sein. Der Aufbau starker schlagkräftiger Massengewerkschaften, vor allem aber einer auf den Grundlagen des Marxismus Leninismus basierenden Kommunistischen Massenpartei muss Priorität haben, denn das Millionen Münder zählende Hungerproletariat in Bangladesh kann sich den perversen Ausbeuterabschaum ohne eine gewaltsame Revolution nicht vom Halse schaffen, die gewaltsame proletarische Revolution zerbricht ja nicht nur die Macht der Blutsauger, der Volksausplünderer, während dieser Ausrottungsrevolution richten sich die bisher geschundenen Lohnsklaven/innen zugleich auch auf. Engels sagt im Antidühring, statt matten saft- und kraftlosen Predigerweisheiten revolutionäre Selbsttätigkeit des Proletariats, auf dass es zu einem hohen politischen und moralischen Aufschwung der Volksmassen komme. Und Lenin schrieb: „…wenn gerade Millionen getretener Menschen zu Verstand und Vernunft erwachen…“ 6.

In der bürgerlichen französischen Revolution sind durch den Volksterror nur 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung umgekommen. „Bis wie lange noch wird man die Wut der Despoten Gerechtigkeit, und die Gerechtigkeit des Volkes Barbarei oder Empörung nennen ? Wie zärtlich man doch zu den Unterdrückern, und wie unerbittlich man gegen die Unterdrückten ist.“ 7. Imperialistische Schwindelmedien putschen die Todesquote in Pol Pots Kambodscha auf 20 Prozent hoch, als ob der Anteil der Ausbeuter 20 Prozent des Volkes betragen könnte. Wie zärtlich man doch zu den Folterknechten des Marschalls Lon Nol ist ! „Nur auf den Knochen der Unterdrücker kann die Volksfreiheit errichtet werden, nur mit dem Blut der Unterdrücker kann der Boden für die Selbstherrschaft des Volkes gedüngt werden.“ 8. Wie ist denn heute die aktuelle Lage der arbeitenden Klassen in Kambodscha ? Bleiben wir beim Beispiel der Textilindustrie, die in Kambodscha am Stadtrand von Phnom Penh konzentriert ist und  in der 350 000 kambodschanische Bürger/innen  beschäftigt sind. Dort muss für einen Stundenlohn von zwei Dollar an einem neunstündigen  Arbeitsttag für Adidas, GAP oder Levis geschuftet werden, also für 0,22 Dollar die Stunde bei einer durchschnittlichen Zimmermiete für 30 Dollar plus Strom- und Wassergeld. Den einfachen arbeitenden Menschen werden täglich und stündlich „tausendmal mehr entsetzliche Leiden und unmenschlichste Qualen bereitet“, als es „irgendwelche außergewöhnlichen Ereignisse wie Kriege und Erdbeben“ 9. können. Es ist noch sehr die Frage, welcher Terror der größere ist, der kurzguillotinistische von Pol Pot oder der lebenslange Terror der heutigen kapitalistischen Blutsauger und Machthaber. Mitte September folgten cirka 60 000 Beschäftigte der Textilindustrie einem Streikaufruf der Gewerkschaften für einen Mindestlohn von 93 Dollar. Als der Verband der Textilfabriken (GMA) Verhandlungsbereitschaft signalisierten, wurde dieser ausgesetzt. Dann allerdings machten  die menschenverachtenden Blutsauger eine Entschuldigung von den Werktätigen für den Streik zur Bedingung von Aufname von Verhandlungen, die natürlich bis heute ausblieb.  In der Zwischenzeit verfolgt die Regierung kämpferische Gewerkschaftler und wirft diese wegen Diffamierung und Aufwiegelung  in Gefängnisse. „Von einer unabhängigen Justiz kann in Kambodscha keine Rede sein, wie auch unbotmäßige Journalisten und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen schon erleben mussten.“ 10.

Fest steht aber, dass man ohne revolutionären Volksterror in Bangladesh und Kambodscha nicht auskommen kann, damit aus Arbeitstieren Menschen werden. Sei es drum. Man grolle nicht den Khmer Rouge, die modernen großen Städte müssen beseitigt, die Bevölkerung möglichst gleichmäßig über das ganze Land verteilt werden. 11. Das Weltproletariat ruft den kämpfenden Genossen und Genossinen zu: Friede den Hütten, Krieg den Palästen. Proletarier aller Länder, vereinigt Euch ! „Ist die Konkurrenz der Arbeiter unter sich gestört, sind alle Arbeiter entschlossen, sich nicht mehr durch die Bourgeoisie ausbeuten zu lassen, so ist das Reich des Besitzes am Ende. Der Arbeitslohn ist ja bloß deshalb von dem Verhältnisse von Nachfrage und Angebot, von der zufälligen Lage des Arbeitsmarktes abhängig, weil die Arbeiter sich bisher gefallen ließen,  als Sache, die man kauft und verkauft, behandelt zu werden. Beschließen die Arbeiter, sich nicht mehr kaufen und verkaufen zu lassen, treten sie bei der Bestimmung, was denn eigentlich der Wert der Arbeit sei, als MENSCHEN (kursiv von Friedrich Engels) auf, die neben der Arbeitskraft auch einen Willen haben, so ist es aus mit der ganzen heutigen Nationalökonomie und den Gesetzen des Lohnes.“ 12.

Und man glaube nicht, Bangladesh liege weit weg. Es wird dort zum Beispiel für Hennes & Mauritz, Lidl, Adidas, Wal-Mart, Tesco und Zara produziert. Die „Kampagne für saubere Kleidung“ will nun wenigstens durchsetzen, dass Unternehmen zur Veröffentlichung  von bestimmten Informationen verpflichtet werden, nicht nur über die Inhaltsstoffe der Produkte, sondern durch Erweiterung des Verbraucherinformationsgesetzes auch wo und unter welchen Bedingungen diese hergestellt worden sind. Das kann durch die Verbraucher zu einem gewissen Druck auf die Unternehmen führen. Das sind kaum mehr als kleine Hilfsmittel wie überhaupt sich bei solchen Verhältnissen immer ein ganzer Rattenschwanz von zwielichtigen Menschenrechtsorganisationen bildet.  Und haben wir nicht auch in der BRD Kündigungen wegen Maultaschen, Frikadellen, Akkuaufladung für 1,8 cent und Pfandbons ? Auch wir haben unsere Manchesterkapitalisten, und die sitzen nur allzu oft in den Arbeitsgerichten selbst. Laut der Präsidentin des Bundesarbeitsgerichtes Ingrid Schmidt in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung gibt es keine Bagatellen.13. „Wenn der Begriff des Verbrechens die Strafe, so verlangt die Wirklichkeit des Verbrechens ein Maß der Strafe, das wirkliche Verbrechen ist begrenzt. Die Strafe wird schon begrenzt sein müssen, um wirklich, sie wird nach einem Rechtsprinzip begrenzt sein müssen, um gerecht zu sein.“ 14.

1. Vergleiche Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Ausgewählte Werke Marx Engels Band I, Dietz Verlag Berlin, 1974,165. Auch schon während der französischen Revolution beschwerten sich die Arbeiter, dass sie von ihren Vorgesetzten mißhandelt wurden. Sie schrieben an Jean Paul Marat Beschwerden, die er in seiner Zeitung „Ami du Peuple“ veröffentlichte: „Unsere Blutsauger hingegen bewohnen prachtvolle Häuser, trinken die auserlesensten Weine, betten sich auf Daunen und werden in goldenen Kutschen gefahren. Bei all dem Überfluß und all den freuden vergessen sie unsere Armut und weigern sich häufig, der Familie eines mittags verunglückten oder ums Leben gekommenen Arbeiters den Lohn für den Vormittag zu zahlen.“ (Jean Paul Marat, Die Namen der Blutsauger sind bekannt, in: Ami du Peuple vom 12. Juni 1791, in: Jean Paul Marat, Ich bin das Auge des Volkes, Ein Portrait in Reden und Schriften, Herausgegeben von Aglaia I. Hartig, Wagenbach Verlag Berlin, 1987,147f.).

2 “ Es gibt hier ja keine Arbeiterpartei, es gibt nur Konservative und Liberal-Radikale, und die Arbeiter zehren flott mit von dem Weltmarkts- und Kolonialmonopol Englands.“ (Engels: Brief an Kautsky vom 12.September 1882) Lenin zitiert diese Briefstelle in seiner Schrift: Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus (Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1957, 109), die sehr gutes informatives Material zur verbürgerlichten Arbeiterbewegung speziell in England enthält.

3. Vergleiche Karl Marx, Das Kapital, Marx Engels Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1974, 86

4. Sylvia Koppelberg, Die große Wut der Textilarbeiter, in: metallzeitung August 2010,4f. Der Mangel dieses Artikels besteht darin, dass er nur trade-unionistisch ist, mit der Enthüllung von Mißständen allein ist es noch nicht getan. Diese Enthüllung ist nicht einmal das Hauptsächliche, sondern dies ist die „politische Erziehung der Arbeiterklasse, die Entwicklung ihres politischen Bewußtseins…“ (Lenin, Was tun ? Brennende Fragen unserer Bwegung, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin, 1955,413).

5. Bereits im Februar 2010 brannte es beim H & M Zulieferer Garib & Garib, ohne dass daraus Lehren gezogen wurden. Am 14. Dezember sind bei einem Fabrikbrand im neunten und zehnten Stock von „That´s  Sportswear Ltd“  außerhalb von Dhaka mindestens 28 Menschen gestorben, die Zahl der Verletzten liegt wesentlich höher. Die Arbeiter und Arbeiterinnen erstickten, wurden niedergetrampelt oder sprangen aus den Fenstern. Seit Jahren weist die „Kampagne für saubere Kleidung“ (CCC) vergeblich auf gravierende Sicherheitsmängel hin. (siehe: google: Kampagne für saubere Kleidung).

6. Lenin, Geschichtliches zur Frage der Diktatur (Notizen), in: Ausgewählte Werke Lenin Band V,Dietz Verlag Berlin, 1982,726. Lenin wies darauf hin, dass trotz aller Qualen die Kapitalisierung der Lebensverhältnisse progressiv ist, dass die Frauen nicht zurücksollen zu Handwerk und Hausarbeit. „Es ist Sache der Bourgeoisie, die Trusts zu fördern, Kinder und Frauen in die Fabriken zu jagen, sie dort zu matern, zu korrumpieren, unsäglichem Elend preiszugeben. Wir „unterstützen“ diese Entwicklung nicht, wir „fördern“ so etwas nicht, wir kämpfen dagegen. Aber wie kämpfen wir ? Wir erklären, die Trusts und die Fabrikarbeit der Frauen sind PROGRESSIV (kursiv von Lenin). Wir wollen nicht zurück zum Handwerk, zum vormonopolistischen Kapitalismus, zur Hausarbeit der Frauen. Vorwärts über die Trusts usw. hinaus und durch sie zum Sozialismus.“ (Lenin, Das Militärprogramm der proletarischen Revolution,in: Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1957, 77).

7. Maximilien Robespierre, Über die Prinzipien der politischen Moral, Reden der französischen Revolution, dtv Text-bibliothek, München 1974,349

8. Josef Stalin, An alle Arbeiter, Stalin Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1950,165

9. Lenin, Über das Verhältnis der Arbeiterpartei zur Religion, in: Lenin, Marx-Engels-Marxismus, Grundsätzliches aus Schriften und Reden, Dietz Verlag Berlin, 1967, 261 f.

10. Michael Lenz, „Ein Kotau wird verlangt“, Gewerkschaften sollen sich für Streik entschuldigen, in: Verdi Publik 12/2010,8

11. Vergleiche Friedrich Engels, Zur Wohnungsfrage, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band IV, Dietz Verlag Berlin, 1972, 228 und 270. An gleicher Stelle auch der interessante Hinweis, daß schon Liebig in seinen Schriften über die Chemie des Ackerbaus die Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land gefordert hatte.

12. Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Ausgewählte Werke BandI, Dietz Verlag Berlin, 1974,173

13. siehe: google: Bundesarbeitsgericht Präsidentin Schmidt Bagatelle

14. Karl Marx, Verhandlungen des 6. rheinischen Landtages, Von einem Rheinländer, Debatte über das Holzdiebstahlsgesetz, Marx Engels Werke Band I, Dietz Verlag Berlin 1957,114. Dort kann man nicht nur ausführlich nachlesen, was Marx über juristische Bagatellen geschrieben hat, sondern dass die Armen ein Recht haben, und zwar ein Okkupationsrecht „…also dem Okkupationsrecht der Klasse anheimfallen, welche eben durch das Okkupationsrecht von allem anderen Eigentum ausgeschlossen ist…“ (a.a.O.,118). Erheben wir also das Schwert Dzerschinskijs, um die Okkupanten und ihre Handlangerin Ingrid Schmidt zu richten.

Heinz Ahlreip 21.8.10

DIE RAF IM LICHT LENINS

1. Juli 2010

Die RAF im Lichte des Marxismus-Leninismus ein politphilosophischgeschichtlichsoziologischer essay von Heinz Ahlreip, 1.Juli 2010 Baader und Ensslin wollen heiraten den Schleyer haben sie schon jetzt brauchen sie nur noch den Strauss Ob eines Tages Plätze und Straßen nach Mitgliedern der RAF benannt werden,  ist auch nach einer siegreichen proletarischen Revolution in  Deutschland offen.  Die progressive Seite der RAF war ihr 28 Jahre währender jakobinistischer  Krieg gegen  mittelalterliches  Gerümpel  in  Deutschland. Sie hat  in  der  Linie gestanden: „Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren“ (1.), ein geflügelter Halbsatz, der auf einen Text von Ulrike Meinhof zurückgeht. Der Jakobinismus erlebte am Ausgang der   sechziger  Jahre   eine   Renaissance unter den Intellektuellen (siehe das damalige Publikationsverzeichnis des Wagenbach-Verlages, in dem auch ab dem Sommer 1970 die Vierteljahreszeitschrift „Kursbuch“ erschien (2. ). Mann/Frau beschäftigte sich  im Zuge der sexuellen Revolution mit  dem  Marquis de Sade. In  politischer  Hinsicht  wurden zum Beispiel zahlreiche republikanische Clubs gegründet,  die oft den Namen Voltaire trugen, der ein gemäßigter Aufklärer war und die vom Verfassungsschutz beobachtet wurden. Man sprach auch von einer Krise der Germanistik. die die jüngere Germanistengeneration zu einer Politisierung der Literatur ausnutzte. Das Buch des französischen Germanisten Pierre Berteaux „Hölderlin und die französische Revolution“ kam wie gerufen jenseits vom Rhein. Dass Hölderlin zwischen Girondismus und Jakobinismus schwankte, war damals peripher. Der in Hannover  vom Universitätsdienst suspendierte Professor für Psychologie,  Peter Brückner, der sich als einziger von 12 Professoren in Niedersachsen geweigert hatte, seine Unterstützung für den Mescaleronachruf zurückzuziehen, nahm seinen Vorlesungsbetrieb daraufhin im Hannoverschen Club Voltaire wieder auf, in dem er die Frage  der  Gewalt in der spätbürgerlichen Gesellschaft  aufwarf. Er  hatte aus dem Geschichtsunterricht nicht vergessen, dass  die bürgerliche Republik selbst durch  die Erstürmung eines  Gefängnisses das Licht der Welt erblickte, also schon per  Geburtsurkunde keinen Anspruch auf ein Gewaltmonopol gegen das Volk hat.Immerhin lastete der schwere Schatten der  Adenauer´schen Restauration auf  der  Republik,  die  durch   eine antihumanistische Zusammenrottung von Verfassungsrichtern  in Karlsruhe 1956 die KPD verboten  hatte (ein Verbotsurteil, das zuwenig mit dem Kommunistenprozess in Köln von 1852 in Zusammenhang  gebracht wird) und einem klerikal-faschistischen  Terrorstaat näher war als einer bürgerlichen Demokratie, die die Losung: Freiheit Gleichheit  Brüderlichkeit auf ihre Fahne zu schreiben hätte ohne aufzuhören, eine Diktatur des Kapitals zu sein.  (So verbat sich das mittelalterliche Adenauer Regime zum Beispiel eine Kritik am Papst und der Beitrag, den Ulrike Meinhof zu der im Fischer Verlag 1964 erschienenen Aufsatzsammlung „Die Ära Adenauer“ beisteuerte, trug denn auch die Überschrift „Provinz und kleinkariert“). Aber  diese  Weichenstellung war  im Grunde fatal: als „bolschewistische“  Revolutionäre  kamen die  Aktionisten der  RAF zu  früh. „Es ist das Schlimmste, was dem Führer einer extremen Partei wiederfahren kann, wenn er gezwungen wird, in einer Epoche die Regierung zu übernehmen wo die Bewegung noch nicht reif ist für die Herrschaft der Klasse, die er vertritt und für die Durchführung der Maßregeln die die Herrschaft dieser Klasse erfordert.“ (3.)  Von einer gesamtnationalen, Ausgebeutete wie Ausbeuter erfassenden Krise konnte keine Rede sein.  Man  blieb  aber  im  Neojakobinismus  befangen  auch deshalb,   weil dieser  für  bürgerliche  Intellektuelle  angenehme  akollektiv-spontane Widerstandsformen beinhaltete. Die Hinwendung zur  bereits unter  kapitalistischer  Hölle  und  Hülle  im   gesamtgesellschaftlichen Produktionsprozess kollektiv organisierten Arbeiterklasse war fadenscheinig und eine Identifizierung mit ihr künstlich,  im Grunde ging es um narzißstische Selbstdarstellung  verspäteter pubertärer Jakobiner, was die bewußt im RAF-Zirkel angewandte Gossensprache nur noch unterstrich. Es wurde spontan gehandelt, aus der leidenschaftlichen Empörung, wie sie Intellektuellen eigentümlich ist, „…die es nicht verstehen oder nicht die Möglichkeit haben, die revolutionäre Arbeit mit der revolutionären Arbeiterbewegung zu einem Ganzen zu verbinden.“ (4.) Eine politisch wirksame Arbeiterpartei, die die Massen zum bewaffneten Aufstand führt, wurde gerade verworfen, der SDS wollte laut dem hedonistisch gesinnten Hans Magnus Enzensberger ohne Mitgliedergeschichte auskommen. Sprach Lenin davon, dass der Bolschewismus durch Leiden errungen sei, tendierte man zur Verballhornung der Revolution als Fete.  Nicht zufällig erschien im  Suhrkamp  Verlag  das Theaterstück von Peter Weiß: Die  Verfolgung  und  Ermordung des Jean Paul Marats dargestellt  durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter  Anleitung des Herrn de Sade,   das  auf  vielen namhaften Bühnen Deutschlands gespielt wurde. (5.)  Am  weitesten ging  die Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer: Sie führte unter der Regie von Peter Stein das Revolutionsschauspiel  „Optimistische Tragödie“  von Wsewolod Wishnewskij  auf: eine  bolschewistische Politkommissarin, gespielt von Edith Clever, diszipliniert einen heruntergekommenen und in revolutionärer Hinsicht  verwahrlosten anarchistischen Matrosenhaufen zu einer schlagkräftigen  Rotgardistentruppe.  Das Schicksal  von Ulrike Meinhof  war  ein anderes: sie wurde am Ende in  Stammheim ausgegrenzt und von den Anarchisten gedemütigt.Die Rolle des Gegenspielers der Politkommissarin und einer  der  Anführer des Matrosenhaufens  war übrigens durch  Bruno Ganz besetzt, der  Hitler  im Film „Der Untergang“  spielte und  der im jetzt aktuellen Film  „Der Baader-Meinhof Komplex“ die Rolle des BKA Chefs Horst Herold übernahm.Unter der Hand hat damit die Regie einen  aussagekräftigen Coup gelandet. Neben den zu Recht gegen das Mittelalter ausgeteilten Schlägen kamen  nationalrevolutionäre Anschläge gegen NATO Einrichtungen und vor allem gegen das Hauptquartier des US-amerikanischen  Kriegsgewinnlerpacks  in Heidelberg und in Frankfurt am Main.  So  wurde von roten Werwölfen gezeigt, dass die Flamme der Abrechnung mit dem US-Imperialismus in Deutschland nicht erloschen ist. Eine souveräne Nation darf natürlich keine ausländischen Truppen auf ihrem Territorium dulden. Im Bekenner-schreiben zum Anschlag heißt es: „Die Menschen in der Bundesrepublik unterstützen die Sicherheitskräfte bei der Fahndung nach den Bombenattentätern nicht…weil sie Auschwitz, Dresden und Hamburg nicht vergessen haben.“ (6.) (Dieses Bild wird getrübt durch den Pimental-Patzer, wovon weiter unten.) In der Maioffensive 1972 wurden innerhalb von vierzehn Tagen sechs Ziele angegriffen, darunter die Computerzentrale des US Hauptquartiers, in der vietnamesische Bombeneinsätze koordiniert wurden. „Für die Ausrottungsstrategen von Vietnam sollen Westdeutschland und Westberlin kein sicheres Hinterland mehr sein. Sie müssen wissen, daß ihre Verbrechen am vietnamesischen Volk ihnen neue, erbitterte Feinde geschaffen haben, daß es für sie keinen Platz mehr geben wird in der Welt, an dem sie vor den Angriffen revolutionärer Guerilla Einheiten sicher sein können.° 7. Den Krieg, „…den ein Volk auf seinen eigenen Fluren um Freiheit und Unabhängigkeit führt…“, nannte Clausewitz in einem Brief, unterzeichnet als „ungenannter Militär“ aus Königsberg aus dem Jahre 1809 an Fichte, „den Verfasser eines Aufsatzes über Machiavel“ den schönsten aller Kriege. Dagegen zählen die Auslandseinsätze der Bundeswehr zu den häßlichen Kriegen. Einer der Werwölfe driftete zu den faschistischen ab, begleitet auf seinen traurigen Werdegang wird Mahler von Klaus Rainer Röhl, damals ein Schreibtisch“revoluzzer“, früherer Ehemann von Ulrike Meinhof und langjähriger Herausgeber der „konkret“, der 1993 bei Professor Ernst Nolte mit einer Arbeit über die Zusammenarbeit von Kommunisten und Nazis promovierte. Es ist deshalb kein Wunder, dass die Tochter von Röhl und Meinhof, Bettina Röhl, Lenin im Internet als Massenmörder bezeichnet, ohne für diese absurde These überhaupt einen Beweis zu erbringen. Was Lenin nicht vergessen hatte, das waren  der Blutsonntag 1905 in Petersburg, an dem Truppen des Zaren das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten eröffneten, und die Blutbäder an der Lena 1912 an unbewaffneten streikenden Goldgrubenarbeitern, die zu einem revolutionären Aufschwung führten.  Der Massenmörder Nikolaus wurde auf seinen Befehl erschossen. (Siehe Bettina Röhl: Die RAF und die Bundesrepublik, Essay, Aus Politik und Zeitgeschichte 40/41,2007. Siehe:google:RAF Lenin Licht). Aber ein  großer Nachteil,  auch  ein Grund ihres Scheiterns, ist  in einer spezifisch  deutschen, gerade  auch bei Linksintellektuellen anzutreffenden Charaktereigenschaft  zu suchen,  auf  die Friedrich Engels  aufmerksam  gemacht  hatte: die Deutschen haben  eine starke Neigung  zur inneren Haltlosigkeit. (8.)  Nur so läßt sich erklären,  dass  eine  Figur  wie  Baader, die Schule mit der Mittleren Reife verlassend,  politisch, ideologisch, intellektuell hohl,  tatsächlich zu einem Augenblicksgötzen avancierte.  Dass er es war, der beeindruckte und blendete, lag daran, daß er von vornherein auf Tabu- und Milieubruch aus und dadurch den zaudernden Akademiker/innen voraus war, die reflektierend dahin wollten.Der in sich zwischen kleinbürgerlicher Herkunft und Proletkult zerrissene Intellektuelle reflektiert über sein Verhältnis zur Waffe, Baaders Körper war selbst eine Waffe, das Gespaltene suchte die von der Norm abweichende  Einheit. Das Abweichende, Unangepasste, ja Theoriefeindliche in Verbindung mit intelligenten Frauen focussierte in ihn, der auch unter Frauen aufgewachsen war und der sich in Berlin als Künstler ausgab, das Nichtidentische der Rebellion. „Den Eindruck, den ich damals hatte, war, dass es ihm Spaß machte, immer wieder Regeln zu brechen und sich an NICHTS zu halten, was andere Leute anstandsmäßig und nettmäßig so draufhatten.“ (9.) Marcuse hätte den Prototyp des an der Peripherie Entwurzelten gefunden und so sah ihn auch Gudrun Ensslin. Auffallend ist, das viele Mitglieder der RAF sich aus dem pädagogischen Milieu rekrutierten, immer wieder ging es um die Erziehung von Heimkindern, Inge Viett war gerlernte Kindergärtnerin. In Baader schien das Rousseausche Erziehungsideal greifbar: ein Wilder  im Dickicht der großen Städte.(Eine Biografie über Baader muss diese Spannung vermitteln können.) Die „Bambule“ sollte durch einen von einem revolutionären Funken ausgelösten Flächenbrand auf die gesamte BRD ausgedehnt werden. Dem von den Massenmedien ständig bei Laune gehaltenen Publikum des RAFschen Kriegstheaters, das als Stadtguerillakrieg mehr einem Tourneetheater glich, ist entgangen, dass die eindeutige Stilisierung Baaders zur Kultfigur durch Ensslin: „er sei das produktive bewußtsein des metropolen-proletariats“, von der ambivalenten Meinhofs ergänzt wurde: „andreas ist das beispiel“. Beispiel kann auch das Beiherspielende meinen.Baader/Meinhof hatte sich als Gruppenname herauskristallisiert, beide, sowohl Andreas als auch die hölderlinversessene Ulrike, (Hölderlin, den Eduard Spranger den schönheitstrunkenen Schwärmer nannte), hatten Kunsthistoriker zum Vater.  (Ulrikes Vater war während der Nazizeit Museumsdirektor in Jena und Kunstdozent in Weimar). Vielleicht war beiden ein unterschwelliger Impuls gemein: die Auflösung der Weltgeschichte in Kunst als Ablösung der kapitalistsichen Barbarei durch den sozialistischen Humanismus. Allerdings: echter Kunstgenuß setzt die Anarchie voraus, Lohnsklaverei und Kunstgenuß schließen sich aus, nach Auschwitz als Inkarnation optimaler Arbeitskraftverwertung können -so Adorno-  keine Gedichte mehr geschrieben werden.  Viele impulsive Tat- und Genußmenschen sind auf Grund innerer Haltlosigkeit an der Tragik der deutschen Verhältnisse zerbrochen. Das deutsche Bürgertum hatte sich im Zweiten Weltkrieg als das bestialischste von allen erwiesen.Nach Auschwitz Birkenau, dem Gipfelpunkt zwischenmenschlicher Entfremdung, ist auch der Fluchtweg in die Kunst abgeschnitten. Die unhintertreibliche Sucht nach Ästhetik schlägt in permanente Destruktion um, damit ihre Utopie realisierend. Sonst bräuchte man sich an NICHTS zu halten und der Nihilismus triumphierte. Revolutionäre Gruppen präsentieren ihr Gewaltpotential stets als jenseitig höher als den Nihilismus, um den Neuen Menschen und eine bessere Welt als Sterne am Horizont zu projizieren.Der Berufspolitiker als irdischer, letzthin nichtiger Wurm – oder ist etwa nicht wahr, dass namhafte bürgerliche Politiker in der BILD Zeitung abgebildet mit Lobsprüchen Werbung für diese machen – leugnet beides, der Berufsrevolutionär trägt eine doppelte Schwierigkeit: politische Aktivität zwecks Überwindung der Klassenpolitik hin zu einem kollektiven Ästhetizismus als die Weltgeschichte der Entfremdung überwindenden Schlussakkord klassenkämpferischer Geschichte. (Zu fragen ist, ob aus den beiden Weltkriegen überhaupt Kunst erwachsen kann, jedenfalls eine später klassisch zu nennende ?) Ich teile keineswegs die Auffassung liberaler Autoren, die, nur weil eine so versierte Feder- so nannte sie Klaus Wagenbach-  wie Ulrike Meinhof nicht mehr Bekennerbriefe schreiben konnte, der sogenannten zweiten und dritten Generation der RAF immer weniger politische und immer mehr nihilistische Gewaltmotive unterstellen. Auch eine mittelmäßige Figur wie der Postkarten“künstler“ Hitler synchronisierte  mit der  labilen Schwäche und  Haltlosigkeit, der inneren  Zerrissenheit  der Deutschen,  mit denen  er im  Zweifrontenweltkrieg vabanque spielte. 10. Der Werdegang der wurzellosen Juristen Roland Freisler, der zunächst bolschewistischer Kommissar war, Horst Mahler und  des zu allem  fähigen  Otto Schily könnte dafür symptomatisch stehen, letzterer  legte eine auf den ersten Blick verblüffende Karriere  hin,  vom  Anwalt  der  RAF über  einen  grünen Jungen zum sozialdemokratischen Innenminister des Kapitals. Am Tag der Urteilsverkündung im Kaufhausbrandprozess, an dem sich Ensslin und Baader im Gerichtssaal mit einer Justine Ausgabe von de Sade fotografieren liessen,  gab er noch zu Protokoll, dass er die Brücken zur bürgerlichen Gesellschaft hinter sich abgebrochen habe. Ein Vergleich zwischen Mahler und Schily fließt auf die Frage zu: wer von beiden der größere Blender ist. Dass sie junge Menschen einfangen konnten ist unter anderem aus dem Marxismusverschnitt in den bundesrepublikanischen Schulbüchern zurückzuführen und diese Jungen kannte „…in den meisten Fällen den Marxismus nur aus den Bruchstücken seiner legalen Darstellung“. (11.) So war  in der RAF vorherrschend der anarchistische Impetus und aus dieser  Schwäche zog  der  Staatsapparat den  Gewinn seiner Aufrüstung (12.), im  Verein mit  den bürgerlichen Medien kam es manipulierend zu einer krassen  Überzeichnung  des Bedrohungspotentials, das die BRD zu keiner Zeit in ihrer Existenz gefährdete. Die Situation war  keineswegs die einer revolutionären Flut,  so sehr  journalistischer Sensationalismus sie auch bemühte  und  krampfhaft  versuchte, die  Spießer und Lumpenproletarier zu  einer Hexenjagd aufzustacheln,  im  Gegenteil, in  der Ebbe  fanden  die  Fische  kein  Wasser. Rudi Dutschke, der, was Insider wußten, von Westberlin aus die DDR rätedemokratisch befreien wollte,  wurde auf dem Kurfürstendamm am  hellichten Tag angeschossen von einem Täter,  der durch eine  kriminelle Zeitung  in kriminelle Irre geleitet wurde.(13.) Gleichwohl kann gefragt werden, ob zwischen der mediengeschickten Kommune I und der Springer Presse, insbesondere der Westberliner, nicht unterschwellig ein „Geschäft“ auf Gegenseitigkeit abgeschlossen worden ist: die kleinste linke Aktivität in der Frontstadt dadurch zu hysterisieren, dass selbst Nichtigkeiten der Kommune schlagzeilenmäßig aufgebauscht auf Seite 1 landeten. Getauscht wurden Tabuverletzung gegen Publizität, beides zugleich komplementär. Nicht nur Polizei und Bundesgrenzschutz und Strategen der Bundeswehr übten den Notstand (heute art. 87a Absatz 4 GG: Einsatz der Bundeswehr im Inneren im Falle von bewaffneten Aufständischen, wobei wir nicht aus den Augen verlieren dürfen, dass es nicht nur eine 68er Bewegung gab, sondern eine 68er Notstandsgesetzgebung noch heute gibt. Wie Mao sagt: eins teilt sich in zwei), sondern die 99 prozentig antikommunistisch dressierten Medien (anders kann es im Kapitalismus nicht sein, schon Lysis hatte in seinem bekannten Buch „Gegen die Finanzoligarchie in Frankreich“ festgestellt, daß die französische Republik im Grunde eine Finanzmonarchie sei, sich also in den Klauen einer Finanzoligarchie befinde, die unumschränkt über Presse und Regierung herrsche 14.) hatten ein gefundenes Fressen, merkten aber nicht, dass sie die RAF insgeheim aufbauten. Aber ein „Medienfake“, eine „Dallas-Show in Sachen Weltrevolution“ , wie Bettina Röhl die RAF bezeichnet, (siehe: google: RAF Lenin Licht) war der militante Ausläufer der 68er deshalb natürlich nicht. Es ist dadurch deutlich geworden, dass wir Kommunisten nicht nur politisch und ökonomisch gegen den Kapitalismus kämpfen müssen, sondern die Köpfe von Millionen Menschen in den Bahnen des wissenschaftlichen Sozialismus schulen müssen. Angesichts der vom Kapital angelegten wildwuchernden  Medienlandschaft ist dies einem Marsch durch einen dichten, noch nie von Menschen durchschrittenen Dschungel vergleichbar, der kontinentale Ausmaße hat. (15.)Die heutigen Medien sind massenmanipulativ insbesondere darin, dass sie versuchen, die sklavische Konstellation von Lohnarbeit und Kapital als anthropologisch konstante in die Köpfe der Lohnsklav/inn/en einzuhämmern. Es ist immer das Interesse der herrschenden Klassen, die „Konfusion zu verewigen“ (16.)  Schon der Gedanke, dass es eine Geschichte der Sklaverei gibt, kann subversiv sein, die Kapitalisten mögen keine Arbeiter/innen, die sich mit der Geschichte ihrer Bewegung befassen. Denn geschichtliche Bewegung bedeutet geschichtliche Selbsttätigkeit, ihre aparte politische Bewegung.Der erzengelkalte Strahl des festgefrorenen Kristalls Kapital soll die Geschichte enthistorisieren. Indeß war die RAF kein deutsches Phänomen allein,  sondern das  Konzept der Stadtguerrilla, die  Zerschlagung  des  Kapitalismus in  den Metropolen war international. ( In Italien hatten die Roten Brigaden eine wesentlich  höhere Todesquote aufzuweisen. (17.) Sie hatten sich in Mailand und Turin über große Industriebetriebe organisiert, in Turin traten junge ungelernte Arbeiter mit der Parole auf: „Wir wollen alles !“). Ausgelöst durch die rote Millionenflut  der   Großen Chinesischen Kulturrevolution,  angeblich gegen Revisionismus und Bürokratie gerichtet, was – wie sich heute zeigt – mißlang, wurde von spontan selbsternannten Revolutionären  versucht,  diese Flut auch in  den Weltmetropolen auszulösen,  am  weitesten kamen sie noch in Paris. In  der  Hauptstadt der  klassischen bürgerlichen Revolution und der Kommune  schien  der  Funke  im   Mai  68  tatsächlich  überzuspringen.  Ein sechswöchiger Generalstreik, an dem fast neun Millionen teilnahmen und  aus dem räteähnliche Gebilde wuchsen,  ließ das Bürgertum erzittern, die Macht war in dem Schlagwort „autogestion“ (Selbstverwaltung) für die Produzenten zum Greifen nahe. De Gaulle floh nach Baden-Baden, um sich bei General Massu der Unterstützung der Armee zu versichern, ja spielte mit dem Gedanken, sich in Irland, dem Land seiner Vorfahren, niederzulassen.   Insbesondere fiel im Pariser Mai Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass die Nichtorganisierten, die Situationisten mit der Zickzackbewegung am besten klar kamen und die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen sich im Focus der Revolte sofort als verkrustet erwiesen. Dass  schon während dieses Aufstandsversuchs ein Augenblick aufleuchtete, in dem die Utopie sich universal spiegelnd erfasste, erweckte in vielen Intellektuellen das Gefühl einer Berufung zum Revolutionär und zeigte auch, dass der Pariser Mai genuin ein kultureller war. Sartre sprach von der Ausdehnung des Feldes  des Möglichen. In diesem Zug lag, dass die Enragés die Abschaffung der Universitäten forderten. Als im besetzten Soziologischen Seminar an der Frankfurter Uni die linksradikale Parole hochgehalten wurde: „Zerschlagt die Wissenschaft“ , rief Adorno die Polizei.  Adorno hatte Recht und Unrecht. Der Mandarin scheute eine inhaltliche Auseinandersetzung insofern, als mit dem Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus die sogenannten Gesellschaftswissenschaften zwar nicht zerschlagen werden, sondern absterben, während die Naturwissenschaften in einer herrschaftsfreien Gesellschaft erst wirklich aufblühen. Eine inhaltliche Auseinandersetzung hätte zu der Parolenkorrektur geführt: „Im Kommunismus muss Adorno für das Gemeinwohl arbeiten statt soziologisierend im Interesse der herrschenden Kapitalisten zu philosophieren“. Soviel war immerhin wahr an der studentischen Parole. Indeß  war  diese ad hoc  erfolgte Revolutionsadaption mehr als fragwürdig,   man beschäftigte  sich stark  mit der aufgewühlten chinesischen Gesellschaft, auch mit der Kontroverse Peking-Moskau,  die wohl den Blick verstellte,  dass  es sich  auch in der scheinbar so  massenmächtigen  Kulturrevolution  nur  um Machtkämpfe von maoistischen Cliquen in  Peking  handelte.(18.) Solche Machtcliquen gab es aber nur in China  und es  kam wie es kommen mußte.  Marcuse inaugurierte einen Hedonismus der Revolution  der an der Peripherie der  Gesellschaft Verorteten,  der  Ausgestoßenen und der Studenten  (wo sollte er auch die  Millionenmassen  von Bauern  hernehmen ?),   die dann die Form eines Polithappenings annehmen konnte,  als Feldherr  der Revolution ist  der Philosoph Marcuse nicht in die Geschichte eingegangen und konnte auch nicht in sie eingehen, er versuchte mangels Masse den Spagat zwischen Weltmetropolen und unterwentwickelter Weltperipherie. In der von Dutschke konzipierten Kritischen Universität (KU) war ein  „Dritte Welt/Metropolen Seminar“ bereits mitgedacht. Marcuse, der in den 40er Jahren in den  USA  für das  Office of Strategic Services  (OSS) – einem  Vorläufer der CIA –  arbeitete,verschob  das marxistische  Koordinatensystem  erheblich:  an  Stelle der Arbeiter,  die  von verbürgerlichten Führern apolitisiert seien,  hätten  Akademiker  die Avantgarderolle zu  übernehmen,  Dutschke sah  die zukünftige  Gesellschaft  als eine einzige Universität,  Marcuse als Kunstwerk. Theoretisch bezog sich Marcuse immer wieder auf die Öconomisch Philosophischen Manuskripte des frühen Marx, die noch einen geringen idealistischen und einen grösseren anthropologischen Charakter trugen, eine Blöße, die der Revisionismus rücksichtslos auszunutzen versuchte. Bei der Lektüre dieser Frühschriften von Marx ging Marcuse die Inspiration auf, dass es letztendlich eine innige philosophische Seelenverwandtschaft zwischen Marx und Hegel gäbe, für letzteren hatte die moderne Arbeiterklasse aber noch kein revolutionierendes Gewicht in der Weltgeschichte. Ergänzt wurde Marcuse durch den amerikanischen nichtmarxistischen Intellektuellen und Soziologen C. Wright Mills, der radikal die Idee der fortschrittlichen Rolle der Arbeiterklasse ablehnte und diese Randgruppen, insbesondere der jungen bürgerlichen Intelligenz der USA zuschob, die diesen Messias denn auch „big daddy of the New Left“ taufte. Man wollte den sozialen Wandel mittels „Proteste in der Öffentlichkeit“ erreichen, die Augen des Publikum und des Medienpublikum auf sich lenken.  Die erste Phase  wurde in  der  BRD  bestimmt durch Polithappenings, durch eine harmlose Form der schrillen Aufmerksamkeitserregung, so zum Beispiel durch in einen Plastikbeutel eingehüllten Pudding, der anläßlich des Berlinbesuches des US-Vizepräsidenten Hubert Humphrey auf sein Poster geworfen wurde, und das die Politische Polizei reißerisch in eine Plastikbombe manipulierte, durch die „Kommunarden“ Teufel undLanghans aus der Berliner Kommune I, die die freie Liebe unter Mao- und Hopostern propagierte. Studentinnen setzten provokativ ihre Busen ein,  ganz wie der  Maler Delacroix seine berühmte  Marianne auf  dem Revolutionsgemälde  „Die Fahne führt die Freiheit“  präsentierte. Es war am Anfang eine Spaßguerilla. Ernst machte erst Kunzelmann, der im Herbst 1969, noch vor der RAF, die Tupamaros Westberlin gründete. (Es folgte eine Kampfeinheit in München). Der Inka Tupac Amaru II.  kämpfte gegen die Spanier, vielleicht spukte, durch Hasch befördert, in den Köpfen, dass man eine übermächtige imperialistische Armada doch noch in die Knie zwingen könnte wie Sir Francis Drake mit asymmetrischen Mitteln die als unbesiegbar geltende spanische Armada aufgerieben hatte. Aus der Spaßguerilla wurde die Stadtguerilla – in diesem Augenblick distanzierte sich die RAF von Marcuse.(19.) Der Hedonismus wich dem Ernst des Krieges. Es hat sich gezeigt,dass der klassische  eiserne Marxismus gehalten hat  gegen  den anarchistischen antiauoritären Aufschrei von Haschrebellen. Engels hatte in seiner Polemik gegen die  Anarchisten tausendmal  Recht, als  er eine .Revolution „….als das autoritärste Ding, das es gibt“. (20.) bezeichnete. Burn Warehouse Burn war eine Brandstiftung in der Intention,  den Anarcho-Kommunismus  mit dem Abbrennen des Konsumismus einzuleiten und zugleich einen Hauch des Vietnamkrieges in Deutschland zu entfachen, wobei die Kommunarden das kronstädtische Ferment lieferten. „Es ist immer noch besser,  ein  Warenhaus anzuzünden als ein Warenhaus zu betreiben….“ sagte Fritz Teufel auf einer Delegiertenkonferenz des  SDS  und Ulrike  Meinhof  kommentierte diesen Satz  in   der  „konkret“:  Heft 14/1968: Machmal  kann  Fritz  Teufel  wirklich  gut  formulieren. Die Lust, ein Warenhaus anzuzünden, verspürte auch schon Hermann Hesses Steppenwolf.  (Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Bibliothek Suhrkamp, Band 226,1969,31) „Klau mich“, hieß denn auch das Buch, in dem die Teufelkommune 1968 ihre Aktivitäten dokumentierte, ein Titel, Proudhons: „Eigentum ist Diebstahl“ variierend. Mit diesen Nadelstichen begann der Guerillakrieg, der durchaus für den staatlichen  Repressionsapparat  das Moment der  Überraschung aufwies,  der zunächst  ziemlich hilflos auf diese neue Protestform  reagierte, die  ihm  unbekannt  war,  und die aufzeigte,  dass  eine Bürokratie  ohne Konzept und  Dienstanweisung  von oben ziemlich gelähmt ist. (21.)  Dem Leviathan hatte es buchstäblich die Sprache verschlagen. Instinktiv handelte die RAF hier richtig, wie Lenin uns lehrte: Der Krieg  ist eine kunterbunte  Sache,  da darf man nicht mit einer Schablone drangehen. In einer  kommenden Revolution  wird die Arbeiterklasse,  wenn sie diese Aussage Lenins beherzigt, unbedingt im Vorteil gegenüber dem schwerfälligen Repressionsapparat sein,  dessen  bankkontofixierten  Lenker in der Regel nicht  dialektisch-prozesshaft denken können und in ihrer Schablone, ihrer  Uniform und ihrem  behelmten Schwarzweißgehirn eingezwengt sind.“Die Emancipation des Proletariats wird auch einen besonderen militärischen Ausdruck haben, wird eine aparte , neue Kriegsmethode erzeugen.“ (22.)  Zum Beispiel lebt der asymmetrische Krieg,der in Vietnam die Welt und besonders die militärische Fachwelt in Erstaunen versetzte,  ja  geradezu von  der Siegesmöglichkeit auch  der  zahlen- und  waffenmäßig  schwächeren  Kräfte. (23.) Die RAF sprach selbst von ihrer revolutionären Interventionsmethode von insgesamt schwachen revolutionären Kräften.  Schon Clausewitz war der Auffassung und lehrte, dass einige einen gewissen Raum beherrschende Partisanen Armee genannt werden können. Hinzu kam, dass viele Jugendliche diese ersten Aktionen mit Sympathien begleitete, 25 % (7 Millionen !!).“Die antiautoritäre Revolte der Studenten, Schüler und jungen Arbeiter…ist die Empörung gegen ein sinnlos erscheinendes Leben und gegen die zynische Bevormundung von Autoritäten….“ (24.) schreibt Bernd Rabehl in seinem Aufsatz „Von der antiautoritären Bewegung zur sozialistischen Opposition“. Aber man muss diese Jugend noch klassenspezifisch differenzieren, im wesentlichen ist nur auf die Arbeiter- und Bauernjugend Verlass.

Was aber positiv als Überlieferung bleibt, und was die RAF unbedingt richtig gemacht hat, waren ihre Banküberfälle: die Bonzen haben die Revolution zu finanzieren.  Das durch die Arbeit des Volkes angehäufte Kapital muss nicht in den internationalen Börsenspielhöllen verzockt und Nachschub  per Milliardensteuerauspressung eingetrieben und nachgereicht, sondern  das  Kapital  muß  dem Volk wieder  zugeführt werden. Der von Lenin inspirierte und von Stalin  ausgeführte Banküberfall in Tiflis zur  Aufbesserung der Parteikasse bleibt immer ein leuchtendes Vorbild: Schon Marx und Engels sprachen im Kommunistischen Manifest von despotischen Eingriffen in das bürgerliche Eigentumsrecht.  Es gibt für das satte,  sogar überfressene Bürgertum keinen sensibleren Nerv als sein liebster Fetisch, eingedenk Bert Brechts Wort:  was ist ein Banküberfall im Vergleich zur Gründung einer Bank ? Um es gut teuflisch  zu formulieren:Es ist immer noch besser,  eine Bank auszurauben als eine Bank zu betreiben. Das progressive Moment einer Warenhausbrandstiftung liegt nicht in der Vernichtung der Waren, es liegt in der Kriminalität der Tat, im Gesetzesbruch.“ 25. Ohnehin legt sich der Marxismus nicht  auf eine bestimmte Kampfform fest. In Lenins Aufsatz von 1906: „Der Partisanenkrieg“,  haben die Theoretiker der RAF zwei Kampfformen entdeckt, die sie in der Praxis anwandten: Tötung von einzelen konterrevolutionären Personen durch kleine bewaffnete Gruppen ist ebenso eine marxistische Kampfform wie die Beschlagnahme  von Geldmitteln sowohl von  Einzelpersonen als auch von der Regierung. ( 26.)  Dieser Aufsatz Lenins von 1906  ist im  Gesamtkomplex  Baader  Meinhof eine  Schlüsselschrift, ihrer aktualisierenden Interpretation wird in einer der theoretischen Hauptschriften der RAF: „Kollektiv RAF Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa“ ein ganzes Kapitel gewidmet ( Terror gegen den Herrschaftsapparat – ein notwendiges Element der Massenkämpfe) (27.) In diesem Kapitel wird versucht, die zahlreichen Mißverständnisse  über die Auffassungen Lenins zu Fragen des Terrors zu beseitigen, indeß wird Lenins Partisanenaufsatz nicht in seiner Vollständigkeit berücksichtigt, wesentliche Punkte bleiben unerwähnt: So entwickelt Lenin, daß sich Partisanenaktionen  in Rußland erst NACH dem  Dezemberaufstand  von 1905 herausbildeten, keineswegs kann durch sie ein Aufstand  vorbereitet und auch keine wesentliche politische Entscheidung herbeigeführt werden, denn Partisanenaktionen werden als untergeordnete Kampfformen gewertet: sie sind „ein einzelner Zug…..etwas Zweitrangiges, Untergeordnetes….“ ( 28.).  Grundsätzlich kann  durch sie die Machtfrage: Bourgeoisie oder Proletariat nicht herbeigeführt werden. Aber die RAF folgte hier fatalerweise Che, dessen Focustheorie den Partisan vorwelterlöserisch zum Inaugorator der Bedingungen revolutionärer Umwälzungen hochstilisiert. Weiterhin betonte Lenin, dass es wünschenswert wäre, Partisanenaktionen unter die Leitung der KP zu bringen.( 29.) und weist zugleich auf die Gefahr der lumpenproletarischen Abweichung hin. „Man sagt, der Partisanenkrieg bringt das klassenbewußte Proletariat den heruntergekommenen Trunkenbolden und Lumpenproletariern nahe. Das ist richtig. Hieraus  folgt aber nur,  daß die Partei  des Proletariats den  Partisanenkrieg  niemals  als einziges oder gar wichtigstes Kampfmittel betrachten darf,daß dies Mittel anderen Mitteln untergeordnet,mit den wichtigsten Kampfmitteln in Einklang gebracht und durch den aufklärenden und organisierenden Einfluß des Sozialismus veredelt werden muß.“  ( 30.)  Ich  habe wichtige leninistische  Punkte zu diesem  Thema  aufgeführt,  die die RAF im Kapitel über die Massenkämpfe unerwähnt ließ. Will man mit einem sekundären Kampfmittel die Befreiung  des Proletariats erreichen, ergeben sich Konfusionen folgender Art: es wird von der RAF ein Kampfszenario entworfen, in dem es der aus dem Untergrund operierenden Guerrilla immer mehr gelingt,den Staatsapparat zu zersetzen,so dass dieser die Sicherheit der Ausbeuter nicht mehr garantieren kann. „Begreift der einzelne Ausbeuter,dass der Staat seine Sicherheit nicht mehr garantieren kann, so kann ihm durch eine richtige Politik gleichzeitig beigebracht werden, dass die Lohnabhängigen  unter bestimmten Bedingungen bereit sind,  durch  ihre  politischen Organisationen  seine  persönliche Sicherheit allgemein und seine wissenschaftliche Betätigung  mit  Einschränkungen  für die Übergangszeit  bis zur sozialistischen Umgestaltung  des  Produktions- und Verteilungsprozesses zu garantieren“  (31.)  Das Proletariat schützt  die  Ausbeuter  und ihre wissenschaftliche Betätigung  (etwa  deren  Weiterentwicklung des Marxismus-Leninsmus ?) Gegen ganz verhasste Ausbeuter muss sogar das revolutionäre Standrecht angewandt werden.Auch  schon  in vorrevolutionären  Zeiten ist es die Pflicht von Revolutionären, einzelne verhasste Volksfeinde zu liquidieren (zum Beispiel Faschisten) und auch durch Banküberfälle Mittel zur Finanzierung der Revolution,auch zur Unterstützung  von Hartz IV  Empfängern  und Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben,  zu besorgen. In diesen beiden  Punkten stimmte die  RAF mit dem  Leninismus völlig überein und schon Marat erklärte es für durchaus zulässig, dass Mitglieder der patriotischen Gesellschaften berechtigt sind, Volksfeinde zu töten.  Es trifft also die Feststellung des Professors Greiffenhagen nicht zu, dass die Terroristen in Beweisnot kämen, „…ihre Morde in einem bekannten Revolutionsshemata unterzubringen.“ (Siehe: DER SPIEGEL Nummer 45 vom 31.10.1977). Unzutreffend ist auch die Aussage vom MLPD Guru Stefan Engel, der von der Ermordung Hanns Martin Schleyers „durch Anarchisten der RAF“ 32.  spricht. So nicht, Herr Engel, so nicht !! Die Arbeiterbewegung wies schon in ihren Anfängen   enorme terroristische Aktivitäten auf und diese werden historisch belegt von Engels  in der „Lage der arbeitenden Klasse in England“. Nicht nur Liquidierungen von Fabrikanten (so 1831 der junge Ashton in Hyde nähe Manchester), er zählt allein sechs Fälle – gleich guter Geschäftslage – von Brandstiftungen und Sprengungsversuchen innerhalb von vier Monaten um die Jahreswende 1834/44 auf. Die „Thugs von Glasgow“ (33.), eine Organisation von Baumwollspinner, gingen durchaus konspirativ vor und hatten bei Streiks (Turnouts) ein geheimes, den meisten Mitgliedern unbekanntes Komitee, „…und unbeschränkt über die Gelder verfügen konnte. Das Komitee stellte Preise auf die Köpfe von Knobsticks (Streikbrecher), verhaßten Fabrikanten und auf Brandstiftungen in Fabriken.“ (34.) Es wurde sogar die Mutter eines streikbrecherischen Mädchens, eine Frau Mac Pherson, ermordet und den beiden Tätern die Flucht nach Amerika finanziert…diese Reihe ließe sich noch lang  fortsetzen, kurz: das alles waren Aktivitäten, die das Bundeskriminalamt unter der Rubrik „Terrorismus“ und Stefan Engel unter Anarchismus registrieren würde. Engels beendet seine Aufzählung mit dem Satz: „Was sagen unsere guten Deutschen zu dieser Geschichte ? (35.) Was sagt unser guter Professor Greiffenhagen zu dieser Geschichte ? Auch positiv zu bemerken ist: die  RAF hat  den reaktionären Charakter  der  SPD für alle politisch mitdenkenden  Menschen in der  BRD bloßgelegt  und ihr  Herold,  der damalige Chef des BKA, gefiel sich in  der Rolle eines Mini-Noskes. Derselbe Herold übrigens,  der 2 Jahre nach Auflösung der RAF zu der  Einsicht kam,  dass  das Ende  des Kommunismus  Probleme hinterlassen habe, die  zu seinem Entstehen geführt hätten (36.).  Das ist keineswegs eine intellektuelle Entgleisung eines weißgardistischen Bürgerkriegsgenerals. Der Kommunismus geht als Gespenst um in Europa und in der ganzen Welt.Ulrike Meinhof zeigte auf,  wie richtig  Rosa Luxemburgs  Wort über  die deutsche Sozialdemokratie war: sie bezeichnete sie als „stinkenden Leichnam“.  Kaum tauchen erste „Rotarmisten“ auf,  da  faucht  dieser  Wachhund  der Konterrevolution in  der Tradition Noskes  („Einer muss den Bluthund spielen…“  gegen  revolutionäre  Matrosen und Soldaten..im Verein mit monarchistischen Generälen wurden 15 000 liquidiert),  angeführt von  Helmut Schmidt,  der  schon  bei Freislers  Schauprozess gegen  die Widerstandskämpfer  vom 20. Juli im  preußischen Kammergericht unter  dem handverlesenen  Hardcorenazipersonal dabei war, zu einer Zeit, da die KPD schon 50 % ihrer Mitglieder durch Nazimord  verloren  hatte,  und  der  dann  danach,  nach dem Zweiten Weltkrieg  tönte, Freisler sei ihm ekelhaft vorgekommen…ja ja handverlesenes Publikum…. Gegen  diese den linken Flügel des Faschismus bildenden SPD müssen tausende revolutionäre  Bluthunde  aufstehen,  die  diese  Partei  bis  zur  Unkenntlichkeit zerfleischen.  Denn ohne Zweifel ist  die Aufteilung der Menschheit  in  kapitalistische Herren- und lohnabhängige Untermenschen  ein unverrückbarer fundamentaler  Wesenszug   sozialdemokratischer Ideologie. Oft ist der Anarchismus eine Art Strafe für die opportunistischen Sünden der Arbeiterbewegung. (37.) Es gibt Gutachten von  Rechtsmedizinern, die die Stammheimselbstmorde bestreiten. Die RAF hat sich 1998 aufgelöst, ist  also  historisch. Dennoch bleiben, merkwürdig genug, die Archive geschlossen, was darauf hindeutet, dass eben nicht alles widerspruchsfrei ermittelt worden ist. Zum Tode Jan Raspes bekundet der Zeuge Götz, dass er Raspe in Stammhein die Pistole aus der Hand nahm, bei Selbstmördern fällt diese bei einem Schläfenschuß aber aus der Hand. Den Zeugen Götz übergehend, behauptet die Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsverfügung des Todesermittlungsverfahrens, die Pistole sei neben Raspes rechter Hand gefunden worden. Zwei dicke Patzer sind (absichtlich ?) auch in den Todesfällen Meinhof und Ensslin zu vermerken: bei beiden Frauen wurde der Histamintest unterlassen, mit dem man feststellen kann, ob jemand tot oder lebend in die Schlinge kommt. (38.) Historisch sei angemerkt: Liquidierungen in Gefängnissen gab  es schon in der Großen Französischen Revolution, in den sogenannten Septemberwirren drangen bewaffnete  Massen  gewaltsam in  Pariser  Gefängnisse ein und töteten inhaftierte Kleriker und Adelige. Die Dialektik  lehrt,dass  das Verhältnis von Revolution und  Konterrevolution  umschlagen  kann.  Statt Massen stehen aber  der Konterrevolution nur „Geheimdienstspezialisten“ zur  Verfügung. Wir  würden an diesem Beispiel sehen, wie  die  einst  progressive  Rolle der  Bourgeoisie im Imperialismus als sterbender faulender Kapitalismus, der nicht Freiheit, sondern Herrschaft  will,  in  einer verbürgerlichten Arbeiterpartei in ihr Gegenteil umgeschlagen ist. Lenin hatte ja bereits den Niedergang des Kleinbürgers skizziert: 1789 noch ein großer Revolutionär, 1848 lächerlich, 1921 „widerliche Helfershelfer der Reaktion“. (Naturalsteuer, LW 32,374). Die RAF ist ja gerade eine Frucht des sterbenden und  faulenden  Kapitalismus. Man braucht  heute nur  aus der  Haustür zu gehen  und man  riecht sofort  diese  sozialdemokratische Fäulnis. Erinnert  sei an den Satz Gustav  Landauers:  „In der  ganzen Naturgeschichte kenne ich kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei.“ (39.) Diese  richtige Einschätzung sollte sich in  der Novemberrevolution kurze Zeit später  an  ihm tragisch bewahrheiten,  er  wurde von  Noskes Freikorpssoldaten zu Tode getrampelt- nicht  erschossen. (Damit jedoch nicht genug: die Nazis schickten nach ihrer Machtübernahme seine Gebeine in einem Sack an die Jüdische Gemeinde in München). In seinem 2010 erschienenen Buch: „Meine Jahre mit Willy Brandt“ erinnert sich der Leiter seines Büros, Reinhard Wilke, dass bei manchen Kabinettssitzungen die Minister unter sich bleiben wollten und alle Beamte des Saales verwiesen wurden mit den Begleitworten von Helmut Schmidt: „Schickt die Domestiken raus !“ Aber das ist gerade die Sprache des Herrenmenschentums. Oder die volksfeindliche Äußerung anläßlich des Aufhängens seines Portraits als Bundesminister der Verteidigung in 6332 Amtsstuben der Bundeswehr, was dem Steuerzahler 129033,50 DM kostete: „Wie sonst soll der einfache Soldat begreifen, dass inzwischen Sozialdemokraten die Bundeswehr befehligen !“ Der einfache Soldat begreift mehr, als der Minister ahnt. In für  die  kapitalistische  Herrschaft  gefährlichen Situationen ist  die SPD, um ein  altes, verfaultes Gesellschaftssystem zu retten, zu größten Kapitalverbrechen bereit, sie hat durch mehrfachen Verrat an der  Revolution, worauf Sebastian Haffner in seinem Buch: „Der Verrat“ eindrucksvoll hingewiesen hat,   die Weichen für den faschistischen Genozid gestellt. (Erinnert sei hier zum Beispiel nur an die Märzaktion 1921, gegen die unter Einsatzleitung des SPD Oberpräsidenten Otto Hörsing preußische Polizei blutig gegen die Leuna Kumpel vorgingen, deren Parole lautete: Dass unsere Wohnstätte kein Gelände der Konterrevolution wird, dafür kämpfen wir.) Der  Rußlandfeldzug  gegen  den Bolschewismus wurde mit einem Kommissarbefehl geführt,vielleicht schlummert in den Archiven ein zweiter Kommissarbefehl in der  deutschen Geschichte des  20. Jahrhunderts. Überhaupt darf  der  Zusammenhang:  Ermordung  Karl Liebknechts  Rosa Luxemburgs -Kommissarbefehl Hitlers- Stuttgart Stammheim nicht aus den Augen verloren gehen.

Militärisch war die Theorie der RAF ein Mischmasch  aus Guerillakonzepten verschiedener Erdteile,  die grob  einem  Dreistufenmodell „Taktik als Prozeß“ verhaftet  waren:  grundlegend  aus Ostasien:Terrorakte und Attentate-Agitation- Volkskrieg, dann Ches Focustheorie,mit der sich Rudi Dutschke, auf den das Wort Stadtguerilla zurückgeht, viel beschäftigt hatte, vor allem aber zogen sie Anleitungen aus dem Handbuch des brasilianischen Stadtguerillero  von  Carlos Marighella,  ein Buch,  das  in  der BRD auf dem Index stand. Carlos Marighella, der aus  der KP  Brasiliens ausgetreten war und der in einer Polizeifalle in Sao Paulo erschossen wurde. Man ignorierte den  wichtigen Hinweis von Lenin,  dass Revolutionen reifen müssen,  sie lassen sich nicht berechnen, man kann Massenaktionen nicht künstlich hervorrufen.  „Wir in unserem Land, wo man zwei Revolutionen durchgemacht hat, wissen und sehen,  daß man  den Verlauf der Revolution nicht voraussagen, daß man sie  nicht hervorrufen kann. Man kann nur für die Revolution arbeiten.“ (40.) Darin waren sich Lenin und Luxemburg einig.Und Marighella Meinhof Che wollten Revolution machen, ebenso Che, linksvoluntaristisch, in der Focus-Theorie ist der subjektive Faktor überragend. (41.) Assoziativ drängt sich Lenins Aussage auf:  Revolutionäre sollten sich hüten, Revolution mit großen Buchstaben zu schreiben.  (Fernost und Lateinamerika waren abgegrast, die Afrikaschrulle kam bei den Linken später). Der Idee nach sollte die rurale Guerilla ergänzt werden durch eine urbane in Westeuropa. Hierzu liest man Gründliches in dem Aufsatz von Wolfgang Kraushaar: „Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf“ (42.), dass Dutschke (zusammen mit Krahl) noch eher als Marighella eine Stadtguerillakonzept entworfen hatte und als Begründer der Stadtguerilla in Deutschland bezeichnet werden kann, ungeachtet seiner späteren eindeutigen Distanz zur RAF. „Die Propaganda der Schüsse (Che) in der `Dritten Welt´ muß durch die `Propaganda der Tat´ in den Metropolen vervollständigt werden, welche eine Urbanisierung ruraler Guerilla-Tätigkeit geschichtlich möglich macht. Der städtische Guerillero ist der Organisator schlechtinniger Irregularität als Destruktion des Systems der repressiven Institutionen.“ (43.) Dieser Shematismus ließ sich historisch nicht durchsetzen, er verfing nicht, weil sich in den Metropolen ein streng reaktionäres Kleinbürgertum auf Bildzeitungsniveau etabliert hatte, in das die Arbeiteraristokratie hineinwollte, auch in weltrevolutionärer Hinsicht gab es ein Nord-Süd-Gefälle, die Guerillabewegungen in Lateinamerika, dort sogar überwiegend gegen brutale Militärregimes kämpfend, waren langatmiger, weil die Guerilla mehr Akzeptanz bei  nicht verbürgerlichten  Arbeiter/innen fand, für deren Korrumpierung die Extraprofite der einheimischen Bourgeoisie fehlten und das schwankende Kleinbürgertum politisch winzig war. (Die lateinamerikanische Guerilla hatte zudem Rückzugsräume auf dem Lande. Die massenhafte Landflucht ruinierter Bauern in die Industriegebiete ließ die verwandtschaftlichen Beziehungen der in Favelas urbanisierten Proletarier zum Dorf teilweise intakt). Die Distanz zwischen Dutschke und der RAF war deshalb gegeben, weil die RAF das Gewicht der ruralen Guerilla minimisierte und in Deutschland gar nicht erst aufbauen wollte, nicht weil Dutschke Pazifist war. Und hier kommen wir zur Lehre: der wilde Kampf der RAF-Partisanen, und Partisan heißt ironischerweise Parteigänger, hat bewiesen, dass es ohne eine streng disziplinierte leninistische, beharrlich arbeitende  Kaderpartei nicht geht, das war der Grund, dass der Kontakt weder zur Arbeiterklasse noch zu ihren Söhnen in der Bundeswehr gelang, der Funke sprang nicht über,  die Wahlergebnisse zeigten den für eine Revolution mangelhaften Reifegrad  des westdeutschen  Proletariats und dieses relativ unreife Proletariat sollte  durch  Aktionismus sogar  zu einem Volkskrieg gebracht werden. „Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muß durch ihren Kopf hindurch…“ (44.), eine bemerkenswerte Aussage von Engels gegen die revolutionäre Ungeduld. Man muß Millionen und Abermillionen Köpfe gewinnen, und in alle Klassen der Bevölkerung gehen, in allen maßgeblichen Organisationen des Herrschaftsapparates seine Leute, seine Informanten sitzen haben, denn die Pläne des Feindes kannst du nur durch Menschen erlangen. Der alte chinesische Kriegsweise Sun Tzi , dem Mao gern Zitate entlieh, sprach von der „…göttlichen Handhabung der Fäden.“ (45.) Aber dafür lag eine  doppelte Schwierigkeit  im Wege: Deutschland als Land der klassischen Konterrevolutionen (46.), das bis heute zum Beispiel nicht die Tradition des politischen Streiks kennt, und eine primitive gegenaufklärerische Springer Presse, die die Köpfe entrepublikaniserte und eine widerliche emotionale faschistische Suppe kochte. Die Springerpresse berherrscht die Köpfe zum Zwecke einer Infantilisierung des deutschen Volkes. (Linke Studenten in Italien hatten die „Stampa“ auserkoren, um sie mit Springer gleichzusetzen, die Parole lautete „La Stampa = Springer“). Die DDR war leider keine für eine Guerrilla unentbehrliche  Anlehnungsmacht, da sie nicht mehr ein  Land  der „…tief innerlichen, ruhelosen Dialektik..“  war  (47.), sie  wurde lediglich Zufluchtsort. In der DDR tauchten zehn Kämpfer unter und diese wurden von der Stasi wie Fische unter Wasser gehalten.  So  wurde von seiten der Bundesregierung anläßlich  der  Lufthansaentführung nach Mogsdischu  unter dem Kommando „Martyr Halimeh“, sowohl  an  die  Regierungen in Ostberlin als auch in Moskau auf  geheimdiplomatischen Weg das Anliegen der Bundesregierung vorgetragen: um kooperatives Verhalten wird nachgesucht.(48.)  Moskau war über seinen KGB Agenten Haddad alias Abu Hani, dem Inspirator der Entführung, informiert. So war die RAF spontan und künstlich zugleich.  Sie schwebte  in der Luft  und  hielt Kontakt zu palästinensischen Splittergruppen. Es mußte zu einer Regression kommen, je mehr sich die RAF als eine Gruppe von Intellektuellen erwies, die den Volksmassen unverständlich blieb. Je mehr sich statt der Flut der Revolution die Ebbe der Sandbank als Guerrilaterrain herausstellte, auf der das stolze Schiff der Revolution strandete, verfiel sie gezwungenermaßen in den größten Fehler, den Revolutionäre begehen können: sie verwechselten ihre politische und ideologische Sichtweise und Stellung mit der objektiven Wirklichkeit. Sie lagen quer schon durch die theoretische Vorbereitung der 68er Bewegung durch eine buntscheckige Schar von parteidissidenten Intellektuellen, die sowohl den Crutschowschen Weg  als auch den american way of life ablehnten. Angesichts der bipolaren Welt erscheint heute ihr Aktionismus als ein weiteres Beispiel eines Scheiterns des dritten Weges, zumal die Systeme kovergierten. Revolutionäre müssen eben fest  in  den Volksmassen verwurzelt sein, sie müssen die Mehrheit des Volkes,  die Arbeiter,  Bauern und  einfachen  Soldaten  unbedingt  hinter  sich  wissen. Lenin machte es der deutschen kommunistischen Partei zur Aufgabe: „……unaufhörlich darauf  bedacht sein,  die Mehrheit  der Arbeitermassen sowohl  in den .Gewerkschaften als auch außerhalb  der Gewerkschaften zu erobern;  geduldig  eine starke und kluge kommunistische Partei .aufbauen,  die fähig ist,  bei  allen  und  jeglichen Wendungen der Ereignisse die Massen wirklich zu führen…“ ( 49.) Von ihrer sozialen Provenienz kamen ihre Mitglieder nicht aus der Arbeiterklasse und nicht aus den Bauern,eher aus dem schwankenden  und anarchismusanfälligen Kleinbürgertum und den mittelständischen Intellektuellen,  nicht verwurzelt in  den Massen und  vor allem nicht im Industrieproletariat  blieb  ihnen nur der Weg  des individuellen situationistischen Terrors. Wenn einer These der Geschichtswissenschaft zuzustimmen ist, dass die Wurzeln der neuzeitlichen Guerillakriegführung im Kleinkrieg erzkatholischer Bauern in Spanien gegen die napoleonischen Truppen liegt , aufgestachelt vom fortschrittsfeindlichen katholischen Klerus und gestützt durch eine Anlehnungsmacht in Gestalt  britischer Truppen unter Wellington, (Napoleon schrieb in einem Brief an seinen Hamburger Generalgouverneur Davout vom 2. Dezember 1811 über die Spanier, sie seien ein meuchelmörderisches, abergläubisches von 300 000 Mönchen in die Irre geführtes Volk), so schöpft die Guerilla ihre mitunter erstaunliche Stärke auch aus nichtpragmatischen Quellen, die am Ende aber fatal werden können. So zelebrierte Ulrike Meinhof während ihres Studiums in Marburg öffentlich Tischgebete in der Mensa, dann in Stammheim bezichtigte sie, aus der Michaelsbruderschaft des Berneuchener Kreises stammend,  sich selbstquälerisch als Nonne, weil sie ihre sadistisch – religiöse Charakterstruktur als Schoßkind der herrschenden Klasse nie „…restlos in mir abgetötet habe“ (50.), die hagere Pastorentochter Ensslin war unter dem Einfluß von Baader ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr lernwillig (Hass sei wichtiger als Bücherwissen), verfiel vielmehr einem infantilen Personen- besser sexuellen Körperkult an ihrem „Baby“  und Verena Becker notierte in ihrem Tagebuch, dass sie für Siegfried Buback bete, Sätze, die fast so klingen, als hätte sie ein Schuld suchender Bundesanwalt diktiert: „Nein, ich weiß nicht, wie ich für Herrn Buback beten soll, ich habe wirklich kein Gefühl für Schuld und Reue. Natürlich würde ich es heute nicht wieder machen. Aber ist es nicht armselig, so zu denken und zu fühlen ? Das scheint noch ein weiter Weg zu sein.“ Das ist nicht rotarmistisch, eher das Verhalten einer geläuterten Anarchistin, die sich vom „Satanismus“ Bakunins befreien will, der in seinem Werk „Gott und der Staat“ Satan als ewigen Rebellen, ersten Freidenker und Weltenbefreier verherrlichte.Der Anarchismus erwies sich wieder einmal als ein Produkt der Verzweiflung aus der Bahn geworfener Intellektueller, die den Klassenkampf nicht als schöpferische Kraft begreifen. (51.)  Man berief sich ohnehin auch auf den Asketen Savonarola (52.), asketisch war die Arbeiterbewegung aber nur in ihren Anfängen.(53.) Unterschwellig war der für die Popmusikgeneration der 60er Jahre typische Romantizismus spürbar, dessen Irrationalismus Chuck Berry in dem Song „Roll over Beethoven“ anstimmte. Ging es der westlichen Protestbewegung um einen Aufschrei gegen den bürgerlich rationalisierten Herrschaftsmechanismus, ein beliebtes Wort war „Die formierte Gesellschaft“, gegen die verwaltete Welt, so den Rotgardisten in der Anti Konfuzius Anti Beethoven Kampagne um die Zertrümmerung des bürgerlichen Gehaltes der französischen Revolutionsmusik von 1789, die Beethoven thematisert. (Musik habe, so Adorno, mit Beethoven  nicht mit Dichtung, sondern mit Philosophie konvergiert(54.), aber das war eben der klassische deutsche Idealismus. Der deutsche Idealismus wurde in Deutschland nach dem Feuerbachschen Fehlversuch endgültig hingerichtet in der „Deutschen Ideologie“ von Marx und Engels, so dass Marx nach diesem Massacker Hegel im „Elend der Philosophie“ Proudhon als simplen Philosophen präsentierte). Und auch hier berühren sich die Extreme. So gesehen war der von Habermas oberflächlich hingeworfene Satz: sie seien Scheinrevolutionäre, nicht völlig abwegig.(55.) Die internationale Jugendbewegung war zahlenmäßig mächtig, eine politische war sie primär nicht, es herrschte eindeutig das „musikalische Denken“ von Woodstock vor. Statt der Aufforderung Che Gueveras zu folgen ein, zwei, drei viele Vietnams zu schaffen, begehrte sie ein, zwei, drei viele Woodstocks. Der Hedonist Tuli Kupferberg trat in den verklemmten USA als Sexualaufklärer auf und publizierte drei Bücher: a) über Sex, b) dem Wehrdienst zu entkommen und c) ohne Arbeit zu leben. 1968 wollte er mit seiner Beatband „The Fugs“ mit einem VW-Bus in die CSSR reisen, um sich sowjetischen Panzern masturbierend entgegenzustellen – was fürwahr eine originelle Weiterentwicklung der marxistisch leninistischen Kriegswissenschaft gewesen wäre. Die sich so gegenüberstehenden Rohre sollten wohl ausdrücken: Make Love not War. 56. Die Manipulierung der CIA durch LSD, das intern vor allem zur Verwirrung von Soldaten getestet wurde, war gelungen, mann/frau und alle in-bitweens, die Verwischung der Geschlechter war für die Hippiebewegung tendenziell prägend, fühlte sich durch angebliche Bewußtseinserweiterung in einer höheren elitären Sphäre, man war high und in, zerstörte aber in Wirklichkeit seine/ihre Persönlichkeit, an eine Weiterentwicklung des Marxismus schon gar nicht zu denken. Am Ende galt der Marxismus als idealistisch und der Theoretiker, der den Marxismus so widerlegte, war tot: Nach einer ideologischen, politischen und sexuellen Drogenodyssee landete Bernward Vesper, der Ex-Freund von Gudrun Ensslin, in der geschlossenen Abteilung des Psychatrie in Hamburg Eppendorf, aus der er Mitte Mai 1971 entlassen wurde. Wenig später zog er durch Schlaftabletten den Finalstrich zum Universum. Er hatte nach einer Welterlösungsformel gesucht und „korrigierte“ Koryphäen sowohl der Gesellschafts- als auch der Naturwissenschaften. Seine weltphilosophische Formel lautete: „Es ist, also denkt es“, und seine naturwissenschaftliche: „Energie = Erfahrung x Hass hoch 2“. In seiner persönlichen Weltformel fielen die „Explosion des Orgasmus“ und die Freiheit durch Suizid zusammen. Wenn die 68er Bewegung überhaupt urdeutsch hegelianisch war, so wurde dieser Sachverhalt manifest in Vespers „botschaft der weltbefreiungsfront an die völker der welt“ – der Wahn des Weltphilosophen Vesper, dass sich die Selbsterfassung des Universums durch das Medium seiner Person vollzöge. „Aber auch alle modernen Wissenschaften, einschließlich des Marxismus, der Psychoanalyse und der Relativitätstheorie waren noch immer idealistisch. Es bedurfte einer „Relativitätstheorie der Erkenntnis°, einer Synthese von Marx und Einstein, Freud und Reich, Platon und Hegel, Lenin, Stalin und Mao tse tung, um die Menschheit auf eine höhere Stufe der Erkenntnis der Gesetze zu führen, denen ihre Existenz unterlag. Und der, Bernward Vesper, hatte in einem jähen Moment der Intuition den archimedischen Punkt dieser Erkenntnis gefunden, oder auch ihren thermodynamischen Hauptsatz, der lautete: sein und bewußtsein stehen sich als unendliche dialektik, als negation der negation gegenüber, damit ist der hauptwiderspruch des weltalls gelöst…“ (57.) Es ist, als ob ein Schriftsteller auf dem Feld der Philosophie über seine eigenen Formulierungen erstaunt ist. Und nun die Ansprache des unwiderlegbaren Weltphilosophen an die Völker der Welt, und nun das von der Ensslin herbeigesehnte Wahnhafte des Sozialismus: der Marxismus ist idealistisch und Probleme lösen sich durch Weltphilosophieren. Das Deutsche absolutet eben. Politisch bewegte er  sich in einem Drahtseilakt des jederzeit möglichen Sturzes in den bewaffneten Untergrund (seine Sorge um seinen Sohn Felix, dessen Mutter Gudrun Ensslin ist, hielt ihn oben). Seine tragische Biografie ist in gewisser Weise exemplarisch für junge ( in diesem Fall schriftstellerisch ) begabte Menschen, die auf Grund innerer Haltlosigkeit an den deutschen Verhältnissen zerbrochen sind und die belegen, daß man mit Drogenkonsum und Musikrausch dem wissenschaftlichen Sozialismus am allerwenigsten beikommen kann. Die Tragödie wurde aus dem Geist der Musik geboren.  Klaus Wagenbach sagt am Grab Ulrike Meinhofs, daß die deutschen Verhältnisse sie getötet hätten. In ruhigen Zeiten wird in Deutschland alles philisterhaft. Die durch die alle Lebensbereiche umfassende kapitalistische Kalkulation am meisten Leidenden werfen im Drogenrausch die Fesseln der Mathematik kurzfristig ab, um ihr sodann um so mehr zu erliegen. Vesper zerbrach auch an der faschistischen Verstrickung seines Vaters, für viele war die Teilnamhe an den Vietnam Demonstrationen das Abtragen einer spezifisch deutschen Schuld, sie gaben die Möglichkeit, auch gegen die gegen ihre Kriegsschuld apathische Elterngeneration zu demonstrieren. Zwar wäre die Konterrevoltion in  Deutschland damals  nicht in  der Lage gewesen,  faschistischen Massenterror  gegen sie zu mobilisieren,  der das akademische Sympathisantenfeld eventuell stark und  unberrechenbar vergrößert hätte, dort machte ja gerade das Wort von der „klammheimlichen Freude“ die Runde, wohl aber einen über weiße Folter gehenden massiven Terror der Sicherheitsapparate,  dieser  wurde in vollster  Brutalität gegen  sie eingesetzt. (58.) Dies war bereits ein Vorgeschmack des neuen „verfeinerten“ Faschismus, der in Zukunft an fortschrittlichen Menschen einstudiert wird.  Marx Engels Lenin und Stalin  lehrten uns, dass die Stärke des Proletariats in seiner Organisation  besteht,  und  nur  ein  organisiertes  Proletariat  kann auch progressiv-emanzipatorischen  Massenterror  entzünden und  leiten. Die proletarishe Revolution ist  in  Deutschland  unvermeidbar  und  mit  ihr der  proletarische Massenterror. „Grundsätzlich haben wir den Terror nie abgelehnt und können wir ihn nicht ablehnen. Er ist eine Kampfhandlung, die in einem bestimmten Zeitpunkt der Schlacht, bei einem bestimmten Zustand der Truppe und unter bestimmten Bedingungen  durchaus angebracht und sogar notwendig sein kann“. 59. Das Herz  des  Proletariats ist groß…..und es kann durchaus sein, eine Universität  nach Ulrike  Meinhof  oder  eine  Kaserne  nach Gudrun Ensslin zu benennen….oder umgekehrt…..u.s.w. (wobei eine Kaserne im Sozialismus etwas Vorübergehendes ist, die Anzahl der Universitäten wird rapide hochschnellen). Denn nach Lenin gehen wir in  der  Frage  des Zieles  mit den Anarchisten gar nicht auseinander  (60.).Lenin unterschied zwei Richtungen des  Anarchismus, eine  Richtung ist für die Sowjets, für die proletarische Diktatur, eine  gegen die Sowjets und für die bürgerliche Diktatur. (61.) Überhaupt sind nur die Marxisten und die Anarchisten Träger eines aufklärerischen Humanismus, da aber die Anarchisten in der Emanzipation ohne vorübergehenden Halbstaat  auskommen wollen, tendiert ihre revolutionäre Intensität zur Bestrafung der Konterrevolution gegen Null. Mir  sind  die Rote  Armeefraktionisten jedenfalls lieber  als eine  bürokratische  Marx Orthodoxie, die  nur auf Wahlen setzt,ohne jeglichen Anarchie anstrebenden Impuls, die sich noch nicht einmal von  Sozialdemokraten säubert, staatsmännisch tut, mit nur gespieltem Klassenhass und ohne militanter Kreativität gegen das Bürgertum,  die sich auf das  GG bezieht und dabei übersieht,  daß dieses ein Köder ist, um dem Volk die Ketten der Sklaverei  anzulegen.Dieses eingedenk kann man natürlich das GG im politischen  Kampf  verwerten, das  Grundgesetz  wird  aber  immer eine Verfassung des Privateigentums  bleiben. Was als „Mythos“, als „Phänomen RAF“ herumgeistert, resultiert aus dieser in der deutschen Geschichte bisher einmaligen Mischung aus Anarchismus und marxistischer Diktion, Marxismus und Anarchismus sind für Lenin bis auf die Frage des Zieles beider Strömungen sogar Gegensätzliches: „Die Weltanschauung der Anarchisten ist eine umgestülpte bürgerliche Weltanschauung. Ihre individualistischen Theorien und ihr individualistisches Ideal sind das gerade Gegenteil vom Sozialismus. Ihre Ansichte drücken nicht die Zukunft der bürgerlichen Gesellschaftsordnung aus, die unaufhaltsam zur Vergesellschaftung der Arbeit führt, sondern die Gegenwart, ja sogar die Vergangenheit dieser Ordnung, die Herrschaft des blinden Zufalls über den vereinzelten, alleinstehenden Kleinproduzenten.“ (62.) Es war dieses Gegensätzliche, wenn man versucht es in der Vergangenheit der Bewegungen zu personifizieren: eher Max Hoelz denn Ernst Thälmann, oder besser weder noch: linker  Doktrinarismus, linker Radiakalismus. Vielleicht auch etwas von Michael Kohlhaas, ich sage: etwas, denn der Impuls zur Zerstörung war bei Kohlhaas privatrechtlichen Ursprungs, seine Kränkung durch die Verletzung seines Privatrechts, so daß er jenseits poltischer Dimensionalität bleibt. Beiden traditionalistischen Klassenkampfseiten, sowohl der marxistischen Buchorthodoxie als auch den imperialistischen Etatisten als naturgemäßen Feind waren sie fremd und wurden zwischen diesen Blöcken zerrieben, die Orthodoxie möchte nicht daran erinnert werden, daß Marx und Bakunin im Ziel gar nicht auseinandergehen. Für sie ist es irritierend, dass Lenin von phantastischen Zickzackbewegungen der Geschichte spricht. Gudrun Ensslin schrieb in einem ihrer Briefe aus der Brandstifterhaft:“…was dem europ. Kampf um den Sozialismus seit 100 J. fehlt, ist doch das wahnsinnige Element…“ (63.) Sie hätte auch schreiben können: der Blochsche „Tropfen Irratio“. Das war eine Kritik von links, die Große Koalition zeigte es überdeutlich. dass man nicht gegen den Strom schwimmen wollte. (64.) Der Studentenbewegung schrieb Adorno etwas später in einem an seinem Todestag verfassten Brief an Herbert Marcuse ( 6. August 1969) sei ein Quentchen Wahn beigemischt. Wahn allerdings – aber es passieren auch eine Menge Dummheiten in einer Revolution, kein Geringerer als Friedrich Engels sagt uns das. Zwei Faktoren, die dem intelligentesten Professor schier den Kopf zerbrechen. „Die Geschichte im allgemeinen und die Geschichte der Revolutionen im besonderen ist stets inhaltsreicher, mannigfaltiger, vielseitiger, lebendiger, „vertrakter“ , als die besten Parteien, die klassenbewußtesten Avantgarden der fortgeschrittensten Klassen es sich vorstellen. “ 65. Die Superlative reichen an das Vertrackte nicht heran. Nach meiner Einschätzung hätte  Lenin die RAF dem linken Doktrinarismus zugeordnet, der im Vergleich zum weitaus gefährlicheren rechten Opportunismus ein 1000 mal geringerer Fehler ist. Im Kampf gegen den Opportunismus als Hauptfeind hat sich dann der Leninismus auch hauptsächlich gestählt. Die RAF beachtete keines der drei Kriterien, die Lenin aufgestellt hatte als Indiz, daß die Entscheidungsschlacht zwischen Lohnarbeit und Kapital vollauf herangereift sei: 1. alle feindlichen Klassenkräfte sind verwirrt, 2. alle schwankenden Zwischenelemente, d. h. das Kleinbürgertum, die kleinbürgerliche Demokratie hat sich vor dem Volk genügend entlarvt, 3. im Proletariat steigt die Massenstimmung zur Unterstützung der antibürgerlichen Aktionen an. 66. Auch heben sich die Kämpfer der  RAF sehr  positiv  ab von der  Mehrheit der APO-Bewegung, die kriecherisch den Langen Marsch  durch  die Institutionen  propagierte und heute als rechter  Spießerabschaum  fachsimpelnde  Überlegungen  anstellt, ob der völkerrechtswidrige Einsatz der Bundeswehr in  Afghanistan frontkämpferisch erweitert oder lediglich kampfunterstützend eingeschränkt werden soll.  Ihre  Feigheit  vor dem aufrechten  Gang  kostet  heute  Arbeiter- und  Bauernsöhnen  in  Afghanistan das Leben. Diese  institutionalisierten  Wohltäter der Menschheit stehen von  vornherein außerhalb  des Kreises der  großen neuzeitlichen Revolutionen, die von einem  zweifachen  Rousseau´schen Impuls  durchdrungen werden,  in anarchistischer und  sozialrevolutionärer  Hinsicht. Auf Rousseau  geht  der  Gedanke  zurück, daß der Mensch von Natur aus gut ist und dass es nur die Institutionen sind, die ihn verderben….und auch der, dass wir verloren sind,  wenn wir vergessen,daß die Früchte allen gehören  und die Erde  keinem.  Am Ende des langen Marsches durch die  Institutionen sind  dann auch nur  verdorbene Früchtchen herausgekommen.Wie es auch nicht anders sein kann, wenn man dem Soziologen Arnold Gehlen folgt, der antipodisch zu Rousseau schreibt: „Sich von den Institutionen konsumieren lassen, gibt einen Weg zur Würde für jedermann frei, und wer seine Pflicht tut, hat ein Motiv, das von jedem anderen her unbestreitbar ist.°(67.) Also der Professor meint: Würde bekommt der Mensch als Konsumtionsobjekt. Ähnliches schrieb bereits der Ideolog Edmund Burke, durch und durch Theoretiker der Reaktion gegen 1789: der Mensch solle im feudalen Koordinatensystem in seinem kleinen Fach bleiben und in dieser einfältigen Beschränkung glücklich sein. Große Teile des SDS zog es dann doch wieder in die Seminarräume ihrer Fachdisziplinen oder fochten als Einzelkämpfer auf ihrem Brotposten mehr schlecht als recht weiter. Mehr schlecht als recht allerdings ! „Die brillierende“ intellektuelle Jugend der Bourgeoisie, die sich in Zeiten gesellschaftlichen Aufschwungs  „ins Proletariat“ stürzt, aber unfähig ist, sich den Standpunkt der Arbeiterklasse zu eigen zu machen und zähe und ernst in „Reih und Glied“ in den proletarischen Organisationen zu arbeiten.“ (68.) Wir kennen doch aus der Geschichte der Arbeiterbewegung genügend Beispiele, in denen sich in ihrer Jugend sehr links gebärdende Leute etwa durch eine Karriere in der Journalistik rechte Bürger wurden, Antibürgerlichkeit in ihr Gegenteil umschlug. Der  RAF Aktionismus hat die  Richtigkeit  der  marxistischen  Lehre von den Volksmassen bestätigt: unbedingt dort zu arbeiten, wo die  Massen sind. Ist man von den Massen losgelöst, teilt nicht ihre Erfahrungen, kann man  diese auch nicht an Hand ihrer  eigenen  Erfahrungen erziehen, vor  allem aber  auch nicht,  von ihnen erzogen werden, der Erzieher muß selbst erzogen werden, (69.), kann man sich nicht bis zu einem gewissen Grad mit ihnen verschmelzen.(70.).Mao schrieb: „Die  Aktionsbühne für die Befehlshaber eines Krieges muß auf objektive Möglichkeiten  gegründet sein; auf dieser Bühne aber können sie die Aufführung manch eines Dramas voller Klänge und Farben, voller Macht  und  Pracht in Szene setzen.“  (71.) Und diese objektiven Möglichkeiten kann man nicht subjektiv  durch  Attentate  und  Agitation unter  Ausblendung  des  Stimmenanteils der  KP  bei  Parlamentswahlen,  den  Bewegungen an der  ökonomischen  Basis , den  Stimmungen  in  den Gewerkschaften und  den Schwankungen der  Kleinbürger und halbherzigen Freunde der Revolution herbeiführen wollen, so ist der Volkskrieg  (zunächst)   ausgeblieben. Die herrschenden Klassen konnten noch und die unteren wollten noch nicht. So ergaben sich noch nicht die objektiven Grundlagen für eine Diktatur des Proletariats in Deutschland. Es lag eine völlige Mißachtung der Bauernfrage vor. Die Metropole scheitert, wenn sich die Bauern, die proletarischen Lohnarbeiter, also die schwächeren  Brüder auf dem Lande nicht bewegen. So war es  während der Pariser Kommune, sie blieb isoliert, ohne Unterstützung durch die Provinzen, ging sie auf  sich allein gestellt unter,  zumal das  Bürgertum  militärisch doppelt gegen Paris vorgehen konnte,  durch Nationaltruppen  und mit Bismarcks Hilfe durch die preußische Okkupationsarmee. (Auch der Hamburger Aufstand  1923 unter Führung  von Ernst Thälmann blieb urban und rural  isoliert). So befuselt war man von der Stadtguerilla, dass frischfrommfröhlichfrei niedergeschrieben wurde: „Die ländliche Guerilla scheidet für die Betrachtung aus. Zu untersuchen sind die Probleme der Großstadtguerrilla.“ (72.) Konform ging man bei dieser Einseitigkeit allenfalls mit dem jungen Engels, der 1847 zunächst tatsächlich meinte, nur das städtische Proletariat, nicht die Bauern seien revolutionär (73.) – und dann kam die prachtvolle, kernige Schrift über den deutschen Bauernkrieg, dessen führende Gestalten er sogar als Vorbilder für deutsche Revolutionäre hinstellte.  Und selbst wenn der Durchbruch in den  Großstädten gelingt, die  Provinzen werden dann immer noch ein Hinterland für kulakisch organisierten Widerstand sein. Die  bigotten  bayrischen  Hinterwäldler  sind doch wie gemacht für  eine  deutsche Vendée. Aber es gilt auch zu  beachten,  daß es während der Münchener Räterepublik einen Bauernrat gegeben hat. Auf die Notwendigkeit, unbedingt die Bauernbewegung zu beachten, sich auf den landwirtschaftlichen Lohnarbeiter zu stützen, hat Lenin in seinen Briefen aus der Ferne hingewiesen: der gesamten Masse der Bauernschaft muß empfohlen werden; „…daß spezielle Sowjets der Lohnarbeiter  und dann auch der kleinen, kein Getreide verkaufenden Bauern, getrennt von den wohlhabenden Bauern, gebildet werden; ohne diese Bedingung kann, allgemein gesagt, weder eine wirklich proletarische Politik betrieben werden…“ (74.) und so weiter und so fort. So redet ein Revolutionär die Bauern an, was liegt diesbezüglich von der RAF an proletarischer Politik vor ? Es sind  wirklich zwei faux pas ersten Ranges: a) den Satz überlesen zu haben: „Die größte Teilung der materiellen und geistigen Arbeit ist die Trennung von Stadt und Land“ (75.), der in der „Deutschen Ideologie“ steht und von Engels im Anti-Dühring noch einmal unübersehbar herausgestrichen wird und die aufzuheben das Bestreben der kommunistischen Bewegung ist.  Und b):  im Brief an Engels schreibt Marx: „The whole thing in Germany (die ganze Sache in Deutschland) wird abhängen von der Möglichkeit, to back the Proletarian revolution by some second edition of the Peasants war.“ (die proletarische Revolutuon durch eine Art zweite Ausgabe des Bauernkrieges zu unterstützen.) Marx an Engels, MEW 29,47. Bekanntlich bezeichnete Friedrich Engels den deutschen Bauernkrieg als das kollossalste Ereignis in der deutschen Geschichte, so forderte der Bauernführer Geismeyer die „Aufhebung des Gesetzes“. Die Landtagelöhner, das Ackerbauproletariat steht den industriellen Arbeitern der Städte am nächsten und stecken oft noch tiefer im Elend. (76.) Lenin forderte wiederholt, „…daß der Klassenkampf ins Dorf getragen wird.“ (77.)., dass wir unsere Schnur auch durch das Dorf  ziehen. (78.), durch die weltabgeschiedensten Winkel. In Ingrid Gilcher-Holteys Buch: „Die 68er Bewegung Deutschland Westeuropa USA“ (Beck Verlag Wissen München 2001) kommt das Wort Bauer nicht vor, sowohl die 68er als ihre Aufarbeiter/innen  haben ganz übersehen, dass der Bauer sozusagen auch ein Mensch ist. Ein weißer Fleck ist auch die Beziehung und Politik zur  Gewerkschaft, dieser Schule des Kommunismus. Die Neue Linke wandte sich durch die Frühschriften von Marx inspiriert viel gewichtiger der Thematik der oft nur auf sich selbst bezogenen Entfremdung als der objektiv vorliegenden Ausbeutung zu. Man strandete daher unter Abwendung vom Proletariat bei der  Hinwendung zu Randgruppen und literarisch auf das Niveau von Camus´ „Der Fremde.“

Hinzu  kam, daß  die Lage in der  Klassenarmee der Bundesrepublik  falsch eingeschätzt  wurde, es  gab  zwar  erheblichen  Unmut  unter   den zwangsrekrutierten Arbeiter- und  Bauernsöhnen,  wie  es ihn immer bei  Zwangsrekrutierungen geben wird, es gab Einzelaktionen  des  Protestes, auch  Fahnenflüchtige, die  sich aber nicht  auf die RAF orientierten. Kollektive  Widerstandsformen  in  den Militärzuchthäusern der bürgerlichen  Armee, an  die  man  hätte anknüpfen  können, hat es zur Zeit der  RAF Aktivitäten  gerade nicht  gegeben. In der Kollektivität  aber liegt der  Schlüssel zur  Umwälzung  und  die  Quelle  der  Räterepublik,  zieht   diese Kollektivität immer größere  Linien, wäre die Isolierung  des bürgerlichen Offizierskorps  die  Folge gewesen. Diese  beiden  Faktoren müssen zusammenkommen: der  robuste  Vandalismus  des  deutschen  Bauernkrieges  und  die  urwüchsige Primitivität der  Volksmassen(79.).  Das  bürgerlich  besetzte Koordinatensystem des Terrors, alles als Terror und kriminell (80.) zu bezeichnen, was gegen das Privateigentum an  Produktionsmitteln  gerichtet  ist,  hätte sich radikal verschoben zum Terror als Volksjustiz: Terroristen sind  dann Ausbeuter, Politiker, Kulaken, Polizisten, Offiziere..u.s.w., kurz: der ganze  Schmarotzerauswurf  Staat, der sich den ökonomischen Überschuß  der  produktiven  Klassen aneignet  und  der  in einer erfolgreichen  Produzentenrevolution dem  Gesetz des gleichen  Arbeitszwanges für  alle unterworfen  werden muß.Gleicher  Arbeitszwang  für alle, so  lautet eine Forderung im  Kommunistischen Manifest  und Rechnungsführung  und Kontrolle über die Arbeitsleistung der ehemaligen  Ausbeuter,sagt Lenin nach der Oktoberrevolution, das sind elementare Dinge, um mit der  Bestie Staat  fertig zu werden. Es muß zur Bildung von Sowjets  kommen,  nach Lenin „….Keimformen des  Absterbens jedes Staates…“  (81.) Jede  erfolgreiche soziale  Revolution basiert auf einem  Grundmuster der  Kollektivität,  die  auch  Ausdruck einer  höheren  historischen Entwicklungsstufe ist, alle  essentiellen Revolutionen sind von den Volksmassen durchgeführt  worden  und Tiefe und  endgültiger Erfolg  einer  Revolution hängen von der Schlagkraft der untersten Volksklassen ab. Loszuschlagen, ohne auf  ein sich in einer Gärung  herausbildenden  Grundmuster  der  Kollektivität zu warten,  an  deren Herausbildung man  im  vorrevolutionären Stadium mitarbeiten muß,wird  bitter  wenn nicht tragisch enden,  denn  auch  die Konterrevolution ist organisiert. Engels sagte, man darf nie mit dem Aufstand spielen, er „…..ist eine Rechnung   mit  höchst  unbestimmten  Größen,  deren  Werte  sich  jeden  Tag ändern können;  die  Kräfte  des  Gegners haben  alle Vorteile der  Organsiation, der  Disziplin  und der hergebrachten Autorität auf  ihrer Seite;  kann  man ihne nicht mit starker  Überlegenheit entgegentreten, so ist  man geschlagen und vernichtet.“  (82.)  Im  Ozean  der Revolution  müssen  sich  Revolutionäre stets an die  Aussage Lenins über  die  revolutionäre Taktik der Bolschewiki in der  Oktoberrevolution  erinnern,  er greift auf kein Geringeren als  Napoleon  zurück: „On s´engane  et puis on voit.“  (83.)  Man  engagiert  sich, alles  weitere  wird  sich finden. Keiner kann den exakten  Verlauf einer Revolution voraussehen,  mögen auch  die groben Umrisse bewußt  sein:  Der  Bolschewismus  als  Vorbild   für alle  Länder  (84.)   Am  Ende können weder Verschwörungen noch  Netzwerke oder  Parteien eine Revolution sichern, sondern nur die  fortgeschrittene Klasse und  der revolutionäre Aufschwung des Volkes.(85.) Liest man  vor diesem Hintergrund Texte der RAF, so zwingt sich die  Assoziation  der Handwerkelei auf: „Die  Rote Armee  Fraktion redet  vom Primat der Praxis. Ob es richtig ist, den bewaffneten Widerstand jetzt zu organisieren,  hängt davon ab,  ob  es möglich ist, ob es  möglich ist,  ist  nur praktisch zu ermitteln.“   (86.) Zum  Primat  der Praxis  gehört das  Primat der objektiven Bedingungen. Das  revolutionäre Subjekt muß gerade die Schnittstelle erahnen,   herausbekommen,  wie Lenin sagt: das Nahen der Revolution herausfühlen, (87.), die Schnittstelle erahnen, herausbekommen,  an der es sich mit dem objektiven Gang  der  Ereignisse kreuzt. Die Flut der  Revolution kann nicht künstlich mit der Pistole herbeipraktiziert werden. Das  Schiff der Revolution, „….dessen Mastspitzen man bereits vom Ufer her erspähen kann…“ (88.),   darf  nicht bei  Ebbe zu Wasser gelassen werden,  mal  schauen, ob und wann die Flut kommt. In  einer  ihrer Schlüsselschriften:  “ Kollektiv RAF Über den bewaffneten Kampf in  Westeuropa“  findet  sich auch die Schlüsselstelle, an der die RAF ihr  Scheitern festschrieb: In der Frage  der Bedeutung der  allgemeinen Wehrpflicht für die Emanzipation des Proletariats habe sich  Engels geirrt: „Je mehr Arbeiter in den Waffen geübt werden, desto besser.  Die allgemeine Wehrpflicht ist  die  notwendige und natürliche Ergänzung des allgemeinen  Stimmrechts,  sie setzt  die Stimmenden in den Stand,  ihre Beschlüsse gegen alle Staatsstreichversuche mit den Waffen  in der Hand  durchzusetzen. Die mehr  und mehr  konsequente  Durchführung  der allgemeinen Wehrpflicht ist   der einzige Punkt,  der  die  Arbeiterklasse  Deutschlands  in der preussischen  Armeeorganisation interessiert……“ (89.)  Aufschlußreich ist auch die enge Verknüpfung zwischen Wehrpflicht und Stimmrecht,  gute  Revolutionäre müssen auf  beides  achten:  wann ist die Mehrheit erreicht, die dem bewaffneten  Aufstand genügende Deckung gibt. ( Fische im Wasser ) NUR beides zusammen läßt  die Konterrevolution untergehen.  Merkwürdigerweise gehen die RAF Autor/innen  in diesem Zusammenhang  nicht auf einen   „Irrtum“  Lenins ein,  der in  Fortsetzung  von  Engels schrieb:  Revolutionäre  Frauen   werden ihren Söhnen sagen „Du wirst bald groß sein, man wird dir das Gewehr geben. Nimm  es und erlerne  gut alles Militärische….“. (90.).  Bis zu seinem Tod 1924  hat  Lenin  diese  Stelle  nicht  geändert,  aus gutem Grund: gerade der 1.  Weltkrieg bewies, dass am  Ende zwangsrekrutierte Arbeiter- Bauern- und Matrosensöhne die Revolution initiierten, sowohl  im Oktober in  Russland und ein Jahr später  im November 1918  in Deutschland. Und  auch  heute besitzen die herrschenden Klassen in  der allgemeinen  Wehrpflicht ein zweischneidiges Schwert, in  Afghanistan kann zum Beispiel. durch eine anfängliche Soldat/innenmeuterei  das Signal gegeben werden,  die Gewehre umzudrehen.

Die  Aktionen der  RAF enthalten  viele Lehren für die Arbeiterklasse und werden diese gründlich studiert und ausgewertet, so waren die Opfer der RAF nicht ganz umsonst,  bei aller Kritk an ihr muss auch das Alter der Aktivisten berücksichtigt werden,(….aber die Träume der Jugend, die an der harten Klippe der Wirklichkeit zerschellt….so in Hegels Philosophie der Weltgeschichte)… sie hatten sich immerhin ein klares Feindbild erarbeitet und sich trotz ihrer sozialen Herkunft zu einem gesunden Hass – so ein widersprüchlicher Ausdruck zwingt sich in Klassengesellschaften leider auf und Lenin nennt den proletarischen Klassenhass den Anfang aller Weisheit- gegen das Kapital durchgerungen. Die Arbeiterklasse kann ihre „Menschheit nur durch den Haß und die Empörung gegen die Bourgeoisie retten…“ (91.). Vor allem aber waren sie dem erbärmlichen Spießerabschaum, der zur heiligen Hetzjagd geblasen hatte, intellektuell haushoch überlegen. Anfang des 19. Jahrhunderts schrieben drei junge Studenten im Tübinger Stift folgende Gedanken auf: „Die Idee der Menschhheit voran,  will ich zeigen,  daß es keine Idee vom Staat gibt,  weil der Staat  etwas Mechanisches ist,  so  wenig  als es eine Idee von einer Maschine gibt.Nur was Gegenstand der Freiheit ist, heißt Idee. Wir müssen also über den Staat hinaus.  Denn jeder  Staat muß  freie Menschen als  mechanisches Räderwerk behandeln, und das soll er nicht, also soll  er aufhören.“ (92.)  DER STAAT SOLL AUFHÖREN. (93.) Diese Sätze stammen von den  Jünglingen Hegel, Hölderlin und Schelling, die heute wohl in Stuttgart Stammheim säßen.  Diese Sätze richten sich  heute direkt  gegen  die christlich mittelalterlichen und  sozialdemokratischen Politikaster, die, wie es fundamentales Gedankengut jeder Reaktion ist, davon ausgehen,  die Völker könnten ohne Vormünder (94.) nicht leben,  vornehmlich aber ist  es dieser Gedanke,  dass gerade sie,  diese „Gebildeten“ es seien,  die diese Vormundschaft zu übernehmen hätten und damit die historische  Mission der Verewigung von Herrschaft und Knechtschaft.(95.)  Alles was in Deutschland abgestorben ist und den ganzen Volkskörper lähmt und vergiftet quält und krank macht, bis hin zum  letzten Dorfpolizisten, hatte sich gegen die RAF vereint. Alles was sich heute  zum politischen Establishment der BRD zählt steht  rechts vom revolutionären  Jakobinismus Frankreichs von 1792. Bezeichnete  Robespierre  noch diejenigen, die die Plünderung des Volkes ungestraft begehen wollen, als Republikfeinde (96.), so forderte Gysi in einer  Wahlkampfrede 2008: Das  Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital muß wieder stimmen in Deutschland. Nur: dass das Verhältnis eines der Ausbeutung  ist, kurz: er  fordert, die Ausbeutung muss wieder stimmen  in Deutschland…  Ihr wollt eine zweite RAF verhindern, mit  dem Phänomen  RAF endgültig aufräumen ?  Verbrennt  die Bücher  von Hegel,  Hölderlin und  Schelling,  schließt  alle Universitäten,  laßt  die  Jugend nicht  mit Gesellschaftswisssenschaft in Berührung kommen…..usw. Es   kann keine  Frage sein,  wer am Ende  die Oberhand   gewinnt !!   Damit Deutschland endlich  eine Kulturnation wird,  in die  Zukunft gewandt und nicht  zum Mittelalter. Denn wir müssen berücksichtigen, dass auch spätere Generationen und als sehr rückständig bezeichnen werden. Ideologisch vorbereitet haben Hegel  und  Hölderlin,  Marx und  Engels alles:  Vergesellschaftung  des Privateigentums an Produktionsmitteln  und Abschaffung  der  Ausbeutung des Menschen durch den  Menschen, gegen den  Widerstand  von Gysi, Lafontaine…u.s.w. Es gibt ungerechte und gerechte Kriege, die RAF führte gerade einen gerechten: “ Das Banner des gerechten Krieges ist das Banner einer geretteten Menschheit.“ (97.)  Jede andere als diese Motivation der Aktivitäten der RAF ist reaktionäre Unterstellung. Und die Reaktion reagierte: Die für eine gerechte Gesellschaft ohne Klassen kämpften sind erschossen, gefoltert und zu langen Haftstrafen verurteilt worden, die bis auf wenige Ausnahmen bundesweite Zeitungshetze bestätigte Axel Springer tatsächlich als den Cäsar der Massenverhetzung (98.), aber an dem ( Vor-) Urteil der Mitmenschen darf Revolutionär/innen sowieso nichts liegen, (assoziativ zur Kunstgeschichte kann auf den damaligen Avantgardisten van Gogh verwiesen werden, der von seinen Zeitgenossen nicht als Maler anerkannt wurde), wer nicht den Aufbruch in eine zukünftige Gesellschaft wagt, der ohne Milieu- und Tabubruch nicht zu haben ist, steht in einem Entfremdungszusammenhang, den Rousseau als eine schizophrene Situation bestimmte: jede/r lebt nur in und gemäß der Vorstellung anderer. Damit verfangen sie sich in eine gegenseitige sklavische Abhängigkeit, die mit der Erziehung, besser Abrichtung beginnt. Man muß immer der Vorstellung anderer entsprechen und so kommt Rousseau zu der deprimierenden Feststellung, dass in der bürgerlichen Gesellschaft jede/r ein/e andere/r  ist als er/sie selbst. Dieser schizophrene Schatten lag also von vornherein auf dem Stammheimer Schauprozess, das vom Gericht präsentierte Recht war der zum Gesetz erhobene Wille der herrschenden Klassen, und die Richter hatten ihre Identität außer sich in den Normen der kapitalistischen Gesellschaft, die immer in ihren Vorstellungen waren, weil das Jurastudium ja nur die verinnerlichende Einpauckung dieser Normen ist. Vorurteile haben den Nachteil an sich, dass die vorgefassten Meinungen in ihrer schlummernden Aggressivität und Verbreitung mit jedem Tag einen immer weiter über sich selbst hinausgehenden Kreis ziehen und die Aggressivität lautlos in die Justiz schleicht, die nur allzu häufig konzentriertester Ausdruck vorurteilsmäßiger Verklemmung ist (streng genommen gibt es keine linke Justiz, die Justiz war und ist in Deutschland immer rechts, immer volksfeindlich und gab und gibt sich ihre Identität durch handlangerische Unterwürfigkeit unter die Obrigkeit) In bürgerlichen Staaten arbeitet die Justiz der Reaktion kriminell zu, dagegen war ein Schlagwort der chinesischen Kulturrevolution: eine Tat ist solange nicht kriminell, als sie revolutionär ist.  Spätere Generationen werden ein ganz anderes Urteil über den emanzipativen Befreiungskampf der RAF abgeben und herausbekommen, auf welcher Seite wirkliche kriminelle Energie vorlag. Wie sagte schon Heraklit ? Alles fließt ! Und die meisten Menschen sind anwesend/abwesend. Das Gericht in Stammheim war anwesend/abwesend. Die Knechtung durch Arbeitsteilung läßt nicht nur die produktive Klasse in Knechtschaft, sondern auch die unproduktive:  der geistesöde Bourgeois leidet unter seinem eigenen Kapital und unter seiner Profitwut, der Jurist unter seinen verknöcherten Rechtsvorstellungen. (99.)Auch der Professor für Politikwissenschaft in Stuttgart, Martin Greiffenhagen, vertritt in seinem Spiegel Aufsatz: „Hitlers Kinder ? Gewiß nicht“ (DER SPIEGEL Nr. 45 vom 31.10.1977) eine merkwürdige Rechtsauffassung: Die Kämpfer der RAF seien keine politischen Überzeugungstäter und die Juristen können diesen Gesichtspunkt in Strafverfahren ohnehin nicht gelten lassen. Man darf aber nicht voreilig Schlüsse ziehen, wo allseitige Orientierung und allseitiges Kalkül angebracht ist: also der Mörder Benno Ohnesorgs wird freigesprochen und die für die Wiederherstellung des Rechts kämpfen, was apolitisch rein rechtlich über eine Justiz. die Mörder freispricht, nicht möglich ist, müssen von eben dieser Justiz bestraft werden. Dann eben besteht diese Justiz aus politischen Überzeugungstätern. Die spezifische bürgerliche Befangenheit der bürgerlichen Justiz hat ihre Ursache in der bürgerlichen Warenproduktion und gehört auch wie die Religion (Deismus, Protestantismus) zu einer ihrer Fetischformen. (100.) Zu fragen ist daher, ob eine Transzendierung bürgerlicher Herrschaft ohne Milieu- und Tabubruch überhaupt möglich ist. (Die revolutionäre Linke MUSS „kriminell“ sein, kriminell im bürgerlich-privateigentümlerischen Sinn). Deshalb sprachen auch Marx und Engels von despotischen Eingriffen „….in das Eigentumsrecht und in die bürgerlichen Produktionsverhältnisse.“ ( 101.) Nicht präsent war der Stammheimjustiz die wunderbar klare Formulierung des jungen Engels, die ihm während seines ersten Manchesteraufenthalts 1844 gelang. In der „Lage der arbeitenden Klasse in England“ sprach Engels vom Recht als einer heiligen Rute, heilig allerdings nur für den Bourgeois. „Der Arbeiter weiß zu gut und hat zu oft erfahren, dass das Gesetz für ihn eine Rute ist, die ihm der Bourgeois gebunden hat…“ (102.) Die bürgerlichen Medien räumen heute natürlich dem Gejaule der Hinterbliebenen der sog. Opfer der RAF großen Platz  ein. Was wollt ihr denn ?   Schrieb nicht schon Luther gegen  die  fortschrittlichen  Bauern: „…..Man soll sie  zerschmeißen,  würgen  und stechen,  heimlich und öffentlich, wer da kann,  wie man einen tollen Hund .zerschlagen muß…..Darum, liebe Herren,  loset hie, rettet da, steche, schlage, würge. sie, wer  da kann, bleibst du darüber  tot, wohl dir, seligeren Tod kannst du nimmermehr überkommen. (103.) Wer  sich gegen das arbeitende Volk per  Werkschutz,  Polizei, Armee  bewaffnet,  wer dem  Schah  von  Persien und  Farah  Diba in  die Ärsche  kriecht,  deutsche Studenten vom iranischen Geheimdienst  SAVAK (104.) verprügeln und die   Polizei dabei   zuschauen  und  den  von  einer Polizistenkugel   getroffenen  Benno Ohnesorg (105.) verbluten läßt, gibt es für den einen seligeren Tod als im Klassenkampf auf  seiten der  Konterrevolution zu  sterben ? Penetrant inszeniert Michael Buback eine Hexenjagd auf Verena Becker, während die im Alter von 21 Jahren in Hamburg im Zuge einer Notstandsübung ermordete Friseuse Petra Schelm, gegen die kein Straftatbestand vorlag, in Vergessenheit geraten ist, was dem noch immer frei herumlaufenden Mörder ganz Recht ist.Ihr Tod wurde zunächst als der von Ulrike Meinhof gemeldet. Vor dem Gesetz sind alle gleich, nur dass einige ermordet und andere  lediglich von der Polizei erschossen werden. Narrenfreiheit für Narren in Uniform. Es ist daher die Aufgabe der  proletarischen  Revolutionäre, die Kleinen und Schwachen zu schützen, aber hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen zu sein…(106.).hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen…das bleibt ein Vermächtnis der RAF (107.) Alois Prinz hat am Ende seiner Biografie über Ulrike Meinhof, was wohl die wenigsten Biografen tun,  ihr Grab besucht, dabei ist Aufschlußreiches zu Tage getreten: auf ihrem Grabstein sollte der Spruch eingraviert werden: „Freiheit ist nur im Kampf um Befreiung möglich“, was von der Friedhofsverwaltung verweigert wurde.Der allerheiligste Begriff im Wortschatz der Welt, mit der Freiheit, da hat der deutsche Spießer so seine Schwierigkeiten. Zeigt diese Verweigerung nicht das sklavische Flennen von Seelen in einem Totenhaus ? Die RAF war der Versuch, nicht aus dem TOTENHAUS BRD zu fliehen, sondern es in Schutt und Asche zu legen. Der Kampf geht weiter gegen eine kleine Schmarotzerclique,die sklavisch den Euro anbetet und Deutschland in ein Totenhaus verwandelt.(108.) „Wir, unsere Hirten an der Spitze, befanden uns nur einmal in der Gesellschaft der Freiheit, am Tag ihrer Beerdigung.“ (109.) Aber genug  der  hochnäsigen   Besserwisserei im  Nachhinein,  sie haben es ja selbst gesehen: „Die RAF war der revolutionäre Versuch (ich bemerke im Vorbeigehen, dass  ich auf Grund dieses Schlußsatzes der RAF Geschichte als Form der Darstellung die essayistische gegeben habe) einer Minderheit -entgegen der Tendenz dieser Gesellschaft- zur Umwälzung der kapitalistischen Verhältnisse beizutragen. Wir sind froh, Teil dieses Versuchs gewesen zu sein. Das Ende dieses Projekts zeigt, daß wir auf diesem Weg nicht durchkommen konnten. Aber es spricht nicht gegen die Notwendigkeit und Legitimation der Revolte.“ (110.) Eine Gesellschaft hat aber keine Tendenz, folgt keiner Moderichtung, sondern entwickelt sich nach objektiven Prozessgesetzen. Es ist die Aufgabe der proletarischen Revolutionäre, ständig die wissenschaftlichen Kenntnisse über die Bewegungsgesetze gesellschaftlicher Entwicklungswidersprüche der kapitalistischen Gesellschaft zu vertiefen, um die ganze bürgerliche Gesellschaft desto effektiver klassenkämpferisch im Interesse der Arbeiterbewegung (Aufhebung der Lohnarbeit und der Klassen) zu verändern. Dies ist kein Projekt, das man voluntaristisch aus Revoltelust in Angriff nehmen kann oder auch nicht, sondern es ist eine historische Notwendigkeit und der Marxismus versteht sich ihrgemäß Handlungsanweisungen zu geben unter Beachtung der objektiven Klassengesetze. Die Massen sind in der bürgerlichen Gesellschaft in Klassen aufgeteilt und bedürfen kämpferischer Klassenparteien. Aber außer den bürgerlichen Schmarotzerparteien entwickelt nur die proletarische Partei ihre eigene Selbstnegation mit. Die RAF agierte im Sinne Heinrich Heines:  während meine Kollegen karrieristisch auf den Kopf des (damals preussischen) Adlers schielten, achtete ich mehr auf seine Krallen. (Wir werden also die Internationale im Ohr behalten…“und einige von uns werden sie einst jenen Enkeln einstudieren, die jetzt noch nicht geboren sind.“ (111.) Neben einer plumpen Kriminalisierung nach dem XY-Zimmermann-Muster gab es eine raffinierte Ästhetisierung der RAF zu einem plakativen Kult, der den sozialen Inhalt verdeckte und von einer inhaltlichen Auseinandersetzung ablenkte. Filterung von Informationen und geschicktes Manipulieren mit einer Bilderwelt vereinnahmten die RAF bis zur Unkenntlichkeit ihres humanistischen Kerns hin zu einer Posterikonografie: Die Fahndungsplakate des BKA als ideale Vorlage für die Reproduktionen Andy Warhols.(112.) Und ihr Wirken war nicht umsonst,es waren Intellektuelle aus dem Mittelstand und auf sie trifft auch zu, was Lenin über die Intellektuellen aus dem Mittelstand Rußlands schrieb, die 1881 Alexander den II. hinrichteten. „Sie haben den höchsten Opfermut entwickelt und die ganze Welt durch ihre heldenhafte terroristsiche Methode des Kampfes in Erstaunen gesetzt. Sicher fielen diese Opfer nicht umsonst, sicher haben sie – sowohl in direkter als auch in indirekter Weise -zur späteren revolutionären Erziehung des russischen Volkes beigetragen. Aber ihr unmittelbares Ziel, das Erwachen einer Volksrevolution, haben sie nicht erreicht und nicht erreichen können.“ (113.) 1.Nach 1945 galt als Credo, die Universität aus gesellschaftlichen Konflikten, aus schmutzigen politischen Geschäften herauszuhalten. Forderungen von Studenten nach einer Demokratisierung universitärer Entscheidungsstrukturen wies ein Professor Pfringsheim zurück. „Mit Demokratie hat die Sache nichts zu tun. Die Universität gehorcht dem Geist, und der ist aristokratisch.“ Vgl. Kai Hermann: Die Revolte der Studenten, Christian Wagner Verlag., Hamburg 1967, 102 2.Das „Kursbuch“, das ab 1965 zuerst im Sukrkamp Verlag erschien, dem es dann doch zu heiß war, wurde weiterhin von Hans Magnus Enzensberger herausgegeben, der, die Szene beobachtend, aus dem Hintergrund, nicht aus dem Untergrund, Stichworte lieferte: die herrschende Klasse der USA strebe nach der politischen, militärischen und ökonomischen Weltherrschaft, ihr Todfeind sei die Revolution….Schaffen wir endlich, auch in Deutschland, französische Zustände…Siehe: Wolfgang Kraushaar: „Vexierbild. Hans Magnus Enzensberger im Jahre 1968“, in: Mittelweg 36. Jg. 18, Heft 5, Hamburger Edition 2009. Immerhin erreichte das Kursbuch eine Auflage von 100 000. 3. Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, in: MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,431 4. Lenin, Was tun ? Brennende Fragen unserer Bewegung, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin, 1955,432 5. Die Hospizatmosphäre paßt auch das Sozialistische Patientenkollektiv Heidelberg (SPK), das aus der Krankheit eine Waffe machen wollte. Aus der Patienten-Info Nr. 1: „Genossen ! Es darf keine therapheutische Tat geben, die nicht zuvor klar und eindeutig als revolutionäre Tat ausgewiesen worden ist…Krankheit ist kein Vorgang im einzelnen Menschen, krank ist unsere Gesellschaft…im Sinne der Krankheit kann es nur eine zweckmäßige bzw. kausale Bekämpfung ihrer Krankheit geben, nämlich die Abschaffung der krankmachenden privatwirtschaftlichen-patriarchalischen Gesellschaft…das System hat uns krank gemacht, geben wir dem kranken System den Todesstoß.“ Aus medizinsoziologischer Sicht unbestritten richtige Sätze, KRANK IST UNSERE GESELLSCHAFT, die Gesellschaft ist krank und macht krank, dieser Satz muss in seiner Wichtigkeit für den „Baader-Meinhof Komplex“ sehr hoch eingeschätzt werden. Gegenüber dem sich im kapitalistischen Ausbeutungssystem kaputtschuftenden Arbeiter nimmt der bürgerliche Arzt eine Stellung ein, die Marx in den Feuerbachthesen wie folgt umriß: „Das Höchste, wozu der anschauende Materialismus kommt,      .  d.h., der Materialismus, der die Sinnlichkeit nicht als praktische Tätigkeit begreift, ist die Anschauung der einzelnen Individuen und die bürgerliche Gesellschaft.“ Karl Marx, Thesen überFeuerbach. MEW 3,9. Wenn der Arbeiter aus der Arbeitswelt erzählt als Quelle seiner Krankheiten, weiß der Mediziner nicht, wovon gesprochen wird. 6.Gerd Koenen: Vesper, Ensslin, Baader. Urszenen des deutschen Terrorismus, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/ M. 2005,230 7. Geschichte der RAF: 1970 – 1977, in: 20 Jahre Stammheim, Sonderausgabe der „Die Rote Hilfe“ 01/1997,4 8.Vgl. Friedrich Engels, Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten. Marx Engels: Ausgewählte Werke Band 2, Dietz Vlg. 1974, 313 9.Interview Rainer Langhans mit Klaus Stern, 5.5.2002,in: Klaus Stern, Jörg Herrmann: Andreas Baader, Das Leben eines Staatsfeindes, dtv premium,Deutscher Taschenbuch Verlag 2007,87 10. Elementare Kriegstatsachen leugnend. So kanzelte er General Gehlen von der Aufklärung Fremde Heere Ost, als er annähernd richtiges Tatsachenmaterial über die immense Stärke der Roten Armee vorlegte, mit den Worten ab: Der größte Blöff seit Dschingis Khan. 11. Lenin, Was tun ? Brennende Fragen unserer Bewegung, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin, 1959,392 12. Es zeichnete sich in Umrissen der autoritäre Staat ab, wie ihn Peter Brückner im Schlußsatz seiner Schrift:“ Versuch, uns und anderen die Bundesrepublik zu erklären“ wortspielerisch androhte:“Emanzipation des Staates, das hieße: die Freiheit des Bürgers soll gewährleistet sein durch die Freiheit des Staates, mit der dieser sie ihm nimmt.“ (Peter Brückner, Versuch uns und anderen die Bundesrepublik zu erklären, Wagenbach Politik 81, Wagenbach Verlag Berlin,1978,176) 1971 wurde der Nürnberger Polizeipräsident Horst Herold auf Beschluß des Kabinetts von Willy Brandt Präsident des Bundeskriminalamtes, die Zahl seiner Mitarbeiter stieg in den nächsten zehn Jahren von 1113 auf über 3000, das Budget von 55 auf 290 Millionen pro Jahr. (Siehe: Michael Sontheimer „Natürlich kann geschossen werden“. Eine kurze Geschichte der Roten Armee Fraktion, Deutsche Verlags-Anstalt, 1. Auflage, 2010, 54) Ab 1975 war auch eine internationale Zusammenarbeit der kapitalistischen Systemreaktionäre zu beobachten: Die Justizminister der achtzehn Mitgliedsländer des Europarates beschlossen, kein Asyl mehr zu gewähren und den Ausbau von Interpol. Innerhalb der EG wurde die Zusammenarbeit des BKA mit zunächst acht, später elf politischen Polizeien eingeleitet. Im Juni 1976 wurde auf einer Konferenz zur Inneren Sicherheit beschlossen, Expertengruppen zu bilden für eine engere Zusammenarbeit auf den Gebieten „Terrorismusbekämpfung“, Technik, Aus- und Aufrüstung der Polizeien sowie einen Beamtenaustausch, was unter dem Namen TREVIE firmierte. Es ist also Gegenteiliges herausgekommen, „das nationale Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit…“, wie Marx den bürgerlichen Staat im „Bürgerkrieg in Frankreich“ bezeichnete (Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, MEAW, Progress Verlag Moskau 1975,300) erhärtete sich, und es ist zu fragen, ob nicht der Führer einer extremen Partei, wenn er zu früh losschlägt. „…im Interesse der Bewegung selbst die Interessen einer ihm fremden Klasse durchführen …“ (Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkreig, MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin, 1977,432) muß ? 13. „Man darf die Drecksarbeit auch nicht der Polizei überlassen“, siehe: Peter Schneider: Kein Geld von drüben, Frankfurter Allgemeine Zeitung 3.6.2009,31. Wolf Biermann benannte in seinem Gedicht: „Drei Kugeln auf Rudi Dutschke“ die wirklichen drei Hintermänner: Springer – Schütz – Kiesinger und formulierte, der Mund des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Schütz sei die Mündung für eine Kugel gewesen. (CheSchahShit, Die Sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, BilderLeseBuch, Elefanten Press Verlag Berlin 1984, 135) Rabehl sagte drei Stunden nach der versuchten Exekution auf dem Kurfürstendamm im Audimax der Technischen Universität: „Ich erinnere daran, daß auch Neubauer und Schütz zusammen mit der Springer Presse die Verantwortung für einen Mörder tragen, der sich an Rudi herangemacht hat, um ihn niederzuschießen. Und ich spreche ganz deutlich aus, die wirklichen Schuldigen heißen Springer, und die wirklichen Mörder heißen Neubauer und Schütz.“ (Ulrich Chaussy; Die drei Leben des Rudi Dutschke, Neuausgabe Zürich 1999,249f.) Eine Auffassung, die Rudi teilt und der seinem Attentäter Briefe ins Gefängnis Tegel schickte. In dieser Haftanstalt stülpte sich Josef Bachmann in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 1970 eine Plastiktüte über den Kopf und erstickte sich selbst. Ein weiteres Opfer von Springer und Schütz. Anhänger Dutschkes legten rot-weiße Tulpen auf Bachmanns Grab – mit der Aufschrift: „Ein Opfer der Klassengesellschaft“. Leider macht sich die bürgerliche Justiz nie die Mühe, die Fälle bis zu dieser Erkenntnis aufzurollen. Sie verbleibt vielemehr auf dem Niveau des Attentäters Bachmann, der kurz nach seiner Verhaftung zu den Bullizisten sagte: „Ich möchte mit Ihnen wetten, daß sich 70 % der Bevölkerung im stillen die Hände reiben.“ (Sven Felix Kellerhoff: Attentäter Wahnsinnige Verführte Kriminelle, area Printed in Slovakia 2005,76. Ein Buch, in dem es vor kleinbürgerlichen Vorurteilen nur so wimmelt) 70 % Springerlesende machen noch kein wissenschaftlich begründetes Urteil aus. 14. Vergleiche: Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, Lenin Werke Band 22, Dietz Verlag Berlin, 1960,237f. 15. Wie erdrückend bürgerliche Ideologie sein kann, hat Lenin in seiner Schrift: Was tun ? am Beispiel des ihr erliegenden Ökonomismus unterbreitet: „…weil die bürgerliche Ideologie ihrer Herkunft nach viel älter ist als die sozialistische, weil sie vielseitiger entwickelt ist, weil sie über UNVERGLEICHLICH (kursiv von Lenin) mehr Mittel der Verbreitung verfügt“. (Lenin, Was tun Brennende Fragen unserer Bewegung, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin, 1959, 397). Die Arbeiterklasse fühle sich spontan zum Sozialismus hingezogen, aber die bürgerliche Ideolgie dränge sich ihnen trotzdem immer wieder auf. Die Arbeiter greifen zur „ersten besten“ Ideologie, die erste beste ist aber die bürgerliche. 16. Vergleiche: Lenin, Vorwort zur russischen Übersetzung der Briefe von K. Marx an L. Kugelmann, Lenin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin, 1959,96 17. Für England ist die anarchistische „Angry Brigade“ zu nennnen,  die von 1970 -1972 im underground war, in Belgien die „Cellules Communistes Combattantes“, in den USA tauchten nach der Auflösung des US-amerikanischen SDS die „Weathermen“ auf, die 1970 den Psychologen Timothy Leary aus der Haft befreiten, es gab zudem eine Kooperation zwischen der RAF und der französischen „Action directe“, bei dem Sprengstoffanschlag auf die Rhein-Main-Air Base 1985, dem größten Militärflughafen der US-Streitkräfte außerhalb der USA. Jean Paul Sartre ka aus Frankreich, bewirkte aber nichts. In Paris aber setzte er sich zusammen mit Simone de Beauvoir für die Maoisten ein und ist an der Gründung der „Liberation“ beteiligt. Nach die Liquidierung des Generals Audran durch die Action directe in Paris, Audran war Direktor für internationale Angelegenheiten im Verteidigungsministerium, erfolgte eine Tatbekennung sowohl in französischer als auch in deutscher Sprache, ohnehin firmierte das ganze Unternehmen unter dem Namen: „Kommando Elisabeth van Dyck der Action Directe“. In der von Action directe und RAF gemeinsam herausgegebenen Broschüre: „Für die Einheit der Revolutionäre in Westeuropa/Pour l´Unité des Revolutionnaires en Europe de l´Ouest“ heißt es dann auch, die Schaffung einer westeuropäischen Guerilla sei ein qualitativer Sprung. „Die westeuropäische Guerilla erschüttert das imperialistische Zentrum“. (in: Klaus Pflieger: Die Rote Armee Fraktion -RAF-.Nomos Vlg. 2007,215) Dieses Buch von Generalstaatsanwalt Pflieger ist tendenziell und ist mit äußerst kritischen Augen zu lesen, im Anhang, in der „Chronik der RAF“ werden die jungen Kämpfer zum  Beispiel  immer nur erschossen, die Polizisten aber immer ermordet. Das läßt schon ahnen, mit welch schief sitzender Brille dieser Beamte ermittelt. Eindeutig zu verurteilen ist aber die Exekution des erst 20 Jahre alten US-Soldaten Pimental, ein Wartungstechniker für Flugabwehrraketen, übrigens auch eine Kooperation mit der Action directe, bei der Aktion soll Birgit Hogefeld den Lockvogel bzw. die Honigfalle gespielt haben. Die hohe  Kriegskunst von Befreiungskämpfern, nur Volksfeinde anzugreifen, das Volk aber zu schonen (die Imperialisten machen es genau umgekehrt), kippte bei der Exekution des einfachen US-Soldaten Pimental. Vielleicht war sie der größte Fehler der RAF. Es soll kein Mord gewesen sein, das Wort wird vermieden, denn Pimental sei Freiwilliger gewesen und hat seinen Job an den Nagel gehängt, um „schneller und lockerer Kohle“ zu machen, so die dürftige Rechtfertigung.(Rote Armee Fraktion, Texte und Materialien zur Geschichte der RAF (o.Hg.) Berlin 1997,344f.) (Die Angehörigen Pimentals können sicher sein, dass er nicht unter die Säuberungen der Stalinschen Roten Armee gefallen wäre. Kleine Fische wirft der erfahrene Angler zurück ins Wasser). In Japan hatte eine frühere Studentin der Meiji-Universität Fusako Shigenoba 1971 die Japanische Rote Armee gegründet, die ihre Ausbildungsbasis im libanesischen Bekaa-Tal und enge Beziehungen zur von Dr. George Habash gegründeten PFLP hatte. Diese japanische Organisation war 18 Jahre aktiv und gab ihre Auflösung im April 2001 bekannt.Zu ihren Aktionen gehörte ein Selbstmordanschlag auf den israelischen Flughafen Lod im Mai 1972, im Januar 1974 ein Anschlag auf den Ölkonzern Shell auf der zu Singapur gehörenden Insel Pulau Bukom, im September gleichen Jahres wurde die französische Botschaft in Den Haag gestürmt und im gleichen Monat erfolgte ein Handgranatenangriff auf einen Drug Store in der Rue St. Germain in Paris ( 2 Tote und 35 Verletzte). Die Japanische Rote Armee hatte engste Kontakte zum libyschen Geheimdienst und verrichtete einige Arbeiten für den Islamisten Gadafi gegen gutes Geld unter dem Namen AIIB (Anti-Imperialistische Internationale Brigaden). So zum Beispiel im April 1987 zum Jahrestag des US-Angriffes auf Libyen gleich drei Angriffe auf diplomatische Einrichtungen der USA in Madrid. In den Sommermonaten 1987 detonierte eine Autobombe vor der US Botschaft und es gab Raketenangriffe gegen die us-amerikanische und britische Botschaft in Rom. 1975 bildeten sich in Spanien die Grupos de Resistencia Antifascista Primero de Octubre (GRAPO), die neben dem Sturz des Miltärdespoten Franco auch die Vertreibung der us-amerikanischen Streitkräfte aus Spanien erstrebten. Für den deutschen Generalbundesanwalt Rebmann war allerdings die RAF die fähigste Guerilla: „Das sind die Deutschen, die sind super, diese geschliffene Kriminalität ist in Europa einmalig.“ (Siehe: Willi Winkler: Die Geschichte der RAF, Berlin 2007,512 Fußnote 4). Der weltpolitische Kampf der Stadtguerilla war ein Puzzlespiel geworden und Sympathisanten und Interpol studierten die kriegswissenschaftlichen Schriften Mao Tse Tungs, in denen ein General tausend Mosaiksteinchen zusammenlegen können muß. 18. Eins teilt sich in zwei. „Spaltung des Einheitlichen….ist das Wesen ….der Dialektik.“ Lenin: Zur Frage der Dialektik, in: Lenin: Über Hegelsche Dialektik,  Ausgewählte Texte, Reclam, Leipzig, 1986,43. Das Scheitern  des utopistischen Großen Sprungs nach vorn  führte einerseits zu einer spürbaren politischen Entmachtung Mao tse tungs und gegenwürfig zu einer Stärkung der  Pragmatiker, die aber immer  den Keim des  Revisionismus in sich tragen. Gegen  diesen  brandeten  die Wellen  der  Kulturrevolution,  wenn die Maoisten  mit  ihren  Mikrohochöfen  schon nicht auf ökonomischen Gebiet siegen konnten, so wenigstens auf dem politisch-ideologischen. Das war die Zeit, als Millionen und Abermillionen blaue Ameisen die Mao Bibel schwenkten, aber mit Zitaten baut man keine politische Macht auf, die den reaktionären Machthabern auf dem kapitalistischen Weg Furcht einflößt. 19.Siehe: Das Konzept Stadtguerilla, in: Rote Armee Fraktion, Texte und Materialien zur RAF, ID Verlag Berlin, 1. Auflage, 1997,34 20.  Friedrich Engels, Von der Autorität. Marx Engels: Ausgewählte Werke Bd.4, Dietz Vlg. 1972, 291 21.Besonders deutlich wurde dies bei einer spezifischen Demonstrationsform, dem „Spaziergangprotest“ in Berlin, der bereits  am 10. und 17. Dezember 1966 stattfand. Es gibt genug Bildmaterial über die primtiv dilletantischen Knüppeleinsätze, nichts ist hier vergessen und nichts ist hier vergeben. Am 25. Juni  1972 erschoß um 6 uhr 30 in Stuttgart die Kriminalpolizei den 34 jährigen unbekleideten und unbewaffneten schottischen Staatsbürger Ian Mc Leod in seiner Wohnung durch die Schlafzimmertür von hinten. Er soll ein Kontaktmann der Baader Meinhof Gruppe gewesen sein, war aber in Wirklichkeit ein britischer Handelsvertreter.  Eine Nachrichtensperre sollte verhindern,dass die Umstände der Ermordung bekannt wurden. Zwischen 1971 und 1978 erschoss die westdeutsche Polizei 150 Menschen. (siehe:  Geschichte der RAF 1970 bis 1977,in: 20 Jahre Stammheim, Sonderausgabe der „Die Rote Hilfe“ 01/1997,4) 22.Friedrich Engels, Bedingungen und Aussichten eines Krieges der Heiligen Allianz gegen ein revolutionäres Frankreich im Jahre 1852, in: MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,522 23. Es war der Anarchist Johann Most, der ein Schüler des sich als Materialisten und Atheisten verstehenden Eugen Dühring war,  der  guerillaähnliche Kampfmethoden skizziert hatte: „Diesmal wird selbst der eigentliche Kampf nur aus einer großen Reihe von Einzelakten bestehen, weil das gegenüber der modernen Kriegskunst die einzige Taktik ist, welcher letztere nicht beikommen kann.“ (Johann Most, Die freie Gesellschaft. Eine Abhandlung über Prinzipien und Taktik der kommunistischen Anarchisten, New York, 1884,67) Der Krieg des Proletariats gegen die Bourgeosie bleibt auch nach dem Sieg der Arbeiterklasse ein asymmetrischer, der Sieg verhindert nicht, dass die Bourgeoisie mächtiger bleibt. Ihre Macht besteht „nicht nur in der Stärke des internationalen Kapitals, in der Stärke und Festigkeit der internationalen Verbindungen…sondern auch in der Macht der Gewohnheit, in der Stärke der Kleinproduktion.“ (Lenin, Der „linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus, in: Lenin, Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau, 1971,566). 24.Bernd Rabehl, Von der antiautoritären Bewegung zur sozialistischen Opposition, in: Bergmann, Dutschke, Lefèvre, Rabehl: Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition, rororo aktuell, 51. – 70. Tausend Mai, reinbek bei Hamburg, 1968, 165.Ein Bändchen aus der Serie rororo aktuell, das 1968 allein im Maimonat dreimal aufgelegt wurde und bereits die Anzahl 70 000 erreichte. 25. Ulrike Meinhof, Die Würde des Menschen ist antastbar, Aufsätze und Polemiken, 1995,153f. 26. Lenin, Der Partisanenkrieg, Lenin Werke Band 11, Dietz Verlag Berlin, 1959, 205 27. Kollektiv RAF Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa, Kapitel 6: Terror gegen den Herrschaftsapparat-ein notwendiges Element der Massenkämpfe, in: D.B. Rjazanow:  Zur Frage des Verhältnisses von  Marx zu Blanqui,  Vlg. van Houden, Utrecht Januar 1973,  76 – 83 28. Lenin, Der Partisanenkrieg. LW 11, 205 29. a.a.O., 209 30. a.a.O., 211 31. Kollektiv RAF Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa, in: D.B. Rjazanov: Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu Blanqui,  Vlg. van  Houden,  Utrecht, Januar 1973, 75 32.  Stefan Engel, Die Oktoberrevolution lebt, Rede von Stefan Engel anläßlich der Großveranstaltung der MLPD „70 Jahre Oktoberrevolution“ am 31. Oktober 1987 in Düsseldorf, Verlag Neuer Weg 1987,13 33. Thugs wurden diese Arbeiter nach dem ostindischen, bekannten Volksstamm genannt, dessen einziges Gewerbe der Meuchelmord aller Fremden ist, die ihm in die Hände fallen. 34.Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Ausgewählte Werke Marx Engels, Band I, Dietz Verlag Berlin, 1974, 175 35.a.a.O.,176 36. Vergleiche. Horst Herold: Die Lehren aus dem Terror, Süddeutsche Zeitung Nr.116 30./31. Mai 2000,9 37. Lenin,  Der linke „Radikalismus“,  die Kinderkrankheit  im Kommunismus, Ausgewählte Werke, Progress Vlg. Moskau 1971, 574 37.Aufschlußreiches zu den ungeklärten Todesfällen in dem Aufsatz von Gudruns Schwester Christiane Ensslin: „Die Todesnacht im 7. Stock in Stammheim“, in: 20 Jahre Deutscher Herbst, taz-journal: die RAF, der Staat und die Linke, 1997,14ff. Irmgard Möller beharrt darauf, dass sie in der Stammheimer Todesnacht glücklich Überlebende einer an ihr von unbekannten Personen verübten Messerattacke wurde und dass es zur Gefangenentötung eine NATO-Absprache gab. (Siehe: Oliver Tolmein: „RAF – das war für uns Befreiung“. Ein Gespräch mit Irmgard Möller über den bewaffneten Kampf, Knast und die Linke, Hamburg 1997, 134f. und: http://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/RAF/ brd+raf/032.html.) Dagegen wird in einer der letzten durch und durch oberflächlichen Buchpublikation von Michael Sontheimer, sollte ich lieber sagen: Krimipublikation ?, zum Thema RAF die Selbstmordthese überhaupt nicht mehr problematisiert. Unter Entideologisierung des Themas wird eine Kriminalstory geliefert mit einem maskierten Mann und Geheimdienstverstrickungen.In einer Veranstaltung zur Vorstellung des Buches outete Astrid Proll des Maskenmann als angeheuerten Profi, zu fragen bleibt allerdings, warum nur er maskiert war, wollte man denn unbedingt auf die Titelseite der Agit 883, dem Kampfblatt der Kommunistischen Rebellen. Deshalb auch eine lobende Buchbesprechung im Börsenblatt Frankfurter Allgmeine Zeitung vom 21. Juni 2010. Die Mutter von Andreas Baader erzählte über ihren Sohn, der gesehen hatte, wie bewaffnete Polizisten auf gitarrespielende „Gammler“ losgingen: Weißt du Mutter, in einem Staat, wo Polizisten auf junge Musiker losgehen, da stimmt was nicht. So begannen beim jungen Baader Keime der Rebellion zu wachsen. Dass hingegen alles von Geheimdiensten gesteuert worden sei, war zum Beispiel seit 40 Jahren immer eine Behauptung der EAP (Europäische Arbeiterpartei). Die Baaders verstanden sich als Marxisten Leninisten und folgten dem Vorsitzenden Mao, dass man das Kriegführen im Kriege lerne, bleibt dieses Motiv unberücksichtigt, erhalten wir Bücher als hätten sie Beamte des Bundeskriminalamtes geschrieben. (Siehe: Michael Sontheimer: „Natürlich kann geschossen  werden“. Eine kurze Geschichte der Roten Armee Fraktion, Deutsche Verlags Anstalt, 2010 UND: Baader, Meinhof und der Maskenmann, Buchbesprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. Juni 2010 von Nils Minkmar, Seite 28) Das Klassenkriegführen lernen wir im Klassenkrieg, anders kann es gar nicht gehen. Wenn nach Lenin der Krieg eine kunterbunte Sache ist, an die man nicht mit einer Schablone herantreten darf, so hat es keinen Zweck, sich mit einer Organisation von Berufsrevolutionären auf den Berg Sinai zu verkriechen und erst jahrelang studieren, was Clausewitz über den kleinen Krieg geschrieben hat, jahrelang Marxens Kapital zu studieren. Von diesem Berg werden sie dann kommen und das Volk missionieren. Es ist ein weitverbreitetes Mißverständnis , in Kommunisten Weltverbesserer nach Prinzipien zu sehen. Ihre „theoretischen Sätze…sind nur allgemeine Ausdrücke…eines existierenden Klassenkampfes.“ (Karl Marx / Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 1984,37) Sonst geht, wie Hegel in der Phänomenolgie des Geistes schreibt, das Herzklopfen für das Wohl der Menschheit in die Raserei des Eigendünkels über. 39. Sebastian Haffner, Die deutsche Revolution 1918/19, Anaconda Verlag. 2008, 240. Der Sonderermittler des Bundeskriminalamtes gegen die RAF, Alfred Klaus beschreibt in seinen Memoiren einen haarsträubenden, aber typisch deutschspießbürgerlichen Vorgang nach Abschluß der Mogadischu Aktion: Klaus bekam mit, dass in der „Nacht des Triumphes“ Schmidt und Zimmermann sich ggenseitig mit einem Regenschirm demonstrierten, wie die von Rekrute zu exerzierende Ausführung des Kommandos „Gewehr über“ …“Gewehr ab“… „Präsentiert das Gewehr“ausssehen müsse.“ (siehe: Alfred Klaus – mit Gabriele Droste – Sie nannten mich Familienbulle, Meine Jahre als Sonderermittler der RAF, Hoffmann und Campe Verlag 2008, 296) Na also, es klappt doch noch ! 40. Lenin, IV Konferenz der Gewerkschaften und der Betriebskomittees Moskaus, LW 27, 481. Zur Gedankengleichheit zwischen Lenin und Luxemburg in diesem Punkt siehe auch: Lenin, Über die Junius Broschüre, Lenin Werke Band 22, Dietz Verlag Berlin, 1960,323). Der subjektiv anarchistische Impuls im proletarischen Finalkampf drückt sich in revolutionärer Ungeduld aus, dass die Revolutionäre es noch erLEBEN, der proletarische Revolutionär arbeitet nachfolgenden Generationen voraus, die auch nach seinem Tod erst ernten. Lenin wies übrigens in: Was tun ?  die Befangenheit auf  bloße gegenwärtige Verbesserungen der Lage der Arbeiterklasse dem Ökonomismus zu. Die Ökonomisten versuchen den Arbeitern einzureden, „dass der nur-gewerkschaftliche Kampf eben der Kampf für sie selbst und für ihre Kinder sei, und nicht ein Kampf für irgendwelche zukünftigen Generationen mit irgendeinem zukünftigen Sozialismus.“ (Lenin, Was tun ? Brennende Fragen unserer Bewegung, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin, 1959, 392).  Es ist deshalb auch kein Zufall, dass Lenin zwischen Ökonomismus und Terrorismus einen notwendig inneren Zusammenhang sieht, ihre gemeinsame Wurzel ist die „ANBETUNG DER SPONTANEITÄT“ (kursiv von Lenin). (a.a.O.,431). Beispielhaft für die erstere subjektiv impulsive Kurzatmigkeit stehen die Wirrköpfe Cohn-Bendit: „Wir handeln nicht für unsere Kinder – denn das Opfer, dieses Produkt eines stalinistisch (??/H.A.) -jüdisch-christlichen Humanismus ist konterrevolutionär-, sondern damit WIR endlich ohne Hemmungen genießen können.“ (Gabriel und Daniel Cohn-Bendit, Linksradikalismus, Reinbek, Hamburg, 1968,134). Das Opfer ist also konterrevolutionär, das Wort „konterrevolutionär“ drückt aber immer nur Beziehungen unter historisch politisch handelnden Individuen aus, dieses quidproquo der Verdinglichung spiegelt geradezu warenwirtschaftliche Beziehungskomplexe wider. Bendit wurde dann ja auch von den eigenen Genossen aus Frankreich vertrieben.  Die Bauern, die aus der verheerenden Niederlage 1525 zogen waren da viel freier: Geschlagen ziehen wir nach Haus, unsere Enkel fechten es besser aus. Und auch Heine schrieb noch bezüglich der deutschen Jakobiner, die ja im Vergleich zu den französischen Jakobinern ohne Volk blieben: „Wir werden sie (die Marseillaise/H.A.) nicht vergessen, und einige von uns werden sie einst jenen Enkeln einstudieren, die jetzt noch nicht geboren sind.“ (Heinrich Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland (1834), In: ders: Sämtliche Schriften, Hrsg. von Klaus Briegleb, Bd.3. München 1971,626f.).  Eine der stutzigsten Stellen im Gesamtwerk Lenins findet man übrigens zur Generationenfrage der Revolution: „…gebe Gott, daß unsere Kinder, vielleicht aber auch erst unsere Enkel die Errichtung des Sozialismus bei uns erleben.“ (Lenin, Rede auf dem I. Kongreß der landwirtschaftlichen Kommunen und Artels, Werke Band 30, Dietz Verlag Berlin, 1961,189). Diese Rede wurde am 4. Dezember 1919 gehalten. 41.Indeß bildet sich die KP „…niemals ein, sie sei imstande, jene Revolution, die ihre Ideen verwirklichen soll, zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach Willkür hervorzurufen…“ (Friedrich Engels: Der Kommunisten Prozess zu Köln, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band II, Dietz Verlag Berlin, 1972,419) Man muß auch bedenken, dass nicht jede revolutionäre Situation zur Revolution führt. Die Merkmale einer revolutionären Situation hat Lenin genau präzisiert: „Wir gehen sicherlich nicht fehl, wenn wir folgende drei Hauptmerkmale anführen: 1. Für die herrschenden Klassen ist es unmöglich, ihre Herrschaft unverändert aufrechtzuerhalten…2. Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen sich über das gewöhnliche Maß hinaus. 3. Infolge der erwähnten Ursachen steigert sich erheblich die Aktivität der Massen, die sich in der „friedlichen“ Epoche ruhig ausplündern lassen…Ohne diese objektiven Veränderungen, die unabhängig sind vom Willen nicht nur einzelner Gruppen und Parteien, sondern auch einzelner Klassen, ist eine Revolution – in der Regel – unmöglich.“ (W.I.Lenin, Der Zusammenbruch der II. Internationale, LW 21 Dietz Verlag Berlin 1960,207) 42.Wolfgang Kraushaar: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf, in: Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF, Hamburger Edition 2005, der angesprochene Aufsatz auf den Seiten 13 bis 50. 43.Rudi Dutschke, Hans Jürgen Krahl: Organisationsreferat, unter dem nichtautorisierten Titel „Sich-Verweigern erfordert Guerilla-Mentalität“, posthum veröffentlicht in: Rudi Dutschke: Geschichte ist machbar, West-Berlin 1980, 94. Hier entnommen aus: Wolfgang Kraushaar,a.a.O.,21 44. Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, Marx Engels Werke Band 21, Dietz Verlag Berlin 1975,298 45.Sun Tzi, Die Kunst des Krieges, Knaur Verlag München, 1988, 152. Lenin bemerkte, dass es zuweilen geschieht, „…dass ein wichtiges Dokument…aus bürgerlichen Kreisen…wie durch ein Wunder auf den Redaktionstisch des „Vorwärts“ geflogen kommt. ( Lenin, Was Tun ? Brennende Fragen unserer Bewegung, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin 1960,454). 46. Karl Marx: Zur Kritik der Hegel´schen Rechtsphilosophie, Einleitung, in: MEGA I / 2, Dietz Verlag Berlin, 1982,171f. 47.Friedrich Engels, Schelling und die Offenbarung, Marx Engels Ergänzungsband, Zweiter Teil,179 48.Den Mallorca Urlaubern wurde nun drastisch vor Augen geführt, daß es noch eine sog. Dritte Welt gibt, deren exzessive Ausbeutung durch die Metropolen erst einen Mallorca-Urlaub für die Arbeiteraristokratie ermöglichte. In der Dokumentation der Bundesregierung zur Entführung von Hanns Martin Schleyer steht im Tagesprotokoll vom Sonntag 16. Oktober 1977: abends: Die Bundesregierung hat mehrere Male Kontakt mit der Regierung der UdSSR… tritt mit der Regierung der DDR mehrfach in Verbindung. (Siehe: Dokumentation der Bundesregierung zur Entführung von Hanns Martin Schleyer, Goldmann Sachbuch 1. – 50. Tsd., 1977,168). 49.Lenin, Brief an die deutschen Kommunisten,  LW 28, 538. Die Eroberung der Mehrheit des Proletariats durch uns-das ist die wichtigste Aufgabe. (ebenda S, 547) 50. Gerd Koenen, Das rote Jahrzehnt, Unsere kleine deutsche Kulturrevolution 1967 – 1977, Fischer Taschenbuch Verlag 2007,380 51. Vergleiche Lenin, Anarchismus und Sozialismus, Dietz Verlag Berlin,1955,334ff. 52.Jan Philipp Reemtsma: Was heißt „die Geschichte der RAF verstehen ?“, in: Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF, Hamburger Edition 2005,130 53. Vgl. Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10. Dietz Verlag Berlin 1977,394 54. Vergleiche: Theodor W. Adorno, Beethoven, Philosophie der Musik, suhrkamp taschenbuch wissenschaft, 2004,55 55. Sicherlich ist es der 68er Rebellion verdienstvoll zuzuschreiben, dass wir heute  geoutete schwule Bürgermeister haben (aber eben Bürgermeister und keine Volkskommissare) und lesbische Paare tagsüber unbehelligt in den Großstädten Hand in Hand spazierengehen können, eingedenk der unheilvollen 50er Jahre, am Kern der bundesrepublikanischen Inhumanität, am kapitalistischen System, hat sie nichts geändert, im Gegenteil, so zeigt zum Beispiel die Hartz IV Gesetzgebung, dass eine traditionelle Arbeiterpartei ihren massenverachtenden Charakter seit 1914 – es folgten 20 Millionen Kriegstote . also  fast 100 Jahre konserviert hat. Wenn das Kriterium einer erfolgreichen Revolution darin besteht, dass sich die Formen der Beziehungen unter den Menschen geändert haben, so ging diese Veränderung also nur an der mentalen Oberfläche vor, es kann also nur von einer 68er Rebellion, nicht von einer 68er Revolution gesprochen werden. Das grundlegende Verhältnis der verschiedenen Klassen zueinander ist wie die kapitalistische Evolution geblieben. Aber unterschwellig hat sie eine Marxisierung der Intellektuellen bewirkt, hat Keime einer proletarischen Revolution gelegt, die sich allerdings in der Schwere eines ausgetrockneten und verhärteten historischen Bodens – denn vergessen wir nicht, dass Marx und Engels Deutschland als die „Scheiße an und für sich“  (Karl Marx, Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band I, Dietz Verlag Berlin 1974,223) bezeichneten – aus dieser Scheiße entsprießen natürlich schon wieder faschistische Früchte – eher kläglich entwickeln, gleichwohl können eines Tages  wirkliche fortschrittliche Früchte hervorbrechen, vielleicht auch bei einer günstigen internationalen Sonnenkonstellation, auf dass endlich ein Bruch in der so verhängnisvollen deutschen Kontinuität der Untertanenmentalität erfolgt. „Sagt, ist noch ein Land außer Deutschland, wo man die Nase eher rümpfen lernt als putzen ?“, ein kleiner Aphorismus von Georg Lichtenberg. Man sieht aus alledem, dass nur eine gründliche kommunistische Revolution Deutschland aus dem bornierten mittelalterlichen Schlamassel herausreißen kann und wir haben ja gerade die paradoxe historische Konstellation, dass Deutschland über die Kritik an der höchsten Blüte bürgerlicher Kultur in Gestalt seiner klassischen Philosophie zur Geburtsstätte des Marxismus wurde – und in der Praxis ? In der Praxis wäre es schon sehr kühn, wenn wir deutsche Kommunisten  den Gedanken hegen, dass Deutschland als extrem gründliches Land der Konterrevolution gerade deshalb die Signale aussenden könnten, auf die die Völker zum letzten Gefecht hören, ja geradezu vermessen: „Deutschland hat infolge seiner industriellen Trägheit eine so erbärmliche Stellung in Europa, dass es nie eine Initiative ergreifen, nie zuerst eine große Revolution proklamieren…kann.“ (Friedrich Engels, Die Kommunisten und Karl Heinzen, in: Ausgewählte Werke Marx Engels Band I, Dietz Verlag Berlin, 1974, 315). Aber fassen wir  nicht allzu shematisch auf, was Engels 1847 schrieb, ein Jahr später schrieb er zusammen mit Marx im Manifest, daß die Kommunisten auf Deutschland ihr Hauptaugenmerk richten müßten… 56. Nicht unerwähnt bleiben kann hier die Szene. die sich in einem palästinensischen Ausbildungslager abspielte, in der die deutschen Guerilleros ihr Nacktsonnen einstellen sollten und den sittenstrengen Kommandeuren zuriefen: „Ficken ist wie Schießen !“ 57. Gerd Koenen: Vesper, Ensslin, Baader Urszenen des deutschen Terrorismus, Fischer Taschenbuch Verlag, 2005,306 58.Brutalität paarte sich mit Bösartigkeit. Erst Anfang April 2009 wurden Papiere im Stuttgarter Innenministerium gefunden, aus denen eindeutig hervorgeht, dass deutsche Sicherheitsbehörden 1975 und 1976 guerillaartige Terror-Aktionen planten, die der RAF zugeeignet werden sollten, frei nach einer Aussage Napoleons, Guerilla muß man guerillahaft bekämpfen. Und „RAF Flugblätter“ am Tatort zurücklassen.Man suchte sich natürlich delikate Sachen aus: die Trinkwasserversorgung Berlins und die Hamburger Elektrizitätswerke. URL: http://www.welt/de/politik/article 33536741/Polizei-plante-Terror-im-Kampf-gegen-die-RAF. html. Engels sprach von „…politischen Methoden, durch die der europäische Kontinent in Knechtschaft gehalten wird…“ (Friedrich Engels: Der Kommunisten Prozess zu Köln, in Marx Engels Ausgewählte Werke Band II, Dietz Verlag Berlin, 1972,418) Schon 1972 arbeiteten die Staatsschutzbehörden in Stuttgart mit einer Taktik der gefälschten Bombendrohung. Am 26. Mai wurde in einem der RAF angehängten Brief, der natürlich als echt deklariert wurde, behauptet, drei Autobomben seien in der Stuttgarter Innenstadt abgestellt, Teile der Innenstadt wurden daraufhin evakuiert und die Polizei durfte sich als Freund und Helfer aufspielen, flugblätterverteilend. Angesichts derart perversen Verhaltensweisen des Büttels des Kapitals ist nicht auszuschließen, dass in Stuttgart Stammheim die Toten der Nacht auch der RAF zugeschrieben wurden. In dem Schriftgut, das die Selbstmordthese verficht, wird als Hauptgrund angegeben, dass es sich bei der Bundesrepublik ja schließlich um eine Demokratie handele und eine Demokratie morde ja nicht: Es ist diesen Autoren nicht gegenwärtig, dass Lenin in „Staat und Revolution“ auch die bürgerliche Demokratie als „…eine der „Spielarten des Staates“ bezeichnete. “ Folglich ist sie, wie jeder Staat, eine organisierte, systematische Gewaltanwendung gegenüber Menschen.“ (W.I.Lenin, Staat und Revolution, Dietz Verlag Berlin, 1960, 486). Und mit gleicher Deutlichkeit in der gleichen Schrift:  „Die Formen der bürgerlichen Staaten sind außerordentlich mannigfaltig, ihr WESEN (kursiv/H.A.) ist aber ein und dasselbe: Alle diese Staaten sind so oder so, aber in letzter Konsequenz unbedingt eine DIKTATUR DER BOURGEOISIE (kursiv/W.I.Lenin) (a.a.O.,425). Und schon fällt auf die dunkle Nacht in Stammheim ein anderes Licht. Greifbar wurde diese staatliche Mischung aus Brutalität und Bösartigkeit auch bei der Zwangsernährung an Untersuchungsgefangenen. Der Mensch hat ein Recht auf Hungerstreik, Holger Meins beschrieb die Zwangsmaßnahmen so: „Festschnallen, zwei Handschellen um die Fußgelenke, ein 30 cm breiter Riemen um die Hüfte, linker Arm mit vier Riemen vom Handgelenk bis zum Ellenbogen…von rechts der Arzt auf´n Hocker mit ´nem kleinen Brecheisen. Damit geht es zwischen die Lippen, die gleichzeitig mit den Fingern auseinandergezogen werden, und dann zwischen die Zähne und hebelt die auseinander. Sowie die Kiefer weit auseinander sind, klemmt, schiebt drückt der Sani von links die Maulsperre zwischen die Zähne…Verwendet wird ein roter Magenschlauch, mittelfingerdick.“ (in: Klaus Pflieger: Die Rote Armee Fraktion -RAF-, Nomos Vlg. 2007,43) Das Bild des toten Holger Meins ging um die Welt, Birgit Hogefeld sah in ihm die Ähnlichkeit mit den Toten von Auschwitz. Sie wollte es so sehen und so sollte es gesehen werden, es kam alles darauf an, Faschismus aus der BRD herauszukitzeln. „…bei diesen Bildern haben sich solche Assoziationen aufgedrängt.“ Birgit Hogefeld, „Vieles in der Geschichte ist als Irrweg anzusehen“ Das Schlußwort der Angeklagten, in: Versuche, die Geschichte der RAF zu verstehen. Das Beispiel Birgit Hogefeld (o.Hg.), Gießen 1996,32, hier entnommen: Jan Philipp Reemtsma: Was heißt „die Geschichte der RAF verstehen “ ?, in: Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF, Hamburger Edition 2005,104 Hellsichtig schrieb Ulrike Meinhof schon 1964: „Es ist an der Zeit zu begreifen, dass die Vergasungsanlagen von Auschwitz in der Atombombe ihre technische Perfektion gefunden haben und das das Spiel mit Atombomben im Blick auf die Deutschen in der DDR, die Polen jenseits von Oder und Neiße, die Tschechen im Sudetenland, die Russen im Baltikum das Spiel mit einem Verbrechen hitlerischen Ausmaßes ist. (Ulrike Meinhof, Der 20. Juli, in: Die Würde des Menschen ist antastbar, Aufsätze und Polemiken, Wagenbach Verlag, Juni 1994,50f.)  Unter diesen Aufsätzen und Polemiken  sind kleine journalistische Juwelen, marxistisch sind sie nicht, denn es fehlt die Darstellung der Wechselverhältnisse der Klassenkräfte fast durchgängig. 59. Lenin, Womit beginnen ?, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin, 1959, 7 60. Lenin, Staat und Revolution, Ausgewählte Werke, Progress  Vlg. Moskau 1971, 333. Die Betonung liegt aber wirklich nur auf der Frage des ZIELES: „Zwischen dem Sozialismus und dem Anarchismus liegt ein tiefer Abgrund, den die Lockspitzel der Geheimpolizei oder die Zeitungsknechte der reaktionären Regierungen vergeblich als nicht vorhanden hinstellen möchten.“ (Lenin, Sozialismus und Anarchismus, Lenin Werke Band 10, Dietz Verlag Berlin, 1959,59) Und arbeiteten nicht Lockspitzel und reaktionäre Journaille bei der Baader Meinhof Hatz Hand in Hand ? 61. Vgl. Lenin, Brief an die deutschen Kommunisten, Lenin Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin, 1959, 539 62. Lenin, Sozialismus und Anarchismus, Lenin Werke Band 10, Dietz Verlag Berlin 1959,59 63. Gerd Koenen: Vesper, Ensslin, Baader. Urszenen des deutschen Terrorismus, Fischer Taschenbuch Verlag 2005, 318 64. Das war (und ist) eben die spezifische „Realpolitik“ der Sozialdemokratie, von der sich schon Karl Marx distanzierte und über die er schrieb, dass sie „Deutschland so weit hinter alle zivilisierten Länder stellt“. (Karl Marx, Brief an Ludwig Kugelmann in Hannover vom 23. Februar 1865, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band II, Dietz Verlag Berlin, 1971,429). 65. Lenin, Der „linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Lenin Werke Band 31, Dietz Verlag Berlin 1959,82f. 66. Vergleiche Lenin, Der „linke Radikalismus“. die Kinderkrankheit im Kommunismus, in: Lenin, Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau 1971,629 67. Arnold Gehlen; Moral und Hypermoral. Eine pluralistische Ethik, Frankfurt a. M./ Bonn, 1969,101 68. Lenin, Vorwort zur russischen Übersetzung der Briefe von K. Marx an L. Kugelmann, Dietz Verlag Berlin, 1959,96 69. Karl Marx, Thesen über Feuerbach, Marx Engels: Ausgewählte Werke Bd. 1, Dietz Vlg. 1974, 199 Und auch: Marx will mit den Massen lernen. (Vergleiche Lenin, Vorwort zur russischen Übersetzung der Briefe von K. Marx an L. Kugelmann, Lenin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin, 1959,103 70. Lenin, Der linke „Radikalismus“,  die Kinderkrankheit im   Kommunismus, Ausgewählte Werke, Progress Vlg. Moskau 1971, 567 71. Mao Tse Tung: Über den langandauernden Krieg, Mai 1938, in:  Mao Tse Tung: Vom Kriege, Bertelsmann Sachbuchverlag. 1969, 230 72. Kollektiv RAF: Das Konzept Stadtguerilla, Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa, in:D.B. Rjazanov: Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu Blanqui, Vlg. van Houden, Utrecht Januar 1973, 7. Assoziativ war noch Horst Mahler am nächsten am Bauernkrieg, der zunächst der sich herausbildenden Stadtguerilla den Namen „Geyers schwarzer Haufen“ geben wollte, es wurde dann aber RAF. 73. „Seit 600 Jahren geht alle progressive Bewegung so sehr von den Städten aus, daß die selbständigen demokratischen Bewegungen der Landbewohner (Wat Tyler, Jack Cade, Jacquerie, Bauernkrieg)… jedesmal reaktionär auftraten. ..“ (Friedrich Engels, Die Kommunisten und Karl Heinzen, Artikel in der Deutschen- Brüsseler Zeitung Nr 79 vom 3. Oktober 1847, in: Ausgewählte Werke Marx Engels, Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1974,317f.) 74. Lenin, Briefe aus der Ferne, Lenin Werke Band23, Dietz Verlag Berlin, 1959,338f. 75. Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, Marx Engels Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin,1969,50 76. Vergleiche Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, Mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Franz Mehring, Buchhandlung Vorwärts Berlin 1908,27 77. Lenin, Arbeiterpartei und Bauernschaft, Lenin Werke Band 4, Dietz Verlag Berlin, 1969,425 78.Vergleiche: Lenin, Was tun ? Brennende Fragen unserer Bewegung, Lenin Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin, 1955,525 79. Vergleiche Lenin, Geschichtliches zur Frage der Diktatur (Notizen), in: Ausgewählte Werke Lenin, Band V, Dietz Verlag Berlin,1982,724. Der Revisionismus erhebt sich als „zivilisiert“ gegenüber den primitiven Volksmassen. Eduard Bernstein bekämpfte in seinem Renegatenbuch „Die Voraussetzungen des Sozialismus“ die „primitive“ Demokratie, während im Sozialismus „vieles von der „primitiven“ Demokratie wieder aufleben“ (Lenin, Staat und Revolution, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1960,503) wird, „…denn zum erstenmal in der Geschichte der zivilisierten Gesellschaften wird sich die Masse der Bevölkerung zur selbständigen Teilnahme nicht nur an Abstimmungen und Wahlen, sondern auch an der laufenden Verwaltungsarbeit erheben. Im Sozialismus werden ALLE (kursiv von Lenin/H.A.) der Reihe nach regieren und sich schnell daran gewöhnen, daß keiner regiert.“ (a.a.O., 503). 80. Am 24.1.1972 veröffentlichte der SPIEGEL einen kleinen Aufsatz von Horst Mahler: „Die  revolutionäre Linke ist kriminell.“ Diese Überschrift wurde  von Mahler  wohlweislich in Anführungszeichen gesetzt. Für den Marxismus ist die „Existenz des Staates und die Existenz der Sklaverei….unzertrennlich“ (Karl .Marx: Kritische Randglossen zu dem Artikel eines Preußen, MEW 1, 401 f.)  Man braucht  diesen  Gedanken von  Marx nur anzudenken und die Lokalisierung krimineller Energie in der  Geschichte verschiebt  sich sofort: angesichts zweier genozid  gestalteter  Weltkriege im 20. Jahrhundert, der letzte sogar mit Atomwaffenausgang: der Feind der Menschheit steht rechts, der Hauptfeind steht im eigenen Land — und ist kriminell (ohne Anführungszeichen). Die Dialektik des Kriminellen in der Weltgeschichte gestaltet sich eigentümlich: Das  „Kriminelle“ wird dadurch neues Gesetz, dass  das alte kriminell wird. Nach Engels sind es „…..gerade die schlechten Leidenschaften der Menschen, Habgier und Herrschsucht, die zu Hebeln der geschichtlichen Entwicklung werden…“ (Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, 287) Was anderes muß das Proletariat nach einer Revolution an den Tag legen als Habgier (nach Vergesellschaftung des Privateigentums an Produktionsmitteln) und Herrschsucht (Knechtung und Umerziehung der feindlichen Klassen). Der erste Satz in Mahlers kleinem Spiegelaufsatz markierte deshalb einen Fortschritt in der Entwicklung der RAF:  „Nicht mehr die  Popo (Politische Polizei),sondern das Raubdezernat der Kripo ist in West-Berlin künftig für die Verfolgung der… RAF zuständig.“ (Horst Mahler „Die revolutionäre Linke ist kriminell“  SPIEGEL Nr. 5  vom 24.1.1972, in:  D.B. Rjazanov:  Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu  Blanqui, Vlg. van Houden, Utrecht, Januar 1973,175). In jakobinistischer Tradition hat Jean Paul Marat Bemerkenswertes zur Dialektik der Eigentumskriminalität verfasst (1780; „Plan de législation criminelle), in sozialistischer Friedrich Engels. (Siehe: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band V, Dietz Verlag Berlin 1972,106). 81.Lenin, Die Aufgaben des Proletariats in unserer Revolution Lenin Werke Band 24, Dietz Verlag Berlin, 1959,72 82. Friedrich Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, Ausgewählte Werke, Bd. 2, Dietz Vlg. 1974, 283 83. Lenin, Über unsere Revolution, Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau 1971,  766. Grob  gesprochen: Mit  dieser Taktik hatte Napoleon  das bürgerliche  Gesetzbuch europäisiert, mit  den gleichen  Mitteln hat Lenin in Rußland seine Annulierung durchgesetzt.Grob gesprochen, denn natürlich machen Männer keine Weltgeschichte. 84.Vgl. Lenin, Der linke „Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus,  Ausgewählte Werke, Progress Vlg. Moskau 1971, 564 85.Vgl. Lenin, Marxismus und Aufstand, Ausgewählte Werke, Progress Vlg. Moskau 1971, 389 86.RAF: Das Konzept Stadtguerilla,in: D.B.Rjazanov: Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu Blanqui, Vlg van Houden, Utrecht Januar 1973, 35 87. Vergleiche Lenin, Vorwort zur russischen Übersetzung der Briefe von K. Marx an L. Kugelmann, Lenin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin, 1959, 99. Und auch im „Linken Radikalismus“: „Die Kunst des Politikers (und das richtige Verständnis des Kommunisten für seine Aufgaben) besteht eben darin, die Bedingungen und den Zeitpunkt richtig einzuschätzen, wo die Avantgarde des Proletariats die Macht mit Erfolg ergreifen kann, damit sie während und nach der Machtergreifung auf eine ausreichende Unterstützung genügend breiter Schichten der Arbeiterklasse und der nichtproletarischen werktätigen Massen rechnen kann, wo sie nach der Machtergreifung auf eine ausreichende Unterstützung genügend breiter Schichten der Arbeiterklasse und der nichtproletarischen werktätigen Massen rechnen kann, wo sie nach der Machtergreifung ihre Herrschaft dadurch behaupten, festigen und erweitern kann, daß sie immer breitere Massen der Werktätigen erzieht, schult und mitreißt.“ (Lenin, Der „Linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Lenin Ausgewählte Werke Progress Verlag Moskau 1971,590). Wenn Lenin schreibt, dass man den Zeitpunkt der Revolution herausfühlen muß, so deutet diese emotionale Wortwahl daruf hin, dass für ihn die Poltik nicht nur eine Wissenschaft, sondern auch eine Kunst war. 88. Mao Tse Tung, Ein einziger Funke kann die ganze Steppe in Brand setzen, 5. Januar 1930, in : Mao Tse Tung: Vom Kriege, Die kriegstheoretischen Schriften, Bertelsmann Sachbuch Verlag, 1969,42 89. Friedrich Engels: Die  preußische Militärfrage und die deutsche  Arbeiterpartei (1865), zit.in:Kollektiv RAF Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa, in: D.B. Rjazanov: Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu Blanqui, Vlg. van Houden, Utrecht Januar 1973, 51f. In der Militärfrage ist die Anerkennung einer relativ hohen historischen Bedeutung der allgemeinen Wehrpflicht in bürgerlichen Republiken für Marxisten fundamental. Das haben die 68er aus liberaler Tradition vor Aufkommen der K-Gruppen völlig außer Acht gelassen, die Betreuung von Bundeswehrdeserteuren in Westberlin war zwar rührend, aber unleninistisch und weltgeschichtlich belanglos. Engels bezeichnet die allgemeine Wehrpflicht „…beiläufig als die einzig demokratische Institution, welche in Preußen, wenn auch nur auf dem Papier, besteht…“, sie sei gegen alle bisherigen militärischen Einrichtungen ein enormer Fortschritt (Friedrich Engels, Die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei, Marx Engels Werke Band 16, Dietz Verlag Berlin 1974,44) und Lenin prägte uns ein: nimm das Gewehr, das dir bürgerlichen Offiziere geben und erlerne gut alles Militärische. (Lenin, Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, Lenin Werke,  Band 23, Dietz Verlag Berlin,78) Und im übrigen ist die allgemeine Wehrpflicht das Durchgangsstadium zur Volksbewaffnung. Als der Bauernsohn Gerhard Scharnhorst (Ich verweise auf meine Biographie über Scharnhorst, siehe unter: google: „lenin unser aller lehrer scharnhorst ein general des fortschritts). in Preußen die allgemeine Wehrpflicht einführte, waren es gerade liberale Konservative wie Niebuhr und von Gentz, die vor der gewaltigen Volkskraft zurückbebten, die potentiell in ihr liegt. Sie ist zweischneidig in der Dialektik von Revolution und Konterrevolution, entweder gelingt die Mobilmachung durch blutsaugerische imperialistische Räuber oder das bürgerliche Offizierspack wird entmachtet. Wobei wir immer die perverse Rolle beachten müssen, die die deutsche Sozialdemokratie 1914 – mit Ausnahme von Karl Liebknecht – bei der Bewilligung der Kriegskredite gespielt hat.Die ganze Geschichte der Bundesrepublik beweist, dass die Sozialdemokratie ein einzig stinkender konterrevolutionärer Kretin vor dem Kapital ist. Für Gudrun Ensslin, die erst in der sozialdemokratischen „Wählerinitiative Willy Brandt“ mitgearbeitet hatte, muß diese Einsicht nicht schmerzfrei gewonnen worden sein. Dieser Politiker hat die Linksintellektuellen geblendet wie kein zweiter.(Und dann bei der Hatz für die SPD sein Satz:“Es geht nicht darum, dass man uns zum Jagen tragen müßte“) Ganz folgerichtig stand gerade der Volksschädling Willy Brandt auf der Entführungsliste der RAF ganz oben.  Ein weiterer Blender ist der derzeitige Kriegsminister zu Guttenberg, in Gehabe und Weltanschauung ein Mann des Mittelalters, der die allgemeine Wehrpflicht aussetzen möchte. Auf den ersten Blick erscheint es, als liege beim Minister eine Unkenntnis des militärgeschichtlichen Verlaufs der Herausbildung der großen Massenheere als Folge der französischen Revolution vor. Nicht nur der proletarische Militärexperte Engels sah, dass: die Bedeutung der Massen, die bildungsmäßigen Anforderungen und die Anforderung zum selbständigen Handeln an den je einzelnen Soldaten nicht ab- , sondern zunehmen. Auch die im Gespräch befindliche Reduzierung der Wehrpflichtdauer auf sechs Monate ist daher in der Tat ein Unterfangen, das deutsche Volk wehrlos zu machen, dem deutschen Volk steht der Große Vaterländische Krieg gegen die ausländischen Okkupationstruppen und der Bürgerkrieg gegen die einheimische Kapitalistenklasse noch bevor.“Wie es sich aber in der proletarischen Revolution für die Industrie nicht darum handelt, die Dampfmaschinen abzuschaffen, sondern sie zu vermehren, so für die Kriegführung handelt es sich darum die Massenhaftigkeit und Beweglichkeit, nicht zu vermindern, sondern zu potenziren.“ (Friedrich Engels, Bedingungen und Aussichten eines Krieges der Heiligen Allianz gegen ein revolutionäres Frankreich im Jahr 1852, MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977, 523) Das Schwert ist das Recht der Gemeinde, verkündete bereits im demokratischen Sinn Thomas Müntzer im deutschen Bauernkrieg. Dieser Geist darf bis zum Kommunismus niemals aus dem deutschen Volk entweichen, es käme der Verewigung seiner Knechtschaft unter Pflugscharen gleich. Die derzeitige Initiative zur Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht kommt nicht von ungefähr: an allen Börsen der Welt geht zur Zeit das Gespenst der Inflation um, der halbe Bundesetat (148 Milliarden Euro) sind griechischen Volksfeinden (Reedern, Bankiers, Politikern) zugeschoben worden. Drohende Inflation und eine Ausplünderung des deutschen Volkes, die in der deutschen Geschichte ihresgleichen sucht und mit einer, fast möchte man sagen, ins Unendliche gehenden kriminellen Energie betrieben wird, sind ein brisantes Gemisch. „C´est le vol de l´aigle“ würde der Franzose sagen: das ist der Flug des Adlers, wobei vol sowohl Flug als auch Diebstahl heißen kann. (Der ehemalige, finanzpolitisch bewanderte Bundespräsident Köhler hatte nicht genug kriminelle Energie, dieses volksfeindliche Verhalten weiter mitzumachen. Unterschlagen wurde in den Medien eine zentrale Passage seiner Rücktrittsbegründung: „Nie mehr werdet ihr mich zwingen, meine Unterschrift unter etwas zu setzen, was dem deutschen Volk schadet. Für alles weitere wird mich später niemand der Mitverantwortung bezichtigen dürfen. Aber dafür Euch, ihr Politiker und Journalisten.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Juni 2010, Briefe an die Herausgeber: Für Köhler wohl eine seelische Tortur, Dr. – Ing. Kurt Gehlert, Iserlohn, Seite 17) Nur dass er seine umstrittenen Äußerungen auf dem Rückflug aus Afghanistan als rücktrittsbegründend vorschob und damit Angela Merkel nicht in den Regen stellte, aber das deutsche Volk täuschte) Eine Inflation ist im kapitalistischen Wirtschaftssystem eine völlig natürliche gesetzmäßige Erscheinung (ein gesetzmäßiger Zusammenhang besteht auch zwischen einer Inflation und der Bereithaltung faschistischer Kräfte zur Niederschlagung von Aufständen, diese Kräfte hält sich die Bourgeoisie warm) und der kluge Bourgeois baut vor: es kommt bei abzusehenden Hungeremeuten darauf an, vor allem zu verhindern, dass das Volk bewaffnet ist. Aber die Wehrpflicht ist die einzige zugegeben beschränkte Möglichkeit, dass die Arbeiter/innen und Bäuer/innen Waffenkenntnisse erlernen und auch in entsprechender revolutionärer Situation die Gewehre umzudrehen. 89.Lenin, Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, Lenin Ausgewählte Werke Bd 1.,Verlag für fremdsprachige Literatur Moskau 1946, 883 90. Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Ausgewählte Werke Marx Engels, Band I, Dietz Verlag Berlin, 1974,165f. Die „kleinen Leute“ – Lenin verwendet diesen deutschen Ausdruck – haben immer Hass, dieser ist der Anfang aller Weisheit und  „…die Grundlage einer jeden sozialistischen und kommunistischen Bewegung und ihrer Erfolge“. (Lenin, Der „linke Radiakalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Lenin Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau 1971,616) 91.G.W.F. Hegel, Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus, Theorie Werkausgabe Band 1, 234 f..Buchstäblich greifbar wurde dies beim Besuch des Vaters von Holger Meins am Krankenbett seines Sohnes, Vater und Sohn wurden wie mechanisches Räderwerk behandelt. Der Vater erzählt aus der Erinnerung: „Und mein Jung lag da…Ich hatte da ja nun schon zwei, wie soll man sagen Bewacher, die einen beeinflußten: ich darf nicht sprechen, ich darf nur soweit absitzen, und ich saß dann so ungefähr drei oder vier Minuten vor dem Bett ab. Und wie ich reinkam, ging ich natürlich gleich hin, und da wurde ich zurückgerissen, ich durfte ihn nicht drücken.“ (in:20 Jahre Deutscher Herbst, taz Journal: die RAF, der Staat und die Linke 1997,79) Wir müssen über den Staat hinaus. Wo ist nach dieser Szene der schäbige Lump, der sich für eine Weiterexistenz des Staates BRD ausspricht ? Auch der Verfasser dieser Zeilen hatte sein Erlebnis mit dem Staat BRD. Er wurde zusammen mit seinem 12 jährigen Sohn in Köln in Polizeiwahrsam genommen, weil zwei Polizisten ihn verdächtigten, seinen Sohn am hellichten Tag in der Kölner Innenstadt (!!) der Kinderprostitution zuzuführen, Vater und Sohn wurden getrennt verhört, bis sich die schmutzigen Phantastereien der Polizei in Nichts auflösten. Man bedenke den Schaden, den die Polizei bei einem 12jährigen Kind anrichtet. Eine Entschuldigung erfolgte von Seiten der Polizei natürlich nicht, lediglich der Satz: Sie kommen aus Hannover, aus der Provinz, sie können nicht wissen, was hier in Köln los ist. Wir müssen also über die Perversion Staat hinaus, zumal der Vater dieses Kindes erst nach 13 Monaten nach der Geburt nur durch das Einschreiten eines Rechtanwaltes endlich Kindergeld überwiesen bekam. Holger, dieser Kampf geht weiter ! 92.Man wird unweigerlich auf Lenins Bemerkung verwiesen, daß in Deutschland die imperialistische Herrschaft „…aus bestem Stahl verfertigt….“ ist und sich „…deshalb nicht durch die Anstrengungen eines jeden Kükens zerbrechen…“ läßt. (Lenin: Über die Naturalsteuer, LW  28, 347)  Öfters wies er darauf hin, daß der revolutionäre Prozess in den westlichen zivilisierten  Ländern  politisch nicht so leicht sein wird wie im Oktober 1917, dafür ist der ökonomische Aufbau des Sozialismus leichter. Eine zukünftige proletarische Revolution in Deutschland wird  unbedingt auf  die Notwendigkeit einer bolschewistischen Partei, auf ein Bündnis  der Arbeiter mit den Bauern angewiesen sein, wobei ein Schwerpunkt die Bedeutung der Bundeswehr sein wird, ohne deren Auflösung es keine Revolution geben kann und in deren Verlauf es zur Umkehr der Gewehre kommen muß. Die höchste Kunst ist der  bewaffnete  Aufstand: Es bleibt dann bei den Worten des  größten  bisher  bekannten  Meisters revolutionärer Taktik Georges   Danton: de l´audace,  l´audace, encore de l´audace.Kühnheit, Kühnheit, abermals Kühnheit. Kühnheit war beim harten Kern der RAF zweifelsfrei vorhanden, aber keine dialektisch-leninistische Analyse der konkreten situativen Kräfteverhältnisse  zwischen Revolution und Konterrevolution, die Revolution hat ihre eigene Logik, ja List, und Mao hatte die Köder ausgelegt: ein einziger Funke kann eine Steppe in Brand setzen, UND: die Reaktionäre sind Papiertiger. Man brauchte nur eins und eins zusammenzulegen, versuchen wir es, man war siegesgewiß. Es bleibt für die Beobachter immer im Gedächtnis, ja für die linken sogar in freudiger Erinnerung, wie sehr die Kapitalisten damals durch einen „Haufen Küken“ in Panik gerieten. „Der Staat soll aufhören“ bleibt unauslöschlich im fortschrittlichen Gedankengut eingebrandt: Hegel kritisierte im weiteren Verlauf seiner philosophischen Entwicklung dann die kantische Sollensmoral, Engels verwandelte den Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft durch den von Marx erbrachten Nachweis, dass es in der ökonomischen Entwicklung der bürgerlich kapitalistischen Gesellschaft läge, dass der Staat, den man als bürgerlichen ausnutzen, in der proletarischen Revolution als Halbstaat gegen Klassenfeinde anwenden muß, auf dass er im weiteren Verlauf des Sozialismus zum Kommunismus absterbe. 93. Exemplarisch steht dafür Martin Heidegger: „Der Führerstaat – wie wir ihn haben – bedeutet die Vollendung der geschichtlichen Entwicklung, die Verwirklichung des Volkes im Führer“. Vorgetragen im Seminar „Über Wesen und Begriff von Natur, Geschichte und Staat“ (Wintersemester 1933/34), siehe: Thomas Thiel, Die Verwirklichung des Seins im Staat, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.8. 2010, NR 178, Seite N3. 94. „Es war mir hie und da, als hätte sich die Menschennatur in die Mannigfaltigkeit des Tierreichs aufgelöst , wenn ich umherging unter diesen Gebildeten.“ (Friedrich Hölderlin, Hyperion, Werke Bd. III, Stuttgart 1957,22 95.Vergleiche:  Robespierre,  Über die Prinzipien der politischen   Moral, in:  Reden über die französische Revolution, dtv text-bibliothek, 1974,348 96. Mao Tse Tung, Strategische Probleme des revolutionären Krieges in China (Dezember 1936) in : Mao Tse Tung, Vom Kriege, Bertelsmann Verlag, 1969,50 97. Das perfide Gesicht Axel Springers wurde besonders in der Maioffensive 1972 deutlich, als das Hamburger Springer Hochhaus, in dem zwei Bomben plaziert worden waren,  trotz dreimaliger rechtzeitiger Warnung nicht geräumt wurde, siebzehn Arbeiter wurden verletzt und die BILD hatte am nächsten Tag ihre Schlagzeile. 98. Vergleiche Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels Ausgewählte Werke Band V, Dietz Verlag Berlin, 1972,320 99. Vergleiche Karl Marx, Das Kapital, Marx Engels Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin, 1989,93. Selbst wenn man bedenkt, dass die späte wissenschaftliche Entdeckung, „…daß die Arbeitsprodukte, soweit sie Werte, bloß sachliche Ausdrücke der in ihrer Produktion verausgabten menschlichen Arbeit sind“ keineswegs „den gegenständlichen Schein der gesellschaftlichen Charaktere der Arbeit“  (Karl Marx, Das Kapital, MEW 23, 88) verscheucht, versteht man, wie die in der Warenproduktion Befangenen eben in dieser befangen bleiben und sie metaphysisch als endgültig betrachten. 100. Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 1983,68 101.Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Ausgewählte Werke Marx Engels, Band I, Dietz Verlag Berlin,1974,181f. 102.Friedrich Engels: Der deutsche Bauernkrieg. Marx Engels: Ausgewählte Werke Bd. 2, Dietz Vlg. 1974, 165 103.Der Berliner Polizeipräsident Duensing selbst hatte den Befehl gegeben, die „Jubelperser“ vor die Absperrungen zu bringen. Er log später den Untersuchungsausschuß an. Nachdem ein Untergebener die Wahrheit sagte, schließlich: „Mhm. ja jetzt erinnere ich mich, die Anweisung gegeben zu haben. Wenn ich was anderes gesagt habe, so lag es daran, daß es an diesem Tag sehr heiß war…“ Vgl.Kai Hermann: Die Revolte der Studenten, Christian Wagner Verlag., Hamburg 1967, 15 Weil Wagenbach die Tötung Benno Ohnesorgs als Mord bezeichnete, wurde er 1975 zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. 104.Ein Dokument von Vertrauensleuten und Betriebsräten, das für den wachen Geist am Ende der 60er Jahre sehr aufschlußreich ist: Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister ! Wir, die Vertrauensleute und Betriebsräte der IG Metall in den Firmen DWM GmbH, DWM Automatenbau GmbH und IndaKG, protestieren gegen das Vorgehen der Polizei, gegen die Tötung von Benno Ohnesorg und protestieren gegen den Waffengebrauch in Berlin-West, wir protestieren im Namen der Opfer von Lidice und Auschwitz, der Opfer der Mauer in Berlin, der vielen Toten, welche in Spanien und Persien sowie in allen Diktaturen dieser Erde gestorben sind oder in den Gefängnissen einsitzen. Wir protestieren gegen den Beginn der Unfreiheit in Berlin-West. Wir werden unsere Freiheit verteidigen, um zu verhindern, daß ein zweites 1000jähriges Reich entsteht. Wir werden alles verhindern, was zu einem zweiten Fall Ohnesorg führen könnte. Das erste Mal war es ein Student, das zweite Mal könnte es ein Arbeiter sein und dann wieder die Knechtschaft eines ganzen Volkes. Im Auftrag der Vertrauensleute und Betriebsräte, Vorstand der Vertrauensleute (7 Unterschriften). Siehe: Kai Hermann:Die Revolte der Studenten, Christian Wagner Verlag., Hamburg 1967, 125 f.Und Marcuse unterstellt den Arbeitern arevolutionäres Bewußtsein. 105.Am 11. Mai 1972 wurde unter dem Ehrennamen „Kommando Petra Schelm“ das Hauptquartier des V. Corps der us-amerikanischen Streitktäfte in Frankfurt am Main angegriffen. 106.Am 24.1.1972 veröffentlichte  der SPIEGEL einen kleinen Aufsatz von Horst Mahler: „Die revolutionäre Linke ist kriminell“,  dessen Schlußgedanke lautet: „Während jedoch die übliche Kriminalität unmittelbar das Interesse privater Bereicherung bzw. Befriedigung verfolgt, hat die Kriminalität der Revolutionäre  gesellschaftliche Bedürfnisse zum Inhalt. Sie richtet sich gegen die Reichen und Mächtigen und schont die Besitzlosen und Unterdrückten.“ in: D.B. Rjazanov;  Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu Blanqui, Vlg. van Houden, Utrecht Januar 1973, 177. Ja, Horst Mahler war einmal ein Sozialrevolutionär.Später dann Nazi – „Revolutionär“. Das war vorgezeichnet, denn er berichtet selbst über seine Kindheit: „Ich wollte in die Politik, das war die große Angst meiner Mutter. weil sie sagte, also Politiker sind schlechte Menschen. Ich habe mir die Haare so geschnitten wie Adolf Hitler und habe mich dann hingestellt und habe Reden gehalten….Das war schon immer irgendwie in mir drin…“ (siehe: google:Kinos & Festivals RealFictionFilme).Es wäre nun aber völlig verfehlt, zu meinen, Jillian Becker habe mit ihrem Buch über die RAF betitelt: „Hitlers Kinder“ ins Schwarze getroffen. Mitnichten, es gehört zu den skurillen RAF-Texten. (Jillian Becker: „Hitlers Children. The Story of the Badder-Meinhof-Gang“, Michael Joseph Verlag London, 1977,374 Seiten) 107.Alois Prinz: Lieber wütend als traurig, Die Lebensgeschichte der Ulrike Meinhof, Suhrkamp Vlg. 2005, Epilog (S.276 ff.) 108.Karl Marx, Kritik der hegelschen Rechtsphilosophie/Einleitung, MEW 1, 379 f. Als Marx und Engels 1845/46 in Brüssel die Deutsche Ideologie schrieben und damit den Grundstein zum Sozialismus als Wissenschaft legten, schrieben sie, daß „jenseits des Rheins….keine Geschichte mehr vorgeht.“ (Karl Marx, Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie, Marx Engels Werke Band 3, Dietz Verlag Berlin, 1969,30). 109.Klaus Stern, Jörg Herrmann: Andreas Baader Das Leben eines Staatsfeindes, dtv premium, Deutscher Taschenbuch Verlag 2007,325 110. Heinrich Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, Sämtliche Schriften, hrsg. von Klaus Briegleb, Band 3, München 1971,626f. 111. Andy Warhol, Fotografien 1976 – 1987, Kestner Gesellschaft 2001, Seite 190 und 191 112. Lenin; Ein Vortrag über die Revolution von 1905, LW 23, 251. Drei RAF-Mitglieder sind bis heute verschollen: Volker Staub, Daniela Klette und Burkhard Garweg. Es fehlt jede Spur. So endet der 28jährige Krieg der RAF stumm. LITERATURLISTE: Carl von Clausewitz: Vom Kriege Friedrich Engels: Der deutsche Bauernkrieg Friedrich Engels: Revolution und Konterrevolution in Deutschland Friedrich Engels: Bedingungen und Aussichten eines Krieges der Heiligen Allianz gegen ein revolutionäres Frankreich im Jahre 1852 Friedrich Engels: Die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei Lenin: Über Hegelsche Dialektik Lenin: Was tun ? Brennende Fragen unserer Bewegung Lenin: Anarchismus und Sozialismus Lenin: Der Partisanenkrieg Lenin: Über unsere Revolution Lenin: Ein Vortrag über die Revolution von 1905 Lenin: Brief an die deutschen Kommunisten Lenin: Briefe aus der Ferne Lenin: Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit im Kommunismus Lenin: Marxismus und Aufstand Lenin: Das Militärprogramm der proletarischen Revolution Mao Tse Tung: Vom Kriege. Die kriegswissenschaftlichen Schriften. Mit einem Geleitwort von Brigadegeneral Heinz Kaarst, bertelsmann Sachbuchverlag, 1969 D.B. Rjazanow: Zur Frage des Verhältnisses von Marx zu Blanqui, TARNSCHRIFT, enthält in Wirklichkeit Texte der RAF, die in den Anmerkungen angegeben sind. Utrecht Januar 1973 Rote Armee Fraktion, Texte und Materialien zur Geschichte der RAF, ID Verlag, 1. Auflage 1997 Carl Schmitt: Theorie des Partisanen, Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen, Duncker & Humblot, Berlin 2006 Sun Tzi: Die Kunst des Krieges, Knaur Verlag München, 1988

Aussetzung der Wehrpflicht durch zu Guttenberg Konterrevolution ins Quadrat erhoben

6. Juni 2010

„Man würde sehen, wie die Politik die Ehre der Verteidigung der gemeinsamen  Sache auf Söldnerhaufen beschränkt“. 1.

Anfang 1865 verfasste Friedrich Engels aus damals aktuellem Anlaß eine Schrift betitelt:  „Die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei“.  Er  stellte anläßlich der Debatte um die Aussetzung der Wehrpflicht in Preußen eine merkwürdige Übereinstimmung fest: nur die deutsche Arbeiterpartei und die preußischen Konservativen stimmen überein, die allgemeine Wehrpflicht beizubehalten, Engels bezeichnet die allgemeine Wehrpflicht „…beiläufig als die einzig demokratische Institution, welche in Preußen, wenn auch nur auf dem Papier, besteht…“. sie sei gegen alle bisherigen militärischen Einrichtungen ein enormer Fortschritt. 2.   (Und sieht nicht ein, dass die Pfaffen davon ausgenommen werden sollen. Schon daraus wird ersichtlich, welche obskuren mittelalterlichen Geschäfte die Bischöfin Käßmann in ihrer Eigenschaft als „Mutter“ der Kriegsdienstverweigerer betreibt. Und die sogenannten Gebildeten haben denn auch gleich die Bedeutung der dunkelgebildeten  Dame für ihre akollektive asoziale Grundeinstellungen erkannt. „Das Schwert ist das Recht der Gemeinde“ hatte demokratisch Thomas Müntzer im deutschen Bauernkrieg gefordert, dieser Geist darf bis zum Kommunismus niemals aus dem deutschen Volk weichen, es käme einer Verewigung seiner Knechtschaft unter Pflugscharen gleich.).  Heute liegt eine ähnliche Konstellation vor. Der Kriegsminister Guttenberg selbst schlägt gegen rechtskonservative Kreise (Seehofer, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Andreas Schockenhoff) die Abschaffung der Wehrpflicht vor und die Liberalen klatschen natürlich Beifall. Und zwar sprechen sogenannte geostrategisch denkende Militärexperten, Schreibtisch- und Stammtischstrategen plappern diesen gerne nach, von einer seit dem Ende des Kalten Krieges veränderten Einsatzsituation, wachsenden internationalen Verpflichtungen, die professionelle Verbände erfordern, „…kein in der breiten Bevölkerung  verankertes Massenheer junger Staatsbürger , die treu für die Verteidigung ihrer Heimat eintreten.“ 3. Das Shematische dieser Darstellung leuchtet schnell ein, denn sie läßt die zentrale Dialektik zwischen Lohnarbeit und Kapital unberücksichtigt. Die Bundeswehr richtet sich also außenpolitisch aus. Doch in wessen Interessen ? Die Initiative zur Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht kommt nicht von ungefähr. Am Dienstag, dem 25. Mai 2010, beschäftigte sich die Frankfurter Allgemeine als Pflichtblatt der Frankfurter Wertpapierbörse in einem Artikel mit der Frage: wie es zur Inflation kommt ? 4. und das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich mit der Frage, ob die Verschiebung des halben Bundesetats (148 Milliarden Euro) in die faulen Hände der griechischen Bourgeosie verfassungskonform ist ? Drohende Inflation und eine Ausplünderung des deutschen Volkes, die in der deutschen Geschichte ihresgleichen sucht und mit einer, fast möchte man sagen,  ins Unendliche gehenden kriminellen Energie betrieben wird, sind ein brisantes Gemisch.  „C´ est le vol de l´aigle“ würde der Franzose sagen: das ist der Flug des Adlers, wobei vol sowohl Flug als auch Diebstahl heißen kann. 5.  Eine Inflation ist im kapitalistischen Wirtschaftssystem eine völlig natürliche gesetzmäßige Erscheinung 6. und der kluge Bourgeois baut vor: es kommt bei abzusehenden Hungeremeuten darauf an, vor allem zu verhindern, dass das Volk bewaffnet ist. Aber die Wehrpflicht ist die einzige zugegeben beschränkte Möglichkeit, dass  Arbeiter/innen und Bäuer/innen Waffenkenntnisse erlernen und auch die Möglichkeit haben, die Gewehre umzudrehen. Deshalb stellt die deutsche Finanzbourgeoisie jetzt Überlegungen an, die allgemeine Wehrpflicht, dieses zweischneidige Schwert,  auszusetzen. Lenin prägte uns ein: nimm das Gewehr, das dir bürgerliche Offiziere geben und erlerne gut alles Militärische. 7. (In gewisser Weise, füge ich hinzu: von den bürgerlichen Offizieren gegen diese zu lernen). Und im übrigen ist die allgemeine Wehrpflicht das Durchgangsstadium zur Volksbewaffnung.  Als der Bauernsohn Gerhard Scharnhorst 8.  in Preußen die allgemeine Wehrpflicht einführte, waren es gerade liberale Konservative wie Niebuhr und von Gentz, die vor der gewaltigen Volkskraft zurückbebten, die potentiell in ihr liegt. Sie ist zweischneidig in der Dialektik von Revolution und Konterrevolution, entweder gelingt die totale Mobilmachung im Dienste der kapitalistischen blutsaugerischen Räuber oder es gelingt, das bürgerlichen Offizierspack  zu entmachten. 9.

Wobei wir immer die perverse Rolle beachten müssen, die die deutsche Sozialdemokratie 1914 – mit Ausnahme von Karl Liebknecht – bei der Bewilligung der Kriegskredite gespielt hat. Die Sozialdemokratie ist die soziale Stütze des Kapitalismus. 10. Die ganze Geschichte der Bundesrepublik beweist, dass die Sozialdemokratie ein einzig stinkender konterrevolutionärer Kretin vor dem Kapital ist, ich habe  eine kleine Notiz in einer lokalen Tageszeitung (Hannoversche Allgemeine Zeitung) gelesen, dass zwischen Sigmar Gabriel und der Bischöfin Käßmann ein reger Handyverkehr stattfindet, das Mittelalterliche fühlt sich eben zum Mittelalterlichen hingezogen. Lenin und Stalin, die Lehrer der Arbeiterklasse, wiesen uns stets darauf hin, dass besonders die linke Sozialdemokratie hochgefährlich für den gesellschaftlichen Fortschritt ist, weil sie die Arbeiterklasse besonders raffiniert betrügt, eine proletarische Revolution hat mit diesen Kretins als erste abzurechnen. Eine andere Haltung gegenüber diesen Konterrevolutionären nahm zum Beispiel Bucharin ein: „Damit der Kampf gegen die Sozialdemokratie mit Erfolg  geführt wird, ist es notwendig, die Frage auf den Kampf gegen den sogenannten „linken“ Flügel der Sozialdemokratie zuzuspitzen, gegen denselben „linken“ Flügel, der mit „linken“ Phrasen spielt, mit ihrer Hilfe die Arbeiter geschickt betrügt und dadurch den Prozeß der Abkehr der Arbeitermassen von der Sozialdemokratie hemmt. Es ist klar, dass die Überwindung der Sozialdemokratie überhaupt unmöglich ist, ohne die „linken“ Sozialdemokraten vernichtend zu schlagen. Indessen wurden in den Thesen 11. Bucharins die Frage der „linken“ Sozialdemokratie vollständig umgangen.“ 12.

Am 13. Juli 2010 erschien unter der Überschrift: „Planet Bundeswehr“ ein bemerkenswerter Leserbrief in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, den ich hier zu fast 50 % wiedergeben möchte, da er ganz typisch kleinbürgerliche Auffassungen zur Armeefrage enthält: „Vielmehr landet man auf einem seltsamen Planeten, auf dem unsägliche Personen ein hermetisches, von Stumpfsinn, Dummheit, Langeweile und Schikane geprägtes Regime führen. Gerade Eigenverantwortung ist dort nicht gefragt, sondern roboterhaftes Befolgen völlig hirnloser Aufträge…den Kommis als Schule der Nation habe ich nicht erlebt, sondern nur die Verschwendung wertvoller Lebenszeit. Keine Brücke in die nächste Lebensphase, sondern ein Hindernis auf dem Weg dorthin. Wenn ich an meine 15 Monate Wehrdienst in den achtziger Jahren zurückdenke, empfinde ich heute noch tiefen Ekel vor dieser Zeit und auch ein wenig Scham dafür, was ich mir von unfähigen Vorgesetzten alles habe gefallen lassen“. Eine drastische Wortwahl, aber nichts Neues: schon vor der Geburtsstunde der allgemeinen Wehrpflicht sprachen sich preußische Zivilbeamte gegen ihre Einführung aus, da sie „das Grab aller Kultur, der Wissenschaften und Gewerbe, der bürgerlichen Freiheit und aller menschlichen Glückseligkeit“ 13. sei. Der kleinbürgerliche Karrierist spricht nur von sich, bedenkt gar nicht, dass er allein politisch nichts ausrichten kann, erlernt nicht das Waffenhandwerk mit der Perspektive der proletarischen Revolution. Er will die Welt nicht verändern, sondern seine Lebenszeit sei wertvoll. „Solange Leben in mir ist, werde ich gegen den Militarismus kämpfen“ schrieb Karl Liebknecht der sozialchauvinistischen SPD ins Stammbuch. Von diesem Kampfgeist spürt man im Leserbrief nichts.

Die Idiotie des spätbürgerlichen Militarismus hat er allerdings treffend und richtig mit dem Wort „Ekel“ wiedergegeben.

1. Jean Jacques Rousseau, Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen, Felix Meiner Verlag Hamburg 1995,259

2.Friedrich Engels, Die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei, Marx Engels Werke Band 16, Dietz Verlag Berlin 1974,44

3.Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Juni 2010, Seite 2: Stimmen der anderen: Vor dem Abschied von der Wehrpflicht: In der „Südwest Presse“ (Ulm) heißt es zur Diskussion um Abschaffung oder Fortbestand der Wehrpflicht.  Das Blendwerk , das der Politikaster und Kriegsminister zu Guttenberg, in Gehabe und Weltanschauung ein Mann des Mittelalters,aufführt, gilt es zu entlarven. Auf den ersten Blick scheint es, als liege  beim Minister eine Unkenntnis  des militärgeschichtlichen Verlaufs der Herausbildung der großen Massenheere als Folge der französischen Revolution vor. Nicht nur der proletarische Militärexperte Engels sah, dass die Bedeutung der Massen, der  bildungsmäßigen Anforderungen und die Anforderung zum selbständigen Handeln an den je einzelnen  Soldaten nicht ab-, sondern zunehmen, sechs Monate Wehrpflicht ist in der Tat ein Unterfangen, das deutsche Volk wehrlos zu machen, dem deutschen Volk steht der große vaterländische Krieg gegen die ausländischen Okkupationstruppen und der Bürgerkrieg gegen die einheimische Kapitalistenklasse noch bevor. Die revolutionären Arbeiter/innen und Bäuer/innen haben ein klares Feindbild und einen gesunden Klassenhass. „Wie es sich aber in der proletarischen Revolution für die Industrie nicht darum handelt die Dampfmaschinen abzuschaffen sondern sie zu vermehren, so für die Kriegführung handelt es sich darum die Massenhaftigkeit und Beweglichkeit, nicht zu vermindern, sondern zu potenziren.“ (Friedrich Engels, Bedingungen und Aussichten eines Krieges der Heiligen Allianz gegen ein revolutionäres Frankreich im Jahr 1852, MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,523) In einem Interview mit WELT online vom 1. August 2010 äußert sich der militaristisch eingestellte Ex-Generalinspekteut Klaus Naumann: „Ein Grundwehrdienst von sechs Monaten macht militärisch gesehen wenig bis keinen  Sinn, bindet eine Unmenge Personal, erhält eine umfangreiche Wehrersatzorganisation am Leben und verschlingt somit Geld, das für eine Armee im Einsatz an anderer Stelle dringend benötigt wird.“ (google: nauman welt bundeswehr berufsarmee), entschieden falsch ist seine Auffassung, die allgemeine Wehrpflicht, wenn auch zähneknirschend, auszusetzen.

4. Philip Plickert: Wie es zur Inflation kommt, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Mai 2010, Seite 12

5. Der ehemalige, finanzpolitisch bewanderte  Bundespräsident Köhler hatte nicht genug kriminelle Energie, dieses volksfeindliche Verhalten weiter mitzumachen. Unterschlagen wurde in den Medien eine zentrale Passage seiner Rücktrittsbegründung: „Nie mehr werdet ihr mich zwingen, meine Unterschrift unter etwas zu setzen, was dem deutschen Volk schadet. Für alles weitere wird mich später niemand der Mitverantwortung bezichtigen dürfen. Aber dafür Euch, ihr Politiker und Journalisten.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Juni 2010, Briefe an die Herausgeber, Für Köhler wohl eine seelische Tortur, Dr.-Ing. Kurt Gehlert, Iserlohn, Seite 17). Nur dass er seine umstrittenen Äußerungen auf dem Rückflug aus Afghanistan als rücktrittsbegründend vorschob und damit Angela Merkel nicht in den Regen stellte, aber das deutsche Volk täuschte.

6. Ein gesetzmäßiger Zusammenhang besteht auch zwischen einer Inflation und der Bereithaltung faschistischer Kräfte zur Niederschlagung von Aufständen, diese Kräfte hält sich die Bourgeoisie warm. Denn es ist pure Illusion auf bürgerliches Krisenmanagement zu hoffen, das Management wird vorgegaukelt, doch die Anhäufung des gesellschaftlichen Reichtums in den Händen von Privaten geht ohne Unterbrechung weiter, die Krise wird also statt gelöst nur noch vertieft. In den periodisch auftauchenden Krisen, die unlösbarer Bestandteil der bürgerlichen Gesellschaft sind, wird eine Masse von Produktivkräften vernichtet, neue Märkte erobert und alte gründlicher ausgebeutet, das heißt die Krisen werden einen immer schärferen Charakter annehmen. (Vergleiche Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin, 1984,21). Die Bourgeoisie kann die von ihr erzeugten Produktivkräfte nicht mehr beherrschen und unter ihrer Leitung rennt die Gesellschaft dem Ruin oder der Revolution entgegen. (Vergleiche Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, in: Marx Engels Werke Band V, Dietz Verlag Berlin 1972,182)

7. Vergleichen wir einmal die Repräsentanin des wurmstichigen und verfaulten Mittelalters, die Bischöfin Käßmann, mit einer proletarischen Frau: Was sollen die proletarischen Frauen degegen tun ?? Nur jeden Krieg und alles Militärische verwünschen, nur die Entwaffnung fordern ? Niemals werden sich die Frauen einer unterdrückten Klasse, die revolutionär ist, mit solcher schändlichen Rolle beschneiden. Sie werden vielmehr ihren Söhnen sagen: Du wirst bald groß sein, man wird dir das Gewehr geben. Nimm es und erlerne gut alles Militärische – das ist nötig für das Proletariat, nicht um gegen deine Brüder zu schießen, wie es jetzt in diesem Räuberkrieg geschieht und wie dir die Verräter am Sozialismus raten, sondern um gegen die Bourgeosie deines „eigenen“ Landes zu kämpfen, um der Ausbeutung, dem Elend und den Kriegen nicht durch fromme Wünsche, sondern durch das Besiegen der Bourgeosie und deren Entwaffnung eine Ende zu bereiten.“ Lenin: Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, Lenin Werke Band 23, Dietz Verlag Berlin,78

8. Ich verweise auf meine Biographie über Scharnhorst, siehe unter: google: „lenin unser aller lehrer scharnhorst ein general des fortschritts“.

9. Kommunistische Revolutionäre müssen den bürgerlichen Staat ausnutzen, hier: das Erlernen des Waffenhandwerks, sie müssen nach der Zerschlahung des bürgerlichen Staates dann den revolutionären Staat gegen die Bourgeoisie anwenden, wobei für beides Waffenhandwerk sehr wichtig ist, und drittens: nach der Liquidierung der Bourgeosie beginnt der proletarische Staat abzusterben.

10. Die revolutionäre Wachsamkeit darf sich aber nicht nur auf die SPD als gemäßigter Flügel des Faschismus und besonders auf ihren linken Flügel beziehen, sondern muß sich noch auf zwei Strömungen in der KPD beziehen. Der linken Sozaildemokratie als besonders giftige Pflanze in der politischen Landschaft wird Dünger gegeben von der rechten Abweichung in der KPD und einem Versöhnlertum gegen diese Abweichung innerhalb der KPD. Die revolutionäre Wachsamkeit hat also in dieser Dialektik von vier Strömungen zu wirken: SPD – linke SPD – rechte KPD – Versöhnlertum gegen die rechte KPD innerhalb der KPD.

11. Gemeint sind die Thesen Bucharins zur internationalen Lage, die dieser auf dem VI. Kongress der Komintern einbrachte, der vom 17. Juli bis zum 1. September 1928 in Moskau tagte. Bucharin umging mit seinen Thesen die Delegation der KPdSU (B), in der sie zunächst hätten besprochen werden müssen, und stellte sie gleichzeitig den ausländischen Delegationen des VI. Kongresses zu.

12. J-W. Stalin, Über die rechte Abweichung in der KPdSU (B), Rede auf dem Plenum  des ZK und der ZKK der KPdSU (B) im April 1929, Stalin Werke Band 12, Dietz Verlag Berlin 1954,19f.

13. Siehe: Heinz Stübig, Gerhard von Scharnhorst – preußischer General und Heeresreformer, Studien zu seiner Biografie und Rezeption, Geschichte: Forschung und Wissenschaft  Band 34, LIT Verlag Berlin, 2009,19f.

Heinz Ahlreip

Andrea Nahles…mein zweiter Name ist Maria…da weitere Verwahrlosung droht

1. Februar 2010

„Und die SPD muß wieder Demokratie wagen…“ 1.

„Jeder für sich, Gott für uns alle“ ist eine bei Lehrern beliebte  Floskel, um dem Abschreiben bei Klassenarbeiten vorzubeugen. Im Pattloch Verlag erschien Ende 2009 ein Buch der amtierenden Generalsekretärin der SPD, Andrea Nahles, das einem wie eine Sammlung von Schulaufsätzen vorkommt: „Frau, gläubig, links. Was mir wichtig ist.“ Schon im Vorwort beginnt die Tochter eines Maurermeisters mit einem dicken Patzer, indem sie dem deutschen Volk aufschwatzen will: wir brauchen Parteien. „Für mich jedenfalls gehören die Parteien nach wie vor zu den wichtigsten Instrumenten des Wandels.“ 2. Mann/Frau fragt sich natürlich zu welchem Wandel ?  Schon mit ihrer Ausgangslage, dass Parteien existieren müssen, bindet sie sich so fest an den Kapitalismus, der dann auch im ganzen Buch in keiner Weise in Frage gestellt wird. Rein logisch ist zunächst zu fragen, inwiefern denn reaktionäre, faschistische und konservativ-beharrende Parteien welchen Wandel fördern ? Es ist mittlerweile eine Binsenweisheit, dass in der heutigen spätkapitalistischen Gesellschaft die Volksmassen in Klassen geteilt sind, und dass diese Klassen von Parteien geführt, die wiederum von den intelligentesten und autoritativsten Politikern geführt werden. 3. Und im Wandel von der kapitalistischen zur sozialistischen Gesellschaft hebt die revolutionäre Arbeiterpartei durch die Volksmassen die Klassen, damit die Parteien und auch sich selbst auf. Die ideologische Akzeptanz einer Parteienpluralität durch die Arbeiterklasse käme einer Verewigung ihrer ökonomischen Knechtschaft gleich. Die dialektische Anlage zur Selbstnegation ist denn auch das Schiboleth, an dem sich revolutionäre und konterrevolutionäre Parteien scheiden.

Der Ansatz von Andrea Nahles, die in Bonn neben Germanistik allerdings Politikwissenschaft studiert hat, ist ein subjektivistischer, wie denn überhaupt alle kleinbürgerlichen Parteien stets einen solchen haben: der Mensch, ja der Mensch. „…weil ich glaube (!!), dass wir den Schlüssel zu einer guten Gesellschaft nur(!!) in uns selbst finden können.“ 4. Glauben ist eine Sache, Gesellschaftswissenschaft eine andere. Die Gesellschaft entwickelt sich bekanntlich nach den drei dialektischen Grundgesetzen: Einheit und Kampf der Gegensätze (Bourgeoisie/ Proletariat), Umschlag von Quantität in Qualität, Abbrechen der Allmählichkeit, revolutionäre Sprünge und Negation der Negation (staatenlose Urgesellschaft, Gesellschaften, die auf verschiedenen Formen des Privateigentums an Produktionsmitteln beruhen, und Sozialismus/Kommunismus). Bei der adialektischen Betrachtungsweise der Bewegung  “ bleibt die Selbstbewegung, ihre treibende Kraft, ihre Quelle, ihr Motiv im Dunkel (oder diese Quelle wird nach außen verlegt – Gott, Subjekt etc.)“ 5. Da nun Andrea Nahles obendrein noch gläubig ist, bedankt sich die Arbeiterklasse für diesen himmlischen Schlüssel, für diese himmlische Segnung.  Der Kleinbürger macht gerade vor der objektiven Dialektik der Selbstbewegung halt und verfällt in Subjektivismus, aus dem heraus er den Widerspruch vergöttlicht. (Was Marx schon bei Proudhon feststellte).  „Die ersten Sätze des Godesberger Programms üben auf mich wie auf Hunderttausende andere Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nach wie vor eine starke Anziehungskraft aus: „Das ist der Widerspruch unserer Zeit, dass der Mensch die Urkraft des Atoms entfesselte und sich jetzt vor den Folgen fürchtet…“ 5. Und so geht es im Godesberger Programm weiter:,,,dass der Mensch. dass der Mensch…Auch im am 20. Dezember 1989 verabschiedeten Berliner Grundsatzprogramm der SPD findet Nahles das schönste Bekenntnis zur Demokratie, das ihr „…in der sonst ja oft drögen politischen Sprache jemals begegnet ist: Der Mensch weder zum Guten noch zum Bösen festgelegt, ist lernfähig und vernunftfähig. Daher ist Demokratie möglich…“ Das alles ist mehr als erbärmlich und ein Armutszeugnis 6., nicht der Mensch macht Geschichte, oder soganannte große Männer und Frauen, sondern die Volksmassen, die Volksklassen und die treibende Kraft ist die Arbeiterklasse. Andrea Nahles geht als gläubige Katholikin noch heute regelmäßig in die Kirche und in der Onanie inniger Gebete kommt es dann wohl zu diesen abstrusen weltfremden Gedankenergüssen.7. Hegel führt in der Vorrede zur Rechtsphilosophie aus, dass man von der Natur zugebe, dass Gesetze in ihr regieren, dass man aber über die Gesellschaft, so wie man gerade gehe und stehe, den Stein der Weisen schon in der Tasche habe 8….und, fügen wir hinzu, den Schlüssel in sich. Der sozialdemokratische Revisionismus kommt immer wieder auf die anthropologische Fragestellung Kants zurück: Kant gab dem Philosophieren vier Fragen vor: Was kann ich wissen ? Was darf ich tun ? Was soll ich hoffen ? Und in unserer Fragestellung vor allem: Was ist der Mensch ? Da liege ja der Schlüssel, würde Andrea Nahles sagen. Rainer Blasius begeht in seiner sehr oberflächlichen Buchbesprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11.1. 2010 (9.) den Fehler, den subjektivistischen Ansatz von Nahles nicht zu erkennen, so sagt er zwar einerseits ganz richtig, sie verbreite allgemeine Botschaften („Die Menschen wollen Sinn und nicht Spin“ 10.), findet aber gerade die biografischen Einblicke interessant, die sie gibt. Nicht darum geht es, sondern um ihre christlich-linkssozialdemokratische Botschaft, dass es immer Arme geben werde und dass es immer Einkommensunterschiede geben soll. Das sehen die Armen natürlich ganz anders. Unter der Diktatur der Arbeiterklasse herrscht gleicher Arbeitszwang für alle 11. und zur Besserung gehört die Generalsekretärin der SPD in ein Arbeitskollektiv, damit sie zur Lösung gesellschaftswissenschaftlicher Schlüsselfragen gelangt. Der Aktenvermerk müßte lauten: …da weitere (subjektivistische) Verwahrlosung droht.

Diese intellektuelle Verwahrlosung wird nun gerade auch und besonders im Kapitel: „Von der Würde der Arbeit“ sichtbar. Mit dem Slogan „Gute Arbeit für guten Lohn“ ging schon der frühere Arbeitsminister Olaf Scholz im letzten Bundestagswahlkampf betteln und hausieren. Nahles bekundet zunächst, daß das Wissen um den Wert der Arbeit „….tief in mir verwurzelt ist.“ 12. Aber ist dieses Wissen auch richtig ? Wissenschaftlich richtig muß es heißen: Wert der Arbeitskraft, aber das nur nebenbei. Selbstkritisch gibt sie zu, daß sich Sozialdemokraten zu wenig um die Bedingungen kümmern, „…unter denen die Menschen tagtäglich ihr Brot verdienen.“ 13. Ja was mögen denn das für Bedingungen sein !? Sie zitiert das Hamburger Programm der SPD: „Arbeit gehört zum menschenwürdigen Leben, aber sie muß auch menschenwürdig sein. (soweit das Programm/H.A…ja hier kreist der abstrakte Mensch wieder in sich.) Weiter sagt sie: „Schlichter als im Hamburger Programm kann man es nicht ausdrücken.“ 14. Ja, das ist schlicht und ergreifend —falsch !!, denn menschenwürdige Arbeit kann es unter kapitalistischen Bedingungen nicht geben. Wie alle kryptofaschistischen Parteien huldigt auch die SPD einem Kult der Arbeit und der Disziplin, der ideologisch das Privateigentum an Produktionsmitteln zementiert. Marx sah diesen Fehler schon im Gothaer Programm von 1875, die SPD hat also 135 Jahre !!! Zeit gehabt, den Fehler zu korrigieren. Im Gothaer Programm lag eine abstrakte Trennung von menschlicher Arbeitskraft und den kapitalistischen Bedingungen ihrer Anwendung vor, dass nämlich die Arbeiter/innen außer ihren eigenen Arbeitskräften kein Eigentum an den Produktionsbedingungen besitzen: „…denn gerade aus der Naturbedingtheit der Arbeit folgt, daß der Mensch, der kein anderes Eigentum besitzt als seine Arbeitskraft, in allen Gesellschafts- und Kulturzuständen der Sklave der anderen Menschen sein muß, die sich zu Eigentümern der gegenständlichen Arbeitsbedingungen gemacht haben. Er kann nur mit ihrer Erlaubnis arbeiten, also nur mit ihrer Erlaubnis leben.“15. Aus dem kleinbürgerlich verkürzten Arbeitsbegriff der SPD resultieren dann alle schlichten Fehler, die Nahles naiv aneinanderreiht: „Arbeit öffnet dem Einzelnen (nanu ? gibt es keine Arbeiterklasse ? /H.A.) die Türen zur vollen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“ 16..muß heißen: zur lohnabhängigen Teilnahme am kapitalistischen Ausbeutungsprozess.  „Arbeit …ermöglicht den Wohlstand unserer (!?) Gesellschaft.“ 17…muß heißen: den ständig steigenden Wohlstand der kapitalistischen Klasse. Oder hat sich die menschgewordene Jesuitin (siehe Anmerkung 7) nicht mit der Weisheit des Volksmundes beschäftigt, dass die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer werden ? „Für mich heißt das Ziel nach wie vor Vollbeschäftigung.“ 18.Das ist aber nicht das Ziel der Arbeiterbewegung, sondern die volle Emanzipation der Arbeitskraft von ihrem Warencharakter, wie Engels im Anti-Dühring schrieb.19. Man muß Frau Nahles aber auch dankbar sein für dieses Buch, ich halte es für ein Musterbeispiel, wie sich die SPD als Arzt am Krankenbett des Kapitalisten profilieren möchte. Sie wolle für die gesellschaftliche Integration durch Arbeit, die bekanntlich frei macht,  kämpfen, also den Lohnsklaven bis zur Vergasung an das kranke marode krisengeschüttelte kapitalistische System binden. Man muß auch immer fragen: wo hinein soll denn integriert werden ? Ein staatliches Basiseinkommen lehne sie ab, stattdessen plädiere sie für eine Neubestimmung des Sozialstaates,“…der individuelle Erwerbsbiografien partnerschaftlich begleitet..“20. Über das Wesen des Staates ist von und über Aristoteles, Platon, Hobbes, Kant, Hegel, Marx und Lenin…u.a.  viel Tiefsinniges geschrieben worden, aber noch keine/r kam auf die Naivität, ihn als Partner zu bezeichnen. Das ist ja gerade die Tragik in der Antigone von Sophokles.  Die lesenden Arbeiter und Arbeiterinnen, die lesenden Bauern und Bäuerinnen, letztere läßt Nahles in gut menschewistischer Tradition außer Acht, finden bei Karl Marx die zentrale Deutung des neuzeitlichen bürokratischen Staates als eines nationalen Kriegswerkzeugs des Kapitals gegen die Arbeit 21…oder ist etwa nicht wahr, dass die Ermordung der Arbeiterführer Liebknecht und Luxemburg durch die Reichswehr nur mit partnerschaftlicher Beihilfe der Berliner SPD erfolgen konnte…oder ist etwa nicht wahr, daß die SPD durch ein von „Genosse“ Hörsing 1921 organisiertes Polizeimassaker  der Ermordung von über 150 Leuna Arbeitern präsidierte (die unter der Parole kämpften: „Dass unsere Wohnstätte kein Gelände der Konterrevolution wird)…oder ist etwa nicht wahr, dass der sozialdemokratische Polizeipräsident von Berlin Zörrgibel 1929 partnerschaftlich auf eine unbewaffnete 1.Mai Demonstration schießen ließ mit über 30 Toten und Hunderte Verletzte…oder ist etwa nicht wahr, dass unter der Federführung des von Nahles angehimmelten Willy Brandt Zehntausende von fortschrittlichen Lehrern partnerschaftlich unter das Berufsverbot gesetzt wurden, also erst gar keine Erwerbsbiografie beginnen konnten, damit mittelalterliche Dunkelmänner in den Schulen weiterhin Minderjährige geistig verführen. Als Nazikolonnen am 31. Januar 1933 triumphierend durch das Brandenburger Tor marschierten, sagte der Maler Max Liebermann: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen muß. Das Gleiche stößt einem bei der Lektüre des hier besprochenen Buches auf. Die SPD hat so viele Stimmen eingebüßt, weil die arbeitenden, lesenden und denkenden Menschen immer mehr mit ihrer Vernunft erkennen, wessen Partner die SPD ist.  „Durch Verführtsein von dem Zeitgeist / Waldursprünglich Sansculotte / Sehr schlecht tanzend, doch Gesinnung…Kein Talent, doch ein Charakter.“ Heinrich Heine: Atta Troll Kaputt 24″.
Läßt man ihre Aussage Revue passieren, sie sei  Christin gewesen, bevor sie Sozialdemokratin geworden sei, so drängt sich einem ja völlig von selbst die Vermutung auf, dass sie sich in ihrem 20 semestrigen Politikstudium wohl mehr mit den Kirchenvätern Thomas von Aquin und Augustinus als mit Marx und Engels beschäftigt habe. „Den Seinen  gibt er´s schlafend, ist auf die Wissenschaft angewendet worden, und damit hat jeder Schlafende sich zu den Seinen gezählt, was er so im Schlafe der Begriffe bekommen, war denn freilich auch Ware danach.“ 22. Hegel sprach in diesem Zusammenhang vom „Brei des Herzens“ , vom einfachen Hausmittel des Gefühls.23. ( Ein ähnlich übles Machwerk ist das Buch von Oskar Lafontaine: Mein Herz schlägt links).In ihrer Analyse über das schlechte Wahlergebnis der SPD kommt Genossin Nahles zu dem Schluß, die SPD habe es zwischen 2003 und 2005 versäumt, die Menschen im Lande emotional anzusprechen. „Der amerikanische Psychologe Drew Westen bringt es auf den Punkt: Die Vernunft ist der Sklave des Gefühls, nicht andersherum.“ 24. Wenn man den Schlußsatz  der Schrift von Friedrich Engels: „Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie“ bedenkt, dass die deutsche Arbeiterbewegung die Erbin der deutschen klassischen Philosophie sei 25. , so bringt die Bezugnahme auf einen dahergelaufenen us-amerikanischen Psychologen einmal mehr die intellektuelle Verwahrlosung der Frau Nahles auf den Punkt. Um nun sogleich in einem us-amerikanischen Slang zu bleiben, so sieht und begreift Nahles die SPD und sich als Dealerin mit dem Kapital, 147 Jahre habe die SPD mit dem Kapital einen erfolgreichen Deal betrieben zum Ausgleich und zum Wohl der kleinen Leute. Zum Wohl der kleinen Leute ? Durch diesen Deal ist doch Deutschland zweimal zum Ausgangspunkt eines Weltkrieges geworden zum Wohl von über 80 Millionen Toten. 1914 wurde mit Ausnahme von Karl Liebknecht mit dem Kapital um die Kriegskredite gedealt mit sehr großem Erfolg für das Kapital und es ist in der historischen Forschung ausgemacht, dass die Ergebnisse des ersten Weltkrieges bereits den Keim des zweiten in sich trugen. Bereits im März 1850 warnten Marx und Engels in der Ansprache der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten, dass die demokratischen Kleinbürger den Arbeitern weit gefährlicher seien als  die liberalen Bourgeois von 1848 und dass eines ihrer Hauptanliegen die „Vertuschung des Klassenkampfes“ sei.26. Bei dem Deal der SPD mit dem Kapital, sprich: bei deren Arschkriecherei,  ist für die Werktätigen dann immer auch nur A.Nahles herausgekommen.

In ihrem Buch präsentiert sich Andrea einmal  als sozialdemokratische Barbiepuppe (….daß auch der Konsum von TV-Seifenopern den Menschen dabei helfe, „….sich in der Gesellschaft zu orientieren…und letztlich ihr individuelles Verhalten an den Normen einer gut funktionierenden Gesellschaft auszurichten.“ 27. – der Leser, der es nicht glaubt, schaue bitte auf S. 85 !! -), also liegt der Schlüssel zu einer guten Gesellschaft dann doch nicht nur in uns, sondern auch in Seifenopern. Dann aber auch wieder als Politikerin mit einem philosophischen Anspruch  und bekennt sich in dieser Hinsicht eindeutig zur Aufklärung, was nach dem Lob für Seifenopern aber nicht weit her sein kann. „Zurück zu Kant“ war und ist die Devise des Revisionismus und auch hier wieder ein Danke schön für die Offenherzigkeit: „Aus gutem Grund bin ich Sozialdemokratin und nicht Kommunistin. Mir liegt der aufklärerische Begriff der Emanzipation von selbstverschuldeter Unmündigkeit näher als die Idee einer kollektiven Zwangsbeglückung. Für mich ist das Anliegen der Aufklärung die Grundlage moderner Gesellschaften und demokratischer Staaten.“ 28. Stellenweise fast wörtlich angelehnt an die Aufklärungsschrift von Kant aus dem Jahre 1783. Indeß ist fraglich, ob die katzenbuckelnde Haltung Kants gegenüber der Obrigkeit, der man bei Strafe 29. gehorchen muß, wirklich als Vorbild für Demokraten zu werten ist. Kant sah sich sehr vor, an dem Mechanismus von  Befehl und Gehorsam überhaupt zu rühren, der Bürger, der Offizier…usw. könne aber nach Dienstschluß als Feierabendphilosoph und Mitglied der weltbürgerlichen Gesellschaft  in Aufsätzen für Fachzeitschriften Verbesserungsvorschläge machen, wie ein Gelehrter, „…der sich an ein Publikum im eigentlichen Verstande durch Schriften wendet.“ 30. Diese biedere Grundhaltung ist doch sehr angenehm für unsere sozialdemokratischen Käuzchen. Für Kant war die bürgerliche Republik ein Postulat der praktischen Vernunft, das man nie erreichen wird, das man aber als Ziel anstreben und in der Gesinnung festhalten soll.  31. Marx und Engels wiesen uns stets darauf hin, dass die Arbeiterklasse organisiert und bewaffnet sein müsse. „Die Bewaffnung des ganzen Proletariates mit Flinten, Büchsen, Geschützen und Munition muß sofort durchgesetzt, die Wiederbelebung  der alten, gegen die Arbeiter gerichteten, Bürgerwehr muß entgegengetreten werden.“ 32. Das ist die Grundlage „moderner Gesellschaften und demokratischer Staaten“.

Wenn, wie hier, der seltene Fall vorliegt, dass eine Politikerin 20 Semester Politikwissenschaft im universitären Ghetto studiert hat, so erstaunt es schon, dass Blasius in seiner Buchbesprechung vom 11.1. 2010 in der FAZ nicht auf den Politikbegriff von Nahles eingeht, den sie durch ihr demokratisches Menschenbild geprägt sieht. Demokratisches Menschenbild ? Da haben wir wieder die Unfähigkeit, politische Zusammenhänge in Massen und Klassen zu denken.  Marx und Engels bemerkten in der „Heiligen Familie“, dass es sich nicht darum handele, was der einzelne Proletarier einstweilen denkt, sondern was das ganze Proletariat als Klasse gezwungen sein wird zu tun. Wieder ein fundamentaler sozialdemokratischer Fehler: Politik an ein Menschenbild zu koppeln und damit Politik als anthropologische Konstante zu kristallisieren frei nach dem Motto: wo Menschen sind gibt es auch Politik. Denkt man die Hauptlosung selbst der bürgerlichen Revolution: „Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit“ zu Ende, so ist diese im Kern politikfrei. „Alles fließt“, hinterließ der griechische Philosoph Heraklit der Nachwelt und so ist auch Politik, der zu keiner Zeit irgendein Menschenbild zugrunde lag, sondern die ökonomische Unterdrückung von Klassen durch Klassen, etwas historisch Vorübergehendes. Lenin lehrte uns, dass mit dem Staat auch die Demokratie abstirbt. Durch seinen ersten Manchesteraufenthalt (1842 – 1844) erkannte Friedrich Engels, dass Politik als etwas von der Ökonomie Ableitbares begriffen werden muss. Marx entwickelte diesen Gedanken weiter und schrieb der Politik im proletarischen Emanzipationskampf nur noch eine Sekundanzfunktion zu: „Die Revolution überhaupt, der Umsturz der bestehenden Gewalt und die Auflösung der alten Verhältnisse ist ein politischer Akt. Ohne Revolution kann sich aber der Sozialismus nicht ausführen. Er bedarf dieses politischen Aktes, soweit er der Zerstörung und der Auflösung bedarf. Wo aber seine organisierende Tätigkeit beginnt, wo sein Selbstzweck, seine Seele hervortritt, da schleudert der Sozialismus die politische Hülle weg.“ 33. Dieses Fortschleudern der Politik muß im marxistischen Bewußtsein immer präsent sein, sonst bekommen wir diese sozialdemokratischen Politschmarotzer nie vom Halse mit ihren Kathederweisheiten: „Jede Form von Politik ist geprägt durch das Menschenbild ihrer Akteure. In Demokratien ist es das Leitbild des rational handelnden, die Alternativen prüfenden und schließlich abwägend entscheidenden Staatsbürgers, das die Politik bestimmen sollte.“ 34. Je nach Bedarf scheint die Politikerin Nahles vor der Alternative zu stehen: rational handelnder Staatsbürger oder der Weisheit des us-amerikanischen Psychologen Drew Westen folgend: „Die Vernunft ist der Sklave des Gefühls, nicht andersherum.“35. Des weiteren schreibt sie, daß Gott verrückt sei. Dann aber sind rational denkende Atheisten am besten geeignet zur Demokratie…usw…usf. Vor allem verbreitet sie auch über ihre Vertuschung des Klassenkampfes Illusionen über  eine Potenz der Politik, wirtschaftliche Prozesse nach ihren Vorgaben zu steuern, sie meint dieses natürlich nicht im Sinne einer sozialistischen Planwirtschaft. Diese angebliche Fähigkeit der Politik ist besonders in Wahlkämpfen ein sehr beliebtes Gaukelbild zum Stimmen- und Dummenfang. In einem kapitalistischen Staatshaushalt kommt es notwendig zur Staatsverschuldung, „…und mit der Staatsverschuldung nothwendig die Herrschaft des Staatsschuldenhandels, der Staatsgläubiger, der Bankiers, der Geldhändler, der Börsenwölfe.“ 36.

1. Andrea Nahles, Frau gläubig links, Pattloch Verlag 2009,236

2.a.a.O.,8

3.Vgl. W.I.Lenin, Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit im Kommunismus, Progress Verlag Moskau 1975,582

4.Nahles.a.a.O.,8

5.Lenin, Zur Frage der Dialektik, Lenin Werke Band 38, 338f.

6. In diesem Zusammenhang ist auch die Kritik Marxens an Feuerbach interessant: Feuerbach bedenkt nicht, „…daß das abstrakte Individuum, das er analysiert, einer bestimmten Gesellschaftsform angehört.“ (Karl Marx, Thesen über Feuerbach, MEW 3,7)

7. „Immer wenn ich von meinen täglichen politischen Auseinandersetzungen in eine Kirche komme oder bete, wird so einiges in meinem Kopf und in meiner Seele wieder gerade gerückt“ (S.103) Da haben wir die Jeanne d´Arc der SPD… und in der Tat muß einiges gerade gerückt werden: Schon rührend ist die Entblößung, wie sie zu ihrem gesellschaftlichen Engagement gekommen sei: durch einen Satz des früheren Bischofs von Limburg Franz Kamphaus: „Mache es wie Jesus, werde Mensch !“  August Bebel hatte tausend mal Recht mit seiner Aussage: „…jeder Religionslehrer ist ein Feind des wahren Fortschritts der Menschheit, er ist gefährliches Unkraut unter dem Volksweizen, das ausgerottet werden muß.“  (August Bebel: Die moderne Kultur ist eine antichristliche, Alibri Verlag 2007,61) Die Dialektik der Geschichte hat nun diesen Verlauf genommen, daß heute die GESAMTE SPD gefährliches Unkraut unter dem Volksweizen ist, das ausgerottet werden muß. Diese Versumpfung der deutschen Sozialdemokratie hatte schon Engels gegen Ende des 19.  Jahrhunderts festgestellt, als die Formel: „Erklärung der Religion zur Privatsache“ völlig verräterisch auch auf die Partei des revolutionären Proletariats ausgedehnt wurde. (Siehe seine Einleitung zum Bürgerkrieg in Frankreich). Die Partei verzichtete damit nach Lenin auf den Kampf gegen das volksverdummende Opium Religion. (Siehe Lenin, Staat und Revolution, Dietz Verlag Berlin, 1960, 464)

8.Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorrede zur Rechtsphilosophie, Theorie Werkausgabe Suhrkamp Verlag Bd. 7, Frankfurt am Main 1970, 15f. Dies gilt auch für „Marxisten“, die den Sozialismus nicht wie eine Wissenschaft studieren wollen, die meinen, es genüge sich zu bekennen. Brecht sagte, der Kommunismus ist das Einfache, das so schwierig zu machen sei.

9.Rainer Blasius: Maria hilft, Buchbesprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11.1.2010.S.6

10. Nahles, a.a.O.,45

11.Marx Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1983, 69

12.Nahles,S.54

13.a.a.O.,58

14.a.a.O.

15.Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Ausgewählte Werke in zwei Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1953, 11

16. Nahles,58

17.a.a.O.

18.a.a.O.,62

19. Vgl. Friedrich Engels, Anti-Dühring, in: Marx,Engels: Ausgewählte Werke Band 5, Dietz Verlag Berlin 1972,221

20. Nahles,a.a.O.,66

21. Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, MEAW, Progress Verlag Moskau 1975,300

22. G.W.F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Vorrede, Theorie Werkausgabe Suhrkamp Verlag Band 7, Frankfurt am Main 1970, 18

23.a.a.O.,19

24.Nahles,a,a,O.,45

25.Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21,307

26. Vgl. Karl Marx/Friedrich Engels: Ansprache der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten vom März 1850, in MEGA I,10. Dietz Verlag Berlin 1977, 254 ff. „Es kann sich für uns nicht um eine Veränderung des Privateigenthums handeln, sondern um seine Vernichtung, nicht um die Vertuschung der Klassengegensätze, sondern um die Aufhebung der Klassen, nicht um Verbesserung der bestehenden Gesellschaft, sondern um der Gründung einer neuen.“(S.258) Ein Musterbeispiel für die Vertuschung des Klassenkampfes findet der Leser auf S. 95: Der illegalen Bespitzelung der Arbeiter/innen durch die Kapitalisten will sie was entgegensetzen ? Nicht etwa die Bestrafung der Kapitalisten, sondern: wir müssen die gesamtgesellschaftliche Solidarität wiederbeleben. Die Sozialdemokratin möchte ich sehen, die bei Straftaten von Arbeiter/innen ebenfalls sagt: nicht bestrafen, sondern die gesamtgesellschaftliche Solidarität wiederbeleben. Die Kapitalisten haben völlige Straffreiheit, denn sie sind ja in der gesamtgesellschaftlichen Solidarität auch mit eingeschlossen. Die Vertuschung des Klassenkampfes durch Andrea Nahles läuft darauf hinaus, die Kapitalisten außerhalb des Gesetzes zu stellen. Asoziales ergänzt sich zu Asozialem.

27. Nahles, a.a.O., 85

28. a.a.O.,81

29. „…sogar kann ein vorwitziger Tadel solcher Auflagen, wenn sie von ihm geleistet werden sollen, als ein Skandal  (das allgemeine Widersetzlichkeiten veranlassen könnte) bestraft werden.“ Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung ?, in: Was ist Aufklärung, Reclam Verlag  Stuttgart 2008, 12

30. a.a.O.

31. Vgl. Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin 1977,180

32. Karl Marx, Friedrich Engels, Ansprache der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten vom März 1850, in: MEGA I,10, Dietz Verlag Berlin, 1977,260

33.Karl Marx, Kritische Randglossen zu dem Artikel eines Preußen, MEW 1,409

34. A. Nahles, a.a.O., 82

35.a.a.O., 45

36. Karl Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich, in: MEGA I/10, Dietz Verlag Berlin, 1977,181

Andrea Nahles erwarb nach 20 Semestern Studium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm Universität in Bonn bei Professor Jürgen Fohrmann ihre Magistra artium. (Meisterin der freien Künste). Aber auch diese Meisterinnen sollten sich  an eine gewisse Disziplin des Denkens gebunden fühlen.

Heinz Ahlreip, 1.2.2010

Eine betrunkene Fuselhändlerin Käßmann (Dr. Lügnerin) wirbelt Medienstaub auf

7. Januar 2010

„Nur wer die schrecklichen Auswirkungen eines langen Krieges kennt, vermag die überragende Bedeutung einer raschen Beendigung zu sehen.“

Sun Tsi (Die Kunst des Krieges)

Eine Neujahrspredigt der EKD-Vorsitzenden Landesbischöfin Margot Käßmann hat es in die Schlagzeilen der bürgerlichen Medien gebracht. In ihnen wird räsonniert über Krieg und Frieden, Religion und Gewaltspirale…usw…usf, während in Afghanistan weiter Soldaten sterben. Liest man sich die Artikel in den bürgerlichen Zeitungen durch, so werden wir Zeugen eines Wirrwarrs von widersprüchlichen Äußerungen der Politiker/innen zu dem Thema Krieg und Frieden, und doch zeichnen sich bei genauerem Hinsehen in diesem Wirrwar die Physiognomien der verschiedenen Klassen der bürgerlichen Gesellschaft ab. Lenin lehrte den Arbeitern und Bauern, den Völkern, dass man bei jedem Krieg nach seinem Charakter fragen muss, nach seinem sozialen Inhalt, nach den Klassen, die ihn führen und nach der Politik, die ihn vorbereitet hat,  nach seinem strategischen Zweck.

Zunächst muss man zur Person der Landesbischöfin an Lenins Bestimmung der Religion erinnern. „Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenanlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen.“ 1. Wie die Taliban in Afghanistan das Mittelalter repräsentieren, so repräsentieren unsere christlichen Mullahs  in Deutschland es nicht minder. Es zeugt ja gerade von einer mittelalterlichen Borniertheit der bürgerlich-sozialdemokratischen Politiker, dass sie das unwissenschaftliche Geschwafele  der Bischöfin überhaupt ernst nehmen, die sich mit ihrer „Phantasie für den Frieden“ einer Lächerlichkeit der Weltfremdheit preisgibt. Schäuble erinnert daran, dass die Bundeswehr im Auftrag der UNO tätig ist, er ist aber auch daran zu erinnern,  dass die UNO es im Koreakrieg zuließ, dass die us-amerikanischen Aggressionstruppen unter General Mac Arthur während des Koreakrieges unter dem Banner der UNO in der südkoreanischen Hafenstadt Pusan landeten, um die Volksbefreiungskräfte zurückzuschlagen. Noch heute ist die UNO als Unterdrückerin in Korea stationiert. Wer sich auf die UNO beruft, zeigt gerade, dass er ein Volksfeind ist, der sich für die Unterdrückung der Völker einsetzt. Des weiteren haben die Imperialisten auf einmal ihr Herz für die afghanischen Frauen entdeckt, die Frauen, ja die Frauen…erstens tun diese Herren in ihren eigenen Ländern nichts, um sie von dem religiösen Fusel zu befreien, noch mehr, in keinem kapitalistischen Land bekommen die Frauen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Befreiung vom mittelalterlichen Fusel und vom Kapital ist dann auch die ureigenste Angelegenheit der Arbeiterinnen und Bäuerinnen. Und diese die Arbeitskraft der Frauen blutsaugenden Kapitalisten spielen sich in Afghanistan als Vertreter moderner Gleichberechtigung auf. 2.Der niedersächsische Innenminister Schünemann, selbst in einem mittelalterlichen Schwarweißdenken befangen – alles Linke kommt vom Satan –  geht mit der Bischöfin besonders hart ins Gericht, sie beurteile den Afghanistan-Einsatz lediglich nach gesinnungsethischen Gesichtspunkten, nicht nach verantwortungsethischen. 3.Dem Innenminister ist zu sagen: manch einer liebt die Afghanen, nur um die Kinder seines eigenen Volkes verantwortungsbewußt am Hindukusch zu opfern.

Weiterhin ist es sehr bezeichnend für die einseitigen Diskussionen in den bürgerlichen Medien, dass eine Frage ständig vertuscht , ständig umgangen wird, und so kann denn der Krieg auch munter weitergeführt werden, ich meine die Frage des bürgerlichen und adeligen Offizierskorps der Bundeswehr, das nur eine Minderheit des deutschen Volkes repräsentiert. Nimmt man dieses von bürgerlichen Medien tabuisierte Hauptbollwerk der Konterrevolution in Deutschland  genau unter die Lupe, so erkennt man, dass es sich um eine ganz kleine Clique handelt, die in Afghanistan das Leben der Arbeiter- und Bauernsoldaten opfert. Es ist ein Offizierskorps ohne Soldaten, durch und durch durchsetzt von feudalen Elementen, verbrämt mit allerlei mittelalterlichem Plunder („Ich bete an die Macht der Liebe.“) Und an dieses Offizierskorps der Bundeswehr wendet sich denn auch die Bischöfin im speziellen, mit dem Kriegsminister Guttenberg hat sie vereinbart, dass die Doktor Lügnerin  4. einen Vortrag vor der Führungsakademie der Bundeswehr halten will, auf Gegenseitigkeit beruhend: Guttenberg hält einen Vortrag an einer Evangelischen Akademie.  Die EKD teilte mit, das Gespräch zwischen Bischöfin und Minister sei in einer „konstruktiven und harmonischen Atmossphäre verlaufen.“ 5. Mittelalterlicher Fusel fühlt sich eben zu mittelalterlichem Fusel hingezogen. Man stelle sich das mal bildlich im urchristlichen Sinne vor: Jesus hält einen Vortrag in einer Militärakademie !? Na ja…aber eine Doktor Lügnerin ! Anders verfuhr da Thomas Müntzer. Luther lud ihn wiederholt zu einer Disputation in die Universität Wittenberg ein, aber Müntzer lehnte ab, denn man soll das Zeugnis des Geistes „…nicht ausschließlich auf die hohe Schule bringen.“ 6.

„Es gibt in der Politik nur zwei entscheidende Mächte: die organisierte Staatsgewalt, die Armee,  und die unorganisierte, elemantare Gewalt der Volksmassen“. 7. So stehen die Fronten im Klassenkampf, hier gibt es keinen Spielraum für Friedensphantasien, wer diese predigt, segnet  die Unterdrückung des Volkes nur ein. Gysi hat im Bundstag Frau Käßmann in Schutz genommen, weil Gysi nichts mehr fürchtet, als dass die einfachen Soldaten in Afghanistan das Profitgeschäft der Imperialisten durchkreuzen. Oder wendet sich die Bischöfin Käßmann mit ihrer Neujahrspredigt etwa an die Volksmassen ? So wie Thomas Müntzer, der schon 1525 die Volksbewaffnung forderte ? „…denn die ganze Gemeinde habe die Gewalt des Schwertes…“ 8. Käßmann vertritt da einen ganz anderen, konterrevolutionären Standpunkt. „Frieden schaffen ohne Waffen“. Die konterrevolutionären Pfaffen totschlagen, das war eine Forderung Thomas Müntzers und des Bundschuhs im Bauernkrieg. Thomas Müntzer „…bestand darauf, daß die gottlosen Regenten,  besonders (!!) Pfaffen und Mönche, die das Evangelium als Ketzerei behandeln, getödtet werden müßten…“ 9. Dieser Geist darf niemals aus dem deutschen Volk absterben, es würde auf ewig in Knechtschaft unter Pflugscharen darben. „Frieden schaffen ohne Waffen, sei immer ihre Option gewesen. Daher will sie auch als Präsidentin der Zentralstelle Kriegsdienstverweigerung, die sie seit 2003 ist, das Militär überflüssig machen.“ 10. Wie sie dies erreichen will, kann sie nicht erklären, wie denn alle pazifistischen Wunschträume an der rauhen Klippe der Kriegswirklichkeit zerschellen. Sie beherrschen nicht den dialektischen Widerspruch, dass man nur durch den Krieg hindurch den Krieg überwinden kann, durch den revolutionären Bürgerkrieg gegen die Kapitalisten, durch Zertrümmerung ihres Parlamentes und ihres Staatsapparates. Vergleichen wir einmal die Bischöfin mit einer proletarischen Frau: „Was sollen die proletarischen Frauen dagegen tun ?? Nur jeden Krieg und alles Militärische verwünschen, nur die Entwaffnung fordern ? Niemals werden sich die Frauen einer unterdrückten Klasse , die revolutionär ist, mit solcher schändlichen Rolle bescheiden. Sie werden vielmehr ihren Söhnen sagen: Du wirst bald groß sein, man wird dir das Gewehr geben. Nimm es und erlerne gut alles Militärische – das ist nötig für das Proletariat, nicht um gegen deine Brüder zu schießen, wie es jetzt in diesem Räuberkrieg geschieht und wie dir die Verräter am Sozialismus raten, sondern um gegen die Bourgeoisie deines „eigenen“ Landes zu kämpfen, um der Ausbeutung, dem Elend und den Kriegen nicht durch fromme Wünsche, sondern durch das Besiegen der Bourgeoisie und deren Entwaffnung ein Ende zu bereiten.“ 11. Lenin macht hier also die Entwaffnung, das Überflüssigmachen des Militärs vom Sieg über die  Bourgeoisie abhängig, und das ist auch ganz richtig so. Also,  wenn  Frau Käßmann ihre Worte wirklich ernst nimmt, dann wirft sie die Kutte beiseite und nimmt eine Knarre in die Hand. So würde sie sich aus einer Hasspredigerin gegen die arbeitenden Menschen in Deutschland zu eine ihrer Befreierin emanzipieren.Vergessen wir nicht den wichtigen Hinweis von Marx und Engels im Manifest, dass „…der Pfaffe immer Hand in Hand ging mit dem Feudalen, so der pfäffische Sozialismus mit dem feudalistischen.“ 12. Eine ihrer ersten Aktionen sollte darin bestehen, das fette Luther Denkmal an der Seite des Eingangs zur Hannoverschen Marktkirche in die Luft zu sprengen 13., denn Luther verwandelte alle Deutschen in Pfaffen. Der junge Marx erhoffte sich von einer philosophischen Verwandlung der pfäffischen Deutschen in Menschen die Emanzipation des Volkes. 14.  So sei es. Das Luthertum ist etwas urbürgerliches, Marx kritisierte das von Lassalle verfasste Bauernkriegsdrama „Sickingen“ gerade dahingehend, dass Lassalle  die lutherisch- ritterliche Opposition über die plebejische Münzerische gestellt habe. Auch in der DDR stand es einem Staatsratsvorsitzenden schlecht zu Gesicht, den Vorsitz der Martin Luther Kommission anläßlich des Geburtstages des Reformators zu übernehmen. Die protestantischen Pfaffen in der DDR registierten das mit Aufmerksamkeit. Die Diskussionen um die Käßmann Äußerungen müssen von einer mittelalterlichen auf eine humanistische Ebene gehoben werden. 15.

Der uns in Europa prägende Humanismus hat seinen Umweg über China genommen. Es war der Aufklärer Voltaire, der den Ursprung der Zivilisation in geschichtsphilosohischer Hinsicht dorthin verlagerte, um die christlich abendländischen Wurzeln abzutrennen. Das Christentum taugte nicht mehr, es hatte die Welt mit konterrevolutionären Terror im Namen der, meist royalistischen, Mächte überzogen 16.und Voltaire persönlich bekam noch die Infamien der Jesuiten zu spüren. „Ecrasez l´Infame“ war sein Schlachtruf, aber als bürgerlicher Aufklärer griff er nur die Institution Kirche an, nicht die Religion als solche. Rousseau, in vielerlei Hinsicht sein Gegenspieler, prägte den Satz: ein Mensch, der anderen Menschen Befehle geben will, muß krank sein. Demnach ist jeder Staat, der seine eigene Negation nicht mitdenkt, ein antihumanistisches konterrevolutionäres Machtinstrument. Die Pariser Kommune und der russische Sowjetstaat dachten ihre eigene Negation mit. Nur die Marxisten und Anarchisten sind heute Träger eines aufklärerischen Humanismus´, da aber die Anarchisten in der Emanzipation ohne Staatsgewalt  gegen die Bourgeoisie auskommen wollen, tendiert ihre revolutionäre Intensität zur Bestrafung der Konterrevolution auf Null.

1. Lenin, Sozialismus und Religion, in: Ausgewählte Werke Band II, Dietz Verlag Berlin 1980,200

2.Angela Davis hat am Beispiel der USA  die enge Verbindung von Lohndumping bei Frauen und ihrer sexuellen Vergewaltigung aufgezeigt. (Siehe: Angela Davis: Der Mythos vom schwarzen Vergewaltiger (1981),in:  absolute Black Beats orange press, 2003, 146)

3. Uwe Schünemann, Gesinnung und Verantwortung, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.1.2010,8

4. Thomas Müntzer bezeichnete Martin Luther als Doktor Lügner.

5. Guttenberg lädt Käßmann zu Truppenbesuch ein. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.1.2010,4

6.Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10. Dietz Verlag Belin 1977, 391

7. Friedrich Engels, Die Rolle der Gewalt in der Geschichte, MEW 21, Dietz Verlag Berlin, 1975,431

8.Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10. Dietz Verlag Berlin 1977, 390

9.a.a.O.

10. Käßmann will das Militär schon lange überflüssig machen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.1.2010,5

11. Lenin, Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, LW 23,78

12.Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1984, 56

13. Eine Predigt Thomas Müntzers führte zur Zerstörung der Marienkapelle zu Mellerbach bei Allstedt. So muß es sein. (Siehe:Friedrich Engels: Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10, Dietz Verlag Berlin 1977,389)

14. Vgl. Karl Marx, Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie/Einleitung, Dietz Verlag Berlin 1957, MEW 1, 386

15. Wenn Pfaffenpack im Politisch- Militärischen mitmischen will, ist revolutionäre Aufmerksamkeit gefordert. Im proletarischen Bewußtsein ist noch die Erinnerung an die Rolle des Popen, Provokateurs  und Polizeispitzels Gapon wach, die dieser in der russichen Revolution von 1905 spielte. Er lockte Arbeiter, Frauen und Kinder in eine Falle, die mit dem Blutsonntag von Petersburg endete. „Gapon übernahm es, der zaristsichen Ochrana zu helfen, ein Blutbad unter den Arbeitern zu provozieren und die Arbeiterbewegung in Blut zu ertränken.“ (Geschichte der KPdSU (B) Verlag der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin, 1946, 68) …die Arbeiterbewegung in Blut zu ertränken…, daran sollten die Soldaten denken, falls Käßmann zu ihnen nach Afghanistan kommt. Wie gesagt: …der pfäffische Sozialismus geht immer Hand in Hand mit dem feudalistischen. Die Absicht, als Bischöfin nach Afghanistan zu pilgern, erübrigte sich in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar an der an der Kreuzung Friedrichswall/ Willy-Brandt-Straße in Hannover.

16. Ein Beispiel für antiroyalistische Mächte gibt Oliver Cromwell ab: als England um seine maritime Weltmacht gegen Spanien und den Niederlanden kämpfte schrieb er an einen seiner Admirale: die Banner flattern im Namen Christi.

Früchtchen der Bundeswehr und schlampiger Journalismus

5. Januar 2010

„Ich habe in Deutschland meine Grundausbildung gemacht.“

Seit 1962 können ausländische Soldaten an der Führungsakademie der Bundeswehr töten studieren, laut Eigenaussage der Bundeswehr geschieht dies, um Demokratie zu fördern. (Das ist aber schon Nonsens, denn Demokratie wächst aus sich selbst heraus, man braucht nicht einmal einen Mathematiklehrer, der  unkundigen Menschen das Rechnen beibrächte, man erkennt Mehrheitsverhältnisse auch ohne Rechnen zu können. Die Bundeswehr braucht den Völkern nicht beibringen, dass die Mehrheit mehr Stimmen erhalten hat als die Minderheit.)

Durch die bürgerlichen Medien geistert zur Zeit der Fall des Moussa „Dadis“ Camara aus Guinea, der 4 Jahre hier zur Ausbildung war (1.) und dann auf die Demokratie in seinem Land losgelassen wurde.

Am 22.12. 2008 nutzte er das durch den Tod des langjährigen Präsidenten Conté entstandene Machtvakuum, um die Regierungsgewalt an sich zu reißen. Man sprach von einem Putsch Allemand, von einem deutschen Putsch, er selbst von einem Phänomen von Gottes Gnaden. Ganz offensichtlich hat die Bundeswehr es versäumt, ihm in vier Jahren eine wissenschaftliche Weltanschaung zu vermitteln. Er schwor auf Bibel und Koran, bei Wahlen 2009 nicht als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Was aber seit den Dezembertagen 2008 bis heute in Guinea politisch folgte, bezeichnete die Frankfurter Allgemeine Zeitung als „Ein Jahr Herrschaft des Schreckens“( 2.) , unter einer brutalen Militärdiktatur wird gemordet und vergewaltigt. Und Camara kündigte seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt an. Daraufhin kam es zu einer Demonstration von c.a. 50 ooo unbewaffneten Menschen, die am 28. September im Nationalstadion von Conakry  eine Zivilregierung forderten. Soldaten eröffneten das Feuer und 150 Demonstranten kamen zu Tode. In einem UN-Bericht wird ein Prozeß gegen den Bundeswehrzögling vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gefordert. Allerdings schoß  der Kommandeur der Präsidentengarde Leutnant Aboubacar „Toumba“ Diakité diesem Förderer der Demokratie in den Kopf, als er ihm wohl die Schuld für das Massacker in die Schuhe schieben wollte. Statt in Holland angeklagt zu sein, liegt er erstmal in einem Krankenhaus in Marokko.

Soweit der Hergang in den bürgerlichen Medien, die eine blutig bizarre Story zu bieten haben, aber den Hauptpunkt, welche Klassen haben sowohl in Deutschland als auch in Guinea, dort befinden sich die zweitgrößten Bauxitvorkommen der Welt, ein Interesse an Typen wie Camara, vor diesem Hauptpunkt sitzt die bürgerliche Journaille in einer platonischen Höhle. seien es nun die „Starjournalisten“ der FAZ, der WELT, der ZEIT, des Spiegels, der ARD, die im Internet…u.s.w…usf. Die öffentliche Meinung wird durch die Massenmedien beherrscht, die wiederum von den Kapitalisten beherrscht werden, man kann von einem geistigen Belagerungszustand sprechen. Diese Berichterstattungen bleiben allesamt oberflächlich, beschreiben nur den oberflächlichen Handlungsablauf, weil den Verfassern  die Fähigkeit zur Klassenanalyse fehlt. Bürgerliche Berichterstattung ist auch immer Desinformation. In wissenschaftlicher Hinsicht ist es eine Wüstenlandschaft. Ja mehr, die bürgerliche Journaille finanziert sich vor allem durch eine Menge Privatanzeigen und ist sehr kundenfreundlichen den großen Firmen gegenüber. „So wirtschaften und bereichern sich alle bürgerlichen Zeitungen in der ganzen Welt,  SO HANDELN SIE MIT GIFT FÜR DAS VOLK (kursiv von Lenin). “ (3.)  Friedrich Engels gab uns den wichtigen Hinweis, das allenfalls das gewöhnliche „gebildete Bewußtsein“  seinen Gedankenstoff aus den Zeitungen bezieht. (4.) Mit einem gewöhlichen gebildeten Bewußtsein kann man keine proletarische Revolution durchführen, die tiefste und endgültige Revolution in der Weltgeschichte.

Die bürgerliche Ware Tageszeitung bietet im Grunde oberflächlich Beschreibung von Ereignissen an, kann diese nicht mit den ökonomischen Ursachen in Verbindung, in Wechselwirkung, in den notwendigen Zusammenhang mit dem durch die ökonomische Basis dominierten Kausalzusammenhang bringen. Ich will schon gar nicht auf den hohen Schwierigkeitsgrad dieser Darstellungsform hinweisen, dass man aktuelle Tagesgeschehen und Ereignisreihen aus der Tagesgeschichte nicht „auf die letzten ökonomischen Ursachen“ (5.)  zurückverfolgen kann, die in verwickelten und stets wechselnden Faktoren bestehen, „von denen die wichtigsten obendrein meist lange Zeit im verborgenen wirken, bevor sie plötzlich gewaltsam an der Oberfläche sich geltend machen.“ (6.) Man wird nie in der Lage sein, die „gleichzeitigen Veränderungen der ökonomischen Lage “ (7.) voll zu berücksichtigen. Diese Fehlerquelle ist nach Engels unvermeidlich. „Aber alle Bedingungen einer zusammenfassenden Darstellung der Tagesgeschichte schließen unvermeidlich Fehlerquellen in sich; was aber niemand abhält,  Tagesgeschichte zu schreiben.“ (8). Das sind also die komplexen Schwierigkeiten, die sich vor einem guten Journalisten auftürmen. Gibt es in Deutschland überhaupt einen guten bürgerlichen Journalisten ? Wenn ich mir so die großbürgerliche Tagespresse durchlese: Nein ! Insofern kann die BILD Zeitung als das Flagschiff des deutschen Bourgeoisjounalismus bezeichnet werden. Und auch die Arbeiter und Arbeiterinnen sind gut beraten, die Artikel der proletarischen Presse und die im Internet mit den von Engels entwickelten Kriterien zu lesen.

1. Ausbildungsstätten waren auch die Offiziersschule in Dresden, die Nachschubschule in Bremen und das Bundessprachenamt.

2.Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2009, S.2

3. Lenin, Wie wird der Konstituierenden Versammlung der Erfolg gesichert ? in, Lenin Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1969,390

4.Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, Dietz Verlag Berlin, 1975, 270

5. Friedrich Engels, Einleitung zu: Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850, Von Karl Marx (1895), in: Marx Engels: Ausgewählte Werke, Progress Verlag Moskau, 1975, 609

6. a.a.O.

7.a.a.O.,610

8. a.a.O.


Marx auf Abwegen

31. Dezember 2009

Es gab eine Zeit in Deutschland, in der die Bibel sozial in Aktion trat, namentlich durch Thomas Müntzer. Im Bauernkrieg wandten sich die aufbegehrenden rebellischen bäuerlichen Bundschuhhaufen an und gegen die Obrigkeit: „Als Adam grub und Eva spann, wo blieb denn da der Edelmann ?“ War dies extrem nach rückwärts gewandt – und doch mit einem  urchristlichen anarchistischen Impuls – so wurde aber auch die Abschaffung des Zehnten verlangt. Das war – nach Friedrich Engels – die „Anticipation des Kommunismus durch die Phantasie“ (1.), wie er überhaupt des weiteren „merkwürdige Berührungspunkte“ zwischen Urchristentum und moderner Arbeiterbewegung feststellte.

Ich gedenke heute über einen Artikel von Reinhard Marx in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18.12. 2009 zu schreiben, und doch war diese Rückerinnerung an ein Ereignis vor fast einem halben Jahrtausend notwendig, denn Reinhard Marx ist derzeitiger Erzbischof von München und Freising und die FAZ, das Pflichtblatt der Frankfurter Wertpapierbörse, hat diesem Vertreter des Mittelalters, der katholischen Reaktion eine ganze Seite eingeräumt, auf der er über die katholische Soziallehre als Kompass aus der Finanzkrise doziert. Nanu – könnte man sagen, an der Börse soll doch der schnelle Euro gemacht werden, und doch braucht die Börse Dunkelmänner, denn ohne Verdummung des arbeitenden Volkes läßt sich nun mal kein schneller Euro machen. Marx tritt auf als Vertreter des Papstes, der seine Glanzzeit im Feudalismus hatte, insofern sind wir mit dem deutschen Bauernkrieg erst mal auf gleicher Augenhöhe. Er nimmt Bezug  besonders auf die erste Sozialenzyklika „Rerum novarum“ des Papstes Leo XIII. von 1891.

Es kann nicht ausbleiben, dass der Kapitalismus von zyklischen Krisen heimgesucht wird und es kann auch nicht ausbleiben, dass in diesen allerlei Quacksalber, Krisenkapitäne mit Kompass und Krisenlöser auftreten, die diese Krise noch ausschlachten und ihre Allheilmittel anpreisen (2.) Schauen wir heute, wie uns der Erzbischof aus der Krise führen will.  Zunächst doziert er über das Positive einer Krise, als sei er vom Kranken, Gebrechlichen fasziniert. „Das geflügelte englische Wort „You must not waste a crisis“ deutet auf die produktive Chance der Krise hin.“ (3.) Krisen werden wir nicht verhindern können, diesen Satz mag man einem Kirchenmann verzeihen, die Aufgabe der politischen Ökonomie ist es gerade, die Ursachen der kapitalistischen Krisen aufzuzeigen und die Mittel ihrer Überwindung, (das hat dann allerdings ein anderer Marx getan). „Die Krise ist ein produktiver Zustand…“(4.), mit diesem Satz beginnt (Reinhard) Marx und sie sei ja auch nicht zu einer Katastrophe geworden, denn nur rund ein Viertel der Haushalte in Deutschland spürt die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Das heißt doch aber nicht, dass die Krise für 75 % positive Auswirkungen hat. Im Gegenteil, global betrachtet hatte doch eine Kettenreaktion von Insolvenzen Millionen Menschen außer Lohn und Brot gesetzt, die nun unproduktiv dahinvegetieren. Der Erzbischof muß selbst zugeben, dass die Krise stets die Schwachen und Armen am stärksten trifft und er will ihnen mit dem „Licht“ (!!) der katholischen Soziallehre helfen. Ein Licht käme demnach aus dem Mittelalter auf uns zu, vergessen wir indeß nicht den Hinweis von Lenin, dass die Religion eine Art geistiger Fusel ist.(5.)  Und Engels verortet Religion in den „bornierten und unwissenden Vorstellungen des Wildheitszustandes.“ (6.) Der Marxismus Leninismus verwirft ja die Priestertrugstheorie, die von den französischen Aufklärern verwandt wurde und die in Friedrich dem II. von Preußen einen Anhänger fand,nach der der Pfaffe naive unschuldige Menschen manipuliert, nein, es sind die Ausbeutungsverhältnisse, die diesen Fusel produzieren und der Konsumenten wie Prediger gleichermaßen benebelt. Oder ist es sonst zu verstehen, dass der Wunsch des Bischofs, dass es nicht um Märkte, sondern um Menschen gehe, gerade in der Sozialen Marktwirtschaft in Erfüllung gehen soll, dass diese auf moralischen Entscheidungen fusse, dass ihr moralische Maßstäbe zugrunde liegen. (7.) Eine striktere moralische Einhaltung der Regeln dieser Wirtschaftsordnung dämpfe zukünftige Krisen. Da muss der Bischof aber einen großen Schluck Fusel zu sich genommen haben, denn gerade das Jahr 2009 hat doch demonstriert, wie sehr der Mensch in der Sozialen Marktwirtschaft im Mittelpunkt steht, die nach Marxens Meinung auch die Schwächeren beteiligt: eine Altenpflegerin wurde entlassen, weil sie sechs übrig gebliebene Maultaschen aus der Heimverpflegung mitgenommen hatte, bei Arbeitsgerichten sind anhängig Kündigungen wegen einer Frikadelle, Brotaufstrich, das Aufladen eines Handys sowie zwei Pfandbons im Wert von 1,30 €.(8.) Thomas Müntzer hielt zu Beginn des Bauernkrieges eine Predigt im Schloß zu Allstedt:“Die Grundsuppe des Wuchers, der Dieberei und Räuberei seien die Fürsten und Herren; sie nehmen alle Kreaturen zum Eigentum,die Fische im Wasser, die Vögel in der Luft, das Gewächs auf Erden. Und dann predigen sie gar noch den Armen das Gebot: Du sollst nicht stehlen, sie selber aber nehmen wo sie´s finden, schinden und schaben den Bauern und den Handwerker; wo aber dieser am Allergeringsten sich vergreife, so müsse er hängen, und zu dem Allen sage dann der Doktor Lügner Amen.“ (9.) Mit dem Doktor Lügner ist Martin Luther gemeint, aber sagt nicht auch Reinhard Marx zu dem Allen Amen, was die Soziale Marktwirtschaft an Menschen verstümmelt ? Abgesehen davon, dass die Sätze Müntzers, wiedergegeben aus der Schrift von Friedrich Engels über den deutschen Bauernkrieg, belegen, wie wichtig und aktuell das Studium dieser Schrift von Engels ist, ist doch deutlich, wie sehr das ganze offizielle Deutschland noch im Mittelalterlichen steckt, dass das deutsche Bürgertum vor der selbständigen Regung der Arbeiter und Bauern mehr Furcht hat als vor jeder beliebigen feudalen Reaktion. Das Bürgertum mit seinen Juristen, dem Klerus, der Bürokratie, den Bankiers und den an ihren Fäden hängenden Politikern, das sogenannte offizielle Deutschland…repräsentieren diese Elemente nicht alles  das, was in Deutschland abgestorben ist ?  „Von allen Klassen, welche heutzutage der Bourgeoisie gegenüberstehen, ist nur das Proletariat eine wirklich revolutionäre Klasse. Die übrigen Klassen verkommen und gehen unter mit der großen Industrie, das Proletariat ist ihr eigenstes Produkt. Die Mittelstände, der kleine Industrielle, der kleine Kaufmann, der Handwerker, der Bauer, sie alle bekämpfen die Bourgeoisie, um ihre Existenz als Mittelstände vor dem Untergang zu sichern. Sie sind also nicht revolutionär, sondern konservativ. Noch mehr, sie sind reaktionär, sie suchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen.“ (10.) Nach Reinhard Marx hatte der Staat in der Finanzkrise gar keine andere Chance, als die großen Banken zu retten. Ein anderer Marx forderte im Kommunistischen Manifest: „Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.“ (11.) Reinhard Marx wurde 1953 als Sohn eines Schlossermeisters geboren, stammt also auch nicht gerade aus Kreisen der Hochfinanz, und es ist betrüblich, wie er so auf Abwege kommen konnte. Einen Weg aus der Krise kann er im Grunde nicht aufzeigen, viele gestelzte Worte, aber mit Gedankengut aus dem Feudalismus ist man ja auch auf dem Holzweg. Viele hochtrabende Sätze über Moral, Verantwortung, Haftung, Wechselspiel zwischen Freiheit und Ordnung…usw…usf. Aber einen Lösungsweg ? Rien ! (12.)

1. Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10 Dietz Verlag Berlin, 1977,382. „Die Gemeinschaft aller Güter, die gleiche Verpflichtung Aller zur Arbeit und die Abschaffung aller Obrigkeit wurde verlangt.“ (a.a.O.,432).

2.Im Kommunistischen Manifest heißt es: „Die bürgerlichen Produktions- und Verkehrsverhältnisse, die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse , die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem Hexenmeister, der die unterirdischen Verhältnisse nicht mehr zu beherrschen vermag, die er heraufbeschwor.“ Marx Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1984, 19f.

3. Reinhard Marx, Die Soziallehre als Kompass, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12. 2009,12

4.a.a.O.

5. „Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenanlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen…“ Lenin, Sozialismus und Religion, in: Ausgewählte Werke Band II, Dierz Verlag Berlin 1980,200.

6. Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21, Dietz Verlag Berlin 1975, 275

7. Charles Fourier schreibt über den ach so sozialen Handel: “ Ich war im Katechismus unterrichtet und man hatte mir gepredigt, nicht zu lügen, Dann nahmen sie mich in das Geschäft, um mich in die noble Kunst des Betrugs und die noble Kunst des Verkaufs einzuweisen.“ (Charles Fourier, Ewiger Hass dem Handel, in: Charles Fourier, Der Philosoph der Kleinanzeige, Semele Verlag Berlin, 2006,51f. Ein biblischer Deckmantel über einen Wirtschaftsmarkt ist widersinnig. Moralphilosophie und Moraltheologie gleiten an jeder Marktwirtschaft ab, sei diese nun sozial oder asozial. Asoziale Marktwirtschaft ist viel treffender.

8.siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.12.2009,12: BAG verteidigt Kündigung wegen Bagatellen. Nach Aussage der Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts Ingrid Schmidt in der Süddeutschen Zeitung „…gibt es keine Bagatellen…“. Eine diensteifrige Juristin im Dienste des Kapitals. Kann noch befördert werden. Man denkt unwillkürlich an Rousseaus Gedanken, dass der Mensch von Natur aus gut ist und dass es nur die Institutionen sind, die ihn verderben. Vor Freislers Volksgerichtshof gab es auch keine Bagatellen, ein Witz über Hitler konnte tötlich sein, besser: war ein Todesurteil.

9.Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkreig, MEGA I,10, Dietz Verlag Berlin 1977,390. So auch noch der Gedankengang bei James Baldwin: „Wir wissen, dass Wasser und Luft der gesamten Menschheit gehören, nicht nur den Industriellen.“ (James Baldwin: Offener Brief an meine Schwester Angela Davis (1970) in: absolute Black Beats, orange press Freiburg 2003,122f.

10. Marx Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1984, 29f.

11.a.aO.,50. In den Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschland hieß es in der Neuen Rheinischen Zeitung: „An die Stelle aller Privatbanken tritt eine Staatsbank, deren Papier gesetzlichen Kurs hat. Diese Maßregel macht es möglich, das Kreditwesen im Interesse des ganzen Volkes zu regeln, und untergräbt damit die Herrschaft der großen Geldmänner.“ (zit. in: Karl Marx, Einleitung und Auswahl von Franz Borkenau, Fischer Taschenbuch 1973,117

12. Dazu stellt ein Leserbrief in der FAZ vom 5.1.2010 von Peter Weber aus St.Leon- Rot (Titel: Eine Soziallehre ohne konkrete Vorschläge)  fest, dass der Artikel vom Bischof auf den ersten Blick kreative Denkansätze enthalte, dass er es dann aber versäume, die Soziallehre als Kompass darzustellen. „…oder liegt es an der fehlenden  Substanz derselben, praktische Fragen des Lebens beantworten zu können ?“ (FAZ 5.1.2010, 6) Ich kann dieser Frage nur zustimmen, der Bischof gibt ja keinerlei konkrete Angaben über den substantiellen Inhalt der Lehre, wie will er sie dann als Kompass aus der Krise anwenden ?

Heinz Ahlreip, geschrieben in der Sylvesternacht 2009

Ostexperte Leonhard Der Umgang mit Marx Engels Lenin Stalin am Beispiel des Aufbaus des Sozialismus in der Sowjetunion

28. November 2009

2008 belegte bei einer Meinungsumfrage des staatlichen Fernsehens „Rossija“ über die bedeutendste Persönlichkeit Rußlands Josef Stalin den ersten Platz. U.a. dieses Umfrageergebnis war der Anlaß für Wolfgang Leonhard, der letzte Überlebende der Gruppe Ulbricht, der am 12. März 1949 als Lehrer an der SED Parteihochschule Karl Marx in Kleinmachnow aus dem Neuen Deutschland über Belgrad in das Deutschland der BILD Zeitung floh, sein vor dem Stalinismus warnendes Buch „Anmerkungen zu Stalin“ 1. zu verfassen. Mit großer Sorge registriert Leonhard eine zunehmende Verherrlichung Stalins in Rußland und gegen diese Tendenz will er aufklären über das Wesen des Stalinismus.

Auf diese Aufklärung fällt aber gleich am Anfang des Buches ein trüber Schatten und der Autor bringt sich selbst um seine Seriosität, wenn er allen Ernstes behauptet, Stalin sei während der Oktoberrevolution „abgetaucht“ 2. Zwar relativiert der Marxismus, für den die Volksmassen Geschichte machen,  die Bedeutung sog. großer historischer Persönlichkeiten, vor allem aber basiert er auf unumstößliche historische Tatsachen, und da sollte man es dem Leser, der aufgeklärt werden soll, nicht vorenthalten, dass Stalin sowohl bei der Sitzung des ZK, in der über den Aufstand abgestimmt  wurde, nicht nur anwesend war, sondern auch in das politische Zentrum zur Leitung des Aufstandes gewählt wurde. Darüber hinaus wurde Stalin auch in das praktische Zentrum zur organisatorischen Leitung des Aufstandes gewählt, nicht aber Trotzki, kurz: in allen wichtigen Zentren zum bewaffneten Aufstand war Stalin vertreten, und keiner der Genossen, auch Lenin nicht, soll  die Fahnenflucht bemerkt haben ? Übrigens behauptet eine solche Ungeheuerlichkeit nicht einmal Trotzki. Aber sehen wir weiter, wie Leonhard in einer inhaltlich ideologischen Fragestellung vorgeht ?

„Immerhin waren der Internationalismus und mit ihm die Weltrevolution wesentliche Prinzipien der Revolutionslehre von Marx und Engels gewesen. Doch schon mit seiner Doktrin vom „Sozialismus in einem Land“ hatte sich Stalin davon gelöst.“ 3.  So wird Geschichte konstruiert, so wird der qualitative Unterschied zwischen dem klassichen Kapitalismus und dem Imperialismus beiseite geschoben. Bekanntlich kam Lenin auf Grund seiner Imperialismusanalyse zu dem Ergebnis, dass auf Grund der Ungleichmäßigkeit der politischen und ökonomischen Entwicklung des Kapitalismus nach 1900 der Aufbau des Sozialismus durchaus in einem Land möglich ist. 4. Lenin und Stalin wußten, dass das, wenn man so will, eine Abänderung der klassischen marxistischen Lehre von der internationalen proletarischen Revolution ist. Lenin mußte seine neue Theorie u.a. gegen Trotzki verteidigen und die richtige Darstellung hätte herausstreichen müssen, dass Stalin diesen antitrotzkistischen Kampf fortsetzte.

Aus dieser prinzipiell falschen Darstellung, der „Doktrin“  : Sozialismus in einem Land, folgen nun nach Leonhard alle weiteren Abweichungen vom Marxismus , die er bei Stalin bemerkt haben will. So auch Stalins neue Theorie des Kampfes zweier Systeme. Auch hier ist wieder der Versuch allzu deutlich, Stalins Kopf von dem Lenins  zu trennen. Bekanntlich war sich schon Lenin bewußt, dass die Sowjetunion auf unabsehbare Zeit das einzige Sowjetland bleiben und dass es folglich zu einem Kampf auf Leben und Tod zwischen der Sowjetunion und dem Weltkapitalismus kommen könnte.

Auch sind natürlich Stalins Konzept einer Planwirtschaft und sein Kampf gegen die Gleichmacherei nichts originär Stalinistisches, sondern darüber hat schon der klassische Marxismus Nötiges  gesagt: Mit der „…Behandlung der heutigen Produktivkräfte nach ihrer endlich erkannten Natur tritt an die Stelle der gesellschaftlichen Produktionsanarchie eine gesellschaftlich-planmäßige Regelung der Produktion nach den Bedürfnissen der Gesamtheit wie jedes einzelnen.“ 5. Und zur Gleichmacherei schreibt der gleiche Engels: „Die Vorstellung der sozialistischen Gesellschaft als des Reiches der Gleichheit ist eine einseitige französische Vorstellung, anlehnend an das alte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, eine Vorstellung, die als Entwicklungsstufe ihrer Zeit und ihres Ortes berechtigt war, die aber, wie alle Einseitigkeiten der früheren sozialistischen Schulen, jetzt überwunden sein sollten, da sie nur Verwirrung in den Köpfen anrichten und präzisere Darstellungsweisen der Sache gefunden sind.“ 6. Es gibt einfach kein „Marx´sches Gleichheitsideal“ , wie Leonhard behauptet.  7.

Ganz von Sinnen zu sein scheint Leonhard, wenn er Stalin die Thorie unterjubelt, für ihn bleibe der Staat im Kommunismus bestehen.8. Hier hätte der Leser doch allzu gern einmal die Angabe  überprüft, doch diese fundamentale Aussage Leonhards bleibt ohne Beleg. 9.Offensichtlich geht er davon aus , dass er den Leser nach 110 Seiten genug genasweist hat, damit er auch diese Ungeheuerlichkeit passieren läßt. Und so einmal neugierig gemacht, fragt man sich natürlich, wie denn dieser kommunistische  Staat aussehen soll ?

Wenn ein Student, sagen wir, der Soziologie, nach dem dritten Semester eine derartige Arbeit abgibt, so ist das zwar traurig, aber bei entsprechenden Korrekturen kann man noch Hoffnung haben, wenn aber ein Gelehrter, der seit 60 Jahren Kommunismusforschung im Westen betreibt, in Oxford, und an der Columbia University in New York und zudem über zwanzig Jahre als Professor für Geschichte des Kommunismus an der Yale Universität vorlas,  dermaßen publiziert, so ist doch zu fragen, wer ihm die Brille bezahlt, dass er den Marxismus Leninismus dermaßen schief liest.

1. Wolfgang Leonhard, Anmerkungen zu Stalin, Rowohlt Verlag 2009,187 Seiten

2. a.a.O.,48

3.a.a.O.,88

4. Siehe Lenins Schriften: „Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa“ aus dem Jahr 1915. LW 18,399 und : „Das Militärprogramm der proletarischen Revolution“ aus dem Jahr 1916, LW 23,74

5.Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, in: Karl Marx/Friedrich Engels: Ausgewählte Schriften Band 2, Dietz Verlag Berlin 1953,138

6.Friedrich Engels, Brief an Bebel, London 18. – 28. März 1875, a.a.O.,34

7. Siehe hierzu auch: Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, a.a.O.,16 f.

8. Wolfgang Leonhard, Anmerkungen zu Stalin, Rowohlt Verlag 2009,110

9.Was Leonhard selbst anführt, eine Rede Stalins auf dem 14. Parteitag 1930 (siehe S.99), widerlegt ihn, nicht Stalin: „Wir sind für das Absterben des Staates. Wir sind jedoch gleichzeitig für die Verstärkung der Diktatur des Proletariats, der stärksten und mächtigsten Staatsmacht, die jemals bestanden hat. Höchste Entwicklung der Staatsmacht zur Vorbereitung der Bedingungen für das Absterben der Staatsmacht – so lautet die marxistische Formel. Ist das widerspruchsvoll ? Ja. es ist widerspruchsvoll. Aber dieser Widerspruch ist dem Leben eigen, und er widerspiegelt vollständig die Marx´sche Dialektik.“ Es ist ein einfaches Bild aus den Kindheitstagen der neuzeitlichen Dialektik: nach der Knospe die Blüte, nach der Blüte die Frucht…und das Absterben. (Siehe Hegel: Phänomenologie des Geistes, Vorrede, Felix Meiner Verlag Hamburg, 1980,10) Also Aufhebung des Staates durch seine Totalisierung, durch sein Aufblühen  hindurch.

Heinz Ahlreip, November 2009