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Vor 60 Jahren brach der Koreakrieg aus

30. Juni 2010

Ein Krieg bricht nicht plötzlich aus und endet plötzlich, sondern der Frieden geht in den Krieg, dieser in den Frieden über. Deshalb schon schrieb der alte chinesische Kriegsphilosoph Sunzi: „Im Frieden bereite dich auf den Krieg vor, im Krieg bereite dich auf den Frieden vor. “ 1.

Zum Verständnis  nicht nur des Koreakrieges müssen primär die politischen Aktivitäten vor seinem Ausbruch studiert werden, bis die Widersprüche so weit antagonisierten, dass die Politik allein sie friedlich nicht mehr lösen konnte. Lenin betonte die fundamentale Bedeutung der Erkenntnis des preußischen Generalmajors Carl von Clausewitz (1780 – 1831): „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ 2.  Lenin schrieb über Clausewitz, dass dieser „…das bei Philistern und Ignoranten gängige Vorurteil bekämpft ( habe), das man den Krieg von der Politik der entsprechenden Regierungen, der entsprechenden Klassen loslösen könne.“ 3. Jede halbwegs sorgfältige Analyse einer beliebigen Epoche von Kriegen bestätige Clausewitz. Die Politik „….während langer Jahrzehnte vor dem Krieg muß in ihrer Gesamtheit studiert und verstanden werden. Täten wir das nicht, würden wir nicht nur die Grundforderungen des wissenschaftlichen Sozialismus und jeder Gesellschaftswissenschaft überhaupt vergessen, wir würden uns auch der Möglichkeit berauben, überhaupt irgend etwas vom gegenwärtigen Krieg zu verstehen.“ 4. Von allen wissenschaftlichen Geistern verlassen schreibt die Ignorantin Petra Kolonko in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum 60. Jahrestag des Ausbruchs des Koreakrieges so mir nichts dir nichts: „Am 25. Juni 1950 überquerten Truppen des kommunistischen Nordkorea den 38. Breitengrad und begannen einen Eroberungszug in Südkorea“ 5. Hier haben wir ein Musterbeispiel eines primitiven Glaubensbekenntnisses, einer Unfähigkeit, den Krieg als Prozess zu denken und natürlich  muss sie dann den kommunistischen Norden  der Aggressivität bezichtigen. Der Norden hat den Süden einfach überfallen, wie in einem Wildwestfilm. Nous verrons. Den Krieg als Prozess denken allein ist noch nicht ausreichend, man/frau muß auch so weise sein, nicht voreilig Schlüsse zu ziehen, wo allseitige Orientierung und allseitiges Kalkül erforderlich ist. Grundsätzlich sind stets die Fragen zu stellen: welche Klassen führen den Krieg und welchen sozialen Inhalt hat er ? Hätte Petra Kolonko den Koreakrieg in seiner Gesamtheit studiert, wäre sie nich zu so primitiven Aussagen gekommen wie: „Der Korea-Krieg war vor allem (dieses vor allem ist allzu köstlich) das Werk zweier skrupelloser Diktatoren.“ 6. Sie meint: Kim Il Sung und Mao Tse tung, (der im Koreakrieg seinen Sohn verloren hatte), als ob Männer Geschichte machen, was ein halbwegs gebildeter Mensch seit der französischen Revolution, seit dem Ende des Sonnenkönigtums wohl nicht mehr behauptet. Sie hat vom Koreakrieg nichts verstanden, kann sich aber trösten, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreiben viele über Kriege, ohne diese verstanden zu haben.7. Nicht jede/r, die/der in der FAZ schreibt, ist auch ein kluger Kopf. Ich habe ihren Artikel extra noch mal mit der Lupe gelesen, Arbeiter, Bauern, Volksmassen kommen in ihm nicht vor. Aber Kriege sind heute Massenkriege und der Vormarsch nordkoreanischer Truppen hatte neben der Niederwerfung der bürgerlichen Ausbeuterklasse einen primär sozialen Inhalt.

Es wird unendlich viel darüber gestritten, wer die Schuld am Ausbruch des Krieges gehabt habe, aber das ist eine sekundäre Frage, es ist nicht wichtig, wer angefangen hat, sondern welche Politik, welche Klassen, welche Staatensysteme haben auf den Krieg hingewirkt. Selbst ein bürgerlicher US-amerikanischer Geschichtsprofessor  namens Bruce Cumings 8.kommt in seiner Analyse des Koreakrieges zu der Erkenntnis, dass man nicht sagen kann, wer diesen Krieg angefangen  genau sowenig man die Frage beantworten kann, wer den Bürgerkrieg in den USA begonnen habe. Aber über den Charakter des Krieges wird man Aussagen treffen können.

1950 bildeten sich in ganz Korea Volkskomittees für die demokratische Umgestaltung, die aber im Süden von US-Imperialisten aufgelöst wurden, so dass sich das Regime Syngman Rhee (Li Syngman) etablieren konnte, das im Grund nichts anderes war als ein schikanöses Polizeiregime, um den Katholikem Rhee , der sich die meiste Zeit seines Lebens im Ausland, vorwiegend in den USA, herumgetrieben hatte, versammelte sich ein zutiefst reaktionärer Klüngel, der dann selbst dem amerikanischen Präsidenten Truman zuwider war. Dieser faschistische Polizeiklüngel war dann auch die treibende Kraft hinter den Provokationen am 38. Breitengrad, der die Truppen Marschall Kim Il Sungs  zu einem Befreiungskrieg veranlassten. Es ist bekannt, wie kläglich das Polizeiregime im Süden zusammenbrach, wobei auch südkoreanische Partisanen, die sich unter Rhee im Untergrund gebildet hatten, einen hohen Anteil beitrugen. Nur die  Hafenstadt Pusan wurde noch von faschistischen Truppen gehalten und nun begann auf diesem Stützpunkt die Landung us-amerikanischer Truppen unter dem Kommando des demokratiefeindlichen Generals Douglas Mc Arthur 9. getarnt unter der Flagge der UNO- es waren aber nicht nur die USA, kurz: es begann eine internationale imperialistische Verschwörung von 16 Räuberstaaten gegen das koreanische Volk.  Dazu gab es amphibische Landeoperationen an den Küsten Koreas, sehr gewagt, aber erfolgreich war die von Mc Arthur konzipierte Landung bei Incheon. Gegen die Werktätigen Koreas sollte die Fahne des Kapitalismus in ganz Korea aufgerichtet werden, was bekanntlich auch mit Unterstützung  rotchinesischer Verbände 10. mißlang, aber bis heute das Ziel der blutsaugenden Millionäre in Seoul bleibt.  Diese imperialistische Aggression, in der die USA gnadenlos Napalm einsetzten 11., kostete mehr als drei Millionen Menschen das Leben, 500 000 koreanische, 36 000 amerikanische und 400 000 chinesische Soldaten kamen auf militärischer Seite ums Leben.

1. Sunzi, Die Kunst des Krieges, Knaur Verlag, 1988,159

2.Carl von Clausewitz: Vom Kriege, R. Dümmler Verlag Bonn 1980, 210

3.Lenin, Krieg und Revolution, LW 24,379

4.a.a.O.,399f.

5. Tod am 38. Breitengrad, Vor 60 Jahren brach der Korea-Krieg aus, von Petra Kolonko, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Juni 2010, Seite 10

6.a.a.O.

7.Diese saubere Zeitung forderte auch nach der Nazidemo am 1. Mai 2010 in Berlin, die Faschisten unter Minderheitenschutz zu  stellen. Das ist allerliebst, die Kapitalisten fordern Minderheitenschutz. Siehe: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4.5.2010: Schauspieler, Seite 8. Selbst ein Schüler mit mittlerer Reife würde in einem Zeitungsartikel mehr über die Ursachen des Koreakrieges darlegen…die Dame Kolonko soll aber an der Universität Hannover studiert haben.

8. Siehe: google: bruce cumings

9. Dieser General war  zweifellos ein Antikommunist wie er im Buche steht, er forderte in aller Öffentlichkeit die Ausweitung des Krieges nach China und den Abwurf von Atombomben auf das Reich der Mitte. Dazu gibt es ein mittlerweile ins Internet gestelltes FBI Dokument 100 HQu – 93216 serial 461 Auskunft. Es ist weiterhin bekannt, dass die us-amerikanische Atomenegie Kommission (AEC)  schon 1948 durch Dr. Paul Mc Daniel ein „Gremium zur Prüfung von Möglichkeiten radioaktiver Kriegführung“ ins Leben rief. Trotz mehrfacher Ankündigung des Verlages ist das Buch Mc Arthurs „The Korea War“ noch immer nicht in deutscher Übersetzung erhältlich, für die militärgeschichtliche  Aufarbeitung des Koreakrieges sicher eine Lücke. In seinen Memoiren schreibt Mac Arthur selbst, dass er im Koreakrieg die US-Regierung ersucht habe, ihre Zustimmung zum Nukleareinsatz zu geben, um durch die radioaktive Verseuchung des nordkoreanischen Territoriums jede Möglichkeit eines Truppendurchmarsches zu nehmen.

10.Als in den Wochenschauen der Kinos die Bilder von rotchinesischen Soldaten gezeigt wurden, die us-amerikanische Offiziere in die Kriegsgefangenschaft abführten, dämmerte es, dass ein Riese in Asien erwacht ist. Es war ein Schock für alle Reaktionäre, Rassisten und Faschisten.

11. Vergleiche Klaus Kellman, Stalin Eine Biographie, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Primus Verlag Darmstadt 2005, 254. Der Antikommunist Kellman bemüht sich in seiner Biografie krampfhaft, Stalin zu kriminalisieren, sein Hinweis auf den us-amerikanischen Napalmeinsatz scheint mir deshalb glaubhaft. Ich habe mich mit Kelmman kritisch auseinandergesetzt in meinem Artikel: Stalin  Ein großer Freund des deutschen Volkes, (siehe: google: lenin unser aller lehrer stalin ein großer freund des deutschen volkes).

Heinz Ahlreip

Eine betrunkene Fuselhändlerin Käßmann (Dr. Lügnerin) wirbelt Medienstaub auf

7. Januar 2010

„Nur wer die schrecklichen Auswirkungen eines langen Krieges kennt, vermag die überragende Bedeutung einer raschen Beendigung zu sehen.“

Sun Tsi (Die Kunst des Krieges)

Eine Neujahrspredigt der EKD-Vorsitzenden Landesbischöfin Margot Käßmann hat es in die Schlagzeilen der bürgerlichen Medien gebracht. In ihnen wird räsonniert über Krieg und Frieden, Religion und Gewaltspirale…usw…usf, während in Afghanistan weiter Soldaten sterben. Liest man sich die Artikel in den bürgerlichen Zeitungen durch, so werden wir Zeugen eines Wirrwarrs von widersprüchlichen Äußerungen der Politiker/innen zu dem Thema Krieg und Frieden, und doch zeichnen sich bei genauerem Hinsehen in diesem Wirrwar die Physiognomien der verschiedenen Klassen der bürgerlichen Gesellschaft ab. Lenin lehrte den Arbeitern und Bauern, den Völkern, dass man bei jedem Krieg nach seinem Charakter fragen muss, nach seinem sozialen Inhalt, nach den Klassen, die ihn führen und nach der Politik, die ihn vorbereitet hat,  nach seinem strategischen Zweck.

Zunächst muss man zur Person der Landesbischöfin an Lenins Bestimmung der Religion erinnern. „Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenanlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen.“ 1. Wie die Taliban in Afghanistan das Mittelalter repräsentieren, so repräsentieren unsere christlichen Mullahs  in Deutschland es nicht minder. Es zeugt ja gerade von einer mittelalterlichen Borniertheit der bürgerlich-sozialdemokratischen Politiker, dass sie das unwissenschaftliche Geschwafele  der Bischöfin überhaupt ernst nehmen, die sich mit ihrer „Phantasie für den Frieden“ einer Lächerlichkeit der Weltfremdheit preisgibt. Schäuble erinnert daran, dass die Bundeswehr im Auftrag der UNO tätig ist, er ist aber auch daran zu erinnern,  dass die UNO es im Koreakrieg zuließ, dass die us-amerikanischen Aggressionstruppen unter General Mac Arthur während des Koreakrieges unter dem Banner der UNO in der südkoreanischen Hafenstadt Pusan landeten, um die Volksbefreiungskräfte zurückzuschlagen. Noch heute ist die UNO als Unterdrückerin in Korea stationiert. Wer sich auf die UNO beruft, zeigt gerade, dass er ein Volksfeind ist, der sich für die Unterdrückung der Völker einsetzt. Des weiteren haben die Imperialisten auf einmal ihr Herz für die afghanischen Frauen entdeckt, die Frauen, ja die Frauen…erstens tun diese Herren in ihren eigenen Ländern nichts, um sie von dem religiösen Fusel zu befreien, noch mehr, in keinem kapitalistischen Land bekommen die Frauen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Befreiung vom mittelalterlichen Fusel und vom Kapital ist dann auch die ureigenste Angelegenheit der Arbeiterinnen und Bäuerinnen. Und diese die Arbeitskraft der Frauen blutsaugenden Kapitalisten spielen sich in Afghanistan als Vertreter moderner Gleichberechtigung auf. 2.Der niedersächsische Innenminister Schünemann, selbst in einem mittelalterlichen Schwarweißdenken befangen – alles Linke kommt vom Satan –  geht mit der Bischöfin besonders hart ins Gericht, sie beurteile den Afghanistan-Einsatz lediglich nach gesinnungsethischen Gesichtspunkten, nicht nach verantwortungsethischen. 3.Dem Innenminister ist zu sagen: manch einer liebt die Afghanen, nur um die Kinder seines eigenen Volkes verantwortungsbewußt am Hindukusch zu opfern.

Weiterhin ist es sehr bezeichnend für die einseitigen Diskussionen in den bürgerlichen Medien, dass eine Frage ständig vertuscht , ständig umgangen wird, und so kann denn der Krieg auch munter weitergeführt werden, ich meine die Frage des bürgerlichen und adeligen Offizierskorps der Bundeswehr, das nur eine Minderheit des deutschen Volkes repräsentiert. Nimmt man dieses von bürgerlichen Medien tabuisierte Hauptbollwerk der Konterrevolution in Deutschland  genau unter die Lupe, so erkennt man, dass es sich um eine ganz kleine Clique handelt, die in Afghanistan das Leben der Arbeiter- und Bauernsoldaten opfert. Es ist ein Offizierskorps ohne Soldaten, durch und durch durchsetzt von feudalen Elementen, verbrämt mit allerlei mittelalterlichem Plunder („Ich bete an die Macht der Liebe.“) Und an dieses Offizierskorps der Bundeswehr wendet sich denn auch die Bischöfin im speziellen, mit dem Kriegsminister Guttenberg hat sie vereinbart, dass die Doktor Lügnerin  4. einen Vortrag vor der Führungsakademie der Bundeswehr halten will, auf Gegenseitigkeit beruhend: Guttenberg hält einen Vortrag an einer Evangelischen Akademie.  Die EKD teilte mit, das Gespräch zwischen Bischöfin und Minister sei in einer „konstruktiven und harmonischen Atmossphäre verlaufen.“ 5. Mittelalterlicher Fusel fühlt sich eben zu mittelalterlichem Fusel hingezogen. Man stelle sich das mal bildlich im urchristlichen Sinne vor: Jesus hält einen Vortrag in einer Militärakademie !? Na ja…aber eine Doktor Lügnerin ! Anders verfuhr da Thomas Müntzer. Luther lud ihn wiederholt zu einer Disputation in die Universität Wittenberg ein, aber Müntzer lehnte ab, denn man soll das Zeugnis des Geistes „…nicht ausschließlich auf die hohe Schule bringen.“ 6.

„Es gibt in der Politik nur zwei entscheidende Mächte: die organisierte Staatsgewalt, die Armee,  und die unorganisierte, elemantare Gewalt der Volksmassen“. 7. So stehen die Fronten im Klassenkampf, hier gibt es keinen Spielraum für Friedensphantasien, wer diese predigt, segnet  die Unterdrückung des Volkes nur ein. Gysi hat im Bundstag Frau Käßmann in Schutz genommen, weil Gysi nichts mehr fürchtet, als dass die einfachen Soldaten in Afghanistan das Profitgeschäft der Imperialisten durchkreuzen. Oder wendet sich die Bischöfin Käßmann mit ihrer Neujahrspredigt etwa an die Volksmassen ? So wie Thomas Müntzer, der schon 1525 die Volksbewaffnung forderte ? „…denn die ganze Gemeinde habe die Gewalt des Schwertes…“ 8. Käßmann vertritt da einen ganz anderen, konterrevolutionären Standpunkt. „Frieden schaffen ohne Waffen“. Die konterrevolutionären Pfaffen totschlagen, das war eine Forderung Thomas Müntzers und des Bundschuhs im Bauernkrieg. Thomas Müntzer „…bestand darauf, daß die gottlosen Regenten,  besonders (!!) Pfaffen und Mönche, die das Evangelium als Ketzerei behandeln, getödtet werden müßten…“ 9. Dieser Geist darf niemals aus dem deutschen Volk absterben, es würde auf ewig in Knechtschaft unter Pflugscharen darben. „Frieden schaffen ohne Waffen, sei immer ihre Option gewesen. Daher will sie auch als Präsidentin der Zentralstelle Kriegsdienstverweigerung, die sie seit 2003 ist, das Militär überflüssig machen.“ 10. Wie sie dies erreichen will, kann sie nicht erklären, wie denn alle pazifistischen Wunschträume an der rauhen Klippe der Kriegswirklichkeit zerschellen. Sie beherrschen nicht den dialektischen Widerspruch, dass man nur durch den Krieg hindurch den Krieg überwinden kann, durch den revolutionären Bürgerkrieg gegen die Kapitalisten, durch Zertrümmerung ihres Parlamentes und ihres Staatsapparates. Vergleichen wir einmal die Bischöfin mit einer proletarischen Frau: „Was sollen die proletarischen Frauen dagegen tun ?? Nur jeden Krieg und alles Militärische verwünschen, nur die Entwaffnung fordern ? Niemals werden sich die Frauen einer unterdrückten Klasse , die revolutionär ist, mit solcher schändlichen Rolle bescheiden. Sie werden vielmehr ihren Söhnen sagen: Du wirst bald groß sein, man wird dir das Gewehr geben. Nimm es und erlerne gut alles Militärische – das ist nötig für das Proletariat, nicht um gegen deine Brüder zu schießen, wie es jetzt in diesem Räuberkrieg geschieht und wie dir die Verräter am Sozialismus raten, sondern um gegen die Bourgeoisie deines „eigenen“ Landes zu kämpfen, um der Ausbeutung, dem Elend und den Kriegen nicht durch fromme Wünsche, sondern durch das Besiegen der Bourgeoisie und deren Entwaffnung ein Ende zu bereiten.“ 11. Lenin macht hier also die Entwaffnung, das Überflüssigmachen des Militärs vom Sieg über die  Bourgeoisie abhängig, und das ist auch ganz richtig so. Also,  wenn  Frau Käßmann ihre Worte wirklich ernst nimmt, dann wirft sie die Kutte beiseite und nimmt eine Knarre in die Hand. So würde sie sich aus einer Hasspredigerin gegen die arbeitenden Menschen in Deutschland zu eine ihrer Befreierin emanzipieren.Vergessen wir nicht den wichtigen Hinweis von Marx und Engels im Manifest, dass „…der Pfaffe immer Hand in Hand ging mit dem Feudalen, so der pfäffische Sozialismus mit dem feudalistischen.“ 12. Eine ihrer ersten Aktionen sollte darin bestehen, das fette Luther Denkmal an der Seite des Eingangs zur Hannoverschen Marktkirche in die Luft zu sprengen 13., denn Luther verwandelte alle Deutschen in Pfaffen. Der junge Marx erhoffte sich von einer philosophischen Verwandlung der pfäffischen Deutschen in Menschen die Emanzipation des Volkes. 14.  So sei es. Das Luthertum ist etwas urbürgerliches, Marx kritisierte das von Lassalle verfasste Bauernkriegsdrama „Sickingen“ gerade dahingehend, dass Lassalle  die lutherisch- ritterliche Opposition über die plebejische Münzerische gestellt habe. Auch in der DDR stand es einem Staatsratsvorsitzenden schlecht zu Gesicht, den Vorsitz der Martin Luther Kommission anläßlich des Geburtstages des Reformators zu übernehmen. Die protestantischen Pfaffen in der DDR registierten das mit Aufmerksamkeit. Die Diskussionen um die Käßmann Äußerungen müssen von einer mittelalterlichen auf eine humanistische Ebene gehoben werden. 15.

Der uns in Europa prägende Humanismus hat seinen Umweg über China genommen. Es war der Aufklärer Voltaire, der den Ursprung der Zivilisation in geschichtsphilosohischer Hinsicht dorthin verlagerte, um die christlich abendländischen Wurzeln abzutrennen. Das Christentum taugte nicht mehr, es hatte die Welt mit konterrevolutionären Terror im Namen der, meist royalistischen, Mächte überzogen 16.und Voltaire persönlich bekam noch die Infamien der Jesuiten zu spüren. „Ecrasez l´Infame“ war sein Schlachtruf, aber als bürgerlicher Aufklärer griff er nur die Institution Kirche an, nicht die Religion als solche. Rousseau, in vielerlei Hinsicht sein Gegenspieler, prägte den Satz: ein Mensch, der anderen Menschen Befehle geben will, muß krank sein. Demnach ist jeder Staat, der seine eigene Negation nicht mitdenkt, ein antihumanistisches konterrevolutionäres Machtinstrument. Die Pariser Kommune und der russische Sowjetstaat dachten ihre eigene Negation mit. Nur die Marxisten und Anarchisten sind heute Träger eines aufklärerischen Humanismus´, da aber die Anarchisten in der Emanzipation ohne Staatsgewalt  gegen die Bourgeoisie auskommen wollen, tendiert ihre revolutionäre Intensität zur Bestrafung der Konterrevolution auf Null.

1. Lenin, Sozialismus und Religion, in: Ausgewählte Werke Band II, Dietz Verlag Berlin 1980,200

2.Angela Davis hat am Beispiel der USA  die enge Verbindung von Lohndumping bei Frauen und ihrer sexuellen Vergewaltigung aufgezeigt. (Siehe: Angela Davis: Der Mythos vom schwarzen Vergewaltiger (1981),in:  absolute Black Beats orange press, 2003, 146)

3. Uwe Schünemann, Gesinnung und Verantwortung, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.1.2010,8

4. Thomas Müntzer bezeichnete Martin Luther als Doktor Lügner.

5. Guttenberg lädt Käßmann zu Truppenbesuch ein. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.1.2010,4

6.Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10. Dietz Verlag Belin 1977, 391

7. Friedrich Engels, Die Rolle der Gewalt in der Geschichte, MEW 21, Dietz Verlag Berlin, 1975,431

8.Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10. Dietz Verlag Berlin 1977, 390

9.a.a.O.

10. Käßmann will das Militär schon lange überflüssig machen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.1.2010,5

11. Lenin, Das Militärprogramm der proletarischen Revolution, LW 23,78

12.Karl Marx, Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, Dietz Verlag Berlin 1984, 56

13. Eine Predigt Thomas Müntzers führte zur Zerstörung der Marienkapelle zu Mellerbach bei Allstedt. So muß es sein. (Siehe:Friedrich Engels: Der deutsche Bauernkrieg, MEGA I,10, Dietz Verlag Berlin 1977,389)

14. Vgl. Karl Marx, Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie/Einleitung, Dietz Verlag Berlin 1957, MEW 1, 386

15. Wenn Pfaffenpack im Politisch- Militärischen mitmischen will, ist revolutionäre Aufmerksamkeit gefordert. Im proletarischen Bewußtsein ist noch die Erinnerung an die Rolle des Popen, Provokateurs  und Polizeispitzels Gapon wach, die dieser in der russichen Revolution von 1905 spielte. Er lockte Arbeiter, Frauen und Kinder in eine Falle, die mit dem Blutsonntag von Petersburg endete. „Gapon übernahm es, der zaristsichen Ochrana zu helfen, ein Blutbad unter den Arbeitern zu provozieren und die Arbeiterbewegung in Blut zu ertränken.“ (Geschichte der KPdSU (B) Verlag der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin, 1946, 68) …die Arbeiterbewegung in Blut zu ertränken…, daran sollten die Soldaten denken, falls Käßmann zu ihnen nach Afghanistan kommt. Wie gesagt: …der pfäffische Sozialismus geht immer Hand in Hand mit dem feudalistischen. Die Absicht, als Bischöfin nach Afghanistan zu pilgern, erübrigte sich in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar an der an der Kreuzung Friedrichswall/ Willy-Brandt-Straße in Hannover.

16. Ein Beispiel für antiroyalistische Mächte gibt Oliver Cromwell ab: als England um seine maritime Weltmacht gegen Spanien und den Niederlanden kämpfte schrieb er an einen seiner Admirale: die Banner flattern im Namen Christi.