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SPD Parteitag in Berlin Faschistische Bluthunde unter sich

7. Dezember 2011

Spätestens seit dem Auftreten des Sozialdemokraten Gustav Noske in der Novemberrevolution als Bluthund der Konterrevolution und spätestens seit der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht unter Beihilfe der SPD weiß die deutsche Arbeiterbewegung, die mit der konterrevolutionären SPD ihre Erfahrungen gemacht, und die internationale Arbeiterbewegung, die diese mitbekommen hat, dass die deutsche Sozialdemokratie eine Partei des gemäßigten Faschismus ist. 1. SPD und NPD sind keine Antipoden, sondern diese Parteien ergänzen sich, die SPD ist der gemäßigte Flügel des Faschismus. Ihr Berliner Parteitag bestätigte dies eindrucksvoll, er präsentierte uns ideologisch Faschismus fast schon in Reinkultur. Es passt zu dem Vorsitzenden dieser zur Reaktion degenerierten Partei, Sigmar Gabriel, dass er selbst gern reich und wohlhabend sein würde. 2. Ansätze zu einer Leibesfülle à la Hermann Göring hat er ja schon. Die Tendenz zum Volksfeind ist in dieser Aussage mehr als deutlich, denn sie schlägt der Intention der Pariser Kommune direkt ins Gesicht, die die Entlohnung der „staatlichen Würdenträger“  auf das Niveau eines durchschnittlichen Arbeiterlohnes justierte. Mit seiner Lüge, dass eine „neokommunistische Staatsgläubigkeit keine Alternative “ 3. sei, spuckt er der Pariser Kommune direkt ins Gesicht, die nach Friedrich Engels schon kein Staat im eigentlichen Sinne des Wortes mehr war, da es galt, nur noch eine vorher schmarotzende bürgerliche Minderheit zu unterdrücken. „Man sollte das ganze Gerede vom Staat fallenlassen“, schrieb der alte Engels 1875 an Bebel. Wo sieht man hier „Staatsgläubigkeit“ ? – im Gegenteil, Engels sprach von einer kommenden Generation, die den ganzen Staatsplunder von sich abwerfen wird. Und Lenin davon: „In der Frage der Abschaffung des Staates als Ziel gehen wir mit den Anarchisten keineswegs auseinander.“ 4. Dagegen ist die reaktionäre SPD ein Sammelbecken faschistischer Etatisten, die ihre Staatsgläubigkeit auch offen zugeben: Eine Parole in Berlin lautete: „Unser Kapital – Demokratie und Gerechtigkeit !“ Auf den ersten Blick eine hübsche, eine nette Parole; der konterrevolutionäre Satan steckt hier beim näheren Hinsehen in der „Demokratie“, denn Demokratie bedeutet ja Staat, bedeutet ja die organisierte Gewalt einer unterdrückenden Klasse gegen  andere. Heute steckt viel konterrevolutionäres Gedankengut in der Verherrlichung der Demokratie, gemäßigte sozialdemokratische Faschisten legen dieses Wort als Köder aus. Wenn Engels vom Einschlafen des Staates im Kommunismus sprach, so war damit auch immer ein Einschlafen der Demokratie mitgedacht und mitgesagt. Was aber interessieren einen Mann mit der Tendenz zum Reichtum schon die Schriften von Friedrich Engels ? Geradezu lächerlich ist der von Gabriel dem deutschen Volk hingeworfene Köder, der/die Bürger/innen sollten „Herrscherinnen und Herrscher ihres eigenen Lebens“ 5. sein.  Ein Leben in innerer und äußerer Naturbeherrschung  ist erst im Kommunismus möglich, keineswegs unter den Bedingungen des Imperialismus – im Gegenteil: die Werktätigen sind von den Produktionsmitteln getrennt und arbeiten nicht für sich und der moderne bürgerliche Staat als eine Demokratie für die Reichen und gegen die Armen unterscheidet sich nicht sehr von der antiken Sklavenhalterdemokratie. 6. Ein sozialdemokratischer Politiker, der sich vor die vom Kapital versklavten Lohnabhängigen hinstellt und predigt, ihr sollt Herrn Eures eigenen  Lebens sein und dabei verschweigt, dass diese menschliche Emanzipation nur über die völlige Vernichtung des Feindes, der Bourgeoisie möglich ist,  gehört ganz einfach eingefangen und unter die Känguruhs Ausstraliens ausgesetzt. Wenn Steinmeier die Linke in der SPD warnt, nicht aus Daffke einen Schnaps oben drauf zu tun, so ist ihm entgangen, dass Peer Steinbrück auf den Ausführungen von Gabriel tatsächlich noch einen faschistischen Fusel draufgetan hat. Unter Beratung Steinbrücks hat der Parteivorstand sogar eine Kommission eingesetzt, die ein Konzept erarbeitet, das das Bündnis der Starken mit den Schwachen begründen soll. Philanthropischer Schwachsinn (Schwachsinn, denn die Reichen werden, wie jeder weiß, immer reicher und vertiefen dadurch die Armut des Volkes) war schon immer ein Bestandteil der politischen Demagogie gegen die Werktätigen. Ganz offensichtlich glaubt Steinbrück allen Ernstes, das deutsche Volk bestehe aus lauter Schafen, denen man predigen könne, die kapitalistischen Wölfe werden satt und lassen die Schafe dabei unversehrt. Wie kommt dieser Bündnisgedanke zustande ? Marx erläutert im Achtzehnten Brumaire, wie es zur „sozialen Demokratie“ kommt: der Arbeiterklasse werden die sozialen Forderungen gebrochen und ihre politischen in den Vordergrund gerückt, umgekehrt die radikalen politischen Forderungen des Kleinbürgertums bleiben beiseite und die sozialen geraten nach vorne, so dass dann Steinbrück  dem Parteitag wörtlich hinwirft: man dürfe die Reichen nicht verprellen. Hier haben wir den spezifisch sozialdemokratischen Faschismus in Reinkultur. Es fallen einem sofort die Worte von Lenin ein, dass  man den Reichen Brot, Wasser und Feuer wegnehmen muß. 7. Auch fühlt man sich unwillkürlich an die Schlußszene des 1945 uraufgeführten Monumentalfilms von Sergei Eisenstein „Ivan der Schreckliche“ (Ivan grosny) erinnert, in der das Gesicht des Zaren in Großaufnahme gezeigt wird und dieser den Schlußsatz des ganzen Films spricht: „Es ist die Aufgabe des Zaren, die Kleinen und Schwachen zu schützen, aber hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen zu sein, wenn er dies jedoch nicht vermag, so ist er kein Zar“. Wir brauchen in der Bundesrepublik Tausende und Abertausende schreckliche Ivans, die hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen sind, die nicht das Bündnis mit dem Kapital suchen, die nicht den Klassenkampf vertuschen, die das Volk nicht mit einem Bündnis betrügen, in dem die Starken immer gewinnen und die Schwachen immer verlieren müssen, die nicht die faschistische Ideolgie verbreiten, es muß starke kapitalistische Herrenmenschen und schwache lohnabhängige Untermenschen in der Welt geben, die sich den Reichen nicht als Lakaien anbiedern und diesen den After hinhalten, sondern ihrer historischen Pflicht gemäß als Totengräber der Bourgeoisie auftreten. Was uns in der Bundesrepublik bevorsteht, ist nicht irgendein von schwachköpfigen Sozialdemokraten ersponnenes Bündnis zwischen Arm und Reich, sondern naturgemäß , wie es der wissenschaftliche Sozialismus bestimmt hat, ein Bürgerkrieg zwischen ihnen in seiner fürchterlichsten Form. Nur auf einem Ozean aus bürgerlichem Blut kommt das stolze Schiff der proletarischen Revolution voran. Wer auf ein Bündnis hinwirkt, behandelt der nicht die Werktätigen wie Dreck, betrügt er sie nicht um ihre Revolution ? Der revolutionäre Marxismus lehrt etwas anderes: gerade die Massen systematisch zur gewaltsamen Zerschlagung der bürgerlichen Diktatur erziehen. Und zu dieser weltgeschichtlichen Tat ist die Aufklärung über das Verhältnis von Staat und Revolution zwingend erforderlich. Die Parteitagsmeute schwieg darüber – und mußte darüber schweigen, denn der Opportunismus kann zur Klärung dieses Verhältnisses nichts beitragen, da er vor dieser Frage ständig ausweicht. Wozu brauchen wir Schmarotzer in unserer Gesellschaft ? Erinnern wir uns lieber an die Worte August Bebels: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Und an seine Worte auf dem Dresdner Parteitag 1903: „Ich will ein Todfeind der bürgerlichen Gesellschaft und Staatsordnung bleiben, um sie in ihren Existenzbedingungen zu untergraben, und sie, wenn ich kann beseitigen.“  Es ist klar, dass zwischen dem Revolutionär Bebel, der ganz richtig die bürgerliche Staatsordnung beseitigen wollte, so wie die Jakobinerrevolutionäre die feudale Staatsordnung beseitigten,  und der heutigen faschistischen SPD Lichtjahre liegen, diese sozialdemokratischen Zwerge und Perverslinge haben das Recht verloren, sich auf Bebel zu berufen. Ihr Berliner Parteitag hat sie uns gezeigt, diese kleinbürgerlichen sozialdemokratischen Spießer mit ihrer abscheulichen menschenverachtenden Fratze, die die Armen an der Nase herumführen wollen. Denn man kann die Kleinen und Schwachen nicht schützen, wenn man nicht hart und grausam gegen die Reichen und Mächtigen ist. Und umgekehrt: wer die Reichen nicht verprellen will, was bleibt ihm in einer revolutionäre Situation anderes übrig als den neuen Noske zu markieren ? Das sozialdemokratische Bündnis ist ausgedacht, um das deutsche Volk von den Reichen erdrosseln zu lassen. Obwohl die Reichen überhaupt , vulgärmarxistisch ausgedrückt, durch eine „Art Prellerei“ reich geworden sind, will der sozialdemokratische Kleinbürger diese nicht bestrafen, sondern…man rate ? Nicht verprellen ! Sozialdemokratische Volksfeinde arbeiten mit reichen Volksfeinden Hand in Hand. Ideologisch suchen diese hausbackenen Sozispießer den Weg zum Mittelalter, Gabriel sucht die Allianz mit der Kirche.  8. Auch an diesem Punkt muss an August Bebel gedacht werden, der  die Religion ausrotten wollte. „…jeder Religionslehrer ist ein Feind des wahren Fortschritts der Menschheit, er ist gefährliches Unkraut unter dem Volksweizen, das ausgerottet werden muß.“ 9. Die Dialektik der Geschichte ist nun so verlaufen, dass heute Bebels eigene Partei gefährliches Unkraut unter dem Volksweizen geworden ist, das ausgerottet werden muß.

Es kann keinen Fortschritt in Deutschland, es kann keine Befreiung der Lohnsklaven und keine Befreiung vom Mittelalter geben, wenn die Kleinen und Schwachen, die die große Meherheit der Gesellschaft bilden, nicht die kleine Minoriät der Reichen und Mächtigen mitsamt ihrer Agentur: SPD mit Feuer und Schwert ausrotten und niederbrennen. Tod den Reichen, Schmarotzern, Faschisten und sozialdemokratischen Volksfeinden ! Um mit einem Gedanken Robespierres zu enden: Wir haben nur wenige Köpfe zu treffen und die Konterrevolution ist nur noch ein dunkles Kapitel , hier in der Geschichte des deutschen Volkes.

1. Sucht man historische Analogien, die immer etwas schief sind, so ist auf die konterrevolutionäre Gironde während der französischen Revolution und auf die konterrevolutionären kleinbürgerlichen Parteien Menschewiki  und Sozialrevolutionäre  (Kerenskianer, Kerenski war Sohn eines Gymnasialdirektors  und floh als Volksfeind vor dem Bolschewismus, später Professor in den USA) während der russischen Revolution zu verweisen. Gironde, Sozialrevolutionäre, Menschewiki und Sozialdemokraten haben Angst sowohl vor der revolutionären Schöpferkraft der Volksmassen als auch vor ihren sozialen Forderungen. Sie sind konterrevolutionär, weil sie deshalb die alte Ordnung verteidigen und für Revolutionäre ist klar, dass die revolutionäre Schöpferkraft der Massen diese Parteien vernichten muss. In der Sowjetunion war dies einstweilen gelungen. Wir sehen, dass sich die fortschrittlichste bürgerliche Klasse im 18. Jahrhundert in die beiden Flügel Jakobiner und Girondisten zerlegte wie die fortschrittlichste Klasse des 20. Jahrhunderts in Bolschewiki und Menschewiki. In Deutschland war der Reichspräsident Ebert im Grunde ein Monarchist und das kam nicht von ungefähr: In seiner Kritik am im Oktober 1891 an Stelle des Gothaer Programms von 1875 angenommenen Erfurter Programms wies Engels darauf hin, daß es in Deutschland mit seiner fast allmächtigen Regierung und einem Reichstag ohne Macht illusionär sei, von einem friedlichen Weg zum Sozialismus zu träumen und dass man Handlangerdienste für den Absolutismus betreibe. Engels blieb unerhört und die überwiegende Mehrheit der offiziellen Führer der deutschen sozialdemokratischen Partei erwies sich denn auch, wie Lenin es nannte, als „Schirmer des Absolutismus“. (Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1960,458).

2. „Gabriel will SPD wieder in rot-grüne Regierung führen“, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Dezember 2011, Seite 2

3. a.a.O.

4. Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, Dietz Verlag Berlin, 1960,449

5. „Gabriel will SPD wieder in rot-grüne Regierung führen“, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Dezember 2011, Seite 2

6. „Die Freiheit der kapitalistischen Gesellschaft bleibt immer ungefähr die gleiche, die sie in den antiken griechischen Republiken war: Freiheit für die Sklavenhalter.“ (Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1960,474).

7. Vergleiche Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Werke Band 28, Dietz Verlag Berlin,1959,280

8. „Ein weiter Bogen nach links“, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Dezember 2011, Seite 3. Schon Friedrich Engels mußte 1891 in seiner Einleitung zu Marxens „Bürgerkrieg in Frankreich“ auf die opportunistische Nachlässigkeit der deutschen Sozialdemokratie bezüglich der Religion hinweisen, da Tendenzen deutlich wurden, die Relgion nicht nur dem Staat, sondern auch der Partei selbst gegenüber zur Privatsache zu erklären, also auf den Kampf gegen das volksverdummende Opium Religion zu verzichten. „Der künftige Geschichtsschreiber der deutschen Sozialdemokratie wird beim Aufspüren der Wurzeln ihres schmachvollen Zusammenbruchs im Jahr 1914 nicht wenig interessantes Material zu dieser Frage vorfinden, angefangen von dem ausweichenden, dem Opportunismus Tür und Tor öffnenden Erklärungen in den Artikeln Kautskys, des ideologischen Führers der Partei, bis zu dem Verhalten der Partei zu der „Los-von-der-Kirche-Bewegung“ im Jahre 1913″. (Lenin, Staat und Revolution, Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1960,464). Vor dem ersten Weltkrieg gab es eine massenhafte Kirchenaustrittsbewegung, der gegenüber führende Vertreter der deutschen Sozialdemokratie nicht nur sage und schreibe Neutralität bewahrten, sondern es ihren Mitgliedern verboten, im Namen der Partei  Propaganda gegen Religion und Kirche zu betreiben !! Ohne Zweifel ein tiefer Rückfall hinter die bürgerliche Aufklärung. Gustav Landauer hatte völlig Recht, als er sagte, dass es in der ganzen Natur kein  ekelhafteres Tier gebe als die deutsche Sozialdemokratie. Und dieses  Tier wird ekelhafter Tag für Tag.

9. August Bebel: Über materialistische Geschichtsauffassung, in: August Bebel: Die moderne Kultur ist eine anti-christliche, Alibri Verlag 2007,61

ZUM 1. MAI

11. April 2010

In der Staatsfrage: gab es in der Geschichte schon immer Staaten, warum gibt es heute Staaten, warum existiert ein Staat ?.etchat Lenin in seinen Vorlesungen an der Swerdlow Universität darauf hingewiesen, daß diese Frage absichtlich oder unabsichtlich von der buntscheckigen Schar der Ideologen verdreht und verfälscht wird, das Wichtigste dieser Frage sei, dass ein Staat nur existieren kann bei einer Überschußproduktion, das ist der Kern, das Wesentliche der Sache.

Auch in der Frage der Gesellschaft – Klassenkampf, Krieg und Frieden, Ausbeutung, Lohnsklaverei…etc. – kommt es darauf an, den zentralen Kern aller gesellschaftlichen Widersprüche und Klassenkonflikte festzuhalten. Die Kommunisten heben die Eigentumsfrage an den Produktionsmitteln als die Grundfrage der Bewegung hervor. Was der Volksmund schon ganz richtig ausdrückt: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer, hat seine tiefere Ursache am Privateigentum an den Produktionsmitteln, „…das die Arbeit der vielen in den Reichtum der wenigen verwandelt.“ 1.

Also kommt es in einer proletarischen Revolution darauf an, dieses Privateigentum an den Produktionsmitteln zu vergesellschaften. Das ist aber kein einfacher shematsich zu handhabender Akt, sondern ein Prozeß, der die Herausbildung einer revolutionären Kampfpartei des Proletariats erforderlich macht.

Diese Partei hat mit den kleinbürgerlichen und bürgerlichen Parteien nichts gemein, im Gegensatz zu diesen korrupten Banden politischer Spekulanten, die die bürgerliche Diktatur über das ausgebeutete Volk zementieren wollen, ist die Partei des Proletariats eine sich im revolutionären Prozess der Überwindung der bürgerlichen Gesellschaft und der Klassenherrschaft selbst negierende. Im Gegensatz zu den bürgerlichen Diktaturparteien strebt die Partei der Arbeiterklasse die Diktatur des Proletariats an, durch die allein die Bourgeoisie dem Proletariat untertan gemacht werden kann. Der Zweck der Diktatur besteht in der Liquidierung der Kapitalisten als Klasse. Und was ein Kapitalist ist, läßt sich genau definieren: sein Kapital ist ausreichend, um durch Ankauf der Ware Arbeitskraft Lohnarbeiter auszubeuten.  Der Zweck der kapitalistischen Produktion ist nicht der Lebensunterhalt, sondern die Vermehrung des Reichtums. 2.

Die Kommunisten sind trotz aller multimedialen Gehirnwäsche gegen den Humanismus, der Anbetung des Chaotisch-Irrationalen und der Negierung der Kollektivität, der Verherrlichung krimineller Handlungen, der offen oder versteckten Einflößung faschistischer Ideologie in den Massenmedien in der Lage, den Feind genau und scharf ins Auge zu fassen, sie sind die Totengräber der bürgerlichen Gesellschaft.

Man kann die Kommunisten auch als Jakobiner des 20. und  21. Jahrhunderts bezeichnen. Die bürgerlichen Jakobiner liquidierten feudale Stände, die proletarischen werden bürgerliche Klassen liquidieren.

1.Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, Marx Engels Werke Band 17, Seite 342

2. Nicht jede beliebige Geld- und Wertsumme verwandelt sich in Kapital, schreibt Marx in seinem Hauptwerk und erläutert, dass zum Beispiel ein Geldbesitzer, der nur zwei Arbeiter 12 Stunden  arbeiten läßt, davon 4 für ihn, grob gesprochen gerade einmal den Lebensstandard seiner Arbeiter hat. (Vergleiche Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der  Wissenschaft, in: Marx Engels Werke Band V, Dietz Verlag 1972,139f.)

Heinz Ahlreip

Pipes Kommunismusbuch

22. Dezember 2009

Der Zusammenbruch der sich auf den Moskauer Leninismus beziehenden sozialpolitischen Gesellschaftssysteme, der, läßt man einmal das revolutionäre Albanien, das sich ja von ihm abgewandt hatte,  außen vor, 1991 abgeschlossen war, hat nicht nur sozial und weltpolitisch verheerende Auswirkungen gehabt, sondern auch ideologisch. Man war auf einmal zurückgeworfen auf das Gedankengut der bürgerlichen Aufklärung, die genuin mit dem radikalen Zweifel Descartes anhob. Dahin hat es diese bürgerliche Aufklärung gebracht, dass an allem zu zweifeln ist, nur nicht an der Fehlerhaftigkeit des egoistischen Menschen und dass er folglich zum Kommunismus nicht tauge, da der Egoismus eine anthropologische Konstante sei.  Diese konterrevolutionäre Doktrin steht eisern. Inzwischen aber hat sich gezeigt, dass die Verelendung der Weltbevölkerung trotz des Sturzes der kommunistischen Tyranneien zugenommen hat, daß der Imperialismus drauf und dran ist, die ganze Welt in einen einzigen blutigen Klumpen zu verwandeln (1.) und dass nur ausgenommen dumme und ausgenommen dreiste Menschen damals von blühenden Landschaften phantasieren konnten. Wer den Imperialismus mit einem menschlichen Anlitz maskiert, ist ein schäbiger Volksbetrüger und gehört versetzt, sagen wir, unter die Känguruhs nach Australien. Wenn also Professor Pipes 2001 eine Generalabrechnung mit dem Kommunismus vorlegt, so kann man sagen,das Buch kommt 10 Jahre zu spät (2.) In der Euphorie des die Kommune wie die Pest hassenden Bürgertums wäre es um die Jahreswende 1991/1992 noch verständlich gewesen. Es war immerhin der führende Kopfjäger der Roten Armee Fraktion, der Ex-BKA Chef Horst Herold, der 2000 zu der Einsicht kam, dass das Scheitern des Kommunismus Probleme hinterlassen habe, die zu seinem Entstehen geführt hätten. (3.) Pipes ist in der angelsächsischen Tradition ein Vertreter des common sense, des gesunden Menschenverstandes, und wir finden durch seine Kommunismuswiderlegung eine vortreffliche Bestätigung der Worte von Friedrich Engel, dass der gesunde Menschenverstand, „…ein so respektabler Geselle er auch in dem hausbackenen Gebiet seiner vier Wände  ist, er  ganz wunderbare Abenteuer erlebt, sobald er sich in die weite Welt der Forschung wagt…“(4.) Pipes bezeichnet Stalin als schizophren, wir werden am Ende der Buchbesprechung sehen, auf wen dies wirklich zutrifft.

Es ist wohl auch der angelsächsischen Tradition geschuldet, dass  Pipes eine recht bizarre, umständliche geistesgeschichtliche Ableitung des Marxismus offeriert, phantasiereich, aber undiszipliniert: der Marxismus gehe zurück auf Plato, Locke und Helvetius. Das klingt gelehrt, der Kern der Sache ist aber ein anderer: Im Selbstverständnis des Marxismus und auch objektiv richtig sind drei Quellen zu nennen: die klassische deutsche Philosophie, der französische radikale Sozialismus und die bürgerliche englische politische Ökonomie, die alle von Marx kritisch überwunden wurden. (5.) Pipes gleitet hier ab, weil er die Methode der immanenten Kritik mißachtet: sich in den Kreis der Stärke der Logik des Gegners zu stellen und diesen von innen heraus zu destruieren. Auf Lenins Schrift: „Drei Quellen und drei Bestandteile des Marximus“ geht Pipes nicht ein, das wäre aber die Bedingung gewesen, um die klassische deutsche Philosophie, den französischen Sozialismus und die englische politische Ökonomie durch Platonismus, Lockeanismus und durch die französische Aufklärung in Gestalt von Helvetius zu ersetzen. Vor allem der Materialist Helvetius hat es ihm angetan, ja er zeichnet ihn sogar als einen Vater der Oktoberrevolution: „In gewisser Hinsicht stellte der von Lenin im November 1917 in Russland errichtete kommunistische Staat ein grandioses Experiment in Sachen öffentliche Erziehung dar, das auf der Grundlage des von Helvetius entwickelten Modells versuchte, einen vollkommen neuen, von allen Übeln einschließlich dem vom Besitzstreben freien Menschen zu erschaffen.“ (6.) Also eine Art „Besserungstyrannei“.

Es ist beliebt, die Thematik des Kommunismus mit allgemeinen Reflexionen über die Gleichheit aller Menschen einzuleiten. Pipes deutet den Kommunismus Marx Engelscher Prägung als Schreckensszenario der Gleichheit aus, ohne aber überhaupt näher auf die Dialektik zwischen bürgerlicher und proletarischer Gleichheit einzugehen. (Dass die Aristokratie den Gleichheitsgedanken verwirft, versteht sich ja von selbst). Die französische Egalite von 1789 beinhaltete die politische Gleichheit in Form der Abschaffung von Klassenprivilegien, jedoch nicht die Abschaffung der Klassen selbst. Für den Bourgeois bedeutet letztere Abschaffung natürlich eine Gesellschaft der Uniformität, was sie mitnichten ist. Der Verdienst der materialistischen Dialektiker Marx und Engels besteht gerade darin, die ideologisch ins Überzeitliche verzeichnete Kategorie der Gleichheit klassenmäßig konkretisiert zu haben. Es ist bürgerliches Vorurteil, Gleichheit als ewige Wahrheit zu betrachten, selbst heute noch manchmal religiös verzerrt (vor Gott sind alle Menschen gleich und Gott ist von Ewigkeit zu Ewigkeit). Marx wies im „Kapital“ darauf hin, dass das bürgerliche Vorurteil sich erst recht in einer warenproduzierenden Gesellschaft verfestigt. „Das Geheimnis des Wertausdrucks, die Gleichheit und die gleiche Gültigkeit aller Arbeit, weil und insofern sie menschliche Arbeit überhaupt sind, kann nur entziffert werden, sobald der Begriff der menschlichen Gleichheit bereits die Festigkeit eines Volksvorurteils besitzt. Das ist aber erst möglich in einer Gesellschaft, worin die Warenform die allgemeine Form des Arbeitsprodukts, also auch das Verhältnis der Menschen zueinander als Warenbesitzer das herrschende gesellschaftliche Verhältnis ist.“ (7.) Nichts einfacher als die bornierte bürgerliche Gleichheitsideologie dem Kommunismus unterzuschieben. Indem aber die proletarische Revolution der menschlichen Arbeitskraft den Warencharakter nimmt, fällt auch der ganze bürgerliche Gleichheitsschwindel in sich zusammen.

Da Pipes aber in seinem ganzen Buch die Themen nur oberflächlich streift, kommt er auch zu einer völlig abwegigen Deutung des Kommunismus als religiöses Phänomen: „Die emotionale Wirkung dieser Lehre gleicht der von Religionen, insofern sie ihren Anhängern die unerschütterliche Überzeugung verleiht, dass, gleichgültig, wie viele Rückschläge sie auch erleiden, ihre Sache am Ende triumphieren muss.“ (8.) Das kann man natürlich schreiben, wenn man Marx die Feuerbach´sche Religionskritik unterschiebt. „Der Begriff der Verdinglichung bezeichnet die Vergegenständlichung (Konkretisierung) eines Abstraktums. Laut Ludwig Feuerbach nannte Marx als Beispiel dafür die Neigung des Menschen, alles, was er als gut und erstrebenswert erachtet, auf ein (nach Marx´ Auffassung) nicht existentes Wesen zu projizieren, dass er als „Gott“ bezeichnet.“ (9.) So sah es Feuerbach, Feuerbach hat bekanntlich seine Religionskritik nicht Karl Marx übereignet. Karl Marx hat in seinen Feuerbachthesen vielmehr kritisiert, das Feuerbach vom Abstraktum Mensch ausgeht und nicht zu den gesellschaftlichen Wurzeln des religiösen Übels durchdringt. Laut Karl Marx muss man die gesellschaftlichen Bedingungen verändern, aus denen Religionen gestiftet und produziert werden, gleich welche -ismen diese haben. „Feuerbach sieht daher nicht, daß das religiöse Gemüt selbst ein gesellschaftliches Produkt ist und daß das abstrakte Individuum, das er anaylisiert, einer bestimmten Gesellschaftsform angehört.“ (10.)

Pipes gleitet auch am zweiten Kapitel seines Buches ab, in dem er den Leninismus abhandelt. Er beginnt mit einem zaristischen Ansatz und fängt die Hinleitung zum Leninsmus mit Peter dem Großen an, was originell erscheinen kann, gelänge der Übergang in die Thorie des Leninsmus. Aber von diesem zaristischen Ansatz kann Pipes sich nicht lösen, er verbleibt in einer längst überholten Geschichtsauffassung, dass große Männer Geschichte betreiben. So ist es nur folgerichtig, dass er die Theorie Lenins durch dessen Biografie ersetzt und der Leser nichts über den wissenschaftlichen Gehalt des Leninismus erfährt, die in ihm enthaltene Imperialismusanalyse, der Leninismus als Marxismus in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution, die Theorie des Aufbaus des Sozialismus in einem Lande, die Lenin und Stalin gegen Trotzki durchsetzten. Im April 1924 hielt Josef Stalin Vorlesungen an der Swerdlow Universität über die Grundlagen des Leninismus, die auch als Broschüre, auch in englischer Sprache erschienen.(11.) In diesen Vorlesungen wird das Wesen des Leninismus in hervorragender Weise dargelegt. Auch hier geht Pipes nicht auf das Wesen der Sache ein, erwähnt diese Schrift nicht einmal, seine Widerlegung des Leninismus rutscht deshalb ins Lächerliche ab und läuft darauf hinaus, dass Lenin halt ein böser Mensch war.(12.) Das sind die Gelehrten, die nur über den Sachen sind, weil sie nicht in den Sachen sind. Folgt man der Geschichtsauffassung des reaktionären preußischen Historikers Treitschke, dass Männer Weltgeschichte machen, bleiben Überzeichnungen nicht aus, die bis ins Karikaturhafte gehen können. Das Lieblingswort Pipes ist in dieser Beziehung: inszenieren. Nicht nur soll Lenin den russichen Bürgerkrieg zwischen Roten und Weißen inszeniert haben(13.),  sondern er wollte auch einen Zweiten Weltkrieg anzetteln (14.). Es gehört zur Seriosität eines Historikers, objektive Tatsachen zu berücksichtigen, Klassen, Massen, einzelne Personen bewirken nichts. (15.) Das Ziel der arbeitenden Menschheit, der Weltgeschichte, des proletarischen Endkampfes liegt nach der Heroentheorie nicht an ihrem Ende, sondern in ihren Genies. Der Personenkult ist genuin volks- und massenfeindlich, als wäre das geniale Gehirn Lenins der Scheitelpunkt der kommunistischen Weltbewegung. Lenin wies  darauf hin, uns zu hüten, Revolution mit großen Buchstaben zu schreiben, in der Dialektik zwischen Kollektivität und historischer Persönlichkeit dominiert das Kollektiv.

Aber es geht noch flacher. In der wohl traurigsten Stelle des Buches geht Pipes auf das Verhältnis der Industriearbeiter zum Bauerntum ein, dass die Marxisten „das Bauerntum als eine kleinbürgerliche Klasse und somit als einen eingeschworenen Feind der Industriearbeiter“  betrachteten, „ungeachtet des Umstands, dass die Mehrheit der russischen Industriearbeiter aus Dörfern stammte und dorthin auch enge Beziehungen unterhielt.“ (16.) Bekanntlich zersetzte sich das „Bauerntum“ in Klein- und Mittelbauern und in Kulaken, die richtigen Beziehungen zu diesen drei Bauernklassen bezeichnete Lenin wiederholt als die Schlüsselfrage der Diktatur des Proletariats, wobei die freundschaftlichen Beziehungen zu den Kleinbauern der entscheidende Schlüssel war. Man kann zu Lenin weltanschaulich und menschlich stehen, wie man will, aber man wird anerkennen müssen, dass er eine Präzision in der Analyse der Klassen einer gegeben Gesellschaft an den Tag legte, die an Schärfe ihresgleichen sucht. Allein die quantitative Relation zwischen der relativ kleinen Schar der Industriearbeiter und den zahlenmäßig alles dominierenden Bauern hätte eine derartig martialische Politik ins Selbstmörderische getrieben. Hätten die Bolschewiki das Bauerntum wirklich als eingeschworenen Feind der Industriearbeiter betrachtet und behandelt, so stünde heute nach 85 Jahren kein Lenin Mausoleum mehr, wäre Stalin nicht über 30 Jahre Generalsekretär der KPdSU gewesen (17.) Die Völker sind nicht so dumm, wie Pipes meint. Der Sieg des Sozialismus im Großen Vaterländischen Krieg war gerade deshalb möglich, weil das Bündnis zwischen Arbeitern und Bauern in der Roten Armee hielt.Warum ist zum Beispiel Fidel Castro ein halbes Jahrhundert anerkannter Führer der kubanischen Revolution ? Ein Volk läßt sich nicht ein halbes Jahrhundert lang betrügen ! Pipes hätte besser daran getan, sich vor der Niederschrift seines Buches einmal mit dem Begriff der Bauernschläue zu befassen. Dann wäre ihm folgende Peinlichkeit nicht unterlaufen: „Die Kollektivierung bedeutete für die Bauern einen Rückfall noch hinter den Status, den sie vor 1861 als Leibeigene innegehabt hatten.“ (18.) Vielleicht dachten die Nazis so und waren sich daher eines weiteren Bltzkriegsieges sicher.

Das Scheitern des sowjetischen Kommunismus, das im Grunde ein Scheitern des Revisionismus war, erklärt uns Pipes auf eine wirklich „originelle“ (19.) Art: „Der Niedergang des Systems setzte ein, als sich Stalins Nachfolger nach seinem Tod für Stabilität entschieden und die Bürger nicht länger die Notwendigkeit der ihnen abverlangten Opfer einsahen.“ (20.) Hier kommt das In-Szene-Setzen, das Inszenieren von Geschichte wieder ins Spiel: also im Gegnsatz zu Lenin und Stalin waren deren Nachfolger nicht mehr auf das Inszenieren von Geschichtskrisen aus, die allein Bürger duckmäuserisch hält. So entstand eine Atmosphäre der Apathie, in der am Ende selbst die sowjetische Elite den Zusammenbruch relativ gleichgültig hinnahm. „Der Kommunismus in Rußland hatte sich selbst verzehrt.“ (21.) Ein fürwahr vortrefflicher Satz ! (22.) Wenn man von dem Ausgangspunkt der Sowjetunion ausgeht, an dem Lenin die Sowjets als Keimformen des Absterbens jedes Staates bezeichnete, so ist vielmehr zu fragen, wie konnte es zu der Fehlentwicklung kommen, dass heute eine Diktatur der Sowjet-KGB-Mafia in Rußland existiert. Durch die Auflösung der Maschinen-Traktor-Stationen 1958 wurden ungeheure Mengen von Produktionsinstrumenten der Landwirtschaft in die Bahn der Warenzirkulation geworfen und diese Erweiterung des Wirkungsbereichs der Warenzirkulation ging bis zu dem Punkt, an dem ein Umschlag von Quantität in Qualität erfolgte- für das Proletariat in negativer, für die Bourgeoisie in positiver Hinsicht, insofern durch diese ökonomische Verschiebung das Wertgesetz auch wieder Regulator der Produktion wurde. Durch Überhandnehmen der Warenzirkulation aus der Kurve zum Kommunismus geschleudert, nahm die Lokomotive einen Kurs in Richtung Konsumismus, an dessen Ende sich die Staatsstreichgewinnler an ihren Gulaschhäppchen übergeben mußten.

1. „Das Geschäft mit dem Krieg kennt keine Krise“ lautet der Titel eines Artikels in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11.12.2009, S.19. Ein neues Wettrüsten hat das Waffengeschäft zu einem gewaltigen Wachstumsmarkt gemacht in einer gewaltigen globalen Rüstungsspirale. „Nach Berechnungen des Internationalen Instituts für Friedensforschung in Stockholm (Sipri) sind die Militärausgaben auf der Welt seit Ende der neunziger jahre um etwa 90 % gestiegen. Die Welt hat in einem seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr gekannten Maß aufgerüstet…“ Dabei ist die deutsche Industrie nach den USA und Rußland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt, 70 % der deutschen Rüstungsproduktion gehen ins Ausland. Was sind denn das für interessante Früchte einer sog. „friedlichen Revolution“ ? Der ehemalige Offizier der US Marine, Christopher A. Preble bezeichnet in seinem Buch: „The Power Problem“ (Cornell University Press, Ithaca New York 2009,212 S.) die gegenwärtige us-amerikanische Militärstrategie als  größenwahnsinnig, die die Welt unsicher mache. Die US-Militärmaschine sei so gigantisch, dass nach immer neuen Kriegen gesucht werden muss. Washington könne heute wohl mehrere Kriege unterschiedlicher Intensität gleichzeitig führen. (siehe: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.1.2010,6)

2. In deutscher Sprache erschien es erst 2003 im Berliner Taschenbuch Verlag (Verlagsgruppe Random House). Pipes (geboren am 11. Juli 1923 in Cieszyn/Polen als Sohn eines Unternehmers) lehrte 46 Jahre an der Harvard Universität ( von 1950 bis 1996) und war an ihr von 1968 bis 1973 Direktor des Zentrums für russische Studien. Während des Kalten Krieges stand er einem Gremium von auswärtigen Experten namens Team B vor, das die strategischen Ziele und Kapazitäten der Sowjetunion für die CIA eruierte.

3.Vgl. Horst Herold, Die Lehren aus dem Terror, Süddeutsche Zeitung Nr 116, 30./31. Mai 2009, Seite 9

4. Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, in: Marx Engels, Ausgewählte Schriften in zwei Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1953, 120

5. Siehe: Lenin, Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus, LW 18,576ff.

6. Richard Pipes, Kommunismus, Berliner Taschenbuch Verlag 2003,21

7. Karl Marx, Das Kapital, MEW 23, 74

8. Richard Pipes, Kommunsimus, Berliner Taschenbuch Verlag 2003,24. Man findet ein Seitenstück dazu bei bei Alexis de Tocqueville: Die französische Revolution ist selbst eine Art neue Religion geworden, die „…gleich dem Islam , die ganze Erde mit ihren Soldaten, ihren Aposteln und ihren Märtyrern überschwemmt hat.“( Alexis de Tocqueville, Der alte Staat und die Revolution, Kapitel: Die französische Revolution war eine politische Revolution, die in der Art religiöser Revolutionen verlief, in: rororo klassiker, Rowohlt Verlag Hamburg, 1969, 24) Indeß kam es doch auf ihrem Höhepunkt 1793/94 zu einer heftigen Entchristianisierungsbewegung.

9.a.a.O.,31

10.Karl Marx, Thesen über Feuerbach, MEW 3,7

11.J,W,Stalin, Über die Grundlagen des Leninmus, in: Stalin: Fragen des Leninismus, Dietz Verlag Berlin 1951, 9ff.

12.1926 wurde noch eine wichtige Schrift von Stalin verfasst: Zu den Fragen des Leninismus, in: Stalin: Fragen des Leninismus, Dietz Verlag Berlin 1951,134f.

13. Richard Pipes, Kommunismus, Berliner Taschenbuch Verlag 2003,65

14.a.aO.,79

15. Vgl. Lenin; Die Aufgaben des Proletariats in unserer Revolution, LW 24,47

16. Richard Pipes, Kommunismus, Berliner Taschenbuch Verlag 2003,71f.

17. Stalins Leichnam wurde nicht 1956 aus dem Leninmausoleum entfernt (siehe Pipes,114),  sondern erst 1961. Das ist ja gerade das Nachdenkenswerte, dass die Revisonisten aus Angst vor einem Volksaufstand Lenin noch 5 Jahre neben einem vom XX. Parteitag ausgewiesenen Verbrecher liegen ließen. Auch Pipes sieht Stalin gerne so, zum Beispiel als Mörder Kirows:“1934 fiel ein prominenter Bolschewik, der Sekretär der Leningrader Parteiorganisation Sergej Kirow, einem Attentat zum Opfer; obwohl die Umstände des Attentats niemals ganz geklärt wurden, deuten etliche Indizien auf Stalin als Drahtzieher des Mordes hin.“ (a.a.O.,93) Entweder, Herr Professor, nenen sie diese Indizien oder sie schweigen. Natürlich malt er die auf die Ermordung Kirows folgenden Säuberungen in den dunkelsten Farben, sieht sich aber immerhin zu der Angabe gezwungen, dass nur 1,4 % der Bevölkerung im Gulagsystem inhaftiert waren. Auch führt er, was für einen us-amerikanischen Professor lobenswert ist, richtig aus, dass die Sowjetunion die Hauptlast des Zweiten Weltkrieges zur Niederringung der Nazibarbaren zu tragen hatte. „Allein bei der Schlacht um Kiew im Sommer 1941 verloren 616 000 russische Soldaten ihr Leben, und die Offensive im Don-Becken zwei Jahre später forderte in den Reihen der Roten Armee 661 000 Opfer. Ausländische Wissenschaftler veranschlagen die sowjetischen Gesamtverluste im Zweiten Weltkrieg auf zwanzig Millionen Menschenleben…über das Dreifache der Verluste der Wehrmacht an der Ostfront (2,6 Millionen) . Von den rund fünf Millionen sowjetischen Soldaten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten, starben zwischen 1,9 und 3,6 Millionen an Unterernährung, in Gaskammern oder bei Erschießungen.“ (a.a.O.,112f.) Zahlen, die den Kapitalismus anklagen, nicht den Kommunismus.

18.a.a.O.,91

19. Die Krisentheorie, dass autoritäre Regime Krisen zu ihrer Aufrechterhaltung benötigen, wird vertreten von Michail Heller und Aleksandr Nekrich: Utopia in Power: The History of the Sovjet Union from 1917 to the Present, New York 1986,201. Hier ist nun allerdings schon der Titel falsch, denn die Sowjetunion wurde erst 1922 gegründet.

20. Richard Pipes, Kommunismus, Berliner Tasenbuch Verlag 2003,86

21.a.a.O.,126. Wer hatte mit dem Zusammenbruch, mit dem Fall der Berliner Mauer zu diesem Zeitpunkt gerechnet ? Nicht einmal bei den gesellschaftswissenschaftlichen Experten war ein Hauch von Ahnung vorhanden. Dieser Zusammenbruch ist das am schwersten Fassbare im 20. Jahrhundert.

22.Eine kleine, aber nicht unwesentliche Unachtsamkeit unterläuft Pipes, wenn er doziert, daß die Sowjetunion für die Ewigkeit errichtet worden sei (a.a.O.,126). Lenin bezeichnete die Sowjets als Vorboten des Absterbens jedes Staates. (Lenin, Die Aufgaben des Proletariats in unserer Revolution,LW 24,72) Es scheint sich zu rächen, dass Pipes nach eigener Aussage in seiner Jugend nicht über die Sowjetunion nachgedacht hat. Die Sowjetunion ist nach der Pariser Kommune, die nach den Worten von Friedrich Engels schon kein Staat im eigentlichen Sinne mehr war, der zweite Staat, der mit der Intention seiner Aufhebung im Kommunismus gegründet wurde.